Jesus:
DIE BERGPREDIGT
Jeder,
der diese meine Worte hört und sie tut,
den werde ich einem klugen Mann vergleichen,
der sein Haus auf den Felsen gebaut hat.
Und jeder,
der diese meine Worte hört und sie nicht tut,
der wird einem törichten Mann
verglichen werden,
der sein Haus auf den Sand baute.
(Matthäus-Evangelium 7:24-26)
Armin Held
Geboren 1961 in Garmisch,
verheiratet, vier Kinder,
Hebraicum und Graecum an der Universität München.
Kontakt:
Armin Held
Oberreit 1
D - 83620 Feldkirchen-Westerham
Telefon: 08063-972 301
Diese Schrift, Stand Februar 2008,
darf in jeder Form vervielfältigt werden. Sie kann, ebenso wie etliche weitere Schriften, von mir gedruckt bezogen oder von der folgenden Homepage aktualisiert heruntergeladen werden:www.urzeitundendzeit.de
Die erste, fundamentale Predigt Jesu
Die sogenannte "Bergpredigt" (Matthäus 5-7) ist - nach dem Aufruf: "Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahegekommen" (Matthäus 4:17) - die erste Predigt von Jesus, die im Neuen Testament überliefert ist. Es ist keine Evangelisationspredigt, sondern Lehre für Gläubige. Man könnte sie als "Jesus’ Lehrplan für alle Christen" bezeichnen, oder auch als sein "Programm" für das kommende Reich Gottes. Unser Leben hängt davon ab, ob wir diese Lehre nur hören, oder ob wir sie auch in unserem Leben umsetzen:
Jeder nun, der diese meine Worte
(die Bergpredigt) hört und sie tut, den werde ich einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baute. Und der Platzregen fiel hernieder, und die Ströme kamen, und die Winde wehten und stürmten gegen jenes Haus; und es fiel nicht, denn es war auf den Felsen gegründet.Ist es nicht auffällig, dass in dem Gleichnis beide Häuser absolut denselben Witterungsbedingungen und Angriffen ausgesetzt sind? Jesus sagt damit, dass alle Menschen durch ernsthafte Schwierigkeiten gehen müssen, seien wir nun gläubig oder nicht. Die Schwierigkeiten, die uns treffen, können vielfältig sein und unterscheiden sich grundsätzlich nicht von dem, was auch die "Weltmenschen" durchmachen: Krankheiten, Verlust des Arbeitsplatzes, Unfälle, Schwierigkeiten mit anderen Menschen, Gerichtsverhandlungen usw. Es wäre ein tragischer Irrtum, zu glauben, Christen würden von allen Prüfungen verschont bleiben. Im Gegenteil:
Vielfältig ist das Unglück des Gerechten, aber aus dem allen errettet ihn der HERR. Psalm 34:19
Es wäre auch falsch zu meinen, Jesus hätte an unserer Stelle gelitten, so dass uns alles Leid erspart würde:
Denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fußspuren nachfolgt. 1.Petrus 2:21
Nicht nur die Apostel haben vieles durchgemacht (1.Korinther 4:9ff; 2.Korinther 11:23), auch auf jeden "Normal-Christen" warten Herausforderungen:
Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen. Apostelgeschichte 14:22
Gottes Verheißung ist nicht, dass wir keine Schwierigkeiten bekommen werden, sondern dass er uns hilft, sie zu überwinden, dass er bei uns ist, wenn wir durch sie hindurchgehen:
Wenn du durchs Wasser gehst - ich bin bei dir, und durch Ströme - sie werden dich nicht überfluten. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen!
(Jesaja 42:2)Corrie ten Boom, die jahrelang wegen ihres Glaubens im KZ war, drückt es so aus:
Glaube ist keine Garantie gegen Schwierigkeiten, aber er ist eine Garantie gegen Niederlagen. Wir können den Schwierigkeiten in der Kraft Gottes begegnen, und Er wird uns zeigen, wie wir sie überwinden werden.
Jesus verspricht seinen Nachfolgern keinen Rosengarten, sondern macht immer wieder klar, dass der Weg schmal ist und die Tür eng, die ins Reich Gottes führen. Schwierigkeiten werden also so sicher kommen, wie das Amen in der Kirche. Dabei werden alle Probleme dieser Welt überschattet von der einen großen "Krise", durch die jeder von uns unausweichlich hindurch muss: Den Tod!
Es ist den Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht
(hier steht griechisch krísis = ). Hebräer 9:27Wir müssen alle
(auch die Christen!) vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses. 2.Korinther 5:10Die Vorbereitung auf diese "Krise" (das Wort "Krise" kommt aus dem Griechischen und heißt "Entscheidung, entscheidende Wendung, Beurteilung, Gericht) ist so wichtig, dass der klügste Mann seiner Zeit, der Prediger Salomo, die Sammlung seiner Weisheits-Sprüche mit der Ermahnung abschließt:
Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote! Denn das ist der ganze Mensch. Denn Gott wird jedes Werk, es sei gut oder böse, in ein Gericht über alles Verborgene bringen.
Prediger 12:13-14Es ist entscheidend, dass wir unser Leben so leben, dass wir in diesem Gericht bestehen können. Bevor wir also anfangen, unser Lebens-Haus hektisch in die Höhe zu bauen, sollten wir die Weisheit haben und uns die Zeit nehmen, das Fundament unseres Lebenshauses auf den Felsen zu setzen:
Vier sind die Kleinen der Erde, und doch sind sie wohlerfahrene Weise: Die Ameisen, ein nicht starkes Volk, und doch bereiten sie im Sommer ihre Speise, die Klippdachse, ein nicht kräftiges Volk, und doch legen sie im Felsen ihre Wohnungen an ... Sprüche 30:24-26
Während andere vielleicht schon auf beeindruckende Erfolge hinweisen können, weil sie zügig ihre Lebenspläne in die Tat umsetzen, verschwinden wir inmitten von Schmutz und Erde immer tiefer im Boden, um das Fundament zu legen. In den Augen der anderen mag das wie Dummheit oder Zeitverschwendung aussehen. Doch am Ende wird sich dies als die beste Investition deines Lebens herausstellen.
Nehmen wir uns also die Zeit, die Bergpredigt einmal in Ruhe durchzugehen, und dann ... zu tun!
Was ist Jüngerschaft?
Der Anfang der Bergpredigt macht klar, an wen sie sich überhaupt richtet, nämlich an Jesu "Jünger":
Als Jesus aber die Volksmengen sah, stieg er auf den Berg, und als er sich gesetzt hatte, traten seine Jünger zu ihm. Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach ...
(Matthäus 5:1-2)Hier wird die "Volksmenge" den "Jüngern" Jesus gegenübergestellt - sie sind es, die Jesus lehrt. Tatsächlich bedeutet das mit "Jünger" übersetzte Wort: "Lernender". Den Schüler, wie Jesus ihn meint, müssen wir uns mehr wie einen Lehrling vorstellen, weniger als einen Universitäts-Studenten. Ein Lehrling lernt, indem er tut, was er seinen Meister tun sieht. Ein Lehrling verbringt viel Zeit mit seinem Meister, er teilt Arbeit und Leben mit ihm. Jüngerschaft ist eine ganz praktische Sache, die unseren Lebensstil umkrempelt.
Etwas, was Jesus von seinen Jüngern wie selbstverständlich erwartet, ist "Nachfolge". Als er nämlich die vielen Menschen sieht, steigt er - scheinbar extra - "auf den Berg". Jesus will es seinen Nachfolgern gar nicht immer leicht machen. Ihm auf den Berg nachzufolgen beinhaltet drei Dinge, die veranschaulichen, was "Nachfolge" bedeutet:
Erstens macht es Mühe, auf einen Berg zu steigen. Nicht alle Menschen sind bereit, die Strapazen der Nachfolge Jesu auf sich zu nehmen. Es ist eine Sache, gemütlich zuzuhören, eine andere, auch etwas zu tun, sich anzustrengen.
Zweitens bedeutet es eine gewisse Einsamkeit- - normalerweise trifft man auf einem Berg nicht gerade viele Leute. Hältst du es aus, auch einmal nicht "in" zu sein, nicht im breiten Strom zu schwimmen?
Und drittens hat man auf dem Berg einen gewissen Abstand von der Welt. Zugleich hat eine einmalig klare Sicht der Dinge, man sieht sie sozusagen aus der Perspektive Gottes.
Wenn wir von Jesus lernen wollen, müssen wir in Bewegung bleiben, ihm "nachfolgen", bereit sein für Veränderungen in unserem Leben!
"Nachfolger" erfahren mehr!
Als Jesus oben angekommen war, traten seine Jünger zu ihm, die ihm bis auf den Berg nachgefolgt waren. Sie waren nicht mit ein bisschen Religion zufrieden, sondern wollten der Sache "auf den Grund gehen". So heißt es bei einer anderen Gelegenheit:
Dann entließ Jesus die Volksmengen und kam in das Haus; seine Jünger aber traten zu ihm
(folgten ihm also nach!) und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut des Ackers ... Matthäus 13:36Weil die Jünger Jesus nachfolgten und nachfragten, erfuhren sie Dinge, die für andere ein Geheimnis blieben:
Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu wissen; jenen aber ist es nicht gegeben.
Matthäus 13:11Gott ist ein verborgener Gott. Wer ihn finden will, der muss ihn suchen (Matthäus 7:7):
Wahrlich, du bist ein Gott, der sich verborgen hält!
Jesaja 45:15Christ-Sein = Jünger-Sein!
Gibt es überhaupt Christsein ohne Jüngerschaft? Die Antwort ist: Nein! Jünger und Christ sind nur zwei Namen für ein und dieselbe Sache, wie folgende Aussage der Bibel zeigt:
Es geschah ihnen aber, dass sie ein ganzes Jahr in der Gemeinde zusammenkamen und eine zahlreiche Menge lehrten und dass die Jünger zuerst in Antiochia Christen genannt wurden.
Apostelgeschichte 11:26Christ ist der Name, der den Jüngern nachträglich gegeben wurde. Alle Christen sind "Jünger", also Schüler, "Lehrlinge".
Christen dürfen Fehler machen!
Was ist das Kennzeichen aller Schüler? Vor allen Dingen eines: Dass sie etwas noch nicht können! Mit anderen Worten: Wir dürfen lernen! Gott erwartet nicht, dass wir mit unserer Bekehrung alles können! Gott rechnet damit, dass wir Fehler machen, er erwartet nicht von uns, dass wir die Bergpredigt von heute auf morgen perfekt in die Tat umsetzen. Aber wie heißt es so schön: "Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt." Lernen wir also, Gottes Sprache zu buchstabieren ...
Es ist auch keine Schande, wenn wir Gott oder unseren Mitchristen und Leitern scheinbar dumme Fragen stellen, sondern unsere große Chance als Schüler! Gott ist ein geduldiger Lehrer, der regelrecht darauf wartet, dass wir ihn fragen. Seien wir mutig, ihm bohrende Fragen zu stellen, wie z.B. Philippus es tat. Auf die Aussage Jesus: "Ihr kennt ja den Weg", wagte er es, seine Unwissenheit "vor der ganzen Klasse" zuzugeben und sagte:
Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, und wie können wir den Weg wissen?
Seinem Mut verdanken wir die gewaltige Erklärung, die Jesus ihm daraufhin gab:
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.
Niemand kommt zum Vater als nur durch mich!
Wenn wir nachfragen, beleidigen wir Gott nicht, sondern wir zeigen ihm, dass unser Interesse ehrlich ist. Also, sprechen wir im Gebet mit ihm - über Bibelstellen, die wir nicht verstehen, oder auch über ganz praktische Dinge und Fragen unseres Lebens! Wer fragt, dem wird geantwortet werden, wer um Weisheit bittet, dem wird sie gegeben werden (Jakobus 1:5).
Jünger müssen / dürfen zur Ruhe kommen
Weiterhin ist für Schüler typisch, dass sie auch einmal still sitzen müssen. Das ist selbst für Menschen, die Jesus lieb haben, nicht immer leicht:
Maria hatte sich zu den Füßen Jesu niedergesetzt und hörte seinem Wort zu. Martha aber war sehr beschäftigt mit vielem Dienen. Jesus war jedoch alles andere als begeistert davon, und versuchte ihr eindringlich klarzumachen: "Martha, Martha, du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge; eins aber ist nötig. Maria aber hat das gute Teil erwählt, das nicht von ihr genommen werden wird."
Lukas 10:39-42Gott freut sich über uns mehr als über den Staub, den wir aufwirbeln! Nachfolge bedeutet, dahin zu gehen, wohin Jesus geht, aber auch, stehen zu bleiben, wenn Jesus stehen bleibt, sitzen zu bleiben, wo Jesus sitzen bleibt. Gönnen wir uns diese Ruhe - sie ist eigentlich nicht eine unangenehme Forderung, sondern ein Geschenk Gottes an uns!
Gottes "Lehrplan" für seine Schüler
Die ersten Worte der Bergpredigt sind nicht eine rethorische Einleitung, sondern mit ihnen kommt Jesus gleich zur Sache. Mit neun "Seligpreisungen" macht seinen Jüngern von Anfang klar, wohin die Reise geht, was die wichtigsten "Lernziele" in seiner Schule sind - nicht so sehr Wissen, sondern vielmehr die Verwandlung unseres Charakters:
"Glückselig sind ... ... denn ...
... die Armen im Geist ... ... ihrer ist das Königreich der Himmel.
... die Trauernden ... ... sie werden getröstet werden.
... die Sanftmütigen ... ... sie werden das Land erben.
... die nach der Gerechtigkeit
hungern und dürsten ... ... sie werden gesättigt werden
... die Barmherzigen ... ... ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren.
... reinen Herzens sind ... ... sie werden Gott schauen.
... die Friedensstifter ... ... sie werden Söhne Gottes heißen.
... um Gerechtigkeit willen Verfolgten ... ... ihrer ist das Königreich der Himmel.
Glückselig seid ihr, ... ... denn ...
... wenn sie euch schmähen und verfolgen ... denn euer Lohn ist groß in den Himmeln.
und alles Böse lügnerisch gegen euch Denn ebenso haben sie die Propheten
reden werden um meinetwillen. verfolgt, die vor euch waren!"
Freut euch und frohlockt, ...
(Matthäus 5:3-12)Es fällt auf, dass Jesus seine Lehre nicht mit den Worten "ihr sollt" beginnt, sondern mit der Aussage: "Glückselig sind ..." Dieser Ausdruck
(griechisch makários) kommt 55 Mal in der Bibel vor und meint, dass Menschen das wahre Glück gefunden haben. Wir würden vielleicht sagen: "Sie sind zu beglückwünschen! Sie haben es richtig gemacht, das große Los gezogen." Jesus will uns zu wirklich glücklichen Menschen machen:Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.
Johannes 10:10Das ist das letztendliche Ziel seines "Lehrplans"! Und tatsächlich, wenn man die Seligpreisungen überfliegt, fällt gleich auf, dass es Jesus nicht so sehr um die Vermittlung von theologischen Lehrsätzen geht. Für Jesus steht unser Herz im Vordergrund
:Glückselig ... die Armen im Geist ... die Sanftmütigen ... die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten ... die Barmherzigen ... die reinen Herzens sind.
Deshalb ist es vielleicht kein Zufall, dass Jesus in der Bergpredigt neun Mal sagt: "Glückselig", und dass auf der anderen Seite Paulus in Galater 5:20 die Frucht des Geistes mit neun verschiedenen Begriffen beschreibt. Beide sprechen von ganz ähnlichen Dingen:
Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.
Galater 5:20
Wer sind die "Armen im Geist"?
Müssen Jünger Jesu dumm sein oder werden?
Meint Jesus mit "arm sein im Geist" etwa, wir müssten alle "plem plem" oder "balla balla" werden? Das Gegenteil ist der Fall. Jesus betont an anderer Stelle:
Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.
(Matthäus 10:16)Der Apostel Paulus schlägt in dieselbe Kerbe und erklärt:
Brüder, seid nicht Kinder am Verstand, sondern an der Bosheit seid Unmündige, am Verstand aber seid Erwachsene! 1.Korinther 14:20
In der ganz ähnlich aufgebauten "Feldpredigt", die Jesus bei anderer Gelegenheit hielt, sagt Jesus an dieser Stelle: "Glückselig ihr Armen, denn euer ist das Königreich Gottes" - ohne den Zusatz "im Geist"
(Lukas 6:20) Es geht also tatsächlich nicht um eine geistige Beschränktheit, sondern um unser Verhältnis zu irdischem Besitz.Sehr hilfreich ist in diesem Zusammenhang Apostelgeschichte 20:21, wo die Formulierung "gebunden im Geist" auch nicht bedeutet, dass Paulus einen gebundenen, unfreien Geist gehabt hätte. Er hatte vielmehr die Geisteshaltung eines Gebundenen, nämlich ein "Gefangener des Herrn" zu sein, Philemon 1:1. Eigentlich ist es also ganz einfach:
Arme sind Menschen, die nichts besitzen
."Armut im Geist" bedeutet also,
dass man "im Geist", also in seinem Herzen nichts "hat",
nichts als eigenen Besitz ansieht, anstrebt oder beansprucht.
Nicht länger dem Mammon nachjagen!
Viele Menschen denken doch heute: "Wenn ich reich wäre, dann könnte ich mir alle Wünsche erfüllen, und dann wäre ich glücklich!" Ihr hauptsächliches Lebenziel ist, so viel wie möglich Wohlstand zu erwerben. Doch die Wahrheit ist:
Geld macht nicht glücklich!
Und es beruhigt auch nicht - es lullt einen höchstens ein (Matthäus 13:22).
Darum nimmt Jesus seinen Schülern von Anfang an alle falschen Hoffnungen: Er verspricht ihnen kein Lebenskonzept, durch das sie zuerst reich und dann glücklich werden. Für ihn sind vielmehr die "Armen im Geist" auf dem richtigen Weg, Menschen, die nicht vom Besitz "besessen" sind! Und ist es nicht wirklich so:
Wer meint, mehr Dinge zu brauchen, um glücklich zu werden,
wird nie glücklich - selbst wenn er sie bekommt!
Undankbare Menschen sind immer auch unglückliche Menschen.
Wer zufrieden sein kann mit dem, was er hat - der ist bereits glücklich!
Der Wandel sei ohne Geldliebe. Begnügt euch mit dem, was vorhanden ist. Denn er hat gesagt: "Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen." Hebräer 13:5
Keine Besitzansprüche mehr
Armut im Geist bedeutet auch, dass wir auf nichts mehr einen Besitzanspruch erheben, indem wir denken: "Dies und jenes steht mir zu!" oder: "Ich kann mit meinem Besitz machen, was ich will!" Jesus sagt es an anderer Stelle mit den Worten:
So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt (= innerlich loslässt), was er hat, mein Jünger sein.
Lukas 14:27,33Damit ist nicht gemeint, dass wir nichts mehr haben dürfen. Man kann äusserlich arm sein und doch Habsucht im Herzen tragen oder äußerlich reich sein und innerlich doch frei von der Bindung an Besitz:
Die Menge derer aber, die gläubig geworden, war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seiner Habe sein eigen sei. ... Und große Gnade war auf ihnen allen, denn es war auch keiner bedürftig unter ihnen. Denn so viele Besitzer von Äckern oder Häusern waren, verkauften sie und brachten den Preis des Verkauften und legten ihn nieder zu den Füßen der Apostel; es wurde aber jedem zugeteilt, so wie einer Bedürfnis hatte. Apostelgeschichte 4:32-35
Die ersten Christen hatten "Habe", empfanden sie aber nicht als "Eigentum"! Wer seine Besitzansprüche aufgegeben hat, ist "arm im Geist". Ein ganz gutes Bild für diese Herzenshaltung des Loslassens ist das vom Verwalter: Alles, was der Verwalter hat, gehört nicht ihm, sondern seinem Herrn; er verwaltet es nur treu.
Warum Loren Cunningham sein Geld wegwerfen musste ...
Als Loren Cunningham einmal nachts spazieren ging, kam ihm ein Eindruck in seinen Sinn, den er als die leise Stimme Gottes erkannte:
Loren, was hast du in deiner Tasche? Ich griff hinein und holte etwas Geld heraus. Wirf das Geld auf den Boden! sagte die innere Stimme. Ich warf das Geld schnell hin, ging weiter und fragte mich, was in der Welt Gott mit diesem Geld tun werde.
Ich war noch nicht weit gekommen, da überraschte mich Gott und sprach wieder in meinem Sinn. Geh zurück und hebe das GEld auf, Loren. Ich versuchte, das nicht zur Kenntnis zu nehmen, aber der Eindruck wurde immer stärker. Schließlich ging ich zurück und hob das Geld wieder auf.
Enttäuscht ging ich in das Lager zurück. Als ich das erleuchtete Gebiet betrat, kam eine Gestalt auf mich zu. Ich konnte das Gesicht und strähnige dunkle Haar eines Teenägers erkennen, von dem ich wußte, dass er drogensüchtig war. Wieder kam die Stimme in meinen Sinn: Gib ihm alles Geld, das du in der Tasche hast. Ich stritt mit Gott gerade so lange, bis der Teenager an mir vorbeigegangen und in der Dunkelheit verschwunden war. Als ich weiterging, wies ich den Herrn darauf hin, dass man dieser Person nicht trauen könne. Er könnte das Geld für Drogen ausgeben. Wie dem auch sei, er war weg.
Aber der Herr ließ nicht zu, dass ich seine Weisungen vergaß. "Also gut, Herr", seufzte ich, "wenn das wirklich von dir kommt, dann soll dieselbe Person wieder da sein, wenn ich um dieses Gebäude herumgehe."
Ich ging um den Block herum und stieß um ein Haar mit dem gleichen jungen Mann zusammen, der gerade um die Ecke kam. Jetzt endlich gehorchte ich Gott und gab ihm all mein Geld. Im Licht einer Laterne sah ich, wie er vor Freude zu weinen begann.
Dann sagte er ganz ruhig: "Ich habe gerade Gott gesagt, ich würde in das christliche Drogenzentrum zur Rehabilitation gehen, wenn er mir das Geld gibt. Ich hatte schon etwas. Aber mit dem hier", er schüttelte verwundert den Kopf und betastete die Scheine und Münzen, "ist es genau genug, um dahin zu gehen." Strahlend schüttelte er meine Hand und ging.
Ich wäre fast vor Scham in den Boden versunken. Ich war bereit, mein Geld auf die Erde zu werfen und wegzugehen, aber ich hatte mich daran festgeklammert, als ich Gottes Plan nicht zustimmte, es in diesen jungen Mann zu investieren.
Was ist gerade in deiner Tasche? Bist du bereit, dir von Gott sagen zu lassen, was du damit tun sollst? Bist du bereit, ihn herrschen zu lassen über dich und dein Portemonnaie, oder hältst du zurück, wie ich in jener Nacht in Neuseeland? Wer bereit ist, so zu geben, wie der Herr ihn führt, wird sehen, dass Gott seine Mittel vervielfacht, um die Welt zu erreichen. (Loren Cunningham "Allmächtiger Gott - oder allmächtiger Dollar?" in DER AUFTRAG Nr. 29 Oktober 1988)
Und noch einmal: "Glückselig die Armen!"
Man kann es auch noch von einer anderen Seite sehen: Zu Jesus dürfen wir so kommen, wie wir sind - wir müssen nichts vorzuweisen haben:
Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben!
Matthäus 11:28Wir müssen und können uns bei Gott nicht einkaufen. Im Gegenteil, solange wir noch meinen, wir könnten Gott aus uns selbst heraus etwas bieten, stehen wir uns selber im Weg, weil wir nicht annehmen können, was er uns schenken möchte:
Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und nicht weißt, dass du der Elende und bemitleidenswert und arm und blind und bloß bist, rate ich dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weiße Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst.
Offenbarung 3:17-18Gott möchte von uns weder Geld
(Psalm 50) noch gute Werke (Titus 3:5), sondern nur unser Herz:"Gib mir, mein Sohn, dein Herz!"
(Sprüche 23:26)Außerdem ist klar, dass wir demjenigen, dem wir unser Herz geben, auch nichts anderes vorenthalten werden. Umgekehrt ist es ja genauso: Gott hat uns das geschenkt und gegeben, was ihm am Kostbarsten ist, Jesus, seinen Sohn.
Wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken? (Römer 8:32)
Das ist doch wirklich eine gute Nachricht! Oder?
Unsere Belohnung
Wie wird es im Himmel?
Glückselig die Armen im Geist ... denn ihrer ist das Königreich der Himmel!
Als guter Lehrer weiß Jesus, dass jeder Schüler zwei Dinge unbedingt braucht:
Eine klare Zielvorgabe ("Glückselig sind die ...")
Einen Anreiz, dieses Ziel auch tatsächlich mit aller Kraft anzustreben ("... denn ...")
Es scheint demütig, jeden Gedanken an eine "Belohnung" für die Nachfolge weit von sich zu weisen. Doch es ist eine falsche Demut, denn Gott selber will unbedingt, dass wir auf diesem Gebiet Klarheit haben. Darum spricht Jesus gleich zu Beginn seiner Lehre über die Vorteile, die es bringt, Christ zu sein. In seinen Seligpreisungen lässt Jesus auf jedes "Lernziel" sogleich eine Verheißung folgen, also das Versprechen einer "Belohnung".
