Gottes
Beweise

Jede Menge gute Gründe,
an ihn zu glauben!

Die Frage, ob ein Schöpfer
und Herrscher des Weltalls existiert,
ist von den größten Denkern,
die je gelebt haben,
bejahend beantwortet worden.

Charles Darwin



1. Keine Angst vor Gottes-Beweisen! 5

  1. Der Uhrmacher-Gottsbeweis 8

  2. Naturwissenschaftliche Gottes-Beweise 25

  3. Was lehrt uns die Schöpfung über Gott? 35

  4. Du sollst dir kein Bildnis von Gott machen!” 46

  5. Wo sollen wir Gott suchen? 48

2. Gottes-Beweise schwarz auf weiß: Die Bibel 50

  1. Der Schöpfungsbericht und die Naturwissenschaften 51

  2. Eingetroffene Prophetien als Gottes-Beweise 64

  3. Vorhersagen über unsere nahe und ferne Zukunft 73

  4. Was die Bibel über DICH sagt 79

  5. Was die Bibel über GOTT sagt 83

3. Experimentelle Gottes-Beweise 86

  1. Ein Gottesbeweis für die “Ungläubigen” 89

  2. Das Gottes-Experiment am Karmel 98

  3. Experiment mit Gegenprobe 104

  4. Zeichen und Wunder damals und heute 109

  5. Private Gottes-Beweise 122

  6. Einige Gottes-Beweise, die ich selber erlebt habe 126

4. Zwingende Gottesbeweise 137

  1. Der ultimative Gottesbeweis für jeden Menschen 139

5. Gründe, nicht an Gott zu glauben 140

  1. Meine Vorurteile gegen den Glauben 147

  2. Angebliche Widersprüche in der Bibel 149

  3. Ein gewaltiges Glaubenshindernis: Die Kirche 151

  4. Das stärkste Argument für den Unglauben 156

6. Atheismus: Sein Hauptargument gegen Gottes Existenz 159

  1. Die logischen Folgen des Atheismus 161

  2. Die praktischen Folgen des Atheismus 166

  3. Nicht schön, aber befreiend: Die Wahrheit über Karl Marx 170

  4. Gefälschte Gottesbeweise! 176

7. Echter Glaube beruht auf Beweisen! 181

  1. Spuren im Wald: Ein kapitaler Zweifler 188

  2. Was ist überhaupt “Glaube”? 193

  3. Gottesbeweise und wahre Freiheit 196

8. Kostenlose Schriften zum Thema
Glaube und Naturwissenschaft
201

9. Der Autor: Wie ich vom Atheisten zum Christen wurde 205

10. Bekenntnisse berühmter Naturwissenschaftler 213



1. Keine Angst vor Gottes-Beweisen!



Unter Beweisen verstehen wir Vernunftgründe, die Wahrheiten überzeugend darlegen. Ein Beispiel für die Kraft von Beweisen sind Gerichtsprozesse, in denen Menschen ihre Schuld öffentlich bewiesen wird, ob sie dies wollen oder nicht. Meist wehren sie sich mit Händen und Füßen gegen diese Beweise, weil sie ihre Freiheit nicht verlieren wollen. Aus einem ähnlichen Grund ist uns vielleicht der Gedanke an Gottesbeweise unheimlich: Wir fürchten, sie könnten uns dazu zwingen, die Vorschriften irgend einer menschlichen Religion zu befolgen und uns so unsere Freiheit rauben.

Aber angenommen, es gäbe einen Gott ...

  1. der jeden Menschen so annimmt und liebt, wie er ist,

  2. der niemanden bevorzugt oder benachteiligt, egal welcher Religion oder Rasse er angehört,

  3. der uns gewaltige Freiheit gibt - sogar die Freiheit, gegen seinen Willen zu handeln,

  4. der bereit ist, uns alle Fehler zu verzeihen, und mehr noch:

  5. der uns helfen will, dass wir diese Fehler nicht immer wiederholen und uns selbst und anderen damit schaden,

  6. der will, dass es allen Menschen gut geht, schon hier und jetzt, aber auch über den Tod hinaus ...

... dann wäre das doch sehr schön, oder nicht? Allerdings ist die entscheidende Frage: Gibt es diesen Gott wirklich, oder ist er eine reine Wunschvorstellung, eine menschliche Erfindung? Ich bin überzeugt, dass es sogar jede Menge Beweise für die Existenz dieses Gottes gibt, doch bevor ich sie vorbringe, möchte ich auf zwei Einwände eingehen.

Wahrer Glaube braucht keine Beweise!”

Diese Behauptung klingt superfromm, ist aber letztlich purer Unsinn. Denn warum sollten wir irgend etwas glauben, wenn es keine Gründe gibt, die dafür sprechen? Glaube ohne Vernunft­gründe wäre reines Wunschdenken, Aberglaube, Gefühlsduselei, Autosuggestion! Denn wer nicht glaubt, was ihm bewiesen wird, glaubt willkürlich das, was ihm in den Kram passt. Nach dem Motto: “Es ist egal, was man glaubt, Hauptsache, es hilft!” Was diesen Aberglauben angeht, so müssen wir seinen Kritikern Recht geben: Wer völlig willkürlich von etwas überzeugt ist, ohne irgendwelche sachlichen Gründe dafür zu haben, der ist im besten Fall ein Träumer, im schlimmsten Fall ist er sogar geisteskrank:

Die Beweise für das Dasein Gottes fallen in eins zusammen mit den Gründen für den Glauben an Gott. Sie sind eben nur die wissenschaftlich festgestellten ojektiven Gründe dieses Glaubens. Gibt es keine solchen Beweise, so gibt es auch keine solchen Gründe. Und ein Glaube ohne allen Grund, wenn überhaupt möglich, wäre kein Glaube, sondern eine willkürliche, selbstgemachte, subjektive Meinung. Ja, der religiöse Glaube würde auf eine Linie mit der bloßen Illusion oder der fixen Idee des Geisteskranken herabsinken, wenn ihm alle Objektivität, alle wissenschaftlich feststehenden Tatsachen widersprächen.
Hermann Ulrici, “Gott und die Natur”, 1866, in Georg Siegmund “Naturordnung als Quelle der Gotteserkenntnis”, Seite 14

Gott hat uns unseren Verstand doch nicht gegeben, damit wir ihn im entscheidenden Augenblick ausschalten und “einfach so” glauben! Ich würde viel eher sagen: Wenn wir an Gott glauben, dann von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit aller Kraft und mit unserem ganzen Verstand, Matthäus 22:37!

Gott kann man nicht beweisen!”

Diese (unbewiesene!) Behauptung könnte man auch “das Glaubensbekenntnis der Agnostiker” nennen. Agnostiker, von griechisch “a-gno-ejn = nicht-wissen”, sind davon überzeugt, dass man von Gott nichts wissen und ihn deshalb auch nicht beweisen kann. Doch der Agnostizismus widerlegt sich selbst, denn obwohl er lehrt, man könne gar nichts von Gott wissen, behauptet er im selben Satz, doch alles über Gott zu wissen: Dass man eben gar nichts über Gott wissen könne!1 Doch wenn der Agnostiker konsequent ist, dann muss er eigentlich zugeben: “Ich weiß so wenig von Gott, dass ich es sogar für möglich halte, dass man doch etwas über ihn wissen kann - nur weiß ich es eben nicht!” Nehmen wir also das Bekenntnis der Agnostiker zu ihrer eigenen Unwissenheit ruhig ernst und suchen uns bessere Ratgeber, wenn es um Gott geht!

Ein weiterer richtiger Gedanke am Agnostizismus ist, dass wir tatsächlich nur Dinge beweisen können, die sich beweisen LASSEN. Wir könnten nichts von Gott wissen, wenn er sich nicht selber aktiv offenbaren würde. Darum ist die Definition dessen, was ein Gottesbeweis ist, ganz einfach:

Ein Gottesbeweis ist, wenn Gott sich beweist!



Nicht wir beweisen Gott, sondern er selbst muss sich beweisen. Ob er das tun will oder nicht, das müssen wir schon ihm selber überlassen. Ich bin der Meinung, dass es jede Menge Gottesbeweise gibt, wenden wir uns also gleich den ersten zu.


Der Uhrmacher-Gottesbeweis



Ist die Schöpfung ein Gottesbeweis?

Stellen Sie sich vor, sie laufen am Meeresstrand entlang, und da liegt plötzlich eine Uhr vor Ihnen im Sand. Würden Sie jemals auf die Idee kommen, dieses komplexe Gebilde sei durch Zufall entstanden? Niemals!

Und weil die Existenz einer Uhr nur durch einen Uhrmacher erklärt werden kann, ist für viele die Schöpfung nichts anderes als ein Beweis für die Existenz eines Schöpfers. Denn das gesamte Universum, von den allerkleinsten Kernteilchen bis hin zu den unvorstellbaren Weiten des Weltalls, ist auf genialen Ordnungen, komplexen Naturgesetzen aufgebaut, die jedes menschliche Machwerk in den Schatten stellen. Daher kommt auch der Name “Kosmos”, von griechisch “kosméo = ordnen, schmücken”. Ist diese gigantische Ordnung nicht wirklich ein Beweis für die Existenz eines intelligenten Urhebers?

Ich kann mich keineswegs damit abfinden, dieses wunderbare Universum und insbesondere die Natur des Menschen zu betrachten und zu folgern, dass alles nur das Ergebnis roher Kräfte sei. Charles Darwin

Meine Religiosität besteht in einer demütigen Bewunderung für den unendlich höheren Geist, der sich in dem wenigen offenbart, das wir - mit unserem schwachen, flüchtigen Verständnis - von der Wirklichkeit erfassen können. Albert Einstein

Doch wir wären nicht auf dieser Erde, wenn Zweifler nicht doch Argumente gegen diesen so beeindruckenden Beweis gefunden hätten. Deshalb sei hier ein kurzer, gleichnishafter Überblick über die Geschichte des “Uhrmacher-Gottesbeweises” versucht.

Die Anfänge der Naturforschung

Es war einmal ein Suchender auf einer einsamen Insel, der ging am Strand entlang und hielt dabei Ausschau nach Dingen, die die Wellen des Meeres so ans Ufer spülen. Da plötzlich sah er auf dem Boden eine Uhr liegen. Schnell hob er sie auf, lief zu den anderen Inselbewohnern und zeigte ihnen aufgeregt seinen Fund. Alle bestaunten das glänzende Objekt, das aussah wie ein kunstvoll gefertigtes Schmuckstück, und sie gaben ihm in ihrer Inselsprache den Namen “Uhr”. Der “Erfinder”, wie manche ihn nannten, war der Überzeugung, dass dieser Gegenstand das Werk eines intelligenten Urhebers sein musste, den er “den großen Uhrmacher” nannte. Dieser Überzeugung schlossen sich auch die meisten anderen Inselbewohner an:

Wer sollte nicht durch die Beobachtung und den sinnenden Umgang mit der von der göttlichen Weisheiten geleiteten herrlichen Ordnung des Weltgebäudes zur Bewunderung des allwirkenden Baumeisters geführt werden! Nikolaus Kopernikus

Die wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach dem Plane eines allwissenden und allmächtigen Wesens zustande gekommen sein. Das ist und bleibt meine letzte und höchste Erkenntnis. Isaak Newton

Überwältigende Beweise von Intelligenz und wohlwollender Absicht umgeben uns, zeigen uns die ganze Natur hindurch das Wirken eines freien Willens und lehren uns, dass alle lebenden Wesen von einem ewigen Schöpfer-Herrscher abhängig sind. Lord Thomson Kelvin

Den größten Respekt und die größte Bewunderung für alle Ingenieure, besonders für den größten unter ihnen: Gott! Thomas Alva Edison, Erfinder von Glühbirne, Schallplatte, Tonfilm, elektrischen Kraftwerken - über 1.200 Patente

Der überzeugendste Beweis für die Existenz Gottes ist der Beweis, welcher der augenscheinlichen Harmonie jener Mittel entnommen ist, welche die Ordnung des Weltalls aufrecht erhalten ... André Ampère

Wir befinden uns in der Lage eines kleinen Kindes, das in eine riesige Bibliothek eintritt, die mit vielen Büchern in verschiedenen Sprachen angefüllt ist. Das Kind weiß, dass jemand die Bücher geschrieben hat. Es weiß aber nicht, wie das geschah. Es versteht die Sprachen nicht, in der sie geschrieben wurden. Das Kind erahnt dunkel eine mysteriöse Ordnung in der Zusammenstellung der Bücher, weiß aber nicht, was es ist.
Das ist nach meiner Meinung die Einstellung auch des intelligentesten Menschen gegenüber Gott.
Wir sehen ein Universum, das wunderbar zusammengesetzt ist und bestimmten Gesetzen gehorcht, aber diese Gesetze verstehen wir nur andeutungsweise. Unser begrenzter Verstand kann die mysteriösen Kräfte, welche die Konstellationen bewegen, nicht fassen.
Albert Einstein in: D. Brian “Einstein – a life”, Wiley 1996, Seite 186

Zweifel

Einige Skeptiker jedoch gaben zu bedenken, dass sie nun schon seit vielen Jahren auf der Insel lebten und in der ganzen Zeit weder an Land noch auf dem Meer etwas von dem großen Uhrmacher selbst gesehen hätten. Es wäre doch seltsam und unglaublich, dass dieser angebliche Uhrmacher einerseits offensichtliche Zeichen seiner Existenz hinterlasse, sich selber aber so geschickt und dauerhaft vor den Augen der Inselbewohner verberge. Dieses Argument brachte so manchen in Verlegenheit, aber dennoch überwog bei den meisten, sogar bei den Skeptikern, bei allem Zweifel dennoch der Glaube an den großen Uhrmacher:

Ich weiß nicht, was ich von der Welt denken soll. Ich kann nicht glauben, dass diese Uhr existiert, aber kein Uhrmacher. Voltaire in Sauer: Vom Adel des Menschen

Ich kam mir wie ein Mensch vor, der zum ersten Male eine geöffnete Uhr sieht und nicht aufhören kann, das Werk zu bewundern ...
Ich sehe, dass alle Teile vollkommen zueinander passen, ich vermag dem Künstler für die vollendete Ausführung aller einzelnen Teile meine Bewunderung nicht zu versagen.
Jean Jaques Rousseau in: Georg Siegmund “Naturordnung als Quelle der Gotteserkenntnis” Seite 95

Wenn kein Gott existierte, müsste man ihn erfinden; doch er existiert! Die ganze Natur ruft es uns zu. Voltaire in Ernst Frankenberger: “Gottbekenntnisse”

Die Unmöglichkeit sich vorzustellen, dass dieses gewaltige und wunderbare Universum einschließlich uns denkenden Wesen durch Zufall entstanden sein könnte, scheint mir das Hauptargument für die Existenz Gottes zu sein. Charles Darwin

Angenommen, ein Forschungsreisender entdeckte eine Insel, auf der er zunächst keine Spuren von derzeitigen oder früheren Bewohnern auffindet, bis er auf einen Gegenstand stößt, der unfraglich die Spuren menschlicher Bearbeitung und menschlichen Gebrauchs aufweist, ob dieser Gegenstand nun so einfach wie ein Handkeil aus Stein, so kunstfertig wie ein Bronzeschwert oder so vielgliedrig wie ein photographischer Apparat ist. Sobald er die Gewissheit hat - die sich bei den beiden letzten Beispielen sofort einstellt - es handle sich wirklich um vom Menschen zugerichtete Gebrauchsgegenstände, bildet diese Gewissheit als unerschütterliche Überzeugung ihm Grundlage weiteren Forschens, fühlt er sich doch angetrieben, nach weiteren Spuren von Menschen zu suchen.
Selbst aber den Fall gesetzt, es finde sich keine weitere Spur, so wird ihn doch der Misserfolg in keiner Weise von der ursprünglichen Überzeugung abbringen können.
Georg Siegmund “Naturordnung als Quelle der Gotteserkenntnis” Seite 170

Die Herrschaft der Religion

Einige Inselbewohner beschlossen deshalb, auf der ganzen Insel nach dem großen Uhrmacher zu suchen und auch am Strand nach ihm Ausschau zu halten. Aufgrund ihres Eifers genossen sie bei den meisten Inselbewohnern großes Ansehen und wurden sehr mächtig. Leider wurden sie stolz und und fingen an, die anderen Inselbewohner zu unterdrücken und auszubeuten. Trotz dieser Auswüchse hielt sich der Glaube an den großen Uhrmacher weiterhin:

Sonderbarerweise brachte die sogenannte wissenschaftliche Revolution des 16. und 17. Jahrhunderts keinerlei Veränderung ihrer Einstellung gegenüber dem Schöpfungsglauben mit sich: Alle führenden Physiker und Mathematiker, Descartes, Huyghens, Boyle und Newton, glaubten an einen persönlichen Gott und waren strenge Anhänger des Schöpfungsglaubens. Mayr: “Die Entwicklung der biologischen Gedankenwelt”, Seite 246

Weitere Forschung

Einige Inselbewohner jedoch suchten nach Wegen, der Macht der Tyrannen zu entkommen. Sie deuteten die Uhr einfach als Strandgut, das von den Gezeiten angespült wurde, ähnlich den unzähligen Muscheln, die ja auch in gewisser Weise kunstvoll gefertigt zu sein schienen und doch täglich einfach so an den Strand gespült wurden. Andere gingen noch weiter und schrieben dem Meer eine besondere Kraft zu, der letztlich alle Inselbewohner ihre Existenz verdankten und vermuteten, dass die Uhr ein Produkt dieser geheimnisvollen Meereskräfte sei, vielleicht im Zusammenspiel mit dem Sand des Strandes, zumal das Uhrglas durchsichtig war wie das Meer und ihr glänzendes Gehäuse dem goldenen Sand glich.

Da zugegebenermaßen niemand auf der ganzen Insel verstand, wozu das seltsame Objekt letztlich gut war, beauftragten die Menschen die klügsten Köpfe der Insel, die Uhr genauer zu untersuchen und herauszufinden, was es mit ihr auf sich hatte. Sogleich machten sich also die Forscher an die Arbeit: Durch das Uhrglas konnten sie zwei Zeiger erkennen, die in beständiger Bewegung waren und dabei ganz bestimmten Gesetzen folgten. Sie wurden von einer unerklärlichen inneren Kraft angetrieben, die mit einem regelmäßigen Geräusch aus dem Inneren der Uhr verbunden zu sein schien, die dem Schlagen eines Herzen ähnelte. Als die Forscher den Inselbewohnern Bericht erstatteten, bildeten sich in ihrer Mitte sehr schnell zwei Lager:

Die einen sahen in den regelmäßigen Geräuschen und Bewegungen einen weiteren Beweis, dass ein Uhrmacher hinter der ganzen Sache stecken musste, der die Uhr mit besonderen Eigenschaften begabt hatte, und dessen Kräfte auf geheimnisvolle Art und Weise in der Uhr wirkten. Manche gingen noch weiter und behaupteten, das pochende Geräusch in der Uhr lasse vermuten, dass auch der große Uhrmacher ein Herz habe und seine Kraft in der Uhr wirke. Doch darin waren sie sich einig, dass die zunehmenden Erkenntnisse über das Wesen der Schöpfung nicht gegen, sondern gerade für einen intelligenten Urheber sprächen:

Je mehr das Feld der Wissenschaft sich erweitert, desto zahlreicher und unverwerflicher werden die Beweise für die ewige Existenz einer schöpferischen und allmächtigen Weisheit. W.Herschel, Astronom

Je tiefer wir in das harmonische ... Walten der Naturkräfte eindringen, desto mehr fühlen wir uns zu demütiger Bescheidenheit angeregt ..., desto höher steigt unsere Bewunderung der unendlichen ordnenden Weisheit, welche die ganze Schöpfung durchdringt. Werner von Siemens

Die anderen sahen in dem regelmäßigen Lauf der Uhr jedoch ganz im Gegenteil ein Argument, dass die Uhr einfach schon immer so gewesen sei und funktioniere. Gerade die Gesetzmäßigkeit und Regelmäßigkeit ihrer Bewegungen mache das willkürliche Wirken einer Person unwahrscheinlich. Ihrer Meinung nach steckten die Kräfte, die die Uhr am Laufen hielten, in der Uhr selber. Einen Uhrmacher als Spender geheimnisvoller Kräfte oder letzten Urheber hielten sie deshalb als Erklärung nicht für nötig. Sie vermuten viel eher, dass ein kleiner, aus der Uhr herausstehender Knopf eine wesentliche Rolle für deren innere Prozesse spielte. Sie hofften, eines Tages die genauen Zusammenhänge erklären zu können und dann den großen Uhrmacher als Erklärungs-Hypothese nicht mehr zu brauchen.

Die Aufklärung

Der Wissensdrang der Forscher beider Gruppen ließ ihnen jedenfalls keine Ruhe, und so machten sie sich eines Tages daran, die Uhr zu öffnen. Was sie da entdeckten, versetzte alle Beteiligten in höchste Erregung, denn in der Uhr fand sich eine Unzahl von fein gearbeiteten Elementarteilchen, nämlich Zahnrädchen, Federn und viele andere Teile, die auf extrem komplizierte Art und Weise miteinander wechselwirkten. Doch wieder zogen die beiden Gruppen ganz entgegengesetzte Schlussfolgerungen aus ihren Erkenntnissen:

Die einen waren überzeugt, dass ein derartig komplexer Mechanismus, der auf dem perfekten Zusammenspiel vieler Einzelteile beruhte, unbedingt von einem intelligenten Wesen ersonnen und gemacht worden sein musste:

Wir haben die Zelle immer unterschätzt ...
Die gesamte Zelle ist wie eine Fabrik, die aus einem ausgeklügelten Netzwerk ineinander greifender Fließbänder besteht, von denen jedes aus einem Satz großer Proteinmaschinen besteht ...
Bruce Alberts, in: Lee Strobel “Indizien für einen Schöpfer”, Seite 255)

Noch ist jedes, auch das komplizierteste technische Gerät, das wir kennen, selbst im Zeitalter der Eroberung des Weltraumes, einfach im Vergleich zur primitivsten Form selbständigen Lebens. Ekkehard Grundmann in seinem Buch über Zellbiologie (in: Heinz Schumacher “Urknall und Schöpfergott”, Seite 105)

Die anderen sahen in den neuen Erkenntnissen ganz im Gegenteil ein weiteres Argument, dass ein Uhrmacher nicht existiert: “Nun können wir endlich die regelmäßigen Abläufe der Uhr verstehen und die Kräfte, die sie am Laufen halten. Wir können die Prozesse sogar selber steuern, indem wir an dem Rädchen drehen. Ein Uhrmacher ist jetzt als Erklärung überhaupt nicht mehr nötig, um unsere Wissenslücken zu füllen. Eines Tages werden wir diese Uhr vollkommen erforschen und sogar selber in der Lage sein, Uhren herzustellen!”

Diese Deutung leuchtete den meisten Inselbewohnern ein, und sie waren sogar richtig erleichtert über diese Erkärung. Denn die offiziellen Vertreter der Lehre vom großen Uhrmacher hatten die anderen Inselbewohner nun schon lange Zeit unterdrückt, und die meisten waren froh, dass ihre Macht durch die neuen Erkenntnisse stark eingeschränkt wurde.

Die Überraschung

Doch nach einiger Zeit sorgte eine neue Entdeckung für Aufregung: Einige der Inselbewohner hatten es gewagt, in Kanus auf das Meer hinaus zu fahren. Dort hatten sie ein schwimmendes Haus gefunden. Es war niemand darin, aber es war voller Kammern, und in einer fanden sie verschiedene Werkzeuge und Materialien zur Herstellung von Uhren, sowie große Blätter mit Skizzen und Plänen von weiteren Uhren.

Das löste bei den Verehrern des großen Uhrmachers Jubel aus: “Das ist der Beweis! Wir haben die Werkstatt des großen Uhrmachers gefunden. Also muss es ihn geben, und wir sind auf der richtigen Spur! All diese Pläne und Werkzeuge beweisen doch, dass hinter der Uhr ein intelligenter Planer und Werkmeister steckt! Nicht Zufall oder Meereskräfte sind die Ursache für die Uhr am Strand, sondern der große Uhrmacher - und dies ist seine Werkstatt!”

Die klare Erkenntnis, dass die Entstehung des Lebens fast eine Unmöglichkeit war, führt uns vor Augen, wie unwahrscheinlich dieses Ereignis war. Ernst Mayr

Seit die Biochemiker in steigendem Maß die ehrfurchtgebietende Komplexität des Lebens entdecken, ist sein zufälliger Ursprung ganz offensichtlich so wenig wahrscheinlich, dass man diese Möglichkeit völlig ausschließen kann. Leben kann nicht zufällig entstanden sein. Fred Hoyle (1915-2001)

Doch die Aufgeklärten sahen die Dinge ganz anders: “Im Gegenteil!”, schüttelten sie den Kopf über soviel Unverständnis. “Noch nie waren wir der Aufklärung des Uhrenrätsels so nahe wie jetzt, und noch nie brauchten wir einen Uhrmacher weniger als heute! Die vielen Baupläne und Werkzeuge sind doch die beste Erklärung für die Entstehung von Uhren! Das schwimmende Haus bestätigt nur unsere langgehegte Vermutung, dass das Meer diese Werkstatt der Uhren hervorgebracht hat, in der Uhren geradezu zwangsläufig entstehen! Das alles gibt uns guten Grund zu der Hoffnung, dass wir eines Tages die Höherentwicklung von Materie zu Uhren restlos aufklären werden. Dann endlich wird bewiesen sein, dass es einen Uhrmacher nicht braucht und auch gar nicht geben kann: Die einzige Intelligenz auf Erden und im Weltall sind wir selbst!” Als nächstes werden wir die Werkstatt der Uhren restlos erforschen und selber daran gehen, Uhren herzustellen!” So war das zurückgewonnen, was seit Galilei verloren schien: Der Mensch war endlich wieder Mittelpunkt des Universums!

Die Herrschaft der “Wissenschaft”

Die inzwischen in die Defensive gedrängten Verehrer des großen Uhrmachers waren empört über diese Deutung. Doch die “Wissenden”, wie die Nachfolger der ersten Forscher sich jetzt nannten, überzeugten die Inselbevölkerung, dass eine weitere Suche nach dem Uhrmacher nicht nur überflüssig, sondern sogar gefährlich sei, da sie Unruhe auf der Insel verursache und die Bevölkerung entzweie. Außerdem behindere das naive Warten auf den großen Uhrmacher die Forschung und jeden Fortschritt.

Die “Wissenden” begannen schließlich sogar, selber Uhren zu produzieren: In Kernreaktoren und Teilchen­beschleunigern erzeugten sie neue Elemente, in Reagenzgläsern schufen sie neue Lebewesen. Begeistert verkündigten sie: “Wir Menschen sind selber Uhrmacher!” Jeder konnte nun eine eigene Uhr bekommen, und das überzeugte nicht nur die meisten, dass es einen Uhrmacher weder gab noch brauchte, es führte auch dazu, dass nun alle im gleichen Rhythmus lebten.

Anstatt weiter nach dem großen Uhrmacher Ausschau zu halten, konzentrierten sich die Menschen der Insel nun immer mehr auf die beeindruckenden Errungenschaften des wissenschaftlichen Fortschritts. So merkten sie gar nicht, wie die Klasse der Wissenden immer mächtiger wurde und ihre persönlichen Interessen im Namen der Vernunft immer rücksichtsloser durchsetzte. Mit Hilfe der von ihr geschaffenen Technik verwirklichte sie alle ihre Pläne auf der Insel und zerstörte dabei mehr und mehr die herrliche Natur. Auch das Klima unter den Menschen wurde immer schlechter, denn trotz der Gleichschaltung der ganzen Bevölkerung mithilfe der Technik bekamen mehr und mehr Leute das Gefühl, dass ihnen die Freiheit Stück für Stück abhanden kam, und dass nur die kleine Gruppe der Herrschenden von diesem “Fortschritt” profitierte, während die Mehrheit der Bevölkerung immer mehr in Not geriet. Doch nun war menschlich nichts mehr dagegen zu machen, denn noch nie hatte eine Klasse der Herrschenden so mächtige Instrumente in der Hand, um das Volk zu steuern und zu beherrschen.

Das Buch und die Zukunft

Besonders wütend waren die Menschen dieser Einheits-Regierung, dass einige “Rückständige” oder “Fundamentalisten”, wie sie nun genannt wurden, sich immer wieder auf ein altes Buch beriefen, das angeblich im Bauch des großen, schwimmenden Hauses gefunden worden war. In ihm stand, dass es neben der Insel, auf der die Menschen lebten, viele weitere Inseln gebe, von denen in Zukunft noch viele Schiffe die Insel der Menschen anlaufen sollten, beladen mit kostbaren Gütern, Lebensmitteln und Medikamenten, aber auch bestückt mit gefährlichen Waffen. Diese würden von dem Herrscher aller Inseln geschickt, um seine Herrschaft auf der Insel aufzurichten. Aber selbstverständlich glaubte niemand von der herrschenden Klasse an dieses lächerliche Märchen vom großen Uhrmacher und seinem Reich jenseits des Horizonts!

Die aufgeklärte Welteinheitsreligion

Trotz allen Spottes hielten die sogenannten Rückständigen weiter an der Verehrung des großen Uhrmachers fest und weigerten sich zum großen Ärger der herrschenden Klasse der Wissenden, sich deren Ideologie zu unterwerfen. Weil sie sich andererseits auch nicht den traditionellen Verehrern des großen Uhrmachers anschließen wollten, die nach wie vor ihre Anhänger entmündigten und unterjochten, wurden auch diese wütend auf sie und schlossen deshalb ein Bündnis mit den herrschenden Wissenden, um sie zu verfolgen und zu unterdrücken. So kam schließlich doch noch zustande, was lange Zeit als unmöglich gegolten hatte: Wissenschaft und Religion gingen ein Bündnis ein! Und während manche dies als Prostitution ansahen, bejubelten die meisten es als Traumhochzeit.

Das “Denk mal!”

Die ganze Zeit hindurch stand mitten auf der Insel der Menschen, ganz öffentlich, wenn auch von den meisten nicht beachtet, ein Denkmal: “Dem großen Uhrmacher und seinem Sohn!” Und wenn man die Einwohner der Insel fragte, konnten die meisten einem sogar erzählen, was es mit diesem Denkmal auf sich hat:

Vor langer Zeit sei ein Mensch auf der Insel erschienen, der behauptete, er stamme von einer der vielen anderen Inseln, die es auch noch gebe. Vor allem verkündigte er, dass es den großen Uhrmacher tatsächlich gebe, und mehr noch: Er kenne ihn sogar persönlich. Ja, er sei sein Sohn und von seinem Vater beauftragt, die Menschen der Insel auf die Ankunft des großen Uhrmachers vorzubereiten, der bald kommen werden, um als König auf der Insel zu regieren.

Dies konnten die Führer des Volkes der Inselbewohner natürlich nicht glauben, da sie überzeugt waren, dass es so etwas wie einen Uhrmacher in Menschengestalt gar nicht geben könne. Außerdem schien es ihnen logisch, dass Lebewesen von anderen Inseln, wenn es sie denn gäbe, niemals aussehen könnten wie einheimische Inselbewohner. Der Uhrmacher sei vielmehr eine Erfindung früherer Tyrannen, um die Menschen durch Aberglauben in Unmündigkeit und Knechtschaft zu halten. So erklärten die Verantwortlichen den Unbekannten kurzerhand zu einem gefährlichen Hochstapler, der nur Unruhe stiften und die Herrschaft über die Inselbewohner an sich reißen wolle.

Zur Abschreckung für alle anderen, die an dem rückständigen Glauben an an den Großen Uhrmacher festhielten, verurteilte man den “Gottessohn”, wie man ihn spöttisch nannte, zum Tod und richtete ihn hin. So hoffte man, die Angelegenheit wäre ein für alle Mal erledigt. Doch der Unbekannte hatte einige Nachfolger, die behaupteten, er sei von den Toten auferstanden, sie hätten ihn mit eigenen Augen gesehen und sogar angefasst. Er sei über das Meer zu seinem Vater, dem großen Uhrmacher, gereist und werde irgendwann überraschend auf die Insel zurückkehren, um sie zu regieren. Tatsächlich war seine Leiche nicht aufzufinden, aber wie zu erwarten war, wurde dieser Umstand von den beiden Lagern auf der Insel jeweils gemäß der eigenen Überzeugung gedeutet. So steht das Denkmal bis zum heutigen Tage auf der Insel und wird von den einen als Symbol für den Untergang, von den anderen als Symbol für den Sieg des Glaubens an den großen Uhrmacher verstanden.

Wie die Geschichte weitergeht

Auf der Insel entwickelte sich die Technik ständig weiter, doch führte dies nicht zum Wohlstand aller. Eine Führungsschicht von Intellektuellen und Theologen, Industriellen, Politikern und Militärs lebte abgeschottet von der breiten Masse im Überfluss, indem sie die Umwelt und den Rest der Menschheit systematisch und gnadenlos ausbeutete. Während die Allgemeinheit täglich um die nackte Existenz kämpfen musste und sich nicht wehren konnte, weil sie durch die Manipulation der Massenmedien fast blind und durch die Einschüchterung der Justiz so gut wie wehrlos geworden war, fing die Natur an, aufzubegehren: Stürme und Unwetter suchten die Insel heim, das ganze Klima veränderte sich, Missernten und Seuchen nahmen überhand.

Die Schiffe kommen!

Deswegen waren fast alle Bewohner der Insel ganz vom Kampf ums Dasein in Beschlag genommen und bemerkten gar nicht, wie die ersten Schiffe des Königs zuerst am Horizont auftauchten und schließlich die Insel erreichten. Es wurden Boten an Land gesandt, die die Inselbewohner auf das baldige Kommen des Königs und den Anbruch seines Reiches vorbereiten sollen. Sie nahmen vor allem mit solchen Kontakt auf, die am Glauben an den großen Uhrmacher festgehalten hatten, aber auch mit anderen, denen Wahrheit und Gerechtigkeit wichtiger waren als ihr eigenes Wohlergehen. Der König bot allen Menschen, die bereit waren, ihn als Herrscher über ihr Leben anzuerkennen, einen völligen Erlass all ihrer Schulden und Vergehen an, um der Insel einen totalen Neuanfang zu ermöglichen. Die Boten brachten Gaben mit, um den Menschen der Insel einen Vorgeschmack auf die Güter zu geben, die der König für das neue Zeitalter bereit hielt, und um die Menschen zu heilen und die Insel zu erneuern.

Die Reaktion der Inselbewohner

Die Führungsschicht der Insel fühlte sich jedoch von den Neuankömmlingen und der Botschaft von der kommenden neuen Regierung bedroht. So taten sie alles in ihrer Macht stehende, um die Boten des Königs als Wahnsinnige und allgemeingefährliche Feinde der Regierung zu brandmarken. Sie ließen sie von ihren Spitzeln aufspüren und von ihren Truppen verfolgen, gefangennehmen und mundtot machen.

Die übrigen Bürger der Insel bekamen dies immer mehr mit und konnten die Ereignisse schwer einordnen. Auf der einen Seite hörten sie die Warnungen der Führungsschicht, auf der anderen Seite erlebten sie immer wieder das freundliche Wesen der Boten und genossen deren Gaben. Immer öfter erlebten sie, wie diese Boten gefangen und wie Schafe abgeschlachtet wurden, und es sah alles so aus, als hätten diese Boten des Königs nicht die geringste Chance gegen die gewalttätige Übermacht der Regierenden. So hielten die meisten Inselbewohner einfach still und beobachteten die Entwicklung, während einige den Herrschenden bewusst halfen, weil es ihnen materielle Vorteile einbrachte. Andere jedoch schlossen sich den Boten des Königs an, ohne Rücksicht auf das eigene Leben, weil sie unbedingt dem neuen Königreich angehören wollten.

Die Schlacht tobt

Als der Widerstand der Regierenden gegen die Boten des Königs immer entschiedener und immer brutaler wurde, begannen die Schiffe des Königs, die in immer größerer Zahl eintrafen, mit ihren Kanonen auf die Festungen der Insel zu schießen, um die Macht der Herrschenden zu zerbrechen und die Bewohner der Insel von ihnen zu erlösen. Doch die wenigsten verstanden, dass dieser Krieg ihrer Befreiung diente, vielmehr empfanden sie es so, als würde die Insel angegriffen werden, um alles Leben auf ihr zu vernichten.

Denn die Schiffsgeschütze hatten gewaltige Kraft, so dass die ganze Insel von Erdbeben erschüttert wurde. Wichtige Gebäude und Brücken stürzten ein, und die Folge war, dass die Versorgung der Insel mit Lebensmitteln gestört wurde, Hungersnöte und Seuchen brachen aus. Die Schiffe schossen Signalraketen, und die Zeichen, die am Himmel über der Insel aufleuchteten, sollten die Inselbewohner dazu bewegen, sich dem König doch friedlich zu ergeben. Doch die meisten verstanden diese Zeichen nicht und vergingen schier vor Angst, weil sie sich nicht vorstellen konnten, wie die Insel diesen Krieg überstehen sollte.

Doch in einem unerwarteten Augenblick, als die Insel im Meer zu versinken drohte und jede Hoffnung verloren schien, landeten die Schiffe des Königs und überwältigten in einem Handstreich all jene, die Krieg gegen den König führten und dadurch die ganze Insel ins Verderben stürzten.

Zum Erstaunen aller Inselbewohner war der Königs, der selber die Truppen anführte, der Sohn des Uhrmachers, den die Inselbewohner getötet hatten! Er war tatsächlich auferstanden, und mit ihm kamen neben vielen Soldaten auch all jene, die in vergangenen Tagen im Glauben ihn gestorben waren.

Der König errichtete seinen Thron inmitten der Insel und setzte all jene, die in den schwierigen Zeiten des Krieges als Boten des Königs auf der Insel sein Reich angekündigt und geduldig in den Leiden ausgeharrt hatten, als Mitregenten ein, denn sie hatten sich durch ihre Selbstlosigkeite und ihre Liebe zum König und zu den Inselbewohnern als würdig erwiesen.





Naturwissenschaftliche Gottes-Beweise



Man könnte hierüber ein eigenes Buch schreiben, und Lee Strobel hat es getan, dessen Werk “Indizien für einen Schöpfer” ich jedem Interessierten wärmstens empfehlen kann. An dieser Stelle möchte nur kurz einige naturwissenschaftliche Tatsachen zusammenfassen, die einen Urheber und Ordner des Alls beweisen:

Der Satz von der Erhaltung der Energie

Er wird in den Naturwissenschaften als universal gültig angesehen und besagt, dass innerhalb der Schöpfung Energie niemals vermehrt oder vermindert, sondern nur von einer Energieform in die andere überführt werden kann. Der Volksmund würde das so formulieren: “Von nichts kommt nichts”! Das ist vielleicht die einfachste Umschreibung des Satzes von der Erhaltung der Energie, der in den Naturwissenschaften bis heute als universal gültig angesehen wird. Demnach muss es einen übernatürlichen Ursprung aller Materie und Energie geben, der “im Anfang” diese erschuf. Diesen Schöpfer, den Urheber aller Dinge, nennen Menschen überall auf der Erde “Gott”. Inzwischen gilt es als wissenschaftlich erwiesen, dass das Weltall nicht schon unendlich existiert, sondern dass es diesen “Anfang” tatsächlich gab: Man nennt ihn “Urknall” und datiert ihn auf ungefähr 13 Milliarden Jahre.

Gott ist die Ursache (lateinisch: causa) aller Dinge,
und wer kausal denkt, denkt in der Richtung Gottes.

Gerade weil ich nachgedacht habe,
bin ich gläubig geblieben.
Louis Pasteur, Chemiker und Bakteriologe

Der Satz von der Entropie

Er besagt, dass jedes System, das sich selber überlassen wird, sich immer von höherer Ordnung in Richtung Unordnung bewegt. Demnach muss am Anfang der Schöpfung eine intelligente Macht stehen, die der Materie ihre Struktur und Ordnung gegeben hat. Die Natur-Gesetze müssen von jemandem gesetzt worden sein!

