
Die Geschichte
des Lebens
Schöpfung und Evolution
in Bibel und
Naturwissenschaft
“Wissenschaft ohne Religion
ist lahm
und Religion ohne Wissenschaft blind.
Beide sind wichtig
und sollten Hand in Hand arbeiten.”
Albert
Einstein
Das Zitat auf der Titelseite von
Albert Einstein, Physiker,
1879-1955,
Begründer der
Relativitätstheorie,
Nobelpreis Physik 1921
stammt aus folgender Quelle:
“Jedem tiefen Naturforscher muss eine Art religiösen Gefühls
naheliegen, weil er sich nicht vorstellen mag, dass die ungemein feinen
Zusammenhänge, die er erschaut, von ihm zum ersten Mal gedacht werden.
Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine
grenzenlos überlegene Vernunft.
Die gängige Vorstellung, ich sei ein Atheist, beruht auf einem großen
Irrtum. Wer sie aus meinen wissenschaftlichen Theorien herausliest, hat sie
kaum begriffen ...
Nicht Gott ist relativ, und nicht das Sein, sondern
unser Denken.
Ich glaube nicht, dass Wissenschaft und Religion notwendigerweise
Gegensätze sind. Ich denke vielmehr, es gibt zwischen den beiden eine sehr enge
Verbindung. Außerdem glaube ich, Wissenschaft ohne Religion ist lahm und
Religion ohne Wissenschaft blind. Beide sind wichtig und sollten Hand in Hand
arbeiten ...
Ich glaube an das Rätselhafte, und, offen gesagt, ich begegne diesem
Rätselhaften manchmal mit großer Furcht. Mit anderen Worten, ich glaube, es
gibt im Universum viele Dinge, die wir nicht wahrnehmen oder durchschauen
können.”
Albert Einstein in:
A.Bucky “Der private Albert Einstein”, Seite 159
Der Schlüssel
zum Verständnis von Genesis 1 5
Der Text des
Schöpfungsberichtes Genesis 1:1-2:4 15
Der Urknall, eine
christliche Idee Genesis 1:1 21
Gibt es Beweise für die
Existenz Gottes? 28
Bekenntnisse berühmter
Naturwissenschaftler 36
Die Tohuwabohu-Katastrophe
der Erde Genesis 1:2 41
Das Rätsel der frühen Lebensentstehung 50
1. “Es
werde Licht!” Genesis 1:3-5 56
Wie
lange dauerten Gottes Schöpfungstage? 60
2. Das
“Firmament” - hier irrte Luther!
Genesis 1:6-8 79
Das
Weltbild der Propheten 85
3. Festland,
Pflanzen: Schuf Gott die Arten? Genesis
1:9-13 94
4. Warum
Gott die Lichter nicht erschuf Genesis
1:14-19 104
5. Die
ersten Tiere - hier irrte Darwin! Genesis 1:20-23 110
6a. Die
Landtiere kamen aus dem Meer! Genesis
1:24-25 116
6b. Die
Erschaffung der Menschheit Genesis
1:26-27 120
Genetische
Beweise für die Abstammung des Menschen
126
Wir müssen herrschen - aber wie? Genesis 28-30 132
Das Leid in der Schöpfung Genesis 1:31
138
Der Krieg um Himmel und Erde Genesis 2:1
152
7. Das Geheimnis des siebten Tages Genesis 2:2-3 156
Ergebnis: Der Stammbaum von Himmel und Erde 160
Anhänge: Die Bibel, ein Buch voller Evolution! 164
Der Autor: Wie ich vom Atheisten zum Christen wurde 175
Ohne Abstammung keine Erlösung!
191
Mutation und Selektion in Bibel und Biologie 201
Hintergrund: Warum Darwin nicht mehr glauben konnte 229
Die Entstehung der Genesis
240
Der Schöpfungsbericht ist gewissermaßen die
Eingangstür zur ganzen Bibel. Und wie es oft so mit Türen ist, brauchen wir
einen Schlüssel, um sie zu öffnen. Zum Glück steckt dieser im Falle der Genesis
sozusagen schon im Schloss, beziehungsweise im Schluss. Denn der Text des
Schöpfungsberichtes selber gibt ihn uns in die Hand, und zwar in seinem letzten
Satz!
Dazu muss man erklären, dass viele Berichte der Bibel
mit einem Schlusssatz enden, der zusasmmenfasst, worum es bei dem jeweiligen
Text geht. Damals war es sehr gebräuchlich, ein Dokument mit solch einer
Schlussformel, einem sogenannten Kolophon zu versehen. Dieser
Untertitel entspricht einer heutigen Überschrift und bringt sozusagen auf den
Punkt, worum es überhaupt geht.[1] Der Untertitel des Schöpfungsberichtes enthält nun
eine entscheidende Information, die uns die Tür zu einem tieferen Verständnis
der Genesis, ja, der ganzen Bibel öffnet. Er beginnt auf Hebräisch
folgendermaßen:
Das Schlüsselwort lautet auf Hebräisch “toledot”,
stammt von dem Tätigkeitswort jalad = gebären, beziehungsweise
dessen Verursachungsform holid = zeugen ab und bedeutet wörtlich “Zeugungsfolgen,
Geschlechterfolgen, Stammbaum”:
ja La D = gebären
ho Li D = zeugen
to Le D ot = Zeugungen,
Geschlechterfolgen
Das gesamte bis dahin beschriebene Geschehen ist
demnach nichts anderes als eine Reihe von “Geschlechterfolgen”, ein
Abstammungsgeschehen! Mit anderen Worten:
Der
Schöpfungsbericht ist in Wirklichkeit
ein Stammbaum!
Es ist wichtig, dass wir damit nicht einen Begriff bis
an seine Grenze gedehnt haben, was er “auch noch” bedeuten kann. Nein, ganz im
Gegenteil, wir haben nur den Staub menschlicher Tradition vom Originaltext
geblasen und lassen ihn so endlich wieder selber “zu Wort” kommen! “Stammbaum”
ist die ganz normale und zentrale Bedeutung dieses Wortes:
Das Hauptwort “Toledot” kommt 39 Mal in der
Bibel vor und ist ein Spezialausdruck für Geschlechtsregister und
Abstammungsverzeichnisse. Die “Einheitsübersetzung” zum Beispiel gibt es
(mit Ausnahme von Genesis 2:4!) immer im Sinne von “Abstammung” wieder.
1.Mose 2:4
Das ist die Entstehungsgeschichte von Himmel und Erde ...
1.Mose 5:1
Dies ist die Liste der Geschlechterfolge Adam: Am Tag, da Gott den
Menschen erschuf, machte er ihn Gott ähnlich ...
1.Mose 6:9
Das ist die Geschlechterfolge nach Noach: Noach war ein
gerechter ...
1.Mose 10:1,32
Das ist die Geschlechterfolge nach den Söhnen Noachs, Sem, Ham und
Jafet. ... Das waren die Sippenverbände der Söhne nach ihrer Geschlechterfolge
in ihren Völkern. Von ihnen zweigten sich nach der Flut die Völker der Erde
ab.
1.Mose 11:10,27
Das ist die Geschlechterfolge nach Sem: Sem zeugte (holid) im Alter von
hundert Jahren Arpachschad, zwei Jahre nach der Flut. ... Das ist die Geschlechterfolge
nach Terach: Terach zeugte (holid) Abram, Nahor und Haran, Haran zeugte (holid)
Lot.
1.Mose 25:12,13,19 Das ist die Geschlechterfolge nach Ismael, dem Sohn Abrahams.
Ihn hatte die Ägypterin Hagar, die Magd Saras, Abraham geboren
(jalad). ... Das sind die Söhne Ismaels nach ihren Namen und nach ihrer Geschlechterfolge:
Der Erstgeborene Ismaels war Nebajot, dann kamen Kedar, Adbeel, Mibsam ...
Und das ist die Geschlechterfolge nach Isaak, dem Sohn Abrahams: Abraham
zeugte (holid) Isaak ...
1.Mose 36:1,9
Das ist die Geschlechterfolge nach Esau, der auch Edom hieß ... Das
ist die Geschlechterfolge nach Esau, dem Stammvater von Edom im Bergland
Séir.
1.Mose 37:2 Das
ist die Geschlechterfolge nach Jakob: Als Josef siebzehn Jahre
zählte ...
2.Mose 6:16,19
Das sind die Namen Levis nach ihrer Geschlechterfolge: Gerschon,
Kehat und Merari ... das waren die
Sippenverbände der Leviten nach ihrer Geschlechterfolge.
2.Mose 28:10 ... die
übrigen sechs Namen in den anderen Stein, in der Reihenfolge, wie sie
geboren wurden (Anmerkung: eigentlich gemäß ihrer Geschlechterfolge).
4.Mose 1:20,22,24,26,28,30,32,34,36,38,40,42
Zuerst kamen die Nachkommen Rubens, des Erstgeborenen Israels: Man
ermittelte ihre Geschlechterfolge nach Sippen und Großfamilien und
zählte mit Namen alle Männer von zwanzig Jahren und darüber, alle
Wehrfähigen ...
Sodann die Simeoniter: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge
... für die Gaditer ... die Nachkommen Judas ... die Naftaliter: Man ermittelte
ihre Geschlechterfolge ...
4.Mose 3:1
Und das ist die Geschlechterfolge Aarons und Moses an dem Tag, da der
HERR auf dem Berg Sinai mit Mose redete.
Ruth 4:18 Das
ist die Geschlechterfolge nach Perez: Perez zeugte (holid)
Hezron ...
1.Chronik 1:29
(Die Söhne Abrahams waren Isaak und Ismael.) Das ist die Geschlechterfolge
nach ihnen: Der Erstgeborene Ismaels war Nebajot, dann kamen Kedar, Adbeel,
Mibsam ...
1.Chronik 5:7
Seine Brüder wurden, als sie sich nach ihren Geschlechterfolgen in die
Stammeslisten eintragen ließen, seinen Familien zugezählt ...
1.Chronik 7:2,4,9 ... Sie waren Häupter der Großfamilien Tolas, tapfere Krieger,
jeder entsprechend seiner Geschlechterfolge. Zur Zeit Davids zählten sie
22.600 Mann ... Sie hatten, geordnet nach ihrer Geschlechterfolge
und nach ihren Großfamilien ... viele Frauen und Kinder ... Die
Aufzeichnung entsprechend ihrer Geschlechterfolge nach den Häuptern
ihrer Großfamilien ...
1.Chronik 8:28
Sie waren Häupter der Großfamilien entsprechend ihrer Geschlechterfolge
...
1.Chronik 9:9,34 ... dazu ihre Brüder nach ihrer Geschlechterfolge,
insgesamt 956 Mann. Sie waren Oberhäupter ihrer Großfamilien ... Das waren
die Häupter der Großfamilien der Leviten nach ihrer Geschlechterfolge,
die Häupter. Sie wohnten in Jerusalem.
1.Chronik 26:31 ... die Geschlechterlisten der Großfamilien
der Hebroniter ...
Auch die Standartwörterbücher zum Alten Testament
bestätigen, dass Toledot wörtlich eine Aufeinanderfolge von Zeugungen
oder Geschlechterfolgen bedeutet: Gesenisus “Hebräisches Handwörterbuch zum
Alten Testament”, ghhw Seite 873, Köhler-Baumgartner “Veteris Testamenti
Libros”, kblv Seite 1021. Mit anderen Worten:
“Toledot”
ist der hebräische Inbegriff von Abstammung!
Der uralte Text der Bibel sagt also in einem
schlichten Satz aus, was Darwin Jahrtausende später herausfand:
Die im Schöpfungsbericht erwähnten Lebensformen
sind Teil eines gigantischen Stammbaumes -
der Mensch ist mit ihnen allen verwandt!
Eine sehr wichtige
Bestätigung für unsere Deutung ...
... ist der Textzusammenhang. Ein erster Blick in die
Genesis zeigt, dass der Schöpfungsbericht ganz klar eine aufsteigende
Entwicklungsreihe beschreibt, die sich erstaunlich mit dem deckt, was die
Naturwissenschaften bis heute herausgefunden haben:
·
Das Weltall hatte
einen Anfang, in dem Gott es erschuf. Wir nennen dieses Ereignis heute
“Urknall”! Erst entstanden “die Himmel”, dann die Erde, Vers 1.
·
Die Erde war
anfänglich ein chaotisches “Tohuwabohu”, von Wasser bedeckt, erst später
tauchten die Kontinente auf.
·
Gottes Geist
brütete am Anfang über den Gewässern der Urerde, dann erschienen der Reihe nach
Pflanzen, Meerestiere, Landtiere und zuletzt die Menschheit.
Es fällt außerdem auf, dass der ganze
Schöpfungsbericht immer wieder Worte wie Samen und Arten,
Fruchtbarkeit und Vermehrung gebraucht, die alle auf
Abstammung hinweisen.
Die Bibel, ein Buch voller Stammbäume!
Und tatsächlich, wenn es ein Buch gibt, in dem Abstammung eine zentrale
Rolle spielt, dann ist es unbestreitbar die Bibel: Sie enthält zahlreiche
weitere Stammbäume, die sich durch das ganze Buch erstrecken. Die erste Art von
Stammbäumen zeichnet den genauen Verlauf einer einzelnen Abstammungs-Linie auf:
Und dies ist die Geschlechterfolge (toledot) des Perez: Perez zeugte
(holid) Hezron, und Hezron zeugte (holid) Ram, und Ram zeugte
(holid) Amminadab ... Ruth 4:18-22
Die zweite Art von Abstammungsreihe zeigt dagegen, wie
sich aus einer gemeinsamen Herkunft ganze “Stämme” abspalten. Ein klassisches
Beispiel ist die sogenannte “Völkertafel” von Genesis 10, die eine
verblüffende Ähnlichkeit mit Genesis 1 hat: Ganze Völkerschaften entwickeln
sich aus gemeinsamen Vorfahren, der Bericht wird ausdrücklich als Stammbaum
(toledot) gekennzeichnet.
Die Erwähnung aller einzelnen Glieder ist in derartig weitverzweigten
Völkertafeln weder möglich noch sinnvoll, wollen sie doch einen Überblick
vermitteln. Als Folge erscheint das Tätigkeitswort holid = zeugen
in ihnen kaum noch oder gar nicht mehr. Statt dessen ist es stellvertretend in
dem (Unter-)Titel enthalten, der das ganze Geschehen eindeutig als eine Reihe
von Zeugungen und Abstammungen kennzeichnet.
Auf den Folgeseiten stellen wir die zwei ersten
Toledot-Register der Bibel einander gegenüber, den Schöpfungsbericht und den
Stammbaum der Söhne Noahs. Es ist auf einen Blick zu erkennen, dass es sich
grundsätzlich um ein und dasselbe handelt, nämlich um Stammbäume!

Abstammung - ein
Zentralthema der Bibel!
Ist es nicht
erstaunlich, dass die Bibel ausgerechnet mit einem Stammbaum beginnt? Das Thema
“Abstammung” muss ihrem Autor sehr wichtig sein, dass er es an den Anfang des
ganzen Buches stellt! Und alles Folgende dreht sich auch wieder um Abstammung,
denn Genesis 1 ist der Ausgangspunkt weiterer Stammbäume, die das
Grundgerüst der ganzen Bibel bilden:
Die Toledot = Zeugungsfolgen Adams, Genesis
5, setzen sich fort über die Toledot der Söhne Noahs, Genesis 10.
Diese beschreiben, wie aus wenigen Vorvätern ganze Völker und Nationen mit
eigenen Sprachen wurden. Über weitere Stammbäume gelangen wir bis zu Abraham,
Isaak, Jakob. Dieser wird später “Israel” genannt und ist der “Stammvater” von
zwölf “Stämmen”, die alle von ihm “abstammen”. Innerhalb dieses Volkes wird der
Abstammungslinie, die über König David verläuft, besondere Aufmerksamkeit
gewidmet. Wie ein roter Faden zieht sie sich durch die Seiten der Bibel.
Stammbäume sind also nicht verzierendes Beiwerk, sondern vielmehr der Kern, um
den herum sich das ganze Geschehen der Bibel fügt. Abstammung hat also eine
gewaltige Bedeutung beim Volk der Juden, von dem wir das Alte Testament haben -
und das Neue!
Auch das Neue Testament
beginnt mit einem Stammbaum!
Es erstaunlich genug,
dass das Alte Testament mit einem Stammbaum anfängt, aber dass auch das Neue so
beginnt, kann kein Zufall sein!
Stammbaum (griechisch: génesis) von Jesus, dem Messias, dem Sohn Davids,
des Sohnes Abrahams. Matthäus 1:1, Einheitsübersetzung
Tatsächlich verwendet die hebräische Übersetzung des Neuen Testamentes
in Matthäus 1:1 genau dasselbe Wort wie das hebräische Alte Testament in
Genesis 2:4, nämlich TOLEDOT:
Dies
sind die Zeugungsfolgen (toledot) Jesu Christi, des Sohnes
Davids ... Matthäus 1:1
Und wirklich enthalten
die ersten Verse des Matthäus-Evangeliums eine Liste der Vorfahren Jesu!
Matthäus 1 schafft damit die (bio-) logische Verknüpfung zweier Bücher,
die beide den Stammbaum von Himmel und Erde zum Inhalt haben. Und umgekehrt
übersetzt die Septuaginta, die von Juden aus der Zeit vor Christus stammende
griechische Übersetzung, in Genesis 2:4 wörtlich gleich mit dem, was im
griechischen Text von Matthäus 1:1 steht:
Dies ist das Buch des Geschlechtes (griechisch génesis) der Himmel und
der Erde ... Genesis 2:4
Was ist das häufigste
Hauptwort des Alten Testamentes?
Was für eine herausragende Bedeutung das Thema
“Abstammung” in der Bibel hat, spiegelt sich auch im Wortschatz des Alten
Testamentes auffällig wieder: Nach dem Gottesnamen JaHWäH (6.828
Vorkommen) ist Ben = Sohn mit großem Abstand das häufigste Hauptwort
(4.929 Vorkommen), gefolgt von Älohim = Gott (2600 Mal). Allen diese
drei Worte enthalten schon eine richtungsweisende Aussage: JHWH - Sohn -
Gott.
Nehmen wir die Bibel doch wirklich “beim Wort”!
Dies alles sind deutliche Belege dafür, dass wir nicht
eine Meinung in den Bibeltext hineingelesen, sondern nur wieder ans Licht
gebracht haben, was er schon seit Jahrtausenden sagt. Jetzt, wo wir den
Schlüssel in Händen halten, können wir eintreten in die Schatzkammern dieses
alten Buches. Gehen wir den Schöpfungsbericht also einfach Satz für Satz durch,
damit tatsächlich der Bibeltext selber “zu Wort” kommen kann. Wir dürfen uns
auf weitere Überraschungen gefasst machen!
Dies ist der Text von Genesis 1:1-2:4 nach der
allgemein als sehr genau und grundtextnah anerkannten “Elberfelder Bibel”. Die
Überschriften und Fußnoten wurden vom Verfasser eingefügt, die Anmerkungen in
Klammern stammen aus den Fußnoten der Elberfelder Bibel selber.
Die Erschaffung des Universums
1 Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
Die Tohuwabohu-Zeit der Erde
2 Und die Erde war (oder: wurde) wüst und leer,
und Finsternis war über der Tiefe (oder Flut).
Erstes Leben in den Gewässern der Urerde
Und der Geist Gottes schwebtericheph über den Wassern.
Erster Zeitraum: Sonnenlicht dringt bis zur
Erdoberfläche
3 Und Gott
sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.
4 Und Gott sah
das Licht, dass es gut war.
Und Gott
schied das Licht von der Finsternis.
5 Und Gott
nannte das Licht Tag, die Finsternis aber nannte er Nacht. Und es wurde
Abend, und es wurde Morgen: ein
Tag.
Zweiter Zeitraum: Eine Atmosphäre entsteht
6 Dann sprach
Gott: Es werde eine Wölbungraqia mitten
in den Wassern, und es sei eine Scheidung zwischen den Wassern und den Wassern!
7 Und Gott
machte die Wölbung und schied die Wasser, die unterhalb der Wölbung von den
Wassern, die oberhalb der Wölbung waren. Und es geschah so.
8 Und Gott nannte die Wölbung Himmel.
Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein zweiter Tag.
Dritter Zeitraum: Das Festland taucht aus dem Urmeer
auf
9 Und Gott
sprach: Es sollen sich die Wasser unterhalb des Himmels an einen Ort sammeln,
und es werde das Trockene sichtbar! Und es geschah so.
10 Und Gott nannte das Trockene Erde, und die
Ansammlung der Wasser nannte er Meere. Und Gott sah, dass es gut war.
Pflanzen besiedeln das Festland
11 Und Gott
sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringt,
Fruchtbäume, die auf der Erde Früchte
tragen nach ihrer Artmin, in
denen ihr Same ist! Und es geschah so.
12 Und die Erde
brachte Gras hervorjatsa, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und
Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist nach ihrer Art.
Und Gott sah, dass es
gut war.
13 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen - ein
dritter Tag.
Vierter Zeitraum: Die Atmosphäre klart auf
14 Und Gott
sprach: Es sollen Lichterma-or an der
Wölbung des Himmels werden, um zu scheiden zwischen Tag und Nacht, und sie
sollen dienen als Zeichen und (zur Bestimmung von) Zeiten und Tagen und Jahren,
15 und sie sollen
als Lichter an der Wölbung des Himmels dienen, um auf die Erde zu leuchten! Und
es geschah so.
16 Und Gott
machteasah die
beiden großen Lichter: das größere Licht zur Beherrschung des Tagesjom und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht, und die Sterne.
17 Und Gott
setztenatan sie an
die Wölbung des Himmels, über die Erde zu leuchten
18 und zu
herrschen über den Tag und über die Nacht, und um zwischen dem Licht und der
Finsternis zu scheiden. Und Gott sah, dass es gut war.
19 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen -
ein vierter Tag!
Fünfter Zeitraum: Tierisches Leben in den
Meeresgewässern
20 Und Gott
sprach: Es sollen die Wasser vom Gewimmel lebender Wesennäphäsch wimmeln, und Vögeloph sollen über die Erde fliegen unter der Wölbung des
Himmels!
21 Und Gott schuf
die großen Seeungeheuertannin und
alle sich regenden lebenden Seelen, von denen die Wasser wimmeln, nach ihrer
Art und alle geflügelten Vögel nach ihrer Art. Und Gott sah, dass es gut war.
22 Und Gott
segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt das Wasser
in den Meeren, und die Vögel sollen sich vermehren auf der Erde!
23 Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein
fünfter Tag.
Sechster Zeitraum: Landtiere kommen heraus
24 Und Gott
sprach: Die Erde bringe lebende Wesen hervorjatsa nach ihrer Art: Vieh und kriechende Tiere und (wilde)
Tiere der Erde nach ihrer Art! Und es geschah so.
25 Und Gott
machte die (wilden) Tiere der Erde nach ihrer Art und das Vieh nach seiner Art
und alle kriechenden Tiere auf dem Erdboden nach ihrer Art.
Und Gott sah, dass es gut war.
Die Menschheit wird erst zubereitet und dann erschaffen
26 Und Gott
sprach: Lasst uns Menschen machenasah in
unserem Bild, nach unserem Abbild! Sie sollen herrschen über die Fische des
Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde
und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen!
27 Dann schuf Gott den Menschen nach seinem Bild,
nach dem Bild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau (wörtlich: männlich und
weiblich) schuf er sie.
Segnung und Herrschaftsauftrag für die Menschheit
28 Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen:
Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie (euch)
untertan, und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des
Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen!
Privileg der Menschen: Früchte und Samen als Nahrung
29 Und Gott
sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Kraut gegebennatan, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden
Baum, an dem samentragende Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dienen.
30 Aber allen
Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde
regt, in dem eine lebende Seelenäphäsch ist,
(habe ich) alles grüne Kraut zur Speise (gegeben).
31 Und es geschah
so. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Und
es wurde Abend, und es wurde Morgen: das war der sechste Tag.
Siebter Zeitraum:
Vollendung des Werkes
2:1 So wurden die
Himmel und die Erde und ihr ganzes Heertsaba vollendet.
2:2 Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk,
das er gemacht hatte, und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er
gemacht hatte.
Segnung und Heiligung des siebten Tages
2:3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte
ihn, denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem
er es machte.
Der zusammenfassende
Untertitel
2:4 Dies ist die Entstehungsgeschichtetoledot
(Fußnote der Elberfelder Bibel:
“Hebräisch toledot, das heißt wörtlich Erzeugungen,
es bedeutet im AT Nachkommen, Geschlechterfolge ...”)
der Himmel
und der Erde,
als sie geschaffen wurden, an dem Tag,
an dem Gott, der HERR, Erde und Himmel machte.
Im Anfang erschuf Gott die Himmel und die Erde!
Genesis 1:1
Auf Hebräisch sehen die
ersten Worte der Bibel so aus:
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Und ausgesprochen werden sie ungefähr so:
“Böreschit bara ÄLOHIM et ha-schamajim
wö-et ha-aräts”
Diese Worte sind Jahrtausende alt. Aber erst vor
ungefähr hundert Jahren sind auch die Naturwissenschaftler zu derselben
Erkenntnis gelangt, dass das Weltall nämlich tatsächlich einen Anfang hat:
Die säkulare
Wissenschaft ist immer davon ausgegangen, dass das Universum ewig ist.
Gottgläubige mussten einfach sagen: “Also gut, selbst wenn das Universum
statisch zu sein scheint, hat es trotzdem einen Anfang gehabt, als Gott es
schuf.” Die Entdeckung des 20. Jahrhunderts, dass das Universum kein
unveränderliches, ewiges Gebilde ist, war für säkulare Denker ein völliger
Schock. Sie kam völlig unerwartet.
Lee Strobel “Indizien für einen
Schöpfer”, Seite 143
Der “Urknall” ist also nicht eine atheistische,
sondern eine christliche Idee! Die “Ungläubigen” unter den
Naturwissenschaftlern konnten sich nur zögernd mit diesem Konzept anfreunden
und nur, weil die Fakten sie dazu zwangen:
Es war ein Mann
Gottes, der auf die Idee mit dem Urknall kam. Ende der zwanziger Jahre erfuhr
der junge belgische Priester und Astronom Georges Lemaître von einer
rätselhaften Entdeckung. Sein amerikanischer Forscherkollege Edwin Hubble hatte
beobachtet, dass sich alle Galaxien rasend schnell von der Erde fort bewegen.
Die fernen Sterneninseln, so fiel Lemaître auf, verhalten sich wie
Granatsplitter nach einer Detonation. Kurz darauf veröffentlichte er im
Wissenschaftsmagazin 'Nature' eine phantastisch klingende Hypothese: Vor Äonen,
so der Priester, explodierte ein “Uratom”, aus dem dann Raum, Zeit und Materie
entstanden seien.
Die Himmelsforscher waren entsetzt. Ihr gottesfürchtiger Kollege musste sich
irren. Unter allen Umständen wollten sie in ihren kosmologischen Modellen so
etwas wie einen Schöpfungsakt vermeiden. Doch der Priester behielt Recht. Heute
zweifelt kaum noch ein Astronom daran, dass alles einmal mit einem großen Knall
angefangen hat. Vor 15 Milliarden Jahren ...
O. Stampf, DER SPIEGEL 2/2002 Seite
148
Während in früheren Jahrhunderten die Menschen mit
bloßem Auge den Sternenhimmel betrachteten und dadurch unwillkürlich in ihrem
Glauben an einen allmächtigen Gott bestärkt wurden, sind nun die Erkenntnisse
der modernen Astronomie ein noch stärkeres Argument für den Glauben an einen
Urheber aller Dinge geworden, das auch - oder gerade - hochkarätige
Wissenschaftler überzeugt:
Die Astronomie
führt uns zu einem einzigartigen Ereignis, einem Universum, das aus dem Nichts
erschaffen wurde, ... und dem ein (man könnte sagen übernatürlicher) Plan zu
Grunde liegt ...
Die besten Angaben, die die Wissenschaft uns liefert, sind genau das, was ich
vorhergesagt hätte, wenn ich nichts anderes gehabt hätte als die fünf Bücher
Mose.
Nobelpreisträger Arno Penzias,
zitiert in: Lee Strobel “Indizien für einen Schöpfer” Seite 203
Ein weiteres Beispiel hierfür ist Allan Rex Sandage,
ein weltweit bekannter Kosmologe, der durch seine Arbeit das Mysterium der
Quasare sowie das Alter von Kugelstemhaufen ergründet hat, der die Entfernungen
zwischen fernen Galaxien genau bestimmt und die Ausdehnung des Universums quantifiziert
hat. Er war von Kindesbeinen an Atheist gewesen, doch durch seine Forschungen
kam er zum Glauben an Gott:
Meine Wissenschaft
hat mich zu dem Schluss gebracht, dass die Welt sehr viel komplizierter ist,
als es sich durch die Wissenschaft erklären lässt ... Erst durch das
Übernatürliche kann ich das Geheimnis meiner Existenz verstehen. Allan Rex Sandage, zitiert in Lee Strobel “Indizien
für einen Schöpfer” Seite 95,96
Die Welt ist nicht so
überschaubar und durchschaubar geworden, dass Gott keinen Platz mehr in ihr
hätte, wie man zur Zeit der sogenannten Aufklärung meinte. Im Gegenteil, das
Weltall hat sich inzwischen vielmehr als so unvorstellbar groß und komplex
erwiesen, dass die Intelligenz und Macht seines Schöpfers für Menschen
unermesslich ist. Es sind nicht die Lücken unserer Erkenntnis, die Gott zu
füllen hätte, und die immer kleiner werden, sondern gerade die nachvollziehbare
Logik der Schöpfung verlangt einen denkenden Planer, ein für uns
unvorstellbares Genie:
Gottes Größe schrumpft nicht mit unseren
Wissenslücken,
sondern sie wächst mit unserer Erkenntnis!
Was meint die Bibel mit
“erschaffen”?
Das hebräische Wort bara = erschaffen
bezeichnet einen plötzlichen Akt, bei dem Gott aus sich heraus etwas völlig
Neues ins Dasein bringt. Deshalb ist “Urknall” keine schlechte Umschreibung für
das, was die Bibel “Erschaffung von Himmel und Erde” nennt:
Innerhalb von drei
Minuten ... entstanden 98
Prozent aller Materie, die es gibt oder jemals geben wird. Wir haben ein
Universum. Es ist ein Ort der wunderbarsten und befriedigendsten Möglichkeiten
und außerdem ist er auch noch schön. Und all das war in etwa der Zeit erledigt,
die man braucht, um sich ein Butterbrot zu schmieren.
Lee Strobel “Indizien für einen Schöpfer”, Seite 127
Tatsächlich, Gottes Schöpfungen geschehen relativ schnell, doch wäre es
ein Missverständnis zu meinen, das Ergebnis seien fix und fertige Endprodukte!
Im Gegenteil, Schöpfungsakte bringen immer den Rohstoff für weitere
Entwicklungen hervor. Darum wird die Schöpfung in Genesis 1:1 ja auch
ausdrücklich als “Anfang” bezeichnet, was eine Weiterentwicklung zwingend
erwarten lässt!
