Kurzzeit-
Kreationismus

Eine kurze Widerlegung
seiner wichtigsten Irrtümer
Denkt um!
Matthäus 4:17
Diese Schrift (Stand März 2009)
ist eine Kurzfassung von:
Kreationismus
Wie Gott die Welt nicht erschuf (156 Seiten)
Beide Schriften dürfen zu nicht gewerblichen Zwecken vervielfältigt werden und können bei mir als Buch gratis bestellt oder von der folgenden Homepage heruntergeladen werden:
www.urzeitundendzeit.de

Armin Held (Jahrgang 1961)
Hebraicum und Graecum an der Universität München
Armin Held
Oberreit 1
D - 83620 Feldkirchen-Westerham
Telefon 08063-972 301
arminheldätgmxpunktnet
Tabelle:
Die wichtigsten Irrtümer des Kreationismus 4
1. Die Bibel lehrt Abstammung und Evolution
Der Schöpfungsbericht ist ein Stammbaum! 5
Die Bibel, ein Buch voller Evolution ... 11
Mose und "die Entstehung der Arten" 13
2. Gottes Uhren gehen anders
Die Schöpfungstage waren lange Zeiträume 15
Wissenschaftliche Beweise für das hohe Alter der Erde 18
3. Wer war Adam wirklich?
Die Lehmkloß-Legende 20
Der Mythos vom "zweiten Schöpfungsbericht"
4. Nobody is perfect - auch nicht die Schöpfung!
Die Tohuwabohu-Katastrophe: Zerstörung "von Anfang an" 25
Satan’s Fall und seine Folgen 27
5. Wie die Sünde in die Welt kam
Adam ist nicht an allem schuld! 29
Die Folgen von Adam’s Fall 31
6. Die Sintflut war niemals eine weltweite Katastrophe!
Biblische Einwände und naturwissenschaftliche Beweise 33
7. Babel und die Entstehung der Sprachen
Schluss mit dem Gebabbel über Babel! 35
Gottes Gericht über das System der Denominationen 38
8. Evolution und der christliche Glaube
Das Kreuz und der Tod des Unschuldigen 41
Die wichtigsten Irrtümer des Kreationismus
Mit "Kreationismus" meine ich im Folgenden nicht den Glauben an einen Schöpfergott, sondern den "Kurzzeit- Kreationismus", der lehrt, dass die ganze Welt innerhalb kürzester Zeit fix und fertig erschaffen wurde, ohne Entwicklungsprozesse. Hier seine zentralen Lehrsätze, die den Lehren der Bibel und/oder den Erkenntnissen der Naturwissenschaften widersprechen:
Einige dieser Aussagen werden nur von extremen Auslegern vertreten, andere sind weit verbreitet und gründen sich teilweise auf uralte Traditionen. Doch die Bibel lehrt etwas anderes!
Der Schöpfungsbericht ist in Wirklichkeit ein Stammbaum!
Der Schöpfungsbericht endet mit einem Schluss-Satz (Genesis 2:4), der das ganze vorherige Kapitel zusammenfasst und erklärt. Er lautet:
Dies sind die Toledot der Himmel und der Erde!
Das Schlüsselwort lautet auf Hebräisch "toledot" und bedeutet wörtlich "Zeugungsfolgen, Geschlechterfolgen, Stammbaum". Es kommt 39 Mal in der Bibel vor und ist dabei ein Spezialausdruck für Geschlechtsregister. Es leitet sich von dem Tätigkeitswort jalad = gebären, beziehungsweise dessen Verursachungsform holid = zeugen ab:
ja La D = gebären
ho Li D = zeugen
to Le D ot = Zeugungen, Geschlechterfolgen
Das ganze im Schöpfungsbericht beschriebene Geschehen ist demnach nichts anderes als eine Reihe von "Geschlechterfolgen", ein Abstammungsgeschehen:
Der Schöpfungsbericht ist in Wirklichkeit
ein Stammbaum!
Leider übersetzen die meisten deutschen Bibeln toledot - nur an dieser Stelle! - mit dem farblosen Wort Geschichte. Doch es ist leicht zu beweisen, dass "Stammbaum" die ganz normale und zentrale Bedeutung dieses Wortes ist: Die "Einheitsübersetzung" zum Beispiel gibt Toledot (mit Ausnahme von Genesis 2:4!) immer im Sinne von "Abstammung" wieder:
Alle 39 Vorkommen von Toledot = Geschlechterfolgen
nach dem Text der Einheitsübersetzung
1.Mose 2:4
Das ist die Entstehungsgeschichte von Himmel und Erde ...1.Mose 5:1 Dies ist die Liste der Geschlechterfolge Adam: Am Tag, da Gott den Menschen erschuf, machte er ihn Gott ähnlich ...
1.Mose 6:9 Das ist die Geschlechterfolge nach Noach: Noach war ein gerechter ...
1.Mose 10:1,32 Das ist die Geschlechterfolge nach den Söhnen Noachs, Sem, Ham und Jafet. ... Das waren die Sippenverbände der Söhne nach ihrer Geschlechterfolge in ihren Völkern. Von ihnen zweigten sich nach der Flut die Völker der Erde ab.
1.Mose 11:10,27 Das ist die Geschlechterfolge nach Sem: Sem zeugte (holid) im Alter von hundert Jahren Arpachschad, zwei Jahre nach der Flut. ... Das ist die Geschlechterfolge nach Terach: Terach zeugte (holid) Abram, Nahor und Haran, Haran zeugte (holid) Lot.
1.Mose 25:12,13,19 Das ist die Geschlechterfolge nach Ismael, dem Sohn Abrahams. Ihn hatte die Ägypterin Hagar, die Magd Saras, Abraham geboren (jalad). ... Das sind die Söhne Ismaels nach ihren Namen und nach ihrer Geschlechterfolge: Der Erstgeborene Ismaels war Nebajot, dann kamen Kedar, Adbeel, Mibsam ... Und das ist die Geschlechterfolge nach Isaak, dem Sohn Abrahams: Abraham zeugte (holid) Isaak ...
1.Mose 36:1,9 Das ist die Geschlechterfolge nach Esau, der auch Edom hieß ... Das ist die Geschlechterfolge nach Esau, dem Stammvater von Edom im Bergland Séir.
1.Mose 37:2 Das ist die Geschlechterfolge nach Jakob: Als Josef siebzehn Jahre zählte ...
2.Mose 6:16,19 Das sind die Namen Levis nach ihrer Geschlechterfolge: Gerschon, Kehat und Merari ... das waren die Sippenverbände der Leviten nach ihrer Geschlechterfolge.
2.Mose 28:10 ... die übrigen sechs Namen in den anderen Stein, in der Reihenfolge, wie sie geboren wurden (Anmerkung: eigentlich gemäß ihrer Geschlechterfolge).
4.Mose 1:20,22,24,26,28,30,32,34,36,38,40,42
Zuerst kamen die Nachkommen Rubens, des Erstgeborenen Israels: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge nach Sippen und Großfamilien und zählte mit Namen alle Männer von zwanzig Jahren und darüber, alle Wehrfähigen ...
Sodann die Simeoniter: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge ... für die Gaditer ... die Nachkommen Judas ... die Naftaliter: Man ermittelte ihre Geschlechterfolge ...