Die moderne Physik lehrt mich, dass die Natur außerstande ist, sich selbst zu ordnen. Das Universum stellt eine große Masse von Ordnung dar. Deshalb ist eine große erste Ursache erforderlich, die nicht dem zweiten Satz der Energieumwandlung unterworfen, die also übernatürlich ist. Claude Hathaway (*1902), Erfinder des “Elektronengehirns”, EFG 26

Wir stellen fest, dass unter den Dingen manche, die keine Erkenntnis haben, wie zum Beispiel die Naturkörper, dennoch auf ein festes Ziel hin tätig sind. Das zeigt sich darin, dass sie immer oder doch in der Regel in der gleichen Weise tätig sind und stets das Beste erreichen. Das beweist aber, dass sie nicht zufällig, sondern irgendwie absichtlich ihr Ziel erreichen. Die vernunftlosen Wesen sind aber nur insofern absichtlich, das heißt auf ein Ziel hin tätig, als sie von einem erkennenden geistigen Wesen auf ein Ziel hingeordnet sind wie der Pfeil vom Schützen. Es muss also ein geistig-erkennendes Wesen geben, von dem alle Naturdinge auf ihr Ziel hingeordnet werden: und dieses nennen wir “Gott.”
Thomas von Aquin in: Georg Siegmund “Naturordnung als Quelle der Gotteserkenntnis” Seite 54

Und das ist nicht eine überholte Meinung aus dem Mittelalter, sondern hat bis in die Neuzeit hinein Gültigkeit. So schreibt Max Planck, der Begründer der Quantentheorie:

Es gibt ein Gesetz, welches die Eigentümlichkeit hat, dass es auf jedwede den Verlauf eines Naturvorganges betreffende sinnvolle Frage eine eindeutige Antwort gibt, und dies Gesetz besitzt, soweit wir sehen können, ebenso wie das Energieprinzip, genaue Gültigkeit, auch in der allerneuesten Physik. Was wir aber nun als das allergrößte Wunder ansehen müssen, ist die Tatsache, dass die sachgemäßeste Formulierung dieses Gesetzes bei jedem Unbefangenen den Eindruck erweckt, als ob die Natur von einem vernünftigen, zweckbewussten Willen regiert würde. Max Planck

Als Beispiel führt auch er die Lichtbrechung an. Beim Durchgang durch Medien verschiedener Lichtbrechung benutzt das Licht immer diejenige Bahn, ...

... zu deren Zurücklegung es, bei Berücksichtigung der verschiedenen Fortpflanzungsgeschwindigkeiten in den verschiedenen Luftschichten, die kürzeste Zeit braucht. Die Photonen, welche den Lichtstrahl bilden, verhalten sich also wie vernünftige Wesen. Sie wählen sich unter allen möglichen Kurven, die sich ihnen darbieten, stets diejenige aus, die sie am schnellsten zum Ziele geführt. Max Planck in: Georg Siegmund “Naturordnung als Quelle der Gotteserkenntnis” Seite 75

Es ist also keinesfalls so, dass Gott durch die zunehmenden Erkenntnisse der Naturwissenschaft immer kleiner würde, sondern im Gegenteil:

Die Größe Gottes wächst in dem Maße,
wie die Logik und Komplexität des Universums
vor unseren Augen zunimmt!

Die Komplexität des Lebens

Lebendige Organismen bestehen aus Proteinen. Zur Erzeugung dieser Proteine ist in den Zellen eine Information in Form der DNS (Desoxyribonucleinsäure) hinterlegt. Die DNS wird aus vier Basen gebildet (Adenin, Thymin, Guanin, Cytosin) und hat eine Struktur vergleichbar mit einem Computercode. Für die Bildung eines einzigen Proteins ist die Kombination von 1.200 bis 2.000 Basen (je nach Art des Proteins nötig). Die DNS einer menschlichen Zelle beinhaltet eine Informationsmenge, die in einem Computerprogramm 12.000.000.000 Zeichen nötig machen würde, das wären ungefähr 750.000 Schreibmaschinenseiten voll beschrieben! Der Begründer der Firma Microsoft, Bill Gates, kam bei der Betrachtung dieser Struktur zu dem Ergebnis:

Die DNA ist wie ein Softwareprogramm, nur sehr viel komplexer als alles, was wir jemals entwickelt haben.

Die zufällige Entstehung eines einzigen Proteins (im menschlichen Körper werden circa 200.000 unterschiedliche Proteine benötigt!) ist für sich genommen schon so absolut unwahrscheinlich (1:50.000.000.000.000.000.000!), dass der englische Nobelpreisträger Francis Crick (Entdeckung der DNA-Struktur) feststellen musste, dass die Zeit von 4,6 Milliarden Jahren auf der Erde für eine zufällige Entstehung niemals ausgereicht hätte. Er schrieb:

... es gibt nicht den geringsten stichhaltigen Beweis für die Hypothese, dass das Leben in einer organischen Suppe hier auf der Erde entstanden ist ... Weshalb schwelgen Biologen dann in unbegründeten Fantasien, um zu leugnen, was doch so offensichtlich ist: Dass die 200.000 Aminosäure-Ketten, und damit das Leben, nicht durch Zufall entstanden sind.

Im Großen wie im Kleinen, in Astronomie wie in der Biologie bringen immer neue Entdeckungen uns zum Staunen:

Als der Anatom H.von Meyer einen durchgesägten Oberschenkelknochen betrachtete, stellte er zu seinem maßlosen Erstaunen fest, dass die Bälkchen im Innern des Knochens in Linien angeordnet sind, die mit den von Culmann (Professor der Bautheorie in Basel) berechneten Druck- und Zugkurven genau übereinstimmen. Die Bälkchen im Oberschenkel­knochen sind genauso angeordnet, wie die tragenden Innenpfeiler in einem künstlich konstrierten Turm oder Kran nach Forderungen der Festigkeitstheorie eingebaut werden müssen.”
In: Georg Siegmund “Naturordnung als Quelle der Gotteserkenntnis” Seite 144

Die “Feinabstimmung des Universums”

Die Genauigkeit, mit der das Weltall geplant worden sein muss, übersteigt das menschliche Vorstellungsvermögen um ein Vielmilliardenfaches. Es hat sich herausgestellt, dass die neuentdeckten Naturkonstanten wie zum Beispiel das Plancksche Wirkungsquantum oder die Wirkung der Gravitation bis auf die vierzigste Stelle hinter dem Komma genau stimmen müssen, damit unsere Welt überhaupt entstehen konnte:

Das Weltall ist uns so unwahrscheinlich günstig gesinnt, dass es geplant zu sein scheint. Wäre zum Beispiel die Materiedichte im Urknall nur um den zehn-hoch-vierzigsten Teil größer gewesen, wäre das Universum in kurzer Zeit wieder kollabiert.
Andreas Tammann, Astronomie-Professor Basel

Der Atomkern unserer Elemente wird aus Neutronen und Protonen gebildet. Wenn die Masse des Neutrons auch nur um ein Siebenhundertstel größer wäre (Masse des Neutrons: 0,000.000.000.000.000.000.000.001.674.927.16 Gramm!) gäbe es keine Kernfusion mehr, die die Energiequelle der Sonne und damit unseres Lebens ist.

Zur Existenz des Universums ist die Umwandlung von Wasserstoff in Helium in einem ganz exakten Verhältnis notwendig. Nach der Theorie ist die Wasserstoff-Helium-Umwandlung die Voraussetzung für das Entstehen schwererer Elemente. Es müssen genau 0,007% des Wasserstoffs in Helium umgewandelt werden. Wenn der Wert auf 0.006% absinken würde, käme die gesamte Umwandlung zum Erliegen. Das Universum würde nur aus Wasserstoff bestehen. Stiege der Wert auf 0,008%, wäre der vorhandene Wasserstoff längst verbraucht. In beiden Fällen wäre unsere Form von Leben nicht möglich.

Wenn wir Gott spielen und die Werte für die Naturkonstanten und-kräfte frei wählen könnten, würden wir wohl entdecken, dass fast alle Einstellungen das Universum unbewohnbar machen würden.” Paul Davies, Physiker in Lee Strobel: “Indizien für einen Schöpfer”

Davies zufolge ist das Gleichgewicht zwischen der Schwerkraft und der schwachen Kernkraft mit einer Genauigkeit von 1:1040 abgestimmt - die Genauigkeit, die ein Scharfschütze brauchen würde, um ein 1 cm großes Ziel zu treffen, das sich am anderen Ende des beobachtbaren Universums befindet, 20 Milliarden Lichtjahre entfernt!

Hinzu kommen die extrem unwahrscheinlichen Bedingungen, die ein Leben auf unserer Erde überhaupt erst möglich gemacht haben: Die Art und Zusammensetzung der Elemente auf der Erde, ihre Größe und Lage im Sonnensystem und in der Galaxie, die Achsenneigung, Umlaufzeiten, ihr Mond und so weiter.

Das Universum ist offensichtlich eine abgekartete Sache. Es gibt zu vieles, was zwar wie durch Zufall entstanden aussieht, es aber nicht ist. Eine vernünftige Interpretation der Tatsachen legt den Gedanken nahe, dass eine Superintelligenz mit Physik, Biologie und Chemie jongliert hat und dass es in der Natur keine blinden Kräfte gibt, die der Rede wert wären.
Sir Fred Hoyle, Physiker und Astronom

Mit anderen Worten: Die Natur-Gesetze, die all dem zugrunde liegen, müssen von jemandem gesetzt worden sein.

Die große Fülle moderner Entdeckungen hat den alten Materialismus vollkommen zerstört. Das Universum zeigt sich heute unseren Augen als Gedanke. Ein Gedanke aber setzt das Vorhandensein eines Denkers voraus.
Sir John Ambrose Fleming, Physiker und Radiotechniker

Deshalb wird Gott durch die zunehmenden menschlichen Erkenntnisse nicht immer kleiner, sondern ganz im Gegenteil: Die Größe Gottes wächst in dem Maße, wie die Größe und Komplexität des Universums vor unseren Augen zunimmt:

Je mehr das Feld der Wissenschaft sich erweitert, desto zahlreicher und unverwerflicher werden die Beweise für die ewige Existenz einer schöpferischen und allmächtigen Weisheit.
W.Herschel, Astronom, Entdecker des Uranus

Je tiefer wir in das harmonische ... Walten der Naturkräfte eindringen, desto mehr fühlen wir uns zu demütiger Bescheidenheit angeregt ... desto höher steigt unsere Bewunderung der unendlichen ordnenden Weisheit, welche die ganze Schöpfung durchdringt.
Werner von Siemens, Begründer der Elektrotechnik

Das Weltall hat mit seinem Alter und seiner Größe von 13 Milliarden (Licht-) Jahren inzwischen ein Ausmaß erreicht, das eines allmächtigen Gottes sicher würdiger ist als die menschlich überschaubare, kleine und junge Welt des Mittelalters. Aber das Ende ist noch nicht in Sicht:

Je mehr ein Mensch die Geheimnisse des Universums seinem Willen beugt und erforscht, desto mehr wird ihm zum Entdecken übrigbleiben, denn er wird die Unendlichkeit des Unendlichen begreifen.
Guglielmo Marconi, Nobelpreis Physik 1909,
Erfinder von drahtloser Telegraphie, Radio und Fernsehen

Denken führt zum Glauben!

Manchmal wird der Eindruck erweckt, Naturwissenschaft führe mehr oder weniger zwangsläufig zum Atheismus. Doch das Gegenteil ist die Wahrheit: Hohe Intelligenz und erstklassige Wissenschaft können durchaus ein Nährboden sein, in dem der Glaube tiefe Wurzeln schlägt! So gibt es nicht nur viele berühmte Naturwissenschaftler, die sich offen zu ihrem Glauben bekannt haben. Sondern gerade einige der größten unter ihnen waren der Überzeugung, dass echte Naturwissenschaft letztlich jeden Forscher unausweichlich zu dem Punkt bringen muss, an dem er zum Glauben an Gott kommt:

Jedem tiefen Naturforscher muss eine Art religiösen Gefühls naheliegen, weil er sich nicht vorstellen mag, dass die ungemein feinen Zusammenhänge, die er erschaut, von ihm zum ersten Mal gedacht werden.
Albert Einstein, Begründer der Relativitätstheorie, Nobelpreis Physik

Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen.
Max Planck, Begründer der Quantentheorie,
Nobelpreis Physik

Diese beiden Spitzenwissenschaftler sind deshalb nur zwei Beispiele für viele andere. Das Weltall ist also tatsächlich das, was man einen echten Gottesbeweis nennen kann, der zu allen Zeiten auch - und gerade! - Naturwissenschaftler davon überzeugt hat, dass es einen intelligenten und mächtigen Schöpfer geben muss.

Was sagt die Bibel zum Thema “Gottesbeweis”?

Die Bibel betont, dass die Schöpfung ein klarer Beweis für die Existenz Gottes ist. Paulus schreibt die folgenden Worte in seinem Römerbrief:

Das von Gott Erkennbare ist unter den Menschen offenbar, weil Gott es ihnen offenbar gemacht hat. Denn sein unsichtbares Wesen wird seit der Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut: Seine ewige Kraft und Göttlichkeit - sodass sie ohne Entschuldigung sind ... Römer 1:19-20

Durch das Erforschen der Schöpfung können wir zwar bei weitem nicht das ganze Wesen Gottes erfassen, aber zwei seiner Eigenschaften können wir ganz klar aus ihr erkennen: Seine Göttlichkeit und seine ewige Kraft. Diese sind für jedermann erkennbar = gnohstós“ und offenbar = phanerós”, das kann mit dem Verstand wahrgenommen = no-éoh“ und sogar geschaut = kat-horáoh“ werden.

Paulus bestätigt mit seinen Sätzen außerdem die Erkenntnis, dass wir grundsätzlich nur dann etwas über Gott wissen können, wenn er es von sich aus offenbart: Weil Gott es ihnen offenbar gemacht hat”. Darum besteht ein Gottesbeweis nicht darin, dass wir Gott beweisen, sondern dass er selber sich beweist. Gott selber ist zwar unsichtbar, er ist Geist, doch sein Wirken in der Schöpfung beweist sein Dasein so eindeutig, dass jeder Unglaube ohne Entschuldigung” bleibt.

Die Schöpfung verfehlt gerade bei logisch denkenden Menschen ihre Wirkung als Gottesbeweis nicht. Sogar der Astronom und Atheist Martin Rees von der Universität Oxford stellt fest:

Wenn die sechs physikalischen Grundeigenschaften des Universums (Anmerkung: Ausdehnungs­geschwindigkeit, Materianteil, starke und schwache Kraft im Atomkern, elektrische Kraft, Schwerkraft) auch nur eine winzige Änderung erfahren würden, gäbe es keine Sterne, keine komplexen Elemente, kein Leben. Wenn man auch die weiteren Werte berücksichtigt, die das Universum zusammenhalten (Anmerkung: circa 30), dann ist es in einem absurden Maße unwahrscheinlich, dass die Struktur des Universums so ist, wie sie ist.

So verwundert es nicht, dass gerade unter den größten, bahnbrechenden Naturwissenschaftlern und Forschern viele waren, die in der Natur einen Beweis für die Existenz eines intelligenten Urhebers sahen. Mehr als fünfzig Bekenntnisse berühmter Naturwissenschaftler” sind am Ende dieses Buches zu finden.


Was lehrt uns die Schöpfung über Gott?



Durch die Erforschung der Natur gelangen wir zu dem Ergebnis, dass es einen Schöpfer geben muss, der im Anfang die Welt erschaffen und gestaltet hat und sie bis heute in der Existenz erhält. Und so, wie ein Gemälde uns eine Menge über den Charakter seines Malers sagen kann, können wir aus dem gewaltigen Werk der Schöpfung eine Reihe von Rückschlüssen auf das Wesen Gottes ziehen. Natürlich sagt uns das Kunstwerk nicht alles über seinen Künstler, und wenn wir genaueres über Gott erfahren wollen, müssen wir uns nach weiteren Gottesoffenbarungen umsehen. Doch bevor wir das tun, wollen wir zuerst einmal zusammenfassen, was uns die Schöpfung über Gott lehrt. Nur dann haben wir einen soliden Grundstock von Erkenntnissen, auf denen wir aufbauen können, wenn wir uns den Offenbarungsreligionen und Heiligen Schriften dieser Welt zuwenden und ihre Glaubwürdigkeit überprüfen. Soviel können wir jedoch jetzt schon sagen: Eine Religion, die dem widerspricht, was die Schöpfung uns über Gott offenbart, kann keine unverfälschte Offenbarung dieses Schöpfers sein.

1. Gott ist unvorstellbar mächtig

Die wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach dem Plane eines allmächtigen Wesens zustande gekommen sein. Das ist und bleibt meine letzte und höchste Erkenntnis. Isaak Newton

Wir wissen heutzutage, dass in einem Kilogramm Materie genug Energie steckt, um eine ganze Großstadt zu zerstören. Und wir wissen, dass unsere Sonne, die millionenmal größer ist als die Erde, nur einer von vielleicht hundert Milliarden Sternen unserer Galaxie ist - und diese wiederum nur eine von hunderten Milliarden von anderen Galaxien. Es braucht wohl keine weiteren Worte um zu belegen, dass der Schöpfer dieser unzähligen Welten eine so unvorstellbare Macht besitzen muss, dass im Vergleich mit ihm eine Supernova nicht mehr als ein Glühwürmchen ist. Wir Menschen sind dann im Vergleich nicht einmal Bakterien auf einem Staubkorn.

Den ewigen, unendlichen und allmächtigen Gott habe ich vorüberziehen sehen, und ich bin vor Ehrfurcht in die Knie gesunken. Karl von Linné

2. Gott ist extrem intelligent und umfassend informiert

Aus der Komplexität der Schöpfung ergibt sich, dass ihr Schöpfer menschlich gesehen unvorstellbar intelligent sein muss. Besonders beeindruckend ist es, die Einsicht und das Bekenntnis aus dem Munde eines der intelligentesten Männer der Welt zu hören, dass das Weltall eine Offenbarung von Gottes unendlicher Intelligenz ist:

Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine grenzenlos überlegene Vernunft. Albert Einstein in Ernst Frankenberger “Bekenntnisse”, Seite 23

Die Verwirklichung der Schöpfungspläne bedingt außerdem, dass Gott über den Verlauf und aktuellen Stand der Dinge in seiner Schöpfung laufend und sehr genau im Bilde ist, weil es sonst unmöglich wäre, die uns bekannte Harmonie und Ordnung aufrecht zu erhalten. Und das muss auf allen Ebenen der Schöpfung gelten, vom Kleinsten bis zum Größten, von den Quanten bis zu den Quasaren. Mit einem Wort: Gott ist “allwissend”. Deswegen können wir davon ausgehen, dass er auch über jeden einzelnen von uns umfassend informiert ist.

3. Gott ist ein Gott der Ordnung

Gott ist lauter Ordnung.
Er ist der Urheber der allgemeinen Harmonie.
Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716), Mathematiker, Physiker, EFG 10

Es fasziniert Menschen seit Urzeiten, die Naturgesetze zu erforschen, die sich in allen Ebenen der Schöpfung erkennen lassen, von den Gesetzmäßigkeiten der Sternenhimmel bis hinunter in die Welt der Atome, deren Regelmäßigkeit wir im Periodensystem der Elemente abgebildet haben:

Der Tanz der Atome, der Elektronen und Atomkerne obliegt trotz seiner Wildheit Gottes ewigen Gesetzen. Max Born (1882-1970), Nobelpreis Physik 1954, Mitbegründer der Quantenmechanik, HB 43

All diese Gesetze sind ein Beweis dafür, dass Gott einen ausgeprägten Willen hat, der die Materie in klaren Bahnen lenkt:

Je tiefer wir in das harmonische Walten der Naturkräfte eindringen, ... desto höher steigt unsere Bewunderung der unendlichen ordnenden Weisheit, welche die ganze Schöpfung durchdringt. Werner von Siemens

Es gehört also zum Wesen Gottes, Ordnung zu schaffen durch (Natur-) Gesetze, und es ist von daher naheliegend zu erwarten, dass er auch für die Welt des Geistes Gesetze “verordnet” und für deren Einhaltung sorgt.

4. Gott ist eine Person

Da der Schaffende immer größer ist als das Geschaffene, muss Gott als Erschaffer der Menschheit - mindestens - eine Person sein, wenn auch nicht mit einem Körper, wie wir ihn haben oder mit einem Charakter, der mit unserem identisch wäre:

Da es Geist an sich nicht geben kann, und jeder Geist einem Wesen zugehört, so müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selbst sein können, sondern geschaffen worden sein müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu nennen, wie ihn alle alten Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: GOTT!
Max Planck, ESG 251

Der Mensch - ein Gottesbeweis!

Für wie groß schätzen wir die Wahrscheinlichkeit ein, dass ein Fels anfängt, in unserer Muttersprache mit uns zu sprechen? Wie lange müssten wir darauf warten, bis dieses Wunder geschieht: Tausend oder Millionen oder Milliarden Jahre? Halten wir es für möglich, dass ein Eimer voll Sand eines Tages beginnt, uns Gefühle zu zeigen, mit uns über seine Sehnsüchte und Wünsche zu reden? Gibt es irgendwelche zufälligen Umstände, die bewirken könnten, dass eine Schubkarre voll Ackererde eines Tages fähig sein könnte, uns intelligente Signale zu senden?

Nun, entweder, wir glauben, dass dieses Wunder einfach so eingetreten ist - oder wir glauben an Gott! Denn der Fall, dass Humus Intelligenz erwerben kann, ist mit homo sapiens sapiens (von lateinisch “humus = Erde und sapientia = Weisheit) tatsächlich eingetreten: Jeder von uns ist ein intelligenter Komposthaufen, ein sprechender Materiekloß! Ich bin ein Riesenmolekül, das seine Gedanken in einen Computer eintippt und so mit dir redet! Alles Zufall?

Wir stehen an dieser Stelle vor der Entscheidung, ob wir der bloßen Materie zutrauen, tatsächlich aus sich heraus Wesen hervorzubringen, die Bilder malen, Musik machen, Liebesgedichte schreiben und Raumsonden konstruieren können? Kann Materie einen Willen haben, Gefühle und Intelligenz (Geist)?

Wenn wir diese Frage nicht bejahen können, bleibt uns als die einzige Erklärung, dass es einen personalen, intelligenten Gott gibt, der einen Teil seines Wesens in uns gelegt hat. So, wie ein Vater einen Teil seines Wesens auf seine Kinder weitergibt. Diese Variante scheint mir viel wahrscheinlicher und glaubwürdiger zu sein, als der Gedanke, Wüstensand oder Meerwasser könne sich im Laufe der Zeit ohne Gottes Zutun von ganz alleine zu einem Computerexperten entwickeln. Ich bin einfach davon überzeugt, dass das Salzfass auf meinem Tisch niemals mit mir sprechen wird, auch nicht in einer Million Jahre! Und erst recht nicht der Schlamm aus dem städtischen Klärwerk, egal, wie lange ich ihn dort sich selbst überlasse.

Wir können also davon ausgehen, dass Gott eine Person ist, das heißt ein Wesen mit einem Willen und Gefühlen, und dass er diese auch ausdrückt. Nicht nur wir Menschen können reden, auch Tiere kommunizieren miteinander, und überhaupt ist alles Leben in einer Sprache niedergeschrieben, dem genetischen Code, den man bildlich am besten mit einer Schriftrolle vergleichen könnte. Man könnte sogar sagen, dass Gott sogar bis in die Welt der Atome hinein redet und schreibt:

Die Mathematik ist das Alphabet, mit dem Gott die Welt geschrieben hat. Galileo Galilei

5. Gott ist gut, aber er toleriert Böses

Überwältigende Beweise von Intelligenz und wohlwollender Absicht umgeben uns. Lord Thomson Kelvin (1824-1907), Physiker, EFG 15

Es gibt Gutes, also muss Gott gut sein. Das Böse ist die Abwendung vom Guten, wie Finsternis die Abwesenheit von Licht ist. Zum Guten gehören Geduld und Toleranz (= Leidensbereitschaft), darum kann das Gute auch Böses ertragen, wenigstens zeitweise. Das Böse dagegen toleriert das Gute nie, nur gezwungenermaßen - durch Gott gezwungen. Gott ist also ein guter Gott, wenn er auch das Böse offensichtlich teilweise und zeitweise toleriert:

Raffiniert ist der Herrgott, aber boshaft ist er nicht. Albert Einstein

Diese zwei Eigenschaften, dass Gott einerseits selber gut ist und andererseits doch Bosheit bei seinen Geschöpfen toleriert, sind eine starke Ermutigung, ihn zu suchen und zu ihm zu kommen: Er ist so gut, dass er uns liebt, und er ist so tolerant, dass er uns nicht vernichtet, wenn wir uns ihm als fehlerhafte Menschen nahen.

Einschränkend müssen wir allerdings zugeben, dass sich angesicht des Leides in der Schöpfung die Frage aufdrängt, ob Gott wirklich nur gut ist, oder womöglich doch gut und böse zugleich:

Ich kann nicht die Schwierigkeit übersehen, die sich aus der riesigen Summe des Leids überall in der Welt ergibt ... Es scheint mir zuviel Elend in der Welt zu geben. Ich kann mich nicht dazu überreden, dass ein gütiger und allmächtiger Gott mit Absicht die Schlupfwespen erschaffen haben würde mit dem ausdrücklichen Auftrag, sich im Körper lebender Raupen zu ernähren, oder dass eine Katze mit Mäusen spielen soll. ...
Andererseits kann ich mich keineswegs damit abfinden, dieses wunderbare Universum und insbesondere die Natur des Menschen zu betrachten und zu folgern, dass alles nur das Ergebnis roher Kräfte sei.
Charles Darwin in Stuhlhofer: “Weltreise zum Agnostizismus” Seite 75,76 bzw. Francis Darwin: “The life and letters of Charles Darwin” Seite 312

In unserer Erfahrungswelt sind Gut und Böse einerseits Gegensätze, die sich gegenseitig ausschließen, wie Licht und Finsternis. Andererseits erleben wir in unserer eigenen Person, dass durchaus beides gleichzeitig in uns vorhanden sein kann, dass nur manchmal das eine und manchmal das andere überwiegt. Zur endgültigen Klärung dieser Frage brauchen wir also mehr Offenbarung von Gott.

6. Gott ist ein verborgener Gott

Die Schöpfung ist eine Offenbarung Gottes, also ist Gott ein sich offenbarender Gott. Andererseits können wir ihn selber im Allgemeinen weder sehen noch hören, fühlen, riechen oder schmecken, seine Wahrnehmung entzieht sich unseren fünf Sinnen. Gott ist also zweifellos ein verborgener Gott - das ist auch eine wichige Tatsache, die wir festhalten wollen!

Die Gründe hierfür sind vielleicht nicht ganz klar. Einer mag in der Begrenzung unserer Sinne liegen, die einfach nicht fähig sind, Gott unmittelbar zu erfassen. Wir kennen diesen Umstand inzwischen sehr gut auch aus den Naturwissenschaften, die uns gelehrt haben, dass wir zum Beispiel mit den Augen nur einen eng begrenzten Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums sehen können, nicht jedoch zum Beispiel Infrarot-, UV-Licht oder Röntgenstrahlen.

Bleibt aber trotzdem die Frage, warum Gott sich nicht auch unseren begrenzten Sinnen deutlicher zeigt. Hierüber können wir erst einmal nur Vermutungen anstellen. Vielleicht, weil er möchte, dass wir auf seine Offenbarung in der Schöpfung reagieren und ihn von uns aus suchen? Jedenfalls können wir festhalten, dass Gott sich uns nicht aufdrängt. Er offenbart sich nicht in der Fülle seiner Macht, die ihm angesichts der Größe der Schöpfung ja offensichtlich zur Verfügung stünde. Vielleicht, weil wir sonst allein schon durch seine Erscheinung vernichtet würden, vielleicht aber auch, weil er nicht um seiner Herrlichkeit, sondern um seiner selbst willen geliebt werden möchte?

7. Gott ist ein Gott, der sich offenbaren möchte

Allerdings hat Gott uns, die wir ihn mit unseren fünf Sinnen in der Regel nicht direkt wahrnehmen können, geistige Fähigkeiten gegeben. So, wie wir für die Wahrnehmung von Radiowellen Geräte als Hilfsmittel verwenden, haben wir den Verstand als Instrument bekommen, der uns in die Lage versetzt, aus der Schöpfung Rückschlüsse auf den Schöpfer zu ziehen.

Dabei besteht eine wichtige Parallele zwischen der Suche nach Gott und den Naturwissenschaften: Es gibt die Kräfte, die seit Milliarden von Jahren wirken und gelten, und seit Urzeiten suchen und forschen Menschen nach den Gesetzen hinter ihnen. Und bis in die Gegenwart werden immer wieder bahnbrechende Entdeckungen gemacht, neue Erkenntnisse gewonnen. Aber gesucht, geforscht muss werden, die Natur bindet uns die Wahrheit nicht immer auf die Nase!

Gott hat viele seiner Wesenszüge in der Schöpfung weithin sichtbar geoffenbart. Doch was für die Erforschung der Schöpfung wahr ist, gilt auch für den Schöpfer selber: Wir können ihn nur näher kennenlernen, wenn wir nach ihm forschen wie Wissenschaftler und Forscher. Wir müssen Gott suchen! Und es gibt guten Grund zu der Hoffnung, dass wir ihn dann auch tatsächlich finden werden. Denn da es Gottes Wesen ist, sich zu offenbaren, ist zu erwarten, dass er sich nicht nur in der Schöpfung, sondern auch noch anderweitig offenbart. Dass er sich nicht nur der Menschheit allgemein, sondern auch jedem einzelnen persönlich offenbaren will. Doch dazu gehört natürlich das persönliche Interesse des Einzelnen.

Die entscheidende Schlussfolgerung für uns

Die wichtigste und ganz praktische Erkenntnis aus all dem Vorhergehenden ist folgende: Da Gott eine Person ist, tut sich uns eine einmalige Chance auf, mehr über ihn zu erfahren - wir können ihn selber kennenlernen, indem wir mit ihm sprechen! Wie mühsam ist es, aus den Gerüchten der Nachbarschaft oder den Meldungen der Medien die Wahrheit herauszufiltern, wenn es darum geht, irgendeine Person kennenzulernen. Der einfachste und zugleich sicherste Weg, jemanden wirklich kennenzulernen ist, mit ihm selber zu reden. Ein paar einfache, ehrliche Worte, die wir miteinander wechseln, bringen uns einander näher als stundenlanges Grübeln. Also, geben wir Gott unsere Stimme, indem wir schlicht und einfach mit ihm reden!

Vorteil Nummer eins: Es kostet nichts!

Ein Vorteil dieser Methode besteht darin, dass sie uns nichts kostet, außer vielleicht die Überwindung unseres Stolzes oder unserer Scham, einfach ins Blaue zu ihm zu sprechen. Dabei haben wir eigentlich keinen Grund, uns deswegen zu schämen. Es ist weder ein Zeichen von Dummheit noch von Schwäche, mit dem Schöpfer des Universums zu reden, sondern im Gegenteil, sehr vernünftig und sogar notwendig:

Es ist keine größere Schande zu beten, als zu trinken und zu atmen. Der Mensch braucht Gott, wie er das Wasser und den Sauerstoff braucht. Alexis Carrel (1873-1944), Arzt und Naturforscher, Nobelpreis 1912, EFG 21

Meine persönliche Auffassung und Überzeugung gipfelt in der Erkenntnis, dass die Menschheit der Kraft des Gebetes heute mehr bedarf als jemals zuvor in der Geschichte. Werner von Braun, ESG 178

Ermutigt werden wir dabei durch die Erkenntnis, die wir aus der Schöpfung gewonnen haben, dass nämlich Gott eine schier unendliche Intelligenz und unvorstellbares Wissen über seine Schöpfung besitzt, so dass wir davon ausgehen können, dass er unsere Gebete hört. Wenn es heute sogar schon Geheimdiensten möglich ist, Millionen von Telefonaten gleichzeitig aufzuzeichnen und zu überwachen, dann dürfen wir Gott erst recht zutrauen, dass er jedes Wort hört, dass wir beten. Und da dieser Schöpfer außerdem über eine unerschöpfliche Macht verfügt, wissen wir, dass er durchaus fähig ist, sich uns bemerkbar zu machen und auf unsere Gebete einzugehen.

Vorteil Nummer zwei: Wir brauchen keinen Guru!

Ein weiterer Vorteil dieser Methode, Gott zu suchen, indem wir immer wieder mit ihm reden: Sie macht uns unabhängig von jeder Art von religiösen Experten oder Sekten. Wir sind nicht irgendeiner Priesterkaste auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, sondern wir können mit der Quelle der Wahrheit selber Kontakt aufnehmen! Sicher können uns dann andere, die Gott kennen, auf unserem Weg helfen, aber wir sind nicht länger Blinde, die blindlings irgendwelchen Führern folgen, sondern wir gehen wie Kinder an Gottes Hand und werden von ihm persönlich geführt.

Die entscheidende Weichenstellung

So unscheinbar diese Erkenntnis scheint, so müssen wir sie doch auch umsetzen, wenn wir Gott erfahren wollen. Wenn wir nicht anfangen, mit Gott zu reden, werden wir ihn nicht wirklich kennenlernen! Alles Nachdenken über Gott wird am Schluss nur dazu führen, dass wir uns kleine Gottesbilder selber erschaffen, die wir vielleicht für glänzend halten, die aber nicht besser sind als die goldüberzogenen Götzenbilder primitiver Völker. Unser Verstand ist einfach nicht fähig, sich auszudenken, wie Gott ist. Nur Gott selber kann uns mitteilen, wie er ist. Und dieses Reden mit Gott ist nicht nur der Anfang, sondern es geht immer weiter - wie in einer Freundschaft, wo man ja auch nach der Verlobung nicht aufhört, miteinander zu reden - hoffentlich! Denn wenn einer der Partner beginnt zu schweigen, ist das der Anfang vom Ende. Solange wir aber miteinander reden, können wir im Prinzip jede Schwierigkeit meistern und jedes Problem lösen.

Dies ist die Stelle, an der wir vom Glauben, DASS es einen Gott gibt, den nächsten Schritt machen, hin zu dem Glauben AN diesen Gott. Das erste ist eine Überzeugung im Verstand, das zweite ist der Anfang einer Herzensbeziehung. Kopf und Herz sind nicht einander entgegengesetzt, sondern sollen in Harmonie miteinander agieren. Der Verstand prüft und bewertet die Fakten und Argumente, das Herz trifft auf der Grundlage dieser Vorgaben die Entscheidung, wie wir dann tatsächlich reagieren und handeln. Darum genügt der reine Kopfglaube nicht und kann uns alleine nicht helfen: Es ist nicht genug, die Packungsbeilage eines Medikamentes zu lesen und es gut zu finden. Ich muss mir auch ein Herz fassen und es einnehmen, erst dann entfaltet es seine heilsame Wirkung.

Biblisch ausgedrückt geht es hier um Glaube und Werke. Glaube ohne Werke ist tot und nutzlos. Doch noch soviele Werke ohne Glauben können genausowenig retten! Man könnte den Glauben mit einem Schlauchboot vergleichen: Ohne Luft kann es einen Schiffbrüchigen im Meer nicht retten, es ist im Gegenteil sogar noch eine Belastung und wird ihn nach unten ziehen. Umgekehrt gilt: Er kann er pusten so viel er will, die viele Luft kann ihn doch nicht retten, solange er kein Schlauchboot hat, in das er sie blasen kann. Was wir also brauchen, sind Glaube und Werke, Glaubenswerke eben, Taten, die auf Gottvertrauen beruhen.


Du sollst dir kein Bildnis von Gott machen!”



Sollen wir, wie eines der Zehn Gebote zu fordern scheint, lieber gar kein “Gottesbild”, gar keine Vorstellungen von Gott haben? Zum einen wäre das unmöglich, denn allein das Wort “Gott” ist ja schon eine Bezeichnung für irgend etwas und damit unweigerlich mit gewissen Vorstellungen verbunden. Vor allem aber spricht der Originaltext von etwas ganz anderem: “Du sollst dir kein Bild von Gott selber zurechtschnitzen” - so könnte man den Text von Exodus 20:4 viel treffender wiedergeben, denn das Wort “Bildnis”, hebräisch “päsäl”, stammt von “pasal = schneiden, zuhauen, schnitzen” und bedeutet demnach wörtlich “Schnitzbild”. Die Frage, um die es hier geht, ist also die:

Wollen wir uns ein Bild von Gott zurechtschnitzen, oder werden wir das Bild annehmen, das Gott selbst uns von sich gibt?

Das bedeutet: Wir müssen Gott so akzeptieren, wie er ist, und ihn uns nicht so zurechtschnitzen, wie wir ihn gerne hätten. Das ist auch die Haltung des Naturwissenschaftlers, der sich durch Experimente zum Umdenken bewegen lässt: Er akzeptiert den Forschungs­gegenstand wie er ist und versucht nicht, ihn seinen Vorstellungen anzupassen. Dabei sind wir uns sicher alle einig: Wäre Gott genau so, wie wir ihn uns ausdenken, dann wäre er nicht größer als unser Verstand - und das wäre ein recht bescheidener Gott! Wenn wir Gott auf unser Vorstellungsvermögen beschränken, reduzieren wir ihn vom Schöpfer zum Machwerk eines Geschöpfes, dann machen wir uns wirklich unseren eigenen Gott. Der hat dann allerdings mit dem realen Gott nicht mehr viel gemeinsam, er ist dann eher ein Masgöttchen, mehr nicht!

WIR müssen verändert werden - nicht Gott!

Ein Wissenschaftler wird durch seine Erkenntnisse verändert - das ist das Kennzeichen von Wissenschaft. Nicht er prägt seine Meinung dem Universum auf, sondern er lässt sich von den Fakten und Tatsachen belehren, seine Überzeugungen verändern. Er passt seine Meinung der Realität an. Das ist, was die Bibel “Umdenken” nennt. Das griechische “meta-no-ejn” bedeutet wörtlich “umdenken”, “umsinnen”. “Buße”, so die veraltete Übersetzung, besteht also ganz und gar nicht in Strafe oder Selbstkasteiung, sondern auf einem Aha-Erlebnis, das einen zum Umdenken bringt. Vorher steckte man in einer Sackgasse, nun ist man wieder auf dem richtigen Weg. Das ist Grund zur Freude!

Gott erkennen hat Folgen

Das ist jedoch gleichzeitig auch ein Hauptgrund, warum viele Menschen Gott nicht erleben: Sie sind gar nicht bereit dazu! Sie wollen es gar nicht! Denn wir müssen bereit sein, auch persönliche Konsequenzen aus Gottesbeweisen zu ziehen. Gott ist keine Sternschnuppe, die man kurz bestaunt und dann schnell wieder vergisst. Man kann nicht dem Schöpfer des Universums begegnen und dann weiterleben, als wäre nichts gewesen! Gott ist auch nicht die Sahnehaube auf unserer Lebenstorte, um sie zu verzieren oder zu versüßen - er ist viel eher das Backpulver in unserem Leben, ohne ihn wäre unser Schicksal ein formloser Brei. Gott ist der Schöpfer des Weltalls, der Herr des Universums - die Welt dreht sich um ihn, nicht um uns!

Gottesbeweise zu erfahren ist deshalb zwangsläufig ein Wendepunkt im Leben: Entweder man lässt sich durch sie zum Guten verändern, oder es geht erst recht bergab mit einem. Das mag ein weiterer Grund sein, warum Gott sich verbirgt: Er möchte sich denen offenbaren, die bereit für Veränderung sind, und nicht denen, die von ihm ohnehin nichts wissen wollen.


Wo sollen wir Gott suchen?



Die Antwort ist ziemlich einfach: Da, wo er ist!