Das für uns vielleicht anschaulichste Beispiel dafür, was die Bibel
unter Schöpfung versteht, ist die Zeugung jedes einzelnen Menschen im
Mutterleib, die zugleich ein Schöpfungsakt Gottes ist:
... jeden, den ich zu meiner Ehre geschaffen habe (bara').
Jesaja 43:7, vergleiche Psalm 102:19, Maleachi 2:10
Die körperlichen Eigenschaften einer Person werden
durch die Gene bestimmt, die bei der Befruchtung der Eizelle festgelegt werden.
Dies geschieht in sehr kurzer Zeit, relativ plötzlich. Doch es ist nicht das
Ende, sondern der Anfang einer intensiven Entwicklung, in der die persönlichen
Eigenschaften sich entfalten. Diese “Evolution” der einzelnen Person läuft
nicht vollautomatisch ab, sondern hängt wiederum von vielen äußeren Einflüssen
und eigenen Entscheidungen und Handlungen ab. Dies zeigt deutlich, in welch
hohem Maße natürliche Prozesse mit Gottes Schöpfungsakten verwoben sein können.
Nur drei Schöpfungsakte im
ganzen Schöpfungsbericht!
Es ist zwar wahr, dass nur Gott etwas erschaffen kann
und deshalb zu recht als einziger “Schöpfer” genannt werden kann. Aber er ist
mehr als nur Schöpfer: Die Bibel kennt mindestens 700 Namen für Gott, die alle
verschiedene Aspekte seines Wesens beleuchten[2]. Es wäre
deshalb falsch zu meinen, Gott habe in Genesis 1 ausschließlich
Schöpfungsakte vollbracht! Im Gegenteil: In der hebräischen Bibel ist bara =
erschaffen ein recht seltenes Wort, auf mehr als tausend Seiten kommt es nur 47
Mal vor! Selbst in den 35 Versen des “Schöpfungsberichtes” werden nur drei
Schöpfungsakte genannt, und zwischen dem ersten und dem zweiten Schöpfungsakt
liegen zwanzig Verse Entwicklung:
Genesis 1:1 Himmel
und Erde = Materie, Raum und Zeit
Genesis 1:21 Tiere = seelische Lebewesen
Genesis 1:27 Menschen = geistige Lebewesen
Diesen
drei Schöpfungen entsprechen auf Seiten der Naturwissenschaften drei Ereignisse,
die derartig plötzlich verliefen, dass sie die Naturwissenschaftler bis heute
vor grundsätzliche Rätsel stellen und in zwei Fällen “explosive” Namen
bekamen - sie stellen unübersehbare Hinweise auf einen Schöpfergott dar:
·
Der Urknall, die
plötzliche und zugleich unerklärliche Entstehung der Materie
·
Die Kambrische
Explosion, das plötzliche Erscheinen tierischen Lebens
·
Der kometenhafte
Aufstieg der Menschheit
Die drei Neuschöpfungen sind in den Zeugungsfolgen von
Himmel und Erde wie Säulen, die die gesamte Entwicklung tragen. Gleichzeitig
sind sie eng verwoben mit den Abstammungs- und Entwicklungsprozessen, die
letztlich ebenso von Gott bewirkt wurden, nur auf andere Art und Weise.
Ergebnis: Die Schrift lehrt einerseits
Schöpfung, denn sie betont, dass drei
Schöpfungsakte Gottes die Abstammungsreihe des irdischen Lebens tragen:
·
Die Erschaffung
der Materie “im Anfang”, der “Urknall”, Genesis 1:1
·
Die Erschaffung
tierisch-seelischen Lebens, die “Kambrische Explosion”, Genesis 1:21
·
Die Erschaffung
des Menschen als geistiges Wesen, “Kultur”, Genesis 1:27
Andererseits lehrt sie auch Evolution: Sie bezeichnet das ganze Geschehen als einen
Stammbaum, Genesis 2:4. Gott schuf zwar relativ plötzlich Materie, Tierseelen
und Menschengeist, aber nicht fix und fertig, sondern in geschichtliche
Prozesse hinein und auf weitere Entwicklung hin angelegt: “Gott erschuf, um
zuzubereiten” - so lautet der hebräische Text von Genesis 2:3 wörtlich.
Man sollte allerdings drei Dinge klar voneinander
unterscheiden, wenn man den Begriff Evolution verwendet:
·
Evolution im Sinne von Abstammung und Höherentwicklung - wie
wir es meinen.
·
Evolutions-Theorien als Erklärungsversuche, wie Evolution geschah, zum
Beispiel die “Darwin'sche Evolutionstheorie”, die sich auf “Mutation und
Selektion” stützt.
·
Evolution-ismus als atheistische Philosophie, die voreingenommen
jeglichen Gott ausschließt und nur Zufall und Notwendigkeit als Faktoren für
Evolution zulässt.
Die Diskussion “Schöpfung oder Evolution”
beruht somit auf einer falschen Fragestellung:
Eine Art falscher
Alternativen liegt dann vor, wenn die Frage “entweder - oder” gestellt wird,
die sogenannten Alternativen in Wirklichkeit aber lediglich zwei Seiten ein und
derselben Münze sind ... Falsche Alternativen liegen fast allen großen
Kontroversen in der Geschichte der Evolutionsbiologie zugrunde.”
Ernst Mayr, “Die Entwicklung der
biologischen Gedankenwelt, 675
Die Bibel sagt es in einem Satz:
Dies sind die Zeugungsfolgen von Himmel und
Erde = Abstammung, Evolution
in ihrem Erschaffenwerden = Schöpfung. Genesis 2:4
Zur Zeit seiner
Abfassung verfügte kein Mensch über das Wissen, um ein dermaßen zutreffendes
Bild von der Frühzeit der Erde zu zeichnen, wie es der Schöpfungsbericht gibt.
Somit drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass hier jemand anderes berichtet,
was auf der Erde geschah, ehe auch nur irgend ein Mensch auf ihr lebte. Mit
anderen Worten: Der Schöpfungsbericht ist nicht das Produkt menschlicher
Spekulationen, sondern ein Bericht aus erster Hand, man könnte auch sagen: Eine
Visitenkarte Gottes!
Man könnte über dieses
Thema ein eigenes Buch schreiben, und Lee Strobel hat es getan, dessen Werk
“Indizien für einen Schöpfer” ich an dieser Stelle empfehlen möchte. Ich selber
will mich hier kurz fassen und nur drei naturwissenschaftliche Argumente
nennen, die auf einen Urheber und Ordner des Weltalls hinweisen:
1. Der Satz von
der Erhaltung der Energie
Er wird in den Naturwissenschaften als universal
gültig angesehen und besagt, dass innerhalb der Schöpfung Energie niemals
vermehrt oder vermindert, sondern nur von einer Energieform in die andere
überführt werden kann. Der Volksmund würde das so formulieren: “Von nichts
kommt nichts”! Demnach muss es einen übernatürlichen Ursprung aller
Materie und Energie geben. Diesen Schöpfer, den Urheber aller Dinge, nennen
Menschen überall auf der Erde “Gott”.
Die einzige Ausflucht aus dieser Logik bestand in der
Annahme, das Weltall sei einfach schon ewig vorhanden gewesen. Aber eben diese
Behauptung ist durch den “Urknall” widerlegt: Inzwischen gilt es als
wissenschaftlich erwiesen, dass das Weltall nicht schon unendlich existiert,
sondern dass es den “Anfang” der Bibel tatsächlich gab: Man nennt ihn “Urknall”
und datiert ihn auf ungefähr 13 Milliarden Jahre.
Gott ist die
Ursache (lateinisch: causa) aller Dinge,
und wer kausal denkt, denkt in der Richtung Gottes.
Gerade weil ich nachgedacht habe,
bin ich gläubig geblieben.
Louis Pasteur, Chemiker
und Bakteriologe
2. Der Satz
von der Entropie
Er besagt, dass jedes System, das sich selber
überlassen wird, sich immer von höherer Ordnung in Richtung Unordnung bewegt.
Demnach muss am Anfang der Schöpfung eine intelligente Macht stehen, die der
Materie ihre Ordnung gegeben hat:
Die moderne Physik
lehrt mich, dass die Natur außerstande ist, sich selbst zu ordnen. Das
Universum stellt eine große Masse von Ordnung dar. Deshalb ist eine große erste
Ursache erforderlich, die nicht dem zweiten Satz der Energieumwandlung
unterworfen, die also übernatürlich ist.
Claude Hathaway, Erfinder des
“Elektronengehirns”
Wir stellen fest,
dass unter den Dingen manche, die keine Erkenntnis haben, wie zum Beispiel die
Naturkörper, dennoch auf ein festes Ziel hin tätig sind. Das zeigt sich darin,
dass sie immer oder doch in der Regel in der gleichen Weise tätig sind und
stets das Beste erreichen. Das beweist aber, dass sie nicht zufällig, sondern
irgendwie absichtlich ihr Ziel erreichen. Die vernunftlosen Wesen sind aber nur
insofern absichtlich, das heißt auf ein Ziel hin tätig, als sie von einem
erkennenden geistigen Wesen auf ein Ziel hingeordnet sind wie der Pfeil vom
Schützen. Es muss also ein geistig-erkennendes Wesen geben, von dem alle
Naturdinge auf ihr Ziel hingeordnet werden: und dieses nennen wir “Gott.”
Thomas von Aquin in: Georg Siegmund
“Naturordnung als Quelle der Gotteserkenntnis” Seite 54
Und das ist nicht eine überholte Meinung aus dem Mittelalter,
sondern hat bis in die Neuzeit hinein Gültigkeit. So schreibt Max Planck, der
Begründer der Quantentheorie:
Es gibt ein Gesetz,
welches die Eigentümlichkeit hat, dass es auf jedwede den Verlauf eines
Naturvorganges betreffende sinnvolle Frage eine eindeutige Antwort gibt, und
dies Gesetz besitzt, soweit wir sehen können, ebenso wie das Energieprinzip,
genaue Gültigkeit, auch in der allerneuesten Physik. Was wir aber nun als das
allergrößte Wunder ansehen müssen, ist die Tatsache, dass die sachgemäßeste
Formulierung dieses Gesetzes bei jedem Unbefangenen den Eindruck erweckt, als
ob die Natur von einem vernünftigen, zweckbewussten Willen regiert würde. Max Planck
Als Beispiel führt auch er die Lichtbrechung an. Beim
Durchgang durch Medien verschiedener Lichtbrechung benutzt das Licht immer
diejenige Bahn, ...
... zu deren
Zurücklegung es, bei Berücksichtigung der verschiedenen
Fortpflanzungsgeschwindigkeiten in den verschiedenen Luftschichten, die
kürzeste Zeit braucht. Die Photonen, welche den Lichtstrahl bilden,
verhalten sich also wie vernünftige Wesen. Sie wählen sich unter allen
möglichen Kurven, die sich ihnen darbieten, stets diejenige aus, die sie am
schnellsten zum Ziele geführt. Max
Planck in: Georg Siegmund “Naturordnung als Quelle der Gotteserkenntnis”
Seite 75
Es ist also keinesfalls so, dass Gott durch die
zunehmenden Erkenntnisse der Naturwissenschaft immer kleiner würde, sondern im
Gegenteil:
Die Größe Gottes wächst
in dem Maße,
wie die Logik und Komplexität des Universums
vor unseren Augen zunimmt!
3. Die
“Feinabstimmung des Universums”
Die Genauigkeit, mit der das Weltall geplant worden
sein muss, übersteigt das menschliche Vorstellungsvermögen um ein
Vielmilliardenfaches. Es hat sich herausgestellt, dass die neuentdeckten
Naturkonstanten wie zum Beispiel das Plancksche Wirkungsquantum oder die
Wirkung der Gravitation bis auf die vierzigste Stelle hinter dem Komma genau
stimmen müssen, damit das Weltall überhaupt entstehen konnte:
Das Weltall ist uns
so unwahrscheinlich günstig gesinnt, dass es geplant zu sein scheint. Wäre zum
Beispiel die Materiedichte im Urknall nur um den zehn-hoch-vierzigsten Teil
größer gewesen, wäre das Universum in kurzer Zeit wieder kollabiert.
Andreas Tammann, Astronomie-Professor Basel
Hinzu kommen die extrem unwahrscheinlichen
Bedingungen, die dann ein Leben auf konkret dieser Erde überhaupt erst möglich
gemacht haben - die Art und Zusammensetzung der Elemente auf der Erde,
deren Größe und Lage im Sonnensystem und in der Galaxie, die Achsenneigung,
Umlaufzeiten, der Mond usw.:
Das Universum ist
offensichtlich eine abgekartete Sache. Es gibt zu vieles, was zwar wie durch
Zufall entstanden aussieht, es aber nicht ist. Eine vernünftige Interpretation
der Tatsachen legt den Gedanken nahe, dass eine Superintelligenz mit Physik,
Biologie und Chemie jongliert hat und dass es in der Natur keine blinden Kräfte
gibt, die der Rede wert wären.
Sir Fred Hoyle, Physiker und Astronom
Mit anderen Worten: Die Natur-Gesetze, die all dem
zugrunde liegen, müssen von jemandem gesetzt worden sein.
Die große Fülle
moderner Entdeckungen hat den alten Materialismus vollkommen zerstört. Das
Universum zeigt sich heute unseren Augen als Gedanke. Ein Gedanke aber
setzt das Vorhandensein eines Denkers voraus. Sir John A. Fleming, Physiker, Radiotechniker
Deshalb wird Gott durch die zunehmenden menschlichen
Erkenntnisse nicht immer kleiner, sondern ganz im Gegenteil, die Größe Gottes
wächst in dem Maße, wie die Größe und Komplexität des Universums vor unseren
Augen zunimmt:
Je mehr das Feld
der Wissenschaft sich erweitert,
desto zahlreicher und unverwerflicher werden die Beweise für die ewige Existenz
einer schöpferischen und allmächtigen Weisheit.
W.Herschel, Astronom, Entdecker des
Uranus
Je tiefer wir in
das harmonische ... Walten der Naturkräfte eindringen, desto mehr fühlen
wir uns zu demütiger Bescheidenheit angeregt ... desto höher steigt unsere
Bewunderung der unendlichen ordnenden Weisheit, welche die ganze Schöpfung
durchdringt.
Werner von Siemens, Begründer der
Elektrotechnik
Das Weltall hat mit seinem Alter und seiner Größe von
13 Milliarden (Licht-) Jahren inzwischen ein Ausmaß erreicht, das eines
allmächtigen Gottes sicher würdiger ist als die menschlich überschaubare,
kleine und junge Welt des Mittelalters. Aber das Ende ist noch nicht in Sicht:
Je
mehr ein Mensch die Geheimnisse des Universums seinem Willen beugt und
erforscht, desto mehr wird ihm zum Entdecken übrigbleiben, denn er wird die
Unendlichkeit des Unendlichen begreifen.
Guglielmo Marconi, Nobelpreis Physik
1909,
Erfinder von drahtloser Telegraphie, Radio und Fernsehen
Was sagt die Bibel zum Thema “Gottesbeweis”?
Die Bibel betont, dass
die Schöpfung ein klarer Beweis für die Existenz Gottes ist:
Das von Gott Erkennbare ist unter den Menschen offenbar, weil Gott
es ihnen offenbar gemacht hat. Denn sein unsichtbares (Wesen) wird seit der
Erschaffung der Welt in dem Gemachten wahrgenommen und geschaut: Seine ewige
Kraft und Göttlichkeit - damit sie ohne Entschuldigung seien ...
Römer 1:19,20
Aus der Schöpfung können wir zwar bei weitem nicht das
ganze Wesen Gottes erfassen, aber zwei seiner Eigenschaften können wir ganz
klar aus ihr erkennen: Seine Göttlichkeit und seine ewige Kraft. Das ist für
jedermann “erkennbar = gnohstós“ und “offenbar = phanerós”, das
kann “mit dem Verstand wahrgenommen = no-éoh“ und sogar “geschaut =
kat-horáoh“ werden.
Paulus bestätigt mit seinen Sätzen außerdem die
Erkenntnis, dass wir grundsätzlich nur dann etwas über Gott wissen können, wenn
er es von sich aus offenbart: “Weil Gott es ihnen offenbar gemacht hat”.
Ein Gottesbeweis ist deswegen, ganz einfach gesagt, “wenn Gott sich beweist”.
Gott selber ist zwar unsichtbar, er ist Geist, doch
sein Wirken in der Schöpfung beweist sein Dasein - so wie ein Wind selber nicht
sichtbar ist, aber dennoch eindeutig durch seine Wirkung wahrgenommen wird:
“Geist” und “Wind” ist in den Ursprachen der Bibel jeweils dasselbe Wort
(hebräisch ruach, griechisch pneuma). Das Gemälde ist Beweis für
die Existenz eines Malers, die Uhr ein Beweis für den Uhrmacher. Dieser Beweis
ist so stark, dass jeder Unglaube “ohne Entschuldigung” bleibt. Die
Bibel vertritt also den Standpunkt, dass die Schöpfung ein offensichtlicher,
unwiderlegbarer Beweis für die Existenz Gottes ist. Doch wie sieht die Sache
aus der Sicht der Naturwissenschaften aus?
Wer denkt, muss glauben!
Die Logik und Größe der Schöpfung hat zu
allen Zeiten auch Naturwissenschaftler davon überzeugt, dass es einen
intelligenten und mächtigen Schöpfer geben muss. Mehr noch, einige der größten
unter ihnen waren der Überzeugung, dass echte Naturwissenschaft letztlich jeden
Forscher zu dem Punkt bringen muss, an dem er zum Glauben an Gott kommt. Wer
wirklich in die Tiefe gehende Naturforschung betreibt, wird unweigerlich zu dem
Ergebnis kommen, dass es einen Gott gibt - das ist die Überzeugung von
Naturwissenschaftlern wie Albert Einstein und Max Planck:
Jedem tiefen
Naturforscher muss eine Art
religiösen Gefühls naheliegen, weil er sich nicht vorstellen mag, dass die
ungemein feinen Zusammenhänge, die er erschaut, von ihm zum ersten Mal gedacht
werden.
Albert Einstein, Begründer der
Relativitätstheorie, Nobelpreis Physik
Für den gläubigen
Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller
Überlegungen. Max Planck, Begründer
der Quantentheorie,
Nobelpreis Physik
Diese beiden Spitzenwissenschaftler sind
deshalb nur zwei Beispiele für viele andere. Mehr als fünfzig solcher Aussagen
sind in dem gratis zu beziehenden Heft “Bekenntnisse - Zitate berühmter
Naturwissenschaftler zum Thema Gott” gesammelt. Sie finden sich außerdem in
dem Buch “Gottes Beweise - Gute Gründe, an ihn zu glauben”, das vom
Verfasser zum Selbstkostenpreis bezogen oder aus dem Internet gratis
heruntergeladen werden kann. Hier auszugsweise noch einige weitere Bekenntnisse.
Charles Darwin (1809-1895),
Begründer der Evolutionstheorie
Ich kann mich keineswegs damit abfinden, dieses wunderbare Universum
und insbesondere die Natur des Menschen zu betrachten und zu folgern, dass
alles nur das Ergebnis roher Kräfte sei.
Stuhlhofer “Weltreise zum Agnostizismus” Seite 75,76
Ich habe niemals die Existenz Gottes verneint. Ich glaube, dass die
Entwicklungstheorie absolut versöhnlich ist mit dem Glauben an Gott. - Die
Unmöglichkeit des Beweises und Begreifens, dass das großartige, über alle Maßen
herrliche Weltall ebenso wie der Mensch zufällig geworden ist, scheint mir das
Hauptgargument für die Existenz Gottes.
Ernst Frankenberger “Gottbekenntnisse großer Naturforscher”
Max Planck (1858-1947),
Physiker,
Begründer der Quantentheorie
Den unmittelbarsten Beweis für die Verträglichkeit von Religion und
Naturwissenschaft bildet die historische Tatsache, dass gerade die größten
Naturforscher aller Zeiten, Männer wie Kepler, Newton, Leibniz von tiefer
Religiosität durchdrungen waren.
Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, wie heutzutage
manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander.
Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang,
für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen.
Albert Einstein, Physiker
(1879-1955)
Jedem tiefen Naturforscher muss eine Art religiösen Gefühls naheliegen,
weil er sich nicht vorstellen mag, dass die ungemein feinen Zusammenhänge, die
er erschaut, von ihm zum ersten Mal gedacht werden.
Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine
grenzenlos überlegene Vernunft.
Die gängige Vorstellung, ich sei ein Atheist, beruht auf einem großen
Irrtum. Wer sie aus meinen wissenschaftlichen Theorien herausliest, hat sie
kaum begriffen ...
Nicht Gott ist relativ, und nicht das Sein, sondern
unser Denken.
Ich glaube nicht, dass Wissenschaft und Religion notwendigerweise
Gegensätze sind. Ich denke vielmehr, es gibt zwischen den beiden eine sehr enge
Verbindung. Außerdem glaube ich, Wissenschaft ohne Religion ist lahm und
Religion ohne Wissenschaft blind. Beide sind wichtig und sollten Hand in Hand
arbeiten ...
Ich glaube an das Rätselhafte, und, offen gesagt, ich begegne diesem
Rätselhaften manchmal mit großer Furcht. Mit anderen Worten, ich glaube, es
gibt im Universum viele Dinge, die wir nicht wahrnehmen oder durchschauen
können.
(Einstein in: A.Bucky “Der private Albert Einstein”, Seite 159)
Meine Religiosität besteht in einer demütigen Bewunderung für den
unendlich höheren Geist, der sich in dem wenigen offenbart, das wir - mit
unserem schwachen, flüchtigen Verständnis - von der Wirklichkeit erfassen
können.
Johannes Kepler(1571-1630),
Mathematiker und Astronom
Astronomie treiben heisst die Gedanken Gottes nachlesen.
Ernst Frankenberger: “Gottbekenntnisse großer Naturforscher”
Werner von Braun, Physiker,
Raumfahrttechniker
Die gelegentlich gehörte Meinung, dass wir im Zeitalter der
Weltraumfahrt so viel über die Natur wissen, dass wir es nicht mehr nötig
haben, an Gott zu glauben, ist durch nichts zu rechtfertigen. Bis zum heutigen
Tag hat die Naturwissenschaft mit jeder neuen Antwort wenigstens drei neue
Fragen entdeckt. Nur ein erneuerter Glaube an Gott kann die Wandlung
herbeiführen, die unsere Welt vor der Katastrophe retten kann. Wissenschaft und
Religion sind dabei Geschwister, keine Gegensätze ... Über allem stehe die
Ehre Gottes, der das große Universum schuf!
Arthur S. Eddington,
Astronom und Physiker
Die moderne Physik führt uns notwendig zu Gott hin, nicht von ihm fort.
Keiner der Erfinder des Atheismus war Naturwissenschaftler. Alle waren sie sehr
mittelmäßige Philosophen. Ernst Frankenberger “Gottbekenntnisse großer
Naturforscher”
Lord Thomson Kelvin,
Physiker
Überwältigende Beweise von Intelligenz und wohlwollender Absicht
umgeben uns, zeigen uns die ganze Natur hindurch das Wirken eines freien
Willens und lehren uns, dass alle lebenden Wesen von einem ewigen
Schöpfer-Herrscher abhängig sind.
Ernst Frankenberger: “Gottbekenntnisse großer Naturforscher”)
Isaak Newton, Physiker,
Mathematiker, Astronom
Die wunderbare Einrichtung und Harmonie des Weltalls kann nur nach dem
Plane eines allmächtigen Wesens zustande gekommen sein. Das ist und bleibt
meine letzte und höchste Erkenntnis.
Ernst Frankenberger: “Gottbekenntnisse ...”
Galileo Galilei
Zwei Wahrheiten können sich nie widersprechen ... Denn die Heilige
Schrift wie auch die Natur haben ihren Ursprung gleichermaßen im Worte Gottes.
Gott offenbart sich uns in ebenso wunderbarer Weise in den Handlungen der Natur
wie in den ehrwürdigen Sätzen der Heiligen Schrift.
Thomas Alva Edison,
Erfinder, mehr als 1.200 Patente
Den größten Respekt und die größte Bewunderung für alle Ingeneure,
besonders für den größten unter ihnen: Gott!
Ernst Frankenberger “Gottbekenntnisse ...”
Robert Andrews Millikan,
Physiker, Nobelpreis 1923
Leute, die wenig von Wissenschaft wissen, und Leute, die wenig von
Religion verstehen, mögen sich einmal streiten, und die Zuschauer mögen denken,
da streiten sich nun die Wissenschaft und der Glaube, während es sich in der
Tat um einen Zusammenstoß zwischen zwei Arten von Unwissenheit handelt.
Ernst Frankenberger: “Gottbekenntnisse großer Naturforscher”
Blaise Pascal.
Mathematiker, Physiker
Es wäre nicht gerecht gewesen, wenn Gott in seiner Weise erschienen
wäre, also vollkommen göttlich und absolut fähig, alle Menschen zu überzeugen.
Aber es wäre auch nicht gerecht gewesen, wenn er so verborgen gekommen wäre,
dass er von denen nicht hätte erkannt werden können, die ihn ernsthaft
suchen ...
Für die, die wirklich sehen wollen, ist Licht genug da
und Verdunklung für die, die anders gesinnt sind.
Pascual Jordan, Physiker,
Begründer der Quantentheorie
Alle Hindernisse, alle Mauern, welche die ältere Naturwissenschaft auf
dem Wege zur Religion aufgerichtet hatte, sind heute nicht mehr da! Hattrup,
Seite 52
Allan Sandage, Astronom
(“Mister Cosmology”)
Als junger Mann war ich praktizierender Atheist. Die Erforschung des
Universums hat mir gezeigt, dass die Existenz von Materie ein Wunder ist, das
sich nur übernatürlich erklären lässt.
Lee Strobel: “Indizien für einen Schöpfer”
Werner von Braun, Physiker,
Raumfahrttechniker
Mir fällt es ebenso schwer, einen Wissenschaftler zu verstehen, der
nicht anerkennt, dass es hinter dem Universum noch eine übergeordnete Realität
gibt, wie ich Schwierigkeiten damit habe, einen Theologen zu verstehen, der die
wissenschaftlichen Fortschritte leugnet. "
Lee Strobel “Indizien für einen Schöpfer”, Seite 359
Charles Darwin, Begründer
der Evolutionstheorie
Die Frage, ob ein Schöpfer und Regierer des Weltalls existiert, ist von
den größten Geistern, welche je gelebt haben, bejahend beantwortet. (Einiger,
Seite 186)
Werner Heisenberg, Physiker
Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch.
Aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.
Im
Anfang erschuf Gott die Himmel und die Erde.
Die Erde aber wurde[3] tohu-wabohu,
und Finsternis war über der Flut.
Doch der Geist Gottes brütete über den Wassern.
Genesis 1:1-2
Die
“Tonart” des Schöpfungsberichtes
Die ersten Worte des Schöpfungsberichtes gleichen dem
Notenschlüssel eines Musikstücks, der ganz zu Beginn die Grundtonart festlegt,
in der das ganze Werk geschrieben ist. Übersieht man diese Vorzeichen oder
deutet sie falsch, dann geht man von Anfang an in die Irre und kann wichtige
Zusammenhänge des ganzen Textes nicht verstehen. Man kann zwar die einzelnen
“Noten” für sich genommen buchstabieren, insgesamt werden sich aber
schwerwiegende Missklänge ergeben. Deshalb wollen wir die ersten Worte genau
betrachten und in der Folge konsequent berücksichtigen:
Im
Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
Genesis 1:1
Von nun an ist die Existenz des Weltalls mit einer
Ur-Erde vorausgesetzt. Interessant ist, dass zuerst die Himmel genannt werden,
danach die Erde. Auch die Naturwissenschaften gehen ja davon aus, dass zuerst
Galaxien und Sterne, entstanden, danach die Erde. Der hebräische Text fährt
dann nicht mit “und dann wurde” fort, wie es in den folgenden Versen immer
wieder heißt und in der Bibel hunderte Male vorkommt (hebräisch: wajjehi),
sondern “we-ha-aräts = die Erde aber”:
Die
Erde aber (we-ha-aräts) wurde tohu-wa-bohu.
Genesis 1:2
Wie auch in anderen gleichlautenden Bibelstellen liegt
die Betonung hier auf dem Gegensatz: Himmel - Erde:
Die
Himmel sind die Himmel des HERRN, aber die Erde (we-ha-aräts) hat er den
Menschenkindern gegeben. Psalm 115:16, ähnlich Prediger 1:4, Hesekiel 14:16
Jetzt verengt sich das
Blickfeld auf die Erde. Alle von hier an geschilderten Ereignisse betreffen den
Planeten Erde nach seiner Erschaffung, und nicht die (Sternen-) Himmel. Und
mehr noch, in irgend einer Weise steht die Erde von nun an in einem gewissen Gegensatz
zu den Himmeln, denn sie allein wird tohu-wa-bohu genannt!
Jedenfalls widerlegt die Aussage, dass die Erde tohu-wabohu
war, die manchmal von Gläubigen vertretene Meinung, die Schöpfung oder
die Erde wäre von Anfang an fix und fertig erschaffen worden. Im Gegenteil, in
einer frühen Phase nach ihrer Erschaffung war die Erde in einem chaotischen
Zustand: Und Finsternis war über der Flut (tehom) ... Zur Zeit des
Tohuwabohu war die Erde also von Finsternis und von Wasser bedeckt, denn das
hebräische Wort tehom bezeichnet große, turbulente Wassermassen
(Gesenius 871, Koehler 1019). Erst aufgrund der darauffolgenden
Entwicklungsprozesse wurde sie zu dem, was sie heute ist! Aber mehr noch:
Der Ausdruck “Tohuwabohu”
weist auf eine Katastrophe hin!
Und die Erde wurde tohu-wa-bohu ... Genesis 1:2
Im Deutschen
gebrauchen wir diesen Ausdruck, um ein totales Durcheinander, ein Chaos, zu
beschreiben. Doch wir können natürlich nicht vom deutschen Sprachgebrauch
ausgehen, wenn wir diese wichtige Aussage richtig deuten wollen. Entscheidend
ist vielmehr, was diese Worte im Hebräischen bedeuten: Das Wort tohu kommt
20 Mal im Alten Testament vor und wird übersetzt mit: Wüste, Einöde,
vergeblich, Eitelkeit, Leere, Nichtigkeit, Verwüstung. Das Wort bohu kommt
nur noch an zwei weiteren Stellen vor, beide Male zusammen mit tohu, so
wie in Genesis 1:2:
Und Edoms Bäche verwandeln sich in Pech und sein Boden in Schwefel, und
sein Land wird zu brennendem Pech ... Trümmern ... Und er spannt darüber
die Messschnur der Öde (tohu) und das Senkblei der Leere (bohu).