4.Mose 3:1 Und das ist die Geschlechterfolge Aarons und Moses an dem Tag, da der HERR auf dem Berg Sinai mit Mose redete.
Ruth 4:18 Das ist die Geschlechterfolge nach Perez: Perez zeugte (holid) Hezron ...
1.Chronik 1:29 (Die Söhne Abrahams waren Isaak und Ismael.) Das ist die Geschlechterfolge nach ihnen: Der Erstgeborene Ismaels war Nebajot, dann kamen Kedar, Adbeel, Mibsam ...
1.Chronik 5:7 Seine Brüder wurden, als sie sich nach ihren Geschlechterfolgen in die Stammeslisten eintragen ließen, seinen Familien zugezählt ...
1.Chronik 7:2,4,9 ... Sie waren Häupter der Großfamilien Tolas, tapfere Krieger, jeder entsprechend seiner Geschlechterfolge. Zur Zeit Davids zählten sie 22.600 Mann ... Sie hatten, geordnet nach ihrer Geschlechterfolge und nach ihren Großfamilien ... viele Frauen und Kinder ... Die Aufzeichnung entsprechend ihrer Geschlechterfolge nach den Häuptern ihrer Großfamilien ...
1.Chronik 8:28 Sie waren Häupter der Großfamilien entsprechend ihrer Geschlechterfolge ...
1.Chronik 9:9,34 ... dazu ihre Brüder nach ihrer Geschlechterfolge, insgesamt 956 Mann. Sie waren Oberhäupter ihrer Großfamilien ... Das waren die Häupter der Großfamilien der Leviten nach ihrer Geschlechterfolge, die Häupter. Sie wohnten in Jerusalem.
1.Chronik 26:31 ... die Geschlechterlisten der Großfamilien der Hebroniter ...
Abstammung - ein Zentralthema der Bibel!
Tatsächlich, wenn es ein Buch gibt, in dem Abstammung eine zentrale Rolle spielt, dann ist es unbestreitbar die Bibel! Genesis 1 ist nur der Ausgangspunkt weiterer Stammbäume, die das Grundgerüst der ganzen Bibel bilden:
Die Toledot Adams, Genesis 5, setzen sich fort über die Toledot der Söhne Noahs, Genesis 10. Über weitere Stammbäume gelangen wir bis zu Abraham, Isaak, Jakob, dem Stammvater der zwölf Stämme Israels. Danach folgen die Stammbäume der königlichen Linie Davids, die bis ans Ende des Alten Testamentes reichen. Das häufigste Hauptwort des Alten Testamentes ist ben = Sohn (4.929 Vorkommen), noch vor älohim = Gott (2.600 Vorkommen)! Stammbäume sind also nicht verzierendes Beiwerk, sondern vielmehr der Kern, um den herum sich das Geschehen der ganzen Bibel fügt!
Auch das Neue Testament beginnt mit einem Stammbaum!
Es erstaunlich genug, dass das Alte Testament mit einem Stammbaum anfängt, aber dass auch das Neue so beginnt, muss uns etwas sagen!
Stammbaum (griechisch: génesis) von Jesus, dem Messias, dem Sohn Davids, des Sohnes Abrahams. Matthäus 1:1, Einheitsübersetzung
Tatsächlich verwendet die hebräische Übersetzung des Neuen Testamentes an dieser Stelle genau dasselbe Wort wie das hebräische Alte Testament in Genesis 2:4, nämlich toledot:
Dies sind die Zeugungsfolgen (toledot) Jesu Christi, des Sohnes Davids ... Matthäus 1:1
Auf den Folgeseiten stellen wir die zwei ersten Toledot-Register der Bibel einander gegenüber, den Schöpfungsbericht und den Stammbaum der Söhne Noahs:


Es ist nicht zu leugnen, dass der Schöpfungsbericht eine aufsteigende Entwicklungsreihe beschreibt: Auf Pflanzen (Gräser, Kräuter, Bäume) folgen zuerst Wassertiere, dann Landtiere, zuletzt erscheint die Menschheit. Dabei fällt auf, dass der ganze Schöpfungsbericht immer wieder Worte wie Samen und Arten, Fruchtbarkeit und Vermehrung gebraucht, die alle auf Abstammung hinweisen. Da das ganze Geschehen rückblickend als "Stammbaum" bezeichnet wird, liegt es demnach auf der Hand, dass die zuletzt genannten Lebewesen von den erstgenannten abstammen oder mit ihnen verwandt sind. Und genau das ist die biologische Definition von "Evolution": Abstammung und Weiterentwicklung! Doch in der Bibel endet die "Evolution" damit nicht, sondern es geht weiter:
Die Entwicklung der Zivilisation
Der Blick richtet sich dann auf den Nahen Osten, die Wiege der menschlichen Kultur: Die Entwicklung beginnt mit nomadisierender Viehzucht und sesshaftem Landbau, Genesis 4:2, und erstreckt sich bis zu Städtebau und erster Metallbearbeitung, Genesis 4:17-22. Wir erleben also den Übergang von der Stein- zur Bronzezeit mit, und später das weitere Aufblühen menschlicher Technik bis hin zu den Hochkulturen Ägyptens, der Meder und Perser usw.
Politische Evolution
Beginnend mit einer Kette von einzelnen Vorfahren und den nomadisierenden Patriarchen geht es weiter über die Bildung von Stämmen, das Leben als ethnische Minderheit in Kanaan und Ägypten bis hin zum Einzug ins Verheißene Land. Dort vollzieht sich wiederum eine Entwicklung von Führung durch Richter, bis hin zur Entstehung des Königtums.
Die Evolution des Glaubens
Auch hier erleben wir die Entwicklung "von Anfang an" mit: Von Adam über Henoch bis hin zu Noah offenbart Gott sich zuerst vor allem Einzelpersonen. Abraham tritt dann in ein Bundesverhältnis mit Gott, die Beschneidung ist von da an für alle seine Nachfahren verbindlich. Später erscheint Mose als Vermittler des Gesetzes, das das Volksleben ebenso regelt wie die religiösen Sitten und Gebräuche. Ungefähr 1.400 Jahre später folgt der Quantensprung vom Gesetz zum Evangelium, das einerseits ganz klar auf Mose aufbaut, aber doch weit darüber hinausgeht, Matthäus 5:17. Es folgt die Entstehung der ersten judenchristlichen Gemeinde, Christenverfolgungen und schließlich die Ausbreitung des Glaubens unter den Nichtjuden.
Die Bibel selber ist evolutiv entstanden!
Sie selbst bezeugt, dass sie nicht nicht fix und fertig vom Himmel gefallen ist, sondern Stück für Stück und von den verschiedensten Autoren unter Gottes Regie aufgeschrieben wurde: Alles beginnt mit den Stammbaumverzeichnissen der Genesis, es folgen die fünf Bücher Mose, weiter entwickeln sich Geschichtsbücher, Psalmen, Weisheitsliteratur, Propheten. Es ist derselbe Gott, der redet, doch über Jahrhunderte hinweg sind es die verschiedensten menschlichen Schreiber, durch die die Schrift wächst: Viehhirten und Könige, Priester, Schriftgelehrte und Soldaten.