Je nach persönlicher Veranlagung würden wir Gott vielleicht gerne in aktuellen Nachrichtensendungen vom Sofa aus bequem vorgeführt bekommen, ihn an der Universität studieren, ihn in religiösen Selbsterfahrungsgruppen erleben oder in der Kirche spüren. Doch wir müssen Gott da suchen, wo er sich tatsächlich offenbart, und nicht da, wo wir ihn gerne hätten! Es ist sicher bequemer, Steinpilze in unserem Wohnzimmer zu suchen, aber wenn wir wirklich welche finden wollen, müssen wir sie da suchen, wo sie wachsen, nämlich im Wald! Was wäre, wenn Gott uns manchmal im Wald näher ist als in der Kirche? Oder wenn er durch die alte Nachbarin mehr zu uns spricht als durch einen Theologieprofessor? Was, wenn er sich uns in einem Traum oder in einem geschenkten Buch offenbaren möchte? Seien wir also offen dafür, dass Gott womöglich besondere Wege einschlagen wird, um sich zu erkennen zu geben. Versuchen wir, Vorurteile so weit wie möglich abzulegen und offen zu sein für jede Wahrheit.

Wo hat Gott sich außer der Schöpfung noch geoffenbart?

Damit sind wir erst einmal bei all den Religionen und ihren heiligen Büchern, die den Anspruch erheben, Offenbarungen Gottes zu sein. Bevor wir in die Einzelheiten gehen, können wir jedoch schon einmal festhalten, dass offensichtlich niemals alle Religionen zugleich vollkommen wahr sein können, weil sie sich sich in zahlreichen Punkten ganz klar widersprechen. Deshalb müssen wir irgendwie herausfinden, was wirkliche Gottesoffenbarung sind und was nicht. Wie soll das gehen?

Die wissenschaftliche Methode anwenden

Es bietet sich an, dass wir die gesicherten Erkenntnisse der Naturwissenschaften und der Geschichtswissenschaften als Ausgangspunkt nehmen, um an diesen Fakten den Wahrheitsgehalt der Religionen zu prüfen. Wir starten sozusagen von dem sicheren Boden der handfesten Erkenntnisse, die wir bereits besitzen und arbeiten uns von hier aus auf bislang unbekanntes Gebiet vor, wobei wir Logik und Verstand nicht an der Garderobe abgeben, sondern fleißig gebrauchen.

Mit welcher Religion, mit welcher Heiligen Schrift sollen wir beginnen? Nun, wenn wir eine Religion mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaften vergleichen wollen, dann bietet sich keine Heilige Schrift für einen derartigen Test so sehr an wie die Bibel. Denn sie ist das einzige Buch, das gleich in seinem ersten Kapitel die Entstehung des Lebens auf der Erde beschreibt, und das so umfassend und bis in die Einzelheiten hinein wie kein Schöpfungsbericht anderer Religionen!

Vorurteile gegen die Bibel?

Wir sollten uns auf die zahlreichen Gerüchte, die über die Bibel kursieren, ebensowenig verlassen wie auf den Klatsch und Tratsch in unserer Nachbarschaft. Es ist auch erstaunlich, wieviele Menschen “nicht an die Bibel glauben können” - und sie noch nicht ein einziges Mal ganz gelesen haben. Zugegeben, wenn ich die Bibel noch nie gelesen hätte, könnte ich sie auch nicht glauben! Tatsache ist jedoch: Die Bibel beruht auf tausenden, weltweit einmalig präzise überlieferten Handschriften und enthält eine in der Weltliteratur einzigartig genaue Geschichtsschreibung. Ich erwarte von niemandem, dass er der Bibel einfach blind Glauben schenkt. Aber wie wäre es, sie wenigsten einmal mit der Offenheit zu lesen, mit der man die Bildzeitung zu lesen pflegt? Dass sie alt ist, sollte kein Hinderungsgrund sein - die Wahrheit ist auch sehr, sehr alt! Und sie veraltet niemals.

2. Gottes-Beweise schwarz auf weiß: Die Bibel



Beginnen wir also einfach dort, wo man ein Buch normalerweise zu lesen anfängt, nämlich ganz “am Anfang”, mit den ersten Seiten: Wenn sie glaubwürdig sind, haben wir allen Grund, auch den Rest des Buches ernst zu nehmen. Sind allerdings gleich die ersten Seiten der Bibel gespickt mit Fehlern, müssten wir auch auf den Folgeseiten mit Falschaussagen rechnen, und das ganze Buch wäre nur mit äußerster Vorsicht zu genießen. Allerdings ist es für eine wirklich wissenschaftliche Vorgehensweise notwendig, dass wir nicht verschwommene Erinnerungen an unsere Kinderbibel als Ausgangspunkt nehmen, sondern den originalen Bibeltext selber. Und der ist gut für Überraschungen:

Ein erster Blick in die Genesis, wie das erste Buch der Bibel auch noch genannt wird, zeigt, wie wir gleich beim Lesen sehen werden, dass der Schöpfungsbericht ganz klar eine aufsteigende Entwicklungsreihe beschreibt, die sich erstaunlich mit dem deckt, was die Naturwissenschaften herausgefunden haben:

  1. Das Weltall hatte einen Anfang, in dem Gott es erschuf. Wir nennen dieses Ereignis heute “Urknall”! Erst entstanden “die Himmel”, dann die Erde, Vers 1.

  2. Die Erde war anfänglich ein chaotisches “Tohuwabohu”, von Wasser bedeckt, erst später tauchten die Kontinente auf.

  3. Gottes Geist brütete am Anfang über den Gewässern der Urerde, dann erschienen der Reihe nach Pflanzen, Meerestiere, Landtiere und zuletzt die Menschheit.

Das hört sich doch gar nicht so schlecht an. Lesen wir also einfach einmal die ersten Worte der Bibel in einer allgemein anerkannten, grundtextnahen Übersetzung. Wer eine eigene Bibel zur Hand hat, kann gerne Vergleiche anstellen und wird sehen, dass dort sinngemäß dasselbe steht! :-)


Der Schöpfungsbericht der Bibel



Dies ist der Text von Genesis 1:1-2:4 nach der allgemein als sehr genau und grundtextnah anerkannten “Elberfelder Bibel”. Die Überschriften und Fußnoten wurden vom Verfasser eingefügt, die Anmerkungen in Klammern stammen aus den Fußnoten der Elberfelder Bibel selber.

Die Erschaffung des Universums

1 Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.

Die Tohuwabohu-Zeit der Erde

2 Und die Erde war (oder: wurde) wüst und leer,
und Finsternis war über der Tiefe (oder Flut)
.

Erstes Leben in den Gewässern der Urerde

Und der Geist Gottes schwebtericheph über den Wassern.

Erster Zeitraum: Sonnenlicht dringt bis zur Erdoberfläche

3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.

4 Und Gott sah das Licht, dass es gut war.

Und Gott schied das Licht von der Finsternis.

5 Und Gott nannte das Licht Tag, die Finsternis aber nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag.

Zweiter Zeitraum: Eine Atmosphäre entsteht

6 Dann sprach Gott: Es werde eine Wölbungraqia mitten in den Wassern, und es sei eine Scheidung zwischen den Wassern und den Wassern!

7 Und Gott machte die Wölbung und schied die Wasser, die unterhalb der Wölbung von den Wassern, die oberhalb der Wölbung waren. Und es geschah so.

8 Und Gott nannte die Wölbung Himmel.
Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag.

Dritter Zeitraum: Das Festland taucht aus dem Urmeer auf

9 Und Gott sprach: Es sollen sich die Wasser unterhalb des Himmels an einen Ort sammeln, und es werde das Trockene sichtbar! Und es geschah so.

10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Ansammlung der Wasser nannte er Meere. Und Gott sah, dass es gut war.

Pflanzen besiedeln das Festland

11 Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringt, Fruchtbäume, die auf der Erde Früchte tragen nach ihrer Artmin, in denen ihr Same ist! Und es geschah so.

12 Und die Erde brachte Gras hervorjatsa, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art.
Und Gott sah, dass es gut war.

13 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen - ein dritter Tag.

Vierter Zeitraum: Die Atmosphäre klart auf

14 Und Gott sprach: Es sollen Lichterma-or an der Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie sollen dienen als Zeichen und (zur Bestimmung von) Zeiten und Tagen und Jahren,

15 und sie sollen als Lichter an der Wölbung des Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten! Und es geschah so.

16 Und Gott machteasah die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung des Tagesjom und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht, und die Sterne.

17 Und Gott setztenatan sie an die Wölbung des Himmels, über die Erde zu leuchten

18 und zu herrschen über den Tag und über die Nacht, und um zwischen dem Licht und der Finsternis zu scheiden. Und Gott sah, dass es gut war.

19 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen - ein vierter Tag!

Fünfter Zeitraum: Tierisches Leben in den Meeresgewässern

20 Und Gott sprach: Es sollen die Wasser vom Gewimmel lebender Wesennäphäsch wimmeln, und Vögeloph sollen über die Erde fliegen unter der Wölbung des Himmels!

21 Und Gott schuf die großen Seeungeheuertannin und alle sich regenden lebenden Seelen, von denen die Wasser wimmeln, nach ihrer Art und alle geflügelten Vögel nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war.

22 Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt das Wasser in den Meeren, und die Vögel sollen sich vermehren auf der Erde!

23 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fünfter Tag.

Sechster Zeitraum: Landtiere kommen heraus

24 Und Gott sprach: Die Erde bringe lebende Wesen hervorjatsa nach ihrer Art: Vieh und kriechende Tiere und (wilde) Tiere der Erde nach ihrer Art! Und es geschah so.

25 Und Gott machte die (wilden) Tiere der Erde nach ihrer Art und das Vieh nach seiner Art und alle kriechenden Tiere auf dem Erdboden nach ihrer Art.
Und Gott sah, dass es gut war.

Die Menschheit wird erst zubereitet und dann erschaffen

26 Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machenasah in unserem Bild, nach unserem Abbild! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen!

27 Dann schuf Gott den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau (wörtlich: männlich und weiblich) schuf er sie.

Segnung und Herrschaftsauftrag für die Menschheit

28 Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie (euch) untertan, und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen!

Privileg der Menschen: Früchte und Samen als Nahrung

29 Und Gott sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Kraut gegebennatan, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem samentragende Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dienen.

30 Aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seelenäphäsch ist, (habe ich) alles grüne Kraut zur Speise (gegeben).

31 Und es geschah so. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: das war der sechste Tag.

Siebter Zeitraum: Vollendung des Werkes

2:1 So wurden die Himmel und die Erde und ihr ganzes Heertsaba vollendet.

2:2 Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte, und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte.

Segnung und Heiligung des siebten Tages

2:3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machte.

Der zusammenfassende Untertitel

2:4 Dies ist die Entstehungsgeschichtetoledot

(Fußnote der Elberfelder Bibel:
“Hebräisch toledot, das heißt wörtlich Erzeugungen,
es bedeutet im AT Nachkommen, Geschlechterfolge ...”)

der Himmel und der Erde,
als sie geschaffen wurden, an dem Tag,
an dem Gott, der HERR, Erde und Himmel machte.

Der Schlüssel zum Verständnis

Ganz am Ende, im letzten Satz des Schöpfungsberichtes, steckt eine Sensation. Der Untertitel betont nämlich ausdrücklich, dass die Entfaltung des Lebens auf der Erde auf Abstammung beruht:

Dies sind die Geschlechterfolgen (hebräisch Toledot)
der Himmel und der Erde in ihrem Erschaffenwerden ...
Genesis 2:4

Das hier verwendete hebräische Toledot stammt von holid = zeugen und ist ein Spezialausdruck für Geschlechtsregister. Tatsächlich ist das erste Kapitel der Schrift ein Familien­stammbaum, der den zahlreichen anderen Völkertafeln der Schrift ähnelt. Die Höherentwicklung des Erden­lebens beruht also auf Abstammung, all die aufgezählten Lebewesen sind miteinander verwandt! Vor diesem Hintergrund wird der Schöpfungsbericht zu einem in sich logischen Stammbaum:

  1. Die Aussage im zweiten Vers - “Gottes Geist brütete schützend über den Wassern” - passt nun nahtlos in das Gesamtgeschehen: Am Anfang des Stammbaums der Himmel und der Erde standen einfachste Lebensformen in den Gewässern der Urerde, über denen Gottes Geist brütete!

  2. 1. Im Verlauf des ersten Schöpfungstages (der Textzusammenhang macht deutlich, dass diese Gottes-Tage lange Zeiträume waren) konnte das Licht der schon “im Anfang” erschaffenen Sonne durch die bis dahin undurchlässige Atmosphäre des Tohuwabohu hindurchdringen. Dieses Licht wargut” - nämlich für die Lebenskeime, über denen Gottes Geist “brütete”, und damit für den ganzen Stammbaum des Lebens.

  3. 2. Daraus ergibt sich logisch das Geschehen des zweiten Tages, nämlich die Entstehung einer neuen Atmosphäre: Lebenskeime in den Gewässern des Urmeeres fingen mit Hilfe des Lichtes an, Photosynthese zu treiben, was eine grundlegende Veränderung der Erdatmosphäre zur Folge haben musste: Nicht eine feste “Wölbung” entstand, sondern eine dünne Luftschicht zwischen der Meeresoberfläche und den Wolken, in der später die Flugtiere flogen: Das hebräische “raqia” bezeichnet nicht Festigkeit, sondern Dünnsein, Luthers Übersetzung mit “Firmament” ist unglücklich.

  4. 3. Die nächste erwähnte “Generation” sind die Landpflanzen des dritten Tages. Im Rahmen eines Stammbaumes liegt es nahe, dass sie von Vorfahren im Meer, einfachen, photosynthesetreibenden Organismen abstammten. Das erklärt, warum sie ausdrücklich nicht erschaffen wurden. Vielmehr wird betont, dass das Festland verursachte, dass sie, so der Grundtext, “herauskamen” - logischerweise aus den unmittelbar vorher genannten Gewässern, über denen Gott gebrütet hatte.

  5. 4. Auf diesen Schub in der Entfaltung pflanzlichen Lebens folgte logisch eine zweite Veränderung der Erdatmosphäre. Diese bewirkte, dass vom vierten Tag an das Licht der Gestirne ungestreut bis zur Erdoberfläche gelangen konnte. Ein Schöpfungsakt und auch die Worte “Sonne” und “Mond” kommen überhaupt nicht vor! Es geht vielmehr um das von den Himmelskörpern ausgehende Licht, das von nun an nicht mehr nur als diffuse Helligkeit, sondern ungestreut wahrgenommen werden konnte.

  6. 5. Dies war eine unabdingbare Voraussetzung für die Entstehung tierischen Lebens in den Meeresgewässern, auch Kambrische Explosion genannt. Deren tiefere Ursache bestand darin, dass durch Gottes zweiten Schöpfungsakt Tierseelen ins Dasein gebracht wurden. Dieses geschah in den Stammbaum hinein, der in den Gewässern verlief: Das im Schöpfungsbericht mit “Art” übersetzte hebräische Wort “min” bedeutet wörtlich: “Herkunft, Abkunft”. Typisch waren krabbelnde Meerestiere (Trilobiten usw.), Meeresraubtiere (Riesenkrebse und -Kraken) und Flugtiere.

  7. 6a. Die Landtiere wurden nicht neu erschaffen! Am sechsten Tag verursachte das Festland, dass einige der Wassertiere auf das Festland “herauskamen”. Das ist der Grund, warum die Landtiere im Gegensatz zu den Wassertieren nicht gesegnet wur­den - sie stammten von den Meerestieren ab, deren Segen sich in ihnen fortpflanzte!

  8. 6b. Noch innerhalb des sechsten Tages folgte dann auf das Erscheinen der Landtiere die Entstehung der Menschheit, die zuerst zubereitet und dann im Bilde Gottes erschaffen wurde. Noch innerhalb des sechsten (Gottes-) Tages besiedelte die Menschheit die Erde, denn danach wird bestätigt: “Und es geschah so!” Genesis 1:31

  9. Im Rahmen eines Stammbaumes ist logisch, dass der Mensch Landtiere als Vorfahren hatte und in diesem Sinne sogar selber eines ist, Prediger 3:18. Der Mensch ist als Säugetier ein Repräsentant aller Weltstufen der gesamten sichtbaren Schöpfung. Als geistbegabtes Wesen ist er zugleich das Bindeglied zur unsichtbaren Welt, von Gott dazu berufen, zum Wohle der Schöpfung zu regieren.

  10. 7. Die Erde leidet seit dem Tohuwabohu (Vers 2) unter Mangel, Kampf und Tod. Es ist bei weitem nicht alles sehr gut in ihr - nur das, was Gott tut. Der Mensch ist sein wichtigstes Werkzeug, um die Erlösung der Schöpfung zu verwirklichen - innerhalb des siebten Tages, der bis heute andauert!

  11. Diese aufsteigende Entwicklungsreihe wird im Schlusssatz des Schöpfungsberichtes ausdrücklich als Stammbaum bezeichnet:
    “Dies sind die ZEUGUNGSFOLGEN (hebr. toledot = Stammbaum) der Himmel und der Erde in ihrem Erschaffenwerden ...” Genesis 2:4

Es gibt keinen Schöpfungsbericht anderer Völker, der auch nur annähernd an die Präzision dieses ersten “Stammbaumes” der Bibel herankommt.

Eine wirklich tiefgehende Untersuchung des Schöpfungsberichtes würde den Rahmen dieser Schrift sprengen, darum habe ich mich hier darauf beschränkt, eine Zusammenfassung aus der Schrift “Im Anfang: Was die Bibel wirklich über Schöpfung und Evolution sagt”, zu bringen, die vom Verfasser zu beziehen oder gratis aus dem Internet herunterzuladen ist (www.urzeitundendzeit.de). Hier noch ein Überblick:

Genesis 1 und die Naturwissenschaft


Die Fortsetzung: Adam in Eden

Dem Schöpfungsbericht folgt im zweiten Kapitel nicht etwa ein “zweiter Schöpfungsbericht”, wie teilweise gelehrt wird, sondern schlicht und einfach die Fortsetzung dessen, was mit Kapitel 1 begonnen hat. Wir erinnern uns: Innerhalb des sechsten Tages hatte die Menschheit sich durch Fruchtbarkeit vermehrt und die Erde besiedelt. Unter diesen Menschen erwählte Gott nun einen ganz bestimmten aus, um mit ihm in ein Bundesverhältnis zu treten. Deshalb wird Gott von nun an nicht mehr nur “Älohim = (Schöpfer-) Gott”, sondern auch “Jahwäh = HERR” genannt.

Es wird ausführlich beschrieben, wann und wo dieser erste Auserwählte, Adam, lebte, den Gott im Mutterleib bildete, nämlich ungefähr 5000 vor Christus im Nahen Osten, im Gebiet des heutigen Irak. Es ist sicher kein Zufall, dass sich hier auch die Wiege der menschlichen Kultur befindet, deren Aufstieg der Bibeltext von Genesis 2-5 mit den Nachkommen Adams verzeichnet und beschreibt: Sie gingen vom Nomadentum als Jäger und Sammler zu Ackerbau und Sesshaftigkeit über und begannen mit Städtebau und der Metallverarbeitung durch Hämmern. Adam lebte demnach zur Zeit des Übergangs von der Stein- zur Bronzezeit!

Alles in allem kann man also zu Recht sagen, dass die ersten Kapitel der Bibel einen nüchternen, sachlich zutreffenden Überblick über die Anfänge des Weltalls, des Lebens auf der Erde und der menschlichen Kultur geben. Zur Zeit der Entstehung dieser Texte und auch noch Jahrtausende danach hätte kein menschlicher Autor diese Dinge so zutreffend beschreiben können. Das bestätigen hunderte anderer, tatsächlich von Menschen ausgedachter Schöpfungsgeschichten vieler Völker, Zeiten und Kulturen, die heute kein Naturwissenschaftler auch nur ansatzweise ernst nehmen würde. Es spricht daher vieles dafür, auch die Texte der Bibel “beim Wort zu nehmen”, die auf den Schöpfungsbericht folgen.

Die zwei Bücher Gottes

Nach allem, was wir bis hierher gesehen haben, könnte es also durchaus sein, dass Bibel und Natur zwei Bücher ein und desselben Autoren sind:

Die Schöpfung wäre das Bilderbuch,
die Bibel das Lesebuch Gottes!

Oder, wie Galilei es so schön formulierte:

Denn die Heilige Schrift wie auch die Natur haben ihren Ursprung gleichermaßen im Worte Gottes.
Gott offenbart sich uns in ebenso wunderbarer Weise in den Handlungen der Natur wie in den ehrwürdigen Sätzen der Heiligen Schrift.
Zwei Wahrheiten können sich nie widersprechen.

Aber zwei Menschen schon!” könnte man an dieser Stelle noch hinzufügen, denn: “Irren ist menschlich”, und zwar auf allen Gebieten! Naturwissenschaft und Bibelauslegung sind beides menschliche Deutungsversuche, bei denen einmal die Worte, das andere Mal die Werke Gottes erforscht und gedeutet werden. Und dabei können Fehler unterlaufen. Darum ist es eigentlich grundsätzlich ausgeschlossen, dass wir Bibelauslegung und Naturwissenschaft jemals vollkommen zur Deckung bringen können. Das hat auch der Naturwissenschaftler Manfred Eigen erkannt:

Konflikte zwischen religiöser und wissenschaftlicher Weltsicht sind aufgrund der Begrenzung menschlicher Einsichten geradezu vorgegeben. Manfred Eigen in “Stufen zum Leben”, Seite 275

Aus diesem Grunde ist es nicht realistisch und auch nicht fair, von einer Bibelauslegung zu erwarten, dass sie zu hundert Prozent mit dem “derzeitigen Stand der Forschung” übereinstimmt! Es müsste, im Gegenteil, eher verdächtig erscheinen, wenn bei Harmonisierungsversuchen alles vollkommen glatt ginge. Es ist viel realistischer, abzuwägen, ob die Bibel im Großen und Ganzen gesehen mit dem übereinstimmt, was heute als naturwissenschaftlich gesichert angesehen wird. Und das ist, was den Schöpfungsbericht angeht, ganz klar der Fall.

Ein guter Weg

Gott wird also niemals von uns erwarten, dass wir die Natur gegen das Wort Gottes ausspielen oder umgekehrt. Beide sind ihrem Wesen nach unveränderlich, nur die menschlichen Einsichten in sie unterliegen einem Wandel. Darum können beide uns zur Orientierung auf dem Weg der Wahrheit helfen wie die beiden Leitplanken auf den Seiten einer Autobahn:

Einerseits ist die sichtbare Wirklichkeit immer wieder ein zentraler Prüfstein für die Wahrhaftigkeit und Echtheit einer Lehre, beziehungsweise von Menschen, die mit dem Anspruch auftreten, für Gott zu reden. Wenn ihre Lehren der Realität widersprechen, sind sie schlicht und einfach Irrtümer oder Lügen.

Andererseits gibt uns die Schrift eine geistliche Deutung der sichtbaren Phänomene, die wir ansonsten oft nicht verstehen könnten - wie eben der Text in einem Bilderbuch den Sinn dessen erklärt, was wir mit unseren Augen sehen können, dabei jedoch gleichzeitig über das Sichtbare hinausgeht.

Der Glaube sagt wohl, was die Sinne nicht sagen, aber er sagt nicht das Gegenteil dessen, was sie wahrnehmen. Er ist darüber, nicht dagegen! Blaise Pascal (1623-1662), Mathematiker, Physiker, EFG 8


Eingetroffene Prophetien der Bibel



Doch bleiben wir nicht bei naturwissenschaftlichen Aussagen stehen. Diese gehören ja zu den einfacheren Dingen, wogegen zuverlässige geschichtliche Voraussagen über große Zeiträume hinweg aufgrund der Komplexität der Vorgänge viel schwieriger, um nicht zu sagen unmöglich sind. Doch gerade dies ist ein Spezialgebiet der Bibel, die ja ein Geschichtsbuch ist, in dem es über große Strecken um die Geschichte Israels und seines Königs geht. So finden wir auch hier Vorhersagen, die über Jahrtausende hinweg eingetroffen sind und noch bis in die heutige Zeit eintreffen. Diese sind ein weiterer Prüfstein für den göttlichen Ursprung der Bibel.

Zerstreuung und Verfolgung der Juden unter allen Nationen

Euch aber werde ich unter die Nationen zerstreuen ... Euer Land wird eine Öde, und eure Städte werden eine Trümmerstätte sein. ... Ihr werdet umkommen unter den Nationen, und das Land eurer Feinde wird euch fressen. Und die Übriggebliebenen von euch werden in den Ländern eurer Feinde vergehen ... 3.Mose 26:33,38-39

Und der HERR wird dich unter alle Völker zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum andern Ende der Erde ... Und unter jenen Nationen wirst du nicht ruhig wohnen, und deine Fußsohle wird keinen Rastplatz finden ... Und dein Leben wird in Gefahr schweben, du wirst dich Nacht und Tag fürchten und deines Lebens nicht sicher sein. 5.Mose 28:64-66

Und der HERR wird euch unter die Völker zerstreuen, und ihr werdet übrigbleiben, ein geringes Häuflein unter den Nationen, wohin der HERR euch führen wird ...
Wenn du in Not bist und wenn alle diese Dinge dich getroffen haben am Ende der Tage, wirst du zum HERRN, deinem Gott, umkehren, und auf seine Stimme hören. 5.Mose 4:27,30

Weitere Bibelstellen: 1.Könige 14:15; Nehemia 1:8-9; Hesekiel 20:23 ...

Die schon von Mose vorhergesagte totale Zerstreuung Israels unter die Nationen geschah, nachdem die Juden Jesus endgültig verworfen hatten, im Jahre 70. Es kann nur ein Wunder genannt werden, dass sie die vielen Jahrhunderte grausamer Verfolgung überhaupt überlebten und ihre Identität nicht gänzlich verloren, sogar ihre Sprache geriet in Vergessenheit. Doch gläubige Juden und Christen waren zu allen Zeiten davon überzeugt, dass Gottes Wort in Erfüllung gehen, und dass er die Juden eines Tages doch wieder zurück in ihr Land bringen würde, vergleiche auch Römer 11:24ff.

Rückkehr der Juden in ihr Land nach langer Zeit

Siehe, ich bringe sie herbei aus dem Land des Nordens und sammle sie von dem äußersten Ende der Erde, unter ihnen Blinde und Lahme, Schwangere und Gebärende, sie alle zusammen; als eine große Volksversammlung kehren sie hierher zurück. ...
Hört das Wort des HERRN, ihr Nationen, und meldet es auf den fernen Inseln und sagt: Der Israel zerstreut hat, wird es wieder sammeln und wird es hüten wie ein Hirte seine Herde! Jeremia 31:7-10

Ich werde zum Norden sagen: Gib her! und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring meine Söhne von fernher und meine Töchter vom Ende der Erde. Jesaja 43:6

Und ich werde euch aus den Völkern herausführen und euch aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit ausgegossenem Grimm sammeln. Hesekiel 20:34

Und tatsächlich geschah im 19.Jahrhundert die Wiederbelebung der hebräischen Sprache, die bis dahin tot war, und nach dem zweiten Weltkrieg kam es zur Gründung des Staates Israel, der “wie durch ein Wunder” die sofortigen und wiederholten Angriffe seiner zahlenmäßig weit überlegenen Nachbarstaaten immer wieder überlebt hat.

Alle Völker gegen Israel - Aufteilung des Landes

Denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich das Geschick Judas und Jerusalems wenden werde, dann werde ich alle Nationen sammeln und sie ins Tal Joschafat hinabführen. Und ich werde dort mit ihnen ins Gericht gehen wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel, das sie unter die Nationen zerstreut haben. Und mein Land haben sie geteilt und über mein Volk das Los geworfen. Joel 4:1-2

Die Voraussagen der Bibel für Israel und Jerusalem gehen bis in unsere Zeit hinein, quasi vor unseren Augen, in Erfüllung: Dieses winzige Land hält die ganze Welt in Atem, und selbst Supermächte vermögen die Probleme, die mit ihm untrennbar verbunden sind, nicht zu lösen.

Jerusalem als weltpolitisches Dauerproblem

Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker ringsum. Und auch über Juda: Es wird in Bedrängnis geraten zusammen mit Jerusalem.
Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ich Jerusalem zu einem Stemmstein für alle Völker: alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund reißen. Und alle Nationen der Erde werden sich gegen es versammeln. Sacharja 12:2-3

Die Feindschaft der Weltnationen gegen diesen “Fremdkörper” wird zunehmen, und viele weitere Prophetien der Bibel müssen noch in Erfüllung gehen, bevor Friede für dieses Volk und die ganze Erde einkehren kann. Der Schlüssel dazu ist eine spezielle Person, der Messias, der von Israel lange ersehnte König und Retter. Auch über ihn finden sich in der Bibel eine ganze Reihe von Voraussagen, von denen hier einige herausgegriffen seien ...

Der Messias: Jesus, Gottes Sohn

Geburt des Ewigen in Bethlehem

Und du, Bethlehem Ephrata, das du klein unter den Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll. Und seine Ursprünge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her.
Micha 5:1; vergleich Matthäus 2:5; Johannes 7:42

Einzug als König in Jerusalem auf einem Esel

Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir: Gerecht und siegreich ist er, demütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Fohlen, einem Jungen der Eselin. Sacharja 9:9; vergleiche Matthäus 21:5

Normalerweise ritten die Könige Israels auf einer Kutsche oder einem Pferd ein, was zugleich ein Sinnbild für Macht und Kampfbereitschaft ist. Der in der Geschichte Israels einmalige Einritt Jesu auf einem Esel zeigte, dass er in nichtkriegerischer Absicht kam. Darum geht der Text auch weiter:

Und ich rotte die Streitwagen aus Ephraim und die Pferde aus Jerusalem aus, und der Kriegsbogen wird ausgerottet. Und er verkündet Frieden den Nationen. Und seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde. Sacharja 9:10

Verwerfung durch die Leiterschaft Israels

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.
Psalm 118:22; vergleiche Matthäus 21:42; Apostelgeschichte 4:11

Verrat durch einen Freund - für dreißig Silberlinge

Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir (Satan) und der Frau (Eva), zwischen deinen Nachkommen und ihrem Nachkommen; er (der Nachkomme der Frau) wird dich am Kopf packen, du aber, du wirst ihn an der Ferse packen (also von hinten = Verrat, Heimtücke). Genesis 3:15

Selbst mein Freund, auf den ich vertraute, der mein Brot aß, hat seine Ferse gegen mich erhoben. Psalm 41:9; vergleiche Johannes 13:18

Und ich sprach zu ihnen: Wenn es recht ist in euren Augen, gebt mir meinen Lohn, wenn aber nicht, lasst es bleiben! Und sie wogen meinen Lohn ab: dreißig Silberschekel. Da sprach der HERR zu mir: Wirf ihn dem Töpfer hin, den herrlichen Wert, den ich ihnen wert bin. Und ich nahm die dreißig Silberschekel und warf sie in das Haus des HERRN dem Töpfer hin.
Sacharja 11:12-13; vergleiche Matthäus 26:15; 27:3,9

Verspottung, Verlassenheit

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! ...
Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie verziehen die Lippen, schütteln den Kopf: Er hat es auf den HERRN gewälzt, der rette ih, befreie ihn, denn er hat ja Gefallen an ihm!

Sei nicht fern von mir, denn Not ist nahe, denn kein Helfer ist da.

Viele Stiere haben mich umgeben, starke Stiere von Basan mich umringt (Bild für die Mächtigen der Völker, aber auch die Engel-Fürsten der Finsternis) ... Psalm 22

Folter am Kreuz

Wie Wasser bin ich hingeschüttet, und alle meine Gebeine haben sich zertrennt (typische Folge des Hängens am Kreuz), wie Wachs ist mein Herz geworden, zerschmolzen in meinem Inneren ...

Denn Hunde haben mich umgeben, eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt. Sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben (Nägel vom Kreuz) ...

Sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein Gewand werfen sie das Los.

Psalm 22:16-18; vergleiche Johannes 19:23ff

... und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig. Psalm 69:21; Johannes 19:28

Und sie werden auf mich (= Gott!) blicken, den sie durchbohrt haben (mit Nägeln und Lanze! Johannes 19:37), und sie werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt. Sacharja 12:10; vergleiche Johannes 19:34-37

Die Aussagen der Schrift sind teilweise so deutlich, dass man wirklich fast sehen muss, dass der Messias sterben und auferstehen sollte!

Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln. Er wird erhoben und erhöht werden und sehr hoch sein. Wie sich viele über dich entsetzt haben - so entstellt war sein Aussehen (Dornenkrone, Schläge mit Stöcken, Sack über dem Kopf, ausgepeitscht mit der römischen Geißel), mehr als das irgendeines Mannes, und seine Gestalt mehr als die der Menschenkinder -, ebenso wird er viele Nationen besprengen; über ihn werden Könige ihren Mund schließen ...

Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? An wem ist der Arm des HERRN offenbar geworden? - Er ist wie ein Trieb vor ihm aufgeschossen und wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt (auch zu guten Zeiten!) und keine Pracht. Und als wir ihn sahen, da hatte er keine Aussehen, dass wir Gefallen an ihm gefunden hätten. Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet.

Jedoch unsere Leiden - er hat sie getragen, und unsere Schmerzen - er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft (Kreuztod war eine Schande, Jesus war als Gotteslästerer verurteilt), von Gott geschlagen und niedergebeugt.
Doch
er war durchbohrt (von den Nägeln des Kreuzes und dem Speer der Soldaten) um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünde willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen (vom Auspeitschen vor der Kreuzigung) ist uns Heilung geworden.
Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld.-

Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherer; und er tat seinen Mund nicht auf.

Tod und Begräbnis

Aus Drangsal und Gericht wurde er hinweggenommen. Und wer wird über sein Geschlecht nachsinnen? Denn er wurde abgeschnitten vom Lande der Lebendigen. Wegen des Vergehens seines Volkes hat ihn Strafe getroffen. Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab (als Gekreuzigter, Gehängter wäre er auf dem Armenacker begraben worden), aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod (Josef von Arimathia gab ihm sein teures, in Felsen gehauenes Grab), weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Munde gewesen ist. Jesaja 52:13-53:9

Auferstehung

Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er hat ihn leiden lassen. Wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er Nachkommen sehen, er wird seine Tage verlängern (da er “im Tod” war, ist diese Aussage nur durch seine Auferstehung zu erklären!). Und was dem HERRN gefällt, wird durch seine Hand gelingen. Um der Mühsal seiner Seele willen wird er Frucht sehen, er wird sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird der Gerechte, mein Knecht, den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, und ihre Sünden wird er sich selbst aufladen. Darum werde ich ihm Anteil geben unter den Großen, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und sich zu den Verbrechern zählen ließ. Er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Verbrecher Fürbitte getan ("Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!"). Jesaja 53:10-12

Denn meine Seele wirst du dem Totenreich nicht lassen, wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe. Psalm 16:10; vergleiche Apostelgeschichte 13:35

Auf wen anders als auf Jesus können all diese Worte zutreffen? Und doch gibt es bis heute Menschen, die sagen, hier sei vom Propheten Jesaja oder vom Volk Israel die Rede. Wer die Augen vor der Wahrheit verschließt, bleibt eben blind!


Vorhersagen der Bibel für die Zukunft



Es liegt in der Natur der Sache, dass Dinge, die noch nicht wissenschaftlich “erwiesen” sind und doch von der Bibel angekündigt werden, unglaublich und manchmal als Widerspruch zur Naturwissenschaft erscheinen müssen. Trotzdem können sie wahr sein, denn auch die Naturwissenschaft hat ihre Grenzen: Den menschlichen Verstand. Der ist eben nicht das Maß aller Dinge, sondern vielmehr die Wirklichkeit - die oftmals unseren Verstand übersteigt. Vieles, was zu biblischen Zeiten noch unvernünftig oder unmöglich erschien und dennoch vorhergesagt wurde, ist für uns heute schon vorstellbar geworden - oder es geschieht sogar bereits vor unseren Augen! Wir leben in spannenden Zeiten, in denen jahrtausendealte Prophetien sich erfüllen!

Superschnelle Fahrzeuge und Kriegsführung aus der Luft

Die Bibel spricht von Kriegsheeren, die sich mit Fahrzeugen fortbewegen, die die Geschwin­digkeit des Windes, ja, eines Sturmes (hundert bis zweihundert Stundenkilometer!) erreichen, beziehungsweise sogar fliegen “wie Adler” (ohne “Flügelschlag” über gewaltige Strecken):

Siehe, wie Wolken zieht er herauf, und wie der Sturmwind sind seine Wagen, schneller als Adler seine Pferde. Wehe uns! Denn wir sind überwältigt. Jeremia 4:13

Der HERR wird von ferne, vom Ende der Erde her, eine Nation über dich bringen. Wie der Adler fliegt, so kommt sie, eine Nation, deren Sprache du nicht verstehst. Deuteronomium 28:49

Iran und Irak werden von einer “Supermacht” aus dem Westen erbittert angegriffen und zerstört, die auf dem Angriffsweg - über die ganze Erde hinweg - den Boden nicht berührt!