Jesaja 34:11
Ich
schaue die Erde an, und siehe, sie ist wüst und leer (tohu wabohu), und
zum Himmel, und sein Licht ist nicht da. Die Berge beben, und alle Hügel
schwanken. Kein Mensch ist da, und alle Vögel des Himmels sind entflohen. Ich
schaue, und siehe, das Fruchtland ist eine Wüste, und alle seine Städte sind niedergerissen
vor der Glut seines Zornes ... Darum wird die Erde trauern, und der Himmel
oben schwarz werden. Jeremia 4:23
Beide Male ist im
Textzusammenhang von verheerenden Katastrophen die Rede, die Verwüstung über
ein Land bringen. Tohu und bohu sind dabei “Messschnur und
Senkblei”, also der Inbegriff von Zerstörung und Verwüstung:
Der Ausdruck “wüst” (tohu) und das Beiwort “leer”
(bohu) bezeichnen nicht nur etwas
Formloses oder Gestaltloses. Vielmehr dient tohu zur
Beschreibung einer grauenhaften, unheimlichen, verderbenbringenden Wüste,
einer angerichteten Verwüstung oder einer Nichtigkeit.” (Westermann in seinem Genesis-Kommentar).
F.Delitzsch kommt zu dem Ergebnis: “Klang und Bedeutung dieses Wortpaares ist
grausig” Schneider “Urknall und Schöpfergott” S. 94
tohu
- der Inbegriff von Gottesferne, Zerstörung und Mangel
Untersuchen wir die 17 übrigen Stellen, in denen tohu
vorkommt (alle Bibelstellen im Anhang dieses Kapitels), dann stellen wir
fest:
·
Tohu ist ein anderer Name für den Abfall von Gott, für die
Nichtigkeit aller Geisteshaltungen, die nicht Gott anerkennen, sondern
Geschöpfe oder Ideologien verehren.
·
In zweiter Linie
steht Tohu für die Verwüstung, die auf den Abfall folgt. Denn der Entzug
von Gottes Segen und Schutz führt logisch zu Niedergang und Vernichtung.
·
Tohu steht in allen Vorkommen immer in engem Zusammenhang
mit Ungerechtigkeit, Verirrung, Götzendienst, Finsternis und lebensfeindlicher
Umgebung. Es ist ein Inbegriff für Untreue, Verrat und Götzendienst mit allen
seinen Begleiterscheinungen: Täuschung, Verwirrung, Durcheinander,
Orientierungslosigkeit, Ausweglosigkeit, Gottesferne, Gottesfeindschaft,
Verehrung von dämonischen Mächten, Mangel, Leere, lebensfeindliche Umstände,
Zerstörung und Vernichtung.
·
Nirgends wird ein
tohu von Gott gewünscht, sondern stellt vielmehr immer eine Folge der Trennung
von ihm dar und hat eindeutig einen negativen Beigeschmack!
·
Im Textzusammenhang
wird dem Tohu oft die Bundestreue Gottes gegenübergestellt und die
Rettung eines Überrestes versprochen, dem die Zukunft gehört.
·
Es gibt in der
ganzen Bibel keine einzige Stelle, in der Tohu etwas Positives wäre. Im
Gegenteil, es wird ausdrücklich betont, dass es von Gott nicht geschaffen wurde
und auch niemals gewünscht war:
Der HERR hat die Himmel erschaffen (bara') ... Er hat die Erde
gegründet - nicht tohu hat er sie (die Erde) erschaffen (bara') ...
Jesaja 45:18
Wir müssen also davon ausgehen, dass im zweiten Satz
der Genesis etwas Schreckliches geschehen ist, das die Erde in eine Gottesferne
gerückt hat. Was, wird an dieser Stelle nicht erklärt. Aber die ganze Bibel
berichtet, wie Gott eine gefallene Schöpfung wiederherstellt. Bereits ab dem zweiten
Satz stimmt irgend etwas nicht, das müssen wir beim Weiterlesen die ganze Bibel
hindurch berücksichtigen!
Die Finsternis des
Tohuwabohu
Und die Erde wurde tohu-wa-bohu, und Finsternis war über der Fläche der
Wirbelflut ... Genesis 1:2
Zu dem Tohu-wa-bohu der Erde von Genesis 1:2 gehörte
eine Finsternis, die scheinbar einen negativen Charakter hatte, denn Gottes
erstes Handeln wirkte ihr entgegen: “Es werde Licht”! Nur die Helligkeit
beurteilt Gott als gut, die Finsternis wird von dieser Wertung ausgenommen. Das
lässt an eine andere Tohuwabohu-Stelle denken:
Ich
schaue die Erde an, und siehe, sie ist tohu wa-bohu, - und zum Himmel,
und sein Licht ist nicht da ... und der Himmel oben schwarz ...
Jeremia 4:23
Die Wolken, die das Sonnenlicht von der Erde abhalten,
sind ein Symbol dafür, dass die Auswirkungen von Gottes Kraft die Erde in einem
Tohuwabohu nicht erreichen können.
Die Urerde aus
naturwissenschaftlicher Sicht
Wahrscheinlich wurde die Erde durch dieselbe
Katastrophe verwüstet, deren Einschläge und Krater man bis heute auf dem Mond
sehen kann. Auf jeden Fall geht man heute davon aus, dass die Erde in der
Frühzeit ihrer Entstehung tatsächlich eine Phase durchlaufen hat, in der sie
komplett von Wasser bedeckt war, und dass die in jener Zeit vorhandene Gashülle
der Erde eine von der heutigen Atmosphäre sehr verschiedene Zusammensetzung
aufwies. So beschreibt Hoimar von Ditfurth den früheren Zustand der
Erdoberfläche folgendermaßen:
Eine unglaublich
dichte Atmosphäre, deren hoher Wasserdampfgehalt nicht einen Schimmer
Sonnenlicht durchdringen ließ. Jahrtausendelang ununterbrochen anhaltende
Wolkenbrüche, deren Gewalt wir uns nicht mehr vorstellen können. Dazu
Temperaturen von mehr als 100 Grad Celsius und eine ununterbrochen in kochenden
Wasserdampf eingehüllte Erdoberfläche. Heinz
Schumacher “Urknall und Schöpfergott” Seite 103
Tohuwabohu, Finsternis und turbulente Wassermassen, die die ganze Erde
bedecken - treffender könnte man einen derartigen Zustand nicht in Worte
fassen. Doch die für uns spannendste Aussage wird in den letzten Worten dieses
Verses gemacht ...
Alle 20 Vorkommen von tohu
in der Bibel
Genesis 1:2 Und die Erde war (oder: wurde) wüst
und leer (tohuwabohu), und Finsternis war über der Urflut, und der Geist
Gottes brütete über der Fläche der Wasser.
5.Mose 32:10 Gott fand Jakob (also das Volk Israel) in
der Wüste und in der Öde, im Geheul der Wildnis. Er umgab ihn, gab acht
auf ihn, er behütete ihn wie seinen Augapfel. Wie der Adler sein Nest aufstört,
über seinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet ...
1.Samuel 12:21
(2x) Und weicht nicht ab und folgt
nicht den nichtigen (Götzen) nach, die nichts nützen und nicht erretten
können, weil sie nichtig sind!
Hiob 6:18 Zur Zeit, wenn sie (die trügerischen Bäche)
wasserarm werden, versiegen sie ... Es werden Karawanen abgelenkt von
ihrem Weg, ziehen hinauf in die Öde und kommen um.
Hiob 12:24 Den Häuptern des Volkes nimmt er den
Mut, in wegloser Einöde lässt er sie umherirren.
Hiob 26:7 Der Scheol ist nackt vor ihm, und keine
Hülle hat der Abgrund. Die Schatten beben unter den Wassern und ihren
Bewohnern. Gott spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf
über dem Nichts ... Durch seine Kraft erregt er das Meer, und durch seine
Einsicht zerschellt er Rahab.
Psalm 107:40 Und sie wurden wenig und beugten sich unter
der Last von Unglück und Jammer. Er schüttete Verachtung auf Edle, er ließ sie
umherirren in wegloser Einöde.
Jesaja 24:10 Darum hat der Fluch die Erde verzehrt, und
es büßen, die auf ihr wohnen. Darum sind die Bewohner der Erde
dahingeschwunden, und wenig Menschen bleiben übrig. ... Zertrümmert ist die öde
Stadt, verschlossen jedes Haus, so dass niemand hineinkommt.
Jesaja 29:21 Und ausgerottet werden alle, die auf Unheil
bedacht sind, die den Menschen in einer Rechtssache schuldig sprechen ... und
mit nichtigen (Beweisgründen) den Gerechten aus seinem Recht verdrängen.
Jesaja 34:11 Denn einen Tag der Rache hat der HERR, ein Jahr der
Vergeltungen für die Rechtssache Zions. Und Edoms Bäche verwandeln sich in Pech
und sein Boden in Schwefel, und sein Land wird zu brennendem Pech ... Von
Generation zu Generation liegt es in Trümmern ... Und er spannt darüber
die Messschnur der Öde (tohu) und das Senkblei der Leere (bohu)
... und alle seine Obersten nehmen ein Ende.
Jesaja 40:17,23 Alle Nationen sind wie nichts vor ihm und
gelten ihm als nichtig und leer. Gott ist es, der ... die Fürsten dem
Nichts anheimgibt, die Richter der Erde der Nichtigkeit gleichmacht.
Jesaja 41:29 Siehe, sie alle sind Betrug. Nichtigkeit
sind ihre Machwerke, Wind und Leere ihre gegossenen Bilder.
Jesaja 44:9 Die Bildner von Götterbildern sind allesamt nichtig,
und ihre Lieblinge nützen nichts.
Jesaja 45:18,19 Ihr werdet nicht zuschanden und nicht
zunichte werden in alle Ewigkeiten. Denn so spricht der HERR, der die Himmel
geschaffen hat - er ist Gott, der die Erde gebildet und sie gemacht hat - er
hat sie gegründet, nicht als eine Öde hat er sie geschaffen, sondern zum
Bewohnen hat er sie gebildet. Ich sprach zu den Nachkommen Jakobs nicht: Sucht
mich vergeblich. Ich bin der HERR, der Gerechtigkeit redet,
Wahrheit verkündet.
Jesaja 49:4 Ich aber sagte: Umsonst habe ich mich abgemüht,
vergeblich und für nichts mein Kraft verbraucht. Doch mein Recht ist bei
dem HERRN und mein Lohn bei meinem Gott.
Jesaja 59:4 Niemand lädt vor in Gerechtigkeit, und
niemand tritt vor Gericht in Wahrhaftigkeit: Auf Leeres
vertrauen, Gehaltloses reden, müt Mühsal schwanger gehen, Unrecht zeugen.
Jeremia 4:23 Denn mein Volk ist närrisch, mich kennen sie nicht.
Törichte Kinder sind sie und unverständig. Weise sind sie, Böses zu tun, aber
Gutes zu tun verstehen sie nicht. Ich schaue die Erde, und siehe, sie ist wüst
und leer (tohuwabohu), - und zum Himmel, und sein Licht ist nicht da. Ich
schaue die Berge, und sieh, sie beben, und alle Hügel schwanken. Ich schaue,
und siehe, kein Mensch ist da, und alle Vögel des Himmels sind entflohen. ...
Öde soll das ganze Land werden, doch will ich nicht ein Ende mit ihm machen.
Darum wird die Erde trauern, und der Himmel oben schwarz werden.

...
und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Genesis 1:2
Das hebräische Wort richeph, das wir hier mit schweben
übersetzt haben, kommt nur noch ein weiteres Mal in der Bibel vor:
Gott fand Jakob in der Wüste und in der Öde (tohu), im Geheul
der Wildnis. Er umgab ihn, gab acht auf ihn, er behütete ihn wie seinen
Augapfel. Wie der Adler sein Nest aufstört, über seinen Jungen schützend
schwebt (richeph), seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie trägt auf
seinen Schwingen, so leitete ihn der HERR ... 5.Mose 32:10
Auch in dieser Stelle ist von einem tohu die Rede, und es wird
beschrieben, wie Gott darin Leben beschützt. Dieses Wirken Gottes wird dann mit
der Schutzhaltung von Greifvögeln verglichen, die ihre Flügel über den
Nestlingen ausbreiten, wobei dasselbe Wort benützt wird wie in Genesis 1:2:
richeph: eigentlich decken, beschützen, daher lagernd oder
deckend etwas hegen, pflegen, schützen, über etwas brüten, sich über etwas
schützend niederlassen. aramäisch: über etwas liegen, um zu beleben, schützen,
hegen.
(Julius Fürst “Handwörterbuch über das AT”, Leipzig 1857, Band 2, Seite 366)
Eine weitere Bestätigung ist, dass die eng verwandten arabischen und
syrischen Tätigkeitsworte bedeuten: die Flügel schützend ausbreiten,
bzw. sich über etwas legen, brüten, Gesenius 756, Köhler-Baumgartner
886,887. Das bedeutet: In den Gewässern der Urerde müssen schon relativ früh,
kurz nach dem “Anfang”, einfache Lebensformen existiert haben! Das erklärt
auch, warum nicht gesagt wird, Gott habe im Himmel oder über der Erde gebrütet,
sondern eben nur über den in vollkommene Finsternis gehüllten Urgewässern:
Die “Ursuppe” der frühen Tohuwabohu-Erde war das
Milieu,
in dem das irdische Leben seine Kinderstube verbrachte.
Die
extreme Komplexität des Lebens als Hinweis auf Gott
Tatsächlich musste das Alter des Lebens auf der Erde im Laufe der
letzten dreihundert Jahre immer wieder höher datiert werden: “Das Leben
erscheint fast so alt wie die ältesten Sediment-Gesteine” (Roland Brinkmann
“Abriss der Geologie” Seite 50). Das Problem für viele Wissenschaftler ist
dabei, dass die Zeitspanne zwischen der Bildung der Erde und dem Erscheinen
erster Lebensformen viel zu kurz ist, um eine rein zufällige Entstehung des
Lebens glaubwürdig erscheinen zu lassen. Denn der Entwicklungsabstand zwischen
nicht-lebenden organischen Verbindungen und den allereinfachsten Lebensformen
ist gigantisch!
Noch ist jedes,
auch das komplizierteste technische Gerät, das wir kennen, selbst im Zeitalter
der Eroberung des Weltraumes, einfach im Vergleich zur primitivsten Form
selbständigen Lebens. Ekkehard
Grundmann in seinem Buch über Zellbiologie, zitiert bei Heinz Schumacher
“Urknall und Schöpfergott” Seite 105
Auf dem Gebiet der Zellforschung hat eine ähnliche Entwicklung
stattgefunden wie auf dem der Kernforschung: Am Anfang meinte man, es mit
kleinen Kugeln einfacher Substanz, versehen mit einem soliden Kern zu tun zu
haben. Doch dann entpuppten sich die simplen Kügelchen als unvorstellbar
komplexe Strukturen. In den Atomen wechselwirken Unmengen von Elementarteilchen
und Kräften miteinander, so dass man heute guten Gewissens behaupten kann, dass
ein Atom komplizierter aufgebaut ist als eine Schweizer Taschenuhr. Aber in
noch viel höherem Maße gilt dies für lebende Zellen:
Wir haben die Zelle
immer unterschätzt ...
Die gesamte Zelle ist wie eine Fabrik, die aus einem ausgeklügelten Netzwerk
ineinander greifender Fließbänder besteht, von denen jedes aus einem Satz
großer Proteinmaschinen besteht ...
Bruce Alberts, Vorsitzender der
Nationalen Akademie der Wissenschaften
Lee Strobel “Indizien für einen Schöpfer” Seite 255
E.Mayr äußert deshalb
in seinem Standardwerk “Die Entwicklung der biologischen Gedankenwelt” (Seite
469) die Überzeugung:
Die klare
Erkenntnis, dass die Entstehung des Lebens fast eine Unmöglichkeit war, führt
uns vor Augen, wie unwahrscheinlich dieses Ereignis war. Aus diesem Grund sind
viele Biologen davon überzeugt, dass die Entstehung des Lebens ein absolut
einmaliges Ereignis war. Die Chancen, dass dieses unwahrscheinliche Phänomen
mehrere Male eingetreten sein könnte, sind außerordentlich klein - ganz
gleich, wie viele Millionen von Planeten es im Universum gibt. Ernst Mayr
Jaques Monod gibt in “Zufall und Notwendigkeit” (dtv 1977) zu:
Es ist absurd und
absolut unsinnig zu glauben,
dass eine lebende Zelle von selbst entsteht;
aber dennoch glaube ich es,
denn ich kann es mir nicht anders vorstellen.
Und Fred Hoyle (1915-2001) fasst zusammen:
Die orthodoxe
Biologie in ihrer Gesamtstruktur hält daran fest, dass Leben zufällig entstand.
Seit jedoch die Biochemiker in steigendem Maß die ehrfurchtgebietende
Komplexität des Lebens entdecken, ist sein zufälliger Ursprung ganz
offensichtlich so wenig wahrscheinlich, dass man diese Möglichkeit völlig
ausschließen kann.
Leben kann nicht zufällig entstanden sein.
Dean Kenyon, ein
Biophysiker von der San Francisco State University und Mitautor eines
einflussreichen Buches, in dem die Behauptung aufgestellt wird, die Entstehung
von Leben könnte auf Grund der natürlichen Anziehung zwischen Aminosäuren
„biochemisch vorherbestimmt gewesen sein, hat inzwischen tatsächlich die
Schlussfolgerungen seines eigenen Buches verworfen und erklärt, er ...
“... misstraue inzwischen
allen naturalistischen Theorien zum Thema ‘Ursprung des Lebens’. Auf Grund der
ungeheuren molekularen Komplexität der Zelle und der Tatsache, dass die DNS so
viele Informationen trägt, glaubt Kenyon jetzt, dass alle Indizien auf einen
Planer und Gestalter wiesen, der das Leben erschaffen hat.”
Lee Strobel “Indizien für einen
Schöpfer” Seite 93
Die ersten Sätze der
Bibel machen also einige grundlegende Aussagen: Das Weltall hatte einen Anfang.
Zuerst kamen die Himmel, dann die Erde. Die Erde war nach einer Katastrophe in
Finsternis gehüllt und von Wasser bedeckt. Und: Das Leben stammt aus diesen
verfinsterten Urgewässern!
Kam
das Leben vom Himmel?
Der so entscheidende Untertitel des ganzen
Schöpfungsberichts enthält eine weitere Merkwürdigkeit, die beim ersten Lesen
leicht zu übersehen ist. Er betont, dass es sich um viel mehr als einen rein
irdischen Stammbaum handelt: Dies sind die Geschlechterfolgen DER HIMMEL und
der Erde ... Genesis 2:4 Wenn wir diese Aussage ernst nehmen, dann sind die
Abstammungsfolgen offensichtlich irgendwie mit dem Himmel verknüpft. Geht man
diesem Hinweis nach, dann könnte man ihn auf zweierlei Weise verstehen, so wie
es dem Bedeutungsspektrum von schamajjim = Himmel in der Bibel
entspricht:
·
1. Der materielle
Himmel, also das Weltall, ist der diesseitige Ursprungsort des Lebens: Das
Leben kam aus dem All.
·
2. Der
unsichtbare Himmel, die geistliche Realität, ist die eigentliche Ursache für
die Entstehung des Lebens: Eine schöpferische Intelligenz ist der Urheber des
Lebens!
Vier biblische Argumente
...
... sprechen für eine Entstehung organischen Lebens im
“Anfang” und “im Himmel”:
·
Zum einen betont
die Bibel, dass der ganze Text ein Stammbaum ist. Und was ist naheliegender für
einen Stammbaum, als mit dem Urahnen zu beginnen? Das erste Glied in der Kette
der Geschlechterfolgen wäre demnach im ersten Satz genannt, als Teil von
“Himmel und Erde”.
·
Im Rest des
Schöpfungsberichtes sucht man vergeblich nach der Erschaffung des Lebens an
sich. Denn der zweite Schöpfungsakt in Vers 21 bezieht sich bereits auf
tierisches Leben, doch pflanzliches Leben existierte schon vorher, Vers 11. Es
bleibt also nur noch der erste Schöpfungsakt im ersten Vers übrig. Demnach
hätte Gott gleich “im Anfang” auch das (organische) Leben mit erschaffen.
·
Und wenn wir den
zweiten Vers ernst nehmen, dann muss zu diesem Zeitpunkt tatsächlich bereits
irgendeine Form von Leben existiert haben. Denn dort heißt es nicht, dass
Gottes Geist Leben erschuf oder zeugte, sondern dass er brütete, schützend
schwebte. Und an allen anderen Stellen der Bibel, wo Gottes Geist erwähnt wird,
hat er einen Bezug zu Lebewesen, vergleiche besonders Lukas 1:35. Von Gott, älohim,
wird öfters gesagt, dass er in der unbelebten Schöpfung gegenwärtig ist, der
Geist Gottes kommt nur auf Lebewesen herab. Und lässt die Parallele vom
brütenden Adler nicht unweigerlich an Eier oder Küken als Bilder für sich
entwickelndes Leben denken? Was passt besser an den Anfang eines Stammbaumes,
der sich unter Gottes Fittichen (Flügeln) stufenweise entfaltet? Es müssen also
bereits organische Strukturen in den Gewässern der Tohuwabohu-Erde existiert
haben, die durch das “Brüten” zu weiterer Entfaltung angeregt wurden.
·
Wir können auch
noch die Parallele zu Deuteronomium 32 heranziehen, wo das Volk Israel nach
seinem Auszug aus Ägypten im “tohu” beschützt wurde: Damals rettete Gott eine
gewisse “Population” von Menschen durch lebensfeindliche Umstände hindurch und
begann mit ihnen eine neue Geschichte. Demnach wären die Lebensspuren, über
denen Gott im Tohuwabohu schwebte, ein ausgewählter Teil des Stammbaumes von
Himmel und Erde, der eine gefährliche Krise auf der Erde überstand und zugleich
einen Neuanfang darstellte.
Man könnte das Leben demzufolge mit einem himmlischen Ei vergleichen,
das in das irdische Nest gelegt wurde, wo dann die weitere Entwicklung ablief,
von Gott gelenkt.
Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht.
Und Gott sah das Licht, dass es gut war.
Und Gott schied das Licht von der Finsternis.
Und Gott nannte das Licht Tag,
die Finsternis aber nannte er Nacht.
Genesis 1:3-5
Woher kam die Finsternis
der Erde? Und woher das Licht?
Zum Zeitpunkt des
Tohuwabohu war nicht das gesamte Weltall finster, sonst müsste es heißen: “Und alles
oder Himmel und Erde waren finster”. Der Text begrenzt die
Finsternis jedoch ausdrücklich auf die Flut, die die Erde bedeckte:
... und Finsternis war über der Urflut ...
Nein, der Schauplatz
des hier beschriebenen Geschehens ist nicht das Weltall, sondern die Erde, auf
sie konzentriert sich die Berichterstattung. Der Textzusammenhang zeigt somit
eindeutig, dass Gott meinte: “Es werde Licht” - auf der Erde![4] Da der Text nicht viel darüber aussagt, wie es Licht
wurde, liegt die scheinbar elegante Lösung nahe, Gott habe das Licht einfach
erschaffen. Doch damit liest man einen Schöpfungsakt in den Bericht hinein, der
dort gar nicht zu finden ist! Licht gab es außerdem bereits seit der
Erschaffung von “Himmel und der Erde”, Genesis 1:1, also des Weltalls, zu dem
auch unsere Sonne gehört, und musste somit nicht neu erschaffen werden.
Dass Gott spricht und
es daraufhin geschieht, ist eines der häufigsten Vorkommnisse der Bibel. In den
meisten Fällen, die in der Bibel beschrieben werden, erstreckt sich die Erfüllung
von Gottes Wort über längere Zeiträume. Im Falle der Lichtwerdung auf der Erde
können wir uns das so vorstellen: Eine weitere Abkühlung und chemische
Veränderung in der Atmosphäre ermöglichten es, dass das Licht der Sonne die
Erdoberfläche erreichte, allerdings immer noch diffus wegen der permanenten
Wolkendecke. Damit begann auf der Erde der Wechsel von Tag und Nacht.
Dazu passt sehr gut die Grundbedeutung desjenigen
Wortes, das in Genesis 1:2 für “Finsternis” verwendet wird: “CHoSCHäK”.
Im unpunktierten Grundtext hat es dieselbe Form wie “CHaSaK =
zurückhalten” (Gesenius 264,266, Köhler-Baumgartner 338,341), mit dem es
auch verwandt sein dürfte. Dies ist kein zwingendes Argument, aber es deckt
sich mit der Vorstellung, dass die Erde während des Tohuwabohu deshalb in
Finsternis gehüllt war, weil Wolken das Licht der Sonne zurückhielten. Das
deckt sich hervorragend mit einer Aussage, die Gott im Buch Hiob macht:
Wo warst du, als ich die Erde gründete ... als ich Gewölk zum
Gewande des Meeres machte und Wolkendunkel ... Hiob 38:4,9
Die Erde war also in der Frühphase ihrer Entstehung in
Finsternis gehüllt, weil Wolken ihr Urmeer bedeckten.
Der Zweck des Lichtes
Und
Gott sah das Licht, dass es gut war. Genesis 1:4
Wenn von einer Sache gesagt wird, dass sie “gut” ist,
setzt das einen Maßstab voraus, mit dem gemessen wird. Das hier verwendete Wort
tob bedeutet gut, brauchbar, zweckdienlich. Somit stellt sich die
Frage: Was war der Zweck, wofür war das Licht “gut”? Da der ganze Text
“Stammbaum” genannt wird, liegt die Antwort eigentlich auf der Hand: Das Licht
war gut für das Leben auf der Erde. Und tatsächlich, wenn wir einen
Schritt zurückgehen, dann sehen wir, dass Gott unmittelbar vor der Lichtwerdung
über den Wassern des Tohuwabohu “brütete”, was darauf hinweist, dass dort Leben
vorhanden oder in der Entwicklung war. Für die Förderung dieses Lebens war das
Licht geeignet. Blicken wir dann in Richtung der darauffolgenden
Ereignisse, so sehen wir, wie stufenweise immer neue Lebensformen auf der Erde
erscheinen, bis sie am Ende von Pflanzen, Tieren und Menschen bevölkert ist.
Kein Zweifel: Dafür war das Licht unabdingbare Voraussetzung. Unsere Frage ist
damit beantwortet: Das Licht war gut für den Stammbaum des Lebens auf der Erde,
zuerst einmal für die sich in den Wassern der Erde entwickelnden Organismen.
Die ersten Lebensformen, die während der
Tohuwabohu-Zeit lebten, müssen jedoch fähig gewesen sein, ohne nennenswertes
Sonnenlicht zu überleben und einen dementsprechenden Stoffwechsel aufgewiesen
haben. Das Medium, in dem sie sich entwickelten, war das wahrscheinlich salzige
Wasser des damals weltweiten Meeres.
Gott nannte das
Licht Tag, die Finsternis aber nannte er Nacht. Genesis 1:5
Hier finden wir eine weitere Bestätigung, dass es
nicht um die Lichtwerdung im universalen Sinne ging. Auf die Erde konzentriert
sich vom zweiten Satz an der Blick, auf ihr gibt es von nun an Tag und Nacht!
Die Sicht der
Naturwissenschaften
Heute geht man davon aus, dass in der Frühzeit der
Erdentwicklung ein Großteil des Wassers in Form von Wasserdampf vorlag, dazu
verschiedene andere Gase. Dementsprechend stellt man sich die damalige Erde
als in vollkommene Finsternis gehüllt vor. Im Laufe der Abkühlung der Erde
müssen mehr und mehr von diesen Dampfwolken auskondensiert sein. Als Folge
wurde die Wolkendecke, die das Licht bis dahin zurückhielt, immer
durchlässiger, bis schließlich das erste Licht als Helligkeit durchdringen
konnte - “und es wurde Licht!” Der Kugelgestalt der Erde entsprechend
begann damit auch die Zeit, ab der man auf der Erde zwei Hälften unterscheiden
konnte, nämlich die sonnenzugewandte Tag- und die sonnenabgewandte Nachtseite.
Das
Ende des ersten Zeitraumes
Und es wurde Abend,
und es wurde Morgen: ein Tag. Genesis 1:5
Was hier rückblickend als “ein Tag” betrachtet wird,
war natürlich nicht ein Sonnentag - denn die enden ja bekanntlich nicht
mit einem Morgen! Hier ist ein Gottestag, ein Zeitraum göttlichen Handelns
gemeint, der natürlich viel länger ist als unsere menschlichen Erdentage. Immer
wieder jedoch bestehen Ausleger darauf, dass die Schöpfungstage 24-Stunden-Tage
gewesen sein müssen, und auf den ersten Blick spricht ja auch einiges für diese
Auslegung, insbesondere die Erwähnung von Abenden und Morgen. Doch mit dieser
Deutung kommt man zu Schlussfolgerungen, die sich weder mit der Schrift noch
mit der Wirklichkeit vereinbaren lassen und die vielen Menschen zu einem
Hindernis werden, an Gottes Wort zu glauben. Hören wir also, was die Schrift
selber über die Schöpfungstage sagt. Und das ist eine ganze Menge ...
Und
Gott nannte das Licht Tag,
die Finsternis aber nannte er Nacht.
Und es wurde Abend, und es wurde Morgen - ein Tag. Genesis 1:5
Was
bedeutet das hebräische Wort “jom”?
Schon beim ersten Blick ins Wörterbuch wird deutlich, dass das
hebräische Wort jom = Tag mehrere Bedeutungen umfasst: Am
häufigsten wird jom für einen Kalendertag von 24 Stunden
verwendet. Oftmals bezeichnet es die helle Tageszeit, die sich mit dem Wechsel
der Jahreszeiten und mit dem Breitengrad stark verändert. Immer wieder wird jom
auch für unbestimmte, oft längere Zeiträume gebraucht, besonders, wenn sie
sich auf Gott beziehen. Wir zitieren aus dem LEXIKON ZUR BIBEL von Fritz
Rienecker (Seite 1363):
‘Der Tag des
Streites und Krieges (Hiob 38:23)
wird auch mit 'Zeit des Streits' wiedergegeben (Psalm 78:9, Hosea 10:14);
'Tage' (Jesaja 7:17) sind 'Zeiten' ... und die Tage
eines Menschen sind die Dauer seines Lebens (Psalm 102:24,25, Jesaja 38:5,
Klagelieder 5:21). Fritz Rienecker: “Lexikon zur Bibel”, Seite 1363
In vielen Fällen
verliert jom die spezifische Bedeutung Tag und wird zu einem
recht allgemeinen und etwas vagen Wort für Zeit, Zeitpunkt ...
Öfters wird man hier die Übersetzung mit Tag beibehalten können, da sich
die Gebrauchsweisen von jom nicht scharf voneinander abheben lassen und
die Grundbedeutung in vielen Fällen mehr oder weniger stark durchschimmert. Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament, Seite
711
Beispiele für lange Tage in
der Bibel
Und
es wird geschehen an jenem jom = Tag, da wird Tyrus siebzig Jahre
vergessen werden ... Jesaja 23:15
Man beachte, dass der Textzusammenhang keinen Rückblick auf die siebzig
Jahre meint. Vielmehr werden die siebzig Jahre während des einen Tages
geschehen!