Auch das Neue Testament entsteht in Wechselwirkung mit seinem historischen Umfeld, beginnend mit dem Stammbaum Jesu und den Evangelien. Es wächst mit der Geschichte der ersten Christen (Apostelgeschichte) und den Briefen der Apostel an die Gemeinden. Abgeschlossen und versiegelt wird es mit der "Offenbarung", die die zukünftigen Entwicklungen beschreibt und uns auffordert, dem nichts hinzuzufügen und auch nichts wegzunehmen, Offenbarung 22:18.
Mose und "Die Entstehung der Arten"
Nur drei Schöpfungsakte im Schöpfungsbericht!
Um es gleich vorauszuschicken: Die Bibel sagt an keiner Stelle, dass Gott "die Arten erschaffen" habe! Ein großes Missverständnis ist die Vorstellung, Gott hätte im Schöpfungsbericht ständig wunderbare Schöpfungstaten vollbracht. Doch bara' ist in der hebräischen Bibel ein ausgesprochen seltenes Wort. Auf mehr als tausend Seiten kommt es nur 47 Mal vor. Und selbst im "Schöpfungsbericht" werden nur drei Neuerschaffungen erwähnt:
Genesis 1:1 Himmel und Erde = Materie, Raum und Zeit
Genesis 1:21 Tiere = seelische Lebewesen
Genesis 1:27 Menschen = geistige Lebewesen
Diesen drei Schöpfungsakten der Bibel entsprechen auf Seiten der Naturwissenschaften drei Ereignisse, die derartig plötzlich verliefen, dass sie in zwei Fällen "explosive" Namen bekamen:
Gott tätigte im ganzen Schöpfungsbericht nur drei Schöpfungsakte. Alles andere zwischen diesen Schöpfungsakten sind Entwicklungsprozesse! So liegen zwischen der ersten und der zweiten Schöpfung 19 Verse "Evolution". Wir sehen also, dass Schöpfung und Evolution miteinander verwoben sind: Auf jeden Schöpfungsakt muss eine Entfaltung folgen, in der die geschaffenen Anlagen ausreifen. Und das Ergebnis dieser Entwicklung wiederum liefert die Voraussetzungen für den nächsten Schöpfungsakt, der in diese Entwicklung hinein erfolgt. Die Bibel fasst dies mit folgenden Worten zusammen:
Gott schuf sein Werk, indem er es zubereitete (oder: um es zuzubereiten). Genesis 2:3
Der Artbegriff in der Bibel
Außerdem ist gerade der biblische Begriff "Art" ein Beleg für die Abstammung der Lebewesen voneinander! Wörtlich bedeutet min nämlich soviel wie "Abkunft, Herkunft", die zugrundeliegende Wurzel bedeutet "furchen, spalten" (Gesenius "Hebräisches Handwörterbuch", Seite 420). Die Hauptbedeutung von min = Art ist demnach nicht geschichtslose Entstehung und Unveränderlichkeit, sondern im Gegenteil, gemeinsamer Ursprung mit nachfolgender Trennung und Veränderung!
Ein modernes Beispiel von "Artbildung": Messianische Juden
Diese Grundbedeutung hat sich bis ins moderne Hebräisch hinein erhalten. Da wird min nämlich gebraucht, um Sektierer und Judenchristen (kblh 519) zu bezeichnen:
"Auch das neuhebräische min Häretiker, Ketzer, geht von abtrennen aus." (Fürst, Hebr. Handw. Seite 730)
Orthodoxe Juden sehen andere Juden, die an Jesus als Messias glauben, als Sektierer, als "entartet" an und schließen sie aus der Gemeinschaft aus, obwohl sie an ihren jüdischen Wurzeln festhalten und sich Messianische Juden nennen. In den Augen der "Rechtgläubigen" sind sie jedoch aufgrund ihrer Anders-Artigkeit von der ursprünglichen Gemeinschaft abzutrennen.
Gottes Schöpfungstage waren lange Zeiträume!
Es ist allgemein anerkannt und wird von allen Lexika bestätigt, dass das hebräische jom = Tag immer wieder für längere Zeiträume gebraucht wird. Besonders jene Tage in der Bibel, die sich auf Gottes Handeln beziehen, erstrecken sich oftmals über lange Zeitspannen, zum Beispiel der ...
Wenn wir Genesis 1 aus diesem Blickwinkel lesen, liegt auf der Hand, dass wir es mit klassischen Gottestagen zu tun haben, denn Menschen existieren die meiste Zeit noch nicht einmal, Gott ist es, der handelt! Wenn das keine Gottes-Tage sind, wo dann finden wir welche in der Bibel?
Und das spiegelt sich im Inhalt der Tage wider, deren Geschehen niemals in einen menschlichen Arbeitstag gepresst werden kann:
Dies eine aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, dass beim HERRN ein Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. 2.Petrus 3:8, vergleiche Psalm 90:4
Das Sabbat-Gebot ist kein Gegenargument!
Manche sehen die Bibelstelle "Sechs Tage sollst du arbeiten, ... denn in sechs Tagen hat der HERR den Himmel und die Erde gemacht", 2.Mose 20:9-11, als Argument, die Schöpfungstage seien Menschentage gewesen. Doch der Vergleich läuft in umgekehrter Richtung: Die fünf Bücher Mose enthalten einen Schatten von dem Handeln Gottes, "nicht das Ebenbild der Dinge selbst", Hebräer 8:5, 10:1. Ähnlichh war auch die Stiftshütte nur "ein Gegenbild des wahren Heiligtums", Hebräer 9:22, ein extrem verkleinertes Modell, Jesaja 66:1.
Tage und Zahlen
Verschiedentlich wird darauf hingewiesen, dass die Tage im Schöpfungsbericht mit Ordnungszahlen versehen sind: Ein Tag, ein zweiter Tag usw. Da angeblich an allen anderen Stellen, wo Tage mit Ordnungszahlen vorkommen, immer Sonnentage gemeint seien, müssten auch die Tage in Genesis 1 Sonnentage, also kurz, sein. Doch abgesehen davon, dass zum Beispiel gerade in 2.Petrus 3:8 ein Zahlwort vor "Tag" steht und gleichzeitig betont wird, dass Gottes Tage anders sind als unsere menschlichen, ist dieses Argument an den Haaren herbeigezogen und geht ins Leere: Weder im Hebräischen noch in sonst einer Sprache der Welt haben Zahlwörter einen Einfluss auf die Größe oder das Wesen der Sache, die sie bezeichnen!
Gott "braucht" die Zeit nicht, er ge-braucht sie!
Er ist "der Alte an Tagen", Daniel 6:9!
Wir machen Gott nicht größer,
indem wir seine Schöpfung kleiner machen!
Die Erde ist alt - schon lange!
Die Deutung der Schöpfungstage als lange Gottestage ist keine Erfindung der Moderne, sondern reicht bis an die Anfänge der Auslegungsgeschichte zurück:
Von Anfang an begegnet in der Auslegungsgeschichte neben dem Verständnis der Schöpfungstage als gewöhnliche Kalendertage eine übertragene Deutung ... Im Anschluss an Philo interpretieren die Kirchenväter Origines (ca. 185-254 n.Chr.) und Augustinus (354-430 n.Chr.) ähnlich.
www.wort-und-wissen.de/diskussionsbeitraege.html; W.Hilbrands "Wie lang waren die Schöpfungstage?"