Und während ich achtgab, siehe, da kam ein Ziegenbock von Westen her über die ganze Erde, und er berührte die Erde nicht ... Und er kam bis zu dem Widder mit den zwei Hörnern, welchen ich vor dem Flusse hatte stehen sehen; und er rannte ihn an im Grimme seiner Kraft. Und ich sah ihn bei dem Widder anlangen, und er erbitterte sich gegen ihn, und er stieß den Widder und ... warf ihn zu Boden und zertrat ihn, und niemand rettete den Widder aus seiner Hand. (Dieses Gesicht) ... geht auf die bestimmte Zeit des Endes: Der Widder mit den zwei Hörnern, welchen du gesehen hast, sind die Könige von Medien und Persien (Iran und Irak). Daniel 7:5-7; 8:19-20

Millionenheere und Panzer

In einem Krieg in der Region des Euphrat wird ein Land eine Armee von zweihundert Millionen Soldaten in die Schlacht schicken:

Und die Zahl der Kriegsheere zu Ross war zweimal zehntausend mal zehntausend; ich hörte ihre Zahl. Offenbarung 9:16

Gepanzerte Kriegsmaschinen, die Feuer, Giftgas und “Schwefel” speien (also offensichtlich keine “Pferde”), werden ein Drittel der Bevölkerung ausrotten:

Und so sah ich im Gesicht die Rosse und die, welche auf ihnen saßen: sie hatten feurige und hyazinthfarbene und schwefelgelbe Panzer; und die Köpfe der Rosse waren wie Löwenköpfe, und aus ihren Mäulern geht Feuer und Rauch und Schwefel hervor. Von diesen drei Plagen wurde der dritte Teil der Menschen getötet, von dem Feuer und dem Rauch und dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen. Offenbarung 9:17-18

Biologisch-chemische Kriegsführung

In einem Krieg werden feindliche Armeen und deren gesamter Tierbestand bei lebendigem Leibe verwesen:

Und dies wird die Plage sein, mit der der HERR alle Völker plagen wird, die gegen Jerusalem in den Krieg gezogen sind: Er lässt jedem sein Fleisch verwesen, während er noch auf seinen Füßen steht, und seine Augen werden verwesen in ihren Höhlen, und seine Zunge wird in seinem Mund verwesen ... Und ebenso wird die Plage der Rosse ... und alles Viehes in jenen Heerlagern sein. Sacharja 14:12,15

Schlagartige Vernichtung von Großstädten durch “Pfeile”

Gemäß Jeremia 50-51 und Offenbarung 18 wird eine riesige Großstadt durch extrem treffsichere “Pfeile” einer Bündnisgroßmacht innerhalb einer Stunde durch “Feuer” total zerstört und für ewig unbewohnbar gemacht. Das ganze wird weltweites Entsetzen auslösen:

Denn siehe, ich erwecke und führe herauf gegen Babel eine Versammlung großer Nationen aus dem Land des Nordens, und sie werden sich gegen es aufstellen: von dort aus wird es eingenommen werden. Ihre Pfeile sind wie die eines geschickten Helden, keiner kehrt mit leeren Händen zurück. Jeremia 50:9

Und sie werden aus Furcht vor ihrer Qual weitab stehen und sagen: Wehe, wehe! Die große Stadt, Babylon, die starke Stadt! Denn in einer Stunde ist dein Gericht gekommen ... denn in einer Stunde ist sie verwüstet worden. Offenbarung 18:10,19

Klimaveränderungen

Aufgrund von Kriegen wird es tagelange Verdunkelungen ganzer Länder geben, die die Völker in Angst und Schrecken versetzen. Andererseits wird die Sonne in einzelnen Gebieten extrem heiß scheinen, und die Menschen werden von bösartigen Geschwüre geplagt:

Denn die Sterne des Himmels und seine Gestirne werden ihr Licht nicht leuchten lassen; die Sonne wird finster sein bei ihrem Aufgang, und der Mond wird sein Licht nicht scheinen lassen. Jesaja 13:10, vergleiche Hesekiel 32:7-11

Und die Menschen wurden von großer Hitze versengt und lästerten den Namen Gottes, der über diese Plagen Macht hat, und sie taten nicht Buße, ihm Ehre zu geben. Und der fünfte Engel goß seine Schale aus auf den Thron des Tieres. Und dessen Reich wurde verfinstert; und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre, und sie taten nicht Buße von ihren Werken. Offenbarung 16:9-11

Kosmische Umwälzungen und Zeichen

Es werden atmosphärische Veränderungen geschehen, so dass die Gestirne verfärbt erscheinen, die “Kräfte der Himmel” werden erschüttert (das Magnetfeld der Erde, ein Polsprung?), riesige Wellen werden die Weltmeere durchlaufen, viele Meerestiere sterben, unvorstellbare Erdbeben geschehen, Panik die Menschheit ergreifen:

Und es werden Zeichen sein an Sonne und Mond und Sternen, und auf der Erde Angst der Nationen in Ratlosigkeit bei brausendem und wogendem Meer, während die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen, denn die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. Lukas 21:25-26

Etwas wie ein großer, mit Feuer brennender Berg wurde ins Meer geworfen; und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut. Und der dritte Teil der Geschöpfe starb, welche im Meere waren, die Leben hatten, und der dritte Teil der Schiffe wurde zerstört. Offenbarung 8:8-9

Und ein großes Erdbeben geschah, desgleichen nicht geschehen ist, seitdem die Menschen auf der Erde waren, solch ein Erdbeben, so groß ... und die Städte der Nationen fielen. Offenbarung 16:18

Eine zentrale Weltregierung mit totaler Finanzkontrolle

Eine Weltregierung wird einen Zahlencode oder ein Zeichen verpflichtend einführen, das an Hand oder Stirn der Menschen angebracht werden muss, und mit dem der gesamte Handel und Geldverkehr total kontrolliert wird:

... und bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die Freien und die Knechte, dass sie ein Malzeichen annehmen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens ... es ist eines Menschen Zahl; und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig. Offenbarung 13:16-18

Dazu gehört eine Welteinheitsreligion. Alle wirklich Gottgläubigen werden von einer Welteinheitsregierung gnadenlos verfolgt werden, Offenbarung 13:15. Diese Welteinheitsregierung unter der Leitung eines charismatischen Führers wird einen Bund mit Israel schließen, der jüdische Tempel wird wieder aufgebaut werden, 2.Thessalonicher 2:4. Dreieinhalb Jahre lang wird ein Scheinfriede herrschen, dann brechen Kriege und Verfolgungen bis ans Ende aus, Daniel 9:29.

Die Beinahe-Ausrottung der gesamten Menschheit

Die Welt wird an den Rand des absoluten Zusammenbruchs kommen, es droht die Ausrottung “allen Fleisches”, das Aussterben der Menschheit:

Denn dann wird große Bedrängnis sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nie sein wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden. Aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden. Matthäus 24:21-22

Ein neues Zeitalter mit (gen-) veränderter Natur

Wenn alles verloren erscheint, greift Gott ein, und es kommt der wirkliche Messias mit vielen Auferstandenen, um seine Herrschaft in Jerusalem aufzurichten. Ein für unsere Begriffe utopisches Friedensreich wird anbrechen, in dem die Menschen so alt werden wie Bäume, Jesaja 65:20, und wo Fleischfresser zu Pflanzenfressern werden (was wir uns im heutigen Zeitalter der Genmanipulation vielleicht besser vorstellen können als noch die Menschen damals):

Und der Wolf wird beim Lamm weilen und der Leopard beim Böckchen lagern. Das Kalb und der Junglöwe und das Mastvieh werden zusammen sein, und ein kleiner Junge wird sie treiben. Kuh und Bärin werden miteinander weiden, ihre Jungen werden zusammen lagern. Und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind.
Jesaja 11:6-7


Was die Bibel über DICH sagt!



Der erste Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der Bibel war, ob ihre Aussagen über die Natur mit dem übereinstimmen, was die Naturwissenschaften herausgefunden haben. Der zweite Prüfstein war die Übereinstimmung ihrer Vorhersagen mit dem tatsächlichen Verlauf der Geschichte. Nun kommt der dritte Prüfstein. Kaum etwas kannst du besser nachprüfen, als Aussagen, die über dich gemacht werden. Vergleiche also einmal, ob die Aussagen, die die Bibel über dich als Menschen macht, zutreffen!

1. Du bist gut!

Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich ... und siehe, es war sehr gut! Genesis 1:26+31

Vielleicht hattest du das Bild von der Bibel, sie verdamme jeden Menschen pauschal als Sünder und moralisches Wrack. Das stimmt aber überhaupt nicht! Die allererste Aussage der Bibel über den Menschen betont, dass der Mensch etwas sehr Gutes ist. Die Bibel betont, dass du im Bilde Gottes geschaffen bist, ihm ähnlich, und dass deshalb jede Menge gute Eigenschaften in dir stecken. Auch du wirst wahrscheinlich Wahrheit, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Humor bejahen dagegen Lüge, Mord und Vergewaltigung ablehnen, oder nicht? Darüber hinaus steckt in dir eine tiefe Grundüberzeugung, dass das Leben doch irgendwo einen tieferen Sinn hat, und dass es sich lohnt, konsequent zu leben. Das alles ist die Frucht von dem, was die Bibel so beschreibt:

Gott hat den Menschen die Ewigkeit ins Herz gelegt. Prediger 3:11

2. Du bist ein kleiner Gott!

Die guten Eigenschaften Gottes sind in dir angelegt, und du hast - darin bist du selber eine Art Gott! - die Macht und die Freiheit, zu tun und zu lassen, was du willst. (Wenn du daran zweifelst, dass du einen starken eigenen Willen hast, frage vielleicht einmal deine Eltern oder deine Geschwister, ha!) Zu deinen stärksten und durchaus gottgewollten Grundtrieben gehört laut Genesis 1:28 die Sexualität (sei ehrlich!) und dein Drang, deine Umwelt zu durchschauen und sie zu beherrschen:

Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen! Genesis 1:28

Du willst wahrscheinlich nicht mit einer Königskrone durch die Schöpfung spazieren, aber du findest Gefallen daran, gezielt einen Stein zu werfen, oder eine Blume zu pflanzen und wachsen zu sehen, selber ein Feuer anzuzünden, ein Fahrrad oder ein Auto zu steuern. Tiere haben dich als Kind wahrscheinlich instinktiv fasziniert, du wolltest sie vielleicht streicheln oder gar selber ein Haustier “haben”. Und heute ist es selbstverständlich für dich, dass es auf Knopfdruck hell wird in deiner Wohnung - du genießt es, wenn deine Umwelt dir untertan ist, du sie durch neue Technik “beherrschst”! Umgekehrt gesehen magst du es wahrscheinlich gar nicht, wenn die Natur über dich herrscht, sei es, dass du auf der Autobahn eingeschneit wirst, ein Waldbrand dein Haus bedroht oder eine Grippe dich ans Bett fesselt, stimmt’s?

3. Du bist ein Egoist!

In jeder Stärke liegt auch die Gefahr einer Schwäche. Du siehst die Welt selbstverständlich durch deine Augen und somit ganz aus deiner Perspektive. Wahrscheinlich hat dein starkes Streben nach Selbstbestimmung dich zu einem Menschen werden lassen, dem es nicht so wichtig ist, was die Menschen herum sich wünschen würden, geschweige denn, was Gott eigentlich will. Frei nach dem Motto: “Alle denken an sich, nur ich denk an mich!” Trifft das auf dich zu? Dann kannst du also der Aussage zustimmen:

Da ist keiner, der Gott sucht, alle sind abgewichen. Römer 3:11-12

Wenn dir das zu fromm klingt, kannst du es auch mit modernen Worten ausdrücken: “Wir machen alle Fehler!” oder freimütig eingestehen: “Wer ist schon fehlerlos?”

4. Du bist in einem inneren Zwiespalt

Einerseits bist du also im Bilde Gottes geschaffen und sehnst dich nach Gerechtigkeit und Liebe, auf der anderen Seite kämpfst du in der einen oder anderen Form mit inneren Trieben, die dem entgegenstehen: Ob es nun Bequemlichkeit (Faulheit) ist, anderen zu helfen oder zum Beispiel Feigheit, für die Wahrheit einzutreten. Je nach deinem persönlichen Entwicklungsstand befindest du dich mehr auf der einen oder der anderen Seite der Skala, aber sicher spürst du eine gewisse innere Zerrissenheit, die Goethe einmal mit den Worten beschrieben hat: Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust!” Insofern kannst du dann der folgenden Zustandsbeschreibung des Menschen zustimmen, die wir in der Bibel finden:

Immer wieder praktiziere ich nicht das, was ich eigentlich gut finde und möchte, sondern tue genau das, was ich eigentlich schlecht finde ...
Das Wollen des Guten ist bei mir schon irgendwie vorhanden, aber ich schaffe nicht, es konsequent in die Tat umzusetzen. Einerseits habe ich Wohlgefallen an dem Guten, aber es ist gerade so, als ob eine Kraft in meinem Inneren wirken würde, die gegen das Gute kämpft und mich letztlich zu einem Gefangenen meiner unguten Neigungen macht. Das ist ein elendes Gefühl, und ich frage mich, wie ich jemals aus diesem Dilemma befreit werden kann. Paulus in Römer 7:15-25, frei übersetzt

5. Du bräuchtest eigentlich Hilfe

Sicher, es sind bei jedem Menschen andere Dinge, mit denen er schwerpunktmäßig zu kämpfen hat. Der eine hat Alkoholprobleme oder ist nikotinsüchtig, der andere ist jähzornig oder ungeduldig mit seinem Lebenspartner oder seinen Kindern, wieder ein anderer kämpft mit Faulheit und Übergewicht, Fernsehsucht, Neid oder Habgier. Aber uns allen ist gemeinsam, dass wir gegen Dinge in unserem Leben ankämpfen, die wir nicht in den Griff bekommen, und dass wir die Ideale, für die wir uns begeistern, nicht wirklich konsequent umsetzen.

In den Zeiten, wo uns das bewusst wird, fühlen wir uns dann natürlich nicht gerade wohl in unserer Haut - aber wir können nicht aus ihr heraus. Halb resigniert stellen wir uns dann vielleicht die Frage, ob es überhaupt einen Ausweg aus dieser Lage gibt. Und hier kommt die gute Nachricht: Die Bibel sagt Ja! Gott ist nicht nur der “Hersteller” des Menschen und versteht sein “Produkt” wie kein anderer. Er ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hat sich hundertprozentig in unsere Lage versetzt, indem er nämlich selber Mensch wurde. Niemand versteht uns so gut wie er:

Wir haben nicht einen Fürsprecher bei Gott, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, schließlich ist er in allem genau durch dieselben Schwierigkeiten gegangen wie wir, wenn er dabei auch keine Fehler gemacht hat. Aber worin er selbst gelitten hat, als er auf die Probe gestellt wurde, darin kann er jetzt allen anderen helfen, die in der Zerreißprobe stecken. vergleiche Hebräer 2:18; 4:15


Was die Bibel über GOTT sagt



Wir haben gesehen, dass die Naturwissenschaften eine Reihe von Erkenntnissen über die Schöpfung gewonnen haben, die eindeutige Rückschlüsse auf das Wesen des Schöpfers zulassen. Vergleichen wir diese Erkenntnisse kurz mit den zentralen Aussagen der Bibel:

1. Gott ist extrem mächtig

Denn wer ist mit dem HERRN zu vergleichen? Wer ist dem HERRN gleich unter den Göttersöhnen?
HERR, Gott der Heerscharen!
Wer ist stark wie du, Jah? Deine Treue ist rings um dich her.
Dein sind die Himmel, und dein ist die Erde. Die Welt und ihre Fülle, du hast sie gegründet.
Du hast
einen gewaltigen Arm, stark ist deine Hand, erhoben deine Rechte. Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste. Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her. Vergleiche Psalm 89:7-15

Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige (griechisch: pantokrátor = Allherrscher). Offenbarung 1:8

2. Gott ist extrem intelligent und lückenlos informiert

Kein Geschöpf ist vor ihm unsichtbar, sondern alles bloß und aufgedeckt vor den Augen dessen, mit dem wir es zu tun haben. Hebräer 4:13

In IHM sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen. Kolosser 2:3

O Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unaufspürbar seine Wege! Römer 11:33

3. Gott ist ein Gott der Ordnung, ein “Gesetz-Geber”

Man denke an die zahlreichen Gesetze, die Gott dem Volk Israel gegeben hat, um es zu regieren und zu führen. Laut Bibel sind selbstverständlich auch die Naturgesetze von Gott gesetzt, und überhaupt gilt:

Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens! 1.Korinther 14:33

4. Gott ist eine Person

Der Gott der Bibel hat einen Willen, Pläne und Gefühle, er redet und lässt mit sich reden. Gott ist Geist, Johannes 4:24, und er ist Liebe:

Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. 1.Johannes 4:16.

5. Gott ist gut und toleriert Böses in gewissem Maße

Und dies ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Dass Gott Licht ist und gar keine Finsternis in ihm ist. 1.Johannes 1:5

Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten. Jakobus 1:17

Und der HERR ging vor Moses Angesicht vorüber und rief: Jahwe, Jahwe, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue, der Gnade bewahrt an Tausenden von Generationen, der Schuld, Vergehen und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft lässt ... Exodus 34:6-7

6. Gott ist ein verborgener Gott, der sich offenbaren will

In der Stiftshütte ist das Allerheiligste, das den Wohnort Gottes symbolisiert, völlig abgeschirmt und ein Ort totaler Finsternis, nicht einmal erleuchtet von dem siebenarmigen Leuchter, der im Heiligtum davor steht. Dies ist ein Sinnbild dafür, dass Gott mit dem Licht dieser Welt nicht gesehen werden kann, dass er sich dem Anschauen durch menschliche Augen entzieht.

Wahrlich, du bist ein Gott, der sich verborgen hält, Gott Israels, du Retter! Jesaja 45:15

Gott will, dass die Menschen ihn suchen, ob sie ihn vielleicht tastend fühlen und finden möchten, obwohl er ja nicht fern ist von jedem von uns. Denn in ihm leben und weben und sind wir! Apostelgeschichte 27:27-28

Gott möchte, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 1.Timotheus 2:3-4



3. Experimentelle Gottesbeweise



In den Naturwissenschaften wird großer Wert auf Experimente gelegt, die jederzeit, an jedem Ort und für jedermann wiederholbar sind, wenn es darum geht, etwas zu beweisen. Gibt es nun Experimente, Versuchsanordnungen, mit denen es möglich ist, die Existenz und das Wesen Gottes objektiv zu beweisen? Was auch immer Philosophen und Theologen sagen mögen, Gott selber fordert uns jedenfalls eindringlich auf, genau diese Versuche zu unternehmen!

Wenn ihr zu mir ruft, wenn ihr hingeht und zu mir betet, dann werde ich auf euch hören. Und wenn ihr mich sucht, dann werdet ihr mich finden. Ja, wenn ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir fragt, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR. Jeremia 29:12-14

Hier beschreibt Gott, was wir im Bereich der Naturwissenschaften ein “Experiment” nennen würden: Er erklärt sowohl die Versuchs-Bedingungen, die erfüllt werden müssen, als auch das Resultat des Versuches. Er betont, dass es tatsächlich allgemeingültige, für jedermann nachvollziehbare und wiederholbare Bedingungen gibt, die dazu führen, dass man Gott erfahren kann! Jesus hat dieses Experiment im Neuen Testament mit ähnlichen Worten beschrieben und ebenfalls betont, dass Gott sich mit hundertprozentiger Sicherheit beweisen wird:

Wer Gott sucht, der wird ihn finden.
Wer ihn bittet, dem wird (Gottes Geist) gegeben.
Wer bei ihm anklopft, dem wird geöffnet.
Matthäus 7:7; Lukas 11:13

Die Versuchs-Bedingungen

Allerdings hat jeder Versuch seine Versuchs-Bedingungen, an die man sich genau halten muss, wenn man das Experiment erfolgreich wiederholen will. Werden diese Bedingungen nicht genau eingehalten, braucht man sich natürlich auch nicht zu wundern, dass das Experiment misslingt. Das von jedermann nachvollziehbare “Experiment mit dem Kaffeeautomaten” macht dies deutlich:

1. Den Kaufpreis in den Münzschlitz stecken
2. Die gewünschte Taste drücken
3. Der Kaffee kommt heraus.

Die zu erfüllende Versuchs-Bedingung ist, dass man nicht nur ein wenig Geld in den Kaffeeautomaten wirft, nach dem Motto: “Ich möchte erst mal nur einen halben Becher Kaffee - ich möchte Gott nur ein bisschen erleben”, vielleicht mit dem Hintergedanken: “Wenn es nicht klappt, habe ich wenigstens nicht zuviel verloren!” Man muss schon den ganzen Kaufpreis investieren, sonst geschieht gar nichts und man geht womöglich enttäuscht davon: “Ich habe geahnt, dass es nicht funktioniert!”

Worin besteht nun der “Kaufpreis”, die Versuchs-Bedingung beim Gottesexperiment? Sie besteht in der persönlichen Bereitschaft, sich bei erfolgendem Beweis auch von Gott verändern zu lassen. Oder umgekehrt ausgedrückt:

Die mangelnde Bereitschaft, sich verändern zu lassen, ist der Hauptgrund, warum Gott sich vielen Menschen nicht persönlich offenbart bzw. nicht offenbaren kann!

Ein Beispiel für diese Gesetzmäßigkeit aus dem Gebiet der Naturwissenschaften sind jene Dogmatiker zur Zeit Galileis, die sich weigerten, durch sein Fernrohr zu schauen: Sie waren nicht bereit für dieses Experiment, weil der Preis dafür die Bereitschaft gewesen wäre, die eigene Überzeugung zugunsten der Wahrheit aufzugeben. Und dazu gehört Demut, die Bereitschaft, die eigene Begrenztzeit und Fehlbarkeit zuzugeben.

Wenn Gott sich uns in einem Gottes-Experiment persönlich offenbart, geht das nicht ohne Auswirkungen auf unser Leben. Man kann nicht Gott erleben und dann zur Tagesordnung übergehen, als wäre nichts geschehen! Gott ist keine Sternschnuppe, die man mit einem überraschten “Oh!” zum Anlass nimmt, sich etwas zu wünschen - und dann schnell wieder vergisst! Gott zu begegnen bedeutet eine Revolution. Ihn kennen zu lernen bringt die totale Verwandlung unseres Lebens - zum Guten! Allerdings respektiert Gott unsere Persönlichkeit, er fällt uns weder mit der Tür ins Haus noch klettert er wie ein Einbrecher anderswo herein, Johannes 10:1. Er klopft vielmehr an und überlässt es uns, die Tür zu öffnen.

Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an! Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir. Offenbarung 3:20

Die Versuchs-Anordnung lautet also: Suche Gott mit ganzem Herzen. Das bedeutet, dass man, wann immer einem Dinge klar werden, auch bereit ist, damit anzufangen, die erkannten Wahrheiten mit ganzem Herzen, also in allen Lebensbereichen umzusetzen, auch wenn es einen etwas kostet. Und man muss gar nicht schon gläubig sein, um solch ein Gottesexperiment durchzuführen, wie uns die folgende Begebenheit aus der Geschichte Israels zeigt.


Ein Gottesbeweis für die Ungläubigen



Man kann außergewöhnliche Ereignisse oder Verkettungen von Umständen immer auf zwei Arten und Weisen deuten: Entweder man sieht ein lenkendes Schicksal, Gottes Hand, dahinter, oder man tut sie achselzuckend als Zufall ab. Die Philister, die aus Tradition Feinde des “Gottesvolkes” waren, erlebten solch eine seltsame Verkettung von Umständen und wollten der Sache auf den Grund gehen, indem sie ein Gottes-Experiment durchführten. Angefangen hatte die ganze Sache allerdings mit einem Versuch der traditionell gottgläubigen Israeliten, ihren Feinden “Gott zu beweisen”. Und das kam so:

Ein abergläubischer Versuch, “Gott zu beweisen”, 1.Samuel 4

Es herrschte wieder einmal Krieg zwischen den Philistern und den Israeliten, und als es zum Kampf kam, erlitten die Israeliten eine schmerzliche Niederlage, obwohl sie eigentlich das Volk Gottes waren. Der wahre Grund war, dass sie nicht auf Gott hörten und hartnäckig gegen seinen Willen handelten. Das wollten sie sich jedoch nicht eingestehen, sondern verfielen auf die Idee, sie könnten es ihren Gegnern bestimmt “zeigen”, wenn sie die Bundeslade ihres Gottes mit in die Schlacht nehmen würden. Die war in ihren Augen der unwiderlegbare und greifbare Beweis dafür, dass Gott mit ihnen war und somit quasi eine Garantie für den Sieg. Dieser “Glaube” war in Wirklichkeit ein Paradebeispiel für puren Aberglauben, weil er in der Bundeslade Gottes eine Art “Glücksbringer” sah. Dennoch stärkte dieser eingebildete Glaube das Selbstbewusstsein und den Kampfeswillen der Israeliten enorm. Diesen “Placebo-Effekt” - eine positive Wirkung aufgrund von Einbildung - kann man mit jeder Religion, mit jedem Aberglauben in einem gewissen Maß erzielen.

Aber trotzdem ging die Rechnung nicht auf, denn die Philister bekamen zwar zuerst einmal einen Schock, appellierten dann aber ihrerseits an die Tapferkeit ihrer eigenen Kämpfer, malten ihnen die Folgen einer Niederlage vor Augen und kämpften dann mit dem Mut der Verweiflung. Diesmal wurden die Israeliten nicht nur geschlagen, sondern es starben auch noch der Hohepriester und seine zwei korrupten Söhne, und die Bundeslade wurde von den Philistern erobert. Der Versuch eines “Gottesbeweises” der Israeliten mit ihrer Bundeslade war gescheitert. Was beweist, dass, wenn es einen Gott gibt, er sich nicht so ohne weiteres in eine Schublade stecken - selbst wenn es eine Bundeslade ist, die nach seinen eigenen Anweisungen gefertigt wurde. So weit, so schlecht. Doch nun kamen die Philister an die Reihe!

Gott beweist sich den Philistern, 1.Samuel 5

Kaum hatten die Philister die Bundeslade des Gottes Israels in das Haus des von ihnen als Gott verehrten “Dagon” (eine fischähnliche Gestalt) in Aschdod gebracht, begannen seltsame Dinge zu geschehen: Die Statue von Dagon kippte aus unerklärlichen Gründen um und lag auf ihrem Angesicht vor der Bundeslade des Gottes Israels. Hurtig stellten die Philister ihren Gott wieder auf die Beine, bzw. auf den Fischschwanz, aber oh je, am nächsten Morgen lag er schon wieder auf dem Gesicht, nur waren diesmal auch noch seine Hände und sein Kopf abgehauen und lagen gesondert auf der Türschwelle.

Das alleine wäre schon unheimlich genug gewesen und durch “Zufall” wohl kaum zu erklären, aber viel schlimmer war, dass in ihrer Stadt und dem Umland plötzlich eine schreckliche Hautkrankheit ausbrach. Für die Leute der Stadt war damit klar, dass der Gott der Israeliten hinter der ganzen Sache steckte, und so wollten sie die Lade so schnell wie möglich los werden. Man beraumte also eine Leiterschaftskonferenz ein, und die beschloss, die Lade nach Gad abzuschieben. Vielleicht dachte die Führungsschicht, es handle sich lediglich um einen Aberglauben des einfachen Volkes, alles sei nur Zufall und werde sich in Gad bestimmt nicht wiederholen.

Doch dieses Wunschdenken ging nicht in Erfüllung. Kaum war die Lade in Gad angekommen, brach auch dort dieselbe grausige Hautkrankheit aus, und diesmal entstand auch gleich noch eine Panik unter der Bevölkerung. Etwas grundsätzlich Neues fiel dort scheinbar auch niemandem ein, so dass die Verantwortlichen die Lade einfach zu den Bewohnern von Ekron weiterschickten. Doch die waren alles andere als begeistert von diesem Einfall, sie sahen es angesichts der Vorgeschichte eher als ein Attentat auf ihre Stadt an. Sie hatten aufgrund der Vorgeschichte scheinbar keine Zweifel mehr an der Existenz des Gottes Israels und seinem Wirken. Sie müssen ihre Bedenken auf sehr heftige Weise geäußert haben, denn als nächstes beraumte man ein Gipfeltreffen aller Philisterfürsten an, um die Sache ein für alle Male aus der Welt zu schaffen.

Das “Gottes-Experiment” der Philister, 1.Samuel 6

Auf dem Höhepunkt der Krise sahen die Philister keine andere Möglichkeit mehr, als die “Experten für religiöse Fragen und übernatürliche Phänomene” einzuschalten, damals “Priester und Wahrsager” genannt. Die machten den Vorschlag, eine Art wissenschaftliches Experiment durchzuführen, bei dem klar werden sollte, ob entweder alles doch nur “Zufall” beziehungsweise natürlich erklärbar war, oder ob der Gott der Israeliten hinter der Sache stand. Schließlich ging es ja um seine Bundeslade, die er bei den Philistern scheinbar in falschen Händen sah.

Die Philister entschieden sich für folgende Versuchsanordnung, die, wie auch viele heutige Experimente, nicht gerade billig war, weil man dazu zwei Kühe, einen neuen Wagen und einiges an Gold brauchte: Die Lade sollte an die Grenze zu Israel gebracht und auf den neuen Wagen gestellt werden. In den Wagen sollten sozusagen als Wiedergutmachung einige Gegenstände gelegt werden, und zwar goldene Beulen, in Anspielung auf ihre Plagen, und goldene Springmäuse, die sie scheinbar ursächlich mit der Plage in Zusammenhang brachten. (Auch heute würden wahrscheinlich viele, die das Geschehen “rein natürlich” zu erklären versuchten, auf Krankheitserreger tippen, die von Nagetieren übertragen werden.)

Die Entscheidung in dieser Sache sollte dadurch fallen, dass die Kühe den Wagen entweder hinüber nach Israel zogen oder aber nicht. Man könnte einwenden, dass dies ja eine Wahrscheinlichkeit von höchstens 50:50 bedeutete, doch der Clou an der Sache war folgender: Diese beiden Kühe waren noch nie unter einem Joch gegangen, und darüber hinaus säugten sie Kälber, die man von ihnen getrennt hatte:

So macht einen neuen Wagen und nehmt zwei säugende Kühe, auf die noch kein Joch gekommen ist! Und spannt die Kühe an den Wagen und bringt ihre Kälber von ihnen weg nach Hause zurück! Und nehmt die Lade des HERRN und stellt sie auf den Wagen! Und die goldenen Gegenstände, die ihr ihm als Sühnegabe entrichtet, tut in ein Kästchen an ihre Seite und sendet sie hin und lasst sie gehen!

Man könnte sagen, dass diese Versuchsanordnung nicht ganz fair war, aber man muss zugeben, dass sie geeignet war, “Zufall” als Ursache auszuschließen, beziehungsweise das Wirken einer höheren Macht nachzuweisen:

Und seht zu! Wenn sie den Weg hinauf in ihr Gebiet, nach Bet-Schemesch zu geht, so hat er uns dieses große Übel getan; wenn aber nicht, so erkennen wir, dass nicht seine Hand uns geschlagen hat: ein Zufall ist es für uns gewesen. 1.Samuel 6:7-9

Unter normalen Umständen wäre nämlich zu erwarten gewesen, dass die Kühe schnurstracks zurück in ihr Heimatgebiet und zu ihren Jungen gelaufen wären und niemals in Richtung des ihnen noch dazu unbekannten Israel (abgesehen davon, dass sie nicht daran gewöhnt waren, als Gespann in einem Joch gemeinsam in eine Richtung zu laufen). Doch das Unglaubliche geschah vor den Augen aller Beobachter:

Die Kühe gingen geradeaus auf dem Weg nach Bet-Schemesch. Sie gingen immer auf derselben Straße und brüllten immerfort und wichen weder zur Rechten noch zur Linken. Und die Fürsten der Philister gingen hinter ihnen her bis zum Gebiet von Bet-Schemesch. 1.Samuel 6:12

Für die Philister war das “Gottes-Experiment” also geglückt. Paradoxerweise waren sie nun sozusagen gleichzeitig den Gott los geworden, von dessen Existenz sie sich gerade selber überzeugt hatten! Woraus wir lernen, dass selbst ein “absolut schlagender” Gottesbeweis einen noch lange nicht zu einem “Freund Gottes” macht - das Gegenteil kann der Fall sein:

Auch die Dämonen glauben - und zittern! Jakobus 2:19

Doch nun war der Ball sozusagen wieder bei den Israeliten, die sich riesig darüber freuten. Allerdings nicht lange ...

Gott beweist sich den Israeliten, 1.Samuel 7

Wer nun meint, den Israeliten sei es daraufhin einfach gut gegangen oder aber, nun hätten sie die Beulenpest bekommen, der irrt. Wie gesagt, Gott lässt sich nicht in Schub- oder Bundesladen stecken, nicht einmal zu Transportzwecken. Die Israeliten hätten das eigentlich besser wissen müssen, aber weil sie ihre früheren Lektionen nicht gelernt hatten, mussten sie nun teures Lehrgeld bezahlen: Als erstes starben 70 Einwohner von Bet-Schemesch, dem ersten Ort, in dem die Bundeslade in Israel ankam. Den Grund mussten diese nicht lange suchen, er war ihnen bekannt: Obwohl die Bundeslade immer vor den Augen des Volkes verborgen bleiben sollte, sei es im Inneren des Bundeszeltes oder aber unter Decken beim Transport (als Bild dafür, dass wir Gott selber nicht sehen können, aber dennoch an ihn glauben sollen), hatten einige, die nicht zu dem Geschlecht der Priester gehörten, sie sich dennoch angesehen, 1.Samuel 6:19. So wussten sie auch sogleich, wie sie zu reagieren hatten und taten es auch: Sie brachten die Lade in die Obhut Abinadabs und seines Sohnes Eleasar, um sie zu bewachen.

Wir sehen also, dass Gott nicht alle Menschen auf plumpe Art und Weise alle gleich behandelt, sondern er erwartet von jedem Menschen das Verhalten, das seinen Fähigkeiten und seinem Wissensstand entspricht. Das mussten auch die eifrigsten Gläubigen erleben, wie zum Beispiel der König David, der Gott von Herzen liebte und dennoch eine unliebsame Überraschung erlebte, als er die Bundeslade zu sich holen wollte.

Transport-Probleme

Und David beriet sich mit den Obersten über Tausend und über Hundert, mit allen Fürsten. Und David sagte zur ganzen Versammlung Israels: Wenn es euch gut erscheint und wenn es von dem HERRN, unserem Gott, ist, dann  ... wollen wir die Lade unseres Gottes zu uns herüberholen; denn in den Tagen Sauls haben wir sie nicht aufgesucht. Und die ganze Versammlung sagte, dass man es so tun solle. Denn die Sache war recht in den Augen des ganzen Volkes. Und David versammelte ganz Israel, vom Schihor Ägyptens bis nach Hamat hin, um die Lade Gottes vom Kirjat-Jearim zu holen. Und David und ganz Israel zogen hinauf nach Baala, nach Kirjat-Jearim, das zu Juda gehört, um von dort die Lade Gottes, des HERRN, heraufzuholen, der über den Cherubim thront, dessen Name dort ausgerufen worden ist.
Und sie fuhren die Lade Gottes auf einem neuen Wagen aus dem Haus Abinadabs weg; und Usa und Achjo lenkten den Wagen. Und David und ganz Israel tanzten vor Gott mit aller Kraft: mit Liedern und mit Zithern und mit Harfen und mit Tamburinen und mit Zimbeln und mit Trompeten. 1.Chronik 13

Wir sehen, dass diese Sache ausführlich besprochen und gemeinsam mit großem Eifer durchgeführt wurde. Dennoch kam es zu einem ernüchternden Ereignis:

Und als sie zur Tenne des Kidon kamen, da streckte Usa seine Hand aus, um die Lade festzuhalten, denn die Rinder hatten sich losgerissen. Da entbrannte der Zorn des HERRN gegen Usa und er schlug ihn, weil er seine Hand nach der Lade ausgestreckt hatte; und er starb dort vor Gott. Und es wurde David heiß vor Schrecken, weil der HERR den Usa so weggerissen hatte; und man nannte diesen Ort Perez-Usa bis zum heutigen Tag. Und David fürchtete sich vor Gott an diesem Tag und sagte: Wie kann ich die Lade Gottes zu mir bringen?

David wurde durch diesen Zwischenfall so verunsichert, dass er an der Richtigkeit des ganzen Unternehmens zweifelte und die Aktion abbrach:

Und David ließ die Lade nicht zu sich in die Stadt Davids bringen; und er ließ sie beiseite schaffen in das Haus Obed-Edoms, des Gatiters.

Doch nicht das Vorhaben an sich, die Lade zu holen, war verkehrt, sondern nur die Art und Weise, wie es gemacht wurde. Das zeigte sich recht bald:

Und die Lade Gottes blieb bei dem Haus Obed-Edoms, in seinem Haus, drei Monate. Und der HERR segnete das Haus Obed-Edoms und alles, was er hatte.

Als David dies berichtet wurde, zog er die richtigen Schlussfolgerungen und holte die Lade doch zu sich:

Und dem König David wurde berichtet: Der HERR hat das Haus Obed-Edoms und alles, was ihm gehört, gesegnet um der Lade Gottes willen. Da ging David hin und holte die Lade Gottes mit Freuden aus dem Haus Obed-Edoms in die Stadt Davids herauf. 2.Samuel 6:12

Doch jetzt hatte David gelernt. Anstatt nämlich die Lade auf einem Wagen zu transportieren, wurde diese Aufgabe nun Priestern übertragen:

Und es geschah, wenn die Träger der Lade des HERRN sechs Schritte gegangen waren, opferte er einen Stier und ein Mastkalb. Und David tanzte mit aller Kraft vor dem HERRN, und David war mit einem leinenen Ephod gegürtet. 2.Samuel 6:13-14

Was Gott bei den Philistern toleriert hatte, nämlich die Lade auf einem Wagen zu transportieren, nahm er bei den Israeliten nicht hin. Denn die wussten längst, wie sie sich zu verhalten hatten. Schon zu Moses Zeiten hatte Gott ihnen nämlich geoffenbart, dass nur ein bestimmtes Geschlecht unter den Leviten die Lade berühren durfte:

Und wenn Aaron und seine Söhne beim Aufbruch des Lagers das Zudecken des Heiligtums und aller Geräte des Heiligtums beendet haben, dann sollen danach die Söhne Kehats kommen, um es zu tragen, damit sie das Heilige nicht berühren und sterben. 4.Mose 4:15

Dies war auch von Josua, Moses Nachfolger, so praktiziert worden:

Und sie befahlen dem Volk: Sobald ihr die Lade des Bundes des HERRN, eures Gottes, seht, wenn die Priester, die Leviten, sie aufheben, dann sollt ihr von eurem Ort aufbrechen und ihr nachfolgen. Josua 3:3

Gott praktiziert also nicht plumpe Gleichbehandlung, sondern wirkliche Gerechtigkeit:

Jedem, dem viel gegeben ist - viel wird von ihm verlangt werden. Und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man desto mehr fordern. Lukas 12:48

Fassen wir also zusammen: Der abergläubische Gottesbeweis der Israeliten misslang - Gottes Bundeslade rettet nicht. Das wissenschaftliche Gottesexperiment der unbeschnittenen Philister dagegen gelang - der HERR ist es, der rettet. Und was für die Philister okay war, nämlich der Transport der Bundeslade auf einem Wagen, billigte Gott bei den besser informierten Israeliten nicht. Daraus sehen wir:

  1. Gott beweist sich sehr wohl, aber oft anders, als man es erwartet: Er lässt sich nicht in eine Schublade stecken und auch nicht vor einen Karren spannen!

  2. Bei Gott gibt es kein Ansehen der Person, keine Bevorzugung, weil man einer bestimmten Nation oder Religion angehört. Wer ihn aber ernsthaft sucht, wird ihn finden.

  3. Es gibt für Gläubige keinen Freibrief, mit Gottes Dingen zu machen, was sie wollen. Niemand hat ein Monopol auf Gott: Wir haben uns nach ihm auszurichten, nicht umgekehrt.


Der experimentelle Gottesbeweis am Karmel



Wir haben gerade gesehen, wie die Gläubigen einen Gottesbeweis versuchten und dabei scheiterten, während die Feinde des Volkes Gottes einen experimentellen Gottesbeweis forderten und auch tatsächlich erhielten. Jetzt werden wir eine Begebenheit betrachten, bei der es genau umgekehrt verlief:

Zur Zeit des Königs Ahab erlebte Israel eine dreijährige Dürre, die auf das Wort des Propheten Elia hin geschah, 1.Könige 17. Obwohl der Anlass für diese Trockenheit der hemmungslose Götzendienst war, den König Ahab eingerichtet hatte, begrüßte er den Propheten, als er ihn endlich nach drei Jahren fand, mit den Worten: “Bist du da, der Israel ins Unglück gebracht hat?”, 1.Könige 18:17. Anstatt also die angekündigte und tatsächlich eingetretene Dürrekatastrophe als Strafe für seinen Götzendienst anzuerkennen, deutet er sie als willkürliche Grausamkeit des Propheten! Der lässt das allerdings nicht so stehen, sondern entgegnet ohne Menschenfurcht:

Nicht ich habe Israel ins Unglück gebracht, sondern du und das Haus deines Vaters, indem ihr die Gebote des HERRN verlassen habt und du den Baalim nachgelaufen bist. 1.Könige 18:18

Und dann fordert Elia den König und das Volk heraus, sich auf einen Experiment einzulassen, das als Gottesbeweis dienen soll:

Sende hin, versammle ganz Israel zu mir an den Berg Karmel und die 450 Propheten des Baal und die 400 Propheten der Aschera, die am Tisch Isebels essen! Da sandte Ahab unter allen Söhnen Israel umher und versammelte die Propheten an den Berg Karmel.
Und Elia trat zum ganzen Volk hin und sagte: Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Wenn der HERR der wahre Gott ist, dann folgt ihm nach; wenn aber der Baal, dann folgt ihm nach! Aber das Volk antwortete ihm kein Wort. 1.Könige 18:19-21

Hier wird der Zweck genannt, warum der folgende Gottesbeweis dem Volk gewährt wird: Die Volksmenge ist vom König beziehungsweise dessen Frau verführt worden, und Gott will erreichen, dass sie ihre innere Zerrissenheit überwinden und eine ganzherzige Entscheidung ohne faule Kompromisse fällen. Tatsächlich ist Gott ein entschiedener Atheist lieber als ein halbherziger Christ!