An dem jom = Tag werde ich die Städte bewohnt sein lassen,
und die Trümmerstätten sollen aufgebaut werden. Hesekiel 36:33
Hier bezeichnet Tag die lange Zeitspanne, bis ein verwüstetes
Land wieder bebaut und bevölkert wird. Besonders jene Tage in der
Schrift, die sich auf Gottes Handeln beziehen, sind oftmals lange Zeitspannen,
zum Beispiel “der Tag des Herrn”, Hesekiel 13:5, “der Tag
der Heimsuchung”, Jeremia 46:21 oder der “Tag der Ewigkeit”,
2.Petrus 3:18 und der “Tag des Heils”, der bis heute andauert,
2.Korinther 6:2. In Genesis 1 haben wir es eindeutig mit Gottestagen zu tun,
denn während der ersten fünf “Tage” existieren Menschen noch nicht einmal, und
es ist durchgehend Gott, der handelt. Und für Gottes Tage gelten natürlich ganz
andere Maßstäbe als für die unseren! Nicht umsonst wird in der Schrift
ausdrücklich betont:
Tausend Jahre sind in deinen Augen wie der gestrige Tag, wenn er
vergangen ist, und wie eine Wache in der Nacht. Psalm 90:4
Gott selber ist der Zeit nicht unterworfen, er steht
über ihr. So wie uns der vergangene Tag quasi zeitlos vor Augen steht, so sieht
Gott die Ereignisse dieser Zeit. Deshalb wäre es auch verfehlt, die sieben Schöpfungstage
in Jahrtausende umzurechnen. Der Text sagt ja nicht: “Tausend Jahre sind
ein Tag”, sondern: “Tausend Jahre sind wie ein Tag”, ja, “wie der
gestrige Tag, wenn er vergangen ist” - also quasi zeitlos!
Der zeitliche Gesamtrahmen
der Schrift ist unvorstellbar groß
Zweifellos übersteigen
Gottes Dimensionen unser Vorstellungsvermögen bei weitem. So betont die
Schrift, dass Gott den Menschen über Tausende von Generationen hinweg die Treue
bewahrt, 2.Mose 20:6. Das sind Zigtausende von Jahren, und diese Generationen
sind wiederum nichts im Vergleich zur Erdgeschichte: “Eine Generation kommt,
und eine Generation geht, doch die Erde besteht in Ewigkeit”, Prediger 1:4.
Der Geschichtsrahmen der Schrift ist nur in
sogenannten “Ewigkeiten” zu fassen. Mit hebräisch olam sind
lange Zeitalter gemeint, die das menschliche Vorstellungsvermögen sprengen. Das
entsprechende griechische Wort Äon wird heutzutage in der
Wissenschaftssprache gebraucht, um die Kategorie der drei größten Erdzeitalter
überhaupt zu bezeichnen, die Hunderte von Jahrmillionen umfassen. Wir ehren
Gott doch nicht, indem wir seine Tage auf unsere Elle schrumpfen!
Die Schöpfungstage müssen
lange gedauert haben!
Der Kern des sieben-Tage-Geschehens wird als Stammbaum bezeichnet. Die
anderen Stammbäume der Bibel erstrecken sich über Jahrhunderte oder gar
Jahrtausende, sollten da die Zeugungfolgen der Himmel und der Erde (Genesis
2:4) eine Sache von nur 144 Stunden gewesen sein? Niemals! Man denke nur an das
Geschehen des dritten Tages: Zuerst tauchte das Festland aus dem
universalen Meer auf, und am selben Tag besiedelten erste Pflanzen das
Festland und trugen sogar noch Früchte, denn der Text bestätigt: “Und es
geschah so”! Sollte dies innerhalb von 24 Stunden geschehen sein? Man stelle
sich vor, welche Erdbeben und gewaltigen Flutwellen das Auftauchen des
Festlandes innerhalb eines Tages zur Folge gehabt hätte. Und in diesem tobenden
Inferno sollten die ersten Pflanzen nicht nur wachsen, sondern auch noch
innerhalb weniger als 24 Stunden Früchte tragen? Oder denken wir an die Tiere,
die sich innerhalb des fünften Tages so sehr vermehrten, dass die Meere von
ihnen wimmelten, und zwar ausdrücklich durch natürliche Fortpflanzung und nicht
durch Wunder!
Und die Menschheit schließlich war so fruchtbar, dass
sie die Erde innerhalb des sechsten Tages füllte, denn wiederum heißt es: “Und
es geschah so”, Vers 31! Deshalb gab es schon von Anfang an jüdische und
christliche Ausleger, die lange vor Darwin und der Aufklärung die Genesis-Tage
nicht als menschliche Wochentage ansahen:
Die Länge der Tage in der
Auslegungstradition
Von Anfang an
begegnet in der Auslegungsgeschichte neben dem ... Verständnis der
Schöpfungstage als gewöhnliche Kalendertage eine übertragene Deutung. ... Der
jüdische Religionsphilosoph PHILO VON ALEX-ANDRIEN (ca. 25 v. – 40 n.Chr.)
interpretiert die Zahlen des Schöpfungsberichtes allegorisch und vertritt die
Ansicht, dass Genesis 2,4b („an dem Tag, als Gott der Herr Himmel und Erde
machte“) die Erschaffung der ganzen Welt an einem einzigen Tag besage ...
Im Anschluss an Philo interpretieren die Kirchenväter Origines (ca. 185-254
n.Chr.) und Augustinus (354-430 n.Chr.) ähnlich. Zitiert aus: www.wort-und-wissen.de, W.Hilbrands “Wie
lang waren die Schöpfungstage?”
Der Tag, der sechs Tage lang dauerte
Im Untertitel des Schöpfungsberichtes werden die sechs
Tage (jom) der Genesis als ein einziger Tag
(wiederum jom!) zusammengefasst: ... der TAG (jom), an dem der
HERR, Gott, Erde und Himmel machte. Genesis 2:4 Dieser Tag hat absolut
sicher keine 24 Stunden gedauert, denn in Exodus 20:11 wird ausdrücklich
betont, dass Gott “Himmel und Erde in sechs Tagen gemacht” hat! So zeigt
der Textzusammenhang klar, dass es absurd wäre, sich bei den Schöpfungstagen
auf Kalendertage von 24 Stunden zu versteifen.
Der Tag, der bis heute
nicht geendet hat!
Während bei jedem der ersten sechs Tage ausdrücklich
betont wird, dass er zu Ende ging, geschieht dies beim siebten Tag nicht.
Warum? Weil dieser Tag über Jahrtausende hinweg bis heute andauert: “Denn er
hat irgendwo von dem siebten (“Tag” steht nicht im Text) so gesprochen: “Und
Gott ruhte am siebten Tag von allen seinen Werken. Und an dieser Stelle
wiederum: “Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen” ... Also bleibt noch
eine Sabbatruhe dem Volke Gottes übrig.” Hebräer 4:4-5,9. Ist dann nicht zu
erwarten, dass auch die vorhergehenden sechs Gottes-Tage lange Zeiträume waren?
Wie kann es an Gottes-Tagen einen Abend geben?
Auf den ersten Blick
scheint die Verwendung der Worte Abend und Morgen im
Schöpfungsbericht das stärkste Argument dafür zu sein, dass es sich doch um
Kalendertage mit Sonnenauf- und -untergang gehandelt haben muss. Doch beim
genaueren Hinsehen entpuppt es sich als das genaue Gegenteil, denn ginge es um
Wochentage, dann müsste es heißen: Es wurde Abend, es wurde Nacht - erster
Tag. Doch der Text beschreibt eine ganz andere, seltsame, unirdische
Reihenfolge: Gott nannte die Finsternis Nacht. Und es wurde Abend, es wurde
MORGEN - ein Tag. Wie kann es nach der Nacht noch Abend werden? Und
bei wohl keinem Volk der Welt und der Bibel findet man Kalendertage, die mit
dem Morgen enden und ihn noch zum Tag zählen - aber genau das tun die
Schöpfungstage, denn rückblickend heißt es nach dem Morgen: “Ein Tag”. Außerdem
folgt auf den Abend jeweils sofort ein Morgen, ohne Nacht dazwischen.
Manche verweisen auf die heute im Judentum übliche
Regelung, dass der neue Tag bereits am Abend des vorherigen Tages beginnt
(vergleiche die Einleitung des Sabbats am Freitag-Abend). Doch auch diese
Reihenfolge (Abend-Nacht-Morgen-Tag) deckt sich nicht mit der im
Schöpfungsbericht genannten (Tag-Nacht-Abend-Morgen). Wenn wir aber
bedenken, dass es sich in Genesis 1 um Tage Gottes handelt, erwarten wir
gar keine “Nacht”, in der Gott untätig wäre. Wie sind die Worte dann zu
verstehen?
äräb = Abend, Eingehen,
Wechsel
Das mit Abend übersetzte Wort ^äräb hat die
Grundbedeutung Wechsel, Übergang. Es leitet sich von dem semitischen
Wortstamm rb ab, der eingehen bedeutet und bezeichnet einen
Wechsel, Übergang, Vermischung. Dafür ist der Abend eines Sonnentages ein
anschauliches Beispiel: Wenn die Sonne in den Horizont “eingeht”, geschieht ein
Wechsel von Tag zu Nacht, wobei eine Vermischung von Licht und Finsternis
stattfindet, die Dämmerung, das Zwie-Licht.
Man könnte ^äräb deshalb mit Übergang oder
Wechsel wiedergegeben. Dies würde, wie wir gleich sehen werden, auch im
Textzusammenhang von Genesis 1 viel mehr Sinn machen als die in diesem
Fall zu spezielle Übersetzung mit “Abend”. (Auch im Deutschen verwenden wir ja
das Wort “Abend” nicht nur für den Sonnenuntergang, sondern auch im
übertragenen Sinne für den Lebens-Abend einer Person.
“boqär” = “Morgen”, Neuanbruch
Die dem Wort boqär = Morgen zugrundeliegende
Wurzel bedeutet spalten, hervorbrechen, seine Grundbedeutung ist Durchbruch
(Köhler-Baumgartner Lexikon 145). Von daher wird es für das Durchbrechen
des Tages angewandt, aber auch für den Anfang eines Menschenlebens oder
den Neuanbruch eines neuen Zeitalters, Psalm 49:15, 90:14. In Genesis 1 könnte
man die Worte also übersetzen: Dann kam es zu einem Übergang, dem ein
Neuanbruch folgte. Ein Tag war immer dann abgeschlossen, wenn er den
Durchbruch zum nächsten Projekt geschaffen hatte. Menschlicher Abend und Morgen
sind somit bis heute ein Abbild von Gottes Handeln: Am Abend beenden wir unsere
Werktätigkeit, am Morgen beginnen wir mit einem neuen “Tagwerk”. Dazwischen
liegt für uns jeweils eine Nacht - nicht jedoch im Schöpfungsbericht. Denn
bei Gott, dem “Vater der Lichter, ist keine Veränderung noch eines Wechsels
Schatten”, Jakobus 1:17, “er ermüdet und ermattet nicht”, Jesaja 40:28!
Bei weltweiter Sicht gibt
es keine Sonnenuntergänge!
Es macht nur dann Sinn, von einem Morgen oder Abend im
Sinne von Sonnenauf- und -untergang zu reden, wenn man sich auf einen
bestimmten geographischen Ort bezieht. In Genesis 1 geht es jedoch
eindeutig um die Gesamterde! Wo und wie sollte es da Abend oder Morgen werden?
So ist nicht zu bestreiten, dass das erste Vorkommen von jom = Tag in der Bibel
gar keine Zeitspanne bezeichnet, sondern die Tagseite der Erde! So wie der
Lufthimmel der Erde ein Schattenbild für die Himmel Gottes ist, so stellt die
Lichtseite der Erde ein Sinnbild für den Tag Gottes dar: Es ist die Zeit des
Lichts, in der der Mensch wirken kann, Johannes 9:4, vergleiche
1.Thessalonicher 5:5.
Das
Sabbat-Gebot ist kein Argument für kurze Tage!
Sechs Tage sollst du arbeiten ..., aber der siebte Tag ist Sabbat ...
Denn in sechs Tagen hat der HERR den Himmel und die Erde gemacht. 2.Mose
20:9-11
Manche sehen dies als Argument, die Schöpfungstage seien doch
Menschentage gewesen. Es ist jedoch falsch, von der Länge der menschlichen Tage
auf die Tage Gottes zu schließen, denn der Vergleich läuft in umgekehrter
Richtung: Die fünf Bücher Mose enthalten einen Schatten von dem Handeln Gottes,
“nicht das Ebenbild der Dinge selbst”, Hebräer 8:5, 10:1. Ähnlichh war auch die
Stiftshütte nur “ein Gegenbild des wahren Heiligtums”, Hebräer 9:22, ein extrem
verkleinertes Modell, Jesaja 66:1.
Paulus betont, dass auch der Sabbat nur ein Schatten von höheren
geistlichen Wirklichkeiten ist, Kolosser 2:16-17. Mehrfach finden sich in der
Genesis für göttliche Urbilder irdische Abbilder: Im Anfang schuf Gott die
Himmel und die Erde, das Weltall, dann nennt er die dünne Luftschicht über den
Wassern "Himmel" und das Festland "Erde". So sind auch
unsere Wochentage ein Schatten von Gottes Schöpfungstagen - ebenso, wie unsere
Wochen-Werke nur ein Schatten von Gottes Werken sind. Gott hätte den Israeliten
ja auch schwerlich befehlen können, zum Beispiel sechs Milliarden Jahre lang zu
arbeiten und dann eine Milliarde Jahre lang zu ruhen! So lässt sich auch die
Vorschrift verstehen, die alle sieben Jahre ein ganzes Sabbat-Jahr für die
Felder vorsieht, 3.Mose 25:4. Der Sabbat für die Menschen dauert einen Tag, der
Sabbat für das Land ein Jahr, und Gottes Sabbat? Er dauert über Jahrtausende
bis heute an! Darum betont Jesus beim Streit um den Sabbat in Johannes 5:17,
dass er, wie sein Vater, “bis heute” wirkt - trotz Sabbat! Gottes Tage
sind eben keine Menschentage, hier steht es klipp und klar:
Beim Herrn ist EIN Tag wie tausend Jahre und Tausend Jahre wie EIN Tag.
2.Petrus 3:8, vergleiche Psalm 90:4
Ein weiterer Einwand: Tage
und Zahlen
Verschiedentlich wird darauf hingewiesen, dass die Tage im
Schöpfungsbericht mit Ordnungszahlen versehen sind: Ein Tag, ein zweiter Tag
usw. Da angeblich an allen anderen Stellen, wo Tage mit Ordnungszahlen
vorkommen, immer Sonnentage gemeint seien, müssten auch die Tage in
Genesis 1 Sonnentage, also kurz, sein. Dies ist von Grund auf falsch
argumentiert: Weder im Hebräischen noch in sonst einer Sprache haben Zahlwörter
einen Einfluss auf die Größe oder den Charakter der Sache, die sie bezeichnen.
Ob von “Eiern”, “vielen Eiern”, “drei Eiern” oder dem “zweiten Ei” die Rede
ist, spielt keine Rolle - die Eier werden dadurch weder größer noch kleiner,
noch werden aus Hühner-Eiern dadurch Straußeneier.
Es ist immer der Textzusammenhang entscheidend, welchen Charakter und
welche Länge die jeweiligen Tage haben, das Vorkommen von Ordnungszahlen ändert
daran nicht das Geringste. Außerdem gibt es eine Bibelstelle, die “Tag” mit
einem Zahlwort verbindet - und ausgerechnet betont, dass Gottes Tage ganz
anders definiert werden als Menschentage!
Dies eine aber sei
euch nicht verborgen, Geliebte, dass beim Herrn EIN Tag ist wie tausend
Jahre und Tausend Jahre wie EIN Tag. 2.Petrus 3:8, vergleiche Psalm 90:4
Dies ist eine deutliche Aufforderung, die
Schöpfungs-Tage von Genesis 1 - die ja Gottes-Tage sind, Menschen gab
es die meiste Zeit gar nicht - nicht mit Menschentagen gleich zu setzen!
Die Bibel sagt nirgends,
dass die Erde jung sei - im Gegenteil!
Es gibt keine einzige
Bibelstelle, die das Alter der Erde oder des Weltalls ausdrücklich nennt! Alle
Altersberechnungen der Schöpfung, wie zum Beispiel die von James Usher,
Erzbischof von Irland, der im Jahre 1650 behauptet hat, aus der Bibel eindeutig
herauslesen zu können, dass Gott im Jahre 4004 vor Christus die Erde erschuf,
beruhen auf einer Kette von Auslegungen und menschlichen Schlussfolgerungen.
Doch Paulus warnt uns dringend davor, in irgend einer Weise über die Schrift
hinauszugehen und menschliche Spekulationen zu dogmatisieren, weil dies zu
Überheblichkeit und Streit führt:
... ihr sollt lernen: “Nicht über das hinaus, was geschrieben ist!” -
damit ihr euch nicht aufbläht für den einen und gegen den anderen. 1.Korinther
4:6
Riesige Zeitalter sind
bereits vergangen
Genaue Zahlenangaben über das Alter der Erde werden wir der Bibel also
nicht entlocken. Aber wir können durchaus einen ungefähren Eindruck bekommen,
indem wir die allgemeinen Aussagen der Bibel über die Schöpfung in Betracht
ziehen. Die Bibel unterteilt die Weltgeschichte in sogenannte Weltzeiten,
hebräisch olam, griechisch Äon genannt, oft mit Ewigkeit
übersetzt. Diese Wörter bezeichnen unvorstellbar lange Zeitalter, von denen
bereits einige vergangen sind, Prediger 1:10, 1.Korinther 10:11, Epheser 3:9.
Das hört sich nicht nach einer jungen Erde an! Bezeichnenderweise wird gerade
das Wort Äon heutzutage in der Wissenschaftssprache gebraucht, um
die Kategorie der drei größten Erdzeitalter überhaupt zu bezeichnen, die
Hunderte von Jahrmillionen umfassen. Haben vielleicht die Naturwissenschaftler
mehr als die Gläubigen verstanden, dass Gottes “EWIGE Macht von der Erschaffung
der Welt an IN DEM GEMACHTEN geschaut” wird, Römer 1:20?! Kann es sein, dass
ein Blick auf die Erde und in den Himmel tatsächlich die EWIGKEIT von Gottes
Kraft offenbart?
Unsere Galaxie, die Milchstraße, hat einen Durchmesser
von 100.000 Lichtjahren. Das Licht ihrer Sterne braucht also teilweise mehr als
50.000 Jahre, um uns zu erreichen. Das Licht der allermeisten Sterne jedoch,
die ja zu anderen Galaxien gehören, braucht Millionen und Milliarden von Jahren.
Daraus ergibt sich als zwingende Schlussfolgerung, dass das Universum
dementsprechend alt sein muss, denn ansonsten hätte uns das Licht der meisten
Sterne bis heute nicht erreicht. Andere Erklärungsmöglichkeiten sind entweder
widerlegt oder absurd. Das belegen die folgenden Zitate aus dem Buch “Fragen an
den Anfang” von Don Batten, das für ein junges Universum und eine junge Erde
eintritt:
“Manche haben
versucht, die Entfernung in Frage zu stellen, doch das ist eine höchst
unwahrscheinliche Antwort. Es gibt viele Milliarden Sterne, und viele davon
haben die gleichen Eigenschaften wie unsere Sonne. Das haben die Analysen des
Lichts ergeben, das wir von ihnen empfangen. Eine so große Anzahl von Sternen
muss über einen großen Raum verbreitet sein, denn sonst wären wir alle
frittiert. Die Astronomen gebrauchen viele verschiedene Methoden, um
Entfernungen zu messen und kein seriöser Astronom, der dem Schöpfungsbericht
glaubt, würde behaupten, die Fehler bei der Entfernungsbestimmung der Sterne
seien so gravierend, dass Milliarden von Lichtjahren beispielsweise auf einige
Tausend zusammen schrumpfen würden. Es gibt wirklich gute Belege dafür, dass
unsere Milchstraße einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren hat!” (S. 99)
“Die vielleicht am
häufigsten herangezogene Erklärung besagt, dass Gott das Licht schon auf seinem
Weg zu uns erschuf, sodass Adam die Sterne sofort sehen konnte und nicht
jahrelang warten musste, bis das Licht selbst der nächstliegenden Sterne die
Erde erreicht hatte. Wir sollten zwar die Macht Gottes nicht einschränken, aber
diese Erklärung bringt doch einige recht schwerwiegende Komplikationen mit
sich. So würden wir jedes Mal, wenn wir das Verhalten eines fernen Gegenstandes
beobachten, etwas sehen, das in Wirklichkeit niemals geschehen ist ... Für
ein ... 10.000 Jahre altes Universum würde das bedeuten, dass alles, was wir
jenseits einer Entfernung von etwa 10.000 Lichtjahren sehen, in Wirklichkeit
Bestandteil einer gigantischen Filmvorführung von Dingen und Ereignissen ist,
die nicht tatsächlich stattgefunden haben und dass wir Objekte sehen, die
womöglich überhaupt nicht existieren.” (Seite 95)
Das ist genauso
abwegig, als wenn man sagt, Gott habe die Fossilien in der Erde erschaffen, um
uns an der Nase herumzuführen oder gar um unseren Glauben zu prüfen. Don Batten “Fragen an den Anfang” Seite 97
Denn: “Was der
Astronom empfängt, ist ein bestimmtes, sehr spezifisches Variationsmuster
innerhalb des Lichts ... eine voraussagbare Abfolge von Ereignissen
einschließlich dem Empfang von Neutrinos, sichtbarem Licht, Röntgenstrahlen und
Gammastrahlen. Das Licht gibt Kunde von einem offenbar realen Ereignis. Der
Astronom liegt völlig richtig, wenn er diese Botschaft als Übermittlung einer
tatsächlichen Realität interpretiert und schließt, dass dort draußen wirklich
ein solches Objekt war, das entsprechend den Gesetzen der Physik explodierte,
aufleuchtete, Röntgenstrahlen emittierte, verglimmte usw.” (Seite 96)
Der
nächtliche Abendhimmel ist demnach ein Beweis dafür,
dass das Universum genau so unvorstellbar alt wie groß ist - ungefähr
dreizehn Milliarden (Licht-) Jahre!
Die Ereignisse der
Erdgeschichte
Auf der Erde finden sich zahlreiche Zeugen gewaltiger
Katastrophen wie Vulkanausbrüchen, hunderten von Meteoriteneinschlägen,
Überschwemmungen, Dürrekatastrophen und Eiszeiten, die globale Auswirkungen
hatten. Wäre die Erde wirklich nur 6.000 Jahre alt, hätten sich in dieser
kurzen Zeitspanne all diese tausenden von Katastrophen ereignen müssen, von
denen einige gewaltige Ausmaße hatten. Nicht nur, dass sie in der Bibel
nirgends erwähnt sind, und dass Katastrophen wie die Vernichtung von Sodom und
Gomorrha im Vergleich winzig waren. Das Hauptproblem ist: Würde man all diese
Megakatastrophen in einen derartig kurzen Zeitraum zusammendrängen, müssten sie
zu einer mehrfachen Totalvernichtung allen Lebens auf der Erde geführt haben.
Außerdem haben viele dieser Umwälzungen sich über riesige Zeiträume erstreckt,
so dass sich als Summe noch gewaltigere Zeiten ergeben. Hier nur ein Beispiel:
Die Kontinentalverschiebung
Es wird als erwiesen angesehen, dass die
Kontinentalplatten im Laufe der Erdgeschichte über gewaltige Strecken gedriftet
sind. Heute kann man diesen Vorgang genau vermessen und weiß, dass die
Geschwindigkeit dieser Bewegung einige Zentimeter im Jahr beträgt. Daraus
ergibt sich zwingend ein sehr hohes Erdalter. Denn dass die Platten über tausende
von Kilometern gewandert sind, kann man mit verschiedenen Fakten beweisen. So
findet man sogar in der Antarktis tief im Boden Vorkommen von Öl und Kohle, die
aber niemals in Polarregionen entstanden sein können, weil dort die
Sonneneinstrahlung nicht reicht, um die dafür nötige Menge an Pflanzenmaterial
zu erzeugen. Außerdem finden sich dort Fossilien, die ausschließlich in den
Tropen vorkamen. Das belegt, dass Gebiete wie die Antarktis, Alaska und
Sibirien in früheren Zeiten in einer tropischen Klimazone gelegen haben müssen.
Man könnte hier einwenden, vielleicht sei damals das ganze Weltklima anders
gewesen, doch es gibt ein weiteres Argument, das die Plattendrift eindeutig
beweist:
Flüssige Lava enthält eisenhaltige Minerale, die sich
beim Erkalten und Auskristallisieren am aktuellen Erdmagnetfeld ausrichten. Im
erstarrten Zustand lässt sich deshalb genau feststellen, welche Polung vorlag
(das Erdmagnetfeld hat sich im Laufe der Zeit immer wieder umgepolt), und auch
Deklination und Inklination lassen sich bestimmen. Diese ergeben sich aus dem
Winkel, in dem die Magnetfeldlinien im Verhältnis zur Erdoberfläche
auftreffen). Der so im Mineral gespeicherte Inklinationswinkel gibt den
Breitengrad an, in dem das Mineral sich zum Zeitpunkt der Erstarrung befand. So
lässt sich beweisen, dass diese Gebiete früher wirklich tausende Kilometer von
ihrer jetztigen Lage entfernt waren.
Da sich zum Beispiel die asiatische Platte, zu der
Sibirien gehört, in den letzten viertausend Jahren höchstens um einige zig
Meter bewegt hat, kann sie in den verbleibenden zweitausend Jahren vorher
unmöglich so riesige Strecken zurückgelegt haben - das wäre physikalisch
unmöglich.
Auch für Israel, Kanaan und Mesopotamien kann man auf
diese Art beweisen, dass sie gewaltige Strecken zurückgelegt haben müssen.
Dabei sind zwangsläufig gigantische Kräfte aufgetreten, die Erdbeben mit der
Energie von abertausenden Atombomben ausgelöst hätten, wenn die Bewegungen in
so kurzer Zeit stattgefunden hätten.
Mit wenigen Worten: Würde man all die nachgewiesenen
Großereignisse der Erdgeschichte in wenige Jahrtausende pressen, so hätte die
Erde in ihnen verglühen müssen.
Baumringe
(Dendro-Chronologie)
Es ist eine altbekannte Tatsache, dass man das Alter
von Bäumen sehr leicht bestimmen kann, indem man ihre Jahresringe zählt.
Inzwischen hat man in Nordeuropa Baumexemplare gefunden, deren Alter sich so
auf mehr als achttausend Jahre bestimmen lässt - das allein sprengt schon
den Rahmen derer, die behaupten, die Erde sei höchstens sechstausend Jahre alt.
Aber es geht noch weiter: Aus der Breite der Ringe und
ihrer Abfolge lässt sich auf das Klima des jeweiligen Jahres schließen, und
durch den Vergleich mit anderen Bäumen ein Kalender erstellen, der sich durch
Überlappung weit über das Alter einzelner Bäume hinaus erstreckt. Der
Zeitrahmen, der durch diese Dendro-Chronologie (Baumkalender) belegt werden
kann, geht in die Zehntausende von Jahren.
Auch in den Gebieten des ewigen Eises gibt es einen
“Kalender”: Der Wechsel der Jahreszeiten mit ihren charakteristischen
Temperaturen und Niederschlagsmengen hinterlässt deutliche Spuren im ewigen
Eis, die man mit den Jahresringen der Bäume vergleichen könnte: Jede Abfolge
von Winter und Sommer hinterlässt eine neue Schicht.
Dazu kommen weitere Anzeichen, wie der Einschluss von
Blütenstaub im Eis, der ebenso den Wechsel der Jahreszeiten anzeigt. Auch wenn
die Hunderttausenden von Schichten, die im Laufe der Erdgeschichte entstanden,
in der Tiefe stark verdichtet werden, kann man doch mittels kilometerlanger
Bohrkerne große Teile der Erdgeschichte ans Tageslicht bringen. Die
Zeitspannen, die sich auf diese Weise unmittelbar dokumentieren lassen, gehen
in die Hunderttausende von Jahren!
Die
Elemente der Erde beweisen das hohe Erdalter
Dies ist ein Beweis für das hohe Alter der Erde, der
von jeglicher Datierungsmethode unabhängig ist, weil er die Datierung von
Elementen der Erdkruste allein nach der Nuklidkarte vornimmt. Er beruht
auf der Tatsache, dass es Atome gibt, die radioaktiv zerfallen. Für jedes der
zerfallenden Atome gilt, dass nach einer charakteristischen Zeitspanne, die man
Halbwertszeit nennt, nur noch die Hälfte der Ausgangsmenge vorhanden
ist. Diese Halbwertszeiten sind für die jeweilige Atomart kennzeichnend. Sie
sind von Aussenfaktoren wie Druck und Temperatur, sowie von der chemischen
Verbindung, in die das Atom eingebettet sein mag, praktisch unabhängig.
Unbestreitbare
Tatsache ist nun, dass alle 263 stabilen und alle 23 langlebigen Nuklide mit
einer Halbwertszeit von mehr als 500 Millionen Jahren in der Erdkruste
nachgewiesen werden können. Dagegen fehlen die 39 mittellebigen Atomarten mit
einer Halbwertszeit zwischen 10.000 und 500 Millionen Jahren völlig. Die
einzige Ausnahme sind einige wenige Nuklide, die als Zwischenprodukt der
Zerfallsreihen des langlebigen Uran 238 bzw. 235 oder durch kosmische Strahlung
(C-14) bis heute ständig neu gebildet werden.
Das lässt sich nicht anders erklären, als dass seit
der Bildung der Elemente der Erdkruste eine so große Zeit vergangen sein muss,
dass alle mittellebigen Atomarten der Erdkruste so weit zerfallen sind, dass
ihr Nachweis nicht mehr gelingt. Das ist ungefähr bei dem 13-fachen ihrer
Halbwertszeit der Fall. Die folgende Tabelle zeigt, wieviel Prozent einer
Atomart nach dem Verstreichen von ... Halbwertszeiten jeweils noch vorhanden
sind:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 Halbwertszeiten
50 25 13 6,3 3,1 1,6 0,8 0,4 0,2 0,1 0,05 0,02 0,01 % Restmenge
Andererseits können für
die langlebigen Nuklide noch keine 13 Halbwertszeiten vergangen sein, weil sie
alle noch in nachweisbarer Menge vorhanden sind. Da die Nachweisgrenze bei
einer Halbwertszeit von etwa 500 Millionen Jahren liegt, kann man abschätzen,
dass die Zeit der allgemeinen Nuklidentstehung ungefähr 13 x 500
Millionen = 6,5 Milliarden Jahre zurückliegen muss.