Wissenschaftliche Beweise für das Alter der Erde
Baumringe (Dendro-Chronologie)
Man hat in Nordeuropa Baumexemplare gefunden, deren Alter sich auf mehr als achttausend Jahre bestimmen lässt - das allein sprengt schon den Rahmen derer, die behaupten, die Erde sei höchstens sechstausend Jahre alt! Insgesamt erstreckt sich die Zeitspanne, die durch Baumkalender belegt werden kann, über Zehntausende von Jahren.
Eisbohrkerne
Der Wechsel der Jahreszeiten mit ihren charakteristischen Temperaturen und Niederschlagsmengen hinterlässt deutliche Spuren im ewigen Eis, die man mit den Jahresringen der Bäume vergleichen könnte. Die Zeitspannen, die sich auf diese Weise unmittelbar dokumentieren lassen, gehen in die Hunderttausende von Jahren!
Die Elemente der Erde beweisen das hohe Erdalter
Die unleugbare Tatsache, dass alle mittellebigen Atomarten auf der Erde nicht mehr ursprünglich vorkommen, wogegen sämtliche Atome mit Halbwertszeiten von mehr als 500 Millionen Jahren noch auftreten, lässt sich allein durch das hohe Nuklidentstehungsalter von ca. 6,5 Milliarden Jahren erklären! (Dieser Beweis ist von jeglicher Datierungsmethode unabhängig, da er allein auf den Eigenschaften der Radionuklide beruht!)
Die Ereignisse der Erdgeschichte
Auf der Erde finden sich zahlreiche Zeugen gewaltiger Katastrophen wie Vulkanausbrüchen, hunderten von Meteoriteneinschlägen, Überschwemmungen, Dürrekatastrophen und Eiszeiten, die alle globale Auswirkungen hatten. Zusammengedrängt in 6.000 Jahre, hätten sie zu einer mehrfachen Totalvernichtung allen Lebens auf der Erde führen müssen.
Die Kontinentalverschiebung
Es ist eindeutig erwiesen, dass die Kontinentalplatten im Laufe der Erdgeschichte über gewaltige Strecken gedriftet sind. Dabei sind zwangsläufig gigantische Kräfte aufgetreten, die Erdbeben mit der Energie von abertausenden Atombomben ausgelöst hätten, wenn die Bewegungen in kurzer Zeit stattgefunden hätten. Heute kann man diesen Vorgang genau vermessen und weiß, dass die Geschwindigkeit dieser Bewegung einige Zentimeter im Jahr beträgt. Daraus ergibt sich zwingend ein sehr hohes Erdalter.
Die Sterne bezeugen: Das Weltall ist alt!
Die Tatsache, dass wir Millionen von Sternen am Himmel sehen, stellt für Verfechter eines jungen Weltalls eine harte Nuss dar:
Wenn das Universum jung ist und das Licht vieler Sterne Millionen von Jahren braucht, um zu uns zu gelangen, wie kommt es, dass wir sie dann überhaupt sehen können?
Unsere Galaxie, die Milchstraße, hat einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren. Das Licht ihrer Sterne braucht also teilweise mehr als 50.000 Jahre, um uns zu erreichen. Das Licht der allermeisten Sterne jedoch, die ja zu anderen Galaxien gehören, braucht Millionen und Milliarden von Jahren!
Die Lehmkloß-Legende
Die deutschen Übersetzungen lassen scheinbar keinen Zweifel daran, dass Adam von Gott aus einem Lehmkloß geknetet wurde:
Und Gott der HERR machte den Menschen aus einem Erdenkloß. Luther
Doch das entscheidende Wort, das für eine Entstehung Adams direkt aus Lehm zu sprechen scheint, nämlich das hebräische jatsar = bilden, entpuppt sich schon beim genauen Hinsehen als ein Hinweis in eine ganz andere Richtung:
Und dann bildete Gott, der HERR, den Menschen (aus) Staub vom Erdboden ... Genesis 2:7 (Elberfelder)
jatsar ist immer, wenn es im Zusammenhang mit Lebewesen gebraucht wird, ein Ausdruck für die Festlegung der Eigenschaften von Lebewesen zum Zeitpunkt ihrer Zeugung und kurz danach, bei Menschen also im Mutterleib. Ein klassisches Beispiel ist der Prophet Jeremia, zu dem Gott spricht:
Ehe ich dich im Mutterschoß bildete (jatsar), habe ich dich erkannt, und ehe du aus dem Mutterleib hervorkamst, habe ich dich geheiligt: zum Propheten für die Nationen habe ich dich eingesetzt. Jeremia 1:5
Jatsar und die von ihm abgeleiteten Worte bezeichnen ausschließlich dann ein Töpfern, wenn es im Zusammenhang mit menschlichem Handeln gebraucht wird, und auch da nur in speziellen Fällen.
Wenn jatsar im Zusammenhang mit Lebewesen gebraucht wird, ist es immer ein Ausdruck für deren Gestaltung während ihrer frühesten Entstehungphase durch Gott, im Mutterleib.
Das Vorkommen von jatsar in Genesis 2:7 ist demnach kein Beweis dafür, dass Adam aus Lehm "getöpfert" worden wäre, sondern vielmehr ein Hinweis darauf, dass Gott ihm bei seiner Zeugung besondere Eigenschaften mitgab, die ihm helfen sollten, seine Berufung und seinen Auftrag zu erfüllen.
Ein Einwand
Aber steht nicht ausdrücklich im Bibeltext, dass Gott Adam "aus Staub" formte?
Dann bildete Gott, der Herr, den Adam (aus) Staub vom Erdboden. (Elberfelder)
Nun, wenn man genau hinsieht, steht "aus" nicht im Grundtext, und so könnte man sinngemäßer und genauer übersetzen:
Dann bildete Gott, der Herr, den Adam: Er war Staub vom Erdboden.
Denn Adam blieb auch danach "Staub", Gott sagte zu ihm:
Staub bist du (Gegenwart!), und zum Staub wirst du (Zukunft) zurückkehren (Vergangenheit). Genesis 3:19
"Staub" meint also nicht "staubige Substanz", sondern ist eine Bezeichnung für Adams materielle Beschaffenheit: Alle Menschen und Tiere sind aus "Staub" geworden, bestehen aus "Staub" und kehren zu ihm zurück!