Seltsamerweise haben wir oft eine falsche Scheu, ganz offen nachzufragen, was es uns eigentlich bringt, die Mühsale des Christseins auf sich zu nehmen. Ich kann mich auch nicht erinnern, in meinen nunmehr 25 Jahren Christsein eine Predigt darüber gehört zu haben, wie es im Himmel sein wird. Kein Wunder also, wenn viele sich kaum etwas unter dem "Reich der Himmel" vorstellen können: Wird unser Dasein im Himmel so aussehen, dass wir als eine Art Flaschengeist körperlos durch unendliche Weiten schweben? Werden wir ganze Ewigkeiten auf einer Wolke sitzen, Harfe spielen und dabei "Hallelujah!" rufen, während wir in Wirklichkeit unser "gemütliches Bier" vermissen? Seien wir ehrlich: Für solche Zukunftsaussichten möchte wohl niemand große Opfer bringen, oder?!
Mut zur Neugier!
Gerade einen Mann wie Petrus beschäftigte sehr stark die Frage, was es letztlich einbringt, Jesus zu folgen. Und herzlich direkt wie er war, wagte er es und fragte Jesus unverblümt:
"Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt.
Was wird uns nun werden?
Jesus aber sprach zu ihnen
Es ist es richtig und wichtig, dass wir uns Gedanken darüber machen, was uns das Christsein bringen wird. Es ist vollkommen in Ordnung, dass wir versuchen, uns auszumalen, wie es im Himmel wird, solange wir nicht frei phantasieren, sondern über die Aussagen nachdenken, die die Bibel darüber macht. Nehmen wir also kurz die Zeit und tragen ein paar "Leckerbissen" zusammen ...
Unser neuer Körper!
Die Voraussetzung, um überhaupt am Reich Gottes Anteil zu haben, ist die körperliche Auferstehung. Die Frage, was dies bedeutet, hat schon früher die Menschen beschäftigt:
Es wird aber jemand sagen: Wie werden die Toten auferweckt? Und mit was für einem Leib kommen sie? ... (Die Antwort:)
So ist die Auferstehung der Toten: Es wird gesät in Verweslichkeit, es wird auferweckt in Unverweslichkeit
Wer könnte sich beim Anschauen eines Apfelkernes vorstellen, wie groß und wie schön sein "Körper" wird? Erst gibt es nur einen unscheinbarer Kern, der "sterben" muss. Daraus entsteht ein mächtiger Baum mit tiefen Wurzeln, herrlich durftenden, bunten Blüten, schattenspendenden Blättern und wohlschmeckenden Früchten. Genau so müssen wir uns vorstellen, dass unser jetztiger Körper nur ein Samenkorn ist, das durch die Auferstehung einen unvorstellbar herrlichen Körper bekommen wird - genau wie Jesus!
Und wie wir das Bild des irdischen Menschen getragen haben, so werden wir auch das Bild des himmlischen tragen
(- also Jesus ähneln). 1.Korinther 15:49Jesus Christus wird unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten zur Gleichgestalt mit seinem Leib der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.
Philipper 3:20-21Wir werden also einen Körper haben, wie Jesus ihn nach seiner Auferstehung hatte. Wenn wir mehr über unseren eigenen, zukünftigen Körper erfahren wollen, müssen wir nur nachforschen, wie Jesus" Körper nach seiner Auferstehung beschaffen war!
Während sie aber redeten, stand er selbst in ihrer Mitte und sprach zu ihnen: Friede euch! Sie aber erschraken und wurden von Furcht erfüllt und meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen ...: Seht meine Hände und meine Füße, dass ich es selbst bin, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen; wie ihr seht, dass ich habe. Und als er dies gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße. Als sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich wunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Sie aber reichten ihm ein Stück gebratenen Fisch. Und er nahm und aß vor ihnen.
(Lukas 24:36-43)Wir können also festhalten, dass wir von Gott einen neuen, "handfesten" Körper mit Fleisch und Knochen bekommen werden, in dem wir weder altern noch sterben und der von unvorstellbarer Herrlichkeit erfüllt sein wird. Wir werden sein wie die Engel:
Die aber würdig geachtet werden, jener Welt teilhaftig zu sein und der Auferstehung aus den Toten ... können auch nicht mehr sterben, denn sie sind Engeln vollkommen gleich
(griechisch is-angelos) und sind Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind. Lukas 20:35-36Was bedeutet es, dass wir Söhne Gottes heißen sollen? Für Söhne ist zuerst einmal typisch, dass sie ihrem Vater ähneln. Des weiteren sind sie die rechtmäßigen Erben der Besitzungen ihres Vaters und haben eine besondere rechtliche Stellung. Wer in der Bibel noch "Söhne Gottes" genannt wird, das sind die Engel. Tatsächlich werden wir ihnen gleich sein. Das sagt natürlich sehr viel über unseren zukünftigen Körper und Status aus. Alles, was wir in der Bibel über Engel hören, sind Dinge, die dann auch für uns in vollem Umfang gelten werden:
Wir werden Kräfte besitzen, die Erdbeben auslösen können (Matthäus 28:2).
Wir können erscheinen und verschwinden.
Wir sind für sichtbare Geschöpfe unangreifbar - Superman ist dagegen ein Gartenzwerg!
Das mag phantastisch klingen, aber es ist Realität! Warum lassen wir uns diese Verheißungen Gottes nicht immer wieder "auf der Zunge zergehen", um unseren "Appetit" auf das Reich Gottes anzuregen? Das gehört zu wahrem Glauben dazu!
Und die irdischen Freuden?
Für das Königreich der Himmel gilt derselbe Grundsatz wie für die natürlichen Himmel: Sie schließen die Erde von allen Seiten ein, gehen aber weit über sie hinaus. In das Reich der Himmel, bzw. das Reich Gottes
(Lukas 6:20), sind alle irdischen Dinge mit hineingenommen. Das Königreich der Himmel wird auf die Erde kommen:Dein Reich komme, wie im Himmel, so auch auf Erden!
(Matthäus 6:10)Es heißt nur deshalb Königreich der Himmel, weil es vom Himmel ausgeht, seinen Ursprung im Himmel hat. Wer den Himmel bekommt, hat also die Erde und all ihre Freuden sozusagen "inklusive", nur in einem vielfachen Maße. Jesus sagt ausdrücklich:
Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land (man könnte auch übersetzen: die Erde) erben. Matthäus 5:5
Das Reich der Himmel schließt die Erde mit ein. Tauchen auf den Bahamas? Eisbären beobachten am Nordpol? All inclusive!
Leckeres Essen im Himmel?
Und nun kommen wir zu einem Thema, das vor allem Kinder immer wieder beschäftigt: "Gibt es im Himmel Süßigkeiten?" Zum Glück können wir diese Frage bejahen!
Glückselig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden! Lukas 6:21
Bestimmt werden wir all das essen und trinken dürfen, was wir schon in diesem Leben genossen haben. Jesus kündigte vor seinem Tod an, er werde nach seiner Auferstehung mit seinen Jüngern wiederum das Passah essen
(Lukas 22:16), also Brot und Wein (Matthäus 26:28), wenn nicht sogar Lammbraten. Um ihnen die Realität seiner körperlichen Auferstehung zu beweisen, ließ er sich von ihnen nicht nur anfassen, sondern aß vor ihren Augen gebratenen Fisch (Lukas 24:43) und grillte mit ihnen am See (Johannes 21:9).Aber natürlich wird im Reich Gottes mehr als nur unser körperlicher Hunger gestillt werden:
Glückselig die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden. Matthäus 5:6
Heilung der Erinnerungen
Sie werden getröstet werden!
Sie werden nicht mehr hungern, auch werden sie nicht mehr dürsten, noch wird die Sonne auf sie fallen noch irgendeine Glut; denn das Lamm, das in der Mitte des Thrones ist, wird sie hüten und sie leiten zu Wasserquellen des Lebens.
Offenbarung 7:16-17In Gottes Reich wird es kein Leid mehr geben! Ist das nicht herrlich? Hier wird wahres, absolutes Glück beschrieben, das weder körperliche Schmerzen noch Unglück kennt. Und mehr noch:
Gott wird bei den Menschen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein. Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein: denn das Erste ist vergangen.
Offenbarung 21:3-4Tränen sind die Spuren vergangenen Leides, und selbst diese wird Gott wegnehmen. Nicht einmal mehr schmerzhafte Erinnerungen werden uns quälen, niemand wird mehr traurig sein. Gott wird unsere Erinnerungen heilen. Ausserdem wird er jeden Verlust, den wir im Erdenleben hinnehmen mussten, vielfach wiedererstatten:
Wahrlich, ich sage euch: Ein jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, wird hundertfach empfangen und ewiges Leben erben.
Matthäus 19:29, vgl. Lukas 18:29-30; Markus 10:29-30Jede Menge Freunde!
Nicht nur Besitztümer, auch Freundschaften und Beziehungen aller Arten werden geschenkt:
Ihr seid gekommen zum Berg Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu Zehntausenden von Engeln, einer Festversammlung, und zur Gemeinde der Erstgeborenen, die in den Himmeln angeschrieben sind; und zu Gott, dem Richter aller, und zu den Geistern der vollendeten Gerechten und zu Jesus.
(Hebräer 12:22-24)Ich sage euch aber, dass viele von Osten und Westen kommen und mit Abraham und Isaak und Jakob zu Tisch liegen werden in dem Reich der Himmel.
Matthäus 8:11Wir werden die Möglichkeit haben, uns mit Gott persönlich zu unterhalten, mit den Helden der Bibel an einem Tisch zu sitzen und mit Engeln beisammen zu sein. Dann können wir Paulus persönlich erzählen hören, wie es ihm erging, und unsere Schutzengel werden uns so manche Story zu berichten haben. Langweilig wird das bestimmt nicht!
Regierungsaufträge
Das allein wäre schon jede Menge Ansporn, nicht wahr? Das Königreich zu erben bedeutet aber noch mehr, nämlich mit Jesus "auf dem Thron zu sitzen", das heißt in mit ihm über die sichtbare und unsichtbare Schöpfung zu herrschen, von ihm Aufgaben mit Verantwortung für viele Geschöpfe zu erhalten:
Weil du im Geringsten treu warst, sollst du Vollmacht über zehn Städte haben.
Lukas 19:17Oder wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? ...
Wisst ihr nicht, dass wir Engel richten werden? 1.Korinther 6:2,3
Wenn Jesus wiederkommt, wird es die Aufgabe der Christen sein, in seinem Namen und Auftrag zum Wohle der Menschen zu regieren, sozusagen Politik zu machen und sie Gottes Wort zu lehren. Von Langeweile wird im Reich Gottes für uns also keine Rede sein. Wir werden Verantwortung und herausfordernde Aufgaben von Gott bekommen:
Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm herrschen tausend Jahre.
Offenbarung 20:6Unbeschreibliche und unvergleichliche Herrlichkeit!
Unser Schicksal wird Auswirkungen für die gesamte Schöpfung haben. Dann werden wir erkennen, dass die Mühsale der jetzigen Zeit mehr als aufgewogen werden durch die Herrlichkeit, die Gott uns dafür geben wird:
Denn ich urteile, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Denn das sehnsüchtige Harren der Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Söhne Gottes. Denn die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen worden ... auf Hoffnung hin, dass auch selbst die Schöpfung von der Knechtschaft der Vergänglichkeit freigemacht werden wird zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.
Römer 8:18-21Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert.
Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, da wir nicht das Sichtbare anschauen, sondern das Unsichtbare. Denn das Sichtbare ist zeitlich, das Unsichtbare aber ewig. 2.Korinther 4:16-18
Glücklich die Unglücklichen?
Das Lebensziel vieler Menschen ist, durch Reichtum glücklich zu werden. Doch Jesus stellt mit dem ersten Satz seiner Bergpredigt klar, dass seine Schüler, seine Nachfolger in eine ganz andere Richtung gehen: Materieller Besitz soll in ihrem Leben eine immer geringere Rolle spielen. Das ist die erste "Ent-Täuschung" für seine Zuhörer. Im zweiten Satz seiner Rede macht Jesus das zweite Hauptziel irdisch gesonnener Menschen zunichte: Gute Gefühle! Jesus tut dies mit der provokativen Aussage:
Glückselig die Trauernden! Matthäus 5:4
Das erscheint auf den ersten Blick total unsinnig: Wie kann ein Mensch, der trauert, "glückselig" sein? Doch Jesus macht klar: "Glückselig sein" ist nicht dasselbe, wie "sich gut fühlen". Er lenkt unseren Blick auf die Ewigkeit, auf die Zeit nach dem Tod:
... denn sie (die in diesem Leben Trauernden) werden getröstet werden!
Unser höchstes Ziel soll es also nicht sein, in diesem Leben "gut drauf" zu sein, uns kurzfristig (und unser Leben ist sehr kurz im Vergleich zur Ewigkeit!) zu vergnügen, sondern so zu leben, dass es für uns im "Jenseits" Grund zur Freude gibt. Was aber können gute Gründe sein, in diesem Leben zu trauern?
Missstände in unserem Leben
Der erste Grund ist, wenn wir erkennen, dass in unserem Leben Dinge verkehrt sind:
Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen! Fühlt euer Elend und trauert und weint. Euer Lachen verwandle sich in Traurigkeit und eure Freude in Niedergeschlagenheit. Demütigt euch vor dem Herrn, und er wird euch erhöhen.
Jakobus 4:8-10, vgl. Hebräer 12:11Es ist keine Schande, an sich selbst zu verzweifeln oder über seine eigenen Fehler und Fehlhaltungen zu weinen, sondern eine absolute Notwendigkeit, ein Geschenk Gottes!
Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten!
Psalm 126:5Wenn wir unsere Fehlerhaftigkeit und Hilfsbedürftigkeit erkennen, wird uns das sicher traurige Gefühle machen, aber hinterher wird es gute Frucht bringen:
Denn die Betrübnis nach Gottes Sinn bewirkt eine nie zu bereuende Buße zum Heil; die Betrübnis der Welt aber bewirkt den Tod.
2.Korinther 7:10Nicht jede Traurigkeit also ist positiv: Alles, was uns lähmt und von Gott fernhält, ist schädlich. Alles aber, was uns näher zu ihm bringt, das ist positiv, und dazu gehört unbedingt auch Trauer über unsere Fehler. Wenn wir den Menschen "gute Gefühle" predigen, führen wir sie letztlich in die Irre. Ja, man kann allen, die ehrlich zu Gott umkehren wollen, nur wünschen, dass Gott ihnen eine tiefgehende Trauer über ihr altes Leben schenkt. Es fällt schwer, sich von seinem "alten Menschen" zu trennen - er war doch die Person, die einem bis dahin am nächsten stand. Sagen nicht viele: "Jeder ist sich selbst der Nächste?". Wer aber einsieht, wie schlecht dieses Leben war, wird sich freudig - und unter Tränen - von diesem Leben trennen. "Glücklich die so Trauernden!"
Missstände im Leben anderer
Warum sollte mein Gesicht nicht traurig aussehen, wo doch die Stadt meiner Väter verödet daliegt und ihre Tore vom Feuer verzehrt sind? Nehemia 2:3
Ich habe große Traurigkeit und unaufhörlichen Schmerz in meinem Herzen für meine Brüder, die Israeliten. Römer 9:2-4
Und der HERR sprach zu dem Engel: Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und zeichne ein Kennzeichen an die Stirnen der Männer, die seufzen und stöhnen über all die Greuel, die in ihrer Mitte geschehen! Hesekiel 9:4
Letztlich kann nur ein totaler Egoist ohne Trauer durch eine von Gott abgefallene Welt gehen und es sich darin gemütlich einrichten. Trauer ist in diesem Sinne ein Zeichen von Liebe. Wer Gott liebt und noch Gefühle in seinem Herzen hat, der wird trauern über Dinge, die auch Gott und anderen Menschen weh tun - bis endlich Gottes Reich auf die Erde gekommen ist. Das ist realistischer als die Vergnügungssucht, die in der heutigen Zeit viele dazu treibt, in schöne Gefühle hinein zu fliehen:
Und an jenem Tag ruft der Herr, der HERR der Heerscharen, zum Weinen und zur Wehklage auf ... Aber siehe, Wonne und Freude, Rindertöten und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken: Lasst uns essen und trinken, denn morgen sterben wir! Jesaja 22:12-13
Das Herz der Weisen ist im Haus der Trauer,
das Herz der Toren aber im Haus der Freude. Prediger 7:4
Verlust von Beziehungen
Der bekannteste Grund zur Trauer ist wohl, wenn wir den Verlust eines geliebten Menschen beklagen. Im übertragenen Sinne bedeutet dies, dass wir letztlich bereit sein müssen, Beziehungen zu anderen Menschen notfalls um Jesu willen aufzugeben, wenn sie uns daran hindern, mit Jesus zu leben:
Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Matthäus 10:37
Gott erwartet nicht von uns, dass wir Beziehungen einfach auflösen oder zerstören:
Wenn möglich, soviel an euch ist, lebt mit allen Menschen in Frieden. Römer 12:18
Aber es ist wichtig, dass wir uns von falschen Abhängigkeiten lösen. Gibt es in unserem Leben Beziehungen, die uns hemmen, mit Jesus ganze Sache zu machen? Dann sollten wir Gott um Hilfe zu bitten, dass wir uns ganz für ihn entscheiden. Denn oftmals sind es gerade uns nahestehende Menschen wie Eltern, Partner oder enge Freunde, die uns - bewusst oder unbewusst - daran hindern, Jesus ganz entschieden nachzufolgen. Sich von solchen falschen Bindungen zu lösen, kann mit viel Traurigkeit verbunden sein. Doch wir werden es letztlich nicht bereuen, Gott mehr zu lieben als alle Menschen.
Keine guten Noten?
Wir haben die ersten beiden Seligpreisungen ausführlicher betrachtet, die restlichen behandeln wir dann im weiteren Verlauf der Bergpredigt eingehender, weil Jesus dort alle seine "Lernziele" nochmals aufnimmt und genauer erklärt. Nur die beiden letzten Seligpreisungen wollen wir noch untersuchen, weil Jesus uns in ihnen von einer Erwartungshaltung befreien möchte, die sonst für Schüler eigentlich normal ist: Sie wünschen sich gute Noten! Doch genau das werden wir - von Menschen - oftmals nicht bekommen:
Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren. Matthäus 5:10-12
"Gute Noten" von unseren Mitmenschen zu bekommen, kann sogar ein ganz schlechtes Zeichen sein. Irgendwer muss fasst an uns Anstoß nehmen, sonst stimmt etwas nicht:
Wehe, wenn alle Menschen gut von euch reden, denn ebenso taten ihre Väter den falschen Propheten. Lukas 6:26
Achten wir also nicht zu sehr auf die Meinung der Menschen um uns herum, seien sie nun Christen oder nicht. Die Anerkennung von Menschen zu suchen und gleichzeitig Jesus nachzufolgen schließt sich gegenseitig aus!
Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre ich Christi Knecht nicht.
Galater 1:10
Menschenfurcht legt einen Fallstrick, wer aber auf den HERRN vertraut, wird in Sicherheit gesetzt. Sprüche 29:25
Und Achtung: Auch unsere eigene Meinung über uns selbst darf nicht zum Götzen werden, dem wir dienen, weil wir vor uns selber gut dastehen wollen! Das Recht, uns zu "benoten", hat allein der Lehrer, und das ist Jesus. Warten wir also auf den Tag, an dem die wirklichen "Noten" vergeben werden:
Mir aber ist es das Geringste, dass ich von euch oder von einem menschlichen Gerichts-Tag beurteilt werde.
Ich beurteile mich aber auch selbst nicht. Denn ich bin mir selbst nichts bewusst, aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt. Der mich aber beurteilt, ist der Herr.
So verurteilt nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbaren wird! Und dann wird jedem sein Lob werden von Gott. 1.Korinther 4:3-5
Unser Auftrag in der Welt
Gerade hat Jesus erklärt, dass wir als seine Schüler mit massivem Widerstand rechnen müssen, und zwar nicht nur von den "Ungläubigen", sondern auch ganz besonders von den "Frommen". Die Gefahr ist natürlich, dass wir instinktiv versucht sind, diesen Leiden aus dem Weg zu gehen. Doch Jesus beugt dem sogleich vor, indem er unseren Auftrag für die Welt definiert und uns vor den "Schleichwegen" warnt, die uns verführen könnten, von Gottes Bestimmung abzuirren:
Ihr
seid das Salz der Erde!Mut zur Andersartigkeit
Salz ist ein Bild für kraftvolle Andersartigkeit - wir haben etwas, das die anderen nicht haben. Salz steht für ...
Reinigung (Hesekiel 16:4)
Heilung (2.Könige 2:21)
Haltbarmachung (Richter 9:45)
Salz gibt Dingen einen besseren (intensiveren) Geschmack (Hiob 6:6)
Salz macht nur einen kleinen Prozentsatz der Gesamtmenge aus
Salz hat Biss und brennt in den Wunden der Welt, deshalb wehrt sie sich oftmals dagegen. Unsere Andersartigkeit gibt der Welt eine Botschaft:
Wandelt in Weisheit gegenüber denen, die draußen sind, kauft die gelegene Zeit aus. Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt; ihr sollt wissen, wie ihr jedem einzelnen antworten sollt.
Kolosser 4:5-6Die Gefahr ist, dass wir durch Anpassung an die Welt unsere Salzkraft verlieren. Dies war auch eine Versuchung Israels, dessen Geschichte zu uns reden soll:
Und was in eurem Geist aufgestiegen ist, soll niemals geschehen, dass ihr nämlich sagt: Wir wollen sein wie die Nationen und wie die Geschlechter der Länder, um im Dienst von Holz und Stein zu stehen.
Hesekiel 20:32Lauwarmes entsteht durch die Vermischung von Heißem und Kaltem. Faule Kompromisse zwischen Weltgeist und Glauben machen das Christsein widerlich. Es ekelt Gott davor, und selbst die Weltmenschen wollen damit nichts zu tun haben. Wer auf allen Hochzeiten tanzen will, wird am Ende zwischen den Stühlen sitzen:
Ach, dass du kalt oder heiß wärest! So aber, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde.
Offenbarung 3:15-16
Und die zehn Hörner, die du sahst, und das Tier, diese werden die Hure hassen und werden sie öde und nackt machen, und werden ihr Fleisch fressen und sie mit Feuer verbrennen. (Offenbarung 17:16)
Wenn wir von Gottes Wort abrücken, geht uns jede Kraft verloren und wir haben nichts mehr zu bieten. Gott kann mit uns nichts mehr anfangen", und selbst die Welt wird es uns nicht danken, sondern uns verachten und zertreten.
Mut zu öffentlichem Bekenntnis
Ihr seid das Licht der Welt.
Eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen sein.
Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind.
So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.
Während das Salz mehr von unserer Verkündigung spricht, steht das Licht mehr für unser Verhalten, unsere für andere sichtbare Lebensweise. Im Licht leben bedeutet:
nicht im Verborgenen, sondern offenbar, weithin sichtbar zu sein
einen Lebensstil der Gerechtigkeit, ein gutes Gewissen zu haben
Mut, an die Öffentlichkeit zu treten
Der zweite Irrweg: Verstecken
Und sogleich warnt Jesus wieder vor einem Irrweg, der uns verleiten könnte, unseren Auftrag in der Welt zu verleugnen: Flucht ins versteckte Christentum. Der Scheffel steht hier für den Versuch, im Geheimen zu leben und so den Leiden der Verfolgung zu entgehen. Jesus betont, dass dies nicht nur widersinnig ist, sondern sogar "unmöglich": Die Stadt auf dem Berg kann nicht verborgen sein! Geheimes Christsein ist regelrecht unmöglich:
Es ist uns unmöglich, von dem, was wir gesehen und gehört haben, nicht zu reden! Apostelgeschichte 4:20
"Wes das Herz voll ist, geht der Mund über", vergleiche Lukas 6:45.
Geht hinaus an die Wege und Zäune!
Lukas 14:23Die Weisheit schreit draußen. Auf den Plätzen lässt sie ihre Stimme erschallen.
Sprüche 1:20... öffentlich und in den Häusern!
Apostelgeschichte 20:20Doch wenn wir ehrlich sind, sind unsere Gemeindegebäude oftmals nichts anderes als ein riesiger "Scheffel": Dorthinein verlagern wir alle unsere christlichen Aktivitäten - wo sie natürlich kein Weltmensch mitbekommt. Wir als "Insider" fühlen uns gut inmitten des frommen Trubels, aber die Ungläubigen um uns herum haben meist nicht einmal eine Ahnung, was bei uns abläuft - jede Zigarettenwerbung hat mehr Öffentlichkeitswirkung als unsere Gemeinden. Ist das nicht traurig? Und gefährlich?
Wie sieht es mit uns persönlich aus? Sind wir immer noch als "Geheimagenten Gottes" unterwegs? Es ist höchste Zeit, dass wir damit aufhören und statt dessen die gelegene Zeit auskaufen, denn schneller als wir denken kann die Nacht kommen ...
Zwei Wüstenwanderer begegnen sich
Du kommst gerade von einer Oase, wo du reichlich getrunken und deine Gefäße gefüllt hast. Da begegnest du einem anderen Wanderer, der mehr oder weniger ziellos umherirrt. Seine Wasservorräte gehen zur Neige.
Würdest du ihn nicht selbstverständlich auf die Quelle des Lebens hinweisen? Bringen wir es über das Herz, an einer sterbenden Welt vorbei zur nächsten Konferenz zu laufen? Welche Rolle würden wir im Gleichnis vom barmherzigen Samariter einnehmen: Priester, Levit oder Samariter? (Lukas 10:30)
Die "Glühbirne" - das Licht der Welt
Sie ist speziell dazu geschaffen, für die Menschen zu leuchten.