Man könnte behaupten,
bei der Nuklidentstehung seien zwar alle 286 stabilen und langlebigen Nuklide
gebildet worden, nicht jedoch die 39 mittellebigen, oder sie hätten sich
nachträglich in irgend einer Weise verflüchtigt. Doch die nachweisbaren und die
fehlenden Nuklide unterscheiden sich weder in ihrer kernphysikalischen Struktur
und Energiebilanz, noch in ihren chemischen Eigenschaften systematisch
voneinander. Darum ist nicht einzusehen, warum einerseits alle stabilen und
langlebigen Nuklide bis heute vorkommen, andererseits alle mittellebigen
Nuklide vollkommen fehlen. Der einzige Faktor, der sie gemeinsam unterscheidet,
ist eben ihre Halbwertszeit! Eine zufällige Wahrscheinlichkeit genau dieser
Verteilung ist kleiner als eins zu einer Trillion.
Die
unleugbare Tatsache, dass alle mittellebigen Atomarten auf der Erde nicht mehr
ursprünglich vorkommen, wogegen sämtliche Atome mit Halbwertszeiten von mehr
als 500 Millionen Jahren noch auftreten, lässt sich demnach allein durch das
hohe Nuklidentstehungsalter von ca. 6,5 Milliarden Jahren erklären!
Ausgearbeitet
wurde dieser Beweis von Karl Philberth, ausführlich in: “Chemikerzeitung”,
Dr.Alfred Hüthig Verlag, Heidelberg, Sonderdruck 109 (1985) Seite 251-253.
Warum “brauchte” Gott so
lange?
Inzwischen ist es
allgemein anerkannt, dass die Schöpfung nicht überschaubar klein ist, sondern
wahrscheinlich 20 Milliarden Lichtjahre groß. Mit anderen Worten: Ein
Lichtstrahl, der sich mit einer Geschwindigkeit von 300.000 Kilometern pro
Sekunde fortbewegt, bräuchte 20 Milliarden Jahre lang, um das Universum zu
durchlaufen.
Warum bereitet es
solche Probleme, zu akzeptieren, dass auch das Alter des Weltalls Milliarden
und nicht in Tausenden von Jahren zu messen ist? Im Schöpfungsbericht
bezeichnet JOM immer Gottestage, nur in Genesis 1:3-5 bezeichnet es die
Tagseite der Erde. Warum also eine Junge Erde zum Dogma erheben?
Manche sagen: “Gott
brauchte nicht mehr als sechs Tage, um die Welt zu erschaffen!” Doch darin
spiegelt sich ein Missverständnis wider: Zeit ist für Gott kein Hindernis,
gegen das er ankämpft, sondern eine Dimension, die er erschuf, um sie zu
gebrauchen:
Gott braucht die Zeit nicht, er ge-braucht sie!
Gott hat keine Eile: Denn als er die Zeit schuf,
hat er genug davon gemacht!
Die Zeit ist nicht
etwas, das Gott brauchte, um zu erschaffen, sondern sie ist Teil des
Geschaffenen: Materie, Raum und Zeit sind untrennbare Aspekte der sichtbaren
Schöpfung. Gott selber steht über Raum und Zeit.
Gottes Werk ist außerdem keine Instant-Schöpfung, bei
der die Gesetze von Raum und Zeit außer Kraft gesetzt wurden, sondern ein
gigantischer Entwicklungsprozess, in dem physikalische Gesetze und natürliche
Prozesse eine aktive Rolle spielen. Spiegelt dies nicht das Leben der
Glaubensväter wider? Wie lange musste Abraham warten, bis die Verheißung eines
Sohnes in Erfüllung ging? Wie lange Israel, bis es das verheißene Land sehen
und einnehmen durfte? Und wie lange wartet die Christenheit bereits auf das
Reich Gottes? Seien wir doch ermutigt durch die Tatsache, dass Gott seine Pläne
über gigantische Zeiträume hinweg verwirklicht. Einzelne Rückschläge, die für
uns wie ein Scheitern seines Ratschlusses aussehen können, sind in Wirklichkeit
in seiner Planung berücksichtigt und dienen letztlich sogar seinen Absichten.
Vielleicht löst sich vor dem Hintergrund dieser
gewaltigen Geschichte auch ein scheinbarer Irrtum, der immer wieder dem Neuen
Testament vorgeworfen wird, weil es betont, dies sei “die letzte Stunde”,
1.Johannes 2:18, und doch sei Jesus nun zweitausend Jahre lang nicht
wiedergekommen. Doch ...
...setzt man für
den Ablauf der Erdgeschichte seit dem Entstehen der festen Erdrinde vor 2
Milliarden Jahren ein Jahr an, dann zeigen sich am 1.Juli die ersten Pflanzen
und am 25.August die ersten Tiere. In die letzten 4 Stunden und 24 Minuten des
Jahres fallen die gesamte Eiszeit, die Stein-, Bronze- und Eisenzeit sowie die
Entwicklung bis heute. Die seit Christi Geburt verflossene Zeit entspricht den
letzten 30 Sekunden des Jahres, die allerletzte Sekunde der Lebenszeit eines
Menschen von heute.
Heinz Schumacher in “Urknall und
Schöpfergott”, Seite 20
Gott hat jede Menge Zeit - er ist “der Alte an Tagen”!
Daniel 6:9
Und
Gott sprach:
Es werde eine Wölbung mitten in den Wassern,
und sie sei eine Trennung
zwischen den Wassern und den Wassern ...
Und Gott nannte die Wölbung Himmel. Genesis 1:6-8
Ein
folgenschwerer Übersetzungsfehler
Luther übersetzt an dieser Stelle mit “Feste” - ein
Irrtum, der zurückreicht bis in das Jahr 400 nach Christus. Da entstand nämlich
die Vulgata, eine lateinische Übersetzung der Heiligen Schrift, die an dieser
Stelle, mit der wir uns gerade befassen, das Wort firmamentum gebraucht.
Gemäß dem altorientalischen Weltbild stellte man sich dieses “Firmament” als
eine feste Metallkuppel vor, an der die Himmelslichter befestigt sein sollten.
Das oberhalb gespeicherte Regenwasser sollte durch Löcher in der Kuppel
herabfallen. Da man der Vulgata im Verlauf der Kirchengeschichte eine
überragende Stellung einräumte und nicht ausreichend berücksichtigte, dass es
sich lediglich um eine Übersetzung handelte, schlich sich die Überzeugung ein,
die Bibel selber enthalte diese vom Zeitgeist gefärbten Vorstellungen. Und da
man an der Bibel nicht zu rütteln wagte, hatten auch die eingeschmuggelten
Fremdgedanken ein zähes Leben. So spricht die gut tausend Jahre später
verfasste Lutherübersetzung immer noch von einer “Feste”, und in der
modernen Einheitsübersetzung heißt es “Gewölbe”.
Die “raqia” ist eine dünne
Luftschicht!
Doch das Tätigkeitswort raqa^, von dem das hier verwendete Wort raqia^
stammt, hat nicht die Bedeutung “fest-”, sondern “dünn machen”! Gleich das
erste Vorkommen in der Bibel zeigt treffend die Grundbedeutung:
Sie hämmerten Goldbleche dünn und zerschnitten sie zu
Fäden. Exodus 39:3
Die Bedeutung ist: Durch Druck wird etwas zu einer dünnen Schicht
ausgebreitet. Allerdings werden Goldbleche durch extremes Hämmern alles andere
als “fest” oder “stabil”, sondern im Gegenteil, so dünn, dass man sie schneiden
und zu Fäden verarbeiten kann! Das nächste Vorkommen bestätigt dies:
Man soll aus den Feuerbecken breitgehämmerte (Bleche) zum
Überzug für den Altar machen. Numeri 17:3-4
Auch die Feuerbecken waren vor dem Breithämmern wesentlich stabiler,
doch nach dem Ausbreiten zu einer dünnen Schicht waren sie so flexibel,
dass man sie an die Oberfläche des Altars anpassen konnte. Es ist keineswegs
immer Metall, das so dünn ausgebreitet wird:
Gott hat die Erde zu einer dünnen Schicht ausgebreitet und was
ihr entsprosst ... Jesaja 42:5
Hier wird ausgesagt, dass die Erdkruste eine dünne Schicht ist, die wiederum
mit einer dünnen Schicht von Pflanzenbewuchs überzogen ist. raqa^ bezeichnet
also absolut nicht nur ein “Hämmern”, bezieht sich auch bei weitem nicht nur
auf Metalle, sondern sagt ganz allgemein aus, dass irgend etwas zu einer dünnen
Schicht ausgebreitet wird. Der Textzusammenhang von Genesis 1 bestätigt unser
Ergebnis:
Und Gott machte die dünn ausgebreitete Schicht (raqia^)
und schied die Wasser, die unterhalb der dünnen Schicht waren, von den Wassern,
die oberhalb der dünnen Schicht waren.
Die Erde war von einem universalen Meer bedeckt,
gleichzeitig wurde sie von einer Wolkendecke aus Wasserdampf eingehüllt. Dabei
lagen die Wasser der Wolkendecke anfangs unmittelbar auf den Wassern des
Weltmeeres auf. Eine Trennung, wie wir sie heute als normal ansehen, kam erst
zustande, als durch die Entstehung einer besonderen Atmosphäre die Wasser der
Wolkendecke von der Erdoberfläche abgehoben, getrennt wurden. Gott gab der
dünnen Schicht den Namen “schamajim = Himmel”. Dieses hebräische Wort ist
eigentlich eine Mehrzahlform und immer ein Inbegriff für Dinge, die in irgend
einer Weise höher sind als die Erde, vergleiche Jesaja 55:9. Wir müssen jeweils
dem Textzusammenhang entnehmen, um welche Art von Himmeln es sich handelt:
·
Da sind die
Luft-Himmel oder die verschiedenen Schichten der Atmosphäre, in denen z.B. die
Vögel fliegen, Jeremia 8:7, Klagelieder 4:19, und der Rauch aufsteigt, Josua
8:20.
·
Weiterhin gibt es
die sogenannten Sternen-Himmel, das sind die Sterne unserer Galaxie, von denen
wir einen Teil als Nacht-Himmel beobachten, Genesis 15:5.
·
Schließlich gibt
es auch noch die überirdischen Himmel, das heißt die unsichtbaren
Wirklichkeiten, die über unsere dreidimensionale Welt hinausgehen, Daniel 4:23.
In Genesis 1:6 ist offensichtlich der Luft-Himmel
gemeint. Dies ergibt sich sowohl aus dem Notenschlüssel, Genesis 1:2, der das
Geschehen auf die Erde begrenzt, als auch aus dem Textzusammenhang: Zum einen
heißt es, dass die dünne Schicht auf den Gewässern der Erde auflag. Und später
wird bemerkt, dass Tiere “über (oder: auf) der Fläche der dünnen Schicht
(raqia^) der Himmel” fliegen, Genesis 1:20. Die Raqia von Genesis 1 ist demnach
eine dünne Luftschicht unterhalb der Wolkendecke, die so die Erdoberfläche von
den darüberliegenden Wolken trennt.
Die Erdatmosphäre ist
wirklich hauchdünn!
Tatsächlich könnten wir mit Recht sagen: Wir leben am
Boden eines kristallklaren Luft-Meeres. Selbst die gesamte Atmosphäre mit einer
Dicke von einigen Kilometern ist im Vergleich zum Erddurchmesser von 12.800 km
nur eine dünn ausgebreitete Schicht. Nähme man als Modell für den
Erdkörper einen Apfel, dann wäre die Luftschicht zwischen Wolken und
Erdoberfläche, das ist noch einmal erheblich weniger als die Gesamtatmosphäre,
nicht einmal so dick wie die Apfelschale - so hauchdünn ist sie!
Sauerstoff als Anzeichen
für einfache Lebensformen
Man geht davon aus, dass im Laufe der Erdgeschichte
eine frühe Edelgas-Uratmosphäre durch eine zweite, andersartige Atmosphäre
ersetzt wurde. Geht man von den Gasen aus, die heute bei und nach
Vulkanausbrüchen austreten, enthielt sie hauptsächlich Stickstoff, Wasserdampf,
aus dem sich bei weiterer Abkühlung Wasser niederschlug, und Kohlensäure.
Daneben gab es vielleicht auch Methan und Ammoniak, mit Sicherheit aber keinen
freien Sauerstoff. Sauerstoff findet sich erst in einer dritten, wiederum
neuartigen Atmosphäre. Es gibt für ihn keine andere Erklärung, als dass er von
Organismen produziert worden ist, die fähig waren, Photosynthese zu betreiben,
also mit Hilfe von Sonnenlicht Sauerstoff zu erzeugen! Die
Sauerstoff-Produktion dieser Organismen wandelte die Atmosphäre allmählich um.
Vorhandenes Methan und Ammoniak wurde oxidiert und verschwand damit aus der
Uratmosphäre.
Photosynthese und die Bildung einer neuen Atmosphäre
Es ist bemerkenswert, dass uns im Text genau diese
Kausalkette begegnet. Er beschreibt einen Stammbaum, eine Entwicklung, bei der
das Geschehen eines jeden Tages logisch auf das des vorhergehenden folgt und
auf diesem aufbaut. Ein Überblick zeigt erstaunliche Parallelen zwischen ...
Bibeltext
und ... Naturwissenschaften:
1. Der Geist Gottes brütete über In den Gewässern der Urerde
(einfachem Leben in) den gab
es einfache,
Gewässern
der Urerde. (V.2) mikrobische
Lebensformen.
2. Licht drang Diese
(Cyanobakterien)
bis zur Erdoberfläche waren
mit Hilfe von
hindurch. (Vers 3-5) Sonnenlicht
fähig, Sauerstoff zu erzeugen.
3. Es entstand
die Atmosphäre Dessen steigender Anteil
führte des zweiten Tages. (V.6-8) zur
Bildung einer neuen Erdatmosphäre.
Anhang:
Wortuntersuchung zu raqia^
Wir beziehen nun auch Wörter mit in die Untersuchung
ein, bei denen die beiden ersten Konsonanten mit raqa^ übereinstimmen,
da es im Hebräischen und verwandten Sprachen öfter vorkommt, dass sie einen
gemeinsamen Ursprung und Sinngehalt haben:
hebräisch: raq = 1.
dünn, schmächtig
2.
auf geringe Weise, “nur”
" raqiq = dünnes
Brot, Fladen (Exodus 29:2,23)
" riqqua^ = Dünngeschlagenes
(4.Mose 17:3)
" raqqah = das Dünne,
die Schläfe (Richter 4:21-22)
assyrisch: rakaku = dünn
machen
" rukku = Platte
(vgl. “platt”, flach, dünn sein)
arabisch: raqqa
= dünn sein
" marquqa = dünnes
Bauernbrot
" rakaáh = einen
Flecken ausbreiten
" rukáh = Ausdehnung
einer Gegend
syrisch: riqo^
= dünn machen
Also: Nicht auf Härte, sondern auf dem Dünn-Sein liegt
die Betonung! Die ganze Wortfamilie r-q bezeichnet das Ausbreiten zu
einer dünnen Schicht, unabhängig davon, um welches Material es sich
handelt! Ausführlich dazu: Karel Claeys “Die Bibel bestätigt das Weltbild der
Naturwissenschaft” Seite 630-649. Darum haben einige Bibelübersetzungen die
richtige Bedeutung erfasst und wiedergegeben, so zum Beispiel die
niederländische Statenvertaling (uitspansel = Ausbreitung), die unrevidierte
Elberfelder (Ausdehnung).
Die originale raqia^ im
Himmel
Auch in den
unsichtbaren Himmeln gibt es eine raqia^, die Hesekiel in einer Vision
beschreibt. Sie trennt den Thrones Gottes von der übrigen Schöpfung, und “sieht
aus wie der Anblick eines wundervollen Kristalls, der ausgebreitet ist”
(Hesekiel 1:22). Charakteristisch für diese überhimmlische raqia^ ist
also ihre kristallklare Durchsichtigkeit.
Das heißt jedoch
keinesfalls, dass sie auch starr wie ein Kristall wäre, denn hier wird nur der
Aspekt des Aussehens beschrieben: typisch für Kristall ist seine
Durchsichtigkeit. In Offenbarung 4:6 wird nämlich derselbe Gegenstand “wie ein
gläsernes Meer, gleich Kristall” beschrieben. Die Ausdehnung ist also
tatsächlich durchsichtig wie Kristall. Doch gleichzeitig wird sie mit einem
Meer verglichen, und das ist sicher kein Beispiel für Starrheit, sondern ein
typisches Bild für ständige Bewegung!
Propheten sind Menschen, die aussprechen oder
aufschreiben, was Gott ihnen auf verschiedenste Art und Weise eingibt. Die
Frage ist, ob die allen Menschen anhaftenden Irrtümer auch in die Schrift
eingeflossen sind. Immerhin, wenn eine Volksschullehrerin es schafft, ihre
Schüler ein Diktat fehlerlos schreiben zu lassen, sollte ein allmächtiger Gott
dies mit Erwachsenen auch fertig bringen. Hat Gott es trotzdem zugelassen, dass
die Schrift ein überholtes, altorientalisches Weltbild überliefert, oder
entspricht ihr Weltbild der Realität?
Die Erde - eine Scheibe?
Hartnäckig hält sich
in manchen Kreisen die Behauptung, die Bibel sehe die Erde als eine Scheibe,
die auf Säulen über irgendwelchen Gewässern stehe. Doch der Ausdruck “Scheibe”
für die Gestalt der Erde kommt in den Bibelübersetzungen überhaupt nicht vor
(Elberfelder 1905,1993, Luther 1912, 1984, Einheitsübersetzung 1980, Schlachter
1951).
Der einzige Ausdruck,
der an diesen Gedanken auch nur erinnert, ist die Formulierung “Erdkreis”. Sie
kommt im Alten Testament ungefähr 34 Mal vor, wo ihr das hebräische “tebel”
zugrunde liegt[5]. Dieses leitet
sich von dem Tätigkeitswort “jabal” ab (Gesenius 870), dessen Grundbedeutung
“wegtragen” ist, wobei es auffällig oft im Zusammenhang mit Wassern gebraucht
wird und dann “wegschwemmen” bedeutet[6]. Claeys kommt
in seinem Buch “Die Bibel bestätigt das Weltbild der Naturwissenschaft” zu dem
Ergebnis: “Die etymologische Bestimmung des hebräischen Ausdrucks tebel ist
also eine Bezeichnung für Massen abgetragener Erdsubstanz, welche durch Wasser
wie Regengüsse, Flüsse usw. weggeschwemmt, eben weggetragen worden sind”
(Claeys Seite 684). Man könnte “tebel” also wörtlich und zugleich treffend mit
“Abtragungsschicht” oder “Sedimentschicht” übersetzen.
Tatsächlich bewohnt
die Menschheit fast ausschließlich die fruchtbaren Gebiete der Erde, die zum
allergrößten Teil aus dem Material bestehen, das durch Erosion abgetragen
wurde. Die Verwendung von “tebel” im Alten Testament deckt sich damit, denn der
Zusammenhang spricht oft von den Lebewesen, die die “tebel” bewohnen. Hier nur
zwei Beispiele:
Des HERRN ist die Erde und ihre Fülle, der Erdkreis und die
darauf wohnen. Psalm 24:1
In
den kommenden Tagen wird Israel blühen und knospen, und sie werden die Fläche
des Erdkreises mit Früchten füllen. Jesaja 27:6
Im Neuen Testament
wird ungefähr 15 Mal mit Erdkreis übersetzt[7], hier liegt das
griechische “oikuménä” zugrunde. Dies ist auch das Wort, das die Septuaginta,
die griechische Übersetzung des AT, regelmäßig als Übersetzung für “tebel”
verwendet. “Oikuménä” leitet sich von griechisch “oíkos=Haus” ab und bezeichnet
die bebauten und von Menschen bewohnten Gebiete der Erde. Dementsprechend ist
im Textzusammenhang dann auch jedes Mal von der menschlichen Bevölkerung der
bezeichneten Gebiete die Rede. Auch hier nur zwei Beispiele:
Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser
Augustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben. Lukas 2:1
...
eine große Hungersnot, die über den ganzen Erdkreis kommen sollte, sie
trat auch ein. Apostelgeschichte 11:28
“Tebel” bezeichnet demnach mehr den Aspekt der
Herkunft der bewohnbaren Flächen, während “oikuménä” die daraus resultierende
Bebauung durch Menschen betont. Ausführlich befasst sich Karel Claeys in seinem
Buch “Die Bibel bestätigt das Weltbild der Naturwissenschaft” mit diesem Thema
(cdbb Seite 51-53 und 683-690). Die folgenden Beispiele sind nur kurze
Zusammenfassungen einiger seiner Untersuchungen.
Die Erdkruste schwimmt auf “Strömen”!
Menschen haben an
Formulierungen in der Bibel Anstoß genommen, die den Eindruck erwecken, die
Erde schwimme auf unterirdischen Gewässern (zum Beispiel Psalm 24:2, 136:6).
Doch auch das beruht auf Missverständnissen des Bibeltextes. Der sagt sehr wohl
aus, dass sich unter der Erdkruste Wirbelfluten (hebräisch thehom) befinden,
aber dies stellt doch gerade aus heutiger Sicht kein Problem dar! Wir wissen
inzwischen, dass das gesamte Erdinnere säkularplastisch ist, sich also im
Großen und auf lange Zeit gesehen wie eine Flüssigkeit verhält. Die Gesteine im
Erdmantel haben extrem hohe Temperaturen und führen unter hohem Druck
unaufhörliche Fließbewegungen durch. Auf diesen Wirbelfluten schwimmen die
Kontinentalschollen und werden durch verschiedene Strömungen verschoben. Auch
dieses Phänomen hat Karel Claeys in seinem Buch ausführlich untersucht.
Selbst rein menschlich ist diese Einsicht den Menschen
der Vorzeit durchaus zuzutrauen, denn jeder Vulkanausbruch mit herausströmenden
Lavamassen gibt einen Einblick in die Zustände im Erdinneren, und wohl jeder
kann sich auch ohne große Phantasie vorstellen, dass sich unter der erstarrten
Erdkruste Wirbelfluten von flüssiger Magma befinden.
Gott spannt den Norden aus über der Leere,
er hängt die Erde auf über dem Nichts (hebräisch belimah).
Hiob 26:7, Elberfelder Übersetzung, ebenso Luther, Einheitsübersetzung,
Schlachter
Das Wort “belimah” ist zusammengesetzt aus
“beli =ohne” und “mah=etwas”, bedeutet also wörtlich “ohne etwas”,
“nichts” (Koehler 129, Gesenius 100) und entspricht damit verblüffend der
modernen Einsicht, dass die Erde von einem Vakuum (lateinisch Leere) umgeben
ist - sie hängt quasi im Nichts!
Mehrere Bibelstellen sprechen von diesem erst in der
Neuzeit besser erforschten Phänomen, wobei sie ausschließlich den hebräischen
Begriff “natah” verwenden, Jesaja 4:22, 42:5,8, 45:12, 51:13, Hiob 9:8, 26:7,
Psalm 104:2, Sacharja 12:1. Dieses bedeutet gemäß Wörterbüchern (Koehler 611,
Gesenius 500): (aus-)strecken, dehnen, ausbreiten, ausspannen, beugen:
Nach E.König hat
“natah” die Bedeutung von “expandens”, das heißt buchstäblich “expandieren”.
Mit Ausnahme von Jesaja 45:12 und Jeremia 10:12 wird dieses Verbum stets als
prädikativ gebrauchtes Partizip verwendet ... Da ein prädikativ gebrauchtes
Partizip die Schilderung eines Zustandes bzw. eines in der Zeit sich
ereignenden, andauernden Geschehens zum Ausdruck bringt, ist die Ausdehnung der
Sternenhimmel als eine kontinuierliche, in der Schöpfung wirkende Tätigkeit
Gottes zu verstehen ... Karel
Claeys, “Die Bibel bestätigt das Weltbild der Naturwissenschaft” Seite 158
Die Erkenntnis der
Expansion des Weltalls entspricht also wortwörtlich der Aussage der Bibel:
“Gott dehnt die Himmel aus!” Und die folgende Bibelstelle gibt uns ein weiteres,
besonders anschauliches Bild für dieses expandierende Weltall:
(Gott ist es) ausdehnend (natah) die Sternenhimmel gleich (einer Menge)
Stäubchen. Jesaja 40:22
Die unzähligen Himmelswelten werden hier mit einer
Wolke Stäubchen verglichen, die in ständiger Expansion begriffen sind. (Karel
Claeys Seite 122-125) Das dabei verwendete "doq" stammt von
"daqaq = etwas fein zermahlen" her und bezeichnet zu feinem Staub
zerstoßene oder zermahlene Substanzen. Tatsächlich müssen wir, um einen treffenden
Vergleich für das expandierende Weltall zu geben, das Modell einer Staubwolke
zur Hilfe ziehen:
Nehmen wir einen
Maßstab von 100 000 Lichtjahren = 1 mm, so entspricht der Durchmesser
einer Galaxie (nämlich 100 000 Lichtjahre) etwa einem Millimeter. Der
durchschnittliche Abstand der Galaxien zueinander wäre fünf Zentimeter; die
Gesamtmenge der Galaxien befindet sich gemäß diesem Maßstab in einem Weltraum
mit einem Radius von 200m (bzw. 400m Durchmesser).
Karel Claeys, “Die Bibel bestätigt das Weltbild der Naturwissenschaft” S. 158
Die Dimensionen des Alls
Die Himmel der Bibel haben keineswegs
Puppenhausformat, sondern sind vielmehr Inbegriff für einen Größenrahmen, den
der Mensch nicht einmal gedanklich erfassen kann:
Denn so viel die Himmel höher sind als die Erde, so sind meine Wege
höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. Jesaja 55:9
Darum betont Gott ausdrücklich, dass es den Menschen
niemals möglich sein wird, die Ausdehnung der Himmel auch nur zu messen,
Jeremia 31:37. Wenn an einigen Stellen schließlich von den Himmeln
der Himmel (Mehrzahl) die Rede ist, beginnt man zu ahnen, dass es noch
ganze Welten gibt, die für uns jetzt unzugänglich und unerforscht sind:
Siehe, die Himmel der Himmel können Gott nicht fassen! 2.Chronik 6:18
Es hört sich so an, als würde mit dem Ausdruck “Himmel
der Himmel” der Begriff “Himmel” potenziert. Das wiederum entspricht der
modernen Einsicht, dass unsere Galaxie mit ihren ungefähr hundert Milliarden
Sternen wiederum nur eine von insgesamt ungefähr hundert Milliarden Galaxien
ist! Jedenfalls setzt der Ausdruck die Himmel der Himmel voraus, dass es
wesentlich (!) mehr gibt als die für uns sichtbaren Himmel:
Wie völlig anders
ist diese Darstellung der Schöpfung als jenes primitive, altorientalische
Weltbild, das die sogenannte historisch-kritische Exegese in die
alttestamentlichen Schriften hineininterpretiert! Statt einer festen Kuppel,
die sich über die Erdscheibe wölbt, eröffnet uns die Bibel einen aus unzähligen
Sternenwelten bestehenden, expandierenden Kosmos, dessen Dimensionen jegliche
menschliche Vorstellung übersteigen.
Und dennoch ist für den Schöpfer dieses gigantische Weltall nur wie eine sich
ausdehnende Staubwolke. Er, der allein Seiende, hat dieses Universum
erschaffen, dehnt es durch seine Einsicht aus und bereitet es nach dem Vorsatz
seines Schöpfungsplanes zur Vollendung zu (Epheser 3:9-11).
Karel Claeys in “Die Bibel bestätigt das Weltbild der Naturwissenschaft”
122-125
Während manche
Menschen eine Zeitlang in dem Wahn lebten, die Welt drehe sich um uns, während
sich doch alles um Gott dreht, muss sich der moderne Mensch eher fragen: “Was
ist der Mensch, dass Gott sich überhaupt um ihn kümmern sollte!?” Diese Frage
ist nicht neu, sondern schon Jahrtausende alt:
HERR! Wenn ich die Sternenhimmel anschaue - deiner Finger Werk! - den
Mond und die Sterne, die du bereitet hast, dann frage ich mich: Was ist der
Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du dich überhaupt
um ihn kümmerst? Nach Psalm 8
Doch der Gott der
Galaxien ist auch der Gott der Atome, und was sollte ihn daran hindern, sich
uns zu offenbaren? Galilei jedenfalls war überzeugt:
Die Heilige Schrift
wie auch die Natur haben ihren Ursprung gleichermaßen im Worte Gottes. Gott
offenbart sich uns in ebenso wunderbarer Weise in den Handlungen der Natur wie
in den ehrwürdigen Sätzen der Heiligen Schrift.
Atome und Kernverschmelzung
Lange Zeit stellte man sich die Elemente, aus denen
die Materie aufgebaut ist, als unteilbare Kerne vor, weshalb man ihnen den
Namen “Atome” oder “Atomkerne” gab, abgeleitet von dem Griechischen
“á-tomos = unteilbar”. Diese Vorstellung hat sich inzwischen als unhaltbar
erwiesen, denn die sogenannten “Atome” können durchaus gespalten, verschiedene
chemische Elemente miteinander sogar “verschmolzen” werden in der sogenannten
“Kernverschmelzung”. Da klingen die folgenden Worte des Neuen Testamentes sehr
modern:
Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb. An ihm werden die
Himmel mit gewaltigem Geräusch vergehen, die Elemente (griechisch
stoichéja = Grundelemente) aber werden im Brand aufgelöst ... werden.
Da dies alles so aufgelöst wird, was für Leute müsst ihr dann sein in heiligem
Wandel und Gottseligkeit, indem ihr die Ankunft des Tages Gottes erwartet und
beschleunigt, um dessentwillen die Himmel in Feuer geraten und aufgelöst
und die Elemente im Brand zerschmelzen werden!
Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in
denen Gerechtigkeit wohnt. 2.Petrus 3:10-13
Hier wird mit klaren Worten gesagt, dass die
Grundelemente, aus denen unsere Welt aufgebaut ist, eines Tages in eine solch
ungeheure Hitze geraten werden, dass sie zerschmelzen! Wie ermutigend, dass
gleich hinzugefügt wird, dass dies nicht das Ende der Welt ist, sondern nur der
Anfang einer völlig neuen Daseinsordnung. An einer anderen Stelle wird
ebenfalls über diesen Vorgang berichtet und dabei eine weitere verblüffende
Feststellung gemacht, die nicht in das damalige Weltbild passt, heute aber als
zutreffend angesehen wird. Es geht um den Übergang von der Bestehensweise
dieser Welt zu der neuen, die Gott neu schaffen wird:
Dies aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes
nicht erben können, auch die Vergänglichkeit nicht die Unvergänglichkeit erbt.
Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir (die Gläubigen) werden ... alle
verwandelt werden, in einem Nu (en atómo), in einem Augenblick, bei der
letzten Posaune. Denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden,
unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden. Denn dieses Vergängliche
muss Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit
anziehen. 1.Korinther 15:50-53
Hier betont Paulus, dass man nur Zugang zu der neuen
Welt hat, wenn der Körper in die neue Seinsweise umgewandelt wird, die der
kommenden Welt entspricht. Und der Vorgang dieser Umwandlung geschieht
innerhalb der kürzestmöglichen, unteilbaren Zeiteinheit, “átomos”. Die moderne
Atomphysik ist mit Heisenberg und Planck zu derselben Erkenntnis gelangt, dass
nämlich die Materie dieser Welt letztlich nur eine Erscheinungsform von Energie
darstellt, die wiederum in Portionen gequantelt ist. Diese Quantelung muss sich
logischerweise auch auf die Zeit erstrecken, so dass man heute die Existenz
einer nicht mehr unterschreitbaren, unteilbaren Elementarzeit annimmt.