Denn Gott kennt unser Gebilde (hebräisch jatsar),
denkt daran, dass wir Staub (aphar) sind. Psalm 103:14
Menschen und Tiere ... sind aus dem Staub (aphar) geworden, und alles kehrt zum Staub (aphar) zurück. Prediger 3:19-20
Adam’s Vorfahren
In Kapitel eins lesen wir, wie die Erde von Pflanzen, Tieren und Menschen besiedelt wurde. Auch die Menschheit besiedelte bereits während des sechsten "Tages" die ganze Erde! Denn nach Gottes Aufforderung, sich zu vermehren, wird ausdrücklich bestätigt:
Und es geschah so! Genesis 1:31
Wir haben also eine Erde vor Augen, die von Menschen besiedelt ist, als der sechste Tag endet, und danach beginnt der siebte Tag - der bis heute nicht geendet hat. Dann lesen wir im nächsten Kapitel weiter, dass Gott einen konkreten Einzelmenschen, Adam, "bildete", der in einem genau beschriebenen Gebiet im Nahen Osten lebte. Was ist vom Textzusammenhang her also naheliegender als die Annahme, dass Adam von den Menschen des sechsten Tages abstammte? Dies ist doch die einfachste und flüssigste Lesart des Textes, oder nicht? Und sie erklärt ganz zwanglos, warum Kain, als er vertrieben wurde, Angst vor anderen Menschen außerhalb Edens hatte, und wie er dort eine Frau finden konnte, Genesis 4:14-17. So findet eine oft gestellte Frage ihre einfach Antwort: Woher hatte Kain seine Frau? Von den Menschen, die seit dem sechsten Tag die ganze Erde besiedelten! Man muss nur Genesis Kapitel zwei nach Kapitel eins lesen!
Der Mythos vom "zweiten Schöpfungsbericht"
Genau das aber tun viele nicht, sondern behaupten, das zweite Kapitel der Bibel sei eine Art Wiederholung, ein "zweiter Schöpfungsbericht", der angeblich dasselbe Geschehen beschreibt wie das erste Kapitel - obwohl das Wort "bara = erschaffen" im Grundtext nicht ein einziges Mal vorkommt! Nein, Adam war ganz einfach ein Nachfahre der Menschheit des sechsten (Gottes-) Tages, die innerhalb dieses Zeitraumes bereits die Erde besiedelt hatte. Adam lebte danach, während des siebten Gottestages (der bis heute andauert!), in einem klar beschriebenen Gebiet im Nahen Osten, der Wiege der menschlichen Kultur. Adam war der erste Auserwählte, mit dem Gott ein Bundesverhältnis einging. Der Text macht den Unterschied deutlich:
Noch ein Einwand
Steht nicht ausdrücklich in der Bibel, dass Adam "der erste Mensch" war? Tatsächlich, im Neuen Testament finden wir:
Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebenden Seele. 1.Korinther 15:45
Doch möchte Paulus hier sagen, dass Adam biologisch gesehen der erste Mensch auf Erden war? Sicher nicht, denn dann wäre ja Eva der zweite Mensch. Doch Paulus macht unmissverständlich klar, wer für ihn "der zweite Mensch" ist:
Der erste Mensch ist von der Erde, irdisch;
der zweite Mensch vom Himmel. 1.Korinther 15:47
Der erste Mensch, Adam, wurde zu einer lebendigen Seele, der letzte Adam zu einem lebendig machenden Geist. 1.Korinther 15:45
Christus ist der zweite Mensch! Es ist eigentlich offensichtlich, dass hier nicht gesagt werden soll, Adam und Christus seien im biologischen Sinne der erste und der zweite Mensch gewesen. Das Besondere an den beiden war nicht ihre körperliche Abstammung, sondern ihr geistiger Zustand: Adam bekam als erster Mensch den Erkenntnisgeist des Lebens (hebräisch nicht ruach, der allgemeine Ausdruck für Geist, sondern neschamah für Erkenntnisgeist), Genesis 2:7, auf Jesus kam der Heilige Geist herab und er selber wurde durch die Auferstehung zu einem "lebendigmachenden Geist". Wenn Jesus von Maria abstammte, somit viele menschliche Vorfahren hatte und doch "zweiter Mensch" genannt wird, dann kann auch Adam "erster Mensch" genannt werden und ebenso viele Vorfahren gehabt haben!
Ist es eine Schande, "vom Affen abzustammen"?
Nun, die Bibel selber betont, dass wir uns gar nicht so sehr von den Tieren unterscheiden, eigentlich sogar Tiere sind:
Die Menschenkinder sollen sehen, dass sie an und für sich große, vierfüßige Tiere (behemah) sind! Prediger 3:18-20
Letztlich ist die Tatsache, dass der Sohn Gottes von einer korrupten Menschheit abstammt, und dass unter seinen Vorfahren nachweislich Prostituierte und Meuchelmörder waren, doch viel anstößiger. Dennoch hat es Gott gefallen, es so zu machen. Es tut uns nicht schlecht, unsere Verwandtschaft mit dem Tierreich anzuerkennen, es könnte uns demütiger machen.
4. Nobody is perfect - auch die Schöpfung nicht!
Das Dogma von der makellosen Schöpfung
Sagt Gott nicht abschließend, er habe "alles sehr gut" gefunden?
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut! Genesis 1:31
Wenn wir genau hinsehen, sagt der Text jedoch nicht, dass damals "die ganze Welt" sehr gut gewesen sei, sondern ausdrücklich nur das, was Gott bis dahin in ihr gewirkt hatte:
Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut! Genesis 1:31
Und tatsächlich gibt es im Text etwas, das Gott nicht gemacht hat, nämlich das Tohuwabohu, das auf den "Anfang" folgte.
Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
Die Erde aber wurde (oder: war) tohuwabohu ... Genesis 1:1-2
Das Wort tohu kommt 20 Mal im Alten Testament vor und wird übersetzt mit: Wüste, Einöde, vergeblich, Eitelkeit, Leere, Nichtigkeit, Verwüstung. Es steht immer für Gottesferne und Mangel, ist an keiner einzigen Stelle der Bibel etwas Positives. Im Gegenteil, es wird ausdrücklich betont, dass es von Gott nicht geschaffen wurde:
Der HERR hat die Himmel erschaffen (bara') ... Er hat die Erde gegründet - nicht tohu hat er sie (die Erde) erschaffen (bara') ... Jesaja 45:18
Das Wort bohu kommt nur noch an zwei weiteren Stellen vor, beide Male zusammen mit tohu, so wie in Genesis 1:2:
Und Edoms Bäche verwandeln sich in Pech und sein Boden in Schwefel, und sein Land wird zu brennendem Pech ... Trümmern ... Und er spannt darüber die Messschnur der Öde (tohu) und das Senkblei der Leere (bohu). Jesaja 34:11
Ich schaue die Erde an, und siehe, sie ist wüst und leer (tohu wabohu), und zum Himmel, und sein Licht ist nicht da. Die Berge beben, und alle Hügel schwanken. Kein Mensch ist da, und alle Vögel des Himmels sind entflohen. Ich schaue, und siehe, das Fruchtland ist eine Wüste, und alle seine Städte sind niedergerissen vor der Glut seines Zornes ... Darum wird die Erde trauern, und der Himmel oben schwarz werden. Jeremia 4:23
Beide Male ist von verheerenden Katastrophen die Rede, die Verwüstung über ein Land bringen. Tohu und bohu sind dabei der Inbegriff von Zerstörung und Verwüstung und niemals ein Ausdruck für einen "guten Rohzustand":
Der Ausdruck "wüst" (tohu) und das Beiwort "leer" (bohu) bezeichnen nicht nur etwas Formloses oder Gestaltloses. Vielmehr dient tohu zur Beschreibung einer grauenhaften, unheimlichen, verderbenbringenden Wüste, einer angerichteten Verwüstung oder einer Nichtigkeit." (Westermann in seinem Genesis-Kommentar).