Allerdings kann sie es nicht aus eigener Kraft: Sie braucht "Kontakt" zum "Strom" des Heiligen Geistes.
Sie bekommt diesen Kontakt durch das Hineindrehen, die "Bekehrung", durch tägliche Umkehr in die Gemeinschaft mit Gott hinein.
Wenn sie leuchtet, wird sie auch selber warm - wenn wir nicht für die Welt "brennen", bleibt unser Herz kalt.
Und: Lassen wir uns nicht "aus der Fassung" bringen! Jesus wird uns immer den nötigen Halt und die Kraft zum Zeugnis geben, solange wir in ihm bleiben.
Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten (das ist ein Ausdruck für die ganze Heilige Schrift der damaligen Zeit) aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen! (Hier steht griech. pläro-oh = vollmachen, auffüllen, auf ein Vollmaß bringen.)
Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Matthäus 5:17-18
Es ist kein Zufall, dass Jesus nach seinen Worten über unser Salz- und Licht-Sein zum Thema "Heilige Schrift" kommt. Denn die Frage, was "Salz und Licht" ist, lässt sich nur mit Hilfe der Bibel beantworten.
Was Jesus in der Bergpredigt über Gottes Wort sagt, ist einfach und klar und dabei grundlegend und wegweisend für uns: Die Bibel ist das "Lehrbuch" für die "Jünger", die Schüler Jesu. Mit wenigen Worten richtet Jesus einen absoluten Maßstab für unseren Umgang mit ihr auf: Sie ist nicht Menschenwort, das man nach Lust und Laune ändern könnte, sondern Gottes Wort, unveränderlich und verbindlich für alle Gläubigen. Das gilt nicht nur für das Alte Testament, sondern auch für die Evangelien und die Botschaft der Apostel:
Und darum danken auch wir Gott unablässig, daß, als ihr von uns das Wort der Kunde von Gott empfingt, ihr es nicht als Menschenwort aufnahmt, sondern, wie es wahrhaftig ist, als Gottes Wort, das in euch, den Glaubenden, auch wirkt.
1.Thessalonicher 2:13Und dies gilt natürlich nicht nur für die "Schüler", sondern ausdrücklich und ganz besonders für alle "Lehrer":
Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heißen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reich der Himmel.
Matthäus 5:19Wer "Lehrer" sein will, muss Gottes Wort erst einmal selber studieren, es tun und dann gewissenhaft und ohne Einschränkungen weiter geben. Ein Vorbild hierfür ist der Schriftgelehrte Esra:
Er hatte sein Herz darauf gerichtet, (1.) das Gesetz des HERRN zu erforschen und (2.) zu tun und (3.) in Israel die Ordnung und das Recht des HERRN zu lehren.
Esra 7:10Unsere Einstellung zur Bibel ist entscheidend für unser ganzes Leben als Christen. Darum war es Jesus so wichtig, diesen Punkt gleich am Anfang seiner Rede zu betonen, und darum wollen wir uns die Zeit nehmen, uns kurz mit der Herkunft, Überlieferung und Zuverlässigkeit der Bibel zu befassen.
Die Herkunft der Bibel
Wie kommen wir zu Gottes Wort? Ist die Bibel fehlerlos, weil ihre Schreiber fehlerlos waren? Nun, andere menschliche Religionswerke mögen ihre Helden und ihr eigenes Volk so verherrlichen. Die Bibel berichtet jedoch objektiv das Versagen ihrer "Helden" und Autoren. Kein anderes Volk wird von der Bibel so heftig zurechtgewiesen wie das auserwählte Volk:
Ich habe dich zum Prüfer in meinem Volk eingesetzt, als eine Festung, damit du ihren Weg erkennst und prüfst. Sie alle sind die Widerspenstigsten der Widerspenstigen. Sie gehen als Verleumder umher, sie sind Bronze und Eisen. Alle sind sie Verderber.
Jeremia 6:27-28Zum Beispiel war der Apostel Paulus, der große Teile des Neuen Testamentes verfasst hat, sich seiner dunklen Vergangenheit ebenso bewusst wie seiner menschlichen Schwächen:
Ich danke Christus Jesus, unserem Herrn, der mir Kraft verliehen, dass er mich treu erachtet und in den Dienst gestellt hat, der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Gewalttäter war. Aber mir ist Barmherzigkeit zuteil geworden ... das Wort ist gewiß und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin.
1.Timotheus 1:12-15Gerade das Bewusstsein seiner Schwachheit war Gottes Mittel, sein Wort durch Paulus zu bringen. So berichtet er:
Ich war bei euch in Schwachheit und mit Furcht und in vielem Zittern, und meine Rede und meine Predigt bestand nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruhe.
1.Korinther 2:3-5Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überragende Größe der Kraft von Gott sei und nicht aus uns.
2.Korinther 4:7Auch Petrus musste sich seiner Schwachheiten bewusst werden. Bei ihm waren es besonders Impulsivität und Eigenwillen. In der Gegenwart Jesu brach es aus ihm hervor:
Geh von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr!
Lukas 5:8Als er später anfing, sich für besser als die anderen zu halten, dauerte es nicht lange, bis er den Herrn drei Mal verleugnet hatte und schmerzhaft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde
(zu lesen in Matthäus 26:33-34, 74-75). Jesus sprach die Eigenwilligkeit von Petrus offen an, als er sagte:Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du dich selbst und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und hinbringen, wohin du nicht willst.
Johannes 21:18Trotzdem wusste Gott mit Petrus umzugehen und ihn als Vermittler von Gottes Wort zu gebrauchen:
Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht, indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht. Denn niemals wurde eine Weissagung
(griech. prophäteja) durch den Willen eines Menschen (= Eigenwillen) hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, geführt vom Heiligen Geist. (2.Petrus 1:19-21)Man könnte die Entstehung der Bibel in mancher Hinsicht durchaus mit einem Diktat vergleichen, auch wenn Gott bei weitem nicht immer direkt zu den Schreibern der Bibel sprach, was sie schreiben sollten. Dennoch glichen sie einer Sekretärin, die niederschreibt, was der "Chef" ihr sagt, auch wenn sie selber nicht alles versteht, was ihr gesagt wird. Entscheidend ist, dass letztlich, vom "Chef" noch einmal geprüft, das im Brief steht, was dort stehen soll.
Alle Bücher dieser Welt enthalten Wahrheiten, aber die Bibel ist das einzige Buch, das durch und durch Wahrheit IST. Deswegen wollen wir unbedingt den Rat beherzigen, den Paulus dem Timotheus gab, als er sagte:
Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du völlig überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast, und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.
Alle Schrift
Und Gottes Wort ist weit mehr als ein Mittel, unseren Intellekt zu fördern. Jedes Kind braucht Nahrung, um zu wachsen, das gilt auch, wenn wir "Kinder Gottes" sind. Unser Brot ist das Wort Gottes. Vor allem ist dies einmal die Bibel.
Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.
(Matthäus 4:4)Seid wie neugeborene Kinder begierig nach vernünftigen
(griechisch logikos = dem Wort gemäßen), unverfälschten Milch, damit ihr durch sie wachset zur Errettung. (1.Petrus 2:2)Die Überlieferung der Bibel
Was das Alte Testament angeht, so gab es spezielle Familien, die nichts anderes taten, als den Bibeltext abzuschreiben. Von ihnen wiederum schrieb einer nur die Konsonanten ab, ein anderer zählte sie Zeile für Zeile nach, ob ihre Zahl stimmt, ein anderer verglich den Text, ein anderer setzte die Vokalzeichen. Beim kleinsten Fehler wurde die ganze Seite vernichtet. Die Abschriften waren so genau, dass sie als wertvoller galten als das (inzwischen vielleicht unleserlich gewordene) Original, das nicht weiterverwendet, sondern begraben wurde.
Selbst wenn man den Text für falsch hielt, weil man ihn nicht verstand, wagte man es nicht, ihn zu ändern, sondern vermerkte die vermutete Änderung neben dem eigentlichen Text. Den Juden war der Bibeltext so heilig, dass viele bereit waren, dafür zu sterben.
Die Jesajarolle von Qumran
Manche Theologen früherer Zeiten gingen sehr locker mit dem Bibeltext um, weil sie vermuteten, dass er im Laufe der Zeit verfälscht worden sei. Immerhin gab es die ersten kompletten Abschriften des AT erst aus dem 9.Jahrhundert nach Christus, also mehr als 1.500 Jahre nach ihrer Entstehung.
Doch die Entdeckung der Qumranrollen im Jahre 1948 brachte eine Sensation. Beim Vergleich der Jesajarolle mit dem heutigen Text war die Übereinstimmung so gewaltig, dass es eine Revolution in der Gelehrtenwelt auslöste. Immerhin konnte man die Jesajarolle anhand ihrer Handschrift und mit Hilfe der radioaktiven Datierung auf mindestens zweihundert Jahre vor Christus bestimmen. Damit sind 1.100 Jahre Textüberlieferung überbrückt, und außerdem ist zweifelsfrei erwiesen, dass die Prophetien über Jesus (insbesondere Jesaja 53, aber auch 9 und 11) lange vor seiner Geburt schriftlich fixiert waren.
Das Neue Testament
Kein Text der Welt ist so zahlreich, umfangreich und detailliert überliefert worden wie das Neue Testament. Es gibt Zehntausende von Handschriften, die den Text umfassend dokumentieren. Man hat in Ägypten (!) ein Zitat des Johannesevangeliums gefunden, das um das Jahr 120 nach Christus datiert! Kein Dokument der Weltgeschichte kann sich auch nur annähernd damit vergleichen, und das, obwohl der größte Prozentsatz der Bibelschriften im Laufe von Verfolgungen vernichtet worden sein dürfte.
Die Übersetzungen
Sicher kommt dem hebräischen und griechischen Grundtext der Bibel die größte Autorität zu. Im Zweifelsfall muss man ihn befragen. Es gibt jedoch viele deutsche und englische Übersetzungen, die sehr genau sind. Die Unterschiede sind überwiegend im Stil begründet.
Unser Problem besteht sicher weniger darin, dass der Text aufgrund der Übersetzungen nicht verständlich wäre, sondern darin, dass wir es nicht schaffen, das umzusetzen, was klar und eindeutig zu verstehen ist!
Zusammenfassung
Wir sind nicht zu einem Geheimchristentum berufen, sondern dazu, Jesus unseren Mitmenschen zu verkündigen, und zwar durch ...
... unsere Worte
... unseren Lebensstil
Dies geschieht nicht zu speziellen Zeiten, in denen wir uns besonders der Evangelisation verschreiben, sondern ständig - als unausweichliche Folge unseres von Grund auf veränderten Lebens!
Die Kraft zu dieser Andersartigkeit erhalten wir ganz wesentlich durch Gottes Wort. Das wurde uns zwar von "ganz normalen" Menschen überliefert, doch sie waren Gefäße für Gottes Geist. Wir haben gesehen, dass die Bibel in der Weltgeschichte einmalig genau überliefert wurde, und dass ihre Aussagen und Prophezeiungen bis in die heutige Zeit hinein eintreffen. So haben wir das zuverlässige Wort Gottes als unentbehrliche Orientierung für unser ganzes Leben.
Prophezeiungen der Bibel: Jesus
Kaum etwas beweist die Vertrauenswürdigkeit der Bibel so sehr wie ihre Vorhersagen, die tatsächlich eingetroffen sind und immer noch eintreffen. Lassen wir sie einfach selber reden:
Geburt Jesu in Bethlehem
Und du, Bethlehem Ephrata, das du klein unter den Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll. Und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her.
(Micha 5:1; vgl. Matthäus 2:5; Johannes 7:42)Einzug in Jerusalem auf einem Esel
Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir: Gerecht und siegreich ist er, demütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Fohlen, einem Jungen der Eselin.
(Sacharja 9:9; vgl. Matthäus 21:5)Gemeiner Verrat durch Judas für dreißig Silberlinge
Selbst mein Freund, auf den ich vertraute, der mein Brot aß, hat seine Ferse gegen mich erhoben.
(Psalm 41:9; vergleiche Johannes 13:18)Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir
(Satan) und der Frau (Eva), zwischen deinen Nachkommen und ihrem Nachkommen; er (der Nachkomme der Frau) wird dir den Kopf zermalmen (deine Pläne zunichte machen), und du, du wirst ihm die Ferse (seine menschliche Schwachheit) zermalmen. (Genesis 3:15)Und ich sprach zu ihnen: Wenn es recht ist in euren Augen, gebt mir meinen Lohn, wenn aber nicht, lasst es bleiben! Und sie wogen meinen Lohn ab: dreißig Silberschekel. Da sprach der HERR zu mir: Wirf ihn dem Töpfer hin, den herrlichen Wert, den ich ihnen wert bin. Und ich nahm die dreißig Silberschekel und warf sie in das Haus des HERRN dem Töpfer hin.
(Sacharja 11:12-13; vergleiche Matthäus 26:15; 27:3,9)Verwerfung durch die Leiterschaft Israels
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.
(Psalm 118:22; vergleiche Matthäus 21:42; Apostelgeschichte 4:11)
Tod durch Kreuzigung
(vergleiche Psalm 22!)Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! ...
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie verziehen die Lippen, schütteln den Kopf: Er hat es auf den HERRN gewälzt, der rette ih, befreie ihn, denn er hat ja Gefallen an ihm!
Sei nicht fern von mir, denn Not ist nahe, denn kein Helfer ist da.
Viele Stiere haben mich umgeben, starke Stiere von Basan mich umringt
(Bild für die Mächtigen der Völker, aber auch die Dämonen-Fürsten) ...Wie Wasser bin ich hingeschüttet, und alle meine Gebeine haben sich zertrennt
(typische Folge des Hängens am Kreuz), wie Wachs ist mein Herz geworden, zerschmolzen in meinem Inneren ...Denn Hunde haben mich umgeben, eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt. Sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben
(Nägel vom Kreuz) ...Sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein Gewand werfen sie das Los. (Psalm 22:16-18; vergleiche Johannes 19:23ff)
... und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig.
(Psalm 69:21; Johannes 19:28)Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich
(= Gott!) blicken, den sie durchbohrt haben (mit Nägeln und Lanze! Johannes 19:37), und sie werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt. (Sacharja 12:10; vergleiche Johannes 19:34-37)Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln. Er wird erhoben und erhöht werden
(= Hinweis auf die Erhöhung bei der Kreuzigung, vgl. Johannes 12:32-33) und sehr hoch sein. Wie sich viele über dich entsetzt haben - so entstellt war sein Aussehen (Dornenkrone, Schläge mit Stöcken, Sack über dem Kopf, ausgepeitscht mit der römischen Geißel), mehr als das irgendeines Mannes, und seine Gestalt mehr als die der Menschenkinder -, ebenso wird er viele Nationen besprengen; über ihn werden Könige ihren Mund schließen ...Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? An wem ist der Arm des HERRN offenbar geworden? - Er ist wie ein Trieb vor ihm aufgeschossen und wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt
(auch zu guten Zeiten!) und keine Pracht. Und als wir ihn sahen, da hatte er keine Aussehen, dass wir Gefallen an ihm gefunden hätten. Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet.Jedoch unsere Leiden - er hat sie getragen, und unsere Schmerzen - er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft
(Kreuztod war eine Schande, Jesus war als Gotteslästerer verurteilt), von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünde willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld.-Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherer; und er tat seinen Mund nicht auf.
Aus Drangsal und Gericht wurde er hinweggenommen. Und wer wird über sein Geschlecht nachsinnen? Denn er wurde abgeschnitten vom Lande der Lebendigen. Wegen des Vergehens seines Volkes hat ihn Strafe getroffen. Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab
(als Gekreuzigter, Gehängter wäre er auf dem Armenacker begraben worden), aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod (Josef von Arimathia gab ihm sein teures, in Felsen gehauenes Grab), weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Munde gewesen ist.Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er hat ihn leiden lassen. Wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er Nachkommen sehen, er wird seine Tage verlängern
(da er im Tod" war, ist diese Aussage nur durch seine Auferstehung zu erklären!). Und was dem HERRN gefällt, wird durch seine Hand gelingen. Um der Mühsal seiner Seele willen wird er Frucht sehen, er wird sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird der Gerechte, mein Knecht, den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, und ihre Sünden wird er sich selbst aufladen. Darum werde ich ihm Anteil geben unter den Großen, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und sich zu den Verbrechern zählen ließ. Er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Verbrecher Fürbitte getan ("Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!"). (Jesaja 52:13-53:12)
Auferstehung vor der Verwesung
Denn meine Seele wirst du dem Totenreich nicht lassen, wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe.
(Psalm 16:10; vergleiche Apostelgeschichte 13:35)
Prophezeiungen der Bibel: Israel
Zerstreuung unter alle Nationen der Erde
Euch aber werde ich unter die Nationen zerstreuen, und ich werde das Schwert hinter euch herziehen. Euer Land wird eine Öde und eure Städte werden eine Trümmerstätte sein. ...
Ihr werdet umkommen unter den Nationen, und das Land eurer Feinde wird euch fressen. Und die Übriggebliebenen von euch werden in den Ländern eurer Feinde vergehen ...
Und der HERR wird euch unter die Völker zerstreuen, und ihr werdet übrigbleiben, ein geringes Häuflein unter den Nationen, wohin der HERR euch führen wird.
Wenn du in Not bist und wenn alle diese Dinge dich getroffen haben am Ende der Tage, wirst du zum HERRN, deinem Gott, umkehren, und auf seine Stimme hören.
Und der HERR wird dich unter alle Völker zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum andern Ende der Erde ...
Und unter jenen Nationen wirst du nicht ruhig wohnen, und deine Fußsohle wird keinen Rastplatz finden ...
Und dein Leben wird in Gefahr schweben, du wirst dich Nacht und Tag fürchten und deines Lebens nicht sicher sein.
Weitere Bibelstellen: 1.Könige 14:15; Nehemia 1:8-9; Hesekiel 20:23)
Rückkehr der Juden in ihr Land nach langer Zeit
Denn so spricht der HERR: Jubelt über Jakob mit Freuden und jauchzt über das Haupt der Nationen! Verkündet, lobsingt und sprecht: Gerettet hat der HERR sein Volk, den Überrest Israels! Siehe, ich bringe sie herbei aus dem Land des Nordens und sammle sie von dem äußersten Ende der Erde, unter ihnen Blinde und Lahme, Schwangere und Gebärende, sie alle zusammen; als eine große Volksversammlung kehren sie hierher zurück. ...
Hört das Wort des HERRN, ihr Nationen, und meldet es auf den fernen Inseln und sagt: Der Israel zerstreut hat, wird es wieder sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde!
Jerusalem als weltpolitisches Dauerproblem
Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum. Und auch über Juda: Es wird in Bedrängnis geraten zusammen mit Jerusalem.
Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerusalem zu einem Stemmstein für alle Völker: alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund reißen. Und alle Nationen der Erde werden sich gegen es versammeln.
(Sacharja 12:2-3)Alle Völker gegen Israel
Denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich das Geschick Judas und Jerusalems wenden werde, dann werde ich alle Nationen sammeln und sie ins Tal Joschafat hinabführen. Und ich werde dort mit ihnen ins Gericht gehen wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel, das sie unter die Nationen zerstreut haben. Und mein Land haben sie geteilt und über mein Volk das Los geworfen.
(Joel 4:1-2)
"Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten
(das ist ein Ausdruck für die ganze Heilige Schrift der damaligen Zeit, das AT) aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen!" (Hier steht griech. pläró-oh = vollmachen, auffüllen, auf ein Vollmaß bringen.) (Matthäus 5:17)Das Gesetz gilt!
Jesus warnt hier ganz entschieden vor jeglicher Form von Gesetz-losigkeit. Er redet in unser Gewissen: "Meint nicht ..." - weil er genau weiß, dass oftmals genau dieser Gedanke in unserem Unterbewusstsein schlummert: "Seit Jesus gekommen ist, brauchen wir die Gebote Gottes nicht mehr so ernst zu nehmen, Gott ist ja so gut und wird uns schon alles verzeihen, Jesus bezahlt ja für alle unsere Vergehen."
Doch auf Jesus können wir uns dabei jedenfalls nicht berufen. Seine Worte lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig:
"Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen!"
Jesus hat Gottes Wort, das mit dem Gesetz und den Propheten erst halb "erfüllt" war, nicht ausgeleert und etwas völlig Neues hineingefüllt, sondern er hat das halbvolle Gefäß ganz "gefüllt". Er hat somit nichts weggenommen, sondern das bereits Vorhandene gesteigert.
Um das richtig zu verstehen, müssen wir uns ein wenig mit dem "Alten Testament", dem "Alten Bund" befassen. Dies lohnt sich, denn immerhin besteht die Bibel zu 75% aus den hebräischen Schriften, und es ist wichtig, dass wir eine gesunde Einstellung zu ihnen haben. Dabei ist es unentbehrlich, dass wir lernen, zwischen dem "Gesetz", also dem verbindlichen Wort Gottes, das Leben bringt, und der "Gesetzlichkeit", die Verderben bringt, zu unterscheiden.
Der Alte Bund - Was ist Gesetzlichkeit?
Gesetzlichkeit gehört zu den Kinderkrankheiten des Christen. Allerdings ist es keine harmlose Kleinigkeit, sondern eher zu vergleichen mit Kinderlähmung, die zu lebenslänglich bleibenden Schäden, ja sogar bis zum Tod führen kann. Umso wichtiger ist es, dass wir eine "Schluckimpfung" mit dem Wort Gottes vornehmen. Beginnen wir mit der Frage: Wie wurde die Gesetzlichkeit zur Seuche? Dazu müssen wir zurück bis dem Punkt, als Gott Israel das Gesetz gab:
Gott kam dabei mit einer so furchterregenden Erscheinung, dass das Volk bat, er möge nicht mehr zu ihnen reden. Doch selbst Finsternis, Erdbeben und ein verzehrende Feuer konnten die Israeliten nicht vor einem tragischen Fehler bewahren. Ihre Reaktion war folgende:
"Darauf ging Mose hin, rief die Ältesten des Volkes zusammen und legte ihnen all diese Worte vor, die ihm der HERR geboten hatte. Da antwortete das ganze Volk gemeinsam und sagte: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun!"
(2.Mose 19:7-8)"Darauf kam Mose und erzählte dem Volk alle Worte des HERRN und alle Rechtssatzungen. Und das ganze Volk antwortete mit einer Stimme und sagte: Alle Worte, die der HERR geredet hat, wollen wir tun."
(2.Mose 24:3-4)"Und er nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sagten: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun und gehorchen."
(2.Mose 24:7)Man sollte meinen, Gott wäre über die Reaktion des Volkes begeistert. War dies nicht Bekehrung und Erweckung? Doch in Wirklichkeit begann mit drei Worten der Weg in die Gesetzlichkeit: Wir ... wollen ... tun!
Nicht Gott, sondern wir!
Nicht Gottes Geist, sondern unser Wille!
Nicht Gnade, sondern Werke!
Eine andere Begebenheit wirft Licht auf den Sachverhalt:
"Josua sagte: "Ich aber und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen! Da antwortete das Volk und sagte: Fern von uns sei es, den HERRN zu verlassen, um anderen Göttern zu dienen! Denn der HERR, unser Gott, er ist es, der uns und unsere Väter aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, heraufgeführt hat und der vor unseren Augen diese großen Zeichen getan und uns behütet hat auf dem ganzen Weg, denn wir gingen, und unter all den Völkern, deren Mitte wir durchzogen ... Auch wir wollen dem HERRN dienen, denn er ist unser Gott!"
Da sagte Josua zum Volk: Ihr könnt dem HERRN nicht dienen. Denn er ist ein heiliger Gott, er ist ein eifersüchtiger Gott. Er wird euer Vergehen und eure Sünden nicht vergeben."
Wir täuschen uns also, wenn wir meinen, wir könnten so, wie wir sind, Gott dienen und seine Gebote halten. Da nützen alle richtigen Bekenntnisse und Absichtserklärungen nichts:
"Ihr habt alles gesehen, was der HERR vor euren Augen im Land Ägypten getan hat an dem Pharao und an all seinen Knechten und an seinem ganzenLand: die großen Prüfungen, die deine Augen gesehen haben, jene großen Zeichen und Wunder ...
Aber der HERR hat euch bis zum heutigen Tag weder ein Herz gegeben zu erkennen noch Augen zu sehen, noch Ohren zu hören."
Das Gesetz als Wegweiser
Das hebräische Wort für Gesetz = torah bedeutet wörtlich Weisung. Wir können uns Gottes Wort tatsächlich als Wegweiser vorstellen, der uns unseren Zielort, die Zielrichtung und die Entfernung angibt. Wir können jedoch auf vier ganz verschiedene Arten auf diesen Wegweiser reagieren:
1.) Das Ziel und der Wegweiser interessieren uns nicht. Wir ignorieren ihn und tun einfach, was wir wollen.
Das ist die offene Gesetzlogkeit.
2.) Wir möchten gerne das angegebene Ziel (= Gott, Leben, Glück) erreichen, ärgern uns aber über die Einengung unserer Freiheit. Es stört uns, dass nur dieser eine Weg ans Ziel führen soll. Darum gehen wir hin und "lockern die Halt(er)ung". Nun können wir den Pfeil drehen wie es uns gefällt. Wir sind somit von jeder "Vorschrift" befreit, können tun und lassen, was wir wollen. Aber: Wir haben nun auch keinen Halt, keine Orientierung mehr.