Mehr zum Thema “Das Weltbild der Bibel”
in dem sehr gründlichen und ausführlichen Buch
“Die Bibel bestätigt das Weltbild der Naturwissenschaft”
von Karel Claeys, siehe die Buchempfehlung im Anhang.
Gott
sprach: Es sollen sich die Wasser
unterhalb des Himmels an einen Ort sammeln,
und es werde das Trockene sichtbar! ...
Und Gott nannte das Trockene Erde,
und die Ansammlung der Wasser nannte er Meere. Genesis 1:9-10
Das
Festland war lange von Wasser bedeckt
Ist es nicht
erstaunlich, dass der Bibeltext von einer Zeit weiß, in der die Erde von Wasser
bedeckt war? Erst später tauchte das Festland aus dem universalen Urmeer auf.
Der Geologie zufolge waren die Kontinente zu Anfang des Präkambriums
tatsächlich von einem universalen Flachmeer bedeckt und tauchten innerhalb der
großen Zeiträume des Präkambriums ungefähr in der Zeit von 2,0 bis 1,6
Milliarden Jahren auf. Ist es rein menschlich zu erwarten, dass ein Schreiber
vor weit mehr als 2.000 Jahren aus eigenem Nachdenken darauf gekommen wäre? Es
fällt auch auf, dass gleich bei der ersten Erwähnung des Festlandes der Artikel
verwendet wird:
Es werde sichtbar das Trockene! Genesis 1:9
Dies ist aber nur
üblich, wenn etwas entweder bereits bekannt ist, bereits erwähnt wurde oder
bereits vorher existierte. Und es wird nicht gesagt, dass es werden, also
entstehen solle, sondern sichtbar werden. Es ist demnach zu vermuten, dass
bereits vor dem Tohuwabohu Festland auf der Erde existierte, dass es jedoch im
Tohuwabohu überflutet wurde, um danach erneut sichtbar zu werden. Psalm 104 bestätigt
dies:
Die Urflut (hebräisch tehom) bedeckte die Erde wie ein Kleid, die
Wasser standen über den Bergen. Psalm 104:6
Hier wird dasselbe
hebräische Wort, tehom, wie in Genesis 1:2 verwendet. Demnach könnte es
zur Zeit dieser Überflutung der Erde bereits Berge gegeben haben, wenn diese
auch relativ niedrig gewesen sein müssen. Es folgte eine weitere
Gebirgsbildungsphase, in deren Verlauf sich die vorher überfluteten Berge über
den Wasserstand erhoben:
Die Berge erhoben sich, es senkten sich die Täler an den Ort, den du
ihnen bestimmt hattest. Psalm 104:6-8
Eine Bemerkung am
Rande: Scheinbar waren die meisten Geologen vor den 1960-er Jahren vollkommen
überzeugt, dass die Kontinente ihre Lage nie verändert haben, nur einige wenige
verbreiteten die Auffassung, die Kontinente hätten sich früher einmal bewegt
(Kontinentaldrift):
Interessanterweise
war es ein Schöpfungswissenschaftler, Antonio Snider, der im Jahre 1859 als
erster den Gedanken einer horizontalen Bewegung der Kontinente aufwarf (A.Snider, 1859: Le Création et ses Mystères
Devoilés. Franck and Dentu, Paris.). Sein Denken war von den Aussagen in
Genesis 1:9-10 inspiriert, wo es heißt, dass die Wasser sich an einem Ort
sammelten. Darin ist impliziert, dass es nur eine einzige Landmasse gab. Don
Batten: Fragen an den Anfang, CLV Bielefeld 2001, ISBN 3-89397-279-X, Seite 163
Die Landpflanzen wurden
nicht erschaffen - sagt die Bibel!
Der Text erwähnt kein
einziges spontanes Wunder oder einen Schöpfungsakt. Vielmehr ist er hochgradig
evolutionistisch:
Und Gott sprach: Die Erde lasse Gras hervorsprossen ... Und es geschah
so: Und die Erde brachte Gras hervor ... Genesis 1:11-12
Wörtlich heißt es: “Die Erde verursache, dass hervorsprießt!” Die Erde
erhielt von Gott den Auftrag, Pflanzen hervorzubringen. Gott sprach zwar, aber
die Erde war Handelnder. Der Text macht dies deutlich, indem er nicht
fortfährt: “Und Gott machte”, sondern: Die Erde verursachte, dass
herauskam. Das hier verwendete Tätigkeitswort jatsa' kommt 1.068
Mal in der Bibel vor und bezeichnet einfach das Herauskommen von bereits
vorhandenen Dingen aus einer Umgebung: “Die vielfältigen Gebrauchsweisen von
jatsa' ... entfernen sich nirgends weit von der Hauptbedeutung hinausgehen.”
(jwth 756) Dabei wird oftmals nicht direkt angegeben, woraus, sondern dies
muss dem Textzusammenhang entnommen werden. Hier nur zwei Beispiele:
Gott führte Abram hinaus (aus dem Zelt, Genesis 15:5)
Dann
holte der Knecht silbernen und goldenen Schmuck und Kleider hervor (die
bis dahin eingepackt waren, Genesis 24:53, weitere Beispiele: Genesis 8:17,
19:5,8, 12, 16, 17, 38:24, 43:23, 45:1)
jatsa'
bezeichnet niemals (!) die Erschaffung oder das völlige Neuentstehen einer
Sache:
Es ist
festzuhalten, dass das Verbum nicht auf die Schöpfertätigkeit Gottes im Sinne
eines erstmaligen Entstehen-Lassens bezogen wird. (Jenni-Westermann, Theologisches Wörterbuch, jwth 759)
Die Pflanzen waren also keine Neuschöpfung! Darum
wurden die biblischen Aussagen auch schon vor Jahrtausenden evolutionistisch
verstanden:
Augustinus
erklärte, die Pflanzen seien am dritten Schöpfungstage causaliter geschaffen
worden, das heißt, die Erde habe an jenem Tage die Kraft erhalten, sie
hervorzubringen. E.Mayr “Entwicklung
der biologischen Gedankenwelt” Seite 205
Die Landpflanzen kamen aus
dem Meer!
Das Naheliegenste ist, dass die Landpflanzen aus den Wassern stammen,
die unmittelbar vor dem Erscheinen der Landpflanzen erwähnt werden. Wie wir
gesehen haben, existierten genau dort bereits seit dem Brüten Gottes über dem
Urmeer einfache Organismen, von denen einige mit dem später durchdringenden
Sonnenlicht anfingen, Photosynthese zu treiben. Demnach gab es, als das
Festland auftauchte, in den Meeresgewässern pflanzliche Organismen, die nun an
Land gehen konnten - das (auftauchende) Festland verursachte, dass
Pflanzen herauskamen.
Der Text scheint eine in Größe und Entwicklung
aufsteigende Reihenfolge widerzuspiegeln: grasähnlich, krautig, baumähnlich. Er
betont das Herauskommen der Pflanzen und beschreibt demnach eine
Pioniervegetation, erste Anfänge von Pflanzenbewuchs.
Gott gebraucht ganz oft natürliche
Prozesse
Da die Schöpfung die
erste und damit grundlegende Offenbarung von Gottes Wesen an uns Menschen
darstellt, dürfen wir niemals vergessen, dass Gott sich uns in vielen Fällen
ganz natürlich offenbart. Da sind nicht funkensprühende Wunder auf der einen
Seite, in denen Gott ist, wogegen alle natürlichen Prozesse ohne Gott ablaufen
würden. Der Schöpfungsbericht erwähnt nur drei Schöpfungsakte, die
hineingewoben sind in einen gigantischen Entwicklungsprozess. Gott durchbricht
niemals seine Naturgesetze, er gebraucht sie. Virtuos wie ein Klavierspieler
die Tasten seines Instrumentes, benützt Gott die Materie und deren Gesetzlichkeiten,
um seinen Willen zu vollbringen. Und das sieht oftmals ganz normal und
unscheinbar aus, was selbst einen Mann Gottes wie Eliah in Erstaunen versetzen
konnte, als Gott sich ihm offenbarte:
Und siehe, der HERR ging vorüber. Da kam ein Wind, groß und stark, der
die Berge zerriss und die Felsen zerschmetterte vor dem HERRN her. Aber der
HERR war nicht in dem Wind. Und nach dem Wind ein Erdbeben, der HERR aber war
nicht in dem Erdbeben. Und nach dem Erdbeben ein Feuer, der HERR aber war nicht
in dem Feuer. Und nach dem Feuer der Ton eines leisen Wehens... und siehe, eine
Stimme geschah zu ihm ... 1.Könige 19:11-1
Hartnäckig hält sich
nicht nur unter den Völkern, sondern auch im Volk Gottes die Täuschung, die uns
gewohnten, natürlichen Dinge könnten nicht übernatürlich sein - doch sie sind
es! Die einzige Frage ist, ob wir uns von Gott die Augen öffnen lassen, damit
wir es erkennen. Wer sich verweigert, auf Vertrautes und auf Vertraute zu
hören, den können selbst spektakulärste Ereignisse letztlich nicht dazu
bewegen, Gott wahrzunehmen:
Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch nicht
überzeugt werden, wenn jemand aus den Toten aufersteht. Lukas 16:31
Weil viele das nicht verstanden, nahmen sie Anstoß
daran, dass Gott in Windeln und als Zimmermannssohn auf der Erde erschien, um
die Herrschaft über das Weltall anzutreten. Und wie steht es mit uns? Sind wir
darauf festgelegt, allein auf übernatürliche Weise Gottes Stimme zu hören, oder
verstehen wir auch sein Reden durch natürliche Umstände und unsere
Mit-Menschen?
Gottes Wort erfüllt sich im
Laufe der Zeit
Denn er sprach, und es geschah. Er gebot, und es stand da. Psalm 33:9
Manche deuten diese Stelle so, als hätten Gottes Worte in der Genesis
schlagartig zum Endergebnis geführt. Doch es ist eines der häufigsten
Vorkommnisse der Bibel, dass Gott spricht und es daraufhin geschieht -
auch wenn oftmals Jahrtausende zwischen dem Reden Gottes und seiner Erfüllung
vergehen. Der Psalm betont nicht die Geschwindigkeit, sondern die
“Be-Ständigkeit” der Verwirklichung von Gottes Ratschluss. Was er spricht, das
wird unweigerlich geschehen, und was er befiehlt, das kommt “zu-stande” -
egal, wie lange es dauern mag, und es hat “Be-stand”, egal, was dagegen
arbeitet:
Der HERR der Heerscharen hat geschworen und gesagt: Fürwahr, wie ich
es erwog, so geschieht es, und wie ich es beschlossen habe, so kommt es zustande!
Jesaja 14:24
Der
ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht
geschehen ist. Der ich spreche: Mein Ratschluß soll zustande kommen, und
alles, was mir gefällt, führe ich aus. Jesaja 46:10
Landpflanzen und die Sicht der
Naturwissenschaft
Von der ersten Flora
der Erde ist noch sehr wenig bekannt, da sie aus einer sehr alten Zeit stammt,
die naturgemäß eine schlechtere fossile Überlieferung zur Folge hat. Zusätzlich
verwesen Landpflanzen rasch und weisen daher nur selten gute fossile Erhaltung
auf. “Aus der Zeit zwischen dem mittleren Silur und dem frühen Devon (ca 400
Millionen Jahre) finden sich die ersten einigermaßen gut konservierten Pflanzen
mit erkennbarer Cuticula, wasserleitenden Gefäßen und verstärkten verzweigenden
Stengeln und Sporenkapseln.” (nudl 87-88) Es ist wahrscheinlich,
dass der Landnahme eine präkambrische Besiedlung (ca. 540 Millionen Jahre) aus
der Gruppe der Algen vorausgegangen ist. Jedenfalls findet man aus dieser Zeit
Reste von differenzierten großen Algen, die nach Ansicht der Wissenschaftler
Flachwasserbereiche, Gezeitenzonen oder das Festland bewohnt haben (Pflug).
Abschließend wollen wir festhalten, dass eine gewisse
Spannung zwischen biblischem Bericht und den Naturwissenschaften besteht.
Letztere gehen heute davon aus, dass die Landnahme der Pflanzen erst nach dem
Erscheinen der Meerestiere stattfand, während der biblische Bericht von einer
umgekehrten Reihenfolge ausgeht. Obwohl es Argumente gibt, die diese Spannung
abmildern könnten, wollen wir nicht verheimlichen, dass beim gegenwärtigen
Stand der naturwissenschaftlichen Forschung einerseits und unserer Auslegung
der Genesis andererseits eine Harmonisierung in dieser Sache nicht leicht
fällt.
Unvermeidliche
Spannungen zwischen Bibel und Wissenschaft
Eines müssen wir
jedoch immer berücksichtigen, wenn wir Bibel und Naturwissenschaften miteinander
vergleichen: Auf beiden Seiten handelt es sich um menschliche Forschungen, die
mit Fehlern und Irrtümern behaftet sind. So wird niemand bestreiten, dass der
Stand der Naturwissenschaften vor zweihundert Jahren noch ein ganz anderer war
als heute. Die Erkenntnis nimmt zu - und das ist auch für die Auslegung
der Bibel zu erwarten: Heute stehen uns bessere Bibeltexte zur Verfügung denn
je, und mit Hilfe von Computer-Programmen sind Studien im Grundtext um ein
Vielfaches schneller und genauer geworden. Dennoch, Irren ist menschlich, und
zwar auf allen Gebieten, darum ist es eigentlich ausgeschlossen, dass wir
unsere Erkenntnisse über das Wort Gottes und die Schöpfung Gottes jemals
vollkommen zur Deckung bringen können. Sowohl Bibel- als auch Naturforschung können
nur Annäherungen an die Wahrheit darstellen. Jegliches menschliche Wissen ist
Stückwerk, 1.Korinther 13:9. Das betont auch der Nobelpreisträger Manfred
Eigen:
Konflikte zwischen
religiöser und wissenschaftlicher Weltsicht sind aufgrund der Begrenzung menschlicher
Einsichten geradezu vorgegeben.
Manfred Eigen in “Stufen zum Leben”,
Seite 275
Aus diesem Grund ist
es nicht realistisch und auch nicht fair, von einer Bibelauslegung zu erwarten,
dass sie zu hundert Prozent mit dem “derzeitigen Stand der Forschung”
übereinstimmt! Es muss, im Gegenteil, eher verdächtig erscheinen, wenn bei
Harmonisierungsversuchen alles glatt geht. Es ist viel realistischer,
abzuwägen, in welchem Maße die Bibel mit dem übereinstimmt, was heute als
gesichert angesehen wird, und dann seine Schlussfolgerungen zu ziehen. Was nun
den Stammbaum der Himmel und der Erde (Genesis 2:4) angeht, so treffen die
zentralen Aussagen ins Schwarze und das Gesamtgeschehen deckt sich verblüffend
mit den Forschungsergebnissen der Naturwissenschaften, wenn auch einige wenige
Details nicht passen. Dieses extrem hohe Maß an Übereinstimmung ist unter den
Schöpfungsberichte der Welt absolut einmalig und ein gewichtiges Argument
dafür, dass die Bibel vom Schöpfer selber stammt. Aus rein menschlichen Überlegungen
heraus hätte seinerzeit kein Schreiber einen derart treffenden Bericht von der
Entwicklung des Lebens auf der Erde geben können.
Und die Erde brachte Gras hervor,
Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art ... Genesis 1:12
Es fällt auf, wie
häufig der Begriff “Art”, hebräisch min, im Stammbaum der Himmel und der
Erde erwähnt wird. Das deckt sich mit seiner Wichtigkeit im Bereich der
Biologie:
Die Art ist die
grundlegende Einheit der Evolutionsbiologie. ... Eine üppige Vervielfältigung
der Arten ist eine Vorbedingung für den Evolutionsprozess. ... Die Arten
sind die eigentlichen Einheiten der Evolution. ... Die Art ist eine -
wenn nicht sogar die wichtigste - Einheit der Evolution. Mayr “Entwicklung der biologischen Gedankenwelt”
Seite 237
Doch um es gleich
vorauszuschicken: Gott schuf weder die Pflanzen noch die Arten! Vielmehr war es
laut Bibeltext ausdrücklich die Erde, die Pflanzen herausbrachte, und diese
wiederum brachten Samen, also Fortpflanzungskörper “nach ihrer Art” hervor.
Wenn man so wollte, könnte man also eher noch behaupten, die Erde habe die
ersten Arten “geschaffen”.
Wir können mehr über
den Artbegriff der Bibel erfahren, wenn wir den im Grundtext verwendeten
Begriff min = Art mit Hilfe der Wörterbücher untersuchen. Die dem
Hauptwort min = Art zugrundeliegende Wurzel bedeutet "furchen,
spalten" (ghhw 420), "eigentlich schneiden, um und um abtrennen,
sodann unterscheiden, d.h. durch Zurichtung von anderen Dingen verschieden
machen." (fhh 710). Verwandte arabische Worte bedeuten “auseinander
scheiden, spalten, trennen” und “umschützen, das heißt von aller Berührung
trennen, abhalten” (Fürst “Hebräisches Wörterbuch” Seite 710).
Das Hauptwort min
selber bedeutet “eigentlich Abscheidung, -trennung ... d.h. was sich von andern
unterscheidet und trennt.” Fürst
Seite 730
Die Hauptbedeutung von min = Art ist
demnach nicht geschichtslose Entstehung und Unveränderlichkeit, sondern im
Gegenteil, gemeinsamer Ursprung mit nachfolgender Veränderung! Die Bedeutung
von min = Art enthält drei Aspekte:
1. Gemeinsame Herkunft. Darauf folgt:
2. Trennung voneinander (Abspaltung). Dabei
entsteht:
3. Unter-Scheidung,
Verschieden-Artigkeit.
Somit ist der Artbegriff ein Beleg für die Abstammung
der Lebewesen voneinander.
Ein
modernes Beispiel von “Artbildung”: Messianische Juden
Diese Grundbedeutung
hat sich bis ins moderne Hebräisch hinein erhalten. Da wird min nämlich
gebraucht, um Sektierer und Judenchristen (kblh 519) zu bezeichnen: “Auch
das neuhebräische min Häretiker, Ketzer, geht von abtrennen aus.”
(fhh 730) Orthodoxe Juden sehen z.B. andere Juden, die an Jesus als
Messias glauben, als Sektierer, als “entartet” an und schließen sie aus der
Gemeinschaft aus, obwohl sie an ihren jüdischen Wurzeln festhalten und sich
Messianische Juden nennen. In den Augen der “Rechtgläubigen” sind sie aufgrund
ihrer Anders-Artigkeit von der ursprünglichen Gemeinschaft abzutrennen. Wir
sehen die drei Aspekte von “min=Art”: Obwohl die messianischen Juden einen
gemeinsamen Ursprung mit den anderen Juden haben, sind sie so anders geworden,
dass sie abgetrennt und von der jüdischen Gemeinschaft als fremd-artig
ausgeschlossen werden.
Und Gott sprach:
Es sollen Lichter an der Wölbung des Himmels werden,
um zu trennen zwischen Tag und Nacht.
Und sie sollen dienen als Zeichen und zu Zeiten und Tagen und Jahren ...
Und Gott machte die beiden großen Lichter ...
Und Gott setzte sie an die Wölbung des Himmels ...
Genesis 1:14-17
Warum Gott die Sonne nicht
am vierten Tag erschuf
“Woher kam das Licht der ersten Tage, wenn Gott Sonne, Mond und Sterne
doch erst am vierten Tag erschuf?” Dies ist eine häufig gestellte Frage zum
Schöpfungsbericht, oft auch als Einwand gebracht, um seine Glaubwürdigkeit in
Frage zu stellen. Doch das Problem liegt nicht im Bibeltext, sondern beim
Leser. Der Schöpfungsbericht ist nämlich logisch aufgebaut, und wir werden ihn
nur verstehen, wenn wir einmal gemachte Aussagen im weiteren Verlauf konsequent
berücksichtigten:
Die ersten Worte setzen für alle folgenden Ereignisse die Existenz des
Universums voraus, zusammengefasst in dem Ausdruck “die Himmel und die Erde”.
Sonne, Mond und Sterne waren zur Zeit des vierten Tages also längst erschaffen
und vorhanden. Dunkel war es auf der Erde (und der Text sagt ausdrücklich nur
“Erde”!) aufgrund einer undurchdringlichen Wolkendecke. Als diese sich
auflockerte, wurde es “licht” auf ihr. Doch worum geht es dann bei den
Ereignissen des vierten Tages?
Was machte Gott dann?
Gott sprach: “Es
seien Lichter ...”
Die Übersetzungen geben durchweg richtig wieder, was im Grundtext
steht: Lichter. Es geht nicht um Sonne und Mond als Himmels-Körper, die Worte Sonne
und Mond kommen gar nicht vor! Es geht vielmehr ausdrücklich um
die von ihnen ausgehende Lichtstrahlung, hebräisch ma'or. Leucht-Körper
heißen auf Hebräisch ner oder menorah = Lampe, doch
das von ihnen ausgehende Leuchten, die Beleuchtung
wird ma'or genannt:
Der reine Leuchter (menorah, von ner), seine Lampen (ner), die
zuzurichtenden Lampen (ner) und alle seine Geräte (also Körper!) und das Öl zum
Licht (ma'or). Exodus 39:37
Ganz offensichtlich bezeichnet ma'or hier das vom brennenden
Öl ausgehende Licht. Immer wieder wird klar unterschieden zwischen der Lampe
(ner) und dem von ihr ausgehenden Licht (ma'or):
... sie sollen die Lampe (ner) des Lichts (ma'or) bedecken.
Numeri 4:9
Der Text macht also durch die auffällige Weglassung
der Worte “Sonne” oder “Mond” und die Verwendung von ma'or = Leuchte
eindeutig klar, dass es hier nicht um die Himmelskörper geht, sondern um das
von ihnen ausgehende Licht!
Die Lichter wurden zubereitet - nicht erschaffen!
Eine weitere Beobachtung bestätigt diese Tatsache: Das Wort bara'
= erschaffen wird nicht für die Lichter verwendet! Vielmehr begegnen
wir dem Wort ^asah = machen, zubereiten, das eine ganz andere
Bedeutung hat. Es ist nach “sagen” und “sein” das dritthäufigste Tätigkeitswort
der hebräischen Bibel überhaupt (2.627 Vorkommen) und bedeutet: Vorhandenes
fortlaufend und zielgerichtet zubereiten. Einige Beispiele der Genesis:
Und ich will dich (Abraham) zu einer großen Nation machen.
(Genesis 12:2)
...
erjage mir ein Stück Wild und bereite mir ein Gericht (daraus) zu,
wie ich es gern habe. Genesis 27:3,4
Und
sie nahmen Steine und machten (daraus) einen Haufen. Gen 31:46
Und
er machte ihm (aus vorhandenem Material) einen bunten Leibrock.
(Genesis 37:3)
Am vierten Tag schuf Gott also keine Lichter, sondern bereitete die
bereits vorhandenen weiter zu. Mit anderen Worten: Gott machte die
Lichter - sichtbar!
Das Geschehen ist somit recht einfach zu verstehen:
Seit dem ersten Tag war das Licht der Himmelskörper nur diffus, aber immerhin
als Helligkeit = 'or bis zur Erde hindurchgedrungen. Vom vierten
Tag an waren sie auch als Lichter = ma'or zu sehen, so, als würde
heute an einem bewölkten Tag der “Himmel” aufreißen.
Heftete Gott die Sterne an
das Firmament?
Es gibt eine Aussage im Bibeltext, die vielfach zu falschen Deutungen
geführt hat:
Und Gott setzte sie an die Wölbung des Himmels ... Genesis 1:17
Das hört sich so an, als habe Gott die Himmeskörper am Firmament
festgeheftet. Doch erinnern wir uns: Von dem zweiten Satz der Genesis an
konzentriert sich das Blickfeld auf die Erde. Ausnahmslos alles, was Gott
danach tut, geschieht hier. Also ist von Haus aus zu erwarten, dass es am
vierten Tag nicht um die Erschaffung von Himmelskörpern im All geht. Und tatsächlich
betreffen Gottes Worte nicht die Himmel, den Weltraum, denn es ist nicht von
Lichtern “im Himmel” die Rede, sondern:
Und Gott gab (hebräisch natan) sie in die Ausdehnung der
(Luft-)Himmel ...
Wie der Textzusammenhang ganz klar zeigt, handelt es
sich bei dieser Ausdehnung um die dünne Luftschicht, die die Wolken von der
Erdoberfläche trennt und in der Flugtiere sich bewegen Genesis 1:6,20. Und das
hebräische natan = geben hat nichts mit einer Befestigung zu tun,
sondern sagt aus, dass Gott dafür sorgte, dass das Licht bis in die unterste
Luftschicht durchkam. Dasselbe Wort wird wenig später verwendet, um zu
beschreiben, welche Nahrung Gott den Menschen zugedacht hat, Genesis 1:29.
Tatsächlich ist das Sonnenlicht eine wichtige “Gabe” an Menschen und Tiere.
Ein Vorgang, viele Lichter
Im Grundtext steht nicht, wie wir erwarten würden und auch der
Einfachheit halber übersetzt hatten: “Es seien Lichter!”, sondern:
Es sei (Einzahl): Lichter... (Mehrzahl)
Dies ist zwar kein Beweis für unsere Deutung, aber es
passt sehr gut zu unserer Ansicht, dass es nur ein einziger Vorgang war, als
dessen Folge eine Vielzahl von Lichtern erschien: Das Aufreißen des Himmels
hatte zur Folge, dass alle Lichter auf der Erde sichtbar wurden.
Der beherrschende Einfluss der Himmelslichter auf die
Erde
... als Zeichen und zur Bestimmung von Zeiten ...
Das gesamte irdische
Leben wird von den Rhythmen der Himmelslichter bestimmt:
Den drei grundlegenden
Zeitmaßen des Kalenders - dem Tag, dem Monat, dem Jahr - liegen die
astronomischen Kreisbewegungen zugrunde, die das menschliche Leben am stärksten
beeinflussen.
Die ältesten Kalender orientieren sich am Mond, der ja nicht nur auf-
und untergeht, sondern während des Monats auch seine Gestalt wechselt. Monate machten
es schon recht bequem, Jahreszeiten zu beschreiben.
Die späteren Kalender allerdings basierten alle auf der Jahresbewegung der Sonne.
Den Ägyptern verdanken wir auch die Einteilung des Tages in 24 Stunden von
Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang. Ausgangspunkt dieser Einteilung war die
Untergliederung der Nacht in zwölf Stunden, deren Beginn jeweils durch das
Erscheinen eines bestimmten Sterns oder Sternbilds im Osten gegeben war.
Vermutlich aus Symmetriegründen wurde dann der Tag ebenfalls in zwölf Stunden
eingeteilt. (Peter Coveney “Anti-Chaos” Seite 44,45)
... und um zu
herrschen ...
Bis zum vierten
Zeitraum hatte in der untersten Luftschicht nur diffuses, also gestreutes Licht
“geherrscht”. Von da an konnte das Licht von Sonne und Mond in viel höherem
Maße seinen Einfluß ausüben, und der ist in der Tat gewaltig. Die Energie, die
tagtäglich durch die Sonnenstrahlung zur Erde befördert wird, versetzt die
ganze Atmosphäre in dauernde Bewegung. Es ist zu erwarten, dass gerade seit dem
vierten Tag die von der direkten Sonnenstrahlung hervorgerufene, gesteigerte
Erwärmung der Erdoberfläche einen entscheidenden Einfluß auf die
atmosphärischen Vorgänge ausübte.
Von der Sonne hängt alles Leben ab, sowohl das der Pflanzen, als auch
das der Tiere und Menschen. So wirken (oder biblisch ausgedrückt herrschen)
Sonne und Mond in den physikalischen, chemischen und biologischen Vorgängen der
Erde und ihrer Lebewesen:
In vieler Hinsicht
gleicht das Leben auf der Erde einem Orchester, das nach dem Takt des Himmels
spielt. Bewegungen von Sonne und Mond spiegeln sich in Ebbe und Flut von
Insektenpopulationen und der Aktivitäten von Lebewesen auf dem ganzen Planeten
wider.
Peter Coveney “Anti-Chaos” Seite 342
Gründe für die zweite
Veränderung der Erdatmosphäre
Die Ursache für das Aufreißen des Himmels bzw. der Wolkendecke, das das
Sichtbarwerden der Himmelslichter ermöglichte, ist in einer Veränderung der
Erdatmosphäre zu suchen. Hierbei müssen die Vorgänge des vorhergehenden Tages
eine wichtige Rolle gespielt haben:
Das Auftauchen des Festlandes dürfte unter anderem eine intensivere
Luftzirkulation bewirkt haben, insbesondere in den niedrigeren
Atmosphärenschichten. Und das Erscheinen der Landpflanzen Pflanzen muss einen
ansteigenden Sauerstoffgehalt zur Folge gehabt haben. Eine Veränderung der
Erdatmosphäre hat aber zwangsläufig auch eine Veränderung des Lichtes zur
Folge, da dieses auf seinem Weg durch die Erdatmosphäre z.B. durch Absorption,
Reflexion und Streuung verändert wird. Biblisch ausgedrückt: Es wird zubereitet
= ^asah.
Wie wir gleich sehen werden, war diese Veränderung der Erdatmosphäre
eine unabdingbare Voraussetzung für die Entwicklungen, die nun folgen sollten.
Und
Gott sprach:
Die Wasser sollen wimmeln von Wimmelnden, lebenden Seelen! Genesis 1:20
Was ist die “Kambrische Explosion”?
Die Bibel sagt, dass das tierische Leben in den Wassern der Meere
entstand. Und die Wasser sind tatsächlich der Ort, an dem erstes tierisches
Leben, den Naturwissenschaften zufolge, erschien. So wird die Spur wieder
aufgenommen, die mit dem Brüten Gottes über den Wassern der Urerde begann. Als
erstes hatten sich daraus die Pflanzen entwickelt, nun folgten die Tiere, die
sich im Laufe des fünften Tages - heute schätzt man: vor 530 Millionen
Jahren - explosiv entfalteten:
Die kambrische
Explosion steht für einen unglaublichen Quantensprung an biologischer
Komplexität. Davor war das Leben auf der Erde ziemlich einfach - es bestand aus
einzelligen Bakterien, blau-grünen Algen und später ein paar Schwämmen und
primitiven Würmern oder Mollusken. Und dann finden wir ganz urplötzlich eine
verblüffende Vielfalt komplexer Lebewesen, ohne dazugehörige Vorgänger, die
geologisch betrachtet von einem Augenblick auf den anderen einfach da waren.