F.Delitzsch kommt zu dem Ergebnis: "Klang und Bedeutung dieses Wortpaares ist grausig."
Schneider "Urknall und Schöpfergott" Seite 94
Wir müssen also davon ausgehen, dass hier etwas Schreckliches geschehen ist, das die Erde in eine Gottesferne gerückt hat. Was, wird an dieser Stelle nicht erklärt. Aber eines steht fest: Bereits ab dem zweiten Satz stimmt irgend etwas nicht mehr mit der Erde - das müssen wir die ganze Bibel hindurch berücksichtigen!
Wer sündigte "von Anfang an"?
Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel,
denn der Teufel sündigt von Anfang an! 1.Johannes 3:8
Schon sehr früh sagte sich ein hochrangiges dieser Geisteswesen von Gott los, Jesaja 14:12-14, Hesekiel 28:12-17, und wurde sein Widersacher, so die Bedeutung des hebräischen satan = Widersacher, Verkläger, Verleumder. Er wird im Neuen Testament diábolos genannt, was soviel heißt wie Durcheinanderwerfer, Verleumder. Davon leitet sich seine deutsche Bezeichnung Teufel ab. Seine Hauptwaffe im Kampf gegen Gott ist die Lüge:
Der Teufel war von Anfang an (wieder ein Hinweis auf Genesis, den Anfang der Bibel) ein Menschenmörder und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner, und der Vater derselben. Johannes 8:44
Da Satan ein gewaltiger Cherub war,
muss seine Rebellion gegen Gott ungeheure Auswirkungen auf den ihm unterstellten Herrschaftsbereich gehabt haben.
Es ist einer der größten Irrtümer des Kurzzeitkreationismus,
dass er Augen vor den Konsequenzen des Falles Satans verschließt, der ja vor dem Fall Adams stattgefunden hat.
Dadurch liest man die Bibel vom zweiten Vers an
unter falschen Vorzeichen!
Spuren des Falles Satans
Dass das Böse zur Zeit Adam’s bereits existierte, sieht man allein schon daran, dass Eden als gan = Einfriedung (von ganan = einzäunen) angelegt war: Darum gab Gott Adam ausdrücklich den Auftrag, den Garten zu bewachen, hebräisch schamar (vergleiche den Ausdruck "Schmiere stehen", von hebräisch schemira = Wache)! Doch schon viel früher, im Schöpfungsbericht selber, gibt es deutliche Hinweise auf die Folgen des Tohuwabohu.
Und Gott schuf die großen Meeres-Ungeheuer. Genesis 1:21
Das hebräische Wort tannin bezeichnet im Alten Testament immer ausgesprochen räuberische Tiere und wird übersetzt mit Ungeheuer, Drache, Schlange, Wasserungeheuer. Das passt zwar überhaupt nicht zur Vorstellung von einer heilen Welt, aber sehr gut zum Tohuwabohu. Es beweist, dass zu diesem Zeitpunkt schon Konkurrenzkampf und Tod in der Schöpfung vorkamen. Und gleich nach dieser Aussage folgt eine weitere Feststellung, die auch wieder deutlich macht, dass auf Erden alles "Friede, Freude, Eierkuchen" gewesen wäre:
So wurden die Himmel und die Erde und all ihr Heer vollendet. Genesis 2:1
Das hier verwendete Wort tsaba' = Heer, Armee, bewaffnete Streitmacht, Kampftruppe, ist ein Spezialausdruck für kriegerische Armeen. Mit diesen Worten erklärt die Bibel schon sehr früh, dass die Schöpfung sich im Kriegszustand befindet. Vor diesem Hintergrund können wir auch verstehen, warum die Aufforderung Gottes an den Menschen solch einen aggressiven Unterton hat: "Unterwerft euch die Erde!" Genesis 1:28 Das hier verwendete kabesch = niedertreten, unterjochen wird gebraucht, um das Brechen von Widerstand und die Unterwerfung von Feinden zu beschreiben.
5. Wie die Sünde in die Welt kam
Der Garten Eden als "Kosmos"
Gott hatte inmitten der gefallenen Welt einen neuen Herrschaftsbereich aufgerichtet, der zuerst einmal auf die Einfriedung, hebräisch "gan", in Eden begrenzt war. Adam hatte von Gott den Erkenntnisgeist des Lebens eingehaucht bekommen und befand sich damit auf einer weit höheren Stufe als alle anderen Menschen. Durch die zwischen Gott und Mensch entstandene Geistesgemeinschaft war die Keimzelle der Gottesherrschaft auf der Erde durch den Menschen angebrochen. hier sollte das Königreich Gottes auf Erden anfangen. Das Ziel dieses Königreiches bestand darin, sich zunächst über alle Menschen auzubreiten, um dann über diese aus Gott wiedergeborene Menschheit die Schöpfung von der Vergänglichkeit und dem Verderben zu befreien, Römer 8:19-21.
Wie die Sünde "hineinkam"
Doch durch Adam's bewussten Ungehorsam kam die Sünde in den bis dahin unversehrten Kosmos hinein:
Durch einen Menschen kam die Sünde in die Welt hinein ... Römer 5:12
Das hier verwendete griechische Tätigkeitswort ejs-erchomai ist zusammengesetzt aus der Präposition ejs = bis hinein und dem Tätigkeitswort erchomai = kommen, gehen und bedeutet auch in allen anderen Vorkommen des Neuen Testamentes, dass etwas bereits Vorhandenes irgendwo hineinkommt. Durch Satans Fall gab es die Sünde bereits, durch Adam’s Ungehorsam konnte sie in Gottes neuen Kosmos eindringen.
Schon vor Adam sündigten Menschen!
Dass schon vor Adam's Fall Sünde in der Welt war, lässt sich ganz einfach beweisen, denn die Bibel lehrt, dass Eva als erste in Übertretung fiel, also sündigte:
Die Frau aber wurde betrogen und fiel in Übertretung! 1.Timotheus 2:14
Weil aber Adam die Autorität über die Einfriedung gegeben war, kam erst durch seinen bewussten Ungehorsam DIE Sünde in die Welt hinein:
Durch einen Menschen (nämlich Adam) ist DIE Sünde in die Welt hinein gekommen! Römer 5:12
Zwei Arten von Sünde
Das hebräische Wort chata', sowie das griechische hamartia bezeichnen wörtlich eine Zielverfehlung, wir sagen heute Verfehlung (Fehler), oder Sünde. Jede Verfehlung der Ziele Gottes ist demnach Sünde. Wir müssen jedoch unterscheiden zwischen unbewussten Verfehlungen, Sünde, und bewusster, willentlicher und entschiedener Verfehlung, welche hier mit dem bestimmten Artikel bezeichnet wird: die Sünde.