Das ist die fromme Gesetzlosigkeit.
3.) Die dritte Möglichkeit ist, dass jemand das Ziel erstrebenswert findet, sogar die "Wegweisung" dahin, also Gottes Wort, akzeptiert, sich aber an der "Entfernungsangabe" stört. Er will nicht akzeptieren, dass er noch weit von dem entfernt ist, das Gott für ihn hat. Er möchte am liebsten schon angekommen, schon "am Ziel" sein. Der Weg scheint ihm zu mühsam. So schraubt er die Halterung locker, zieht das Schild ab, erklärt es zu seinem Eigentum, steckt es mit der Spitze nach unten vor sich in die Erde und erklärt selbstzufrieden: "Ich bin schon am Ziel!"
Das ist der Gesetzliche, der Pharisäer, der Heuchler. Auch er ist im Grunde ein Gesetzloser, der das Gesetz nicht be-folgt, sondern auf-löst.
4.) Schließlich kann man Ziel und Zielrichtung bejahen, zugleich aber auch seine eigene Entfernung vom Ziel anerkennen. Wenn wir solche Menschen sind, dann erzeugt der Wegweiser bei uns zugleich Freude und Traurigkeit. Freude, den richtigen Weg zu erkennen, Traurigkeit, noch nicht am Ziel zu sein. Die gute Reaktion ist, dass wir den Wegweiser "stehen" lassen und uns auf den Weg machen. Dann sind wir "Jünger", Schüler, die noch nicht alles können und wissen, aber bereit sind, "Schritte" zu machen.
Es mag erstaunen, aber die Gesetzlichkeit ist nur eine Form der Gesetzlosigkeit.
"Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?"
(Matthäus 15:3)"Er aber sprach zu ihnen: Trefflich hat Jesaja über euch Heuchler geweissagt, wie geschrieben steht: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren. Ihr gebt das Gebot Gottes preis und haltet die Überlieferung der Menschen fest."
(Markus 7:6-8)
Eine ehrliche Diagnose unseres Herzens (EKG)
Allerdings geht unsere Verdorbenheit geht so weit, dass wir vorher regelrecht ein neues Herz brauchen, sozusagen eine Herztransplantation:
Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es. Wer kennt sich mit ihm aus? Ich, der HERR, bin es, der das Herz erforscht ...
(Jeremia 17:9)Niemand wird so leichthin eine Herztransplantation an sich vornehmen lassen, als würde er zum Frisör gehen, um sich einen neuen Haarschnitt verpassen zu lassen. Eine derartig tiefgreifende Operation lässt man nur an sich geschehen, wenn man von ihrer Notwendigkeit absolut überzeugt ist - wenn man erkannt hat, dass sein Herz tatsächlich unheilbar krank ist. Uns diese Diagnose zu vermitteln, den Ernst der Lage klar zu machen, genau das ist eine der Hauptaufgaben des Gesetzes:
Aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch gerechtfertigt werden, sondern durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.
(Römer 3:20)Die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durch Gesetz. Denn auch von der Lust hätte ich nichts gewusst, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: "Lass dich nicht gelüsten!
(Römer 7:7)Das Gesetz liefert sozusagen das EKG, es bringt untrüglich die Wahrheit über unser Herz ans Licht. Aber das Gesetz kann uns ebenso wenig heilen, wie ein Thermometer uns von Fieber heilen könnte. Dazu brauchen wir den Arzt - den lebendigen Gott persönlich.
Das Hauptproblem sind nicht unsere Fehler, die wir nahezu täglich begehen, sondern die Quelle, aus der sie ständig neu entspringen:
Wir sind nicht Sünder, weil wir sündigen,
sondern wir sündigen, weil wir Sünder sind!
Oder, humorvoll ausgedrückt:
Ein Schwein ist nicht ein Schwein, weil es sich im Dreck wälzt,
sondern es wälzt sich im Dreck, weil es ein Schwein ist!
Auf die Dauer reicht also Vergebung, so notwendig sie auch immer wieder ist, nicht. Gegen Unkraut hilft auf lange Sicht kein Rasenmähen, sondern nur eine Wurzelbehandlung. In unserem Fall besteht sie darin, dass Gott uns ein "neues Herz" geben möchte, was wiederum nur durch einen Schöpfungsakt möglich ist.
Die Herz-Transplantation
Schon seit Urzeiten hat Gott verkündigen lassen, dass alle Menschen eine Herztransplantation brauchen:
Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, dass ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut.
... und ihr werdet mir zum Volk, und ich, ich werde euch zum Gott sein ... und ich werde euch befreien von allen euren Unreinheiten ..."
Nachdem ein Mensch erkannt hat, dass sein "altes" Herz so schwer geschädigt ist, dass er nicht mehr lange mit ihm wird leben können, müssen noch mehrere Voraussetzungen erfüllt werden, bis es zu einer Herztransplantation kommen kann:
Als erstes muss ich überhaupt von der Möglichkeit einer derartigen Operation erfahren. Während die Diagnose meines Herzens eine schlechte Nachricht ist, stellt diese Wahrheit eine "gute Nachricht" dar. Und genau das ist der Inhalt der "Evangelien", das heißt auf Griechisch "Guten Nachrichten": Gott stellt nicht immer höhere Anforderungen an uns, sondern er ist gekommen, um uns ein neues Herz zu geben, damit wir ewig leben können. Es gibt die Möglichkeit, einen völlig neuen Anfang zu machen, mit Gottes Hilfe ein "neues Leben" zu beginnen:
Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele ... damit sie Leben haben, und es in Überfluss haben.
(Markus 10:45, Johannes 10:10)Dazu braucht man einen Arzt, einen Spezialisten, der sich mit menschlichen Herzen auskennt und sie "erneuern" kann. Dieser "Spezialist" ist Jesus, der ausdrücklich nur für Sünder und Kranke kam, menschlich gesehen hoffnungslose und unrettbare Fälle:
Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.
(Lukas 5:31)Und natürlich braucht man ein Spender-Herz. Es muss nicht nur ein menschliches, es muss außerdem ein "einwandfreies", "gesundes" Herz sein. Jesus ist der einzige, der ein "menschliches" und zugleich "tadelloses" Herz hat(te):
Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde.
(Hebräer 4:15)Das Problem ist, dass dieser Mensch sterben muss, bevor wir sein Herz bekommen können. So musste auch Jesus sterben, bevor der Neue Bund in Kraft treten konnte, der ja im Kern in einer Herztransplantation besteht:
Denn wo ein Testament (=Bund) ist, da muß notwendig der Tod dessen eintreten, der das Testament gemacht hat. Denn ein Testament ist gültig, wenn der Tod eingetreten ist, weil es niemals Kraft hat, solange der lebt, der das Testament gemacht hat.
(Hebräer 9:16)Und Jesus ist tatsächlich freiwillig gestorben, hat also seine Einwilligung dafür gegeben, dass sein Herz tranplantiert wird:
Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst.
(Johannes 10:17)Jetzt fehlt nur noch eines: Der Patient muss dem Arzt gegenüber seine Einwilligung geben, dass die Transplantation an ihm vorgenommen wird.
Diese Einwilligung kostet einiges, obwohl das Herz und die Operation "geschenkt" sind. Zum einen wird es nämlich nicht ganz ohne Schmerzen gehen, wenn auch das Schlimmste in "Narkose" gemacht wird, die meisten Schmerzen uns abgenommen werden. Und zum anderen ist natürlich klar, dass wir bei dieser Operation unser "altes Herz" verlieren. Wir brauchen also Vertrauen zu dem Spenderherz und dem operierenden Arzt. Aber wir haben allen Grund, Gott zu vertrauen, denn er als unser Schöpfer kennt sich mit "Herzensangelegenheiten" aus. Und wenn wir das neue Herz nicht selber "abstoßen", wird es uns in Ewigkeit Leben schenken.
Zuammenfassung: Neuer Bund - nicht neues Gesetz!
Nicht das Gesetz ist neu, sondern der Bund:
Geliebte, nicht ein neues Gebot schreibe ich euch, sondern ein altes Gebot, das ihr von Anfang an hattet. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt.
(1.Johannes 2:7)Das Gesetz ist nach wie vor heilig, gerecht, gut und geistlich, doch ich bin sündig (Römer 7:12,14; 1.Timotheus 1:8). Das Gesetz hat sich nicht geändert, sondern der Vertrag:
Alter Bund: "Wir wollen alles tun, was Gott geredet hat!"
Der Neue Bund ist geschlossen "aufgrund besserer Verheißungen": "Ich will es in ihr Herz legen!"
Ein "neues Herz" bedeutet: ein geschenktes und ganz neues Leben!
Gottes Er-Lösung: Der Neue Bund
"Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund: nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand fasste, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen,- diesen meinem Bund haben sie gebrochen
(= Kennzeichen des Alten Bundes: unter ihm wurden die Gebote nicht befolgt), obwohl ich doch ihr Herr war, spricht der HERR.Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt den HERRN! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht der HERR. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken."
(Jeremia 31:31-33; vergleiche Hebräer 8:8ff)Steinerne und fleischerne Tafeln
Den Unterschied zwischen dem Alten und dem Neuen Bund können wir uns bildlich ganz gut vorstellen: Beim Alten Bund wird das Gesetz auf steinerne Tafeln geschrieben, das Herz der Menschen wird dadurch jedoch nicht automatisch verändert. Folglich besteht die Gefahr, rein äußerlich die Gebote und Frömmigkeitsformen einzuhalten, aber das Herz macht in Wirklichkeit gar nicht mit. Beim Neuen Bund geht es nun darum, dass wir Gott an unser Herz "heranlassen". Gott möchte sein "Gesetz" nun in fleischerne Tafeln unseres Herzens schreiben, damit wir seinen Willen von innen heraus, "von Herzen" tun:
... geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf Tafeln, die fleischerne Herzen sind.
(2.Korinther 3:3)
Gottes Er-Lösung: Der Neue Bund
"Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund: nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand fasste, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen,- diesen meinem Bund haben sie gebrochen
(= Kennzeichen des Alten Bundes: unter ihm wurden die Gebote nicht befolgt), obwohl ich doch ihr Herr war, spricht der HERR.Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der HERR: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein. Dann wird nicht mehr einer seinen Nächsten oder einer seinen Bruder lehren und sagen: Erkennt den HERRN! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht der HERR. Denn ich werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nicht mehr denken."
(Jeremia 31:31-33; vergleiche Hebräer 8:8ff)Steinerne und fleischerne Tafeln
Den Unterschied zwischen dem Alten und dem Neuen Bund können wir uns bildlich ganz gut vorstellen:
Beim Alten Bund wird das Gesetz auf steinerne Tafeln geschrieben, das Herz der Menschen wird dadurch jedoch nicht automatisch verändert. Folglich besteht die Gefahr, rein äußerlich die Gebote und Frömmigkeitsformen einzuhalten, aber das Herz macht in Wirklichkeit gar nicht mit.
Beim Neuen Bund geht es nun darum, dass wir Gott an unser Herz "heranlassen". Gott möchte sein "Gesetz" nun in fleischerne Tafeln unseres Herzens schreiben, damit wir seinen Willen von innen heraus, "von Herzen" tun:
... geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf Tafeln, die fleischerne Herzen sind.
(2.Korinther 3:3)Allerdings geht unsere Verdorbenheit geht so weit, dass wir vorher regelrecht ein neues Herz brauchen, sozusagen eine Herztransplantation:
Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es. Wer kennt sich mit ihm aus? Ich, der HERR, bin es, der das Herz erforscht ...
(Jeremia 17:9)Eine ehrliche Diagnose unseres Herzens (EKG)
Niemand wird so leichthin eine Herztransplantation an sich vornehmen lassen, als würde er zum Frisör gehen, um sich einen neuen Haarschnitt verpassen zu lassen. Eine derartig tiefgreifende Operation lässt man nur an sich geschehen, wenn man von ihrer Notwendigkeit absolut überzeugt ist - wenn man erkannt hat, dass sein Herz tatsächlich unheilbar krank ist. Uns diese Diagnose zu vermitteln, den Ernst der Lage klar zu machen, genau das ist eine der Hauptaufgaben des Gesetzes:
Wir wissen aber, daß alles, was das Gesetz sagt, es denen sagt, die unter dem Gesetz sind, damit jeder Mund verstopft werde und die ganze Welt dem Gericht Gottes verfallen sei.
Darum: Aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch gerechtfertigt werden, denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.
Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist."
Die Sünde hätte ich nicht erkannt als nur durch Gesetz. Denn auch von der Lust hätte ich nichts gewusst, wenn nicht das Gesetz gesagt hätte: "Lass dich nicht gelüsten!
(Römer 7:7)Es ist allerdings von entscheidender Wichtigkeit, dass wir nie vergessen: Das Gesetz liefert sozusagen das EKG, es bringt untrüglich die Wahrheit über unser Herz ans Licht. Aber das Gesetz kann uns ebenso wenig heilen, wie ein Thermometer uns von Fieber heilen könnte. Dazu brauchen wir den Arzt - den lebendigen Gott persönlich.
Die Herz-Transplantation
Schon seit Urzeiten hat Gott verkündigen lassen, dass alle Menschen eine Herztransplantation brauchen:
Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.
Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, dass ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut.
... und ihr werdet mir zum Volk, und ich, ich werde euch zum Gott sein ... und ich werde euch befreien von allen euren Unreinheiten ..."
Nachdem ein Mensch erkannt hat, dass sein "altes" Herz so schwer geschädigt ist, dass er nicht mehr lange mit ihm wird leben können, müssen noch mehrere Voraussetzungen erfüllt werden, bis es zu einer Herztransplantation kommen kann:
Als erstes muss ich überhaupt von der Möglichkeit einer derartigen Operation erfahren. Während die Diagnose meines Herzens eine schlechte Nachricht ist, stellt diese Wahrheit eine "gute Nachricht" dar. Und genau das ist der Inhalt der "Evangelien", das heißt auf Griechisch "Guten Nachrichten": Gott stellt nicht immer höhere Anforderungen an uns, sondern er ist gekommen, um uns ein neues Herz zu geben, damit wir ewig leben können. Es gibt die Möglichkeit, einen völlig neuen Anfang zu machen, mit Gottes Hilfe ein "neues Leben" zu beginnen:
Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele ... damit sie Leben haben, und es in Überfluss haben.
(Markus 10:45, Johannes 10:10)Dazu braucht man einen Arzt, einen Spezialisten, der sich mit menschlichen Herzen auskennt und sie "erneuern" kann. Dieser "Spezialist" ist Jesus, der ausdrücklich nur für Sünder und Kranke kam, menschlich gesehen hoffnungslose und unrettbare Fälle:
Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.
(Lukas 5:31)Und natürlich braucht man ein Spender-Herz. Es muss nicht nur ein menschliches, es muss außerdem ein "einwandfreies", "gesundes" Herz sein. Jesus ist der einzige, der ein "menschliches" und zugleich "tadelloses" Herz hat(te):
Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise wie wir versucht worden ist, doch ohne Sünde. (Hebräer 4:15)
Das Problem ist, dass dieser Mensch sterben muss, bevor wir sein Herz bekommen können. So musste auch Jesus sterben, bevor der Neue Bund in Kraft treten konnte, der ja im Kern in einer Herztransplantation besteht:
Denn wo ein Testament (=Bund) ist, da muß notwendig der Tod dessen eintreten, der das Testament gemacht hat. Denn ein Testament ist gültig, wenn der Tod eingetreten ist, weil es niemals Kraft hat, solange der lebt, der das Testament gemacht hat.
(Hebräer 9:16)Und Jesus ist tatsächlich freiwillig gestorben, hat also seine Einwilligung dafür gegeben, dass sein Herz tranplantiert wird:
Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst.
(Johannes 10:17)Jetzt fehlt nur noch eines: Der Patient muss dem Arzt gegenüber seine Einwilligung geben, dass die Transplantation an ihm vorgenommen wird.
Dies kostet einiges, obwohl das Herz und die Operation "geschenkt" sind. Zum einen wird es nämlich nicht ganz ohne Schmerzen gehen, wenn auch das Schlimmste in "Narkose" gemacht wird, die meisten Schmerzen uns abgenommen werden. Zum anderen ist natürlich eines klar: Auf jeden Fall wird man bei dieser Operation sein altes Herz verlieren. Wir brauchen also Vertrauen zu dem Spenderherz und dem operierenden Arzt. Aber wir haben allen Grund, Gott zu vertrauen, denn er als unser Schöpfer kennt sich mit "Herzensangelegenheiten" aus. Und wenn wir das neue Herz nicht selber "abstoßen", wird es uns in Ewigkeit Leben schenken.
Ein Missverständnis: Der Standard im Neuen Bund
Bildlich gesprochen haben viele Menschen folgende Vorstellung von Gesetz und Gnade, von Altem und Neuem Testament:
Mose ist für sie der Mann des Gesetzes, der alte, strenge Prüfer, der unparteiisch und gewissenhaft jeden Fehler am Auto entdeckt und gnadenlos die "Fahrerlaubnis" entzieht.
Jesus, der Mann des Neuen Testamentes und der Gnade, ist für sie ein junger Hippie, der mit Blumen im Haar um unser Auto herumschlendert. Aus lauter Freundlichkeit drückt er selbst bei der schlimmsten Rostschleuder noch mal ein Auge zu und klebt die Prüfplakette hinten auf eine Stelle, die noch nicht total durchgerostet ist.
Doch das ist ein gewaltiger Irrtum. Jesus ist wesentlich strenger und genauer und hat modernste "Test- und Messgeräte", um das Auto zu prüfen. Er prüft nicht nur die Äußerlichkeiten wie Licht und Bremsen, sondern auch den Motor auf Leistung (Liebe) und Abgase (Sünde). Er ist nicht gekommen, um die Anforderungen des Alten Testamentes zu senken oder aufzuheben, sondern sie bis zur Vollkommenheit zu steigern. Und tatsächlich, sogleich in den folgenden Sätzen, führt Jesus diese Steigerung durch, indem er jeweils sagt:
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist ... ich aber sage euch ..."
Er löst hiermit das Gesetz nicht auf oder widerspricht ihm, sondern er steigert es. Jesus betont in der Bergpredigt, dass das Alte Testament über seinen irdischen Dienst, auch über das Kreuz hinaus gültig bleibt - solange Himmel und Erde bestehen.
Nein, der wesentliche Unterschied ist der, dass Jesus zugleich auch Automechaniker und unser Freund ist, der aus Liebe zu uns die erforderlichen Reparaturen vornimmt. Nach Feierabend sozusagen, kostenlos!
Wenn wir also vor ihm nicht bestehen können - und kein Mensch kann das - dann sollen wir weder unser "Auto verschrotten", also den Glauben aufgeben, noch schwarz fahren, also einfach weitermachen, als wäre nichts gewesen. Wenn wir Gottes Gebote halten wollen, dann müssen wir uns von ihm dabei helfen lassen, denn aus eigener Kraft können wir es nicht tun.
Seit Jesus gekommen ist und uns seine Hilfe anbietet, ist mehr Gehorsam möglich als im Alten Testament! Dementsprechend wird von uns auch nicht weniger, sondern mehr erwartet, denn:
Jedem, dem viel gegeben ist - viel wird von ihm verlangt werden. Und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern.
(Lukas 12:48)Zuammenfassung: Neuer Bund - nicht neues Gesetz!
Nicht das Gesetz ist neu, sondern der Bund:
Geliebte, nicht ein neues Gebot schreibe ich euch, sondern ein altes Gebot, das ihr von Anfang an hattet. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt.
(1.Johannes 2:7)Das Gesetz ist nach wie vor heilig, gerecht, gut und geistlich, doch ich bin sündig (Römer 7:12,14; 1.Timotheus 1:8). Das Gesetz hat sich nicht geändert, sondern der Vertrag:
Alter Bund: "Wir wollen alles tun, was Gott geredet hat!"
Der Neue Bund ist geschlossen "aufgrund besserer Verheißungen": "Ich will es in ihr Herz legen!"
Die Neu-Programmierung eines Computers
Mein neuer, gebrauchter Computer.
Alte Programme löschen:
- Viren: können Bereiche lahmlegen oder ganzen Computer
Wie kommen sie rein? Durch Sprechen und Hören.
- Illegale Software: Stolz, sich Rühmen mit fremden Lorbeeren, schmücken mit fremden Federn
- Gelöscht am Kreuz!
Neu Formatieren:
- Die Grundsatzentscheidung: Ich will auf Gott hören, werden wie Jesus.
- das Herz als Einheit von Prozessor und Festplatte
wie schnell schlägt es (Hertz-Zahl des Prozessors)?
wie groß ist es (Speicherkapazität), wiewiel hat darin Platz?
- der Verstand als Eingabe-Tastatur - nicht soo wichtig!
- der heilige Geist als Programmierer - am wichtigsten!
- das Wort Gottes, das Wesen Jesu als Grundmuster
Neues Betriebssystem:
- Betriebssystem (DOS) - das Unterbewusstsein?
- Prägungen der Kindheit
- die verborgenen Motivationen: Erforsche mein Herz!
- neues Grundmuster: Gottes Wort und Gottes Wesen
Neue Anwendungs-Programme draufspielen:
- ein Prozess, der Lebenslang dauert (Updates!)
- Das NT ist ein Update des AT: Voraussetzung ist AT!
- Vorhandene Programme auch anwenden!
Neue Hardware-Bestückung incl. Bedienungssoftware:
Geistesgaben:
- Bildschirm (Visionen)
- Drucker (Gaben zum Dienst mit dem Wort)
- Boxen (Musik)
- Fax-modem (Reisedienst)
- Scanner
mit Texterkennung (Gabe der Erkenntnis)
mit Spracherkennung (Sprachenauslegung)
Die Decke
"Gott hat uns tüchtig gamacht zu Dienern des Neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geiste. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig. ...
Aber die Gedanken der Söhne Israels sind verstockt worden, denn bis auf den heutigen Tag bleibt dieselbe Decke auf der Verlesung des Alten Testaments und wird nicht aufgedeckt, weil sie nur in Christus beseitigt wird. Aber bis heute,sooft Mose gelesen wird, liegt eine Decke auf ihrem Herzen. "Dann aber, wenn" es "sich zum
Herrn wendet, wird die Decke weggenommen.Der Herr aber ist der Geist. Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht."
(2.Korinther 3:6,14-18)Bild:
Wenn wir eine Decke über unseren Kopf gestülpt haben, was sehen wir dann? Uns selbst, den Erdboden, und das alles ziemlich düster! So ist unsere Wahrnehmung, wenn wir auf uns schauen, und nicht auf Jesus: "WIR ... wollen ... tun!"
Die Sicht ist deprimierend, depressiv, und wir können nicht einmal uns selber in Gottes Licht erkennen, wie wir wahrhaftig sind. Das ist eine Wahrheit ohne Hoffnung und Liebe!
Wichtiger Unterschied!
Es gibt eine Überführung von Gott, wo wir uns in seinem Licht erkennen, weil wir auf ihn schauen.
Hier ist immer Hoffnung zu finden, weil Jesus der Aus-Weg aus unseren Hoffnungslosigkeiten ist!
Wir werden verwandelt in das Bild dessen, was wir anschauen. Darum hat es keinen Wert, uns selbst zu bespiegeln.
Es gibt auch eine Überführung von der Welt oder vom Feind: Wahrheit ohne Liebe und Hoffnung! Satan als Engel des Lichts.
Das Ergebnis ist Verdammnis und Entmutigung oder aber Selbstbetrug (Illusion) und Stolz.
"Denn wenn ich euch auch durch den Brief betrübt habe, so reut es micht nicht. Wenn es mich auch gereut hat, so sehe ich, dass jener Brief, wenn er euch auch kurze Zeit betrübt hat, doch Segen gewirkt hat. Und jetzt freue ich mich, nicht dass ihr betrübt worden, sondern dass ihr zur Buße betrübt worden seid. Denn ihr seid nach Gottes (Sinn) betrübt worden, damit ihr in keiner Weise von uns Schaden erlittet.
Denn die Betrübnis nach Gottes Sinn bewirkt eine nie zu bereuende Buße zum Heil. Die Betrübnis der Welt aber bewirkt den Tod.
Denn siehe, eben dies, dass ihr nach Gottes Sinn betrübt worden seid, wieviel Bemühen hat es bei euch bewirkt! Sogar Verteidigung, sogar Unwillen, sogar Furcht, sogar Sehnsucht, sogar Eifer, sogar Bestrafung."
(2.Korinther 7:8-11)
Du sollst nicht Töten:
"Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten. Wer aber töten wird, der wird dem Gericht verfallen sein.
Ich aber sage euch, dass jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! (ein Ausdruck der Verachtung, etwa "Dummkopf") dem Hohen Rat verfallen sein wird. Wer aber sagt: Du Narr! (ein verächtlicher Ausdruck, etwa "Verrückter, Gottloser") der Hölle des Feuers verfallen sein wird."
(Matthäus 5:21-22)Du sollst nicht töten - im AT nur für die unerlaubte Tötung von Menschen, auch aus Versehen. Notwehr zählt nicht dazu, ebenso wie die durch Gericht angeordnete Hinrichtung eines Menschen, 4.Mose 35:10-34!
Die Erfüllung von Vorschriften nach dem Buchstaben, nicht nach dem Geist, dem inneren Gehalt: "Ich habe niemanden umgebracht!"
Wir erinnern uns: "Glückselig die Sanftmütigen ..."