Ach, dass du kalt oder heiß wärest! Also, weil du lau bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Offenbarung 3:15-16

Oder wie jemand sagte: “Ein halber Christ ist ein ganzer Unsinn!” Wenn Gott sich uns beweist, können wir hinterher nicht so weiterleben, als wäre nichts geschehen, sondern unser weiteres Leben wird daran gemessen werden, wie wir mit der geschenkten Erkenntnis umgehen. Und keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung! An diesen Punkt der Entscheidung waren König und Volk nun durch Gott geführt worden, der sie durch die dreijährige Hungersnot darauf vorbereitet hatte, die Götzen als nutzloses Machwerk von Menschen zu erkennen:

Da sagte Elia zum Volk: Ich allein bin übriggeblieben als Prophet des HERRN, aber die Propheten des Baal sind 450 Mann.
Man gebe uns nun zwei Jungstiere! Sie sollen sich den einen von den Jungstieren auswählen, ihn in Stücke zerschneiden und aufs Holz legen, aber sie sollen kein Feuer daran legen. Und ich, ich werde den anderen Jungstier zurichten und aufs Holz legen, und auch ich werde kein Feuer daran legen. Dann ruft ihr den Namen eures Gottes an, und ich, ich werde den Namen des HERRN anrufen. Und der Gott, der mit Feuer antwortet, der ist der wahre Gott. Da antwortete das ganze Volk und sagte: Das Wort ist gut. 1.Könige 18:22-24

Elia betont, dass nicht Mehrheiten entscheiden, was Wahrheit und wer Gott ist, sondern er schlägt ein wirklich wissenschaftliches Experiment vor, wo offensichtliche, nachprüfbare Fakten entscheiden. Das Volk findet das gut.

Und Elia sagte zu den Propheten des Baal: Wählt euch den einen Jungstier aus und richtet ihn zuerst zu! Denn ihr seid viele. Dann ruft den Namen eures Gottes an! Aber Feuer legt nicht daran!
So nahmen sie den Jungstier, den man ihnen überlassen hatte, und richteten ihn zu. Darauf riefen sie vom Morgen bis zum Mittag den Namen des Baal an: Baal, antworte uns! Aber da war kein Laut, keine Antwort. Und sie hüpften um den Altar, den man gemacht hatte.
Und es geschah am Mittag, da verspottete Elia sie und sagte: Ruft mit lauter Stimme, denn er ist ja ein Gott! Er ist sicher in Gedanken, oder er ist austreten gegangen, oder er ist auf der Reise; vielleicht schläft er, dann wird er aufwachen. 1.Könige 18:25-27

Elia zeigt wiederum keine Menschenfurcht, sondern schlägt die falschen Propheten mit beißendem Spott. Er entlarvt ihr Gottesbild als ein rein menschliches, indem er dem von ihnen angerufenen Gott unterstellt, er schlafe vielleicht oder sei gerade auf dem Clo. Er fordert sie zu dem auf, was oftmals der Religion unterstellt wird, dass sie nämlich ein Phänomen der Massenpsychologie sei, in der Menschenmengen sich durch Autosuggestion in religiöse Erfahrungen hineinsteigern. Doch diesmal sollen objektiv nachvollziehbare Dinge geschehen. Doch alle Ekstase bewirkt rein gar nichts:

Da riefen sie mit lauter Stimme und ritzten sich, wie es bei ihnen Brauch war, mit Messern und mit Spießen, bis das Blut an ihnen herabfloß.
Und es geschah, als der Mittag vorüber war, da gerieten sie in Raserei bis zur Zeit, da man das Speisopfer opfert; aber da war kein Laut, keine Antwort, kein Aufhorchen. 1.Könige 18:28-29

Nun kommt Elia an die Reihe und stellt symbolisch den niedergerissenen Altar Jahwähs wieder her, um zu zeigen, dass der Abfall vom wahren Gottesdienst die Ursache für die Dürre ist. Dann verschärft er noch die Versuchsbedingungen, so dass hinterher niemand behaupten kann, er hätte das Feuer mit irgendeinem Trick erzeugt:

Und er baute von den Steinen einen Altar im Namen des HERRN; und er zog rings um den Altar einen Graben so breit wie für zwei Maß Saat. Dann schichtete er das Holz auf und zerschnitt den Jungstier in Stücke und legte ihn auf das Holz.
Und er sagte: Füllt vier Eimer mit Wasser und gießt es auf das Brandopfer und auf das Holz! Und er sagte: Tut es zum zweiten Mal! Und sie taten es zum zweiten Mal. Und er sagte: Tut es zum dritten Mal! Und sie taten es zum dritten Mal. Da lief das Wasser rings um den Altar; und auch den Graben füllte er mit Wasser. 1.Könige 18:32-35

Ohne irgendwelchen religiösen Zinnober betet Elia ganz schlicht und einfach und bittet, dass Gott selber das Herz des Volkes vom Götzendienst abwendet und wieder zurück zum wahren Gott. Das Ergebnis ist durchschlagend:

Und es geschah zur Zeit, da man das Speisopfer opfert, da trat der Prophet Elia herzu und sprach: HERR, Gott Abrahams, Isaaks und Israels! Heute soll man erkennen, dass du Gott in Israel bist und ich dein Knecht und dass ich nach deinem Wort das alles getan habe. Antworte mir, HERR, antworte mir, damit dieses Volk erkennt, dass du, HERR, der wahre Gott bist und dass du selbst ihr Herz wieder zurückgewandt hast!
Da fiel Feuer vom HERRN herab und verzehrte das Brandopfer und das Holz und die Steine und die Erde; und das Wasser, das im Graben war, leckte es auf. Als das ganze Volk das sah, da fielen sie auf ihr Angesicht und sagten: Der HERR, er ist Gott! Der HERR, er ist Gott! 1.Könige 18:36-39

Der experimentelle Gottesbeweis führt bei den Anwesenden zu einem eindeutigen Bekenntnis, dem auch Taten folgen:

Und Elia sagte zu ihnen: Packt die Propheten des Baal, keiner von ihnen soll entkommen! Und sie packten sie. Und Elia führte sie hinab an den Bach Kischon und schlachtete sie dort. 1.Könige 18:40

Als weiterer Gottesbeweis folgt der langersehnte Regen auf dem Fuß:

Da wurde der Himmel schwarz von Wolken und Wind, und es kam ein starker Regen. 1.Könige 18:45

Trotz dieser beeindruckenden Ereignisse am Karmel erfahren wir gleich als nächstes, dass jemand, der von diesem eindeutigen Gottesbeweis erfährt, mit heftigem Widerstand reagiert:

Und Ahab berichtete der Isebel alles, was Elia getan hatte, und den ganzen Hergang, wie er alle Propheten mit dem Schwert umgebracht hatte. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen: So sollen mir die Götter tun, und so sollen sie hinzufügen! Ja, morgen um diese Zeit mache ich dein Leben dem Leben eines von ihnen gleich! 1.Könige19:1-2

Ihr eigener Mann und Tausende andere konnten Isebel bezeugen, was geschehen war, und doch zog sie genau die umgekehrten Schlussfolgerungen aus den Vorkommnissen. Damit wird deutlich sichtbar: Dass Gott sich Menschen beweist, bedeutet noch lange nicht, dass diese dann auch in dem Sinne an ihn glauben müssten, dass sie ihm dienen. Auch die Dämonen glauben, DASS es einen Gott gibt, doch sie glauben nicht AN ihn! Statt ihm zu gehorchen, verharren sie in ihrer Rebellion und zittern in Furcht vor ihrer verdienten Strafe, Jakobus 2:19.

Isebel entschied sich für diese Rebellion und sie konnte diese noch eine ganze Weile ausleben. In dieser Zeit stürzte sie auch andere Menschen ins Verderben. Doch am Schluss ereilte sie ihre verdiente Strafe: Sie wurde aus einem Fenster gestürzt, und ihre Leiche von Hunden aufgefressen - wie es ihr vorhergesagt worden war, 2.Könige 9:30ff.

Was können wir also von Elia lernen, auf dessen Gebet hin der Himmel verschlossen und geöffnet wurde? Gebetserhörungen sind Gottesbeweise, die aber nur denen zuteil werden, die nicht “auf beiden Beinen hinken”, sich nicht in Kompromissen und Zweifeln bewegen!

Er bitte aber im Glauben, ohne irgend zu zweifeln. Denn der Zweifler gleicht einer Meereswoge, die vom Wind bewegt und hin und her getrieben wird. Denn jener Mensch denke nicht, daß er etwas von dem Herrn empfangen werde, ist er doch ein wankelmütiger Mann, unbeständig in allen seinen Wegen. Jakobus 1:5-8

Viel vermag eines Gerechten Gebet in seiner Wirkung. Elia war ein Mensch von gleichen Gemütsbewegungen wie wir; und er betete inständig, dass es nicht regnen möge, und es regnete nicht auf der Erde drei Jahre und sechs Monate. Und wieder betete er, und der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht hervor. Jakobus 5:16-18


Experimenteller Gottesbeweis mit Gegenprobe



Es gibt übertriebenes Misstrauen, schlechte Zweifel, die sich vor der Wahrheit verschließen. Aber es gibt auch berechtigte oder zumindest verständliche Zweifel, die selbst Menschen befallen können, die eigentlich glauben wollen. So ruft einmal ein Mann in dieser Not des inneren Zerrissensseins:

Ich glaube - hilf meinem Unglauben! Markus 9:24

In solchen Fällen kann es vorkommen, dass Gott einem Menschen tatsächlich Beweise zukommen lässt, die uns erstaunen können. Ein Beispiel dafür sind die Ereignisse um Gideon, einen zuerst unbedeutenden Mann im Israel des Alten Testamentes. Als Israel in Bedrängnis durch die Midianiter ist, erscheint ihm eines Tages ein Engel und gibt ihm den Auftrag, das Volk im Namen Gottes von seinen Unterdrückern zu befreien. Und während bei Elia das Feuer Gottes vom Himmel fiel, gibt es für Gideon als erstes ein Feuerzeichen von der Erde her:

Und der Engel des HERRN kam und setzte sich unter die Terebinthe, die bei Ofra war, die Joasch, dem Abiesriter gehörte. Und sein Sohn Gideon schlug gerade Weizen aus in der Kelter, um ihn vor Midian in Sicherheit zu bringen. Da erschien ihm der Engel des HERRN und sprach zu ihm: Der HERR ist mit dir, du tapferer Held!
Gideon aber sagte zu ihm: Bitte, mein Herr, wenn der HERR mit uns ist, warum hat uns denn das alles getroffen? Und wo sind all seine Wunder, von denen uns unsere Väter erzählt haben, wenn sie sagten: Hat der HERR uns nicht aus Ägypten heraufkommen lassen? Jetzt aber hat uns der HERR verworfen und uns in die Hand Midians gegeben. Da wandte sich der HERR ihm zu und sprach: Geh hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Hand Midians! Habe ich dich nicht gesandt?
Er aber sagte zu ihm: Bitte, mein Herr, womit soll ich Israel retten? Siehe, meine Tausendschaft ist die geringste in Manasse, und ich bin der Jüngste im Haus meines Vaters. Da sprach der HERR zu ihm: Ich werde mit dir sein, und du wirst Midian schlagen wie einen einzelnen Mann.
Da sagte er zu ihm: Wenn ich denn Gunst gefunden habe in deinen Augen,
so gib mir ein Zeichen, dass du es bist, der mit mir redet. Weiche doch nicht von hier, bis ich zu dir zurückkomme und meine Gabe herausbringe und dir vorsetze! Er sprach: Ich will bleiben, bis du wiederkommst. Richter 6:11-18

Gideon war bereit, praktische Glaubensschritte zu tun, um ein Zeichen zu erlangen, und er war bereit, dafür auch “Opfer” zu bringen:

Da ging Gideon hinein und bereitete ein Ziegenböckchen zu und ungesäuerte Brote aus einem Efa Mehl. Das Fleisch tat er in einen Korb, und die Brühe tat er in einen Topf. Und er brachte es zu ihm hinaus unter die Terebinthe und legte es vor. Und der Engel Gottes sprach zu ihm: Nimm das Fleisch und die ungesäuerten Brote und lege es hin auf diesen Felsen da! Die Brühe aber gieße aus! Und er machte es so.
Da streckte der Engel des HERRN das Ende des Stabes aus, der in seiner Hand war, und berührte das Fleisch und die ungesäuerten Brote.
Da stieg Feuer aus dem Felsen auf und verzehrte das Fleisch und die ungesäuerten Brote. Und der Engel des HERRN entschwand seinen Augen.
Da sah Gideon, dass es der Engel des HERRN gewesen war, und Gideon sagte: Wehe, Herr, HERR! Wahrhaftig, habe ich doch den Engel des HERRN von Angesicht zu Angesicht gesehen! Da sprach der HERR zu ihm: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben. Und Gideon baute dem HERRN dort einen Altar und nannte ihn: Jahwe-Schalom. Bis zu diesem Tag steht er noch in Ofra , der Stadt der Abiesriter. Richter 6:19-24

Gott gewährte Gideon also ein beeindruckendes Zeichen, um ihn in seiner Mission zu ermutigen. Nun forderte er ihn zu einem konkreten Handeln auf, das genau mit der Wurzel des israelitischen Problems zu tun hatte, nämlich dem Götzendienst:

Und es geschah in jener Nacht, da sprach der HERR zu ihm: Nimm einen Jungstier von den Rindern, die deinem Vater gehören, und zwar den zweiten Stier, den siebenjährigen! Und reiße den Altar des Baal, der deinem Vater gehört, nieder und die Aschera, die dabei steht, haue um! Und baue dem HERRN, deinem Gott, einen Altar auf dem Gipfel dieser Bergfeste in der rechten Weise! Und nimm den zweiten Stier und opfere ihn als Brandopfer mit dem Holz der Aschera, die du umhauen sollst!
Da nahm Gideon zehn Männer von seinen Knechten und tat, wie der HERR zu ihm geredet hatte. Und es geschah, da er sich vor dem Haus seines Vaters und vor den Männern der Stadt fürchtete, es bei Tag zu tun, tat er es bei Nacht. Richter 6:25-27

Wie mutig Gideon mit diesem Gehorsamsschritt tatsächlich war, zeigte sich gleich am nächsten Morgen:

Und als die Männer der Stadt morgens früh aufstanden, siehe, da war der Altar des Baal umgerissen, und die Aschera, die dabeigestanden hatte, war umgehauen, und der zweite Stier war als Brandopfer auf dem neu erbauten Altar geopfert. Da sagten sie einer zum anderen: Wer hat das getan? Und sie forschten und fragten nach, und man sagte: Gideon, der Sohn des Joasch, hat das getan.
Da sagten die Männer der Stadt zu Joasch: Führe deinen Sohn heraus! Er muss sterben, weil er den Altar des Baal umgerissen und weil er die Aschera, die dabeistand, umgehauen hat!
Joasch aber sagte zu allen, die bei ihm standen: Wollt ihr für den Baal Anklage erheben, oder wollt ihr ihn retten? Wer für ihn Anklage erhebt, soll getötet werden bis zum Morgen. Wenn er ein Gott ist, soll er für sich selbst Anklage erheben, weil man seinen Altar umgerissen hat. Und man nannte ihn an selbigem Tag Jerub-Baal, das heißt: Baal möge gegen ihn Anklage erheben, weil er seinen Altar umgerissen hat. Richter 6:28-33

Durch diese Tat hatte Gideon bewiesen, dass er Gott unter Einsatz seines Lebens gehorchen wollte und bereit war, gegen den Götzendienst zu kämpfen, auch wenn es seine eigene Verwandtschaft betraf. Doch schon bald stand er vor einer neuen, noch größeren Herausforderung:

Und ganz Midian und Amalek und die Söhne des Ostens versammelten sich miteinander, und sie zogen herüber und lagerten sich im Tal Jesreel. Aber der Geist des HERRN umkleidete Gideon. Und er stieß ins Horn, und die Abiesriter wurden zusammengerufen, ihm nach. Und er sandte Boten durch den ganzen Stamm Manasse, und auch er wurde zusammengerufen, ihm nach. Und er sandte Boten durch Asser und durch Sebulon und durch Naftali. Und sie zogen herauf, ihnen entgegen. Richter 6:33-35

Nun ging es nicht mehr nur um Gideon persönlich, jetzt hatte er Verantwortung für das Leben vieler, die ihm in den Kampf folgen sollten. So wagte er es, noch einmal ein Zeichen von Gott zu erbitten, das die Form eines Experimentes hatte:

Und Gideon sagte zu Gott: Wenn du Israel durch meine Hand retten willst, so wie du geredet hast, - siehe, ich lege frisch geschorene Wolle auf die Tenne. Wenn Tau auf der Wolle allein sein wird und auf dem ganzen Boden Trockenheit, dann werde ich erkennen, dass du Israel durch meine Hand retten wirst, wie du geredet hast.
Und es geschah so. Und er stand am anderen Morgen früh auf, und er drückte die Wolle aus und presste Tau aus der Wolle, eine ganze Schale voll Wasser. Richter 6:36-38

Im Nachhinein kamen Gideon scheinbar doch Zweifel, ob dieses Zeichen wirklich so eindeutig war. Immerhin hätte es ja sein können, dass die Wolle die Feuchtigkeit extrem anzog und deshalb nass war, während die normale Umgebung trocken blieb. So machte Gideon die Gegenprobe und bat noch einmal:

Und Gideon sagte zu Gott: Dein Zorn entbrenne nicht gegen mich! Und ich will nur noch diesmal reden. Lass es mich doch nur noch diesmal mit der Wolle versuchen: Möge doch Trockenheit sein auf der Wolle allein, und auf dem ganzen Boden sei Tau! Und Gott machte es so in jener Nacht: es war Trockenheit auf der Wolle allein, und auf dem ganzen Boden war Tau. Richter 6:39-40

Gott wünscht sich also gar nicht blinden Gehorsam, sondern ist gerne bereit, uns Bestätigungen für unseren Weg zu geben, besonders, wenn dabei viel auf dem Spiel steht. Es ist schön zu wissen, dass Gott auch barmherzig ist und Verständnis für unsere menschlichen Schwankungen im Glauben hat. Sogar Johannes der Täufer, der Jesus so entschieden vor Tausenden als den Messias verkündigt hatte, wurde später von Zweifeln geplagt und ließ ihn fragen: “Bist du es tatsächlich, oder müssen wir auf einen anderen warten?” Jesus verwies ihn auf die Zeichen und Wunder, die er zu der Zeit in großer Zahl tat und stärkte so seinen Glauben, Lukas 7:19-23.


Zeichen und Wunder, damals und heute



Ich jedoch würde Gott suchen, ... der Großes und Unerforschliches tut, Wunder bis zur Unzahl. Hiob 5:7

Schon im Alten Testament tat Gott immer wieder Zeichen und Wunder, um Menschen von seiner Existenz zu überzeugen und zum Glauben zu bewegen. Während es heute weithin nicht modern scheint, sich auf Wunder zu berufen, wenn es um Glauben geht, sieht die Bibel das ganz anders. Wir sollen die Wunder Gottes auch nicht geheim halten (es sei denn, Gott fordert uns ausdrücklich dazu auf), sondern durchaus weitererzählen und tragen damit dazu bei, dass wir die Gegenwart Gottes dauerhaft erleben:

Wir preisen dich, Gott, wir preisen dich. Und nahe ist dein Name denen, die deine Wunder erzählen. Psalm 75:2, vergleiche Psalm 77:12; 78:4; 105:5, Daniel 3:32

Umgekehrt schadet es unserem Glaubensleben, wenn wir anfangen, die Wunder, die Gott in unserem Leben oder Umfeld getan hat, zu vergessen und nicht mehr zu erwähnen:

Sie hielten nicht den Bund Gottes und weigerten sich, nach seinem Gesetz zu wandeln. Sie vergaßen seine Taten und seine Wunder, die er sie hatte schauen lassen. Psalm 78:10-11

Gott will Wunder tun!

Es ist auch keine Tugend, Wunder als Zeichen Gottes abzulehnen, wenn er sie sogar ausdrücklich anbietet. Das mag sehr fromm scheinen, ist aber weiter nichts als Unglaube, der Gott anstrengt. Das zeigt folgende Begebenheit, als die Aramäer gegen Ahas, den König von Israel in den Krieg zogen und Jerusalem belagerten. In dieser Bedrängnis sandte Gott den Propheten Jesaja zu Ahas, um ihm Mut zuzusprechen:

Weil Aram Böses gegen dich beschlossen hat, indem sie sagen: «Lasst uns gegen Juda hinaufziehen und ihm Grauen einjagen und es für uns erobern, und dort den Sohn des Tabeal zum König machen!», so spricht der Herr HERR: Es wird nicht zustandekommen und nicht geschehen ... Glaubt ihr nicht, dann bleibt ihr nicht! Jesaja 7:5-9

Um ihren Glauben zu stärken, wollte er den Israeliten von sich aus ein Zeichen geben, doch Ahas lehnte das ab:

Und der HERR fuhr fort, zu Ahas zu reden, und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott! In der Tiefe fordere es oder oben in der Höhe! Ahas aber sagte: Ich will nicht fordern und will den HERRN nicht prüfen. Jesaja 7:10-12

Gott war über diese scheinbar fromme Bescheidenheit jedoch gar nicht erfreut, sondern tadelte den König streng:

Da sprach er: Hört doch, Haus David! Ist es euch zu wenig, Menschen zu ermüden, dass ihr auch meinen Gott ermüdet? Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel nennen ... Der HERR wird über dich, über dein Volk und über das Haus deines Vaters Tage kommen lassen, wie sie nicht gekommen sind seit dem Tag, an dem Ephraim sich von Juda getrennt hat: den König von Assur. Jesaja 7:13-14,17

Die Bibel - ein Buch voller Wunder

Ein Beispiel für die glaubensstärkende und verändernde Kraft von Wundern ist der Mann Mose, dem Gott in einem brennenden Dornbusch erschien. Dass in der Wüste Dornbüsche zu brennen anfangen, ist nichts Ungewöhnliches, doch dieser Dornbusch brannte, ohne zu verbrennen. Das war ein Zeichen, das Mose anlockte. Als Gott Mose dann beauftragte, seinem Volk Israel in Ägypten zu Hilfe zu kommen, fragte Mose durchaus, welcher Gott er denn eigentlich sei, und wie er seinen Volksgenossen glaubhaft machen solle, dass Gott ihm tatsächlich in der Wüste erschienen sei. Daraufhin gab Gott ihm zwei Wunderzeichen, die sowohl Mose ermutigen sollten, als auch jeden zweifelnden Israeliten überzeugen, dass hier tatsächlich Gott im Spiel war:

Da antwortete Mose und sagte: Und wenn sie mir nicht glauben und nicht auf meine Stimme hören, sondern sagen: Der HERR ist dir nicht erschienen?
Da sprach der HERR zu ihm: Was ist das da in deiner Hand ? Er sagte: Ein Stab. Und er sprach: Wirf ihn auf die Erde! Da warf er ihn auf die Erde, und er wurde zu einer Schlange, und Mose floh vor ihr. Der HERR aber sprach zu Mose: Strecke deine Hand aus und fasse sie beim Schwanz! Da streckte er seine Hand aus und ergriff sie, und sie wurde in seiner Hand zum Stab: Damit sie glauben, dass dir der HERR erschienen ist, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.
Und der HERR sprach weiter zu ihm: Stecke doch deine Hand in deinen Gewandbausch! Da steckte er seine Hand in seinen Gewandbausch. Und als er sie herauszog, siehe, da war seine Hand weiß von Aussatz, wie Schnee. Und er sprach: Tu deine Hand wieder in deinen Gewandbausch! Da tat er seine Hand wieder in seinen Gewandbausch. Und als er sie aus seinem Gewandbausch herauszog, da war sie wieder wie sein übriges Fleisch. Und es wird geschehen, wenn sie dir nicht glauben und nicht auf die Stimme des ersten Zeichens hören, dann werden sie doch wegen der Stimme des zweiten Zeichens glauben.
Und es wird geschehen, wenn sie selbst diesen beiden Zeichen nicht glauben und nicht auf deine Stimme hören, dann nimm vom Wasser des Nil und gieße es auf das trockene Land! Dann wird das Wasser, das du aus dem Nil nehmen wirst, auf dem trockenen Land zu Blut werden. Exodus 4:1-9

Wir wissen, dass dies noch lange nicht das Ende vom Lied war, sondern erst der Anfang. Jede Menge weiterer Zeichen und Wunder folgten, die nicht nur Mose und die Israeliten, sondern auch der Pharao und seine Regierenden und das ganze Volk der Ägypter hautnah miterlebten. Es lohnt sich, die Berichte hierüber im zweiten Buch der Bibel, genannt “Exodus = Auszug”, zu lesen. Wir sehen dann, dass es auch im Volke Gottes von Skeptikern nur so wimmelte, aber dass die Intensität der Zeichen und Wunder so beständig an Zahl und Intensität zunahm, dass letztlich sogar ganz Ägypten davon überzeugt war, dass es hier nicht mehr mit natürlichen Dingen zuging.

Sicher ist es schade, dass viele Menschen nur dann glauben, wenn sie Zeichen und Wunder sehen. Und denjenigen, die in Wirklichkeit absolut nicht glauben wollen, weil sie nicht dazu bereit sind, ihr Leben zu ändern, verweigert Gott sogar jegliche Zeichen und Wunder, bis auf eines:

Und die Pharisäer und Sadduzäer kamen herbei, und um ihn zu versuchen, baten sie ihn, er möge ihnen ein Zeichen aus dem Himmel zeigen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Wenn es Abend geworden ist, so sagt ihr: Heiteres Wetter, denn der Himmel ist feuerrot; und frühmorgens: Heute stürmisches Wetter, denn der Himmel ist feuerrot und trübe. Das Aussehen des Himmels wißt ihr zwar zu beurteilen, aber die Zeichen der Zeiten könnt ihr nicht beurteilen. Matthäus 16:1-4

Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas, des Propheten. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.
Männer von Ninive werden aufstehen im Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen, denn sie taten Buße auf die Predigt Jonas; und siehe, mehr als Jona ist hier. Matthäus 12:38-41

Aber es gibt auch Menschen, die zwar von Unglauben geplagt werden, aber eigentlich doch eine innerliche Sehnsucht nach Gott haben. Ihr Glaube ist so schwach, dass sie Zeichen und Wunder regelrecht brauchen, um angefacht zu werden, das war auch die Meinung von Jesus:

Jesus sprach nun zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so werdet ihr nicht glauben. Johannes 4:48

Es war ein wesentliches Merkmal seines Dienstes, dass er von zahllosen Wundern begleitet war, öffentlichen Wunderheilungen und physikalischen Wundern wie Brotvermehrungen, Verwandlung von Wasser in Wein, Laufen auf dem Wasser, Stillung von Stürmen usw.

Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus, der Nazoräer, war ein Mann, der von Gott euch gegenüber erwiesen worden ist durch Machttaten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte tat - wie ihr selbst wisst. Apostelgeschichte 2:22

Dies setzte sich nach seinem Tod und seiner Auferstehung in seinen Gesandten fort. Die Apostelgeschichte ist prallvoll mit solchen Erweisen der Kraft Gottes:

Es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Apostelgeschichte 2:43

Auch für den Apostel Paulus, der nicht zu den ersten Aposteln zählte, gehörten Wunder ganz selbstverständlich zur Verkündigung des Evangeliums:

Denn ich werde nicht wagen, etwas von dem zu reden, was Christus nicht durch mich gewirkt hat zum Gehorsam der Nationen durch Wort und Werk, in der Kraft der Zeichen und Wunder, in der Kraft des Geistes, so dass ich von Jerusalem und ringsumher bis nach Illyrien das Evangelium des Christus völlig verkündigt habe. Römer 15:18

Es mag stimmen, dass mit der zeitweisen Verstockung der Juden als Volk Gottes am Ende der Apostelgeschichte, Apostelgeschichte 28:25-28 und Römer 11:7-27, ein grundsätzlicher Umbruch geschah, weil das Königreich Gottes auf Erden dadurch in weitere Ferne gerückt wurde und die Zeichen für dessen Nahesein nicht mehr angebracht waren. Doch zum einen gab es diese Zeichen auch schon zur Zeit des Alten Testamentes, lange vor dem Kommen Jesu, und zum anderen konnten auch danach an Orten, an denen “Erweckung” geschah, teilweise verblüffende Zeichen und Wunder in großer Zahl beobachtet werden.

Darüber hinaus befinden wir uns heute wiederum in einer besonderen Situation, denn durch die Wiederherstellung des Staates Israel sind wir einen großen Schritt in der Geschichte weiter gekommen, der uns durchaus der Wiederkunft Jesu und den ihr vorangehenden Ereignissen näher gebracht hat: Wir gehen dem Neuen Zeitalter entgegen, und damit ist zu erwarten, dass auch dessen Kräfte, Hebräer 6:5, wieder stärker sichtbar werden. Zur Ergänzung des biblischen Bildes von Zeichen und Wundern möchte ich deshalb hier stellvertretend für viele weitere Beispiele Berichte über zwei Personen der neueren Zeit anführen, die belegen, was für ungewöhnliche Zeichen und Wunder Gott bis zum heutigen Tag durch Menschen tun kann und auch tatsächlich tut.

Smith Wigglesworth (geboren 8.Juni 1859)

... kam aus einfachsten Verhältnissen, half schon in jungen Jahren bei der Rübenernte, arbeitete vom siebten Lebensjahr an in einer Wollspinnerei, ab dem 18. Lebensjahr als Klempner. Erst durch seine Frau lernte er Lesen und Schreiben. In seiner freien Zeit fing er an, besonders zu Kindern zu predigen und gab sein Verdienst, um sie zu speisen und zu bekleiden. Jahre später sah er in einem Gottesdienst, wie Menschen geheilt wurden, und nachdem seine Frau und er am eigenen Leib Heilung erfuhren, brannten sie selber für diese Wirkung des Glaubens. Allerdings sorgte Smith Wigglesworth anfangs nur dafür, dass die Leidenden in die Gottesdienste von anderen Heilungspredigern gehen konnten, und erst nachdem deren Leiter ihm eine “Falle” stellten, indem sie ihn als Vertreter zum Predigen einluden, begann sein eigener Dienst:

Er tröstete sich mit dem Gedanken, dass er lediglich die Leitung übernehmen würde und es sicherlich etliche Personen gäbe, die gerne predigen würden. Doch als es dann so weit war, wollte nicht ein Einziger predigen. Alle waren sich einig, dass Smith predigen sollte. Zögerlich fing er also an, zu dienen, und als er seine Botschaft beendet hatte, kamen fünfzehn Menschen nach voren, um Heilung zu empfangen. Ein Mann schleppte sich auf zwei Krücken nach vorne, und als Smith für ihn betete, hüpfte er plötzlich hin und her - ohne Krücken und völlig gesund. Von allen Anwesenden war Smith wohl am meisten überrascht. Roberts Liardon “Gottes Generäle”, www.adullam.de, Seite 203

In der nächsten Veranstaltung dieser Art, die Smith leitete, kamen zwölf Menschen nach vorne, um Heilung zu empfangen, und jeder einzelne wurde gesund:

Eine Dame hatte einen großen Tumor, der ständig nässte. Nachdem das Gebet des Glaubens für sie gesprochen worden war, ging sie nach Hause. Am nächsten Tag berichtete sie, dass an der Stelle, an der sich der Tumor befunden hatte, nur noch eine Narbe sichtbar wäre. Gottes Generäle”, Seite 203

Bald darauf bat ein Freund von Smith Wigglesworth ihn, für seine sterbenskranke Frau zu beten. Doch der Ehemann betete so glaubenslos am Krankenbett, dass Smith die Geduld verlor und laut schrie: “Herr, bring ihn zum Schweigen!”

Der Mann verstummte augenblicklich. Nun holte Smith ein Fläschchen Öl aus seiner Tasche und goss den gesamten Inhalt über den Körper der Frau, im Namen Jesu. Als er am Kopfende ihres Bettes stand, hatte Smith seine erste Vision. Er sagte: “Plötzlich erschien mir der Herr Jesus. Mit aufgerissenen Augen starrte ich ihn an. Er lächelte mich auf diese besondere, sanfte Weise an, wie nur er es kann ... Ich habe diese Vision nie wieder vergessen, die Vision dieses schönen, sanften Lächelns.” Einige Augenblicke, nachdem die Vision vorüber war, setzte sich die Frau, mit neuer Lebenskraft erfüllt, in ihrem Bett auf. Sie zog noch einige Kinder groß und überlebte sogar ihren Ehemann. Gottes Generäle” Seite 204

Doch eines Tages wurde Smith selber plötzlich von solchen Schmerzen befallen, dass er das Bett nicht mehr verlassen konnte:

Die Familie betete die ganze Nacht um Linderung der Schmerzen, doch nichts geschah. Smith wurde von Stunde zu Stunde schwächer und schließlich sagte er zu seiner Frau: “Ich glaube, der Herr holt mich heim. Zu deinem eigenen Schutz solltest du jetzt besser einen Arzt rufen.” Zutiefst betrübt holte Polly einen Arzt herbei, da sie glaubte, ihr Mann würde sterben.
Als der Arzt den Patienten untersucht hatte, schüttelte er voll Bedauern den Kopf und erklärte der Familie, dass es sich in dem vorliegenden Fall um eine Blinddarmentzündung handelte, die sich in den vergangenen sechs Monaten erheblich verschlechtert habe. Smiths Organe, so fuhr er fort, seien dermaßen geschädigt, dass keine Hoffnung mehr bestünde, selbst wenn man eine Operation in Betracht ziehen würde. Nachdem der Arzt gegangen war, traten eine ältere Frau und ein junger Mann in Smiths Zimmer. Diese Frau war überzeugt vom Gebet des Glaubens und war der Meinung, dass jede Krankheit vom Teufel verursacht werde. Während sie betete, setzte sich der junge Mann auf die Bettkante, legte beide Hände auf Smith und rief: “Teufel, in Jesu namen, komm heraus!”
Zu Smiths Überraschung “kam der Teufel heraus” und er war sofort schmerzfrei. Sicherheitshalber betete das Paar noch einmal für Smith. Nach diesem Gebet stand er auf, zog sich an und ging nach unten. Er sagte zu seiner Frau: “Ich bin geheilt. Sind irgendwelche Aufträge eingegangen?” Als er Polly erzählte, was geschehen war, verschlug es ihr vor Erstaunen die Sprache, und sie reichte ihm wortlos die Auftragszettel. Sofort machte er sich auf den Weg, um seiner Arbeit (als Klempner) nachzugehen, und von jenem Tag an hatte er nie wieder Schwierigkeiten mit seinem Blinddarm.
Gottes Generäle” Seite 205

Zu dieser Heilungsgabe kam nach einer besonderen Erfüllung mit dem heiligen Geist, die Smith und seine Frau später erlebten, noch eine große Überführungskraft:

Wo auch immer sie hinkamen, schienen die Menschen ihrer Sünden überführt zu werden. Als Smith eines Tages ein Lebensmittelgeschäft betrat, um dort einzukaufen, fielen drei Menschen auf die Knie und flehten um Vergebung. Bei einer anderen Gelegenheit ging Smith an zwei Frauen vorbei, die auf einem Feld arbeiteten, und rief ihnen zu: “Seid ihr errettet?” Er hatte kaum seine Frage beendet, als die beiden Frauen ihre Körbe fallen ließen und zu Gott schrien. Gottes Generäl” Seite 207

Der heilige Geist offenbarte Smith, dass man Glauben in anderen Menschen erzeugen könne. Diese Erkenntnis kam beispielsweise im Fall eines Jungen zur Wirkung, der schwer krank war:

Die Familie hatte Smith herbeigerufen, doch als er schließlich kam, öffnete die Mutter des Jungen die Tür mit den Worten: “Es ist zu spät, Sie können nichts mehr für ihn tun!” Smith entgegnete: “Gott hat mich noch niemals zu spät irgendwo hingesandt.” Der zustand des Jungen hatte sich inzwischen so veschlechtert, dass man nicht wagte, ihn zu bewegen, weil man befürchtete, sein Herz würde versagen und er würde sterben. Es erübrigt, sich zu erwähnen, dass die Familie keinen Glauben hatte und dass der Junge zu krank war, um seinen eigenen Glauben einzusetzen.
Bevor er für den Jungen beten konnte, musste Smith schon wieder gehen, weil er einen Termin in der örtlichen Gemeinde einhalten musste. Doch er versicherte der Familie, dass er zurückkommen würde. Außerdem forderte er sie auf, dem Jungen passende Kleidung herauszulegen, da der Herr ihn aufrichten würde. Als Smith zurückkehrte, stellte er fest, dass die Familie seiner Anweisung nicht nachgekommen war. Die Familie dagegen war angesichts seines Glaubens beschämt und man legte sofort einige Kleidungsstücke des Jungen zurecht. Smith bat darum, dem Jungen Socken anzuziehen.
Nachdem Smith das Zimmer betreten hatte, in dem der Junge lag, schloss er die Tür hinter sich. Er wandte sich an das leblose Kind und erklärte ihm, dass nun etwas geschehen würde, was es noch nie zuvor erlebt hatte. “Wenn ich meine Häne auf dich lege, wird die Herrlichkeit des Herrn diesen Raum erfüllen, bis ich nicht mehr auf meinen Beinen stehen kann. Ich werde hilflos am Boden liegen.” In dem Augenblick, in dem Smith den Jungen berührte, manifestierte sich die Kraft Gottes so stark in dem Raum, dass Smith zu Boden ging. Plötzlich fing der Junge an zu rufen: “Das ist zu deiner Ehre, Herr!” Während der Junge sein Bett verließ und sich anzog, lag Smith noch immer auf dem Fußboden. Der Junge riss die Tür auf und schrie: “Papa! Gott hat mich geheilt! Ich bin wieder gesund!”
Das ganze Haus wurde von solch einer Herrlichkeit erfüllt, dass auch die Mutter und der Vater unter der Kraft Gottes zusammenbrachen. Auch seine Schwester, die aus einer Nervenheilanstalt entlassen worden war, war plötzlich wieder völlig normal, geistig gesund. Die ganze Stadt war in Aufruhr und eine Erweckung begann.
Gottes Generäle”, Seite 212

Obwohl durch Smiths Arbeit Tausende von Menschen zum Glauben kamen und viele Gemeinden entstanden, zog er es während seines gesamten Dienstes vor, sich keiner Glaubensgemeinschaft anzuschließen. Sein Herzensverlangen war es, alle Menschen zu erreichen, ganz gleich, welcher Konfession sie angehörten.