Denn bis zum Gesetz war Sünde in der Welt. Sünde (hamartia) wird aber nicht zugerechnet, wenn kein Gesetz ist. Römer 5:13
Hier steht hamartia ohne Artikel und bezeichnet die unbewusste Sünde, weil noch kein Gesetz da ist, um sie bewusst zu machen. In diesem Zustand muss sich die vor-adamitische Menschheit des sechsten Tages befunden haben. Sie hatte bis dahin von Gott lediglich den Auftrag erhalten, fruchtbar zu sein, sich zu vermehren, die Erde zu besiedeln und sich die Elemente zu unterwerfen - was sie in der Kraft des Segens auch tat. Gemessen am Gesetz Mose oder an der Bergpredigt wären diese Präadamiten sicher als Sünder zu bezeichnen, doch Gott rechnete es ihnen nicht zu:
Wo aber kein Gesetz ist, da ist auch keine Übertretung. Römer 4:15
Denn bis zu (dem) Gesetz (nomos) war Sünde (hamartia) in (der) Welt (kosmos). Sünde wird aber nicht zugerechnet, wenn kein Gesetz da ist. Römer 5:13
Erst als Gott dem Adam Ge- und Verbote gab, kam eine Gesetzgebung Gottes zu den Menschen. Zum ersten Mal seit der Erschaffung der Menschheit kam hier ein Gesetz Gottes in den Kosmos, wurde Sünde zugerechnet. Wenn Paulus also über eine Zeit schreibt, in der keinerlei Gesetz vorhanden war, trifft dies vor allem auf die Zeit vor Adam zu, in der die Präadamiten lebten.
Die Folgen: Zuerst geistiger, dann körperlicher Tod!
Weil die Präadamiten ebenso wie die Zeitgenossen Adams Gottes Gesetz nicht einmal kannten, war nach Römer 7:8 (die) Sünde tot. Paulus erklärt ausführlich, was er meint:
Die Sünde hätte ich nicht erkannt, als nur durch Gesetz ... Die Sünde aber ergriff durch das Gebot die Gelegenheit und bewirkte jede Begierde in mir; denn ohne Gesetz ist die Sünde tot. Ich aber lebte einst ohne Gesetz. Als aber das Gebot kam (durch Verkündigung!), lebte die Sünde auf - ICH ABER STARB!
Und das Gebot, das zum Leben (gegeben), gerade das erwies sich mir zum Tod. Denn die Sünde ergriff durch das Gebot die Gelegenheit, täuschte mich und tötete mich durch dasselbe. Römer 7:7-11
Paulus beschreibt hier, wie das Gebot ihn erreichte, während ihm die zu seiner Erfüllung nötige Geistesgemeinschaft fehlte. So bewirkte die Kenntnis des Gebotes seinen Tod - womit nur der geistige Tod gemeint sein kann, denn er lebte danach ja weiter und schrieb seinen Brief. Die Parallelen sind eindeutig: Römer 7 erklärt Römer 5 - und Genesis 3!
Auch der Textzusammenhang von Genesis 3 beweist eindeutig, dass es nicht in erster Linie um körperlichen, sondern um geistigen Tod ging, also um die Trennung von Gott und seiner Lebenskraft. Denn der HERR hatte Adam gewarnt:
An dem Tag, an dem du vom Bau der Erkenntnis von Gut und Böse isst, wirst du gewiss sterben! Genesis 2:17
Adam lebte nach seinem Fall jedoch noch hunderte von Jahren! Der geistige Tod, die Zerstörung der Gemeinschaft mit Gott, trat sofort ein, der körperliche Tod war eine spätere Folge davon.
Brachte Adam’s Sünde den Tieren den Tod?
Und so ist der Tod zu allen Menschen hindurchgedrungen ... Römer 5:12-14
Genesis 3 und Römer 5 sprechen ausschließlich von Menschen. Der Tod im Tierreich wird weder hier noch dort erwähnt, und erst recht nicht die Verwandlung eines Teiles der Tiere (warum nur eines Teiles?!) in Fleischfresser, wie es der Kreationismus behauptet. Hier deutet der Kreationismus gigantische Umwälzungen absolut willkürlich in den Text hinein - und das ist etwas, vor dem Gott uns eindringlich warnt, 1.Korinther 4:6; Sprüche 30:6.
Im Textzusammenhang befiehlt Gott der Schlange (Satan) sogar den Verzehr von "Staub", das könnte man vielleicht am besten als Bindung Satan’s an den "Materialismus" deuten, Genesis 3:14. Biologisch müsste man es als Verwandlung eines heute fleischfressenden Tieres in einen "Vegetarier" deuten, also genau das Umgekehrte von dem, was der Kreationismus lehrt!
6. Die Sintflut war keine weltweite Katastrophe!
Die Macht der Tradition
Leider haben die meisten Übersetzungen das hebräische "äräts", das in der überwiegenden Mehrzahl (circa 70%) der Vorkommen in der Bibel ein bestimmtes Land bezeichnet, im Sintflutbericht mit "Erde" übersetzt. Im Schöpfungsbericht geht es um die ganze Erde, doch von Kapitel 2 an bis zur Sintflut geht es, ebenso wie danach, eindeutig um ein genau bezeichnetes Gebiet im Nahen Osten, das bestreitet niemand!
Lokal, nicht global!
Auch die Sintflut war lokal begrenzt, darum strandete die Arche mehr oder weniger in derselben Gegend, im Ararat-Gebirge (hebräisch Mehrzahlform: harim):
Europäer erst gaben der höchsten Spitze des armenischen Berglandes den Namen "Ararat" (5156m). Nichts weist jedoch darauf hin, dass hier die Arche aufgesetzt hatte. (F.Rienecker: Lexikon zur Bibel, R.Brockhaus-Verlag, Wuppertal 1960)
Und so erklärt sich, warum Noah eine Taube losschickte um zu erkunden, ob sein Herkunftsgebiet wieder trocken sei - Tauben erforschen nicht den ganzen Globus, sondern fliegen in ihr Heimatland zurück!
Das Wasser stand beim Höhepunkt der Flut 15 Ellen über "allen hohen Bergen" - das kann sich nur auf die lokalen Erhebungen von Noahs Wohngebiet beziehen und niemals auf die "höchsten Berge der Erde", die außerdem nicht alle gleich hoch sind. Noch dazu war die Arche schon gut drei Monate lang im Ararat-Gebirge gestrandet, bevor diese "Bergspitzen" auftauchten, Genesis 8:4-5, das macht nur lokal gesehen Sinn.
Alle Diskussionen, ob sämtliche Tierarten der Welt und die Dinosaurier samt Futter für ein Jahr in die Arche gepasst hätten, wie die Känguruhs aus Australien zu Noah kamen, warum in den angeblichen Sintflutschichten fast nur "ertrunkene" Meerestiere zu finden sind usw., sind damit überflüssig.
Die Sintflut aus Sicht der Naturwissenschaft
"Die ganze sogenannte "Sintfluttheorie" wird schon durch die eine Tatsache widerlegt, dass sich noch nie zwischen den Pflanzen und Tieren auch Menschengebeine unter diesen Versteinerungen gefunden haben. Daher muss jene Katastrophe bzw. müssen jene Katastrophen lange vor der Geschichte des Menschengeschlechts stattgefunden haben." (Erich Sauer "Vom Adel des Menschen", Seite 45
"Vor allem aber würden, wenn eine einmalige Flut alles aufgewühlt und überschwemmt hätte, die versteinerten Pflanzen- und Tierreste in völligstem, nur vom Schwergewicht bis zu gewissem Grade beeinflußten Durcheinander der Arten und Gattungen daliegen, während sie in Wahrheit eine stets den jeweilig übereinanderliegenden Schichten entsprechende, genau geordnete, stufenmäßige Steigerung ihrer Organisation aufweisen." (Erich Sauer "Vom Adel des Menschen", Seite 45)
Abschließend lässt sich sagen, dass Versuche, die geologische Zeittafel grundsätzlich in Frage zu stellen, der fachlichen Grundlage entbehren. Das gilt für das Übereinander der Gesteinsfolgen und der in ihnen eingeschlossenen Fossilien ... (Manfred Stefan "Sintflut und Geologie", Wort und Wissen 2000, Seite 73-74)
7. Babel und die Entstehung der Sprachen
Schluss mit dem Gebabbel über Babel!