Sanftmut bedeutet, unsere Wünsche oder Interessen nicht "mit Ellenbogen" durchzudrücken, sei es mit Rede-Gewalt oder körperlicher Gewalt. Es bedeutet die Bereitschaft, unsere Interessen hintenan zu stellen, wenn sie mit den Interessen anderer Menschen kollidieren.
Thema ist also der Umgang mit ungerechtfertigten Aggressionen. (Es gibt auch erlaubten Zorn: "Zürnet, aber sündigt dabei nicht!") Der Folgetext macht das noch klarer:
"Wenn du nun deine Gabe darbringst zu dem Altar
(= für Gott einen Dienst tun oder einen Lobpreis bringen) und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich habe (damit ist nicht gemeint, dass er grundlos beleidigt ist, sondern tatsächlich etwas in der Hand hat!), so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin, versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und bring deine Gabe dar.Komme deinem Gegner schnell entgegen, während du mit ihm auf dem Weg bist, damit nicht etwa der Gegner dich dem Richter überliefert und der Richter dich dem Diener überliefert und du ins Gefängnis geworfen wirst. Wahrlich, ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast."
(Matthäus 5:23-26)Typisch: Vorwürfe und Aggressionen gegen andere, anstatt bei sich selber nach Fehlern zu suchen, vor der eigenen Türe zu kehren.
Ausserdem warnt Jesus vor der Illusion, im Reich Gottes gebe es keine harten Strafen mehr, insbesondere keine Todesstrafe bei Aggressionen oder Gefängnis bei Eigentumsdelikten.
"Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben. Und er wird sie hüten mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße zerschmettert werden, wie auch ich von meinem Vater empfangen habe."
(Offenbarung 2:26-28)"Und aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor, damit er mit ihm die Nationen schlage. Und er wird sie hüten mit eisernem Stab, und er tritt die Kelter des Weines des Grimmes des Zornes Gottes, des Allmächtigen."
(Offenbarung 19:15) Vergleiche Jesaja 65:20; 66:22-24; Apostelgeschichte 5:5-10.Konkret: Schimpfworte und Aggressionen! Eigene Vergehen bekennen! (Pharisäer-Problem.) Geldschulden begleichen.
Sexualität und Partnerschaft
Jesus betrachtet den Anfang und das Ende der Sexualität: vom Verlangen nach einer Frau bis hin zur Scheidung:
Selbstbeherrschung:
"Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, sie zu begehren (zielgerichtetes Verhalten!, nicht ein zufälliger Blick), schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen." (Matthäus 5:27-28)
"Begehre nicht in deinem Herzen ihre Schönheit, lass sie dich nicht mit ihren Wimpern fangen."
(Sprüche 6:25)"Einen Bund habe ich mit meinen Augen geschlossen: Wie hätte ich da auf eine Jungfrau lüstern blicken sollen?"
(Hiob 31:1)Selbstbeherrschung ist notwendig für jeden, sei er verheiratet oder unverheiratet. Manche denken, sie bräuchten keine Selbstbeherrschung mehr, sobald sie verheiratet sind. Doch gerade da brauchen sie es, um ihren Partner nicht zu mißbrauchen. Deshalb gehört Selbstbeherrschung zu den Grundlagen der Ehe! Selbstbeherrschung ist eine Frucht des Geistes!
Bild von den Gedanken und den Raben:
Ich kann nicht verhindern, dass die Raben über meinem Kopf kreisen, aber ich kann verhindern, dass sie auf meinem Kopf Nester bauen! (Fernsehen? Literatur?)
Soll ich mein Triebe einfach ausleben?
Sie sind doch von Gott gegeben / natürlich!
Es geht einem dann besser!
Antwort:
Alles hat seine Zeit (Prediger 3:1). Israel in der Wüste)
Alles ist erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen (1.Korinther 6:12; 10:23)
Nicht alle Triebe sind von Gott bzw. gefallen (Neid, Habsucht, Rachsucht, Eitelkeit)
Triebe oft egoistisch/kindisch
Grenze da, wo die Freiheit des Nächsten beginnt.
Bild vom Alkoholiker:
Fühlt sich auch besser, doch in Wirklichkeit geht es ihm schlechter (Hirn, Leber, Seele, Beruf, Beziehungen).
Erzeugt ein Bedürfnis nach mehr: Abhängigkeit.
Hier führt Verzicht zur Freiheit!
"Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott sehen." (Matthäus 5:8)
Wenn wir uns in einem einzigen Bild vorstellen wollen, wie wir einmal werden sollen, dann müssen wir uns Jesus vorstellen: "Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit."
(2.Korinther 3:18)Wir werden zu dem, was wir anschauen und anhören! Durch den Fernseher z.B. ergießt sich eine Flut von Schmutz und Unreinheit in unsere Häuser, Familien und Herzen. Wir haben die Wahl! "Lasst uns wegsehen auf Jesus ..."
(Hebräer 12:2)"Wer von uns kann sich bei verzehrendem Feuer aufhalten? Wer von uns kann sich bei ewigen Gluten aufhalten? - Wer in Gerechtigkeit lebt und Wahrheit redet, wer den Gewinn der Erpressungen verwirft, wer seine Hände schüttelt, um keine Bestechung anzunehmen, wer sein Ohr verstopft, um nicht von Bluttaten zu hören, und seine Augen verschließt, um Böses nicht zu sehen
(Fernsehen?!): Der wird auf Höhen wohnen, Felsenfesten sind seine Burg (Haus auf dem Felsen!). Sein Brot wird ihm gegeben, sein Wasser versiegt nie. - Deine Augen werden den König schauen in seiner Schönheit." (Jesaja 33:14-17)Um Gott sehen zu können, müssen wir werden wie er: "Wir wissen, dass wir ihm gleichen werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist."
(1.Johannes 3:2)Eheliche Treue:
"Es ist aber weiter gesagt: Wer seine Frau entlassen will, der gebe ihr einen Scheidebrief. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlassen will, außer aufgrund von Hurerei, macht, dass sie Ehebruch begeht; und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch."
(Matthäus 5:27-28, 31-32)Wenn eine Ehe geschlossen wurde, so gilt sie lebenslang und kann nur aufgrund von Hurerei geschieden werden: "Denn die verheiratete Frau ist durch das Gesetz an den Mann gebunden, solange er lebt; wenn aber der Mann gestorben ist, so ist sie losgemacht von dem Gesetz des Mannes. So wird sie nun, während der Mann lebt, eine Ehebrecherin genannt, wenn sie eines anderen Mannes wird; wenn aber der Mann gestorben ist, ist sie frei vom Gesetz, so daß sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie eines anderen Mannes wird."
(Römer 7:2-3)Der Tod des Alten Menschen
"Wenn aber dein rechtes Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so reiss es aus und wirf es von dir. Denn es ist dir besser, das eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
Und wenn deine rechte Hand dir Anlass zur Sünde gibt, so hau sie ab und wirf sie von dir, denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird."
(Matthäus 5:29-30)Rechte Hand und rechtes Auge sind die wertvollsten Körperteile des Menschen (Sprüche 7:2; 5.Mose 32:10).
"Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und Habsucht, die Götzendienst ist.
Um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes. ... Jetzt aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, schändliches Reden aus eurem Mund.
Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bilde dessen, der ihn erschaffen hat." (Kolosser 3:5-10)
"Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, sie kann das auch nicht. Die aber, die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. Ist aber Christus in euch, so ist der Leib zwar tot der Sünde wegen, der Geist aber Leben der Gerechtigkeit wegen. ...
Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben, wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben. Denn soviele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes."
(Römer 8:7-14)Vielleicht ist es das, was Jesus meint, wenn er sagt: "Wer sein Leben (eigentlich griech. psychä = Seele, Leben, der Sitz der Gefühle, Wünsche, Triebe) findet, wird sie verlieren, und wer seine Seele verliert um meinetwillen, wird sie finden." (Matthäus 10:39)
Es ist wichtig, dass Jesus von uns nicht nur erwartet, dass wir bereit sind, unsere Seele zu verlieren, sondern dass wir sie tatsächlich verlieren! Wir gehen mit der Nachfolge also nicht ein Risiko ein, dem wir mit etwas Glück entrinnen können, sondern wir werden mit Sicherheit unsere "Seele verlieren". Damit ist wieder eine Geisteshaltung gemeint, nämlich das Loslassen innerer Wünsche
(z.B. Partnerwunsch) und Ängste (z.B. vor Krankheit oder Ablehnung).Bild: Die Seele gleicht einem Kind
Der Sitz der Gefühle, Wünsche und Ängste in unserem Leben ist die Seele. Unsere Seele gleicht einem Kind: Sie äussert ständig ihre Gefühle und Bedürfnisse und will diese unabhängig von den äusseren Umständen erfüllt haben. Das Baby schreit mitten in der Nacht ohne Rücksicht auf Verluste, bis es seine Flasche bekommt. Es denkt nur an sich und seine Gefühle und gibt keine Ruhe, bis sie befriedigt sind. Und in diesem Alter ist dagegen auch nichts einzuwenden.
Aber auf die Dauer können wir unserer Seele nicht alles erlauben. Wenn wir einem Kind ständig seine Wünsche erfüllen, richten wir es damit letztlich zugrunde. Durch die Verwöhnung wird eine Mensch träge und faul, egozentrisch und lebensunfähig. Es gehört einfach zum Erwachsenwerden, dass wir eine gewisse Leidensfähigkeit erlernen.
Bild: Der Geist gleicht einem Erwachsenen
Welch ein Gegensatz zum Baby ist eine erwachsene Mutter: Sie steht mitten in der Nacht auf, verleugnet ihre eigene Müdigkeit und dient ohne Rücksicht auf ihr eigenes Schlafbedürfnis ihrem schreienden Kind. Wegen des Schlafmangels mag ihre Seele am nächsten Tag durchaus "trauern". Dennoch hat sie eine innere Befriedigung gewonnen, die größer ist als das seelische Bedürfnis nach Ruhe, weil Mutterliebe ihr Herz erfüllt.
Das Gesetz ...
... hat einen Schatten der künftigen Güter (Hebräer 10:1)
... ist heilig, gerecht und gut (Römer 7:12)
... ist geistlich, ich aber fleischlich (Römer 7:14)
... bringt Erkenntnis der Sünde (Römer 7:7)
... ist ein Zuchtmeister auf Jesus hin (Galater 3:24)
"So seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, um eines anderen zu werden, des aus den Toten Auferweckten, damit wir Gott Frucht brächten. Denn als wir im Fleisch waren, wirkten die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz (erregt wurden), in unseren Gliedern, um dem Tod Frucht zu bringen. Jetzt aber sind wir von dem Gesetz losgemacht, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, so dass wir in dem Neuen des Geistes dienen und nicht in dem Alten des Buchstabens."
(Römer 7:4-6)Nicht mehr unter Gesetz:
"Denn wenn wir verwachsen sind mit der Gleichheit seines Todes, so werde wir es auch mit der seiner Auferstehung sein, da wir dies erkenne, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen. Denn wer gestorben ist, der ist freigesprochen von der Sünde. ... So auch ihr: Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus.
So herrsche nun nicht die Sünde in eurem sterblichen Leib, dass er seinen Lüsten gehorche, stellt auch nicht eure Glieder der Sünde zur Verfügung als Werkzeuge der Ungerechtigkeit, sondern stellt euch selbst Gott zur Verfügung zu Werkzeugen der Gerechtigkeit."
(Römer 6:14)Vergleiche 1.Korinther 9:20; Galater 3:23; 4:4-5; 5:18.
Lektion 6
Wahrheit und Liebe
Jesus beginnt die Bergpredigt, indem er die Lernziele für seine Schüler darlegt: die Seligpreisungen. Danach macht er ihnen ihre Berufung klar: Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. Dann bestätigt er die Glaubwürdigkeit und Verbindlichkeit von Gottes Wort, das ihr Lehrbuch ist. Dann wendet er sich den konkreten Lektionen zu, die in die Tat umzusetzen sind. Er betont, dass eine äusserliche Erfüllung des Gesetzes nicht ausreicht, er steigert die Anforderungen.
Er beginnt mit dem Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen, der auch im Gesetz Israels geregelt ist. Israel hatte nicht sowohl staatliche als auch religiöse Gesetze, sondern ihr Staatsgesetz war die Tora. Jesus behandelt die Bereiche in aufsteigender Folge:
Verbrechen gegen Rechte anderer: Mord und Ehebruch
Einhalten von eigenen Verpflichtungen (Wahrheitspflicht und Versprechen)
Verzicht auf eigene Rechte
Liebe zu den Feinden
Danach behandelt Jesus unsere Beziehung zu Gott: Almosengeben, Gebet und Fasten. Ganz eng verknüpft damit ist unsere Beziehung zum Geld, die Jesus gleich darauf ausführlich erörtert. Dann betrachtet Jesus das Zusammenleben in der Gemeinde (Kritik, Solidarität und Irrlehren) und endet mit Erklärungen, die den Zugang zum Himmel betreffen.
Dieser ganze Abschnitt der Bergpredigt ist somit eigentlich juristisch! Es geht um Gesetze, Rechte, Verpflichtungen und Rechtsansprüche im Reich Gottes, das ja auch auf die Erde kommen wird. Mord und Ehebruch haben wir bereits betrachtet, wenden wir uns dem nächsten Thema zu:
Wahrhaftigkeit und Einhalten von Versprechen
"Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören, du sollst aber dem Herrn deine Eide erfüllen. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt
(Beachtung!), noch sollst du bei deinem Haupt schwören, denn du kannst nicht ein Haar weiß oder schwarz machen. Es sei aber eure Rede: Ja, ja! Nein, nein! Was aber mehr ist als dieses, ist vom Bösen." (Matthäus 5:33-37)Hier geht es um zwei Arten von Verpflichtungen:
Wahrhaftigkeit
Ehrlichkeit mit uns selbst - was wünsche und fühle ich wirklich? Dazu gehört, die eigene Seele anzuerkennen. Man kann nur aufgeben und Gott hingeben, was man hat. Dies ist oft wichtig als erster Schritt der ganzen Hingabe: Was habe ich, kann ich verlieren, wovor habe ich Angst, es zu verlieren, zu werden oder tun zu müssen? Beispiele: Kloster gehen, Mission, arm werden, Ablehnung von Verwandten, Kollegen ...
Ehrlichkeit vor anderen Menschen: Notlügen? Heuchelei (Schauspielerei). Freiraum: Die Wahrheit in Liebe reden!
Zusagen und Versprechen Gott gegenüber
Stehen wir zu unseren Versprechen gegenüber Gott? Taufe!
Unsere Verpflichtung, Zusagen und Versprechen anderen Menschen gegenüber einzuhalten
Machen von Zusagen, speziell unter Zeitdruck, z.B. am Telefon? Abschließen von Geschäften, insbesondere unter Druck, bei aggressiver Werbung.
Hilfen: Keine Zusage, sondern sagen: Ich überlege es mir.
Im Zweifelsfall: Nein! Eine Nacht darüber schlafen.
Ein "Ja!" ist bereits ein Ver-sprechen und kein Ver-sprecher!
Dürfen Christen einen Eid ablegen?
Jesus tat es vor dem Hohenpriester: "Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester sagte zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt! Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels."
(Matthäus 26:63-64)Wahrhaftigkeit!
"Ihr sollt nicht stehlen, und ihr sollt nicht lügen und nicht betrügerisch handeln einer gegen den anderen. Und ihr sollt bei meinem Namen nicht falsch schwören, dass du den Namen deines Gottes entweihen würdest. Ich bin der HERR."
(3.Mose 19:11-12)"Deshalb legt die Lüge ab und redet Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten. Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe."
(Epheser 4:25,15)Wie steht es mit Gelübden?
"Wenn ein Mann dem HERRN ein Gelübde ablegt oder einen Eid schwört, ein Enthaltungsgelübde auf seine Seele zu nehmen, dann soll er sein Wort nicht brechen: nach allem, was aus seinem Mund hervorgegangen ist, soll er tun."
(4.Mose 30:3)"Wenn du für den HERRN, deinen Gott, ein Gelübde ablegst, sollst du nicht zögern, es zu erfüllen. Denn der HERR, dein Gott, wird es unbedingt von dir fordern, und Sünde würde an dir sein. Wenn du es aber unterlässt, etwas zu geloben, wird keine Sünde an dir sein. Was über deine Lippen gegangen ist, sollst du halten und ausführen, wie du dem HERRN, deinem Gott, freiwillig gelobt hast, was du mit deinem Mund geredet hast."
(5.Mose 23:22-24)"Sei nicht vorschnell mit deinem Mund, und dein Herz eile nicht, ein Wort vor Gott hervorzubringen. Denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde, darum seien deiner Worte wenige. Denn bei viel Geschäftigkeit kommt der Traum und bei vielen Worten törichte Rede. Wenn du Gott ein Gelübde ablegst, zögere nicht, es zu erfüllen. Besser, dass du nicht gelobst, als dass du gelobst und nicht erfüllst. Gestatte deinem Mund nicht, dass er dein Fleisch in Sünde bringt. Und sprich nicht vor dem Boten Gottes: Es war ein Versehen.
(Mache nicht ein Ver-sprechen zu einem Ver-sprecher!)" (Prediger 5:1-5)
Verzicht auf eigene Rechtsansprüche
"Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Auge um Auge und Zahn um Zahn. Ich aber sage euch:
Widersteht nicht dem Bösen, sondern wenn jemand dich auf deine rechte Backe
(also mit der linken Hand!) schlagen wird, dem biete auch die andere (Backe für die Hand, nicht den Bauch für das Messer!) dar. Und dem, der mit dir vor Gericht gehen und dein Unterkleid nehmen will, dem lass auch den Mantel. Und wenn jemand dich zwingen wird, eine Meile zu gehen, mit dem geh zwei. Gib dem, der dich bittet, und weise den nicht ab, der von dir borgen will." (Matthäus 5:38-42)Ausgangspunkt ist der Rechtsanspruch des "Auge um Auge, Zahn um Zahn": "Wenn jemand seinem Nächsten einen Schaden zufügt: wie er getan hat, so soll ihm getan werden: Bruch um Bruch, Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wie er einem Menschen einen Schaden zufügt, so soll ihm zugefügt werden." (3.Mose 24:19-20)
Hier geht es um das Prinzip der Rechtssicherheit. Es war nicht erlaubt, privat Rache zu nehmen (3.Mose 19:17), sondern alle Rechtsansprüche sollten vor Richtern und mit Zeugen geklärt werden (5.Mose 19:15-21; auch wieder Auge um Auge!).
Das Maß des Rechtsanspruches war das Verhältnis 1:1, im Gegensatz zu anderen Kulturen und früheren Zeiten, wo oftmals das Mehrfache gefordert wurde: "Fürwahr, einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen Knaben für meine Strieme. Wenn Kain siebenfach gerächt wird, so Lamech siebenundsiebzigfach." (1.Mose 4:23-24) Es geht also wiederum nicht um eine Aufhebung der Tora, sondern um eine Steigerung! Die Vergeltung soll immer mehr eingedämmt und in Richtung Feindesliebe geführt werden.
Wie aus Jesus eigenen Worten (versöhne dich auf dem Weg zum Gericht!) hervorgeht, konnte der Geschädigte auf seinen Anspruch verzichten bzw. sich außergerichtlich einigen.
Hier geht es Jesus um den freiwilligen Verzicht auf eigene Rechte:
Die Menschenwürde: Backenstreich als Demütigung, nicht als Körperverletzung! "Er biete dem, der ihn schlägt, die Wange, sättige sich an Schmach!" (Klagelieder 3:30)
Ansprüche in Justizverfahren (mit dir vor Gericht gehen will), z.B. Kleiderwegnahme als Pfand:
"Wenn du deinem Nächsten irgendein Darlehen leihst, dann sollst du nicht in sein Haus hineingehen, um von ihm ein Pfand zu erheben. Draußen sollst du stehenbleiben, und der Mann, dem du geliehen hast, soll das Pfand zu dir nach draußen hinausbringen. Und wenn er ein bedürftiger Mann ist, sollst du dich nicht mit seinem Pfand schlafen legen. Du sollst ihm das Pfand unbedingt beim Untergang der Sonne zurückgeben, damit er sich in seinem Mantel schlafen lege und dich segne, und es wird für dich als Gerechtigkeit gelten vor dem HERRN, deinem Gott."
(5.Mose 24:10-13)"Falls du wirklich den Mantel deines Nächsten zum Pfand nimmst, sollst du ihm diesen zurückgeben, ehe die Sonne untergeht, denn er ist seine einzige Decke, seine Umhüllung für seine Haut. Worin soll er sonst liegen? Wenn er dann zu mir schreit, wird es geschehen, dass ich ihn erhören werde, denn ich bin gnädig."
(2.Mose 22:25-26) Jesus rät sogar zu einem aggressiven Vorgehen, indem man von sich aus mehr anbietet, als der andere verlangt.Bewegungs- und Handlungsfreiheit: eine Meile bzw. zwei Meilen gehen
Eigentumsrechte: Almosen und Leihgaben. Thema: Versorgung von Armen! Lukas 6:34-35 Leihen, ohne das Geliehene wieder zurückzuerwarten:
"Wenn es einen Armen bei dir geben wird, irgendeinen deiner Brüder in einem deiner Tore (= offiziell registriert, keine Privatsache!) in deinem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt, dann sollst du dein Herz nicht verhärten und deine Hand vor deinem Bruder, dem Armen, nicht verschließen. Sondern du sollst ihm deine Hand weit öffnen und ihm willig ausleihen, was für den Mangel ausreicht, den er hat (= also echte Not, dieser angemessen!).
Hüte dich, dass in deinem Herzen nicht der boshafte Gedanke entsteht: Das siebte Jahr, das Erlassjahr ist nahe ..." (5.Mose 15:7ff)
"Du sollst deinen Bruder in deinem Herzen nicht hassen. Du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld trägst. Du sollst dich nicht rächen und den Kindern deines Volkes nichts nachtragen und sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der HERR." (3.Mose 19:17-18)
"Es ist nun schon überhaupt ein Fehler an euch, dass ihr Rechtshändel miteinander habt. Warum lasst ihr euch nicht lieber unrecht tun? Warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen? Sondern ihr selbst tut unrecht und übervorteilt, und das Brüdern gegenüber."
(1.Korinther 6:7-8)
Feindesliebe!
Nach dem Nichtverletzen der Rechte anderer, der Einhaltung eigener Verpflichtungen und dem Verzicht auf eigene Rechte ist dies die letzte und höchste Steigerung:
"Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch:
Liebt eure Feinde, und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte
(Wohlstand ist kein Anzeiger für Gerechtigkeit vor Gott!).Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr allein eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die von den Nationen dasselbe?
Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist."
(Matthäus 5:43-48)Auch hier geht es nicht um einen Widerspruch, sondern um eine Steigerung: Früher war man verpflichtet, seinen Nächsten, also seinen Volksgenossen, zu lieben, während die Bekämpfung der Feinde teilweise nicht nur erlaubt, sondern geradezu gefordert wurde (Amalekiter, 2.Mose 17:14ff, Ammoniter, Moabiter, 5.Mose 23:4ff). Nun wird die Verpflichtung zur Liebe auch auf die anderen Völker ausgedehnt, sogar, wenn sie feindlich gesonnen sein sollten.
Wer sind unsere Feinde, die uns hassen, fluchen, beleidigen, schelten, schlagen, überfordern? (Lukas 6:27ff)
Ungläubige: Wer nicht für Jesus ist, der ist gegen ihn!
bestimmte Nachbarn
Arbeitskollegen oder Vorgesetzte (Mitschüler oder Lehrer)
Amtspersonen oder öffentliche Würdenträger
Verwandte: Ehepartner, Eltern, Schwiegereltern, Geschwister, Großeltern
Wie können wir sie lieben?
Beten für sie!
Segnen mit Worten (griech. eulogéo=wohlreden=segen):
Segnen ist das Gegenteil von Nörgeln und Kritsieren!
"Grüßen": Freundlichkeit, Lob und Ermutigung
Dankbarkeit zeigen (insbesondere gegen die Eltern)
Persönliche Evangelisation mit Worten, Kassetten und Schriften
Evangelistische Einsätze: Büchertisch, Traktateverteilen
Segnen mit Werken:
Treue Erfüllung von Pflichten (z.B. in der Arbeit)
Solidarische Beteiligung an der Gemeinschaft (Abspülen)
Verzicht auf eigene Rechte (Erbansprüche, Posten, Privilegien)
Geschenke: Kuchen, Blumen, Bücher
Hilfe: Putzen, Kochen, Umziehen, Reparieren
Gott ist gerecht, bei ihm gibt es kein Ansehen der Person, darum vervorzugt er niemanden.
Lernziel Nummer 1 ist: Liebe! "Das Endziel der Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben." (1.Timotheus 1:5)
Lektion 7
Religiosität: Christsein oder christ-lich sein
Thema:
Das Tun der Gerechtigkeit = persönliches Glaubensleben aufgrund der Beziehung zu Gott.
(Vergleiche das vorherige Thema: Die juristische Gerechtigkeit in der Gesellschaft.)
Die Überschrift:
"Habt acht, dass ihr eure Gerechtigkeit nicht übt
(wörtlich: tut) vor den Menschen,um von ihnen gesehen zu werden
(griech. theáomai, davon Deutsch: Theater!).Sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater, der in den Himmeln ist!"
(Matthäus 6:1)
Drei Beispiele für das persönliche Glaubensleben:
1. Almosen = die Beziehung zu den Mitmenschen
2. Gebetsleben = die Beziehung zu Gott
3. Fasten = der Umgang mit sich selber
Immer wiederkehrendes Thema:
"Wenn du nun ..." - das heißt: Diese Dinge gehören zum normalen Christenleben!