Und obwohl Wigglesworth viele Wunder und sofortige Heilung mit eigenen Augen gesehen hatte, hatte er selbst nicht viele solcher Wunder empfangen. Im Jahr 1930, als Smith die Siebzig überschritt, stelltens ich quälende Schmerzen ein. Er betete, doch er wurde nicht schmerzfrei. Also suchte Smith einen Arzt auf, der, nachdem er ihn geröntgt hatte, die Diagnose stellte, Smith leide in fortgeschrittenem Stadium an Nierensteinen. Nur eine Operation könne Abhilfe schaffen, und nach Angaben des Arztes würde Smith sterben, wenn er nicht gegen dieses schmerzvolle Leiden unternähme. Smith erklärte jedoch: “Herr Doktor, der Gott, der diesen Körper geschaffen hat, kann ihn auch heilen. Solange ich lebe, werde ich nicht dulden, dass er unters Messer kommt.”
Der Arzt nahm diese Reaktion mit Besorgnis und Bestürzung auf, doch Smith verließ ihn mit der Zusicherung, dass er von seiner Heilung hören würde. Die Schmerzen nahmen mit jedem Tag zu und eine Nierenreizung kam hinzu. Smith, der jede Nacht das Bett verließ, wand sich in Qualen auf dem Fußboden, während sein Körper versuchte, die Steine auszuscheiden. Ein scharfkantiger Stein nach dem anderen kam heraus. Smith war davon ausgegangen, dass diese Tortur kurzfristig sein würde, doch insgesamt dauerte sie sechs lange und schmerzvolle Jahre.
Während dieser Zeit versäumte Smith jedoch keinen einzigen Gottesdienst, der auf seinem Terminplan stand; an einigen Tagen diente er sogar zweimal. Bei einigen Versammlungen betete er für nicht weniger als 800 Menschen, obwohl er selbst unter entsetzlichen Schmerzen litt. Nur wenn der Schmerz unerträglich wurde, verließ er für kurze Zeit die Kanzel, um auf der Toilette einen weiteren Nierenstein auszuscheiden. Anschließend kehrte er auf die Bühne zurück und fuhr mit dem Gottesdienst fort.
Oftmals musste er selbst das Bett verlassen, um andere aufzusuchen, die krank waren, und für sie zu beten. Die wenigsten wussten, dass er die härteste Prüfung seines Lebens durchmachte. Manchmal verlor er so viel Blut, dass er ganz blass wurde und man ihn in Decken wickeln musste, um ihn warm zu halten. Nachdem sechs qualvolle Jahre vergangen waren, hatte er über hundert Nierensteine ausgeschieden, die er in einer Glasflasche gesammelt hatte ...
Nachdem er schon zwei Jahre lang gegen die Nierensteine gekämpft hatte, gab Smith nicht auf. Stattdessen bat er Gott im Jahre 1932 darum, ihm noch weitere fünfzehn Jahre dienen zu dürfen. Gott gewährte Smith diese Bitte, und während dieser Jahre bereiste er den größten Teil Europas, Südafrikas und Amerika. Am meisten freute er sich darüber, wenn er sah, dass das Wort durch den Glauben der Menschen von Zeichen und Wundern begleitet wurde. Sein höchstes Verlangen war, dass die Menschen Jesus sähen, und nicht Smith Wigglesworth.
Gottes Generäle”, Seite 218-221


Private Gottes-Beweise



Die Bibel berichtet von einer ganzen Reihe von öffentlichen Gottesbeweisen, die meist im Zusammenhang mit dem Volk Israel geschahen und dieses zum Glauben an Gott ermutigen sollten. Besonders spektakulär war die Durchquerung des Roten Meeres bei ihrem Auszug aus Ägypten, in Begleitung einer Feuer- und Wolkensäule, Exodus 14, und den zahlreichen darauf folgenden Wundern bei der Wanderung durch die Wildnis. Darüberhinaus erfahren wir in der Bibel aber auch noch von einer Vielzahl von privaten Gottesbeweisen, in denen Gott Einzelpersonen oder sehr privaten Gruppen seine Existenz und sein Wesen bewiesen hat.

Glaube durch Schauen

Lukas nennt diejenigen, die ihm von Jesus berichtet haben, “Augenzeugen” (griechisch aut-óptai = Selber-Seher) Lukas 1:2, und Petrus sagt:

Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, nicht indem wir ausgeklügelten Fabeln folgten, sondern weil wir Augenzeugen (ep-óptai = Hin-Seher) seiner herrlichen Größe gewesen sind. 2.Petrus 1:16

Man kann natürlich an der Glaubwürdigkeit jedes Zeugen zweifeln, aber für Petrus und die anderen, die dabei waren, stellten ihre Erlebnisse nichts anderes als private Gottesbeweise dar, die sie restlos überzeugten, obwohl sie alles andere als leichtgläubig waren! Im Gegenteil, man könnte sie viel eher mit den Israeliten vergleichen, die trotz beeindruckender Wunder und Zeichen hartnäckig an ihren Zweifeln festhielten:

Trotz alledem sündigten sie weiter und glaubten nicht an seine Wunder. Psalm 78:32

Auch die Apostel sahen mit den eigenen Augen unzählige Wunder, die Jesus teils öffentlich teils im Verborgenen tat, von der Heilung von Blinden und Gelähmten bis hin zur Auferweckung von Toten, der Vermehrung von Brot und dem Laufen über Wasser. Und einmal nahm er drei von ihnen mit auf einen Berg, wo er sich ihnen in seiner überirdischen Kraftfülle zeigte:

Und er wurde vor ihnen umgestaltet. Und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie das Licht ... da überschattete sie eine lichte Wolke, und siehe, eine Stimme kam aus der Wolke, welche sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Ihn hört!
Und als die Jünger es hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Und Jesus trat herbei, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht!
Als sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand als ihn, Jesus, allein. Und als sie von dem Berg herabstiegen, gebot ihnen Jesus und sprach:
Sagt niemandem die Erscheinung weiter, bis der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden ist! Matthäus 17

Manchmal wird behauptet, die Menschen damals seien damals besonders leichtgläubig gewesen und hätten sich vielleicht von irgendwelchen parapsychologischen Tricks von Jesus beeindrucken lassen. Doch die Menschen damals unterschieden sich in dieser Hinsicht nicht im Geringsten von den heutigen: Sie wollten erst sehen, bevor sie bereit waren zu glauben, und oftmals glaubten sie selbst dann nicht, wenn sie gesehen hatten. Eindringlich musste Jesus sie ermahnen:

Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht! Wenn ich sie aber tue, so glaubt den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und versteht, dass der Vater in mir ist und ich in dem Vater! Johannes 10:37-38

Wer nicht glauben will, muss fühlen?

Wir wissen, dass die Apostel, nachdem Jesus getötet und beerdigt worden war, den Frauen, die dem auferstandenen Jesus begegnet waren, kein Wort glaubten, sondern meinten, diese seien durchgedreht:

Und diese Reden schienen ihnen wie Geschwätz, und sie glaubten ihnen nicht. Lukas 24:11

Erst als Jesus ihnen persönlich erschien, wurden sie überzeugt. Der “ungläubige Thomas”, einer der Apostel, der bei dieser Erscheinung nicht dabei war, ging sogar noch weiter. Er weigerte sich, den Berichten seiner Apostelkollegen über den auferstandenen Jesus zu glauben, scheinbar weil er davon ausging, sie seien alle Opfer einer Halluzination geworden. So bestand er auf einer experimentellen, handgreiflichen Demonstration: Er wollte diesen auferstandenen Jesus nicht nur sehen, sondern ihn mit den eigenen Händen berühren. Wir wissen, dass dies keine sehr vorbildliche Glaubenseinstellung war. Wir wissen aber auch, dass ihm dieser Beweis dennoch von Gott gewährt wurde:

Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder drinnen und Thomas bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und trat in die Mitte und sprach: Friede euch! Dann spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Johannes 20

Das genügte, um selbst den hartgesottensten Zweifler zu überzeugen. Immerhin war der “Ungläubige Thomas” dann der erste, der Jesus als den ansprach, der er tatsächlich ist, nämlich als:

Mein Herr und mein Gott!” Johannes 20:28

Was Thomas erlebte, ist auch für uns geschrieben, denn bis heute gebraucht Gott greifbare Fakten, um unseren Glauben zu stärken. Das sind die persönlichen Wunder und privaten Gottesbeweise, die bis zum heutigen Tag jeder Gläubige erleben kann. Gott tut sie oftmals nicht öffentlich, sondern für Einzelpersonen oder im kleinen Kreise, weil er sich nur denen offenbaren möchte, die ihn ernsthaft suchen. Aber für diejenigen, die diese Lebenszeichen Gottes erleben, sind sie durchaus sehr beeindruckend und glaubensstärkend.



Einige Gottesbeweise, die ich selber erlebt habe



Auch ich habe viele “kleine” und einige “größere” Wunder Gottes persönlich erlebt und möchte ein paar von ihnen an dieser Stelle erzählen. Sie sind nicht als Gottesbeweise für andere gedacht, sondern sollen nur als Beispiele dafür dienen, was, wie ich denke, jeder Leser auf die eine oder andere Art auch erleben kann, wenn er anfängt, mit Gott zu leben - und oftmals auch schon vorher! Manch einem mag beim Lesen bewusst werden, dass er ja ähnliche Dinge auch schon selber erlebt, sie nur noch nicht bewusst als Zeichen von Gott wahrgenommen hat. Gott gibt die Beweise seiner Gegenwart und Versorgung ja, Gott sei Dank, bei weitem nicht nur den Gläubigen, sondern durchaus denen, die ihn nicht bewusst verehren:

Der Vater im Himmel lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Matthäus 5:45

Auch wir erleben alle diese “Erweise” von Gottes Güte:

Der lebendige Gott, der den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hat und alles, was in ihnen ist, hat in den vergangenen Geschlechtern alle Nationen in ihren eigenen Wegen gehen lassen (auch uns hat er diese Freiheit gegeben!) - obwohl er sich doch nicht unbezeugt gelassen hat, indem er Gutes tat und uns vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gab und unsere Herzen mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte. Apostelgeschichte

Diese Gnaden-”Erweise” Gottes sind ein sanftes Reden Gottes. Wenn wir das anerkennen und mit Dankbarkeit reagieren, indem wir zum Beispiel anfangen, mit Gott zu reden (zu ihm zu “beten”), kann und wird Gott sich noch erheblich stärker “erweisen”. So kommen dann zu den für uns oft alltäglichen Erweisen der Liebe Gottes auch noch solche, die nicht so alltäglich sind. Hier nun ein paar Beispiele aus meinem Leben.

Gott ruft, Gott bezahlt!

Nach meinem Abitur, als ich noch nicht gläubig war, entschied ich mich für ein Medizinstudium bei der Bundeswehr, weil ich dachte, als Arzt einen sinnvollen Beruf ausüben zu können, und weil man dort während des Studiums ein gutes Gehalt bekam. Kurz danach kam ich zum Glauben, und nachdem ich mich taufen ließ, fing Gott an, durch verschiedenste Leute an verschiedenen Orten, äußerlich völlig unabhängig voneinander und teilweise mit wörtlich gleichen Formulierungen, mir zu sagen, dass ich mit dem Medizinstudium aufhören und “die Hand an den Pflug legen” sollte. Das wollte ich gerne tun, nur wusste ich, dass ich dann mein bis dahin erhaltenes Gehalt zurückzahlen musste, und das waren etwas über 23.000,-DM, die ich nicht besaß. Ich hatte damals jedoch, weil Gott so vielfältig und deutlich zu mir geredet hatte, keine Probleme, Gott das anzuvertrauen und sagte ihm: “Wenn du das willst, dann höre ich auf, und überlasse das Problem mit dem Geld dir!” Da ich kein Geld besaß, stundete die Bundeswehr mir die Summe und die Sache belastete mich nicht weiter.

Ein Jahr später erbte meine Frau zusammen mit zwei anderen die Summe von 70.000,-DM, was dann tatsächlich genau den Betrag ausmachte, den ich schuldete. Ich überwies das Geld sogleich an die Bundeswehr, und der zuständige Beamte schrieb zurück, dass sie mir, wenn es mir Recht sei, die für das eine Jahr fälligen Zinsen erlassen würden. Es war mir Recht! So hat Gott im Nachhinein und ganz handfest sein Reden zu mir bestätigt. Der Friede, den ich bis dahin die ganze Zeit gehabt hatte, war also nicht eingebildet gewesen, sondern hatte auf einer realen Zusage Gottes beruht, der mir unter anderem gesagt hatte: “Wenn du mir dienst, werde ich dich mit allem versorgen, was du brauchst!”

Rettung vor einem Messerstecher

Eines Tages kam ich, ausnahmsweise, zu spät zu einem Gebetsfrühstück. Seltsamerweise war die Eingangstür verschlossen, und als ich anklopfte, machten meine Freunde schnell auf, zogen mich herein und starrten mich erstaunt an. Dann erzählten sie mir, was geschehen war: Kurz nach Beginn des Treffens war ein Mann mit einem Messer in der Hand hereingestürmt und hatte geschrieen, wo ich sei. Als man ihm sagte, dass ich nicht da sein, rannte er durch alle Räume, um mich zu suchen und verschwand dann wieder nach draußen. Kurze Zeit später war ich dann angekommen. Während sie mir noch erzählten, stand der Mann plötzlich wieder draußen vor der Tür und wartete dort.

Wir beschlossen, die Polizei anzurufen und schilderten das Problem. Es wurde uns aber gesagt, dass sie nichts machen könne, bevor nichts passiert sei, höchstens könnten sie die Personalien des Mannes feststellen. Das war jedoch nicht nötig, da wir ihn schon kannten. Er hatte sie intensiv mit Phantasy-Spielen beschäftigt, in denen er sich in der Rolle eines “weißen Ritters” sah.

Da die Polizei nicht kam, begannen wir gemeinsam intensiv zu beten, dass Gott eingreifen sollte, als der Mann plötzlich auf der Straße zusammenbrach und eine Art epileptischen Anfall bekam. Wir holten ihn herein und beteten für ihn, wonach er sich völlig normalisierte und für sein Verhalten entschuldigte.

Rettung vor Bedrohung durch einen Gewaltverbrecher

Ich lebte mit meiner Familie einige Jahre in einer Wohngemeinschaft, in die wir Menschen in Not von der Straße aufnahmen. Darunter war auch ein Heroinsüchtiger, der wegen verschiedener Gewaltverbrechen mit schwerer Körperverletzung mehrere Jahre im Gefängnis gesessen hatte. Irgendwann fing er an, auszurasten und bedrohte uns und speziell mich und meine Familie mit Mord und Totschlag. Er wohnte zwar nicht mehr bei uns, aber immer wieder tauchte er überraschend draußen auf und terrorisierte uns, so dass wir beschlossen, dass meine Frau und Kinder für eine Weile zu Freunden zogen.

Da wir uns keine Hoffnung auf Hilfe durch die Polizei machten, fingen wir als Hausgemeinschaft an, für die Sache zu beten und zu fasten. Wenige Tage später erfuhren wir von Nachbarn, dass die Polizei den Mann auf frischer Tat beim Autodiebstahl ertappt hatte, woraufhin er in Sicherheitsverwahrung kam.

Wie Gott uns einen Rührmixer besorgte

In der Wohngemeinschaft hatten wir auch einen Rührmixer der Marke Kenwood, der für Gemeinschaftskuchen immer wieder zum Einsatz kam. Eines Tages ging er nicht mehr. Da wir eine Gemeinschaftskasse für solche Fälle hatten, hielt ich es für das Naheliegendste, einfach einen neuen Rührmixer zu kaufen. Einer der Mitbewohner kam jedoch auf die Idee, für ein neues Gerät zu beten, da wir ja alle unsere Anliegen vor Gott kundtun sollten. Ich fand diesen Gedanken etwas überzogen, schließlich hatten wir ja das nötige Geld, und es schien mir doch auf den ersten Blick ein bisschen abgehoben, für einen Rührmixer zu beten. Aber rein biblisch mussten wir unserem Freund Recht geben, und so beschlossen wir, erst einmal ein paar Tage zu warten und für den Mixer zu beten. Dann, wenn nichts geschah (was die meisten von uns wahrscheinlich für das wahrscheinlichste hielten), konnten wir den Mixer ja immer noch kaufen.

Und was geschah? Nach wenigen Tagen rief die Bekannte einer Mitbewohnerin an, die mehrere hundert Kilometer entfernt wohnte und von der ganzen Sache nichts wusste. Sie erzählte ihr, dass sie gerade ihren Dachboden aufgeräumt hatte und dabei auf einige ihrer Hochzeitsgeschenke gestoßen sei, die sie nicht gebraucht habe. Als sie unter diesen Gegenständen eine Rührmaschine entdeckte, habe sie spontan an unsere Wohngemeinschaft denken müssen und fragte nun an, ob wir die Maschine zufällig gebrauchen könnten. Die Marke des Gerätes: Kenwood!

Bewahrung in einer Katastrophe

Bevor ich erzählen kann, wie wir von Gott ein Wohnmobil bekamen, muss ich erst berichten, wie wir unser erstes Wohnmobil verloren: Wir waren auf dem Weg in den Urlaub nach Kroatien, als nachts um vier Uhr ein entgegenkommender LKW auf unsere Straßenseite herüberfuhr, entweder wegen Übermüdung oder wegen Alkohol. Ich konnte nichts mehr machen als bremsen und das Lenkrad festhalten, dann krachte es, die Lichter gingen aus, es wurde dunkel, dann rammten wir irgend etwas, kippten dann auf die rechte Seite und blieben vor einer unübersichtlichen Kurve mitten auf der Straße liegen. Der LKW hatte uns von der ganzen linken Seite ungefähr 30 Zentimeter abrasiert, so dass man wie in einen Querschnitt von außen hineinschauen konnte.

Das wusste ich in diesem Augenblick jedoch nicht, sondern wühlte mich nach hinten in das Wohnmobil, weil ich die Fahrertür nicht aufbekam. Dabei kletterte ich, ohne es zu merken, über meine Frau, die unter den Trümmern begraben lag - ganz unverletzt und mit dem Gefühl totaler Geborgenheit in Gott, wie sie später erzählte. Als ich nach oben blickte, sah ich den Sternenhimmel über mir und wie Metallfetzen gespenstisch aus der Verkleidung ragten. Als ich nach hinten blickte, sah ich im Gegenlicht der Fahrzeuge, die nun hinter uns anhielten, dass der Inhalt unserer Schränke, die Sachen, die wir auf dem Dach hatten sowie das Isolitermaterial der Verkleidung über fast hundert Meter auf der Straße verteilt lagen.

Schockartig durchfuhr mich der Gedanke, ob auch meine Kinder unter diesen Trümmern waren, denn zwei von ihnen hatten im Vorbau geschlafen. Angsterfüllt wandte ich mich dem aufgerissenen Vorbau zu und rief nach den beiden. Ich kann nicht beschreiben, was ich fühlte, als meine kleine Tochter mit ausgebreiteten Armen aus dem Dunkel auf mich zukam und mich umarmte! Auch mein Sohn David kroch aus den Trümmern, wenn auch nicht ganz unversehrt, denn er hatte sich beim Umfallen des Wohnmobils das Brustbein gebrochen und klagte über Rückenschmerzen. Aber ich war nur so dankbar, als auch Johannes und Isa unversehrt herauskamen, dass mir das Auto und der Urlaub total egal waren.

Später erzählte uns Michael, dass er ganz kurz vor dem Unfall aufgewacht war und sich mit dem Kopf auf die andere Seite des Wohnmobils gedreht hatte. Ansonsten wäre er wahrscheinlich geköpft worden, so aber hatte er nur eine angebrochene Rippe!

Ich befürchtete, dass als nächstes womöglich ein schneller Reisebus um die Kurve kommen könnte, der auch noch in uns hineinrast, und schickte meinen größten Sohn, Michael, er solle die Straße vorlaufen und eventuell ankommende Fahrzeuge warnen. Es kam jedoch kein Reisebus, sondern ein kroatisches Pärchen, das sehr gut Deutsch sprach - und von fünf Uhr früh bis mittags bei uns blieb und uns half. Bald kam die Polizei, aber es dauerte eine Weile, bis sie merkte, dass wir von einem LKW gerammt worden waren, denn der Fahrer war einfach weitergefahren und konnte nicht ermittelt werden.

Weil David über Rückenschmerzen klagte, entschlossen wir uns, mit ihm und unserer Tochter ins Krankenhaus zu fahren und ließen die beiden anderen Söhne mit dem kroatischen Pärchen bei der Unfallstelle zurück. Während wir weg waren, kam ein Abschleppwagen, stellte unser Wohnmobil wieder auf die Räder und schleppte es zu einer Werkstatt - Totalschaden. Als wir dort vorbeifuhren, mussten wir feststellen, dass das gesamte Urlaubsgeld, das wir aus Sicherheitsgründen in einer Ritze versteckt hatten, wahrscheinlich weil es beim Unfall herausgerissen wurde.

Glück im Unglück

Nachdem die Kinder aus dem Krankenhaus wieder heraus waren, fuhren wir noch einmal zu der Unfallstelle, die inzwischen wieder völlig aufgeräumt war. Wir parkten, und als ich ausstieg, lag als einziger Überrest des Unfalls noch ein Zettel auf dem Boden. Es war ein Lesezeichen aus einem Buch, und darauf stand eine Bibelstelle:

Seid um nichts besorgt, sondern lasst in allem eure Anliegen durch Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden, und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. Philipper 4:6-7

Man kann sich vorstellen, das diese Worte in unserer Situation eine große Ermutigung waren. Und während wir noch beim Auto standen, kam ein Polizeiauto angefahren und hielt neben uns. Die Polizisten hatten uns an ihnen vorbeifahren sehen und erkannt, dass wir die Familie von dem Unfall waren. So folgten sie uns und berichteten uns, dass sie unser Urlaubsgeld bei der Unfallstelle gefunden hatten: Beim Wiederaufstellen des Wohnmobils war es herausgefallen!

Ein weiteres Glück im Unglück war, dass dies das erste und einzige Mal war, dass wir vor einem Urlaub eine Rückholversicherung beim ÖAMTC (dem österreichischen ADAC) abgeschlossen hatten . Und tatsächlich übernahm diese unbürokratisch unsere gesamten Übernachtungs- und Arztkosten und brachte unsere ganze Familie samt Gepäck wieder zurück nach Hause!

Gott lässt uns ein Wohnmobil zukommen

Trotz aller Bewahrung in diesem Unglück blieb uns doch ein Schockgefühl in den Gliedern stecken, und so kam für lange Zeit nicht einmal mehr der Gedanke an ein neues Wohnmobil auf, abgesehen davon, dass wir das nötige Geld dafür nicht hatten. Das änderte sich erst, als ich einmal den Eindruck bekam, als würde Gott mich persönlich fragen, ob ich mir denn wieder ein Wohnmobil wünschen würde. Es dauerte tatsächlich mehrere Tage, bis ich die Frage beantworten konnte, so stark brachte ich das Wort “Wohnmobil” mit “Katastrophe” in Verbindung. So antwortete ich schließlich: “Das Geld für ein neues haben wir nicht, aber wenn du uns wieder eines schenkst, würde ich es mir schon wünschen!”

Die praktische Konsequenz war, dass wir am nächsten Wochenende nach München fuhren und uns alle möglichen Wohnmobile anschauten. Dabei stellten wir fest, dass ein normales Wohnmobil für unsere Familie mit vier Kindern und Hund zu klein war und wir eigentlich ein Gefährt mit Übergröße brauchten - noch unbezahlbarer als ein normales Wohnmobil!

Doch gleich am nächsten Morgen geschah etwas, das zur Erfüllung unserer Träume führte: Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich den Tank unseres Autos so leer gefahren, dass wir unbedingt die nächstmögliche Tankstelle anfahren mussten, um nicht Gefahr zu laufen, auf der Heimfahrt stehenzubleiben. Wir überlegten noch, zu welcher der beiden uns bekannten Tankstellen wir fahren wollten, entschieden uns dann spontan für die eine und fuhren los.

Als wir dort ankamen, fiel uns sogleich ein riesiges Wohnmobil ins Auge, das an einer Zapfsäule stand. Das wäre die richtige Größe für uns! Meine Frau meinte gleich, das könnten wir doch mal anschauen, aber ich wehrte ab: Wie sieht es aus, das Wohnmobil eines anderen zu begutachten, während er nur beim Tanken ist! In aller Ruhe tankten wir, aber das Wohnmobil stand immer noch dort. Da unternahm meine Frau einen zweiten Anlauf und sagte: “Komm, lass es uns doch mal anschauen!” Ich stimmte widerwillig zu, und so gingen wir in Richtung des Wohnmobils. In dem Moment kam ein Ehepaar hinter dem Wohnmobil hervor und ging in unsere Richtung. Sie begrüßten uns nicht, sondern statt dessen sagte der Mann als ersten Satz zu uns: “Na, wollt ihr es haben?”

Wir kapierten erst einmal gar nichts, bis er uns erklärte, dass ihn schon seit Jahren immer wieder Leute fragen, ob er das Wohnmobil nicht hergeben wolle, dass er aber selber damit in aller Welt unterwegs sei. Doch jetzt sei er an dem Punkt, wo er es hergeben wolle! Er hatte gerade vollgetankt, um noch ein letztes Mal damit in Urlaub nach Spanien zu fahren, danach könnten wir es haben. Und sogleich fing er an zu betonen, wie gut es noch in Schuss sei. So machten wir uns darauf gefasst - während wir schon im total gemütlichen Innenraum waren und unsere Kinder begeistert herumkletterten - dass er versuchte, noch einen unerschwinglichen Geldbetrag von uns zu fordern. So fragte ich nur zögernd nach seinen Preisvorstellungen und konnte wieder nur staunen, als er antwortete: “Tausend Mark!” Na ja, schließlich bekamen wir das Fahrzeug dann inklusive einer Reparatur und TÜV für nur 1.400,- DM, fuhren damit nach Kroatien in Urlaub und hatten noch mehrere Jahre die größte Gaudi mit diesem Gefährt.

Geld und Gebet

Einmal waren wir mit einem befreundeten Ehepaar zusammen im Gebet, da hatte die Frau völlig zusammenhanglos den Eindruck, dass Gott Geld für uns bereit habe, der Feind es aber zurückhalte. Wir sollten dafür beten, dass es freigegeben werde. Ich war da eher skeptisch, nach dem Motto: “Das kann jeder sagen!” Aber weil ich schon erlebt hatte, dass die manchmal verrückt erscheinenden Eindrücke dieser Frau von Gott waren, und weil es ja nicht schaden kann, in diesem Sinne zu beten, so taten wir es auch. Es verging eine geraume Zeit, und wir hatten die Sache fast schon vergessen, da erfuhren wir auf einmal, dass eine entfernte Verwandte aus Ostdeutschland vor längerer Zeit gestorben war, die von der DDR enteignet worden war. Die Aussichten, eine Entschädidung dafür zu bekommen, sahen sehr gering aus, aber eine meiner Tanten machte sich auf, kämpfte mit einem Anwalt eine ganze Zeit hartnäckig in dieser Sache, und tatsächlich bekamen wir am Ende eine beträchtliche Summe Geld, die uns über mehrere Jahre hinweg half, als Familie zurecht zu kommen.

Heilung von Krebs

Im Alter von ungefähr 31 Jahren bekam ich Hodenkrebs. Ich spürte schon eine Veränderung, dachte mir aber nichts dabei, sondern wollte erst einmal abwarten, ob es wieder von selber weggeht. Doch dann in einem Gottesdienst bekam ich solche Schmerzen, dass ich beschloss, schnellstens zum Arzt zu gehen. Gleich am Morgen des nächsten Tages war ich bei Urologen, am Nachmittag war ich mit Verdacht auf Krebs im Krankenhaus und am nächsten Morgen war ich schon operiert. Es ist eigentlich total untypisch für diesen Krebs, dass ich diese Schmerzen hatte. Und auch sonst hatte ich “Glück”, denn im OP-Befund las ich, dass die Ärzte “erstaunlicherweise” keine Metastasen fanden. Es ist mir bewusst, dass diese Krebsart von Natur aus gute Heilungschancen hat. Umso betroffener war ich, als ich erfuhr, dass ein Mann, der gleichzeitig mit mir operiert wurde und mein Bettnachbar war, ein Jahr danach gestorben war. Während ich eher mit dem Schlimmsten rechnete, hatte er eine total positive Haltung eingenommen und eher bessere Heilungsfortschritte gemacht als ich. Doch irgendwann waren Metastasen aufgetaucht, und bei der folgenden Chemotherapie war er verstorben. So finde ich, dass Gott mich, mit Hilfe der Ärzte, vor dem Tod gerettet hat.

Und ich finde es wichtig, dass wir nach solchen Erlebnissen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen und alles dem Zufall oder dem Glück zuschreiben, sondern Gott “Danke!” sagen:

Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten! Der alle deine Sünden vergibt, alle deine Krankheiten heilt. Der dein Leben erlöst aus der Grube, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen. Psalm 103:2-4

Wenn wir Gott nicht in den kleinen Wundern erkennen, dann zeigt das letztlich nur, dass wir blind sind. Und ein Blinder sieht gar nichts, weder einen Schmetterling noch einen Vulkanausbruch. So ähnlich verstehe ich die Worte von Jesus:

Wenn sie auf Mose und die Propheten (das Alltägliche, Gewohnte, Altbekannte) nicht hören, so werden sie auch nicht überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht! Lukas 16:31

Bestimmt erleben ganz viele Menschen ähnliche Wunder Gottes in ihrem Leben, wie ich. Aber sie erkennen sie nicht als solche und verdrängen sie dann schnell wieder, wie jemand, der an einem Verkehrsschild vorbeifährt, ohne es zu lesen und sich dann wundert, warum er sich verfahren hat. Doch in Wahrheit sind dies alles kleine Gottes-Beweise, durch die er uns seine Existenz und Liebe bezeugt, obwohl wir vielleicht gar keine Notiz von ihm nehmen und unsere eigenen Wege gehen:

Er ließ in den vergangenen Geschlechtern alle Nationen in ihren eigenen Wegen gehen, obwohl er sich doch nicht unbezeugt gelassen hat, indem er Gutes tat und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gab und eure Herzen mit Speise und Fröhlichkeit erfüllte. Apostelgeschichte 14:16-17


4. Zwingende Gottesbeweise



Die wohl stärkste Form eines Beweises, die wir Menschen kennen, ist die vor Gericht. Einen naturwissenschaftlichen Beweis für irgendein Naturgesetz können wir vielleicht ignorieren, ohne dass dies irgendwelche unmittelbaren Folgen für unser Leben hat. Jedenfalls werden wir von keiner Instanz bestraft, wenn wir uns nicht überzeugen lassen. Ganz anders ist dies vor Gericht: Hier folgt auf die Beweisaufnahme ein Urteilsspruch, dem wir uns beugen müssen, ob wir wollen oder nicht.

Die erste Gerichtsverhandlung für einen Atheisten

Genesis 3 berichtet davon, wie der erste Auserwählte, mit dem Gott einen Bund schloss, Adam, das Gebot Gottes bewusst übertrat. Schon bald plagte ihn ein schlechtes Gewissen und er versteckte sich vor Gott - er wollte sozusagen “nichts wissen von der Existenz Gottes” und war in diesem Sinne zum Atheisten, zum Gott-losen geworden.

Doch Gott stöberte ihn auf, in seinem Versteck im Garten und hinter seinen Feigenblättern, den umgebundenen und den geistigen. Was dann folgt, ist eine Art Gerichtsverhandlung: Es werden Indizien angeführt, Zeugen aufgerufen, Schuld aufgedeckt, und am Schluss werden Urteile gesprochen. Zum Glück geht es Gott beim Menschen nicht um Ver-Urteilung, sondern darum, das wieder zu “richten”, was schief gegangen ist. So enthält der Richterspruch Gottes die Verheißung, dass der wahre Urheber von Sünde und Leid, Satan, eines Tages entmachtet werden wird. Dennoch, auch Adam muss sich den Konsequenzen stellen, und der erste Auserwählte wird zwangsweise aus “seinem” Paradies vertrieben, das ihm bis dahin Schutz und Versorgung gewährte. Nun muss er sich verschärften Bedingungen stellen.

Wie Adam werden auch wir schon zu Lebzeiten mit Urteilen Gottes konfrontiert - nur merken wir es oftmals gar nicht! Doch im Himmel werden die Weichen gestellt, je nachdem, wie wir auf Gottes Reden reagieren. Wenn wir hartnäckig in die Irre gehen und uns verhärten, werden auch wir, wie Adam, aus unseren “Paradiesen” vertrieben, ohne etwas dagegen unternehmen zu können: Womöglich zerbricht unsere Ehe, zerfällt unsere Familie, leidet unsere Gesundheit, verlieren wir unsere Arbeit oder erleiden andere Schäden.

Wer nicht hören will, muss fühlen

Betrachten wir zu das Handeln Gottes mit Israel, so fallen uns Parallelen zu Adam auf: Auch Israel bricht den Bund mit Gott, lässt sich auf den Götzendienst der anderen Völker ein und muss ebenso die Konsequenzen hinnehmen, ob es will oder nicht: Die Propheten, die Botschafter Gottes überführen die Regierenden und das Volk ihrer Sünde, und dann wird das Urteil vollzogen. Israel wird aus seinem “Paradies”, dem versprochenen Land, vertrieben und muss sich in der Völkerwelt durchschlagen. Doch auch dies ist nicht als reine Strafe gedacht, sondern als Vorbereitung, eines Tages wieder in das Land zurückzukehren und die göttliche Berufung dann anzunehmen und zu erfüllen: Ein Segen für alle Völker der Erde zu werden.

Und dies gilt sinngemäß für jedes Volk: Wenn wir Gottes Gebote per Gesetz aufheben, werden auch in unserem Land die “paradiesischen Zustände”, Frieden und Wohlstand, bald ein Ende haben. Wenn wir nicht auf Gottes Reden hören, bleibt ihm keine andere Möglichkeit, als durch Fakten zu uns zu reden. “Wer nicht hören will, muss fühlen!” - um vor noch schlimmeren Konsequenzen bewahrt zu werden: Dem endgültigen Verlust der Gemeinschaft mit Gott.


Der ultimative Gottesbeweis für jeden



Es ist den Menschen bestimmt (oder: aufbewahrt), ein einziges Mal (im Griechischen steht hier das Zahlwort) zu sterben, danach aber das Gericht (krísis)! Hebräer 9:27

Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder empfange, was er durch den Leib vollbracht, dementsprechend, was er getan hat, es sei Gutes oder Böses. 2.Korinther 5:10

Irgendwann wird jeder von uns Rechenschaft ablegen müssen, was er aus seinem Leben gemacht hat, und unsere Worte und Taten werden als Beweise in dieser allesentscheidenden Gerichts-Verhandlung dienen. Spätestens nach dem Tod werden wir uns also dem Beweis der Existenz Gottes stellen müssen:

Denn es steht geschrieben (Jesaja 45:23): So wahr ich lebe, spricht der Herr: Mir soll sich jedes Knie beugen, und jede Zunge soll Gott bekennen! Römer 14:12

Dies ist der letzte und absolut zwingende Gottesbeweis, wenn man das so sagen kann. Niemand wird mehr widersprechen oder leugnen können, sondern jedes Geschöpf wird die Existenz UND HERRSCHAFT Gottes in Worten und Taten anerkennen müssen - ob es das will, oder nicht! Die Gute Nachricht dabei ist: Es liegt ganz an uns, welche Art von Gottesbeweis wir erhalten werden: Die Gnaden-”Erweise” Gottes, wenn wir ihn suchen und ihn in unserem Leben wirken lassen, oder die “zwingenden” Beweise, wenn wir Gott leugnen oder gar gegen ihn kämpfen. Gottes Gericht ergeht über alle seine Geschöpfe, denn es gehört zu seinem Wesen, ein Richter zu sein, der die gerechten Ordnungen herstellt - im Interesse aller! Dieses Gericht können wir in Gnade erfahren, wenn wir es täglich zulassen und annehmen, indem wir an unseren Fehlern arbeiten (lassen).



5. Gründe, nicht an Gott zu glauben



Warum glauben nicht alle Menschen an Gott?

Sicher, Milliarden von Menschen glauben an die Existenz Gottes, sehr wahrscheinlich sogar die Mehrheit der Weltbevölkerung. Aber es bleibt dennoch die Frage: “Wenn es wirklich eindeutige Beweise für die Existenz Gottes gibt, warum glauben dann nicht ausnahmslos alle Menschen an ihn?” Nun, die Antwort ist eigentlich sehr einfach: Menschen lassen sich von Beweisen meist nur dann überzeugen, wenn sie in ihr bereits vorhandenes Weltbild passen!

Es ist geradezu typisch für uns Menschen, dass wir Beweisen oftmals keinen Glauben schenken, so eindeutig sie auch sein mögen. Hat nicht zum Beispiel die Tabakindustrie jahrzehntelang die Beweise bekämpft, die Rauchen eindeutig als Hauptursache für Lungenkrebs erwiesen haben? Und wehren sich nicht bis heute viele Raucher (ebenso wie viele Alkoholiker, Drogensüchtige, Spielsüchtige, Workoholics usw.) gegen alle Vernunftgründe, weil die Sucht sie daran hindert, die Wahrheit anzuerkennen? Andere halten an längst überholten politischen Überzeugungen fest, nur weil sie ihnen Wohlstand und Sicherheit verschaffen oder zumindest versprechen.

Vom Hinweis zum Beweis

Es gibt viele Abstufungen in der Stärke von Beweisen, angefangen von ersten Hinweisen, Indizien, bis hin zum offenkundigen Augenschein, dem zwingenden Beweis. Man denke an die Erkenntnis, dass die Erde eine Kugel ist. Dieser Prozess hat sich über Jahrtausende hingezogen: Schon in der Antike gab es gute Argumente, ja, eigentlich Beweise für die Kugelgestalt der Erde. Heute haben wir natürlich beeindruckende Fotos aus dem Weltall, die dieser Diskussion ein Ende setzen - allerdings nur bei den meisten! Denn erstens haben noch nicht alle Menschen auf der Erde diese Photos gesehen, und zweitens gibt es sogar heute noch solche, die diese Fotos als Fälschungen bezeichnen.

Wenn wir unter einem Beweis also etwas verstehen, das allen Menschen weltweit gar keine andere Möglichkeit mehr lässt, als überzeugt zu werden, dann müssen wir uns eingestehen, dass es derzeit keine Beweise für irgendeine Tatsache gibt, die das leisten würden. Zum Beispiel gibt es bis zum heutigen Tage Menschen, die der Überzeugung sind, Rauchen sei nicht schädlich, und andere, die steif und fest behaupten, die Erde sei flach oder die ganze Welt existiere nur in unserer Einbildung!

Wir sind alle Brillenträger!

Sehr oft hängt es deshalb überhaupt nicht von der Stärke eines Beweises ab, ob wir uns auch tatsächlich von ihm überzeugen lassen, sondern vielmehr von ganz anderen Faktoren, wie zum Beispiel: Passt der Beweis in unser eigenes Weltbild? Welche Konsequenzen hätte es für uns, wenn wir ihn anerkennen würden? Ist uns die Person, die den Beweis führt, sympathisch, wird sie als “Experte” angesehen, welcher Nationalität gehört sie an? usw. Es scheint Tatsache zu sein, dass letztlich jeder Mensch irgend einen Glauben, eine feste Weltanschauung hat, von der er sich nicht so leicht abbringen lässt - auch nicht durch Beweise. Selbst Naturwissenschaftler sind gegen diese Art von Festlegung nicht gefeit:

Man kann ruhig behaupten, dass die Ablehnung einer neuen Theorie durch einen Wissenschaftler fast ausnahmslos eher ideologische Gründe hat und nicht so sehr durch logische Argumente oder Einwände gegen das die Theorie stützende Beweismaterial gegründet ist. Ernst Mayr “Die Entwicklung der biologischen Gedankenwelt”, Seite 667

Und sie bewegt sich doch!

Betrachten wir ein kleines Beispiel aus der Geschichte, wie immer offensichtlichere Beweise auf standhaften Unglauben gestoßen sind. Im Jahre 1908 legte der amerikanische Amateurgeologe Frank Taylor die Theorie vor, dass die Kontinente in Bewegung seien:

Wie andere war er verblüfft über die ähnliche Form der gegenüberliegenden Küsten Afrikas und Südamerikas, und aus dieser Beobachtung leitete er die Vorstellung ab, dass die Kontintente hin und her gewandert waren. Er äußerte - wie sich herausstellen sollte, viel zu früh - die Vermutung, durch das Zusammenpressen der Kontinente könnten die Gebirge der Erde in die Höhe gestiegen sein. Allerdings konnte er kaum handfeste Belege beibringen, und die Theorie galt als so abwegig, dass man ihr keine ernsthafte Beachtung schenkte. Bill Bryson “Eine kurze Geschichte von fast allem”, Seite 225-227

Dass er von den anderen Wissenschaftlern dermaßen abgelehnt wurde, lag aber letztlich nicht an einem Mangel an Beweisen, sondern an deren Voreingenommenheit und Standesdünkeln:

Nur in Deutschland wurde Taylors Idee aufgegriffen und von einem Theoretiker namens Alfred Wegener mehr oder weniger vereinnahmt ... Aber leider war Alfred Wegener nicht der Mann, den die Geologen sie sich gewünscht hätten. Zunächst einmal stellen seine radikalen Gedanken die Grundlagen ihres ganzen Fachgebietes in Frage, und das ist selten der richtige Weg, wenn man bei einem Publikum freundlich aufgenommen werden möchte. Eine solche Herausforderung wäre selbst dann schmerzlich genug gewesen, wenn sie von einem Geologen gekommen wäre, aber Wegener verfügte nicht über eine Ausbildung in Geologie. Um Himmels willen, er war Meteorologe. Ein Wetterfrosch - und dann auch noch aus Deutschland. Das waren unverzeihliche Mängel.