Lee Strobel “Indizien für einen
Schöpfer” Seite 316
Wenn man die
Erdgeschichte in 24 Stunden pressen würde, dann würde die kambrische Explosion
gerade einmal eine Minute dauern! Dieses Geschehen war - gemessen an der
Skala der geologischen Uhr - ein plötzliches, geradezu überraschendes
Phänomen, darin sind die Forscher sich einig:
Am Ende des
Präkambriums ereignete sich etwas, was man zutreffend als eine Explosion von
Lebensformen bezeichnet hat.
David Norman “Ursprünge des Lebens”
Seite 32
Darwin’s ungelöstes Problem
Dieses plötzliche
Erscheinen der Tiere auf der Bühne des Lebens bereitete Darwin lebenslang
großes Kopfzerbrechen. Bis vor ungefähr 600 Millionen Jahren gab es nämlich nur
“einfache” Organismen in den Gewässern, und Darwin's Theorie zufolge wäre es zu
erwarten gewesen, dass sie sich langsam und stufenweise zu komplexeren
Lebensformen hochentwickelten. Ganz entgegen seinen Erwartungen traten die
ersten Tiere jedoch in einer erstaunlichen Artenvielfalt und extremen
Komplexität sozusagen schlagartig auf:
Keine unter all den
plötzlichen Faunenentstehungen beunruhigte Darwin mehr als das plötzliche
Auftreten der Mehrheit der großen Tierstämme in den untersten fossilhaltigen
Gesteinen. Wo können sie hergekommen sein?
Ernst Mayr “Die Entwicklung der biologischen Gedankenwelt” Seite 345
Warum finden
wir keine großen von den Resten der Vorfahren der kambrischen Fossilien
erfüllten Schichten, die meiner Theorie zufolge doch unbedingt in jenen alten,
völlig unbekannten Epochen der Erdgeschichte abgelagert worden sein müssen?
Darwin “Die Entstehung der Arten” Seite 644
Bis an sein
Lebensende blieb dieses Phänomen der fehlenden Vorfahren für Darwin ein
ungelöstes Rätsel. Und: “In den Jahren nach 1859 ist diese Schwierigkeit
sogar noch gewaltiger geworden. Wo auch immer neue Schichten erforscht wurden,
die frühesten Typen traten unweigerlich im Kambrium auf, in den präkambrischen
Schichten war nichts von ihnen zu finden.
Ernst Mayr “Die Entwicklung der
biologischen Gedankenwelt” Seite 345
Umso erstaunlicher
ist, dass der jahrtausendealte Text der Genesis schon immer bezeugte, dass
genau diese (kambrische) Explosion des Lebens auf der Erde, genauer gesagt in
deren Meeren, stattgefunden hat. Er erklärt, dass die ersten Lebewesen der Erde
ihren Ursprung einem Schöpfungsakt Gottes haben.
Eine neue Dimension: Tiere
haben eine Seele!
Und Gott erschuf
lebende Seelen ... Genesis 1:21
Manche Übersetzungen
sprechen hier von “Wesen” oder “Lebewesen”, andere übersetzen mit “Getier”,
doch im hebräischen Grundtext steht einfach näphäsch = Seele.
Tatsächlich stellen Tiere eine Neuerscheinung dar, die rein innerweltlich nicht
erklärt werden kann: Tiere haben eine Seele! Die Seele ist der Sitz der Triebe und
Empfindungen und der Bibel zufolge dasjenige, was sowohl Menschen als auch
Tiere (!) zu etwas Lebendigem, zu einem Lebewesen macht - Pflanzen
werden in der Bibel niemals als lebend bezeichnet. Auf körperlicher Ebene
spiegelt sich dies in Atmung, Blutkreislauf und der Fähigkeit zu willentlich
gesteuerten Bewegungen wider. Konrad Lorenz kommt in seinem Buch “Über
tierisches und menschliches Verhalten” zu dem Schluss:
Die Fähigkeit zu
Lust und Leid ... ist sicherlich die Urform alles Erlebens. Gerade sie möchte
ich auch den höheren Tieren zuschreiben ...
Man sieht einem Hund ohne weiteres an, dass er traurig ist, nicht aber, weshalb
er es ist. ...
Meinem Lehrer Heinroth, dem Großvater der objektivierenden Verhaltensforschung,
wurde sehr oft vorgeworfen, dass er das Tier in seinen physiologischen
Gedankengängen wie eine Maschine behandle, worauf er zu antworten pflegte: “Im
Gegenteil, Tiere sind Gefühlsmenschen mit äußerst wenig Verstand”.
Konrad Lorenz “Über tierisches und
menschliches Verhalten” Seite 371
Die ersten Lebewesen
der Erde haben ihren Ursprung in dem zweiten von insgesamt nur drei
Schöpfungsakten Gottes und stellen tatsächlich eine Neuerscheinung dar, die
rein innerweltlich nicht erklärt werden kann. Die Schöpfung geschah allerdings
in den Stammbaum von Himmel und Erde (Genesis 2:4) hinein, und der
Textzusammenhang bestätigt noch einmal ausdrücklich, dass die ersten Tiere von
niedrigeren Lebensformen abstammen, denn er erklärt:
Dann erschuf
Gott ... lebende Seelen ... nach ihrer Art.
Durch die Verwendung des Wortes min = Abkunft,
Herkunft wird der Abstammungsgedanke in diesem Zusammenhang unübersehbar.
In das Geschehen hinein gab Gott eine neue Qualität: seelisches Leben. Gott
erschuf nicht die Arten, sondern die Tier-Seelen - nach oder gemäß
ihren Arten, die bereits vorhanden waren oder sich entwickelten. Im Text werden
vier Gestaltgruppen unterschieden:
Die “Wimmelnden” oder “Krabbelnden”
Man könnte keinen treffenderen Ausdruck finden, um die
Lebewelt zu beschreiben, die als erste die Meere bevölkerte. Als ein
klassisches Beispiel für diese Wimmelnden können die Trilobiten dienen, kleine,
auf dem Meeresboden kriechende, gelegentlich auch schwimmende Tierchen, von
denen die urzeitlichen Flachseen buchstäblich wimmelten.
Kamen
die Vögel vor den Landtieren?
Der Text nennt zusammen mit den Meerestieren als
weitere Gestaltgruppe erste Flugtiere. Welcher rein menschlich inspirierte
Schreiber hätte den Ursprung der Flugtiere im Wasser vermutet? Doch dem Text
zufolge fand noch vor dem Erscheinen der Landwirbeltiere (!) am sechsten Tag
eine Besiedlung des Festlandes mit Flugtieren statt. Der Grundtext verwendet
hier nicht das ausschließlich Vögel bezeichnende zippor, sondern ^oph.
Dieses leitet sich von dem Tätigkeitswort ^uph ab, das Fliegen im
weitesten Sinne bedeutet (vergleiche unsere “Fliege” und “Flieger”!), und
bezeichnet ganz allgemein fliegende Lebewesen, also Vögel und Fledermäuse, zum
Beispiel in 3.Mose 11:13,19, 5.Mose 14:18, aber auch Insekten, zum Beispiel
3.Mose 11:20, 5.Mose 14:19. Tatsächlich gehören zu den ältesten als Fossilien
gefundenen Insekten solche, die mit Flügeln ausgestattet waren. Nach Brinkmann
stammt das älteste paläontologisch gesicherte Insekt überhaupt (!), das
Eopterum (eine Art Libelle), aus oberdevonischen Schichten und belegt, dass die
ersten fliegenden Tiere im Verlauf des fünften Zeitraumes entstanden.
“Und
Gott schuf die großen, räuberischen Meeres-Ungeheuer”
Das hebräische Wort tannin
bezeichnet besonders räuberische Tiere.[8] Die im fünften Zeitraum entstandenen tanninim müssen
gewaltig gewesen sein, da der Text sie ausdrücklich als groß bezeichnet.
Tatsächlich wurde das Erdaltertum wesentlich von Tieren geprägt, die man als
große, räuberische Meeresungeheuer bezeichnen muss. Aus den bereits im Kambrium
auftretenden Kopffüßern entwickelten sich im Verlauf des Ordoviziums
gewaltige, tintenfischähnliche Meeresungeheuer, die eine Länge von 4,50 Metern
erreichten. Eine weitere Gruppe, an die man unwillkürlich denken muss, wenn man
das Wort Seeungeheuer hört, sind die “Seeskorpione, die damals die Meere
terrorisierten. Einige wurden zwei Meter lang und besaßen riesige Scheren, mit
denen sie kleinere Tiere packten”, David Attenborough “Das Leben auf
unserer Erde” Seite 65.
Sich bewegende Meerestiere
Der vierte Begriff, rämäs, ist ein Sammelbegriff für alle
restlichen Gestaltgruppen, die zu lebenden Seelen erschaffen wurden. Tatsache
ist, dass seit der kambrischen Explosion alle Tierstämme existieren, neue sind
nicht mehr dazugekommen! Es wird allgemein angenommen, dass der starke Anstieg
des Sauerstoffgehaltes der Erdatmosphäre eine wesentliche Voraussetzung für
diese explosive Entfaltung des tierischen Lebens war.
Und
Gott sprach: Die Erde lasse herauskommen (jatsa'):
lebende Seelen nach ihrer Art -
große, vierfüßige Tiere und kriechende Tiere und Landtiere nach ihrer Art! Und
es geschah so.
Und dann bereitete Gott die Landtiere zu (^asah).
Genesis 1:24-25
Die
Landtiere kamen aus dem Meer!
Bei der Entstehung der
Landpflanzen hätte man ja noch darauf beharren können, dass die Erde sie “aus
sich” hervorbrachte. Aber sollte die Erde auch die Fähigkeit erhalten haben,
lebende Seelen aus sich selbst hervorzubringen, die dann irgendwelchen unterirdischen
Örtern entschlüpften, um ins Licht des sechsten Tages zu blinzeln? Wohl kaum!
Aber irgendwie muss unser blauer Planet es geschafft haben, Gottes Befehl zu
erfüllen, denn es heißt weiter: “Und es geschah so!” Aber wie? Wir sahen
bereits bei den Landpflanzen, dass das hier verwendete Tätigkeitswort jatsa' =
herauskommen, verlassen niemals die Neuentstehung einer Sache bezeichnet.
Vielmehr besagt es, dass bereits vorhandene Dinge irgendwo herauskommen.
Demnach müssen zum damaligen Zeitpunkt bereits lebende Seelen existiert haben,
deren Herauskommen das Festland verursachte.
Wenn wir als nächstes
die Frage beantworten wollen, wo sie waren und herauskamen, müssen wir weder
unsere Phantasie bemühen noch unseren Blick weit schweifen lassen, denn der
Textzusammenhang lässt keine Fragen offen: Er spricht unmittelbar vor dem
“Herauskommen” der Landtiere von Tieren in den Meeresgewässern und gebraucht
dabei auch noch exakt den selben Ausdruck für beide Lebewesen:
Es sollen DIE WASSER wimmeln vom Gewimmel lebender Seelen
...
Und Gott erschuf ... alle sich bewegenden lebenden Seelen, von
denen DIE WASSER wimmeln nach ihrer Art ...
Dann sprach Gott: Die Erde
verursache, dass lebende Seelen (AUS DEN WASSERN) HERAUSKOMMEN
nach ihrer Art ... Genesis 1:20-24
Was ist naheliegender, als dass ein Teil der eben
erwähnten und mit dem identischen Namen lebende Seelen genannten
Meerestiere herauskam und das Festland besiedelte?
Die Landtiere wurden nicht
erschaffen!
Dann bereitete Gott die Landtiere zu (asah) ... Genesis 1:25
Es ist kein Zufall, dass eben nicht gesagt wird, Gott
habe die Landtiere erschaffen (hebräisch bara' = etwas völlig neu
erschaffen): Das Fehlen eines Schöpfungsaktes beim “Auftauchen” der
Landtiere ist eine klare Bestätigung dafür, dass diese von den Wassertieren
abstammen! Seelisches Leben war in den Meeresgewässern bereits erschaffen
worden und musste nur noch auf das Festland herauskommen, wo es dann
weiter von Gott zubereitet wurde.
Eine verblüffende Parallele!
Es gibt in der Bibel
eine andere Begebenheit, bei der Gott einen Befehl gab, der fast mit dem des
sechsten Tages identisch ist:
Lasse herauskommen (jatsa') alle Lebewesen ... an Flugtieren und
großen vierfüßigen Tieren (behemah) und an sich bewegenden Tieren (rämäs), die
sich auf der Erde bewegen!
Darauf erfolgte die
Erfüllung des Befehls:
Und alle Lebewesen, alles, was sich bewegt (rämäs) und alle Flugtiere,
alles, was sich auf der Erde bewegt (ramas) nach ihren Geschlechtern kamen
heraus (jatsa'). Genesis 8:17-19
Der Vorgang entspricht dem Geschehen des sechsten
Tages. Nur war es damals Noah, der den Befehl bekam! Keine Frage, dass er die
Tiere nicht selber erschuf - sie waren allesamt bereits in seinem Schiff
vorhanden. Noah musste nur dafür sorgen, dass sie herauskamen (jatsa').
Eine kurze Gegenüberstellung mag verdeutlichen, wie sehr sich die Geschehnisse
ähneln:
Genesis 8:17-19 Genesis 1:24
Noah soll Das Festland
soll
Lebewesen lebende Seelen
(aus der Arche, (aus dem Meer,
in die er sie ja wo sie ja
vorher bringen musste) vorher erschaffen wurden)
herausbrigen (jatsa') herausbringen (jatsa')
an Land. auf
das Festland.
Weder Noah noch die Erde sollten Tiere aus sich selbst
hervorbringen, sondern den Anstoß dafür geben, dass bereits vorhandene
Lebewesen ihren bis dahin begrenzten Lebensraum verlassen sollten!
Kein Segen für die
Landtiere?!
Es fällt auf, dass die
neugeschaffenen Meerestiere des fünften Tages besonders von Gott gesegnet
werden:
Und Gott segnete sie, indem er sprach: Seid fruchtbar und vermehrt
euch!
Doch bei den
Landtieren unterlässt Gott es, ihnen Fruchtbarkeit zuzusprechen. Gingen sie
etwa leer aus? Nein, der Grund ist vielmehr der, dass sie diesen Segen nicht
mehr nötig hatten: Sie stammten ja von den Meerestieren des vorhergehenden
Tages ab. Dadurch wirkte der den Meerestieren gegebene Segen in den Landtieren
fort, eine nochmalige Segnung war nicht nötig!
Bei alledem begegnen
wir genau jetzt zum dritten Mal dem Begriff min = Art, Abkunft, der zum
ersten Mal für die Pflanzenarten, Genesis 1:12, und dann für die
Meerestierarten Genesis 1:21, gebraucht wurde. Nun verursachte das Festland,
dass verschiedene von ihnen nach ihrer Art herauskamen. Es ist zu
erwarten, dass diese ersten Urtypen von Landtieren sich dort wiederum
aufspalteten zu weiteren Arten. Auf jeden Fall ist die wiederholte
Formulierung: nach ihrer Art ein deutlicher Hinweis für die Abkunft der
Landtiere von Vorfahren, die aus den Meeresgewässern herauskamen.
Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen (asah),
in unserem Bild, entsprechend unserem Gleichnis ...
Dann erschuf (bara') Gott den Menschen in seinem Bilde,
im Bilde Gottes erschuf (bara') er ihn,
männlich und weiblich erschuf (bara') er sie.
Genesis 1:26,27
Stammt
der Mensch vom Affen ab?
Die Entstehung des
Menschen vollzog sich in zwei Schritten: Erst wurde er zubereitet, hebräisch
asah = etwas aus bereits Vorhandenem zubereiten, Vers
26. Danach wurde er im Bilde Gottes erschaffen, hebräisch bara =
etwas völlig Neues aus Gott heraus ins Dasein bringen, Vers 27.
Das für das Machen der Menschheit verwendete Wort ^asah = zubereiten
setzt also voraus, dass Gott sie aus etwas bereits Vorhandenem zubereitet hat.
Manche würden jetzt den Sprung zu Adam machen und sagen, die Menschheit sei aus
Lehm geknetet worden. Doch wir müssen dem unmittelbaren Textzusammenhang
entnehmen, was das “Ausgangsmaterial” für den Zubereitungsprozess (asah)
gewesen ist. Und da ist überhaupt nicht von “Lehm” die Rede, sondern von verschiedenen
Landtieren, die gerade die Erde besiedelt haben, Vers 25. So einfach lösen sich
manche Probleme, wenn man nicht fernliegende Dinge herbeideutet, sondern
schlicht und einfach den Text beim Wort nimmt!
Ist es nicht erstaunlich, dass der Mensch, als Herrscher
der Schöpfung sonst so von ihr abgehoben, nicht an einem “eigenen Tag”
erschaffen wurde? Er muss sich den sechsten Tag mit den übrigen Landtieren
teilen! Der Bibeltext nennt Landtiere und Menschen sozusagen in einem Atemzug,
und die Tiere noch vor den Menschen! Was liegt also näher, als dass die
unmittelbaren “Vorgänger” des Menschen zugleich seine “Vorfahren” sind? Mit
anderen Worten: Gott hat den Menschen aus dem “Vorläufermodell Landtier”
gemacht (^asah)! Auf Adam und seine Entstehung kommen wir im Folgeband
ausführlich zu sprechen.
Der Mensch IST ein Tier -
sagt die Bibel!
In der Tat gibt es
Aussagen in der Bibel, die sogar noch weiter gehen und darauf bestehen, dass
wir bis heute im Grunde unseres Wesens immer noch Landtiere sind:
Die Menschenkinder sollen sehen, dass sie an und für sich große,
vierfüßige Tiere (behemah) sind! Prediger 3:18-20
Salomo verwendet hier dasselbe Wort, das in der
Genesis eine Tiergruppe kurz vor dem Erscheinen der Menschheit bezeichnet. Auf
körperlicher und seelischer Ebene sind wir der Bibel zufolge tatsächlich
Landtiere! In diesem Sinne ist der Mensch lediglich eine Weiterentwicklung von
bestimmten Tieren, nichts absolut Neues. Kein Wunder also, dass wir sogar die
gleichen Krankheiten bekommen können wie andere Tiere, sei es Tollwut,
Windpocken (“chickenpox”) und BSE.
Was bedeutet:
Erschaffen als “Gottes Ebenbild”?
Die Zubereitung der
Menschheit, basierend auf ihrer Abstammung von Landtieren des sechsten Tages,
war nur die erste Stufe der Menschwerdung. So folgte als zweiter Schritt ihre
Erschaffung:
Dann erschuf (bara') Gott den Menschen in seinem
Bilde.
Im Bilde Gottes erschuf (bara') er ihn,
männlich und weiblich erschuf (bara') er sie. Vers 27
Die von Gott
gesteuerte körperliche Entwicklung gewisser Landtiere (= Zubereitung,
^asah) hatte die Voraussetzungen geliefert, um die von Gott neu
geschaffenen menschlichen Komponenten aufzunehmen. Die Frage ist: Was war bei
der Entstehung des Menschen so völlig neu, dass gleich drei Mal das Wort erschaffen
(bara') gebraucht wird? Der Bibeltext gibt uns einen Hinweis, indem er
betont, dass die Erschaffung der Menschheit “im Bilde Gottes” geschah.
C.S.Lewis erklärt recht schön, was damit gemeint sein könnte:
Alles, was Gott
erschaffen hat, besitzt eine gewisse Ähnlichkeit mit ihm:
Der Weltraum gleicht ihm in seiner Größe; nicht als ob die Größe
des Raums mit der Gottes identisch wäre, aber er ist gewissermaßen ein Symbol
oder eine Übersetzung der Größe Gottes in nicht-geistige Dimensionen.
Materie ist Gott ähnlich, weil sie Kraft besitzt, wenngleich natürlich
physische Kraft von der Macht Gottes verschieden ist.
Die pflanzliche Welt ist Gott ähnlich, weil sie Leben hat und er “der
lebendige Gott” ist. Aber Leben in diesem biologischen Sinn ist nicht mit dem
Leben, das in Gott ist, gleichzusetzen. Es ist nur Symbol oder ein Schatten
davon. In der animalischen Welt finden sich - über die botanische Welt
hinaus - weitere Merkmale einer Ähnlichkeit.
Die intensive Tätigkeit und Fruchtbarkeit der Insektenwelt
beispielsweise gibt uns eine erste schwache Ahnung von der unablässigen
Tätigkeit und Schöpferkraft Gottes.
Bei den höheren Säugetieren finden sich dann erste Ansätze einer
instinktiven Zuneigung. Sie ist der Liebe ähnlich, die in Gott lebt.
Und kommen wir zum Menschen, dem höchstentwickelten Lebewesen, so finden
wir die vollkommenste Gottähnlichkeit, von der wir wissen. Der Mensch lebt
nicht nur, sondern er liebt und denkt; in ihm erreicht das biologische Leben
die höchste uns bekannte Stufe.
C.S.Lewis in “Pardon, ich bin Christ”, Seite 125
Das Typische am Menschen ist also seine besondere
Gottähnlichkeit. Während Tiere eine Einheit aus Körper und Seele darstellen,
bildet der Mensch eine Einheit aus Körper, Seele und Geist, 1.Thessalonicher
5:23. So hoch die Tiere mit ihrer neu erschaffenen Seele über den Pflanzen
stehen, so hoch steht der Mensch mit seinem neu erschaffenen Geist über den
Tieren.
An dieser Stelle ist bemerkenswert, dass Gott sagt:
“Lasset UNS Menschen zubereiten in UNSEREM Bilde”, wobei im Hebräischen ganz
klar die Mehrzahl gebraucht wird. Ist dies nicht erstaunlich? Gott spricht von
sich selber in der Mehrzahl! Was liegt näher, als dies als Hinweis auf die
Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist zu beziehen? Demnach würde der
Mensch als eine Drei-Einheit von Geist, Seele und Leib in gewisser Weise die
Dreieinigkeit Gottes widerspiegeln.
Die Menschheit - ein
Entwicklungssprung der Evolution
Auch die
Naturwissenschaften erkennen an, dass der Homo sapiens allen Gemeinsamkeiten
mit Tieren zum Trotz eine absolute Neuerung auf der Bühne des Lebens darstellt:
Gewiss ist der
Mensch, zoologisch gesehen, ein Tier. Doch ist er ein einzigartiges Tier, das
von allen anderen Tieren in so vielen grundlegenden Beziehungen verschieden
ist, dass eine getrennte Wissenschaft zu seiner Erforschung völlig
gerechtfertigt ist. E. Mayr in “Die
Entwicklung der biologischen Gedankenwelt” Seite 350
Der
Entwicklungsabstand zwischen dem Menschen und den anderen Säugetieren ist sogar
so groß, dass er die Wissenschaft vor ein Rätsel stellt:
Die gewaltige
Kluft, die den Menschen von den höchsten Primaten, den Pongiden, trennt und die
er ja doch in seiner Phylogenese irgendwann einmal überschritten haben muss,
bildet eines der zentralen Probleme der Evolutionsforschung. Konrad Lorenz in “Tierisches und menschliches
Verhalten”, Seite 223
Vielleicht ebenso
beachtlich ist, dass, sobald vor mehr als 100.000 Jahren das Stadium des Homo
sapiens einmal erreicht war, kein weiterer nennenswerter Zuwachs der
Gehirngröße mehr stattfand. Aus welchem Grunde die Auslese dem primitiven
Menschen zu einem solch perfekten Gehirn verholfen haben soll, dass es 100 000
Jahre später die Leistungen eines Descartes, Darwin oder Kant oder die
Erfindung des Elektronengehirns und die Reisen zum Mond oder die literarischen
Schöpfungen eines Shakespeare oder Goethe erlauben sollte, ist schwer zu
verstehen. Ernst Mayr in “Die
Entwicklung der biologischen Gedankenwelt” Seite 501
Wie bei der Entstehung tierisch-seelischen Lebens
begegnet uns auch hier das Phänomen, dass da, wo der Bibeltext von einem
Schöpfungsakt Gottes spricht, auf Seiten der Naturwissenschaften ein
Entwicklungssprung festgestellt wird.
Unsere Berufung:
Botschafter zweier Welten
Es ist gefährlich,
den Menschen zu sehr auf seine Verwandtschaft mit dem Tiere hinzuweisen, ohne
ihn gleichzeitig mit seiner Größe bekannt zu machen. Blaise Pascal in Johannes Hemleben: “Darwin” Seite 147
Der Mensch hat ein
zweifaches Wesen: Er ist “homo”, das heißt “Erdling”, mit irdischer Herkunft
und tierischen Qualitäten. Aber er ist auch “sapiens”, das heißt ein Wissender,
erschaffen im Bilde Gottes. Aus der Kombination dieser scheinbar
gegensätzlichen Eigenschaften ergibt sich unsere Sonderstellung und unsere
Berufung von Gott!
... und sie sollen
herrschen über die Fische des Meeres und über die Flugtiere der Himmel und über
die vierfüßigen Tiere und über die ganze Erde und über alles, was sich auf der
Erde bewegt. Genesis 1:26
Als klassisches
Exemplar der Wirbel- und Säugetiere, aufgebaut aus den gleichen materiellen
Strukturen wie die uns umgebende belebte und unbelebte Welt, sind wir deren
vollwertige Vertreter. Als logisches, geistbegabtes Wesen sind wir andererseits
fähig, von Gott zu hören und ihm zu antworten. Dadurch ist uns eine persönliche
Beziehung zu Gott möglich, die uns dazu befähigen soll, eine verantwortliche
Stellung zwischen Gott und Schöpfung einzunehmen, ein Verbindungsglied zweier
Welten zu sein.
Die unentbehrliche
Grundlage für diesen Herrschaftsauftrag ist die Gottesebenbildlichkeit des
Menschen. Gottes Bild sein, das heißt ihn auf sichtbare Weise repräsentieren.
Nur in dem Maße, wie wir dem Wesen Gottes ähneln, können wir auch unsere
Herrscheraufgabe erfüllen! Im Bilde Gottes herrschen heißt mit anderen Worten:
So, wie Gott es tun würde. Bei dieser Herrschaft kann es sich also niemals um
eine Willkür-Herrschaft, losgelöst von Gott, handeln. Wir sind Verwalter, die
Gott eines Tages Rechenschaft geben werden.
Dies
ist eine kurze Zusammenfassung von:
Edward
E. Max, M.D., Ph.D.
“Plagiarized Errors and Molecular Genetics”
(Kopierte Fehler und Molekulargenetik)
Copyright © 1986-2002
Quelle: www.talkorigins.org/faqs/molgen
Menschen und Schimpansen haben äußerst ähnliche innere
Organe und physiologische Funktionen. Tatsächlich stimmen ihre Gene zu mehr als
98% miteinander überein. Allerdings gibt es zwei Möglichkeiten, diese
Ähnlichkeit zu deuten:
·
Kreationisten
meinen, dass Affen und Menschen unabhängig voneinander geschaffen wurden,
jedoch mit ähnlichen Merkmalen, weil sie ähnlich funktionieren sollten.
·
Vertreter einer
gemeinsamen Abstammung gehen davon aus, dass die Ähnlichkeiten zwischen
Menschen und Affen von gemeinsamen Vorfahren ererbt wurden.
Menschen, Gorillas und Schimpansen hätten sich demnach
aus einem gemeinsamen Vorfahren, einem affenartigen Geschöpf, entwickelt, das
vielleicht vor fünf oder zehn Millionen Jahren lebte, vor kurzer Zeit also,
wenn man in den Größenordnungen der geologischen Zeitskala rechnet. Andere
Tierarten, die sich stärker vom Menschen unterscheiden, Mäuse zum Beispiel,
sollen sich dagegen etliche Millionen Jahre früher von einem gemeinsamen,
primitiven Säugetiervorfahren abgezweigt haben.
Diese beiden Deutungen stehen erst einmal
gleichberechtigt nebeneinander. Kann man beweisen, welche von beiden die
richtige ist?
Abgeschriebene Fehler als
zwingender Beweis
1941 ging der Autor
eines Chemie-Buches vor Gericht, weil Teile seines Buches angeblich von einem
Konkurrenten raubkopiert worden waren. 1946 klagte der Herausgeber eines
Handelsverzeichnisses für die Bauindustrie aus demselben Grund gegen einen
Konkurrenten. In beiden Fällen wurde die Übereinstimmung zwischen dem
Original und der angeblichen Raubkopie nicht als zwingender Beweis anerkannt. Immerhin
behandelten beide Chemiebücher dieselben Sachgebiete, deswegen war zu erwarten,
dass sie in ihrer Funktion übereinstimmten, und beide Handelsverzeichnisse
bezogen sich auf Mitglieder desselben Industriezweiges, von daher war es
naheliegend, dass grundsätzliche Übereinstimmungen auftraten, auch wenn keine
Raubkopie vorlag.
Jedoch kam es in
beiden Fällen vor, dass Fehler, die in den Originalen vorkamen, auch in den
angeblichen Kopien auftauchten. Die Gerichte entschieden, dass es nicht
vorstellbar sei, dass dieselben Fehler jeweils von Kläger und Verklagtem völlig
unabhängig voneinander gemacht worden sein könnten und urteilten, dass
Raubkopien vorlagen. Der Grundsatz,
dass übereinstimmende Fehler einen Kopiervorgang belegen, ist heute zu einem
festen Bestandteil des Urheberrechts geworden. Aus diesem Grunde fügen
Herausgeber von Handelsverzeichnissen regelmäßig falsche Einträge in ihre
Register ein, um potentiellen Raubkopierern das Handwerk zu legen.
Stellt sich nun die Frage: Können Fehler im
Erbmaterial heutiger Lebewesen als Beweis dafür dienen, dass “Kopien” von
urzeitlichen, gemeinsamen Vorfahren stammen? Die Antwort lautet: Ja, denn
die Forschungsergebnisse der Molekulargenetik haben einige Beispiele ans Licht
gebracht, wo dieselben genetischen Fehler im Erbmaterial von Menschen und Affen
vorkommen.
Das ABC der Vererbung
Im Innern des
Zellkernes liegt der Großteil des Erbmaterials, das auch DNS genannt wird als
Doppelhelix, also in Form einer in sich spiralig verdrehten Leiter vor. Die
Erbinformation ist in der Abfolge der Basen A (Adenin), T (Thymin), G (Guanin)
und C (Cythosin) gespeichert, die die Sprossen der Leiter bilden. Jede Sprosse
besteht aus einem Basenpaar, das sich berührt, während ihr zweiter Teil jeweils
an einem der beiden gegenüberliegenden Stränge der Doppelhelix befestigt ist.
“A” bildet immer ein Paar mit “T”, und “G” paart sich immer mit “C”.
Um ein Protein
herzustellen, liest die Zelle die genetische Information desjenigen Genes, das
für dieses Protein zuständig ist, indem sie eine RNS-(Ribo-Nuklein-Säure-)
Version von dem betreffenden Gen erstellt. Wenn eine Zelle sich teilt, muss
ihre gesamte DNS-Sequenz auf zwei originalgetreue Kopien vervielfältigt werden,
von denen jeweils eine in jede Tochterzelle wandert, die bei der Teilung
entstanden ist.
Hin und wieder kommen bei den Kopiervorgängen Fehler
vor, die Mutationen (Veränderungen) in der DNS-Folge erzeugen. Geschehen solche
Mutationen in Fortpflanzungszellen (zum Beispiel Ei- oder Samenzellen), dann
können sie an die folgenden Generationen weitergegeben werden.