1. Thema: Almosen
"Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht vor dir her posaunen lassen, wie die Heuchler
(griech. hypokrit´äs) tun in den Synagogen und auf den Straßen, damit sie von den Menschen geehrt werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin.Wenn du aber Almosen gibst, so soll deine Linke nicht wissen, was deine Rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen sei. Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten."
(Matthäus 6:2-4)
Immer wiederkehrendes Thema:
Es wird jeweils der echte, tätige Glaube der Scheinfrömmigkeit gegenübergestellt:
Religiosität: Echter Glaube:
vor den Menschen (auch sich selbst!) für den Vater im Himmel
um gesehen zu werden im Verborgenen, um Gott zu erfreuen
Lohn: Ansehen, Ehre bei Menschen Lohn: Vergeltung von Gott
1. Definition von Religiosität = Schein-Christentum (Show-Christentum)
"Theater" (siehe oben), "Show"! "Um von Menschen gesehen zu werden ..."
Heuchelei, griechisch "hypókritäs = Schauspieler" (vergleiche englisch "hypocrite"), jemand, der eine Rolle spielt, täuschend echt so tut, als wäre er etwas, das er überhaupt nicht ist - für die Zuschauer!
Die Handlungen sind Selbstzweck, nicht echt, nicht zielgerichtet, um etwas zu bewirken, sondern nur, um die Zuschauer zu beeindrucken. In Wirklichkeit bewirken sie gar nichts (Bühnen-Mord, Heilung usw.).
Der gefährlichste Zuschauer: Ich selbst. "Vor sich selber gut dastehen."
Almosen
Von griechisch "eleämosýnä = Mitleid, Erbarmen".
Die Triebfeder soll echtes Erbarmen mit Notleidenden sein!
Beispiel: Der "Barmherzige Samariter" (Lukas 10:33-35)
"Und als er den unter die Räuber Gefallenen sah
= Wahrnehmen!wurde er innerlich bewegt. = Die Triebfeder für alle folgenden Taten:
Und er trat hinzu = Geste der Annahme; "aufeinander zugehen"
und verband seine Wunden = Körperliches Anrühren, persönliche Betreuung
und goß Öl und Wein darauf. = Sachspende, persönlich übergeben
Und er setzte ihn auf sein eigenes Tier = Einbeziehen ins eigene Leben!
und führte ihn in eine Herberge (griech. pan-doche´jon = Alles-Aufnahme)
= Weiterführen in kompetente Betreuung, heilsame Umgebung. Auch: Zu Gott!
und trug Sorge für ihn. = Noch nicht alleine lassen!
Und am folgenden Morgen zog er
zwei Denare heraus und gab sie dem Wirt = Finanzielle Verantwortung übernehmen
und sprach: Trage Sorge für ihn. = Abgeben in Gottes Führung und Menschenhände!
Und was du noch verwenden wirst,
werde ich dir bezahlen, wenn ich zurückkomme!" = Weiterhin einstehen!
Es ist mehr gemeint, als das, was wir unter einem "Almosen" verstehen, nämlich nicht nur Geld, sondern echte menschliche Wärme und jede Wohltat, die dem anderen daraus zufließt:
Herzenshaltungen: Annahme, Anteilnahme, Erbarmen, Mitleid
Gesten: "Aufeinander Zugehen", freundlich Grüßen, Ansprechen, Ermutigen, Trösten
Betreuung von Menschen: Kranken- und Altenpflege, Kinderbetreuung
Hilfeleistungen wie: Haushaltshilfe, Kochen, Putzen
Führung vermitteln: Rat geben (Krisen-, Schuldenbewältigung), Evangelisieren!
Sachspenden wie: Unterkunft, Essen, Kleidung, Medizin, Blumen
Geld: Möglichst nicht direkt, sondern in Verwaltung! (Dem "Wirt".)
Erst nachdem der Samariter alles ausgeschöpft hatte, was er selber tun und geben konnte, gab er auch Geld! Almosen sind keine Loskaufopfer, um sich von der persönlichen Beziehung oder Verantwortung loszukaufen.
2. Thema: Gebet
"Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler
(Schauspieler), denn sie lieben es, in den Synagogen und an den Ecken der Straßen stehend zu beten, damit sie von den Menschen gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin.Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist, und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.
Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern (griech. "batta-loggéoh = die dornigen, stechenden Zweige des Battastrauches zusammenlesen", das heißt sich für nichts quälen, sich vergeblich abarbeiten) wie die von den Nationen. Denn sie meinen, dass sie um ihres vielen Redens willen erhört werden.
Seid ihnen nun nicht gleich, denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet."
(Matthäus 6:4-8)
2. Definition von Religiosität
= Ersatz und Beinahe-ChristentumDas zentrale Thema: Aktivität statt einer persönlichen Beziehung! Geschäftigkeit ersetzt Liebe. "Hans-Dampf-in-allen-Gassen"
Statt Vertrauen auf Gnade soll eine Leistung erbracht werden: Viele Worte, viel Zeit und viel Mühe!
Das Mechanismus-Prinzip (Zeit, Mühsal, Geld): "Mehr hilft mehr!" (Beispiel: Dünger)
Statt Echtheit und Innigkeit wird Regelmäßigkeit, Wiederholung betont. Gefahr der Abstumpfung, des Herunterleierns!
Statt persönlicher Beziehung: Anwesenheit bei Gottesdienst, Gebetstreffen ist wichtig! Gesehen werden, aber keine Geistes-Gegenwart!
Bild: Gebets-Münzen für den Automaten-Gott?
Keine persönliche Beziehung möglich! "Mehr hilft mehr!"
Ein Kaffee-Automat checkt die Münzen, bevor er die Ware ausspuckt. Er nimmt nur identische Kopien der Soll-Münze.
Leute fangen erst an, wirklich mit dem Automaten zu reden, wenn er nicht funktioniert (Chance, vom mechanischen Gebet durchzudringen zu einer persönlichen Beziehung mit Gott, wenn unsere Gebetsbemühungen nichts ausrichten!)
Soll unser Gebet eine sture Nachahmung eines einmal erfolgreichen Modells sein? Endlose, heruntergeleierte Wiederholungen? Dies ist der Hauptgrund, warum z.B. der Rosenkranz gottverachtend ist!
Bild: Ein Kind kommt zu seinem Vater, um etwas zu erbitten
Was hat das Kind selber dazu beigetragen, damit sein Vater sein Vater ist?
Ein Vater kennt sein Kind und seine Bedürfnisse. Er weiss, was es braucht, und oftmals auch, was es möchte, bevor es ihn überhaupt bittet!
In welcher Sprache redet das Kind mit dem Vater? Keine frommen Schnörkel!
Herr, lehre uns Beten!
(Lukas 11:1)"Betet ihr
(Plural!) nun so:Vater = persönliche Beziehung!
unser = Mehrzahl! Gebet im Bewußtsein unserer Familie, Gemeinde (Stadt, Land)
der du bist in den Himmeln: = gesunder Respekt, Ehrfurcht
Geheiligt werde dein Name! = Gott ist im Mittelpunkt! DER Name über allen Namen!
Dein Königreich komme! = Eine Herrschaft, eine neue Regierung! Unsere Politik!
Dein Wunschwille geschehe, = Das ist nicht selbstverständlich, wie bei Ratschluss!
wie im Himmel, so auch auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute, = tägliches Gebet normal! keine Sorge für Morgen!
und vergib uns unsere Schuld, = tägliches Bekennen und Umkehr
wie auch wir vergeben haben unseren Schuldigern. = Vorher andere loslassen!
Und führe uns nicht in Versuchung, = Gott versucht nicht, sondern Satan!
sondern errette uns von dem Bösen. = Böses: Satan, Welt, Fleisch!
(Matthäus 6:9-13)
Zwei Arten von Willen:
Ratschluss, griechisch buläma = nach reiflicher Überlegung getroffene Entscheidung
Wunschwille, griechisch théläma = Herzenswunsch, Sehnsucht, Begehren
Während der Ratschluss Gottes unausweichlich zustande kommt und kommen wird, geschieht Gottes Wunschwille zur Zeit nur ausnahmsweise!
Vergebung
"Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
Wenn ihr aber den Menschen ihre Vergehungen nicht vergebt, wo wird euer Vater auch eure Vergehungen nicht vergeben."
(Matthäus 6:14-15)
Keine Vergebung trotz Vaterbeziehung, wenn wir nicht selber vergeben!
Doppelt gesagt! Nicht schlechter Stil, sondern bewusste Betonung, weil lebenswichtig!
3. Thema: Fasten
"Wenn ihr aber fastet, so seht nicht düster aus wie die Heuchler. Denn sie verstellen ihre Gesichter, damit sie den Menschen als Fastende erscheinen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin.
Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du nicht den Menschen als Fastender erscheinst, sondern deinem Vater, der im Verborgenen sieht. Und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten."
(Matthäus 6:16-18)
3. Definition von Religiosität = Opfer-Christentum (Asketisch)
Das zentrale Thema: Märtyrertum und Verzicht (s.a. Spenden!) statt Beschenkt-Werden.
Der Begriff des Opfers spielt eine große Rolle: Zeit, Kraft, Geld, Verzicht auf Spaß.
Zeremonien und Riten werden als wichtig angesehen. Es wird diesen Handlungen eine Kraft in sich zugeschrieben (Fasten, Sakramente!) Daraus folgt auch:
Sonntag übertrieben betont!
Der Glaube wird als Bürde erlebt, als Leiden für Gott.
Man ist hart zu sich selbst und anderen: Gottes Gebote werden gesteigert, überboten von den eigenen Ansprüchen: menschlich-religiöse Traditionen (Beispiele?), penible Regeln (z.B. zweimal wöchtentlich fasten).
Am Sabbat sollte am besten gar nichts geschehen - auch keine Heilung, keine Hilfe für Notleidende! Der Glaube wird so menschenfeindlich und menschenverachtend! (Lukas 14:3)
Daraus folgt: Leidensmiene, griesgrämig!
Wie geht es dir persönlich:
Empfindest du den Glauben als befreiend wie barfußlaufen an einem Sandstrand, erquickend und belebend wie eine Dusche an einem heißen Tag, fröhlichmachend wie eine Feier mit lieben Freunden?
Oder als bedrückend, mühsam, zäh, anstrengend, ermüdend? Musst du dich aufraffen, um zu beten, Bibel zu lesen, in die Gemeinde zu gehen?
Doch dies ist die Realität:
Das Gesetz, der Sabbat ist für den Menschen, nicht umgekehrt! (Markus 2:27)
Gott hat für uns gelitten, um uns viele Leiden zu ersparen!
Gottes Wesen: Gaben und Früchte des Geistes: Liebe, Friede, Freude!
Bild: Die Kinder mit Jesus im Tempel
Während die religiösen Leiter auf würdevolle Stille drängen, verteidigt Jesus die Freude und das Geschrei der Kinder (Matthäus 21:15)!
Wir sollen und dürfen alle Kinder Gottes sein!
Über das richtige Fasten
"Warum fasten wir, und du siehst es nicht? Demütigen wir uns, und du merkst es nicht?
Siehe, am Tag eures Fastens geht ihr euren Geschäften nach und drängt all eure Arbeiter. Siehe, zu Streit und Zank fastet ihr und, um mit gottloser Faust zu schlagen. Zur Zeit fastet ihr nicht so, dass ihr eure Stimme in der Höhe zu Gehör brächtet. Ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe, etwa wie dies:
Ein Tag, an dem der Mensch seine Seele erniedrigt? Seinen Kopf zu beugen wie eine Binse und sich in Sacktuch und Asche zu betten? Nennst du das ein Fasten und einen dem HERRN wohlgefälligen Tag? Ist nicht vielmehr das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe:
Ungerechte Fesseln zu lösen, die Knoten des Joches zu öffnen, gewalttätig Behandelte als Freue zu entlassen und dass ihr jedes Joch zerbrecht?
Besteht es nicht darin, dein Brot den Hungrigen zu brechen und dass du heimatlose Elende ins Haus führst? Wenn du einen Nackten siehst, dass du ihn bedeckst und dass du dich deinem Fleisch nicht entziehst? ...
Wenn du aus deiner Mitte fortschaffst das Joch, das Fingerausstrecken und böses Reden und wenn du dem Hungrigen dein Brot darreichst und die gebeugte Seele sättigst, dann wird dein Licht aufgehen in der Finsternis, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag."
(Jesaja 58:3-10)
Das Joch von Jesus
"Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen
(= das Haupt-Seelsorgekonzept von Jesus), denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht." (Matthäus 11:29-30)Jemandem, der mühselig und beladen ist, ein Joch und eine Last anbieten? Ja, denn damit nimmt Gott uns unser altes, hartes Joch und unsere eigenen, schweren Lasten ab!
Das Joch Gottes: Die Entscheidung, Gottes Herrschaft über uns anzunehmen, indem wir ihm gehorchen und uns von ihm leiten lassen. Es ist das Zeichen dafür, dass jemand unter einer fremden Herrschaft steht (Jeremia 28:14), mit einem anderen Wort: für Gehorsam. Das Joch Jesu besteht darin, dass wir seinem Wort gehorchen und uns von seinem Geist leiten lassen:
"So spricht der HERR: Tretet auf die Wege und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, wo denn der Weg zum Guten sei, und geht ihn! So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Aber sie sagen: Wir wollen ihn nicht gehen! Und ich habe Wächter über euch bestellt, die rufen: Achtet auf den Schall des Horns! Aber sie sagen: Wir wollen nicht darauf achten! ... Denn auf meine Worte haben sie nicht geachtet, und mein Gesetz - sie haben es verworfen."
(Jeremia 6:16,19)
Sicher bedeutet das Joch eine gewisse Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Jedes Joch übt stellenweise einen Druck aus. Indem Jesus ganz offen von seinem Joch spricht, verhehlt er nicht, dass wir mit der Nachfolge bestimmte Freiheiten aufgeben.
Aber er sagt auch: "Mein Joch ist sanft!" Daraus können wir etwas Wichtiges lernen: Es gibt auch noch andere Joche! Es gäbe da noch das Joch des Gesetzes, das ungleiche Joch mit Ungläubigen, den Mammon usw.
Tatsächlich stehen wir nicht vor der Entscheidung, ob wir ein Joch tragen wollen, sondern wir haben nur die Wahl, welches wir nehmen wollen. Unter jedem anderen Joch werden wir zusammenbrechen, auch wenn wir es uns selbst auferlegt haben.
Das Joch von Jesus ist sanft. Er ist selber so sanftmütig und demütig, dass er uns mit Sicherheit nicht hart behandeln oder unnötig belasten wird. Sein Hauptanliegen, warum er auf die Erde kam, war, uns zu entlasten und uns zu befreien. Er kam nicht, um bedient zu werden, sondern um selber zu dienen. Wir werden es nie bereuen, wenn wir sein Joch, den Gehorsam gegen sein Wort und seinen Geist, auf uns nehmen.
C F G C
Kommt zu mir, die ihr mühselig und beladen seid,
a e d G7 C
kommt zu mir, und ich gebe euch Ruh!
F e7 d G7 C
Nehmt mein Joch und lernet von mir,
F e7 D7 G7
denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig!
C F G C
So werdet ihr finden Ruhe für eure Seelen,
a e d G7 C
denn mein Joch ist sanft, und meine Bürde ist leicht.
Lektion 8
Wir Christen und das liebe Geld
G D e G7
Richte den Blick nur auf Jesus,
C a D
schau auf in sein Antlitz so schön!
G G7
Und die Dinge der Welt
C
werden blaß und klein
G D7 G
in dem Licht seiner Gnade gesehn!
"Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Rost zerstören und wo Diebe durchgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerstören und wo Diebe nicht durchgraben und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.
Die Lampe des Leibes ist das Auge. Wenn nun dein Auge klar ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß die Finsternis!
Niemand kann zwei Herren dienen! Denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten.
Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!
Deshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt für euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch für euren Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?
Seht hin auf die Vögel des Himmels, dass sie nicht säen noch ernten, noch in Scheunen sammeln, und euer himmlischer Vater ernährt sie (doch). Seid ihr nicht viel vorzüglicher als sie? Wer aber unter euch kann mit Sorgen seiner (Lebens-)Länge eine Elle zusetzen?
Und warum seid ihr um Kleidung besorgt? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen: sie mühen sich nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass selbst nicht Salomo in all seiner Herrlichkeit bekleidet war wiee eine von diesen. Wenn aber Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, (wird er das) nicht vielmehr euch (tun), ihr Kleingläubigen?
So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen? Denn nach diesem allen trachten die Nationen. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt.
Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner (Gottes) Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.
So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug."
(Matthäus 6:19-34)
Schätze sammeln
"So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein."
(Lukas 14:33)Wenn wir nicht so konsequent handeln, wie Jesus das für nötig hält, dann werden wir mit 100%-iger Sicherheit scheitern. Wir gleichen dann einem Segelschiff, das den Anker lichtet und die Segel setzt, um in See zu stechen, aber noch mit einem Tau an das Land gebunden ist. Wir wollen vielleicht Jesus folgen, vermögen es jedoch nicht. Die Dinge, die uns noch eine letzte Sicherheit zu geben scheinen, fesseln uns in Wirklichkeit an die Erde, und so werden wir hin- und her- und letztlich in Stücke gerissen.
Der Dieb
Versuchen wir trotzdem noch, in diesem Leben "so viel wie möglich mitzunehmen"? Dann wird es uns womöglich ergehen wie jenem Dieb, der in Paris einige Automaten geknackt und das Münzgeld in seine Jacken- und Hosentaschen geschaufelt hatte. Als die Polizei ihn verfolgte, sprang er in die Seine und ertrank jämmerlich, weil er es nicht über"s Herz gebracht hatte, sich von "seinem" Geld zu trennen. In dieser Welt mag es viele Möglichkeiten geben, Gelder zu "waschen", aber es bleibt dabei: das letzte Hemd hat keine Taschen.
Der Wurm
Wer sich immer noch vom Glanz dieser Welt verlocken lässt, der gleicht einem Fisch, der nicht bereit ist, auf den Wurm zu verzichten, der vor seiner Nase baumelt. Er merkt nicht, dass die Sache "einen Haken" hat und bezahlt für diesen kurzfristigen Genuss mit seinem Leben. (Vergleich: Betrug des Reichtums, der wie ein Köder verleitet, den wir aber nicht genießen, mit aus dieser Welt nehmen können!)
Die Belohnung
Wer sich jedoch dafür entscheidet, "lieber mit dem Volk Gottes Schwierigkeiten zu erleiden, als den zeitlichen Genuss der Sünde zu haben"
(wie es in Hebräer 11:25 heißt), den kann man mit einem Tagelöhner vergleichen. Er nimmt die Mühe der Arbeit, die Hitze, den Schmutz und die Entbehrungen in Kauf, in der absoluten Überzeugung, dass er am Abend seinen Lohn ausgezahlt bekommen wird. Für ihn bedeutet mit Jesus zu gehen "größeren Reichtum als die Schätze dieser Welt, denn er schaut auf die Belohnung" (so Hebräer 11:26). Und Gottes Wort garantiert dafür, dass er es nicht bereuen wird.Die entscheidende Frage ist, ob wir den Worten Jesu wirklich Glauben schenken oder nicht. Glauben wir wirklich und genauso fest an das, was Jesus uns versprochen hat, wie all die Angestellten an ihren Lohn, für den sie einen ganzen Monat lang im Glauben arbeiten, in der Hoffnung, ihn dann auch tatsächlich überwiesen zu bekommen? Wenn ja, dann dürfen wir ruhig ab und zu wieder einen Blick auf die Belohnung werfen - es wird uns motivieren, ganze Sache zu machen mit Jesus.
Verwalter
Er verfügt nicht nach eigenem Willen, sondern er tut das mit seinem Besitz, was sein Herr gut findet. Oder, wie Paulus es ausdrückt: "Wir sind Arme, aber machen doch viele reich; wir haben nichts, und doch besitzen wir alles."
(2.Korinther 6:10) Dabei spielt es keine Rolle, ob der Besitz sich mehrt oder mindert. Wichtig ist nur, dass wir treu mit den irdischen Gütern umgehen, denn dann wird Gott uns die Verwaltung seiner Herrschaft anvertrauen. "Dies aber sage ich Brüder: Die Zeit ist begrenzt: dass künftig ... die Kaufenden seien, als behielten sie es nicht, und die die Welt Nutzenden, als benutzten sie sie nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht." (1.Korinther 7:29-31)Zehnter
"Darf ein Mensch Gott berauben? Ja, ihr beraubt mich! - Ihr aber sagt: "Worin haben wir dich beraubt?" Im Zehnten und im Hebopfer." (Maleachi 3:8)
Verwendung des Zehnten (Häuser oder Diener und Arme?!)
Biblische Zwecke für den Zehnten
(wenn wir ihn biblisch fordern, müssen wir ihn auch biblisch begründen und verwenden!)
Gen 14:20 Abram an Melchisedek - von allem! Hebräer 7:1-4 = Jesus!
Gen 28:22 treu verzehnten - alles.
Sprüche 3:9-10 Zehnte ein außermosaisches Prinzip! Keine 10%!
Lev 27:30 Der Zehnte gehört Gott!
4.Mose 18:21-24 für die Leviten als Lohn!!! Darum kein Erbteil!
4.Mose 18:26 Zehnter vom Zehnten für die Aaroniten
Deut 12:6-11 Von Gott ganz klar bestimmt! Freude + Feiern! 19: Leviten nicht im Stich lassen!
Deut 14:22-29 Zehnten sammeln! Für Leviten + Arme, Witwen und Waisen!
Deut 26:12 Leviten, Fremdlinge, Witwen und Waisen. Betonung der Verwantwortung vor Gott.
1.Samuel 8:15 Zehnter von staatlichen Behörden! Beachte Gewichtung! = der Gemeinde. Die Leviten waren zuständig für: Gesundheitswesen (Aussatz etc.), Ausbildung (Lehre) und Sozialwesen (Witwen usw.)
2.Chronik 31:4ff für die Priester und Leviten
Nehemia 10:38ff auch für Sänger, die "den Dienst verrichten"
Nehemia 12:44 Hebopfer, Erstlinge und Zehnte
Nehemia 13:5 Mißbrauch durch Vetterleswirtschaft-Gericht!
Nehemia 13:10ff Leviten vernachlässigt
Amos 4:4 äußerliche Erfüllung als Greuel
Maleachi 3:8ff Segen und Fluch
Matthäus 23:23 Gefahr der Veräußerlichung. Beides tun!
Lukas 18:12 Gefahr der Selbstgerechtigkeit! Keine Sündenerkenntnis mehr.
Freunde machen mit dem ungerechten Mammon
"Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, man euch aufnehme in die ewigen Zelte." (Lukas 16:9)
Habsucht ist Götzendienst (Epheser 5:5; 1.Korinther 5:10,11; 6:10)
"(Es gibt Menschen), die meinen, die Gottseligkeit sei ein Mittel zum Gewinn.
Die Gottseligkeit mit Genügsamkeit aber ist ein großer Gewinn. Denn wir haben nichts in die Welt hineingebracht, so das wir auch nichts hinausbringen können.
Wenn wir aber Nahrung und Kleidung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen (das Gegenstück zu Habsucht!).
Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstrick und in viele unvernünftige und schädliche Begierden, welche die Menschen in Verderben und Untergang versenken. Denn eine Wurzel alles Bösen ist die Geldliebe, nach der einige getrachtet haben und von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben.
Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge. Strebe aber nach Gerechtigkeit, Gottseligkeit, Glauben, Liebe, Ausharren, Sanftmut. Kämpfe den guten Kampf des Glaubens. Ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen." (1.Timotheus 6:5-12)
"Mühe dich nicht ab, es zu Reichtum zu bringen, da verzichte auf deine Klugheit. Wenn du deine Augen darauf richtest, ist er nicht mehr da. Denn plötzlich macht er sich Flügel wie ein Adler und fliegt zum Himmel."
(Sprüche 23:3,4)Themen:
Schwarzarbeit / Arbeitslosigkeit (Thessalonicher) / Steuern (Steuermünze und Römer 13); / Treue im Kleinen
Frei werden von Schulden!
Niemandem etwas schulden, außer Liebe
Wer schuldet, ist Sklave
Geschwistern helfen, frei zu werden (Esra, Nehemia)
zwei Herren - das Wesen des Mammon
Wir müssen einem von beiden dienen; unsere Wahlentscheidung
"Das aber unter die Dornen fiel, sind die, welche gehört haben und hingehen und durch Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens erstickt werden und nichts zur Reife bringen." (Lukas 8:14)
Die Alternative: Gottes Versorgung
- seht hin ... ganz praktische Gedanken
- Wer ist unser Versorger, der Versorger der Familie?
Auf einen Nenner gebracht: Trachtet zuerst ... - unser Lebensmotto
D (fis) G D D (fis) G D
Trachtet zuerst nach Gottes Reich Bittet den Herrn, so gibt er gern,
G D A G D A
und nach seiner Gerechtigkeit, suchet, so findet ihr ihn.
D fis G D
D fis G Dund alle Dinge werden euch geschenkt.
Klopft bei ihm an und es wird euch aufgetan.G D A D G D A D
Hallelu-, hallelujah! Hallelu-, hallelujah!
D (fis) G D D fis G D G D A
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, Halle - lujah! Hallelujah!