Doch ein Teil der Wissenschaftler blieb nicht bei Zweifeln und Vorteilen stehen, sondern bekämpfte die Idee der Kontinentalverschiebung aktiv und mit unlauteren Mitteln und schaffte es so, die Wahrheit für ein halbes Jahrhundert nieder zu halten:

Also unternahmen die Geologen alle nur denkbaren Anstrengungen, um seine Belege unglaubwürdig zu machen und seine Gedanken zu schmähen. Um das Problem der Fossilverteilung zu umgehen, postulierten sie immer da, wo es ihnen notwendig erschien, frühere “Landbrücken” ... Diese Verbindungswege sollten nicht nur nach Belieben überall da aufgetaucht sein, wo eine Art der Lebewesen von einer Landmasse zur anderen wandern musste, sondern sie waren angeblich auch stets wieder verschwunden, ohne die geringsten Spuren zu hinterlassen. Natürlich wurde nichts davon auch nur durch den Hauch tatsächlicher Befunde gestützt - das ist bei derart falschen Vorstellungen nicht möglich -, und doch sollte es während der nächsten 50 Jahre zur Lehrmeinung der Geologie werden ...

Wir begegnen hier demselben Phänomen wie oft auch auf religiösem Gebiet, dass nämlich Traditionen und Autoritäten mehr Gewicht haben als Fakten und Beweise. Obwohl bereits längst genügend Argumente bekannt waren und noch weitere hinzu kamen, wurden diese von den sogenannten Fachleuten hartnäckig ignoriert:

(Später) machten zwei Wissenschaftler unabhängig voneinander einige verblüffende Beobachtungen... Wie sie entdeckten, kann man eine Landkarte mit der Verteilung der Magnetfelder in Europa neben eine entsprechende Karte Amerikas aus der gleichen Zeit legen, und dann passen beide zusammen wie die Hälften eines zerrissenen Briefes. Es war geradezu gespenstisch. Auch diese Befunde wurden nicht zur Kenntnis genommen ...

So dauerte es Jahrzehnte, bis die Beweislast geradezu erdrückend wurde und die “Gemeinde” der Wissenschaftler sich schlussendlich doch noch “bekehrte”:

In London kamen 1965 unter der Schirmherrschaft der Royal Society zahlreiche wichtige Vertreter des Fachgebietes zusammen, und plötzlich, so schien es, waren alle bekehrt. Die Versammlung erklärte übereinstimmend, die Erde sei ein Mosaik untereinander verbundener Teile, deren gewaltige Zusammenstöße zu einem großen Teil für das Verhalten der Oberfläche unseres Planeten verantwortlich sind. ...

Happy End und alle durch die Beweise überzeugt? Nicht ganz:

Aber alte Vorstellungen halten sich hartnäckig, und nicht alle machten sich eilig die spannende neue Theorie zu Eigen. Bis weit in die siebziger Jahre hinein behauptete der altehrwürdige Harold Jeffreys in seinem weit verbreiteten, einflussreichen geeologischen Lehrbuch “The Earth”, die Plattentektonik sei physikalisch unmöglich - das Gleiche hatte schon 1924 in der ersten Auflage des Werkes gestanden. ...
Und in seinem
1980 erschienen Buch “Basin and Range” bemerkte John McPhee, noch immer glaube jeder achte amerikanische Geologe nicht an die Plattentektonik. Bill Bryson “Eine kurze Geschichte von fast allem” Seite 225-227

Diese Begebenheit ist bei weitem keine Ausnahme in der Geschichte der Naturwissenschaften, sondern steht nur für viele weitere Fälle, in denen neue Erkenntnisse es extrem schwer hatten, sich gegen die “herrschende Meinung” durchzusetzen. Wir sehen also, dass Beweise es auf allen Gebieten des Lebens schwer haben können, wenn sie auf Vorurteile treffen. Und sie treffen sehr oft auf Vorurteile, und nicht selten ganz besonders bei sogenannten Experten, weil diese manchmal das Gefühl haben, sie hätten die Wahrheit für sich gepachtet.

Wie kann man einem Blinden die Sonne beweisen?

Die Weigerung mancher Naturwissenschaftler, die Kontinentaldrift anzuerkennen, kann man am Schluss fast nur noch als Blindheit bezeichnen. Sie waren aufgrund der Prägung durch ihre Erziehung und durch ihre persönlichen Vorurteile regelrecht blind für die Tatsachen geworden. Sie konnten nicht mehr sehen und einsehen, was für einen objektiven Betrachter offensichtlich war.

Ähnlich ging es ja Galilei, der als durchaus gottgläubiger Wissenschaftler verzweifelt versuchte, seinen frommen Kollegen mit vielen scharfsinnigen und eindeutigen Argumenten zu beweisen, dass die Erde sich um die Sonne dreht und nicht umgekehrt. Doch deren Blindheit ging so weit, dass sie sich weigerten, durch ein Fernrohr zu blicken und sich selber einen Eindruck zu verschaffen.

Ganz ähnlich verhält es sich nun mit den Beweisen für Gottes Existenz: Sie ist eigentlich so selbstverständlich und offenbar wie die Sonne am Himmel. Doch viele Menschen sind durch ihre atheistische Erziehung oder persönliche Vorurteile so vorgeprägt, dass sie fast schon unfähig geworden sind, sich von Tatsachen überzeugen zu lassen.

Wie will man einem Menschen die Existenz der Sonne beweisen, wenn er sich weigert, seinen Standpunkt einmal versuchsweise aufzugeben, sein Haus zu verlassen oder aus dem Fenster zu sehen? Man kann ihn auf das Tageslicht verweisen, ohne das kein Leben auf der Erde existieren könnte. Doch wenn er sich stur stellt, sucht er alternative Erklärungen, die seinen Erfahrungen entsprechen, zum Beispiel, das Licht stamme von den Elektrizitätswerken, denn alles andere Licht in seiner Wohnung, das er kenne, habe auch diesen Ursprung und so weiter.

Schwieriger noch, was macht man mit einem Blinden, der prinzipiell unfähig ist, das Licht der Sonne zu erkennen!? Hier gibt es nur eine einzige Möglichkeit: Der Blinde muss sehend gemacht werden. Genau dieses Bild gebraucht auch die Bibel, und zwar nicht für besonders hartnäckige Atheisten, sondern für JEDEN Menschen! Das war der zeichenhafte Sinn der Heilungswunder Jesu, wenn er Blinde sehend machte: Ohne Gottes Hilfe können wir die offensichtlichsten Tatsachen nicht sehen! Das Problem liegt nicht in der Sonne, sondern in uns!

Wichtig ist jedoch auch hier, dass der Betreffende darin einwilligt. Die Bibel berichtet, dass Jesus Blinde, die er heilte, vorher fragte, ob sie das auch wollten, Markus 10:51. Gott gibt nicht nur Lebenszeichen von sich, er ist auch der einzige, der uns auch fähig macht, diese Beweise seiner Existenz wahrzunehmen - er hat uns Augen und Ohren gegeben, und zwar sowohl körperliche als auch geistige. Es liegt an uns, sie aufzumachen und zu gebrauchen. Denn wer seine Augen zulässt, ist letztlich genauso blind wie einer, der keine hat!


Meine Vorurteile gegen den Glauben



Angst vor dem Kloster und der Mönchskutte

Wie wir sahen, werden Beweise vor allem dann nicht geglaubt, wenn sie unangenehme Folgen für einen haben könnten. Und allerdings wird der Glaube an Gott in den Köpfen vieler Menschen mit Dingen verknüpft, die höchst unangenehm sind. Ich persönlich sah, wenn ich das Wort “Glaube an Gott” hörte, einen Mönch im Kloster vor mir, dessen Leben vor allem so beschrieben werden kann: Eingesperrt, kein Bier, kein Sex! Obwohl ich Bier bis heute nicht sonderlich mag, hat das genügt, mich eine ganze Weile davon abzuhalten, mich ernsthaft mit dem Glauben an Gott zu befassen, weil ich das Gefühl hatte, dabei nichts gewinnen zu können, aber womöglich alles zu verlieren.

Gott trinkt gerne guten Wein!

Inzwischen weiß ich, dass Gott den Wein durchaus dafür vorgesehen hat, “des Menschen Herz zu erfreuen”, Psalm 104:14. Eines der ersten Wunder Jesu bestand darin, für eine bereits gut begossene Hochzeitsgesellschaft zusätzlich eine große Menge Wasser in Wein zu verwandeln, und zwar in erstklassigen, Johannes 2:10. Und wir können davon ausgehen, dass er als geladener Gast auch selber welchen getrunken hat - nicht nur beim letzten Abendmahl! Und er wird es in Zukunft wieder tun, Matthäus 26:29!

Gott höchstpersönlich ist der Erfinder des Sex!

Gleich ganz vorne in der Bibel steht: “Männlich und weiblich schuf er sie”, Genesis 1:27, und zwar nicht nur zu Zwecken der Fortpflanzung, sondern durchaus auch zum Lustgewinn. Nicht im Playboy, sondern schon tausende Jahre früher steht in der Bibel:

Erfreue dich an der Frau deiner Jugend! Ihre Brüste sollen dich berauschen jederzeit, in ihrer Liebe sollst du taumeln immerdar! Sprüche 5:18-19

Das ist doch durchaus sexbejahend, oder nicht? (Wohlgemerkt, hier steht: “an deiner Frau”, nicht an irgendeiner Frau!) Aber bevor ich Gott kennenlernte, sah ich den Glauben an ihn als etwas Lebensfremdes und Lebensfeindliches an. Dazu kamen noch weitere abstoßende Dinge, die ich unterbewusst mit dem Glauben an Gott in Zusammenhang brachte, obwohl sie mit Gott nur soviel zu tun haben, wie Falschgeld mit echten Banknoten: Die Kreuzzüge, der Ablasshandel und die Heuchelei vieler Kirchenführer. Dabei hätte ein flüchtiger Blick in die Bibel genügt, um festzustellen, dass es gerade diese Dinge sind, die auch Gott ganz besonders aufregen!

Die Kreuzzüge

Wie kann man zum Beispiel im Zeichen des Kreuzes Krieg gegen Andersgläubige führen, wo das Kreuz doch für das geduldige Ertragen von Leid und Unrecht steht? Jesus und seine Apostel führten nie einen Krieg, sondern starben letztlich alle den Märtyrertod. Und das einzige Mal, wo ein Apostel das Schwert benützte, sagte Jesus zu ihm, er solle es wieder einstecken, “denn alle, die das Schwert nehmen, werden durchs Schwert umkommen”, Matthäus 26:52. Dass man diesen Jesus und dieses Neue Testament missbrauchen konnte, um Menschen zum Morden anzustiften, zeigt nur, wie verdorben eine Führungsschicht und wie blind das Volk sein kann. Man kann sogar mit einer Stricknadel einen Menschen ermorden, aber wer käme auf die Idee, deswegen eine strickende Großmutter als potentiellen Mörder einzustufen?


Angebliche Widersprüche in der Bibel



Als Ungläubiger kannte ich, soweit ich mich erinnern kann, nicht einen einzigen Widerspruch in der Bibel aus eigener Anschauung. Ich verließ mich da ganz auf mein Umfeld, das mir unterschwellig als unfehlbare Wahrheit weitergegeben hatte, dass die Bibel “ja auch nur von Menschen geschrieben wurde” und deshalb zwangsläufig “voller Fehler und Widersprüche” sei. Und aus meiner Erfahrung im Umgang mit Atheisten würde ich sagen, dass die meisten von ihnen wahrscheinlich nicht mehr als fünf angebliche Widersprüche in der Bibel nennen könnten. (An der Universität gibt es Leute, die bringen es auf fünfzehn, dazu gehört dann zum Beispiel der Hase, der angeblich ein Widerkäuer ist, und dann wieder doch nicht), und das war es dann im allgemeinen auch schon. Zu diesen Klassikern gehört meist der folgende Spitzenreiter:

In der Bibel steht, Adam und Eva seien die ersten Menschen gewesen. Wir wissen aber, dass es schon vorher Menschen auf der Erde gab!”

Nun, die Bibel weiß dies schon viel länger! Denn bereits im ersten Kapitel schreibt sie, dass die Menschheit sich durch Fruchtbarkeit so vermehrte, dass sie die ganze Erde besiedelte, Genesis 1:27-31. Danach dann, im zweiten Kapitel geht es chronologisch weiter mit Adam, dem ersten Auserwählten, mit dem Gott einen Bund einging. Also gab es zur Zeit Adams durchaus schon Menschen auf der Erde und es stellt überhaupt kein Problem dar, dass Kain, Adam’s Sohn, das Gebiet um Eden verließ, in ein anderes Land (!) ging und dort heiratete, Genesis 4:16! Womit wir schon den zweiten, klassischen, angeblichen Widerspruch in der Bibel geklärt hätten: Er ist, im Gegenteil, ein Beleg dafür, dass die Bibel von anderen Menschen außerhalb des Gartens Eden weiß!

Zugegeben, tatsächlich nennt die Bibel Adam “den ersten Menschen”, doch im selben Atemzug nennt sie als zweiten Menschen nicht etwa Eva, sondern Jesus, 1.Korinther 15:45-47! Dass Adam der “erste Mensch” war, ist also nicht biologisch gemeint, sondern geistlich: Der erste Mensch in echter, vollkommener Geistesgemeinschaft mit Gott war Adam, der zweite Jesus!

Ich möchte an dieser Stelle nicht ausführlicher auf dieses Thema eingehen, man könnte wiederum mehrere Bücher darüber schreiben, und das habe ich auch getan. So habe ich selber das Thema “Glaube und Naturwissenschaft” in dem Buch

Die Geschichte des Lebens”
Die Entwicklung der Schöpfung
vom Urknall bis zum Menschen

gründlich behandelt. Außerdem könnte ich zum Beispiel das Buch “Die Bibel im Test” von Josh Mc.Dowell empfehlen. An dieser Stelle möchte ich nur zusammenfassend feststellen:

  1. Die meisten, die auf Widersprüche in der Bibel anspielen, kennen kaum einmal fünf Beispiele dafür, und das ist nicht viel für ein Buch mit mehr als tausend Seiten!

  2. Und in jahrelanger, gründlicher Beschäftigung mit vielen dieser angeblichen Fehler habe ich festgestellt, dass die meisten von ihnen auf oberflächlicher oder voreingenommener Betrachtungsweise beruhen.


Ein gewaltiges Glaubenshindernis: Die Kirche



Und vor niemandem hat Jesus uns so stark gewarnt wie vor den heuchlerischen religiösen Führern, die “in langen Gewändern einhergehen”, “die ersten Sitze in den Gotteshäusern und die ersten Plätze bei den Gastmählern lieben, und die die Häuser der Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete halten”, Markus 12:38-40. Warum hat Jesus vor diesen Menschen so gewarnt? Weil sie das Potential haben, andere, die eigentlich offen für Gott wären, durch ihr abschreckendes Beispiel vom Glauben abzuhalten.

Wie oft habe ich schon bei Gesprächen das Argument gehört, da seien irgendwelche abstoßenden Christen oder Pfarrer, und ihretwegen glaubt dann derjenige nicht an Gott. Genau das hat Jesus gemeint: Lass es eben nicht zu, dass solche Menschen dich von Gott abhalten, denn das ist es gerade, was sie letztlich bezwecken! Indem du das (Jesus-) Kind mitsamt dem (Schlamm-) Bade der Heuchler ausschüttest, begehst du genau den Fehler, vor dem Jesus dich warnt. Die Gläubigen auf der Erde sind im besten Fall das Bodenpersonal Gottes, aber ihretwegen nicht an Gott zu glauben, ist so, als würdest du die Nahrungsaufnahme komplett verweigern, nur weil dir das Kantinenessen nicht schmeckt.

Bloß weil im Gasthaus am Ort ein schlechter Koch angestellt ist, musst du dich doch nicht gleich in deine Küche einschließen und jegliche Nahrungsaufnahme verweigern! Nimm dein eigenes Kochbuch (die Bibel), koche dir deine eigenen Mahlzeiten, wie das normal ist, lebe dein Leben mit Gott und triff dich mit denen am Ort, die auch deftige Hausmannskost lieben und grille mit ihnen gemütlich im Garten. Das ist doch viel vernünftiger und auch schöner als Hungerstreik bis zum Tod!

Im Grunde ist diese Reaktionsweise außerdem eine Form des Rassismus: Man überträgt die schlechten Eigenschaften einiger Vertreter einer Gruppe (die meist nicht einmal repräsentativ sind) auf die ganze Gruppe und verdammt sie so in Bausch und Bogen. Das ist nicht nur ungerecht, letztlich schneidet man sich damit ins eigene Fleisch. Denn wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus: Ein Baum macht noch kein Echo, aber wer ganze Bevölkerungsgruppen verteufelt, wird letztlich Feindschaft ernten. Wenn man schon von schlechten Eigenschaften redet, wird man zugeben müssen, dass sie in allen Bevölkerungsschichten vorkommen.

Jesus begegnet einmal so einem Fall von Voreingenommenheit, als Philippus dem Nathanael berichtet, er habe den angekündigten Messias gefunden, nämlich einen gewissen Jesus aus dem Dorf Nazarath, antwortet Nathanael ganz skeptisch: “Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen?” Aber immerhin war Nathanael offen, sich selber zu überzeugen, als Philippus ihn herausfordert: “Komm und sieh!” So geht er tatsächlich mit, und als er Jesus begegnet geschieht etwas Merkwürdiges: Jesus dreht den Spieß um:

Jesus sah den Nathanael zu sich kommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem kein Trug ist! Johannes 1:47

Nicht nur die Nazarener waren schlechte Menschen, sondern alle Israeliten, und es waren immer Ausnahmen, wenn einer von ihnen einmal “echt” war! Natürlich fragt Nathanael sich gleich, woher Jesus denn wissen könne, dass er “in Ordnung sei”, aber Jesus nimmt ihm gleich den Wind aus den Segeln, indem er auf eine Situation anspielt, die er nur in seiner Eigenschaft als Gottes Sohn wissen konnte:

Ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich. Nathanael antwortete und sprach: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels. Johannes 1:48-49

Nur Gott kennt die Menschen wirklich und weiß, was in ihren Herzen ist. Andere Menschen können wir enttäuschen, ihn nicht.

Wir dürfen selbst bei den besten Gläubigen nie vergessen: Da wo Menschen sind, da menschelt es. Kein Christ ist fehlerlos. Menschen können uns immer enttäuschen, Gott allein enttäuscht uns nie! Selbst Petrus, der so voller Eifer für Gott war, hat Jesus innerhalb weniger Stunden drei Mal verleugnet. Hinterher war er so enttäuscht von sich selbst, dass er fast nicht mehr darüber hinweggekommen wäre. Aber Jesus war nicht überrascht oder enttäuscht, er hat es ihm längst vorher gesagt - und ihn hinterher wieder aufgesammelt, Markus 16:7, und wieder auf die Füße gestellt, Matthäus 26:34,75; Johannes 21:15.

Pauschalurteile sind gefährliche Vorurteile!

Es ist wichtig, dass wir zwischen dem System und den einzelnen Menschen unterscheiden. Auch in den düstersten Gesellschaften finden sich immer wieder Menschen, die wie ein Lichtblick sind: Die Prostituierte Rahab in der verkommenen Stadt Jericho nahm die Kundschafter der Israeliten auf und wurde eine der Vorfahren von Jesus. Naeman, ein mächtiger Syrer, die Feinde Israels waren, machte eine lange Reise, um dem Gott Israels zu begegnen. Obwohl die Führungsschicht Israels Jesus insgesamt radikal ablehnte, kamen doch auch viele der Obersten und sogar Priester zum Glauben an ihn, Johannes 12:42, Apostelgeschichte 6:7. Inmitten der größten Gegner findet sich immer wieder ein Gamaliel, der die Unschuldigen öffentlich verteidigt, Apostelgeschichte 5:43, oder ein Nikodemus, der mitten in der Nacht auftaucht, um die Wahrheit zu erfahren, Johannes 3.

Auch positive Voruteile sind gefährlich!

Und umgekehrt ist es genau so gefährlich, Vorurteile zu hegen: In einer guten Gemeinde können Schafe im Wolfspelz sein, sogar als Leiter! Bedenken wir, dass einer der zwölf von Jesus ausgewählten Apostel ein Verräter war, ein Judas. Wenn wir anfangen, uns in irgend einer Form völlig auf Menschen zu verlassen, dann sind wir schon mit einem Fuß über dem Abgrund, weil wir nicht mehr allein auf Gott vertrauen. Die Folge ist dann geistliche Dürre und Hoffnungslosigkeit in unserem Leben:

So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz vom HERRN weicht!
Er wird sein wie ein kahler Strauch in der Steppe und nicht sehen, daß Gutes kommt. Und an dürren Stätten in der Wüste wird er wohnen, in einem salzigen Land, wo sonst niemand wohnt. Jeremia 17:5-6

Die größten Verheißungen liegen nicht darauf, regelmäßig in eine Kirche oder Gemeinde zu gehen, sondern auf einer echten Freundschaft mit Gott:

Gesegnet ist der Mann, der auf den HERRN vertraut und dessen Vertrauen der HERR ist!
Er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt und sich nicht fürchtet, wenn die Hitze kommt. Sein Laub ist grün, im Jahr der Dürre ist er unbekümmert, und er hört nicht auf, Frucht zu tragen. Jeremia 17:7-8

Diese Warnung und Verheißung spricht Gott aus, weil er allein weiß, wie wetterwendisch wir alle sind und was wirklich in unserem Inneren vorgeht:

Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es. Wer kennt sich mit ihm aus? Ich, der HERR, bin es, der das Herz erforscht und die Nieren prüft, und zwar um einem jeden zu geben nach seinen Wegen, nach der Frucht seiner Taten. Jeremia 17-10

Also: Wir sollen schon Gemeinschaft mit anderen Gläubigen suchen, unbedingt, das ist so normal, wie ein Fußballspieler sich mit anderen zum Spielen trifft. Aber wir sollen uns nicht auf sie verlassen und uns durch Enttäuschungen, wenn andere uns “foulen”, nicht von unserer Entschiedenheit abbringen lassen, Gott nachzufolgen.

Umgekehrt sollen wir auch keinen Menschen verurteilen oder ablehnen, nur weil er äußerlich nicht in unser Schema passt. Elia meinte, er alleine wäre noch als wahrer Gläubiger in Israel übriggeblieben, doch Gott tröstete und ermahnte ihn:

Ich habe 7000 in Israel übriggelassen, alle die Knie, die sich nicht vor dem Baal gebeugt haben, und jeden Mund, der ihn nicht geküsst hat. 1.Könige 19:18.

Und viele echte Christen hatten Angst vor Saulus, dem ehemaligen Großinquisitor, bis Barnabas sich seiner annahm, und siehe da, er wurde ein feuriger Diener des Herrn, Apostelgeschichte 9:27-28; 11:25.


Fazit:

Wir glauben nicht an die Kirche, sondern an Gott und sein Wort!


Das beste Argument für den Unglauben



Es gibt viele Vorurteile gegen den Glauben, die auf Unkenntnis beruhen. Doch einen Vorteil hat der Unglaube tatsächlich gegenüber dem Glauben, der auch nach Abzug aller Irrtümer übrigbleibt:

Der Ungläubige muss keinem Gott gehorchen,
sondern er kann tun, was ER will!

Das scheint auf den ersten Blick ein gewaltiger Vorteil, kann man so doch wenigstens in seiner Freizeit und in seinen eigenen vier Wänden hemmungslos das tun, was man möchte. Das war es aber auch schon mit den Vorteilen des Unglaubens. Denn auch der Ungläubige ist Autoritäten unterworfen, denen er sich nicht entziehen kann:

Das fängt mit all den menschlichen Autoritäten an, denen man von Jugend auf gehorchen muss, seien es nun Eltern, größere Geschwister, Lehrer, Verkehrspolizisten oder Vorgesetzte im Beruf. Dazu kommen all die staatlichen Gesetze, die heute jeder Mensch einhalten, und die offiziellen Autoritäten wie Richter und Politiker, die jeder respektieren muss. Und über diesem allen stehen noch die Gesetze der geistigen Welt, die universale Gültigkeit haben und denen sich kein Mensch der Erde entziehen kann.

Geistige Naturgesetze

Wenn ich aus dem 10. Stock springe, wird mich dies umbringen, das bewirkt das Gesetz der Schwerkraft. Und so wie es materielle Naturgesetze gibt, gibt es auch geistige Naturgesetze, die universale Gültigkeit haben. Eines lautet zum Beispiel folgendermaßen:

Was ein Mensch sät, das wird er auch ernten. Galater 6:7

Wenn ich also ein Leben in der Lüge führe, dann werden mir irgendwann meine Mitmenschen nicht mehr glauben. Schlimmer noch, irgendwann werde ich mir selbst nicht mehr trauen können und nicht mehr wissen, was eigentlich die Wahrheit ist. Und andere werden mich belügen und betrügen, ohne dass ich es merke. Oder ich trinke exzessiv “soviel ICH will”, aber die Natur wird ihren Tribut verlangen, wenn ich meine Leber auf diese Weise zerstöre. Ich kann die Ehe brechen, aber dann wird auch meine Familie zerbrechen. Ich kann fremdgehen, aber ich werde dann auch in der Entfremdung enden. Dem universal gültigen geistigen Gesetz von Saat und Ernte kann sich also niemand entziehen, wenn es uns auch manchmal vorgegaukelt wird.

Unglaube kann wie ein Vollrausch sein

Insofern bringt der Unglaube nur kurzfristige Freiheit und kurzfristigen Gewinn und kann durchaus mit einem Vollrausch verglichen werden: Für eine kurze Weile fühlt man sich frei und glücklich, aber das grausame Erwachen kommt bald, wenn man mit dröhnendem Schädel und leerem Geldbeutel erwacht und - nicht gestärkt, sondern geschwächt - in den nächsten Tag starten muss. Millionen von Alkoholikern, Medikamentenabhängigen, Nikotin-, Drogen-, Spiel-, Computer- und Sexsüchtigen, Eifersüchtigen, Neidischen, Verbitterten und Habgierigen erleben diese Gesetzmäßigkeit am eigenen Leibe: Wer frei ist vom Gehorsam gegenüber Gott, wird dafür im Gegenzug ein Sklave der Sünde:

Denn als ihr Diener der Sünde wart, da wart ihr Freie gegenüber der Gerechtigkeit. Welche Frucht hattet ihr denn damals? Dinge, deren ihr euch jetzt schämt, denn das Ende davon ist der Tod. Römer 6:20-21

Kein Gott? Viele Götter!

Der Wegfall der höchsten Autorität über allen menschlichen Autoritäten ist deshalb in Wirklichkeit kein Gewinn, sondern ein Verlust. Denn wer schützt einen dann noch vor der Willkür der Menschen? Während der Gläubige die innere Sicherheit hat, dass man Gott mehr gehorchen muss als den Menschen, Apostelgeschichte 5:29, ist der Gottlose den menschlichen Autoritäten letztlich schutz- und wehrlos ausgeliefert. Denn wo Menschen nicht Gott als höchste Autorität über sich anerkennen, da machen sie sich früher oder später selber zum Gott. Nicht nur, dass Popstars und andere sich verehren lassen, als wären sie Götter, oder wieder andere begeistert rufen: “Führer befiehl, wir folgen dir!” Nein, jeder Mensch wird am Schluss sein eigener kleiner Gott, der innerlich unablässig betet: “MEIN Wille geschehe!” Und so könnte man sagen, dass auch der Atheist einen dreieinigen Gott kennt, bestehend aus: “Ich, mir und mich!”


6. Atheismus



Das Hauptargument gegen Gottes Existenz

Es gibt keinen Gott!” So lautet das Glaubensbekenntnis der Atheisten. Sie behaupten, dass es Gott nicht gibt und auch nicht geben kann, und zwar meist aufgrund folgender Gedanken:

1.) Für Atheisten steht der Begriff “Gott” für eine Person, die sowohl gut als auch “allmächtig” ist.

2.) Sie behaupten, dass ein guter und allmächtiger Gott Leid und Ungerechtigkeit in seiner Schöpfung niemals zulassen würde.

3.) Da es jedoch unbestreitbar sehr viel Leid in der Schöpfung gibt, bleiben für Atheisten nur noch drei Denkmöglichkeiten:

1. Entweder es gibt gar keinen Gott, und letztlich auch kein Gut und Böse, sondern nur Zufall und Notwendigkeit.

2. Oder Gott ist ohnmächtig, das Leid zu verhindern, also kein wirklicher Gott, der über seine Schöpfung herrscht.

3. Oder aber Gott ist der Ungerechtigkeit gegenüber gleichgültig und somit nicht durch und durch gut, oder er findet womöglich sogar Gefallen am Bösen und ist damit ein böser Gott, den man bekämpfen muss.

Warum Atheismus unrealistisch ist

Doch der Atheismus ist auf Sand gebaut, denn ihm liegt ein entscheidender Denkfehler zugrunde: Die Behauptung, ein guter Gott könne keine Ungerechtigkeit und damit kein Leid zulassen.

Wären alle Geschöpfe unselbständige Maschinen, müsste man ihr Versagen tatsächlich dem Schöpfer vorwerfen. Sind sie jedoch eigenständige, mit wirklich freiem Willen begabte Wesen, dann können sie auch gegen Gottes Willen handeln und somit Leid verursachen, für das alleine sie verantwortlich sind.

Der Atheismus verneint also eine Realität, die wir in unserem Alltag tausendfach erleben, nämlich die Existenz von geistbegabten Geschöpfen, die echte Freiheit und Eigenverantwortung haben: Wir nennen sie Mitmenschen! Jeder von ihnen ist eine eigene Persönlichkeit und hat die Freiheit, Dinge zu tun, die uns nicht gefallen. Weder sind wir mit all dem Bösen einverstanden, das unsere Mitmenschen begehen, noch sind wir dafür verantwortlich!


Die logischen Folgen des Atheismus



Kein Gott - keine Freiheit!

Für Atheisten gibt es keinen Gott, keinen Geist und damit auch keine wirklich freien Personen! Für Materialisten, und das sind letztlich alle Atheisten, sind alle Menschen nur ein Produkt von Zufall und Notwendigkeit, gesteuert von Naturgesetzen und damit letztlich keine freien Persönlichkeiten.

Darum ist es nicht nur logisch, sondern auch eine durch die Geschichte immer wieder bewiesene Tatsache, dass atheistische Staatsformen regelmäßig in totalitären Systemen enden, die ihren Bürgern jede Freiheit und echte Eigenverantwortung wegnehmen - mögen sie sich offen atheistisch, kommunistisch oder auch sozialistisch oder humanistisch nennen.

Die Französische Revolution, die man die Mutter dieser atheistischen Bewegungen nennen könnte, entwickelte sich innerhalb von wenigen Monaten zu einer totalen Diktatur, die ihre Untertanen mithilfe der Guillotine und unter Strömen von Blut in Schach hielt.

Zehn oder zehntausend Gebote?

Man könnte es so formulieren: Irgendwann waren den Menschen die zehn Gebote Gottes zu viel. Sie fühlen sich bevormundet und ihrer Freiheit beraubt. So warfen sie diese “Stricke” von sich. Doch die Abwendung von den wenigen Geboten Gottes hat letztlich dazu führt, dass eine Lawine von menschlichen Vorschriften losgetreten wurde. Während man sich mit Gott noch an zehn Fingern abzählen konnte, was man zu tun hatte, verstricken wir heute in einem Gewirr von Gesetzen, die kein Mensch mehr kennen und einhalten kann:

Die Zehn Gebote Gottes enthalten 273 Wörter, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 300 Wörter, die Verordnung der Europäischen Gemeinschaft über den Import von Karamelbonbons hat aber exakt 25.911 Wörter.

Ich konnte den Wahrheitsgehalt dieses Zitates aus dem Internet, was die Karamelbonbons betrifft, nicht nachprüfen, aber wir alle wissen, dass dies die Richtung ist, in die wir unter der Führung des Humanismus marschieren. Tatsache ist jedenfalls, dass es heute für einen Menschen nicht mehr zu schaffen ist, die Gesetze, Vorschriften, Verordnungen, Erlässe und Ausführungs­bestimmungen, die in Deutschland jedes Jahr neu herauskommen, auch nur durchzulesen, selbst wenn er acht Stunden täglich nichts anderes tun würde! Hören wir, was zum Beispiel Paul Kirchhof in “Das Gesetz der Hydra” über die Deutsche Gesetzgebung sagt:

Recht muss ein wertvolles, also ein rares Gut bleiben. Gegenwärtig wird das Recht durch eine Flut von Normen und Streitigkeiten fast erdrückt. Diese Flutkatastrophe droht die Idee von Recht und Individualrechten wegzureißen. Wenn der Steuerpflichtige zurzeit mehr als 50.000 Paragraphen zu beachten hat, kann er dieses Normenübermaß nur durch Resignation ertragen. Er gewöhnt sich daran, eine verbindliche Regel nicht beachtet zu haben; die Rechtsverletzung wird alltäglich. Der Rechtsstaat scheitert am Übermaß der Normen. Paul Kirchhof in “Das Gesetz der Hydra”, Seite 21

Nicht einmal mit professioneller Hilfe durch Anwälte und Steuerberater kann ein Unternehmer heute sicher sein, ob er nicht gegen irgendwelche Steuervorschriften verstoßen hat und plötzlich Nachzahlungen zu leisten hat, die ihn womöglich ruinieren. Wenige Gebote geben Rechtssicherheit, viele Gesetze und Vorschriften führen zu Verunsicherung und Ungerechtigkeit. Der Paragraphendschungel wird immer undurchschaubarer, und die Frucht dieser Wucherung ist nicht Rechtssicherheit und Friede, sondern Einschüchterung und Streit:

Die steigende Zahl und immer längere Dauer der Gerichtsverfahren zeigt, dass das geltende Recht oft nicht Frieden schafft, sondern zum Streit einlädt. Die Neuzugänge haben sich 1984 bis 2004 bei den Arbeitsgerichten und den Verwaltungsgerichten fast verdoppelt, sind bei den Familiengerichten um fast zwei Drittel gewachsen. Kompliziertheit zerstört Recht, Einfachheit stärkt Recht. Paul Kirchhof in “Das Gesetz der Hydra”, Seite 23

Wir haben uns selber in einen Wust menschlicher Vorschriften verstrickt, der uns verwirrt und fesselt. Und dieses babylonische Durcheinander beginnt schon an den Schulen:

In den Lehrplänen für Höhere Schulen brauchte das Preußische Ministerium 1901 vier Druckseiten für die Ordnung des Geschichtsunterrichts in neun Schuljahren ... Die heute in Nordrhein-Westfalen gültigen Richtlinien und Lehrpläne dagegen brauchen für die Anweisungen für höchstens sieben Jahre Geschichtsunterricht zwei Bände mit 363 Seiten. Paul Kirchhof in “Das Gesetz der Hydra”, Seite 22

So entsteht ein Klima von Misstrauen und Angst. Der Staat vertraut niemandem mehr und versucht, alles und jeden zu kontrollieren. Während die Übeltäter meist sehr schonend behandelt werden, wird die Allgemeinheit unter Generalverdacht gestellt, gegängelt und überwacht. “Traue keinem, kontrolliere jeden!” wird immer mehr zum Motto unserer Gesellschaft, während die Bibel das genau entgegengesetze Motto vertritt: “Der Gerechte wird aus Vertrauen leben!”, Habakuk 2:4.

Ein gottloses Leben ist sinn-los!

Wie die erste Silbe seines Namens deutlich macht, ist der Atheismus (griechisch “a = ohne, gegen” und “theós = Gott”) eine Weltanschauung, die im Kern kritisierend und verneinend ist. So sind auch die Früchte des Atheismus in letzter Konsequenz negativ, er führt zu absoluter Sinn- und Hoffnungslosigkeit: Atheisten glauben weder an Gott noch an eine Weiterexistenz nach dem Tod. Daraus ergeben sich zwei unausweichliche Konsequenzen:

  1. 1.) Das menschliche Leben hat keinen bleibenden Sinn, sondern höchstens solange der Mensch lebt.

Man kann abstreiten, dass es einen Gott gibt. Aber es gibt eine Tatsache, die für alle Menschen gilt, die keiner bestreiten kann: Jeder Mensch muss sterben! Ist er einmal tot, spielt es keine Rolle mehr, wie er gelebt und was er getan hat, wie er als Person war, denn seine Existenz wird - nach dem Glauben der Atheisten - mit dem Tod vollkommen ausgelöscht. Damit ist die Sinnlosigkeit des einzelnen Menschenlebens bewiesen und unausweichlich.

  1. 2.) Welchen Sinn ein Menschenleben bis zu seinem Tod hat, lässt sich nicht mehr klären.

Entweder legt jeder einzelne für sich seinen eigenen Lebenssinn willkürlich fest, oder aber es wird ihm ein Lebensziel von außen vorgegeben: Entweder wird er subtil indoktriniert, sei es durch seine Eltern, seine Freunde, die Gesellschaft, die Schule oder die Medien, oder aber er bekommt von einer diktatorischen Staatsform fertige Pläne für sein Leben vorgeschrieben. Daraus ergeben sich wiederum zwei tragische Folgen:

Ein Leben ohne Gott ist hoffnungslos!

  1. Ein Mensch, dessen Leben keinen Sinn hat, der über den Tod hinausreicht, ist ohne Hoffnung.

Ohne Gott ist der Mensch eine Amöbe auf einem Staubkorn am Rande des Universums, sinnlos, bedeutungslos. Er lebt in der ständigen Angst, sein irdisches Leben zu verlieren und dadurch vernichtet zu werden. Das einzig Gewisse im Leben ist nur noch der Tod, denn niemand weiß, ob und wielange er gesund, glücklich oder reich sein wird. Das einzige, was er sicher weiß ist, dass er sterben wird! Daraus kann nichts anderes resultieren als eine hoffnungslose, depressive Grundstimmung. Und genau diese Depression hängt auch tatsächlich wie eine zäher Nebel über unserer modernen Zivilisation. Weil der Materialismus keinen Hoffnungsschimmer für die Zukunft lässt, resignieren die Menschen in der zweiten Lebenshälfte, oder sie stürzen sich Hals über Kopf in die Genusssucht, nach dem Motto: “Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!” Was übrigens ein Zitat aus der Bibel ist: “Wenn Tote nicht auferweckt werden, dann lasst uns essen und trinken, denn morgen sterben wir!” 1.Korinther 15:32

Ein gottloses Leben ist halt-los!

  1. Aus dem fehlenden Lebenssinn ergibt sich eine letztlich grenzenlose Manipulierbarkeit.

Denn nicht mehr der Schöpfer, der “Hersteller” des Menschen, offenbart den Sinn und Zweck seines “Produktes”, sondern die beiden Kräfte “blinder Zufall” und “gnadenlose Notwendigkeit” regieren sein Schicksal. So hat der Mensch keine festen Orientierungspunkte mehr und wird zum Spielball der Mächte, die ihn hin und herwerfen wie Meereswellen im Wind.