Fehler in der DNS
Die Gentechnologie hat es Wissenschaftlern in den
letzten Jahren ermöglicht, Teile der DNS-Sequenzen vieler Arten zu bestimmen.
Dadurch hat unser Wissen, wie Gene funktionieren, gewaltige Fortschritte
gemacht. Außerdem, und das ist besonders in diesem Zusammenhang wichtig, sind
wir damit im Besitz einer wahren Fundgrube von genetischen Fehlern, die als
Belege für das Vorliegen von Kopien dienen können, wie wir oben besprochen
haben. Im Folgenden verstehen wir unter einem Fehler all jene DNS-Merkmale, von
denen wir mit gutem Grund glauben können, dass sie ...
·
bei einem genetischen
Unfall entstanden sind,
·
dem Organismus,
der sie aufweist, keinerlei Nutzen bringen, und daher ...
·
nicht mit dem
Argument erklärt werden können, sie wären bewusst geplant worden.
Nicht-verdoppelte
Pseudogene
Meerschweinchen und
Primaten, eingeschlossen Menschen, werden krank, wenn sie nicht Vitamin C mit
ihrer Nahrung zu sich nehmen. Die meisten anderen Spezies können dieses selber
im Körper herstellen und brauchen es daher nicht in ihrer Nahrung.
Der Grund, warum Meerschweinchen und Menschen es nicht
selber herstellen können, ist, dass ihnen ein funktionierendes Gen namens
L-gulono-gamma-lactone oxidase (GLO) fehlt, das benötigt wird, um Vitamin C zu
synthetisieren. Dieses kommt in den meisten Säugetieren vor, weil sie es, wenn
man von der Evolutionstheorie ausgeht, von ihren Vorfahren geerbt haben.
Demnach müssten auch Menschen und Meerschweinchen dieses Gen in ihrem
Erbmaterial haben, jedoch in mutierter, nicht mehr funktionierender Form. Es
ist zu vermuten, dass eine deaktivierende Mutation bei Meerschweinchen- und
Primatenvorfahren jeweils getrennt stattfand. Beide nehmen so stark
vitamin-C-haltige Nahrung zu sich, dass der Ausfall der Aktivität des Enzymes
GLO keinen Nachteil darstellte - es entstand kein selektiver Druck gegen das
defekte Gen.
·
Es ist bekannt,
dass große Gen-Auslöschungen selten sind. Darum ist zu erwarten, dass die nicht
mehr funktionsfähige, mutierte Kopie - “Pseudogen” genannt - eines
ursprünglichen GLO-Genes als Überbleibsel eines Vorfahren-Genes in Primaten und
Meerschweinchen vorhanden sein müsste. Pseudogene werden dann nicht verdoppelt
genannt, wenn sie aus einem einzelnen Gen entstanden, und nicht aus
verdoppelten Genen, so dass kein funktionsfähiges Gen mehr übrigbleibt.
·
Nach
kurzzeit-kreationistischer Sicht wurden Meerschweinchen und Menschen völlig
unabhängig von allen anderen Arten erschaffen und so geplant, dass sie ohne das
GLO-Gen funktionieren. Von daher wäre nicht zu erwarten, dass sie eine defekte
Kopie des GLO Genes aufweisen.
Und tatsächlich
wurden GLO-Pseudogene sowohl in Meerschweinchen und in Menschen gefunden. Die
Art der Mutationen, die sie funktionsunfähig gemacht haben, sind dabei typisch
für vererbte Krankheiten.
Endogene Retroviren
Ansteckende Retroviren
wurden als Krankheitsauslöser bei Menschen entdeckt und intensiv studiert. Zu
ihnen gehört HTLVI, der eine Art Leukämie verursacht, und HIV, der
Aids-Erreger. Für diese Viren ist typisch, dass sie ganz bestimmte, weiße
Blutzellen infizieren, sogenannte Lymphozyten, und Kopien ihrer eigenen
RNS-Gene in die DNS dieser Zellen einfügen. Schon bald nach der Entdeckung
ansteckender Retrovieren bemerkten Wissenschaftler, dass ganz ähnliche
DNS-Sequenzen in der Erbsubstanz von Säugetieren vorkamen, auch bei Menschen.
Diese Kopien werden “endogene Retroviren” genannt und sind wahrscheinlich die
Folge davon, dass Retroviren vor langen Zeiten Fortpflanzungszellen
infizierten.
In der menschlichen
Erbsubstanz gibt es ungefähr acht verschiedene Klassen von endogenen Retroviren,
wobei von den verschiedenen Viren zwischen ein bis mehr als fünfzig Kopien
entstehen können. Praktisch alle diese endogenen Retroviren enthalten
Mutationen, die ihre Gene funktionsunfähig machen würden - genau so, wie
es zu erwarten ist, wenn sie vor Millionen von Jahren eingefügt wurden, während
kein selektiver Druck dafür gesorgt hätte, dass sie funktionsfähig blieben.
Warum alte Abschreibfehler
erhalten bleiben
Wie ist es möglich,
dass funktionsunfähige Sequenzen, die in den Fortpflanzungszellen eines
speziellen Individuums entstanden, in allen Exemplaren einer Art erhalten
bleiben? Nun, die zusätzliche Belastung, selbst ein großes Pseudogen mit einer
Länge von zum Beispiel 100.000 Nukleotiden mit zu ziehen, spielt keine Rolle
für eine Säugetier-Zelle, die aus ungefähr drei Milliarden Nukleotiden an
Information besteht. Auf alle Fälle ist kein Kontroll-Mechanismus bekannt,
durch den die Zelle in der Lage wäre, zwischen funktionierender und nicht
funktionierender DNS zu unterscheiden und so gezielt das zu entsorgen, was sie
nicht braucht. Funktionslose DNS-Sequenzen, die von Wissenschaftlern in die DNS
von Mäusen oder anderen Arten eingefügt wurden, wurden unverändert an deren
Nachfahren weitergegeben, und bei natürlich vorkommenden Pseudogenen und Retroposons
scheint das gleiche der Fall zu sein.
Anfänglich, als der
hohe Anteil von scheinbarer Schrott-DNS entdeckt wurde, war man überrascht.
Doch unser gegenwärtiges Verständnis der Mechanismen der Genom-Erweiterung
(Verdoppelung und Einfügung) zusammen mit dem scheinbaren Fehlen eines
wirkungsvollen selektiven Druckes, die Genomgröße gering zu halten, lassen die
Anhäufung von nutzlosen Sequenzen in unserer DNS unausweichlich erscheinen.
Der
fünffache Segen für die Menschheit
Als Hilfestellung für ihre Herrschaftsaufgabe sprach
Gott der Menschheit einen Segen zu. Selbst in ihm kommt das Doppelwesen des
Menschen zum Ausdruck. Sein erster Teil entspricht nämlich vollkommen dem der
Tiere des fünften Tages:
Menschen Tiere
1. Seid fruchtbar ... Seid
fruchtbar ...
2. und vermehrt euch ... und vermehrt euch ...
3. und füllt die Erde ... und
füllt das Wasser des Meeres,
und
die Flugtiere sollen sich
vermehren
auf der Erde ...
Die Menschheit hat alle Triebe, die sie zur
Arterhaltung, Vermehrung und Eroberung von Lebensräumen antreiben, mit den
Tieren gemeinsam, von denen sie abstammt. Darüberhinaus spricht Gottes Segen
für die Menschen zwei weitere Dinge an ...
Die Unterwerfung der
Elemente
4. ... und macht euch die Erde
untertan ...
Das Wort, das der
Grundtext gebraucht, um diesen Sachverhalt auszudrücken beinhaltet den Gedanken
der Überlegenheit und hört sich ziemlich brutal an, denn kabesch bedeutet
niedertreten, unterwerfen, zum Dienst zwingen und bezieht sich häufig
auf die Unterjochung feindlicher, unterlegener Mächte.[9] Das haben manche so gedeutet, als gäbe dieser Text
dem Menschen das Recht, eine rücksichtslose Willkürherrschaft über seine
Mitgeschöpfe auszuüben. Doch die Erde ist, wie wir noch sehen werden, seit dem
Tohuwabohu gefallen, und Gottes Herrschaft über sie muss gegen den Widerstand
feindlicher Mächte wieder hergestellt werden.
Zum anderen bezieht
sich der Befehl Gottes nicht unmittelbar auf die anderen Erdenlebewesen,
sondern pauschal auf die Erde als Macht- und Autoritätsbereich. Man könnte es
weiterhin auch auf die Elemente der Erde beziehen. Es ist einfach eine
Tatsache, dass sich der Mensch aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten die Erde
dienstbar macht:
Stärker als je
zuvor die Pflanzen- und Tierwelt greift heute der Mensch umgestaltend
ein ... Karl Beurlen “Geologie”,
Seite 312
Nie hat eine
einzelne Art die Abläufe in der Natur so nachhaltig und so massiv beeinflusst
wie wir Menschen. J.H.Reicholf “Das
Rätsel der Menschwerdung” Seite 8
Der Mensch hat die Passivität gegenüber seiner Umwelt
verlassen und sich durch den Gebrauch des Geistes die Elemente unterworfen, von
denen er bis dahin abhängig gewesen war. So reagiert ein Tier auf Feuer mit
Furcht, der Mensch dagegen gebraucht es als Schutz vor Kälte, zur Zubereitung
seiner Nahrung usw. In ähnlicher Weise hat der Mensch sich viele andere
Elemente der Erde “untertan” und zunutze gemacht.
Ob wir wollen oder nicht, wir herrschen!
5. ... und herrscht über ... alle Tiere, die
sich auf der Erde regen.
Für die Herrschaft des
Menschen über die Lebewesen der Erde verwendet der Bibeltext radah, das
viel neutraler ist. Gerade unsere nahe Verwandtschaft mit allen anderen
Erdenbewohnern sollte uns helfen, mitfühlend mit ihnen umzugehen - Gott
hat uns sozusagen in ihre Lage versetzt! Unsere Abstammung von den Tieren ist
somit nicht ein Hindernis, sondern eine unverzichtbare Komponente für unsere
Berufung:
Ich behaupte, dass
man die Einzigartigkeit des Menschen erst dann in ihrer ganzen eindrucksvollen Größe
zu sehen bekommt, wenn man sie von jenem Hintergrunde alter, historischer
Eigenschaften sich abheben lässt, die dem Menschen auch heute noch mit
den höheren Tieren gemein sind. Konrad
Lorenz “Über tierisches und menschliches Verhalten” Seite 193
Und nicht zuletzt haben wir nicht nur die Macht, über
die Tiere um uns herum zu herrschen, sondern auch den Auftrag, über das Tier in
uns Herr zu werden. Wir sollen nicht mehr unseren Trieben und Instinkten
unterworfen sein, sondern haben die Möglichkeit, von momentanen Gefühlen und
Umständen unabhängige Gewissensentscheidungen zu treffen. Wir sind fähig, nicht
nur unser eigenes Wohl zu suchen.
Die Genesis sagt es, und die Erfahrung bestätigt es:
Der Mensch hat nicht nur die Fähigkeit, sondern zugleich auch den Drang, alle
Elemente der ihn umgebenden Schöpfung zu beherrschen. Deshalb wird auch in
Zukunft nicht die Frage sein, ob der Mensch diese Herrschaft ausüben
wird, sondern nur wie. Und wie wir später sehen werden, ist der
Herrschaftsdrang des Menschen weder Selbstzweck noch ein Fremdkörper in der
Schöpfung - diese Welt braucht den Menschen und seine Herrschaft dringend!
Waren
die ersten Menschen Vegetarier?
Und Gott sprach (zu den Menschen!): Siehe, ich habe euch alles
samentragende Kraut gegeben, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und
jeden Baum, an dem samentragende Baumfrucht ist: euch sei es zur
Nahrung.
Aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was
sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, (habe ich) alles
grüne Kraut zur Speise (gegeben) ... Genesis 1:29-31
Diese Worte sind schon
so verstanden worden, als hätten alle Tiere und Menschen bis zur Zeit Noah’s
ausschließlich Pflanzen verzehrt. Das würde jedoch jegliche Raubtiere
ausschließen und stünde im Widerspruch zum Vorkommen der “räuberischen
Seeungeheuer” im Schöpfungsbericht, Genesis 1:21.
Bemerkenswert ist
auch, dass Gott diese Worte nicht den Tieren des fünften Tages sagte, wo es
eigentlich angebracht gewesen wäre, z.B. im Rahmen ihres Segens, sondern erst
den Menschen. Demnach ist dies kein Gebot an die Tiere, sondern eine
Proklamation, eine Willenserklärung für die Menschen des sechsten Tages, eine
Klarstellung, die Gottes Gedanken und Versorgung deutlich macht. Daher auch die
Perfekt-Form: “Ich HABE euch GEGEBEN”, vergleiche Genesis 15:18:
An jenem Tag machte der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinem
Samen HABE ich dieses Land GEGEBEN.
Lebensräume und Lebensgrundlagen
Schon der Segen für
die Tiere hatte eine Abgrenzung beinhaltet, die den Lebensraum der Landtiere
von dem der Meerestiere unterschied. Auch die Nahrungserklärung mündet in eine
Abgrenzung, die in der Übersetzung richtig durch ein “aber” hervorgehoben wird.
Während nämlich den Menschen Samen und Früchte zur Verfügung gestellt werden,
bekommen die Tiere im Gegensatz dazu lediglich das Grünfutter zugeteilt:
Aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was
sich auf der Erde regt, in dem eine lebende Seele ist, habe ich alles grüne
Kraut zur Speise gegeben. Genesis 1:30
Tatsächlich ernährt der Mensch sich auch heutzutage noch überwiegend
von Samen und Früchten, die meisten Pflanzenfresser überwiegend von Grünfutter.
Dabei schließt die Zuweisung der samen- und fruchttragenden Gewächse an die
Menschen für diese logisch auch die grünen Gewächse mit ein. Nur umgekehrt ist
dies nicht der Fall - alle Tiere, die Früchte und Samen fressen, empfinden
wir schnell als Nahrungskonkurrenten (z.B. Ratten, Mäuse). In Genesis 1:30
geht es also nicht um den Gegensatz “Pflanzen oder Fleisch”, sondern um die
Frage “Samen/Früchte oder Grünpflanzen”!
Ein
Einwand: Die Nahrungserklärung an Noah in Genesis 9
Vielfach wird
Genesis 9 so ausgelegt, dass bis dahin die Menschen nur Pflanzen essen
durften, nun sei ihnen auch der Verzehr von Tieren erlaubt worden. Doch das ist
nicht richtig, denn schon viel früher schlachtete Abel Tiere, und das
keinesfalls entgegen dem Willen Gottes, Genesis 4:4-5! Auch die Herrschaft der
Menschheit des sechsten Tages über die Fische kann doch nur in ihrem Verzehr
bestanden haben, denn eine schonende Nutzung wie bei Kühen (Milch), Schafen
(Wolle) oder Hühnern (Eier) ist bei Fischen kaum möglich. Und die Einteilung
der Tiere in reine und unreine - schon vor der Flut, Genesis 7:2! - beweist,
dass sie verzehrt wurden. Es fragt sich auch, aus welchem Grund Noah nach der
Flut auf einmal der Verzehr von Tieren erlaubt werden sollte. In der Tat hatte
er schon vor diesen Worten selber Tiere geschlachtet, Genesis 8:20.
Nein, eine andere Erklärung liegt viel näher:
Der Auslöser für die
Flut war das Überhandnehmen von Bosheit, insbesondere von Gewaltverbrechen
gewesen: Das Land war erfüllt von Gewalttat, Genesis 6:11. Darum
wiederholte Gott bei dem Neubeginn nach der Flut nicht nur den Segen, den er
schon einmal gesprochen hatte, sondern er fügte der Nahrungserklärung eine
Einschränkung hinzu, die mit der gerade stattgefundenen Katastrophe im
Zusammenhang stand: Nur Fleisch mit seiner Seele, seinem Blut, sollt ihr nicht
essen! Genesis 9:4 Der Zweck dieser Anordnung war, den verlorengegangenen
Respekt vor Lebewesen wieder herzustellen.
Das würde sehr gut in
den Textzusammenhang passen, denn als nächstes wird das Blut, nämlich das Leben
aller Menschen, unter besonderen Schutz gestellt:
Jedoch euer eigenes Blut werde ich einfordern, von jedem Tiere werde
ich es einfordern, und von der Hand des Menschen ... Wer Menschenblut vergießt,
dessen Blut soll durch Menschen vergossen werden ... Genesis 9:5-6
Bei dem Segen von Genesis 9
handelt es sich also nicht um eine Erweiterung des Segens von Genesis 1,
sondern um eine Wiederholung (vergleiche die ersten Verse) mit einer
Einschränkung, die die gleichzeitige Einführung der Todesstrafe für Mord
unterstreichen sollte, die zum Beispiel nach dem Mord Kain's noch nicht
gefordert wurde. Das neu eingeführte Verbot, Blut zu essen, sollte zu mehr
Respekt vor dem Leben erziehen.
Und Gott sah alles, was er gemacht hatte,
und siehe, es war sehr gut.
Genesis 1:31
Die Natur befindet
sich in einem rätselhaften Zustand. Wir begegnen in ihr einerseits einer
unübersehbaren Formenvielfalt von Leben, die auf genial einfachen
Grundprinzipien beruht, zum Beispiel dem genetischen Code mit wenigen
Buchstaben als universaler Sprache aller Baupläne. Dies läßt auf einen
intelligenten Urheber schließen, der Leben wollte und mit schier unbegrenzten
Möglichkeiten ausstattete. Andererseits begegnen uns auf Schritt und Tritt
Konkurrenzkampf, Krankheit, Alterung und Tod. Dieser Zwiespalt machte auch
Charles Darwin zu schaffen:
Ich kann nicht die
Schwierigkeit übersehen, die sich aus der riesigen Summe des Leids überall in
der Welt ergibt ... Es scheint mir zuviel Elend in der Welt zu geben. Ich kann
mich nicht dazu überreden, dass ein gütiger und allmächtiger Gott mit Absicht
die Schlupfwespen erschaffen haben würde mit dem ausdrücklichen Auftrag, sich
im Körper lebender Raupen zu ernähren, oder dass eine Katze mit Mäusen spielen
soll. ...
Andererseits kann ich mich keineswegs damit abfinden, dieses wunderbare
Universum und insbesondere die Natur des Menschen zu betrachten und zu folgern,
dass alles nur das Ergebnis roher Kräfte sei. Charles Darwin in Stuhlhofer: “Weltreise zum
Agnostizismus” Seite 75,76 bzw. Francis Darwin: “The life and letters of
Charles Darwin” Seite 312
Darwin spricht hier sicherlich für viele Menschen, die
nicht verstehen können, wie Leben und Tod gleichzeitig in einer Schöpfung
Gottes vorkommen können: Kann ein liebender Gott Meeresungeheuer erschaffen,
wie es im Schöpfungsbericht ausdrücklich heißt? Wie kann ein guter und
gerechter Gott soviel Leid zulassen?
Die
ganze Schuld auf Adam zu schieben, ist keine Lösung!
Aus diesem Dilemma
versuchen manche Bibelausleger zu entkommen, indem sie behaupten, die Schöpfung
sei ursprünglich frei von Leid und Tod gewesen, erst durch die Sünde Adams sei
das Verderben in die bis dahin makellose Welt gekommen. Der erste Mensch sei also
schuld an jeglichem Leid in der gesamten Schöpfung.
Doch diese Lehre führt
in eine ausweglose Sackgasse, denn in der logischen Folge muss man das Alter
des Lebens auf der Erde auf wenige Jahrtausende schrumpfen und alle
Versteinerungen von Lebewesen auf die Zeit nach Adam datieren. Meisten werden
sie dann der Sintflut zugeschrieben, die dann wiederum weltweit gewesen sein
muss - nur so kann man das Postulat aufrecht erhalten, dass es vor Adam
keinen Tod gab. Aber damit gerät man in massive Konflikte mit gesicherten
Erkenntnissen der Naturwissenschaften, was zum Beispiel das Alter des
Universums, der Erde und ihrer Lebewesen angeht. Auch mit den
hunderttausendfachen Beobachtungen der Archäologie und Geologie ergeben sich
unlösbare Widersprüche, wie wir in dem Band “Sintflut” zeigen. Letztlich wird
durch diesen Kurzzeit-Kreationismus modernen Menschen unnötig Anstoß gegeben
und die Glaubwürdigkeit der Bibel geschmälert.
Doch wie kommen wir aus dieser Sackgasse wieder
heraus? Wir müssen umkehren und den Weg ein Stück zurückfahren, den wir
gekommen sind, bis wir die kritische Stelle erreicht haben, wo wir falsch
abzweigten. In diesem Fall ist es die Frage:
War wirklich alles “sehr
gut”?
Sagt Gott nicht am
Ende des Schöpfungsberichtes, dass “alles sehr gut” war? Nein, denn wenn wir
genau hinsehen, sagt der Text nicht, dass damals die ganze Welt sehr gut
gewesen sei, sondern ausdrücklich nur das, was Gott bis dahin in ihr gewirkt
hatte:
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war
sehr gut! Genesis 1:31
Tatsächlich gibt es im
Schöpfungsbericht zwei Dinge, von denen weder gesagt wird, dass Gott sie
gemacht hätte, noch dass sie gut waren - das Tohuwabohu und die
Finsternis:
Die Erde aber war (oder wurde, hebräisch hajetah) “tohu wa-bohu”, und
Finsternis war über der Wirbelflut ... Genesis 1:2
Es ist bemerkenswert, dass von nun an immer wieder von
Gottes Werken gesagt wird, dass sie gut waren. In einer makellosen Schöpfung
wäre es eigentlich überflüssig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass Dinge gut
waren, aber vor dem Hintergrund der vorausgegangenen Zerstörung ist es leicht
zu verstehen: es handelte sich um eine echte “Wieder-gut-Machung”! Die
Tohuwabohu-Katastrophe lässt den ganzen Stammbaum des Lebens vor einem ganz
besonderen Hintergrund erscheinen: Die Zeugungsfolgen der Himmel und der Erde
durchliefen eine Krisensituation. Relativ früh, kurz nach dem Anfang von
Genesis 1:1, geschah ein Unglück, das eine gewisse Trennung zwischen der Erde
und Gott verursachte. Darum ist von diesem Zeitpunkt an das Wirken Gottes eng
verwoben mit Umständen, die von ihm eigentlich nicht gewünscht waren, nämlich
Mangel und Zerstörung, die er aber von da an in sein Handeln mit einbezieht.
Und so erscheinen auch einige weitere Aussagen des Schöpfungsberichts in neuem
Licht.
Die Finsternis des
Tohuwabohu
Zum Tohuwabohu gehörte eine Finsternis auf der Erde
begrenzt, die scheinbar einen negativen Charakter hatte, denn Gottes erstes
Handeln wirkte ihr entgegen: “Es werde Licht”! Nur diese Helligkeit beurteilte
Gott als gut, die Finsternis nicht!
Überleben in einer
lebensfeindlichen Umgebung
Es ist auffällig, dass
beim zweiten Vorkommen von richeph = schützend schweben ebenso von einem
tohu berichtet wird wie im Schöpfungsbericht: 5.Mose 32 beschreibt, wie
Gott die Israeliten bei ihrem Auszug aus Ägypten und ihrer Wüstenwanderung in
einer lebensfeindlichen Umgebung “beschützte wie seinen Aufgapfel”,
Vers 10. Es geht hierbei also nicht nur um die Versorgung des Volkes mit
Lebensmitteln, Verse 13-14, sondern auch um die Bedrohung durch ein tohu,
vor dem Gott schützen muss. Dies deckt sich wiederum mit der Grundbedeutung von
richeph, wie Fürst sie in seinem Wörterbuch angibt: decken,
beschützen, hegen.
Demnach dürfte Gottes Brüten während des Tohuwabohu
zugleich ein Schutz vor den lebensfeindlichen Umweltbedingungen gewesen sein,
die in dieser Zeit herrschten. So wie Gott das Volk Israel durch
lebensfeindliche Umstände hindurch rettete und mit ihnen eine neue Geschichte
begann, könnte er im Tohuwabohu von Genesis 1 Lebensformen vor der Vernichtung
bewahrt haben, um mit ihnen einen Neuanfang des Lebens auf der Erde zu setzen.
Es ist deswegen zu erwarten, dass das Leben auf seinem Weg durch das Tohuwabohu
von zwei Faktoren geprägt wurde: Einerseits von dem positiven Wirken Gottes,
und andererseits von Gottesferne und dem sich daraus ergebenden Mangel. Dieser
Mangel muss unweigerlich Konkurrenz und Überlebenskampf erzeugt und eine
prägende Wirkung auf alle Lebensformen gehabt haben, die in solch einer
Umgebung aufwuchsen.
Ungeheuer als Teil von Gottes Plan und
Wirken
Es ist vielleicht schwer zu glauben, aber der
Bibeltext sagt tatsächlich, dass Gott Meeresungeheuer (tannin) als lebende
Seelen erschuf, Vers 21. Diese “tannin” sind an allen anderen Stellen ihres
Vorkommens räuberische Lebewesen, durchweg übersetzt mit: Ungeheuer, Drache,
Schlange, Wasserungeheuer. Das passt zwar überhaupt nicht zur Vorstellung von
einer heilen Welt, aber sehr gut zum Tohuwabohu: Es beweist, dass zu diesem
Zeitpunkt schon Konkurrenzkampf und Tod in der Schöpfung vorkamen. Und es macht
deutlich, dass Gottes Wirken sich immer wieder auch auf Entwicklungen
erstreckte, die nicht ursprünglich gewollt waren. Als Gott verschiedene
Lebensformen in den Meeren zu lebenden Seelen erschuf, nahm er auch räuberische
Tiere nicht von seinem Handeln aus. An diesem Wesenszug Gottes, auch auf
Geschöpfe einzuwirken, die dem Ideal nicht entsprechen, hat sich bis heute
nichts geändert - zu unserem Glück! Denn wenn wir ehrlich sind, dann müssen wir
zugeben, dass der Mensch ebenso wie die Tiere von den Folgen der frühen
Tohuwabohu-Katastrophe gezeichnet ist. Konkurrenz- und Überlebenskampf sind uns
sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen. Ist die Menschheit letztlich nicht
sogar selber eine räuberische Art, die sich in erheblichem Maße von anderen
Tieren ernährt? Gott sei Dank, dass er sich unser trotzdem annimmt!
Gott wirkt auch inmitten
von Zerstörung
Die Überzeugung, alle
Dinge, an denen Gott gewirkt habe, müssten fehlerlos sein, ist falsch. Sicher, alle
seine Werke sind vollkommen, 5.Mose 32:4. Doch Gott ist eben nicht der
einzige, der in dieser Welt am Wirken ist! Da ist auch noch der Satan, der
Widerwirker und Durcheinanderwerfer. Bereits ab dem zweiten Satz der Bibel ist
die Schöpfung gefallen. Die Worte “tohu” und “bohu” sind wie zwei fette
Ausrufungszeichen, die Gott ganz an den Anfang der Bibel gestellt hat: Hier ist
Gottesferne und Zerstörung! Doch es ist eben Gottes Wesen, sich nicht von der
beschädigten Welt abzuwenden. Bereits in den ersten Worten der Bibel steckt der
Kern des ganzen Evangeliums:
Die Erde aber war (oder: wurde) tohuwabohu
und Finsternis war über der Fläche der Wirbelfluten.
Und der Geist Gottes brütete über der Fläche der Wasser. Und Gott sprach: Es
werde Licht ... Genesis 1:2
Die von Gott im Anfang
geschaffene Welt fällt in Finsternis und Chaos, ins Tohuwabohu. Doch Gott
sendet seinen Geist, der über diesem Chaos brütet, schützend schwebt (ruach =
Geist ist im Hebräischen weiblich). Gott gibt der erkaltenden Welt lebensspendende
Wärme, sendet Licht in die Finsternis. Das ist Gottes Programm für die Zukunft
der ganzen Schöpfung, das sich durch Altes und Neues Testament hindurch immer
mehr entfaltet. Es ist Gottes eigenes Wesen, das sich schließlich in Vollendung
in seinem Sohn offenbart, der als Licht in die Finsternis, als Arzt zu den
Kranken kommt.
Es ist wichtig, dass wir die Illusion von einer
perfekten Instant-Schöpfung ablegen, denn sie führt zu einem unrealistischen
Perfektionismus. Wir müssen verstehen, dass seit dem Tohuwabohu Tod und
Verderben in die Welt eingedrungen und mit Gottes Wirken eng verwoben sind. Tun
wir es nicht, werden wir letztlich das Wirken Gottes auf der Erde nicht
verstehen, weil wir die Mängel, mit denen alles Irdische behaftet ist, nicht
akzeptieren können. Doch Jesus mied nicht alles Fehlerhafte, sondern im
Gegenteil, kam einzig und allein für die Sünder und die Kranken. Darum
verspotteten die Frommen ihn als Freund der Zöllner und Sünder und
unterstellten ihm, er wäre selber ein Fresser und Weinsäufer, Matthäus 11:19.
Sie warteten vergeblich auf ein Wirken Gottes, an dem sie keine Fehler
entdecken konnten. Statt dessen griffen sie unaufhörlich die fehlbaren Menschen
an, die Gott gebrauchte.
Gott gebraucht Sünder
Das makellose Wirken
Gottes und das zerstörendes Handeln Satans können in ein und derselben Sache
oder Person gleichzeitig vorhanden sein:
Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt
in ihm. Und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. Wir wissen,
dass jeder, der aus Gott geboren ist, nicht sündigt. 1.Johannes 3:9, 5:18
Der wiedergeborene
Anteil in jedem Menschen kann nicht sündigen, weil er von Gott geschaffen und
durchweg gut ist. Weil aber zugleich auch noch die Anteile des alten Menschen
vorhanden sind, wäre es Selbstbetrug, die Augen vor der eigenen
Fehlerhaftigkeit zu verschließen. Deswegen betont Johannes im selben Brief:
Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst,
und die Wahrheit ist nicht in uns. 1.Johannes 1:8
Wenn die Cherubim ausrufen, dass die ganze Erde voll
von der Herrlichkeit des HERRN ist, dann haben sie also recht - auch wenn
gleichzeitig Not und Elend im Lande herrschen, Jesaja 6:3. Und genauso konnte
Gott deshalb von “allem, was er gemacht hatte” sagen, dass es sehr gut
war - obwohl der Gesamtzustand der gefallenen Schöpfung alles andere als
perfekt war.
Einer der gewichtigsten “christlichen” Einwände gegen Evolution besteht darin, dass der Gott der Liebe doch niemals den Tod ungezähliger unschuldiger Tiere in Kauf genommen haben könne, um die Evolution bis hin zum Menschen zu ermöglichen. Evolution sei mit Leid und Tod untrennbar verwoben und käme deshalb als Schöpfungsmethode für Gott niemals in Betracht! All die versteinerten Lebewesen könnten deshalb nur in die Zeit nach Adam’s Sündenfall ein