G D A D fis G D G D A D
sondern von jedem Worte, Halle - lujah! Hallelu-, hallelujah!
D fis G D
das aus dem Munde Gottes geht.
G D A D
Hallelu-, hallelujah!
Lektion 9
"Kritik"
Wiederaufnahme des Themas:
7. "Glückselig die Friedensstifter,
denn sie werden Söhne Gottes heißen."
Friedensstifter sind Menschen, die anderen Menschen, die Probleme miteinander haben, helfen, sich wieder zu lieben und zu vertragen. Dies geschieht, indem wir nicht Partei ergreifen, sondern beide "Parteien" lieben und auf Versöhnung hinwirken, anstatt Konflikte zu schüren. Diese Herzenshaltung ist in der heutigen Zeit besonders wichtig, wo nicht nur die Welt, sondern auch die Gemeinde gespalten ist.
"Glückselig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen."
(Matthäus 5:6)Barmherzigkeit bedeutet auch, Geduld mit den Fehlern der anderen zu haben. Gott erwartet von uns nicht Perfektion, also Fehlerlosigkeit, sondern Barmherzigkeit mit den Schwächen und Fehlern der anderen.
"Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet."
(Matthäus 7:1)Richten heißt hier "krinoh", Richter heißt "kritäs", davon kommt unser Wort "Kritik". Wir sollen also nicht kritisieren, andere verurteilen.
Richten (griech. krinoh = kritisieren, beurteilen, verurteilen, richten) heißt:
Eine übergeordnete Position einnehmen und ein scheinbar endgültiges "Urteil" aussprechen, das einer Bestrafung gleichkommt, z.B.:
- Gefängnis - jemanden in eine geistige Kiste sperren: Der ist für mich ein ... Ich kenne dich, du bist/denkst/willst ... Der hast schon immer ... Du kannst ja nur ... Du bist und bleibst ... Deine ganze Familie ist ... Du bist genau wie dein Vater ... Du hast ja einen Knall ... Er hat einen Ticker ... Er ist ein Charismatiker ... ein Evangelikaler ...
Den will ich nicht mehr sehen (Isolier-Haft)
- Geld- oder Prügelstrafe - jemandem Pflichten oder Leid auferlegen: Dafür wird er mir büßen ... Das lasse ich ihn spüren ... Jetzt soll er mal sehen, wie das ist ... Den lasse ich mal zappeln ... Jetzt mag ich nicht mehr ...
- Arbeitslager - Leistungen fordern: Jetzt soll er erst einmal das und das tun ... Bevor er nicht ... getan hat, will ich nichts mehr von ihm wissen ...
- Todesstrafe - jemanden geistig "nullen": Der ist für mich gestorben. Von dir erwarte ich mir nichts mehr. Mit dem will ich nichts mehr zu tun haben! Dem gehe ich lieber aus dem Weg.
Doch das ist Selbstjustiz ("Lynchen"), denn Gott allein hat das Amt des Richters: "Redet nicht Übles gegeneinander, Brüder. Wer gegen einen Bruder Übles redet oder seinen Bruder richtet (kritisiert), der redet Übles gegen das Gesetz und richtet das Gesetz (das nämlich eben das verbietet). Wenn du aber das Gesetz richtest, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter. Einer ist Gesetzgeber und Richter, der zu erretten und zu verderben vermag. Du aber, wer bist du, der du den Nächsten richtest?" (Jakobus 4:11-12)
"Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden,
und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden."
(Matthäus 7:2)"Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses." (2.Korinther 5:10)
"Ich sage euch aber, dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts." (Matthäus 12:36)
Die Worte Jesu an dieser Stelle (Matthäus 7:1-2) sind ebenso an Christen gerichtet wie die ganze Bergpredigt (an Jünger, die er lehrt, 5:1-2, die das Licht der Welt, das Salz der Erde sind).
Bild: Vor Gottes Richterstuhl
Unser Leben vor Gottes Thron wie ein Video = Gerechtigkeit, da bei allen Gleich. Der Maßstab der Beurteilung? Meterstab aus unserer Tasche!
Was gerichtet wird, ist bei allen Menschen gleich, nämlich ihre Worte und ihre Werke: Matthäus 12:36 und Offenbarung 20:12.
Wie gerichtet wird, mit welchem Maßstab die Fakten gemessen werden, ist von Mensch zu Mensch verschieden und liegt ganz in unserer Hand: Wenn wir kleinlich und gnadenlos sind, werden auch wir kleinlich und gnadenlos behandelt. Wenn wir anderen vergeben, werden wir auch gnädig behandelt und Gott wird auch uns vergeben:
"Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben. ... Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen ihre Vergehungen nicht vergebt, so wird euer Vater auch eure Vergehungen nicht vergeben."
(Matthäus 6:12,14-15)Maßstäbe
Total wichtig: Oft meinen wir, wir müssten fehlerlos sein, um Gottes Gericht zu bestehen. Hier gibt er uns einen ganz anderen Schlüssel: Barmherzig sein mit den Fehlern anderer! Das ist in dieser Welt so wichtig.
Im Gericht wird das Wichtigste nicht sein, wie viele Fehler wir selber gemacht haben,
sondern wie wir mit den Fehlern der anderen umgegangen sind!
Wir selbst geben Gott den Maßstab in die Hand, mit dem er uns messen wird!
Gott will uns hier durch die Furcht des Herrn motivieren. Er warnt uns vor den Folgen. Das sind zwei Motivationen: Liebe oder Furcht. Beide brauchen wir als Gottes Kinder, ähnlich wie Menschenkinder.
Splitter und Balken
"Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr?
Oder wie wirst du zu deinem Bruder sagen: Erlaube, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, der Balken ist in deinem Auge?
Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus deines Bruders Auge zu ziehen." (Matthäus 7:3-5)
Das Auge steht dafür, wie wir den anderen wahrnehmen. Der Balken ist die negative Haltung, dass man eigentlich nicht das Wohl des anderen will, sondern seine Bestrafung!
Esther 7:9-10 !!! Der Pfahl, den Haman für Mordechai errichten ließ, wurde zum Richtbalken für ihn selbst!
Darum ist es Heuchelei, wenn man so tut, als wolle man dem anderen helfen, in Wirklichkeit will man jedoch, dass er büßen soll.
Durch eine kritische, verurteilende Haltung wird die Wahrnehmung total gestört. Man kann seltsamer Weise zwar die Fehler des anderen sehen, aber ihn selbst nicht mehr! Kritik ist wie ein Filter und ein übersteigertes Wahrnehmungsvermögen, eine Allergie ("Auf den oder das reagiere ich allergisch"). Erst wenn man diese negative Haltung abgelegt hat, kann man den anderen im richtigen Licht sehen und ihm auch tatsächlich helfen
Kritik und Satan
Es ist ein Irrtum zu meinen, man hätte den heiligen Geist, weil man Fehler/Mängel bei anderen deutlich erkennen kann. Gerade Satan erkennt sehr gut unsere Fehler und verklagt uns für sie bei Gott. Das ist eines der Hauptkennzeichen satanischen Wesens und dämonischer Aktivität, wenn Brüder angeklagt werden (Offb 12:10).
Gottes Wirken ist daran zu erkennen, dass er wirklich helfen kann. Nicht die Aufdeckung von Mängeln, sondern ihre Behebung ist göttlich! Die Erkenntnis bläht auf, die Liebe bessert.
Dazu kommt, dass wir mit einer verurteilenden Haltung meist entweder schon dasselbe Problem haben oder aber noch bekommen werden: Matthäus 18:21-35 ("Schalksknecht" schuldet 60.000.000 Denare=ca. 30.000.000.000 öS, der andere 100=50.000 öS - vgl. Balken und Splitter!)
Wir müssen uns ehrlich prüfen: Meinen wir es wirklich gut mit dem anderen, oder sind wir verbittert, voller Frust und Anklage? Erst wenn wirkliche Liebe uns erfüllt, können wir dem anderen helfen. Eine Haltung von Barmherzigkeit ist wichtiger als sachliche Richtigkeit.
Auch die anderen Menschen merken instinktiv und sehr schnell, ob wir es wirklich gut mit ihnen meinen, oder eigentlich über sie frustriert sind.
Bild: Ärzte und Verbrecher
Überlege einmal! Es gibt zwei Arten von Menschen, die heutzutage den anderen bewusst Schmerzen zufügen.
Verbrecher, weil sie ihre Interessen rücksichtslos durchsetzen, womöglich sogar Freude daran haben, andere zu quälen.
Ärzte. Wir gehen aus eigenem Antrieb zu ihnen und lassen uns von ihnen "quälen" (Zahnarzt), weil wir wissen, dass sie es gut mit uns meinen.
Sobald wir zu einem Arzt kein Vertrauen haben, weil wir das Gefühl haben, er vertritt nur seine eigenen Interessen, gehen wir zu einem anderen.
"Liebevoller Umgang mit Fehlern"
Jesus hat ganz grundlegende Aussagen darüber gemacht, wie wir liebevoll mit Fehlern anderer Christen umgehen können und sollen. Er hat erklärt:
"Wenn aber dein Bruder (gegen dich) sündigt, so ...
1. geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein. Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen.
Der erste Schritt ist, zu demjenigen selber hinzugehen und es nicht erst unter den Leuten zu verbreiten! Dies ist ein elementares Prinzip, das wir unbedingt beachten müssen! Ansonsten werden wir zu solchen, die mit Worten anderen schaden, ein Lästerer. Diese Sünde ist für Gott ebenso ein Greuel wie Götzendienst, Hurererei oder Einbruchdiebstahl:
"Ich habe euch geschrieben, keinen Umgang zu haben, wenn jemand, der Bruder genannt wird, ein Unzüchtiger ist oder ein Habsüchtiger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold (Alkoholiker) oder ein Räuber, mit einem solchen nicht einmal zu essen."
(1.Korinther 5:11-12)Der zweite Schritt besteht darin, einen oder zwei andere Geschwister hinzuzuziehen, die sich der Sache objektiv nähern:
"Wenn er aber nicht hört, so ...
2. nimm noch einen oder zwei mit dir, damit aus zweier oder dreier Zeugen Mund jede Sache bestätigt werde." (Matthäus 18:16)
Also wieder nicht herumposaunen, sondern nur mit den ein oder zwei Personen sprechen, die dann auch mit zu der anderen Person gehen! Dies sollen keine "Spezln" sein, die Partei ergreifen, sondern "Zeugen"! Dies ist ein ganz simpler, aber enorm wichtiger und hilfreicher Schritt - sich selber der Autortät von Mitchristen zu unterstellen.
Bei der Auswahl dieser Helfer bitte beachten: Kann jemand objektiv sein, der den anderen nicht liebt, sondern ablehnt oder hasst? Die mitgenommenen Geschwister sollen auch die Einstellung haben, dass sie versuchen, den Bruder, der sündigt, zu gewinnen!
"Wenn er aber nicht auf sie hören wird, so ...
3. sage es der Gemeinde."
Wenn Geschwister selbst nach diesen Schritten noch nicht miteinander klarkommen, gibt es noch die Möglichkeit, die Sache vor die ganze Gemeinde zu bringen. Sie stellt nicht nur die höchste Autorität am Ort dar, sie ist von Gott auch mit Weisheit und Gaben ausgestattet, die dazu helfen können, Konflikte zu schlichten und verirrten Geschwistern wieder auf den geraden Weg zu helfen. Wir dürfen nicht meinen, nur die Leiter wären von Gott berufen, Gemeindezucht zu verantworten. Jesus macht es ausdrücklich zu einer Sache der ganzen Gemeinde! Alle Geschwister können mit Gebet und Fasten dazu beitragen, dass ein geistlicher Rahmen geschaffen wird, in dem Gott handeln kann.
"Wenn er aber auch auf die Gemeinde nicht hören wird, so ...
4. sei er dir wie der Heide und der Zöllner.
Wahrlich ich sage euch: Wenn ihr etwas auf der Erde binden werdet, wird es im Himmel gebunden sein, und wenn ihr etwas auf der Erde lösen werdet, wird es im Himmel gelöst sein.
Wiederum sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde übereinkommen werden, irgendeine Sache zu erbitten, so wird sie ihnen werden von meinem Vater, der in den Himmeln ist. Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte." (Matthäus 18:17-20)
Ein Gemeindeausschluss ist der letzte Versuch, einen verirrten Bruder zur Umkehr zu bringen und nicht das Zeichen, dass man nichts mehr von ihm wissen will. Dennoch ist ein Gemeindeausschluss eine gravierende Sache!
Beachte, dass diese Worte eingebettet sind in das Gleichnis vom Verlorenen Schaf und das Gleichnis vom unbarmherzigen Knecht mit Jesus" Aufforderung, dem Bruder "siebzigmal sieben" zu vergeben!"
Ein Bild: Streit in der Familie
Wenn Kinder einer Familie streiten, können die Eltern wunderbar schlichten, weil sie die Autorität dazu haben. Wir brauchen in der Familie der Kinder Gottes, der Gemeinde, auch "Eltern", nämlich "Älteste" (selbe Wortwurzel!), die mit 1.) Gelassenheit, 2.) Erfahrung und 3.) Autorität schlichten können.
"Bringt es jemand von euch, der eine (Rechts-) Sache mit dem anderen hat, über sich, vor den Ungerechten zu streiten, und nicht vor den Heiligen?
Oder wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten (= regieren) werden? Und wenn durch euch die Welt gerichtet wird, seid ihr dann nicht würdig, über die geringsten Dinge zu richten?
Wisst ihr nicht, dass wir Engel richten werden? Wievielmehr über Alltägliches!
Wenn ihr nun über alltägliche Dinge Rechtshändel habt, so setzt ihr die zu Richtern ein, die in der Gemeinde nichts gelten? Zur Beschämung sage ich es euch. Also nicht ein Weiser ist unter euch, auch nicht einer, der zwischen Bruder und Bruder entscheiden kann? Sondern es streitet Bruder mit Bruder, und das vor Ungläubigen!"
(1.Korinther 6:1-6)
Perlen vor die Säue
"Gebt nicht das Heilige den Hunden, werft auch nicht eure Perlen vor die Schweine, damit sie diese nicht etwa mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen."
(Matthäus 7:6)Häufige Auslegung: Nicht Evangelisieren, nicht zu Ungläubigen über den Glauben reden. Doch Textzusammenhang:
Wenn wir mit Menschen Probleme haben, sie kritisieren, an ihnen herumnörgeln, sie sich aber dagegen sträuben, was machen wir dann meist als nächtes?
Wir sprechen mit anderen Menschen darüber, regen uns vor und mit ihnen auf!
Genau darum geht es: Das Heilige sind nicht Bibeln, sondern Brüder! Vers 4: Wie wirst du zu deinem Bruder sagen ... Das Gegenstück zu dem Heiligen, das zerrissen wird, sind wir selber!
Gebet und Heiliger Geist
Matthäus 7:7-11
Diese Verse gehören zum Vorherigen!
Was ist die Lösung für den Geist von Bitterkeit, Anklage, den kleinkarierten?
Gott um Liebe, um Gnade, um Barmherzigkeit bitten. Diese Liebe wird in unsere Herzen ausgegossen durch den heiligen Geist: Römer 5:5!
Diese Verse sprechen nicht vom Gebet um ein neues Auto, materielle Dinge, Versorgung und Wünsche für unser Leben! Es geht um den heiligen Geist, vergleiche Lukas 11:13!
Und wie Paulus in 1.Kor 12+14 klar macht, Zentrum Kap 13 = Liebe!, sind die Geistesgaben in erster Linie gegeben, um den anderen zu dienen!
Deswegen ist dieses Gebet bei Gott auch so an-genehm, darum haben wir auch so absolute Verheißungen, dass Gott es erhört!
Lektion 10
Sekten und Irrlehrer
Die goldene Regel - Erfüllung des Gesetzes
"Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch. Denn darin besteht das Gesetz und die Propheten."
(Matthäus 7:12)"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten."
(Matthäus 22:37-40)"So ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes."
(Römer 13:10)Die enge Pforte
"Geht ein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die auf ihm hineingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden."
(Matthäus 7:13-14)Für die "enge" Pforte verwendet das Griechische hier das Wort "stenos" (vergleiche das Deutsche "Steno-Graphie"), das als Hauptwort (to stenos) soviel bedeutet wie "Engpass, Hohlweg", von daher abgeleitet auch "Mangel, Not, Bedrängnis, knappe Mittel". Als Eigenschaftswort bedeutet es "dürftig, kärglich, geringfügig".
Als Tätigkeitswort bedeutet "stenoh" soviel wie "beengen, zusammendrängen", und davon abgeleitet auch "keuchen, ächzen, stöhnen, wehklagen, laut jammern". Die allem zugrundeliegende Wurzel "(s)ten" bedeutet "laut tönen", lat. tonare, althochdeutsch donaron, neuhochdeutsch donnern und stöhnen.
Es ist also durchaus kein Spaziergang, in das Reich Gottes zu kommen. Wer hinein will, muss so manche Bedrängnis, manchen Mangel und manche Not in Kauf nehmen:
"Sie befestigten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, im Glauben zu verharren, und sagten, dass wir durch viele Trübsale in das Reich Gottes eingehen müssen." (Apostelgeschichte 14:22)
"Ringt danach, durch die enge Pforte einzugehen. Denn viele, sage ich euch, werden einzugehen suchen und werden es nicht vermögen." (Lukas 13:24)
"Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und alles Böse lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freut euch und frohlockt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln, denn ebenso haben sie die Propheten vor euch verfolgt." (Matthäus 5:11-12)
"Geliebte, lasst euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes (für Christen ist Verfolgung etwas Normales!), sondern freut euch, insofern ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, damit ihr euch auch in der Offenbarung seiner Herrlichkeit mit Frohlocken freut.
Wenn ihr im Namen Christi geschmäht werdet, glückselig seid ihr! Denn der Geist der Herrlichkeit und Gottes ruht auf euch. Denn niemand von euch leide als Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder als einer, der sich in Fremde Sachen mischt; wenn er aber als Christ leidet, schäme er sich nicht, sondern verherrliche Gott in diesem Namen." (1.Petrus 4:12-16, vgl. Apostelgeschichte 5:40-42)
Falsche Propheten, Wölfe im Schafspelz
"Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe!"
(Matthäus 7:15)Jesus verwendet das Bild von der Schafherde. Er vergleicht die Christen mit Schafen - das sind Herdentiere. Wir wissen, dass alle Arten von Raubtieren immer bevorzugen, Tiere anzugreifen, die von der Herde getrennt wurden (Hyänen, Löwen, Wölfe, sogar Adler usw).
Wölfe im Schafspelz, das bedeutet, dass diese Menschen sich als Christen geben, äußerlich von diesen nicht zu unterscheiden sind! Wie erkennen wir sie dann?
"An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man etwa von Dornen eine Traube oder von Disteln Feigen? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber der faule Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, noch ein fauler Baum gute Früchte. Jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Deshalb, an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen." (Matthäus 7:15-20)
Was sind diese Früchte? Die Weiterführung von Jesus macht klar, dass es sich nicht um Gaben handeln kann, mit denen Taten in der Kraft Gottes vollbracht werden:
"Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt (griechisch "prophezeit") und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke (griechisch "dynamis = Machttaten") getan? Und dann werde ich ihnen bekennen (auch ein Bekenntnis!): Ich habe euch niemals gekannt! Weicht von mir, ihr Übeltäter!"
Warum bekommen diese Menschen keinen Zutritt zu Gottes Reich. War es eine Sünde, zu prophezeien, Dämonen auszutreiben und Wunderwerke zu tun, und das alles in Jesu Namen? Ist es so, wie manche sagen, dass es diese Dinge unter Christen gar nicht mehr geben darf, seit das Neue Testament geschrieben ist? Nein, die Geistesgaben sind uns so lange gegeben, bis die Christenheit in Jesus eins geworden ist (Epheser 4:11-13), bis wir Jesus so erkennen, wie er uns erkannt hat (1.Korinther 13:10-12). Nein, der Text betont das Gegenteil: Obwohl diese Gaben den Christen von Gott gegeben sind, und obwohl sie sich offen zum Namen Jesu bekannt haben, weist Jesus sie dennoch ab. Der Grund?
Gaben sind nicht Früchte! Gaben werden einem von Gott "gegeben", unabhängig vom eigenen Charakterzustand, während die Früchte langsam wachsen müssen und mit einer Umgestaltung unseres Herzens Hand in Hand gehen. Die Früchte sagen etwas über unser Herz und unsere Beziehung zu Gott, die Gaben dagegen nicht!
Weihnachtsbaum und Obstbaum
Während wir jeden Obstbaum zweifelsfrei an seinen Früchten erkennen können, sagen die Gaben, die am Weihnachtsbaum hängen, nichts über ihn selber aus. In der Tat sind die meisten Weihnachtsbäume sogar tot, abgeschnitten von ihrer Wurzel. Dennoch können bunte Kugeln, Wunderkerzen, Sterne und Kekse an ihnen hängen.
Damit soll absolut nicht gesagt sein, dass die Gaben nichts wären. Alle guten Gaben kommen von Gott, demnach sind auch die Geistesgaben gut. Aber sie zeigen eben nur, dass Gott gut ist, nicht unbedingt der, der sie empfängt!
"Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht (oder Hurerei, griechisch "porneja", also auch Pornographie), Unreinheit, Ausschweifung, Götzendienst (Vergötterung anderer Werte oder Anrufung anderer "Helfer" als Gott), Zauberei (Manipulation und Einschüchterung anderer), Feindschaften, Hader, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen, Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen. Von diesen sage ich euch im voraus, so wie ich vorhersagte, dass die, die so etwas tun, das Reich Gottes nicht erben werden.
Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung (griech. en-krateja)." (Galater 5:19-22)
Es fällt auf, dass die meisten der genannten Eigenschaften den Umgang mit anderen Menschen betreffen. Gute Früchte sind Friedensstifter-Qualitäten. Wer jedoch Entzweiung unter Mitmenschen oder Mitchristen anrichtet, vollbringt Werke des Fleisches. Frage Dich selbst: Stiftest du andere dazu an, sich zu versöhnen, zu vertragen und wieder zusammenzuarbeiten, oder stachelst du sie an, sich zu meiden und aus dem Weg zu gehen?
Ohrenbläser ...
... sind Menschen, die dem Gegenüber nach dem Mund reden, ihm schmeicheln, und gleichzeitig schlecht oder anklagend über die Abwesenden reden. Die Bibel sagt:
"Ein Mann der Falschheit entfesselt Zank, und ein Ohrenbläser entzweit Vertraute." (Sprüche 16:28)
"Wer einen Menschen zurechtweist, findet letztlich mehr Gunst als einer, der mit der Zunge schmeichelt." (Sprüche 28:23)
Sprich in Gegenwart einer "Partei" gut über die andere und versuche, den Anwesenden dazu zu bewegen, selber Schritte auf den anderen zu zu machen.
Dies ist auch die Haltung eines Eheberaters: Er versucht beim jeweiligen "Gegner" Verständnis für seinen Partner zu wecken und ihm seine eigenen Fehler und Schwächen bewusst zu machen. Veränderung ist immer nur bei dem möglich, mit dem man gerade spricht! Über seine Fehler sollte man sprechen, nicht über die des Abwesenden!
Typisch für Sektierer ist, dass sie Christen von der Gemeinschaft aller Christen abdrängen oder weglocken wollen, um sie letztlich zu "verzehren" - so, wie Wölfe dies eben mit Schafen tun. Sie wollen diese Menschen sich "einverleiben", für ihre eigenen Interessen und Zwecke mißbrauchen, an sich selber binden. Dazu gehört sowohl ihre materielle Ausbeutung durch finanzielles "Melken" oder Für-sich-arbeiten-lassen, als auch ihre geistliche Versklavung durch das Auferlegen von menschlichen Traditionen oder Satzungen und die Verehrung der Leiterschaft.
Die Endzeit wird sehr christ-lich!
"Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten sein werden. Denn die Menschen werden selbstsüchtig sein
(egoistisch), geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam (antiautoritär), undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott - die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen - und von diesen wende dich weg." (2.Timotheus 3:1-5)Die Menschen werden also gottesfürchtig und christlich erscheinen und großen Wert auf diese Form legen, gleichzeitig aber ein gottfernes Leben führen. Jesus selber betont dies auch in seinen Endzeitreden:
"Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg. Als aber die Saat aufsprosste und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut. Es kamen aber die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut? Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sprachen zu ihm: Willst du denn, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber sprach: Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrautes zugleich mit ihm den Weizen ausrauft. Lasst beides zusammen wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber sammelt in meine Scheune! ...