Die praktischen Folgen des Atheismus



Im ersten Kapitel des Römerbriefes beschreibt Paulus die Folgen der Ablehnung des Gottesbeweises durch die Schöpfung, was wir also mit modernen Worten “die Folgen des Atheismus” nennen würden. Zuerst einmal zielen diese auf das Gebiet der Gedanken und Werte:

In ihren Überlegungen verfielen sie in Torheit und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes verwandelt in das Gleichnis eines Bildes vom vergänglichen Menschen und von Vögeln und von vierfüßigen und kriechenden Tieren. Sie haben die Wahrheit Gottes in die Lüge verwandelt und dem Geschöpf Verehrung und Dienst dargebracht statt dem Schöpfer, der gepriesen ist in Ewigkeit. Amen. Römer 1:21-23,25

Während man sich also als weise ausgibt, sich selber als “Wissenschaftler”, “Experte”, “Sachverständiger” oder “Philosoph” benennt, wird die Wahrheit Gottes als Lüge dargestellt, indem zum Beispiel die Bibel als unglaubwürdig hingestellt wird. Als logische Folge rutscht die Werteskala in den Keller. Anstatt dem Schöpfer des Alls alle Ehre zu geben und ihn am höchsten zu schätzen, werden irgendwelche geschaffenen Dinge in den Rang von Göttern erhoben, seien es Wohlstand, Erfolg, Sicherheit, Gesundheit und die Natur, oder Werte wie Freiheit oder der Verstand (in der Französischen Revolution wurde die Göttin des Verstandes offziell als höchster Gott eingesetzt). Diese Verschiebung hat auch ganz praktische Folgen, die im Römerbrief beschrieben werden:

Darum hat Gott sie dahingegeben in den Begierden ihrer Herzen in die Unreinheit, ihre Leiber untereinander zu schänden ... in schändlichen Leidenschaften ... und sie empfingen den gebührenden Lohn ihrer Verirrung an sich selbst. Römerbrief Kapitel eins

Als erste praktische Folge nennt Paulus hier die Abwendung der Menschen vom natürlichen Gebrauch ihrer Geschlechtlichkeit hin zum unnatürlichen und dass als Konsequenz schädliche Folgen für ihren eigenen Körper entstehen. Dann kommt es zu einer ganzen Reihe von weiteren Verirrungen:

Und wie sie es nicht für gut fanden, Gott in der Erkenntnis festzuhalten, hat Gott sie dahingegeben in einen verworfenen Sinn, zu tun, was sich nicht ziemt : erfüllt mit aller Ungerechtigkeit, Bosheit, Habsucht, Schlechtigkeit, voll von Neid, Mord, Streit, List, Tücke; Ohrenbläser, Verleumder, Gotteshasser, Gewalttäter, Hochmütige, Prahler, Erfinder böser Dinge, den Eltern Ungehorsame, Unverständige, Treulose, ohne natürliche Liebe, Unbarmherzige. Römer 2:28-31

Zu allen Zeiten hat es unter den Menschen einzelne gegeben, die auf solche Art und Weise von Gottes Normen abgewichen sind. Doch je weiter sich eine Gesellschaft von Gott entfernt, desto mehr werden diese Sünden nicht nur toleriert, sondern sogar zu Tugenden erhoben. So wird die Verdorbenheit nicht nur stillschweigend geduldet, sondern sogar ausdrücklich gesetzlich erlaubt und schließlich noch öffentlich gefördert:

Obwohl sie Gottes Rechtsforderung erkennen, dass die, die so etwas tun, des Todes würdig sind, üben sie es nicht allein aus, sondern haben auch Wohlgefallen an denen, die es tun. Römer 2:32

Umweltverschmutzung und -Zerstörung

Eine weitere Folge des inneren Zerfalls einer Gesellschaft durch den Unglauben ist die Zerstörung der Umwelt. Auch hier besteht ein innerer Zusammenhang, den die Bibel so beschreibt:

Keine Treue und keine Gnade und keine Erkenntnis Gottes ist im Land: Verfluchen und Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen haben sich ausgebreitet, und Bluttat reiht sich an Bluttat. Darum vertrocknet das Land und welkt jeder, der darin wohnt, samt den Tieren des Feldes und den Vögeln des Himmels; selbst die Fische des Meeres werden dahingerafft. Hosea 4:1-3

Zuerst verschwindet die Gotteserkenntnis, dann die Moral, dann der Wohlstand und schließlich die elementaren Lebensgrundlagen. Der Text nennt deshalb Ehebruch in einem Atemzug mit dem Sterben von Fischbeständen und der Vernichtung von Lebensräumen. Und der innere Zusammenhang ist eigentlich ganz logisch: Wenn jemand seiner eigenen Frau, die er liebt, vor Zeugen und in Anwesenheit eines Standesbeamten die lebenslange Treue verspricht und sie dann doch betrügt und verlässt, was sollte ihn dann daran hindern, genauso auch seinen Arbeitgeber, das Finanzamt oder seine Kollegen zu betrügen, die er nicht liebt? Warum sollte jemand, der seine Innenwelt hemmungslos mit Schmutz besudelt, irgendwelche Hemmungen haben, seine Umwelt zu beschmutzen oder gar zu zerstören, solange es ihm selber einen Vorteil bringt? Sollte jemand, dem seine Nachbarn egal sind, ernsthaftes Interesse am brasilianischen Regenwald haben? Kann jemand, der sein eigenes Kind im Mutterleib tötet, wirkliches Mitleid mit irgendwelchen aussterbenden Tierarten haben?

Allerdings sehen die Menschen in einer gottlosen Gesellschaft diesen Zusammenhang oftmals nicht mehr und fragen dann manchmal anklagend: “Wie kann Gott diese Katastrophen zulassen?” So wurde auch einmal ein Christ während einer Hungersnot nach dem zweiten Weltkrieg gefragt, und er gab folgende Antwort:

Weißt du, früher dankte man Gott für jedes Essen und betete:Gott, segne diese Mahlzeit!”
Später meinte man, Gott nicht mehr zu brauchen und sagte nur noch:Gesegnete Mahlzeit!”
Schließlich meinte man, nicht einmal den Segen zu brauchen und sagte nur noch:Mahlzeit!”
Na, und jetzt ist das letzte Wort halt auch noch überflüssig geworden. Jetzt gibt es nicht einmal mehr die Mahlzeit!


Nicht schön, aber befreiend:

Die Wahrheit über Karl Marx



Die Zitate “rwm”stammen aus:

Richard Wurmbrand

Das andere Gesicht des Karl Marx”

Stephanus Edition Verlags GmbH 1986, 140 Seiten,

Alle Zitate sind dort mit genauen Quellenangaben versehen.

Die Jugendjahre

In seinem Religions-Abituraufsatz schrieb Karl Marx:

So besteht die Vereinigung mit Christo aus der innigsten, lebendigsten Gemeinschaft mit ihm darin, dass wir so von Christi Liebe durchdrungen sind, dass wir unser Herz zugleich den Brüdern zuwenden, die er inniger mit uns verbunden und für die er sich auch geopfert hat.”

In seinem letzten Zeugnis des Gymnasius stand unter “Religionserziehung”:

Seine Kenntnisse des christlichen Glaubens und der moralischen Grundsätze ist klar und sehr fundiert.” (rwm 12) (“Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung”, MEGA, I, i (2), 182-183)

Der Umschwung

Irgendwann während seines Studiums geschah dann eine mysteriöse Veränderung in seiner inneren Haltung. Marx schrieb an seinen Vater:

Ein Vorhang war gefallen, mein Allerheiligstes zerrissen, und es mussten neue Götter hineingesetzt werden.” (rwm 20)

Welcher Art die neue Religion war, der Marx nun diente, drückt sich in einem Gedicht aus, das er in dieser Zeit verfasste:

Einen Thron will ich mir auferbauen,
kalt und riesig soll sein Gipfel sein,
sein Bollwerk sei ihm übermenschlich Grauen,
und sein Marschall sei die düst’re Pein!
Wer mit gesundem Auge darauf sieht,
soll tödlich blass und stumm sich wenden,
von blinder, kalter Sterblichkeit ergriffen,
soll das Glück sein Grab bereiten.
(Karl Marx, “Des Verzweifelnden Gebet”)

In seinem Gedicht “Oulanem”, dessen Titel eine für Satanisten typische Verdrehung von “Immanuel=Gott ist mit uns” darstellt, schreibt Marx, den manche fälschlich für einen Menschenfreund halten:

Doch dich, dich personifizierte Menschheit
fassen meine Jugendarme,
sie klammern krampfhaft sich um deine Brust,
der Abgrund gähnt uns beiden Nacht herauf,
und sinkst du unter, lächelnd folg’ ich nach,
und raun’ dir zu, hinab! Kommt mit, Genosse!” (rwm 16)

Marx war nicht ohne Religion - er war GEGEN Gott:

Ich will mich an dem Einen rächen, der dort oben herrscht.”
(“Des Verzweifelnden Gebet”, rwm 18)

Karl Marx bildete mit Bakunin die Erste Internationale. Bakunin’s Einstellung geht aus seinen folgenden, eigenen Worten hervor:

Sozialisten erkennen sich an den Worten:
“Im Namen dessen,
dem ein großes Unrecht angetan worden ist.
Der Teufel ist der erste Freidenker und Heiland der Welt. Er befreit Adam und drückt ihm das Siegel der Menschlichkeit und Freiheit auf die Stirn, indem er ihn ungehorsam macht.” (rdm 26)

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!

Alle aktiven Satanisten haben ein zerrüttetes Privatleben. Dies trifft auch für Marx zu. Arnold Künzli berichtet in seinem Buch “Karl Marx”:

Eine Psychographie von diesem Leben, das zum Selbstmord von zwei Töchtern und einem Schwiegersohn führte. Drei Kinder starben an Unterernährung. Seine Tochter Laura, die mit dem Sozialisten Lafargue verheiratet war, verlor drei ihrer Kinder. Dann begingen beide Selbstmord.
Seine Tochter Eleanor beschloss ebenfalls, gemeinsam mit ihrem Mann aus dem Leben zu scheiden. Sie starb. Er machte in letzter Minute einen Rückzieher.

Marx fühlte sich nicht verpflichtet, den Lebensunterhalt für seine Familie zu verdienen, obwohl ihm das zumindest aufgrund seiner ungeheuren Sprachkenntnisse nicht schwergefallen wäre. Er lebte vom Betteln bei Engels.
Er hatte ein uneheliches Kind mit seinem Dienstmädchen. Später schob er das Kind Engels zu, der diese Komödie mitspielte. Er war aber auch ein starker Trinker.” (rwm 31)

Bakunin, der eine Zeitlang einer seiner engsten Freunde war, schrieb:

Man muss Marx verehren, damit man von ihm geliebt wird. Man muss ihn zumindest fürchten, damit man von ihm akzeptiert wird ... Marx ist extrem stolz, bis hin zu Gemeinheit und Wahn. (rwm 13)

Rolv Heuer beschreibt die verheerende finanzielle Lebensweise von Marx in “Genie und Reichtum”: Als er Student in Berlin war, erhielt der Sohn von Papa Marx 700 Taler als jährliches Taschengeld. Das war eine enorme Summe, da zu jener Zeit nur fünf Prozent der Bevölkerung ein Jahreseinkommen von über 300 Talern hatte. Im Laufe seines Lebens erhielt Marx von Engels ungefähr sechs Millionen französische Francs (Zahlen aus dem Marx-Lenin-Institut). Er war ständig hinter Erbschaften her. Während ein Onkel von ihm im Sterben lag, schrieb Marx:

Stirbt der Hund jetzt, so bin ich aus der Patsche heraus.”

Worauf Engels antwortete:

Zu der Nachricht von der Krankheit des alten Braunschweiger Erbschaftsverhinderers gratuliere ich und hoffe, dass die Katastrophe endlich eintreten wird”.” (rwm 33)

Des weiteren war die Beziehung zwischen Marx und seiner Frau denkbar schlecht. Sie verließ ihn zweimal, kehrte jedoch beide Male zurück. Er seinerseits ging nicht einmal zu ihrer Beerdigung. Immer in Geldnöten, verlor er viel Geld an der Börse; dort wusste er, der Wirtschaftswissenschaftler, nur, wie man verliert.” (rdm 33) Marx’ Leben verbreitete Armut, Tod und Verderben, angefangen von seiner eigenen Familie bis hin in alle Völker, die seinen Worten Glauben schenkten. Er war ein falscher Prophet, daran gibt es keinen Zweifel. Nicht einmal er selbst bezweifelte das:

Soweit ich weiß, ist Marx der einzige namhafte Autor,
der seine eigenen Bücher jemals “Scheiße” und “schweinische Bücher” genannt hat.
Er setzt seinen Lesern bewusst Schmutz vor.” (swm 19)

Engels, Marx und die moderne Theologie

Engels schrieb nach seiner Begegnung mit Marx über ihn:

Wer jagd hinterdrein mit wildem Ungestüm?
Ein schwarzer Kerl aus Trier (Marx’ Geburtsort),
ein markhaft Ungetüm.
Er gehet, hüpfet nicht, er springet auf den Hacken
und raset voller Wut, und gleich, als wollt er’s packen
das weite Himmelszelt und zu der Erde ziehn,
streckt er die Arme sein weit in die Lüfte hin,
geballt die böse Faust, so tobt er sonder Rasten,
als wenn ihn bei dem Schopf zehntausend Teufel fassten.”

Engels war in einer pietistischen Familie aufgewachsen. In seiner Jugend schrieb er wunderbare christliche Gedichte. Nachdem Engels das Buch des liberalen Theologen Bruno Bauer gelesen hatte, begann er an seinem christlichen Glauben zu zweifeln. In seinem Herzen begann ein großer Kampf. In jener Zeit schrieb er:

Ich bete täglich, ja fast den ganzen Tag, um Wahrheit, habe es getan, sobald ich anfing zu zweifeln, und komme doch nicht zu eurem Glauben zurück ... Die Tränen kommen mir in die Augen, indem ich dies schreibe.”

Engels fand den Weg zu Gottes Wort nicht mehr zurück und schloss sich demjenigen an, den er selbst als “Ungeheuer, das von Tausenden von Teufeln besessen ist” bezeichnete. Er hatte eine Gegenbekehrung erfahren. (rwm 34-35) Was für ein Mensch war Bruno Bauer, der liberale Theologe? Bauer schrieb an seinen Freund Arnold Ruge, der auch ein Freund von Marx und Engels war, am 6.Dezember 1841:

Ich halte hier an der Universität Vorlesungen vor einer großen Zuhörerschaft. Ich erkenne mich nicht mehr, wenn ich meine Lästerungen von der Kanzel herunterspreche. Sie sind so großartig, dass sich diesen Kindern, die niemand verletzen sollte, die Haare sträuben.
Während ich diese Gotteslästerungen verkünde, denke ich daran, wie ich zu Hause fromm dasitze und eine Rechtfertigung der Heiligen Schrift und der Offenbarung schreibe.
Jedenfalls ist es ein schlimmer Dämon, der mich immer dann befällt, wenn ich die Kanzel betrete, und ich bin so schwach, dass ich ihm nachgeben muss ... Mein Geist der Lästerung ist erst zufrieden, wenn ich die Erlaubnis bekomme, öffentlich als Professor eines atheistischen Systems zu predigen.” (rdm 35)

Da beginnt man zu verstehen, warum Jesus so heftig vor dieser Art von Heuchlern warnt, Matthäus 23; Lukas 12:1. Nachdem die Theologen den Weg bereitet hatten, wurde Engels eine leichte Beute. Und der Mann, der Engels überredete, Kommunist zu werden, war derselbe Moses Hess, der auch schon Marx überzeugt hatte. Hess schreibt nach dem Treffen mit Engels in Köln:

Er verließ mich als überreifriger Kommunist.
So schaffe ich Verwüstung. (rwm 35-36)


Gefälschte Gottesbeweise!



Das größte Hindernis für die Wahrheit

Dieses Thema ist sehr unerfreulich, aber es gibt auch gefälschte Gottesbeweise. Wir wissen in der heutigen Zeit von Falschgeld, gefälschten Statistiken und Falschmeldungen in Presse und Politik. Aber schlimmer noch, es gibt nicht nur gefälschte Geldscheine, es gibt auch ein gefälschtes Evangelium, falsche Apostel und falsche Propheten! Wie Falschgeld beziehen sie ihre Kraft aus dem Echten, indem sie es täuschend echt nachahmen. Sowohl in der Politik als auch in der Religion wird immer wieder etwas Böses als gut ausgegeben und Finsternis als Licht. Woher kommt das? Was ist die Wurzel, die letzte Ursache all dieser Betrügereien? Warum werden so viele Wahrheiten, die eigentlich einfach und klar auf der Hand liegen, nicht bekannt oder können sich nicht durchsetzen?

Nun, wir werden die Realität um uns herum niemals durchschauen, wenn wir nicht anerkennen, dass es in dieser Welt eine Macht gibt, die alles tut, um die Wahrheit zu unterdrücken. Ich spreche von Satan, dem Teufel, dem Vater der Lüge, in dem keine Wahrheit ist, Johannes 8:44, der mittels Lüge seine Herrschaft ausübt. Nicht nur die Bibel lehrt ganz klar, dass es diesen Feind Gottes gibt, unser Alltag beweist es auch:

So, wie die Schöpfung ein Beweis dafür ist, dass es Gott gibt, so ist die Geschichte der Menschheit ein Beweis dafür, dass es auch einen Satan gibt. Immer, wenn wir Berichte von Verbrechen hören, die “unmenschlich” genannt werden, dann sind dies Fingerabdrücke des Teufels!

Er benützt Menschen, die ihm bewusst, meist aber unbewusst dienen, um “die Wahrheit niederzuhalten durch Ungerechtigkeit”, Römer 1:18. Er ist der “Gott dieser Weltzeit”, 2.Korinther 4:4, der versucht, ganz gezielt die Menschen zu verblenden, so dass sie die Wahrheit nicht erkennen, die sie frei machen würde. Er, Satan, ist das größte Hindernis für die Wahrheit auf dieser Erde. Er ist die alte Schlange, “die den ganzen Erdkreis verführt”, Offenbarung 12:9.

Satan’s wichtigstes Ziel

Darum müssen wir uns auch mit gefälschten Gottesbeweisen befassen. Denn Satans letztes Ziel besteht nicht darin, die Menschen zur Leugnung Gottes zu bringen. Das ist nur der erste Schritt in seinem Plan. Sein letztes Ziel besteht seit Urzeiten darin, selber als Gott verehrt zu werden:

Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über den Sternen Gottes meinen Thron aufrichten und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will hinaufsteigen auf Wolkenhöhen, dem Höchsten mich gleich machen. Jesaja 14:13-14

Logischerweise muss er die Mesnchen dafür zuerst einmal von Gott isolieren und in Finsternis bringen. Doch dann arbeitet er mit Hochdruck daran, eine neue Religion einzuführen, die ihn als Gott hat. Darum folgt auf die Abschaffung des Glaubens niemals wirklicher Unglaube, sondern letztlich immer Aberglaube:

  1. Wo der Atheismus Gott aus dem Leben verbannt, setzen sich bald andere in den Tempel, gebärden sich wie Götter und lassen sich wie Götter verehren: Lenin, Stalin, Mao und viele andere.

  2. Wir sehen dies aber auch in unserer modernen Gesellschaft, die einerseits so aufgeklärt ist, dass sie die Berichte der Bibel über Engel und Wunder belächelt. Doch gleichzeitig glauben nun Millionen von Menschen an Horoskope, lassen sich selbst beim Rasenmähen und Haareschneiden von Mondphasen bestimmen oder versuchen Kontakt zu Verstorbenen aufzunehmen.

Die Bibel erklärt diese Tatsache ganz einfach und eindeutig: Auf diejenigen, die vor dem Licht davonlaufen, wartet die Finsternis! Auf diejenigen, die den Christus, den Retter, ablehnen, wartet der Anti-Christ. Das griechische Wort “antí” bedeutet in erster Linie “anstelle von” und erst in zweiter Linie “gegen”: Der Feind Gottes will vor allem selber die Stelle Gottes einnehmen, und deswegen muss er logischerweise gegen ihn kämpfen.

Die Gottesfälschung

Der Tag des Herrn kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall (apostaia) gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich überhebt über alles, was Gott heißt oder Gegenstand der Verehrung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich ausweist, dass er Gott sei. 2.Thessalonicher 2:3-12

Für “sich ausweisen” steht hier “apodéjknymi”, dasselbe Wort, das für Jesus gebraucht wird, der “durch Machttaten, Zeichen und Wunder, die Gott durch ihn tat” erwiesen wurde, Apostelgeschichte 2:22. Es handelt sich hier also nicht darum, dass jemand nur behauptet, Gott zu sein, sondern er wird mit Satan’s Hilfe extreme Machttaten und Wunder vollbringen, um diesen Anspruch zu untermauern:

Die Ankunft des Gesetzlosen erfolgt gemäß der Wirksamkeit des Satans, mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge und mit jedem Betrug der Ungerechtigkeit für die, welche verloren gehen, dafür, dass sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht angenommen haben. 2.Thessalonicher 2:3-12

Mit anderen Worten: Der Antichrist wird alle nur möglichen Zeichen und Wunder tun, die von der Welt dann als eindeutige BEWEISE gewertet werden, dass dieser Mensch zugleich Gott ist. Der Grund dafür ist: Menschen, die die übernatürliche Welt nicht kennen, meinen, sobald sie Wunder erleben, dass alles, was übernatürlich ist, automatisch auch göttlich sei. Doch dies ist natürlich überhaupt nicht der Fall! Wunder sind einfach übernatürliche Machttaten, weiter gar nichts. Von welcher Macht sie ausgeübt wurden, muss man im Einzelfall prüfen. Man könnte dies mit der heutigen Fähigkeit der Menschen vergleichen, mittels der Technik “Wunder” zu vollbringen. Aber diese Technik kann durchaus auch von Verbrechern missbraucht werden - und es ist eine traurige Erfahrung, dass das organisierte Verbrechen die neueste Technik oft entschiedener nutzt als die Polizei! Jedenfalls ist zu erwarten, dass viele, viele von den Wundern des Antichristen so beeindruckt sein werden, dass sie ihn ohne weiteres Hinterfragen als Gott verehren werden. Da stellt sich natürlich eine entscheidende Frage:

Warum lässt Gott diese Fälschungen zu?

Wir haben die Antwort schon gehört, nämlich in der letzten Bibelstelle, die wir gelesen haben. Sie lautet:

Die Ankunft des Gesetzlosen erfolgt gemäß der Wirksamkeit des Satans, mit jeder Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge und mit jedem Betrug der Ungerechtigkeit für die, welche verloren gehen, dafür, dass sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht angenommen haben.

Weil die Menschen die Wahrheit von sich stoßen, muss Gott sie der einzigen Alternative überlassen, die es zur Wahrheit gibt, nämlich an die Lüge zu glauben und an den, der sie erfunden hat, den Vater der Lüge.

Es ist erstaunlich und erschütternd, dass Gott selber es ist, der diesen verführerischen Geistern die Vollmacht erteilt, Menschen in die Irre zu leiten. Dies ist das Gericht Gottes an ihnen, weil sie die Wahrheit Gottes nicht angenommen, sondern verworfen haben und statt dessen bewusst die Lüge und die Ungerechtigkeit gewählt haben:

Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit. 2.Thessalonicher 2:3-12

Wenn Gott den Teufel sendet

Es lohnt sich in diesem Zusammenhang, einen Bericht der Bibel zu lesen, der dieses Prinzip verdeutlicht wie wohl kaum ein anderer: In 1.Könige 22 wird berichtet, wie Gott den König von Israel in die Hände eines satanischen Geistes gibt. Gott selber erlaubt es einem Lügengeist, ja, er beauftragt ihn regelrecht, den König dazu zu verführen, siegesgewiss in den Krieg zu ziehen, wo er dann jedoch getötet wird. Dieser Lügengeist benützt die falschen Propheten des Königs, um ihn in die Irre zu führen. Das Paradoxe an der ganzen Situation ist, dass Gott den König gleichzeitig noch durch einen echten Propheten vor dieser Falle warnt, der ihm genau schildert, wie im Himmel beschlossen wurde, einen Lügengeist in den Mund der falschen Propheten zu senden. Aber der König hat sich so darauf versteift, seine eigenen Pläne zu verfolgen, dass er sehenden Auges in den Tod geht. Deshalb ist es so wichtig, dass wir jetzt, solange es Tag ist, den Beweisen glauben und gehorchen, die Gott uns gibt. Gott ist ein Gott, der sich uns beweist, und er will sogar ausdrücklich, dass wir diese Beweise prüfen. Gold muss keinen Test scheuen!

Prüft alles, das Gute haltet fest! 1.Thessalonicher 5:21



7. Echter Glaube beruht auf Beweisen!



Glauben heißt nicht Wissen” - meinen die Ungläubigen. Ein Gläubiger würde ganz umgekehrt sagen: Ich weiß, was ich glaube!” Die Bibel jedenfalls definiert Glauben als das Überführtsein durch Beweise:

Es ist nun aber der Glaube ... der Beweis von Tatsachen, die nicht erblickt werden. Hebräer 11:1 2

Das hier verwendete griechische Wort eléncho = überführen, beweisen, zurechtweisen bezeichnet tatsächlich einen Beweis, der genügt, um ein Gegenüber zum Umdenken zu bewegen. Es meint einen Vernunftgrund, der einen Sachverhalt so klar darlegt, dass ein überwältigender Überzeugungsdruck entsteht, auch gegen den Widerstand von Gegenargumenten, zum Beispiel vor Gericht. Das belegt die Verwendung von eléncho = überführen im Neuen Testament ganz klar:

Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein! Wenn er auf dich hört, so hast du deinen Bruder gewonnen. Matthäus 18:15

Herodes aber, der Vierfürst, wurde von ihm zurechtgewiesen wegen der Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen alles Bösen, das Herodes getan hatte. Lukas 3:19

Denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden. Johannes 3:20

Wer von euch überführt mich einer Sünde? Johannes 8:46

Kräftig widerlegte (dia-kat-eléngchomai) er die Juden öffentlich, indem er durch die Schriften bewies (epidejknymi = aufzeigen), dass Jesus der Christus ist. Apostelgeschichte 18:28

Du sollst fähig sein, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen. Titus 1:9

Wenn ihr aber die Person anseht, so begeht ihr Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter überführt.
Jakobus 2:9
elencho

Gott will nicht, dass wir leichtfertig glauben!

Jedenfalls entspricht es keinesfalls Gottes Wesen, “blinden Gehorsam” zu fordern. Er hat uns in seinem Bilde erschaffen, als vernunftbegabte Wesen, und er erwartet nicht, dass wir unseren Verstand “an der Garderobe abgeben”, sondern dass wir von ihm Gebrauch machen, Markus 12:30. Im Gegenteil, Gott will nicht, dass wir Dinge leichtfertig glauben, nur weil sie unseren Bedürfnissen zu entsprechen scheinen oder sich gut anhören:

Prüft alles, das Gute haltet fest! 1.Thessalonicher 5:21

Glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind. Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen. 1.Johannes 4:1

Es ist bei weitem nicht alles Gold, was glänzt, schon gar nicht auf dem Gebiet des Glaubens. Haben wir darum keine Scheu, an der Fassade zu kratzen - das Echte braucht keinen Test zu scheuen:

Die Worte des HERRN sind reine Worte, Silber,
am Eingang zur Erde geläutert, sieben Mal gereinigt. Psalm 12:7

So mancher, der das Wort Gottes recht schnell und problemlos aufnimmt, steht sogar in der Gefahr, einen zu oberflächlichen Glauben zu haben, der der Wirklichkeit nicht standhält:

Bei dem aber auf das Steinige gesät ist, dieser ist es, der das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt. Er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist nur ein Mensch des Augenblicks. Sobald Bedrängnis entsteht oder Verfolgung um des Wortes willen, nimmt er sogleich Anstoß. Matthäus 13:20-21

Beweise für das Unsichtbare!

Biblischer Glaube ist also nicht das Gegenteil von Wissen, sondern das Gegenteil von Sehen. Das bestätigen auch andere Bibelstellen:

Denn wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen.
2.Korinther 5:7

Glaube ist das Wissen über unsichtbare Dinge, das auf Beweisen beruht. Doch wie kann es einen Beweis für Dinge geben, die man nicht sehen kann, einen Beweis für geistige Dinge, die unmittelbar gar nicht wahrgenommen werden können? Die Antwort ist einfach: Aufgrund ihrer Auswirkungen: Ich kann zwar den elektrischen Strom selber nicht sehen, aber am Leuchten der Glühlampe erkenne ich, dass er durch das Kabel fließt.

Ein weiteres, uraltes Anschauungsbeispiel hierfür ist der Wind: Ihn selber können wir nicht sehen, aber seine Auswirkungen. In der Sprache der Bibel gibt es interessanterweise nur ein Wort für “Wind” und für “Geist”, auf Hebräisch “ruach”, auf Griechisch “pneúma”: Wind und Geist können beide nicht gesehen werden, haben aber mächtige Auswirkungen auf die sichtbare Welt: Der Wind kann leise in den Blättern der Bäume rascheln, er kann aber auch Schiffe über das Meer bewegen und ganze Wälder entwurzeln. So können auch die Wirkungen von Gottes Geist objektiv messbar sein und durchaus als Beweise dienen.

Frommer Widerstand gegen Beweise

Es leuchtet ein, dass Atheisten (griechisch: a-theos = gott-los) behaupten, es gäbe keine Gottesbeweise, leben sie doch tatsächlich vollkommen abgeschottet von Gott:

Bevor ihr zum Glauben kamt ... hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott (griechisch átheos) in der Welt. Epheser 2:12

Und es ist ebenso logisch, dass Agnostiker (griechisch: a-gno-ejn = un-wissend sein) der Überzeugung sind, dass Menschen prinzipiell nichts über Gott wissen können:

Sie sind verfinstert, was den Verstand angeht, entfremdet dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit (agnohsía), die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens. Epheser 4:18

Atheisten sind tatsächlich “ohne Gott”, und Agnostiker leben wirklich in Unwissenheit über Gott - was sie behaupten, trifft für sie selber durchaus zu. Doch ist es nicht erstaunlich, dass wir unter Theologen besonders entschiedene Vertreter der These treffen, es könne keine Gottesbeweise geben? Ihre Schlagworte lauten: “Glaube und Wissen sind zweierlei!” “Gott kann man nicht beweisen, nur glauben!”

Beweise? Nein danke!

Ein typisches Beispiel für frommen Widerstand gegen Gottesbeweise liefert uns Ahas, dazumal König von Juda. Gott wollte ihm ein Zeichen geben als Beweis für seine Verheißung, dass er Juda aus der Hand der angreifenden Syrer und Israeliten retten wollte. Gott forderte ihn sogar ausdrücklich auf, ein Zeichen als Beweis zu fordern:

Fordere dir ein Zeichen von dem HERRN, deinem Gott.
Fordere es in der Tiefe oder oben in der Höhe. Jesaja 7:11

Was für ein Angebot von Gott selber! Gott verlangte in dieser verzweifelten Situation keinesfalls blinden Glauben, sondern wollte zur Stärkung des Vertrauens von sich aus einen Beweis geben. Doch was für eine Antwort bekam er?

Da sagte Ahas: Ich will nicht fordern und will den HERRN nicht versuchen!

Hört sich das nicht wunderbar fromm und gläubig an? Doch in Wirklichkeit war dies ein Ausdruck von Unglaube und Ungehorsam, und dementsprechend ließ ihm Gott auch durch Jesaja ausrichten:

Ist es euch zu wenig, Menschen zu ermüden, dass ihr auch meinen Gott ermüdet? Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und wird seinen Namen Immanuel heißen. Jesaja 7:12-14

Nachdem Ahab auf ein spektakuläres Wunder, “in der Tiefe oder oben in der Höhe”, verzichtete, kündigte Gott also von sich aus an, eines Tages ein gewaltiges Wunder zu tun: Eine Jungfrau soll ein Kind bekommen. Da es nicht von einem Mann, sondern von Gott her geschieht, ist das Gezeugte Gottes Sohn, und deshalb soll sein Name “Immanuel = Gott ist mit uns” sein.

Aber, wie könnte es anders sein, heute behaupten manche Theologen, mit Jungfrau sei einfach eine junge Frau gemeint. Da kann man nur sagen: Das wäre dann ja ein gewaltiges Wunderzeichen, eines Theologen würdig! Nur wehe denen, die sich von solch blinden Blindenführern leiten lassen: Am hellichten Tage werden sie beide in die Grube fallen, Matthäus 15:14.

Zweifel und Kritik als Weg des Heils?

Diese Theologen haben den Zweifel zum Heilsweg erklärt. Das ewig kritische Hinterfragen sei die Triebfeder für allen Fortschritt, sagen sie, in der Wissenschaft ebenso wie in der Religion. Doch nicht Zweifel, sondern Wahrheitsliebe hat die Naturwissenschaften vorangebracht, nämlich die Bereitschaft, offensichtliche Wahrheiten nicht ewig weiter anzuzweifeln, sondern endlich anzuerkennen und auch praktisch anzuwenden. Viele sind in solchem Maße vom Geist des Zweifelns angesteckt worden, dass sie inzwischen jenen griechischen Europäern gleichen, denen Paulus zurief:

Als ich umherging und eure Heiligtümer betrachtete, fand ich auch einen Altar, an dem die Aufschrift war: “Dem unbekannten (griechisch: ágnohstos) Gott!” Was ihr nun verehrt, ohne es zu kennen (agno-éo), das verkündige ich euch. Apostelgeschichte 17:23

Viele glauben an Gott, ohne ihn wirklich zu kennen! Darum ist es so wichtig, nicht bei dem ersten Gottesbeweis, der Schöpfung, stehen zu bleiben, sondern weitere Offenbarungen ernst zu nehmen, die Gott anbietet.


Spuren im Wald: Ein kapitaler Zweifler



Ein Jäger aus der Großstadt wollte eines Tages einen Wald zur Jagd pachten und nahm deswegen mit dem Förster Kontakt auf. Im Laufe der Verhandlungen kam es zu der Frage, ob es denn auch Hirsche in diesem Wald gebe, weil das den Wert der Jagd natürlich wesentlich erhöhen würde. Der Förster bejahte dies ganz entschieden, doch der Interessent meldete Zweifel an und wollte handfeste Beweise dafür haben, dass in diesem Wald wirklich Hirsche lebten.

Eine Woche später nahm der Förster den Interessenten deshalb an einem schönen Wintertag mit auf einen Rundgang im Wald. Am Vortag hatte es leicht geschneit, und nach einigen Minuten Fußmarsch zeigte der Förster auf frische Spuren im Schnee und meinte: “Sehen Sie? Hier haben Sie den Beweis, dass es Hirsche in meinem Revier gibt: Ganz frische Spuren von Rotwild!”

Zum Erstaunen des Försters war der Interessent aus der großen Stadt damit jedoch überhaupt nicht zufrieden, sondern beklagte sich: “Sie wollten mir doch echte Beweise geben, dass es Hirsche in diesem Revier gibt. Das hier sind aber nicht wirkliche Beweise, sondern nur Spuren, die jeder deuten kann, wie er will. Das müssen Sie doch zugeben, oder?!”

Der Förster war im ersten Augenblick völlig verblüfft über die Tatsache, dass der Interessent die deutlichen Spuren im Schnee nicht selbstverständlich als Beweis akzeptierte. Ungläubig staundend fragte er nach: “Dann sind in ihren Augen diese Hirsch-Spuren kein Beweis für das Vorkommen von Hirschen in meinem Revier?”

Kein wirklicher Beweis!” entgegnete der Interessent. “Erstens sind dies einfach Spuren von Rotwild, und es könnte sich um lauter weibliches Wild handeln - das kann ich den Spuren alleine nicht entnehmen. Zweitens könnte jemand ein Rudel zahmes Rotwild durch das Revier getrieben haben, um den Eindruck zu erwecken, es gebe hier Hirsche. Und drittens wäre es sogar denkbar, dass diese Spuren gar nicht von Rotwild stammen, sondern von Menschen, die sich besondere Schuhe angezogen haben, um solche Abdrücke zu hinterlassen und mich ganz bewusst zu täuschen und Kapitel aus meinem Aberglauben zu schlagen.”

Dem Förster verschlug es angesichts dieser Logik erst einmal die Sprache, aber er ging darauf ein. Während sie den Spuren im Schnee folgten, erklärte er die Abdrücke: “Sehen Sie hier, das sind die kleineren Abdrücke weiblichen Rotwildes, und das die typischen großen, tiefer eingedrückten Spuren der männlichen Tiere. Und hier, sehen Sie, hier liegt frische Losung (Verdauungsreste)! Wenn das keine Beweise sind!”

Überhaupt keine Beweise!” versteifte sich der Interessent. “Verschieden schwere Personen mit Spezialschuhen könnten auch diese Eindrücke erzeugen, und um die Täuschung perfekt zu machen, könnten sie mitgebrachte Losung bewusst auf dem Weg ausgestreut haben. Die Menschheitsgeschichte kennt viele solche Täuschungsmanöver durch Betrüger!”

Jetzt wurde der Förster, ein sonst eher geruhsamer, geduldiger Mann, etwas ungehalten. Er wies auf abgekaute Tannenspitzen und verfegte Bäume hin, die durch das Geweih von Hirschen schwer an der Rinde verletzt worden waren. “Und diese Betrüger haben auch die Tannenspitzen abgefressen, nicht wahr? Und sie haben sich die Mühe gemacht, diese Bäume derart zu beschädigen, oder wie?!”

Gespannt sah er dem Interessenten ins Gesicht und war nicht wenig erstaunt, als dieser zustimmte: “Sie sagen es, so könnte es gewesen sein! Sie müssen jedenfalls zugeben, ein wirklicher Beweis sind diese Spuren nicht. Sie alle könnten von Ihnen im Laufe der letzten Woche künstlich erzeugt worden sein!”

Der Förster deutete auf die Fegespuren an den Bäumen: “Sehen Sie!” sagte er, “die Verletzungen sind bei einigen schon wieder verheilt, und dieser Prozess dauert Monate und Jahre. Ich kann diese Spuren also gar nicht in den letzten Tagen erzeugt haben! Sind Sie jetzt überzeugt?”

Immer noch nicht!” erwiderte der Interessent unbeeindruckt. “Es könnte ja sein, dass Sie ihre Jagd vor einem Jahr schon einmal als Rotwildjagd verpachten wollten. Und weil Sie schon damals denselben Trick anwendeten, sind die Fegespuren inzwischen schon wieder verheilt. Nein, all diese Spuren können auch ohne das Dasein von Hirschen in diesem Revier erklärt werden. Und so sind Sie mir trotz aller Beteuerungen den Beweis schuldig geblieben, dass es wirklich Hirsche in ihrem Revier gibt! Warum führen Sie mir nicht einfach einen Hirschbeweis vor? Zeigen Sie mir doch den Hirsch!”

Nun verstehe ich endlich, was Sie wollen!” nickte der Förster. “Aber ich fürchte, ich werde niemals in der Lage sein, Ihnen diesen Hirsch-Beweis zu erbringen!” “Ach, warum nicht?” fragte der Interessent zurück. “Wenn es hier wirklich einen Hirsch gibt, müssten Sie ihn mir auch zeigen können! Ich könnte mich doch mit Ihnen gemeinsam auf einen Hochsitz begeben, um das Tier zu Gesicht zu bekommen!”

Nun, da haben Sie Recht”, stimmte der Förster zu, “aber die Sache hätte doch mehrere Haken! Als erstes müssten Sie sich nämlich die Mühe machen, sich spät abends oder früh am Morgen aufzumachen und stundenlang still auf den Hirsch zu warten. Und ich bin nicht sicher, ob Sie einerseits diese Mühe auf sich nehmen würden, und ob sie andererseits gewillt sind, so lange zu schweigen. Mir scheint nämlich, Sie sind sehr diskutierfreudig, um nicht zu sagen diskutiersüchtig. Aber damit vergrämen Sie jeden Hirsch!”

Und was wäre das zweite Problem?” bohrte der Interessent nach. “Tja”, sagte der Förster, “selbst angenommen, der Hirsch würde sich Ihnen zeigen, so wären damit bei Ihnen doch sicherlich noch lange nicht alle Zweifel ausgeräumt. Denn wiederum könnten Sie mir unterstellen, ich hätte versucht, Sie zu manipulieren, indem ich einen zahmen Hirsch ausgesetzt habe. Oder es handle sich nur um die Projektion einer raffinierten Lasershow oder um zwei Schauspieler in einem täuschend echt gemachten Kostüm. Konsequenter Weise müssten sie deshalb eigentlich fordern, Sie wären nur dann wirklich zu überzeugen, wenn ich Ihnen erlauben würde, den Hirsch zu Beweiszwecken zu erschießen, damit Sie ihn anfassen und berühren könnten: Nur ein toter Hirsch ist ein guter Hirsch, sozusagen.

Nur dann hätten wir das Dilemma, dass