Dann entließ er die Volksmengen und kam in das Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut des Ackers. Er aber antwortete und sprach: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen, der Acker aber ist die Welt. Der gute Same aber sind die Söhne des Reiches, das Unkraut (wörtlich "Lolch", das ist ein dem Weizen ähnliches Unkraut) aber sind die Söhne des Bösen. Der Feind aber, der es gesät hat, ist der Teufel. Die Ernte aber ist die Vollendung des Zeitalters, die Schnitter aber sind Engel. Wie nun das Unkraut zusammengelesen und im Feuer verbrannt wird, so wird es in der Vollendung des Zeitalters sein. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Ärgernisse zusammenlesen und die, die Gesetzloses tun. Und sie werden sie in den Feuerofen werfen: da wird das Weinen und Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in dem Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat, der höre!" (Matthäus 13:24-30 + 36-43)
In der Endzeit werden also beide Arten von Samen ausreifen: Der christliche und der schein-, der antichristliche. Am Anfang sehen beide gleich aus, erst wenn die Frucht zu erkennen ist, wird offenbar werden, zu welcher Art von Samen der jeweilige Mensch gehört! Die Bibel macht klar, wie böse der verkehrte Same ist, wenngleich er der Form und den Kraftwirkungen nach dem göttlichen extrem ähnelt:
"Auf die Weise aber, wie Jannes und Jambres (= die Zauberer, die die Wunder Moses nachahmten) Mose widerstanden, so widerstehen auch sie der Wahrheit. Menschen, verdorben in der Gesinnung, im Blick auf den Glauben unbewährt." (2.Timotheus 3:8)
Jannes und Jambres widerstanden Mose nicht nur durch Worte, sondern indem sie die gleichen Wunder taten wie er! Dieser Art von Menschen, die in der Endzeit mehr und stärker werden, stellt Paulus sein eigenes Leben gegenüber:
"Du aber bist genau meiner Lehre gefolgt, meinem Lebenswandel (Früchte!), meinem Vorsatz, meinem Glauben, meiner Langmut, meiner Liebe, meinem Ausharren, meinen Verfolgungen, meinen Leiden, die mir in Antiochien, in Ikonium, in Lystra widerfahren sind. Diese Verfolgungen ertrug ich, und aus allen hat der Herr mich gerettet.
Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden!
Böse Menschen und Betrüger aber werden zu Schlimmerem fortschreiten (was ist schlimmer als Verführung?:), indem sie verführen und verführt werden. (Merke: Verführer sind immer zugleich selber verführt!)
Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und wovon du völlig überzeugt bist, da du weißt, (1.) von wem du gelernt hast, und (2.) weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.
Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk (nicht nur Bekenntnis, sondern auch Lebenswandel!) völlig zugerüstet." (2.Timotheus 10-17)
Die Leiden des Missionars Paulus sind Teil der guten Früchte, die sein Leben als göttlich kennzeichnen. Alle Christen, die wirklich Jesus nachfolgen wollen, werden derartige Verfolgungen ertragen müssen.
Noch schlimmer sind Paulus zufolge jedoch die Verführungen, die kommen werden. Darum warnt Jesus sogar seine eigenen Missionare, als sie ihn nach der Endzeit fragen, als allererstes vor der Gefahr, verführt zu werden:
"Seht zu, dass euch (die zwölf Apostel!) niemand verführe! Denn viele werden unter meinem Namen kommen ... und werden viele verführen." (Matthäus 24:4-5)
Paulus nennt hauptsächlich zwei Dinge, die uns zum Schutz werden:
Wenn wir Menschen folgen, deren Lebenswandel dem seinen gleicht (= Früchte!)
Wenn wir auf Gottes Wort achten und es tun
Das wird von Petrus ausdrücklich bestätigt:
"Und so besitzen wir das prophetische Wort umso fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht." (2.Petrus 1:19)
Jesus war immer von Jüngern umgeben. Darunter waren viele Kranke und Sünder, Prostituierte und Alkoholiker, nicht immer eine ausgesprochen angenehme Gesellschaft. Das gleicht ein wenig dem, wenn man zum Arzt geht - man muss das Wartezimmer in Kauf nehmen, wo man einige Zeit mit anderen Kranken zubringt. So ist das halt jetzt. Immerhin sind wir ja auch nicht besser als die anderen und bringen unsere Fehler und Nöte mit.
"Seid wie neugeborene Kinder begierig nach vernünftigen (griechisch logikos = dem Wort gemäßen), unverfälschten Milch, damit ihr durch sie wachset zur Errettung, wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist. Zu ihm kommend als zu einem lebendigen Stein, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt und kostbar, lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus." (1.Petrus 2:2-5)
Jedes Kind braucht Nahrung, um zu wachsen, das gilt auch, wenn wir "Kinder Gottes" sind. Unser moderner Appetit ähnelt nur manchmal sehr stark dem der Griechen, denen Paulus in Athen begegnete. Die packten ihn regelrecht und sagten:
""Können wir erfahren, was diese neue Lehre ist, von der du redest? Denn du bringst etwas Fremdes vor unsere Ohren. Wir möchten nun wissen, was das sein mag!" - Alle Athener aber und die Fremden, die sich da aufhielten, brachten ihre Zeit mit nichts anderem zu, als etwas Neues zu sagen und zu hören."
(Apostelgeschichte 17:19-21) Diese Leute wollten nicht die Flasche mit nahrhafter Milch trinken, sondern lieber immer wieder an neuen Schnullern lutschen. Sie wollten immer wieder Neues hören oder sagen können, aber nicht tun! Diese Haltung wird immer extremer werden:"Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Lüsten sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden."
(2.Timotheus 4:3-4)Wenn man danach lechzt, immer wieder etwas "Neues" aufgetischt zu bekommen, empfindet man die "gesunde Lehre" leicht als fade Alltagskost Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die größten Probleme im Leben des einzelnen Christen, aber auch ganzer Gemeinden, nicht auftreten, weil man die "neueste Erkenntnis" nicht kannte, sondern weil man die elementarsten Grundprinzipien nicht befolgt hat. Darum wollen wir uns "gesunde Lehre" zu Gemüte führen, nicht Nachtigallenzungen, sondern solide Hausmannskost - Brot, Obst und Gemüse mit vielen lebenswichtigen Vitaminen, wie wir sie reichlich in der Bergpredigt finden.
8. Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten,
denn ihrer ist das Königreich der Himmel.
(Matthäus 5:10)Verfolgung kann bedeuten, dass wir einmal regelrecht vor unseren Feinden fliehen, unseren Wohnort verlassen müssen! Doch "was kann uns trennen von der Liebe Christi? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert ... ? In
(in!) diesem allen sind wir mehr als Überwinder durch den, der uns geliebt hat!" (Römer 8:35-37)
Früchte oder Gaben: Feigen- oder Weihnachtsbaum
Jesus sagt, wenn wir die Bergpredigt befolgen, dann haben wir eine unerschütterliche Grundlage für unser ganzes Leben. Wenn aber nicht, müssen wir seinen Worten zufolge mit dem Schlimmsten rechnen, denn am Ende seiner Predigt sagt er:
"Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.
Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir ihr Übeltäter!"
(Matthäus 7:21-23)
Weitere Themen in Vorbereitung:
Die Endzeit - Prophezeiungen für die Gegenwart
Die Bedeutung Israels für die Weltgeschichte und Weltpolitik
Die Gemeinde (weltweit und lokal)
Freundschaft - Partnerschaft - Ehe - Familie
Das Wort Gottes
Ein weiteres Hindernis ist die Überzeugung, man könne sich nicht ändern. Zum Beispiel bestärkt der Glaube an Horoskope viele Menschen in der Meinung, sie könnten eigentlich gar nichts für ihre Probleme:
1. ... liefern die Horoskope eine billige Entschuldigung und ein Abschieben der Verantwortung, indem man sagen kann: "Ich bin halt so, weil ich zu diesem oder jenem Zeitpunkt geboren wurde. Die Sterne haben meinen Charakter geprägt, ich kann da nichts dafür! Alle Menschen, die in meinem Sternbild geboren sind, neigen dazu, ungeduldig zu sein, ihrem Partner nicht treu zu sein, in Geldangelegenheiten leichtfertig zu handeln usw. usf. ..." Wie mit einem Zaubertrick ist auf einmal die ganze Schuldfrage aus dem Blickfeld verschwunden!
2. ... führen Horoskope zu einer Unmündigkeit und Abhängigkeit, die zu vergleichen ist mit der von Menschen, die zu Hellsehern und Wahrsagern gehen, um ihr Leben von diesen vorhersagen zu lassen. Durch den Glauben an sie gibt man diesen Medien tatsächliche Macht und Gewalt über sein Leben und lässt sich damit letztendlich fremdbestimmen und fernsteuern.
3. ... bewirken Horoskope eine Festlegung, indem sie dem Menschen eine Pseudo-Identität überstülpen: "Ich bin dieses oder jenes Sternzeichen, daran kann ich nichts ändern."
(Das ist Zauberei in Reinkultur: Du bist ein Frosch!) Die Festlegung auf irgendwelche Sternzeichen führt dazu, dass jede grundlegende Veränderung massiv be-hindert, wenn nicht sogar ver-hindert wird.Das erinnert stark an das hinduistische Karma-Denken und Kastensystem, in dem das Schicksal unabänderlich ist und niemand seine Kaste verlassen kann. Die Folgen dieses Schubladen-Denkens sind letztendlich Resignation und Passivität.
Doch das Leben der Christen steht unter einem ganz anderen Stern, nämlich dem "Stern von Bethlehem". Wir sind aus Gottes Geist wiedergeboren und haben einen zweiten Geburtstag. Und dessen Sternzeichen ist der "helle Morgenstern", nämlich Jesus selbst, der in unseren Herzen aufgeht
(vgl. Offenbarung 22:16; 4.Mose 24:17). Horoskope, Kartenleger und Hellseher haben uns damit nichts mehr zu sagen!
"Geliebte, nicht ein neues Gebot schreibe ich euch, sondern ein altes Gebot, das ihr von Anfang an hattet. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt.
Wiederum schreibe ich euch ein neues Gebot, das, was wahr ist in ihm und in euch, weil die Finsternis vergeht und das wahrhaftige Licht schon leuchtet."
(1.Johannes 2:7-8)"Und nun bitte ich dich, Herrin, - nicht als schriebe ich dir ein neues Gebot, sondern das, welches wir von Anfang an gehabt haben - dass wir einander lieben."
(2.Johannes 1:5)"Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt."
(Johannes 13:34)Gottes Hilfsinstrument: Das Kreuz
Der Preis der Nachfolge besteht darin, dass wir jeglichen Besitz und alle Beziehungen aufgeben müssen, die uns davon abhalten, Jesus nachzufolgen. Doch wie schaffen wir es, uns tatsächlich von den Dingen zu lösen, die uns so binden? Wenn wir ehrlich sind, geht es uns ja auch nicht besser als all den anderen Menschen, die vor allem an Besitz, Beziehungen und den eigenen Gefühlen hängen.
Nun, Gott nennt uns den Schlüssel zum Durchbruch, das Hilfsinstrument, ohne das wir keine Chance hätten. Was für den Angler die Angel und für den Skifahrer die Skier sind, das ist dieses Hilfsinstrument für jeden Christen. Jesus erklärt, um welchen "Gegenstand" es sich handelt. Er betont:
"Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann
Was auf den ersten Blick wie eine zusätzliche Last aussieht, ist in Wirklichkeit der Schlüssel zum Erfolg, ein unentbehrliches Hilfsmittel für uns! Ohne dieses Hilfsmittel werden wir nicht die dynamis, die Kraft haben, Jesus nachzufolgen. "Wer nicht sein Kreuz trägt, der wird nicht die Power haben, mein Jünger zu sein!" Er wird vielleicht wollen, aber er wird es nicht schaffen.
Warum? Was bedeutet es, "das Kreuz auf sich zu nehmen"? Woher kommt die geheimnisvolle Kraft des Kreuzes? Sollen wir uns ein Kreuzchen um den Hals hängen? Oder uns irgendwelche Mühsal selbst auferlegen? Natürlich nicht. Doch was meint Jesus dann? Was bedeutete es zu Jesus" Zeit, ein Kreuz zu tragen?
Zum Tode verurteilt!
Nun, jeder, der damals einen Menschen das Kreuz tragen sah, wusste, dass dieser nicht mehr lange zu leben hatte. Denn ein Kreuz trugen zur damaligen Zeit nur Menschen, die von den damals herrschenden Römern zum Tode verurteilt waren. Tatsächlich war das Tragen des Kreuzes schon der erste Teil der Vollstreckung dieses Urteils. So ein Mensch hatte mit seinem alten Leben abgeschlossen, er hatte von dieser Welt nichts mehr zu erwarten.
Das Kreuz führt uns also vor Augen, dass wir sterben müssen. Dieses Bewusstsein bewirkt, dass wir mit einer ganz anderen Ernsthaftigkeit an Gottes Reich zu denken beginnen, ähnlich wie der Schächer am Kreuz. Mit anderen Worten: Jesus hält es für enorm wichtig, dass wir jeden Tag in dem Bewusstsein leben, dass wir mit hundertprozentiger Sicherheit diese Welt verlassen müssen und dann nichts mitnehmen können: "Denn wir haben nichts in die Welt hereingebracht, so daß wir auch nichts hinausbringen können."
(1.Timotheus 6:6)
Dem Retter auf den Fersen
Wenn uns bewusst wird, dass Jesus unsere einzige Chance ist, hier "lebend herauszukommen", dann werden wir ihm mit aller Kraft auf den Fersen bleiben. Wir wissen, dass wir von dieser Welt nichts mehr zu erwarten haben und werden nicht immer wieder versuchen, doch noch das eine oder andere erhaschen und mitnehmen zu können.
3. Eigene Wünsche, z.B. die Sehnsucht nach einem Partner, oder Ängste, z.B. Menschenfurcht
Gottes Hilfsinstrument
hierfür ist das Kreuz: Das Bewusstsein, dass unser Leben auf der Erde begrenzt ist und wir nichts in die andere Welt mitnehmen können. Daraus ergibt sich eine Lebenshaltung, die ihre Hoffnung nicht mehr auf irdische Dinge setzt, sondern ganz nach dem Reich Gottes trachtet.Genesis = Die Entstehung von Weltall und Erde
1. Das Weltall hat einen Anfang: "Im Anfang schuf Gott ..."
2. Zuerst die Himmel, dann die Erde: "... schuf Gott die Himmel und die Erde."
3. Die Erde "im Anfang" ein Tohuwabohu.
4. Die Erde in Finsternis gehüllt: "Und Finsternis war über den Wirbelfluten."
5. Die Erde von Wasser bedeckt: "... und Gottes Geist schwebte über den Wassern."
6. Erste Lebensformen im Urmeer: "Und Gottes Geist brütete über den Wassern."
7. Das Festland taucht später auf: "Und Gott sprach: Es werde sichtbar das Trockene!" Es folgt die Besiedlung mit Pflanzen.
8. Die ersten Tiere leben im Meer: "Und Gott sprach: Es sollen wimmeln die Wasser vom Gewimmel lebender Seelen!"
(Hebr. näphäsch = Seele, nur für Tiere und Menschen, nicht bei Pflanzen!) Die ersten Meerestiere waren überwiegend vielfüßige Tiere wie z.B. Trilobiten.9. Die Landtiere kommen nach den Meerestieren heraus (dem Meer?): "Das Festland lasse herauskommen
(hebr. jatsa" = etwas bereits Vorhandenes herauskommen lassen, z.B. Noah die Tiere aus der Arche, 1.Mose 8:17) lebende Seelen!" (Beachte, dass diese nicht, wie die Tiere des fünften Tages, gesegnet werden, weil sie von diesen abstammen und keinen Extra-Segen mehr brauchen!)10. Der Mensch erscheint am selben, nämlich dem sechsten Tag mit den Landtieren, aber nach ihnen.
Das erste Kapitel der Bibel: Ein Stammbaum!
Die Geschichte der Entstehung des Lebens ist ein Stammbaum! Im Untertitel heißt es: "Dies sind die Geschlechterfolgen
(hebr. toledot = Zeugungen, Geschlechtsregister, Stammbaum) der Himmel und der Erde."Toledot ist ein Spezialausdruck, der in der hebräischen Bibel ausschließlich Abstammungsfolgen, also Stammbäume bezeichnet (z.B. 1.Mose 5:1 eine Linie, 1.Mose 10:1+32 eine Völkertafel). Demnach sagt die Bibel schon seit mehr als dreitausend Jahren, dass die Lebensformen auf der Erde miteinander verwandt sind:
1.) Einfache Lebensformen im Meer beginnen den Stammbaum, ihnen folgen 2.) Wassertiere im Meer, die von Gott erschaffen und gesegnet werden. Von ihnen stammen wiederum die 3.) Landtiere ab, die "herauskommen", ohne geschaffen (hebr. bara") oder gesegnet zu werden. Noch am selben sechsten "Tag" erscheint 4.) die Menschheit.
Daraus ergibt sich rein logisch, dass die "sechs Tage", in denen Gott Himmel und Erde machte, nicht Menschen-, sondern Gottestage waren, die riesige Zeiträume umfassten. Vergleiche "Lexikon zur Bibel" von Fritz Rienecker:
" "Welches Tages" (Genesis 2:17) heißt "in dem Augenblick, wenn ..."; "bis auf diesen Tag" (1.Samuel 27:6; 2.Könige 2:22) steht für "bis heute", der Tag des Streites und Krieges (Hiob 38:23) wird auch mit "Zeit des Streits" wiedergegeben (Psalm 78:9; Hosea 10:14); "Tage" (Jesaja 7:17) sind "Zeiten" ... und die Tage eines Menschen sind die Dauer seines Lebens (Psalm 102:24,25; Jesaja 38:5; Klagelieder 5:21)."
"Und es wird geschehen an jenem jom = Tag, da wird Tyrus siebzig Jahre vergessen sein, solange wie die Tage eines Königs währen." (Jesaja 23:15)
"An dem jom = Tag werde ich die Städte bewohnt sein lassen, und die Trümmerstätten sollen aufgebaut werden." (Hesekiel 36:33)
"Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der gestrige Tag, wenn er vergangen ist (= zeitlos!), und wie eine Wache in der Nacht." (Psalm 90:4; vgl. 2.Petrus 3:8)
"An dem Tag (jom), an dem Gott Himmel und Erde machte." (1.Mose 2:4; sechs Tage hier als einer!)
Die erste menschliche Kultur
1. Die älteste Kultur der Welt: im Nahen Osten
2. Die Datierung: ca. 5.000 vor Christus
3. Die ersten Berufe: Viehzucht und Ackerbau
4. Beginn des Städtebaus
5. Erste Metallbearbeitung durch Hämmern (noch nicht Schmelzen)
Bibel und Archäologie
1. Babylon erst als Märchen angesehen - inzwischen gefunden
2. Ninive abgeleugnet - inzwischen gefunden
3. Existenz der Schrift zur Zeit Moses bestritten - inzwischen bewiesen
Bibel und Naturwissenschaft
1. Der Hase als Wiederkäuer (Mose)
2. Die Erde schwebt im Weltall (Hiob)
3. Die Berge sind mit ihren Fundamenten eingesenkt in die Lava
4. Die Elemente können zerschmelzen (Petrus)
5. Es gibt unteilbare Zeiteinheiten (Entrückung "en atómoh")
Fleischgewordene Gesetzlichkeit: Pharisäer
Sozusagen die Verkörperung der Gesetzlichkeit sind die Pharisäer. Immer wieder spricht Jesus zu ihnen oder warnt uns:
"Denn ich sage euch: Wenn nicht eure Gerechtigkeit vorzüglicher ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Königreich der Himmel eingehen."
Das Gebet des Pharisäers
Das größte Hindernis
ist die Überzeugung, wir wären schon in Ordnung. Das ist der Sauerteig der Pharisäer. Wir werden davon geheilt, wenn wir uns ehrlich im Spiegel von Gottes Wort betrachten."Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst (= ego-zentrisches Gebet, kreist um sich selbst wie die Fliege um den Kuhfladen) so: O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen der Menschen (= seine Sicht der anderen Menschen: total negativ): Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche (= fromme Werke), ich verzehnte alles, was ich erwerbe (= Spenden zur Gewissensberuhigung).
Und der Zöllner stand von fern und wollte sogar die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust (= Sündenerkenntnis) und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!
Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus im Gegensatz zu jenem. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden. Wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden." (Lukas 18:10-14)
Der Sauerteig der Pharisäer: Heuchelei
Das ist der Sauerteig der Pharisäer: die Heuchelei. "Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei!"
(Lukas 12:1) Mit Heuchelei meint Jesus die rein äußerliche Erfüllung des Gesetzes, während das Herz nicht erneuert wurde:"Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler. Denn ihr verzehntet die Minze und den Anis und den Kümmel und habt die wichtigeren Dinge des Gesetzes beiseite gelassen: das Gericht und die Barmherzigkeit und den Glauben; diese hättet ihr tun und jene nicht lassen sollen. Ihr blinden Führer, die ihr die Mücke seiht, das Kamel aber verschluckt.
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr reinigt das Äussere des Bechers und der Schüssel, inwendig aber sind sie voller Raub und Unenthaltsamkeit. Blinder Pharisäer! Reinige zuerst das Inwendige des Bechers, damit auch sein Auswendiges rein werde.
Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer! Denn ihr gleicht übertünchten Gräbern, die von außen zwar schön erscheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und aller Unreinigkeit sind. So scheint auch ihr von außen zwar gerecht vor den Menschen, von innen aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit."
Typisch: Betonung von sichtbaren Dingen, Kleinigkeiten und Äußerlichkeiten!
"Glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten ..."
Wenn ein Kind einen "gesunden Appetit" hat, ist das immer ein gutes Zeichen. Als Christen sollen wir einen starken Appetit nach Gerechtigkeit in unserem eigenen Leben (!) entwickeln. Wir sollten sozusagen danach "lechzen", dass unser Lebenstil grundlegend verändert wird.
Sündenerkenntnis und Bekenntnis
... ist das größte Problem der Selbstgerechten. Sie zeigen mit dem Finger auf die anderen, vergessen jedoch, dass dabei ein Finger auf Gott und drei auf sie selber zeigen! Ein Lebensstil der Anklage, dem Fehlersuchen an anderen:
"Die Schriftgelehrten und Pharisäer aber lauerten darauf, ob er am Sabbat heilen würde, damit sie eine Beschuldigung gegen ihn fänden." (Lukas 6:7)
Daher taten sie sich auch so schwer, als Johannes der Täufer kam und das Volk durch die Bußtaufe auf Jesus vorbereitete. Während er im Wasser stand, kamen die Leute vom Ufer um sich von ihm taufen zu lassen - indem sie ihre Sünden bekannten. Das fiel der Pharisäern schwer:
"Die Pharisäer aber und die Schriftgelehrten machten den Ratschluss Gottes für sich selbst wirkungslos, indem sie sich nicht von ihm taufen ließen." (Lukas 7:30)
Unverständnis im Umgang mit Sündern und Gnade:
"Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten gegen seine Jünger und sprachen: Warum eßt und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern?" (Lukas 5:30)
"Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt Sünder auf und ißt mit ihnen!"
(Lukas 15:2; es folgt das Gleichnis vom verlorenen Geldstück, Schaf und Sohn! Der zuhausegebliebene Sohn ist selbstgerecht und verhärtet.)"Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer!"
(Matthäus 12:7)Strenge:
"Einige aber von denen aus der Sekte der Pharisäer, die gläubig waren, traten auf und sagten: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz Moses zu halten!"
(Apostelgeschichte 15:5)"Die strengste Sekte unserer Religion, die Pharisäer."
(Apostelgeschichte 25:5)"Sie sagen es und tun es nicht. Sie binden aber schwere Lasten und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen."
(Matthäus 23:3)
Gesetzlichkeit ist ...
... die rein äusserliche Erfüllung des Gesetzes:
o äußerer Gottesdienst (z.B. Schlachtopfer, Zehnter, Fasten, Beten)
o sichtbare Zeichen von Frömmigkeit (Beschneidung, Quasten usw.)
o Beachtung von Feiertagen (Sabbat, Sonntag)
o dogmatisch richtige Bekenntnisse, gute Kenntnis der Schrift (Johannes 7:49)
1. Liebe Gott von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit aller deiner Kraft und deinem ganzen Verstand.
- Hast du andere Götter?
- Bist du Gott dankbar, oder bist du unzufrieden und murrst, klagst an?
2. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wie geht es dir in deinen Beziehungen zu:
- deinem Partner
- deinen Kindern
- deinen Eltern
- deinen leiblichen Geschwistern
- deinen Nachbarn, Arbeitskollegen
- deinen Geschwistern in der Gemeinde am Ort?
3. Du sollst nicht töten! Wie geht es dir mit:
- Abtreibung?
- Aggressionen gegen deine Nächsten? (Schimpfworte, Schreien)
4. Du sollst nicht ehebrechen! Wie geht es dir mit:
- Selbstbeherrschung? Literatur, Filme, Menschen?
5. Du sollst nicht stehlen? Wie geht es dir mit:
- Sachen mitgehen lassen in der Arbeit?
- dem Zehnten?
- Habsucht? Andere Übervorteilen? (Autoverkauf, Tricksen)
6. Du sollst nicht falsch schwören, nicht lügen, kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten! Wie geht es dir mit:
- Lügen? Falschaussage vor Gericht?
- Steuererklärung?
- Schlecht reden über andere?
7. Du sollst dich nicht selber rächen! Wie geht es dir mit:
- Rachegedanken
- Liebe zu den Menschen, die dir Stress machen?
- Liebe zu den Nichtchristen, den Verlorenen, den Sündern?
Gute Lehrer
Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota
(das ist der kleinste Buchstabe des hebräischen Alphabets) oder ein Strichlein (das ist noch weniger!) von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
Jede christliche Lehre muss darauf aufbauen, Gottes Wort erst einmal selber zu studieren, es zu tun und dann gewissenhaft und ohne Einschränkungen weiter zu geben. Ein Vorbild hierfür ist der Schriftgelehrte Esra. Er hatte
(so heißt es in Esra 7:10):... sein Herz darauf gerichtet, das Gesetz des HERRN zu erforschen (das heißt selber zu lernen) und zu tun (es also selber zu praktizieren) und (das ist nun der dritte Schritt) in Israel die Ordnung und das Recht des HERRN zu lehren.
(Esra 7:10)