Manche behaupten, Gott habe in Babel alle Sprachen der Welt "über Nacht erschaffen", um die Menschen daran zu hindern, einen Turm zu bauen, der "bis in den Himmel reichen sollte". Doch gerade im Kapitel davor wird ausführlich berichtet, dass die Sprachen des Nahen Ostens bzw. Mittelmeerraumes wachstümlich, durch die Entfaltung eines Stammbaumes, entstanden!
Und dies ist die Geschlechterfolge der Söhne Noahs: Sem, Ham und Jafet - ihnen wurden Söhne geboren nach der Flut ... (z.B.) die Kittäer und die Rodaniter ...
Von diesen verzweigten sich die Inseln der Nationen. Das sind die Söhne Jafets in ihren Ländern, je nach ihrer Sprache (hebräisch laschon=Zunge), nach ihren Sippen, in ihren Nationen. ... und von diesen aus haben sich nach der Flut die Nationen im Lande verzweigt. Genesis 10:1-32
Ideologie, nicht Fremdsprachen!
Und das ganze Land hatte einerlei Redeweise (sapha = Lippe). Genesis 11:1
In Kapitel zehn hat der Bibeltext die Entstehung verschiedener Sprachen mit dem Ausdruck "laschon = Zunge" beschrieben. Jetzt verwendet er jedoch eine andere Formulierung, nämlich "sapha = Lippe", das in der Bibel oftmals für die Ideologie steht, mit der jemand spricht:
Sie reden Lüge, ein jeder mit seinem Nächsten; mit glatter Lippe, mit doppeltem Herzen reden sie. Psalm 12:3
Die Lippen des Gerechten sind bedacht auf Wohlgefälliges, der Mund der Gottlosen aber auf Verkehrtes. Sprüche 10:32
Der Bibeltext betont also, dass gewisse Nachkommen Noahs zur damaligen Zeit eine einheitliche Ideologie hatten. Dazu gehörte auch die Verwendung von Wörtern im Sinne einer gemeinschaftlich-einheitlichen Sinngebung:
Und das ganze Land hatte ... einerlei Wörter (hebräisch dabar = Wort, Ausspruch, Rede). Genesis 11:1
Der Ausdruck "dabar" bedeutet in der Bibel viel mehr als "Wort, Vokabel aus dem Wörterbuch". Es schwingt ganz stark die Bedeutung, der Inhalt des jeweiligen Wortes mit, und es kann auch gebraucht werden, um die Redegewandtheit einer Person auszudrücken, also deren Fähigkeit, Worte zu gebrauchen, um Inhalte zu vermitteln:
Mose aber antwortete dem HERRN: Ach, Herr! Ich bin kein redegewandter Mann (hebräisch kein Mann von Worten, hebräisch dabar) .. denn unbeholfen ist mein Mund und unbeholfen meine Zunge. Exodus 4:10
Mose meinte damit nicht, dass er nicht Ägyptisch sprechen konnte, immerhin war er erst im Alter von 40 Jahren aus Ägypten ausgewandert und war vorher am Hof des Pharao gründlich ausgebildet worden. Nein, es ging ihm um die Fähigkeit, die Worte, die Sachaussagen, die Gott ihm offenbart hatte, weiterzuvermitteln.
Babel - Kommunikation total und Einheit mit allen Mitteln
Sie hatten ein und dieselbe Sprache und ein und dieselben Worte. Genesis 11:1
Das später "Babylonier" genannte Volk zeichnete sich durch eine ausgesprochen starke Einheit aus, die sie offensichtlich auch dadurch zustandebrachten und aufrechterhielten, dass sie dieselben "Schlagwörter" verwendeten, die gleichen "Parolen" (französich: parole = Wort) ausgaben. Heute würde man sagen: Sie hatten eine gleichgerichtete Medienlandschaft, eine wirkungsvolle Propaganda-Maschinerie. Wir begegnen hier dem ersten Versuch eines Volkes, eine Einheits-Regierung zu errichten. Die Verständigung war standardisiert, gleichgeschaltet, vernetzt. Babel, das war sozusagen Kommunikation total.
Behalten wir unbedingt im Auge, dass die Triebfeder für das ganze "Projekt Babel" der Wunsch nach Einheit war! (Man vergleiche, welche zentrale Stellung Worte wie "Union" oder "United" in der heutigen Zeit einnehmen.) Die Angst, die Einheit könne zerbrechen, sieht man durch alle Bemühungen hindurchschimmern:
... damit wir uns nicht über die ganze Fläche des Landes zerstreuen.
Um den Zerfallstendenzen entgegenzuwirken, wurde die Bildung einer Gruppen-Identität vorangetrieben. Das "Wir-Denken" wurde sehr betont: Lasst uns ..., wir wollen ... Es geht bei dem Phänomen Babel also nicht um die Entstehung von verschiedenen Sprachen, sondern um den Versuch, eine weltanschauliche, ideologische Einheit herzustellen, und zwar wesentlich auch unter Einbeziehung der Religion. Deshalb sollte bei dem ganzen ein religiöses Bauwerk eine "herausragende" Rolle spielen.
Die erste "Denomination"
Bei allem Drumherum darf uns das Zentrale an Babel nicht entgehen: All der Aktivismus und die Gleichmacherei sollte letztlich einem konkreten Zweck dienen - ein gemeinsamer Name sollte her, und er sollte selbstgemacht sein:
So wollen wir uns einen Namen machen! Genesis 11:4
Dieser selbst geschaffene "Name" sollte verherrlicht werden. Mit anderen Worten: Die Menschen wollten sich selbst verherrlichen! So entstand die erste überlieferte "Denomination" der Erde:
Denominationen
- von lateinisch denominare = benennen -
sind Gruppen von Menschen,
die sich mit einem bestimmten Namen benennen
und ihre Identität untrennbar mit diesem Namen verknüpfen.
Von Anfang an ging es um die Frage: Welcher Name soll erhoben werden: Der von Gott oder der von irgendwelchen Menschen? Und obwohl schon seit den Tagen Set's der Name des HERRN angerufen und verkündigt wurde, Genesis 4:26, "einigten" die Menschen sich unter Nimrod darauf, sich selber einen Namen zu machen. Damit verwarfen sie, ob bewusst oder unbewusst, den Namen des HERRN und damit den HERRN selber: Der Ausdruck "der Name" ist eine Bezeichnung für Gott selbst, Apostelgeschichte 5:41; 3.Johannes 1:7.
Wenn man sich nicht mehr "versteht"
Und der HERR zerstreute sie von dort über das ganze Land (äräts). Und sie hörten auf, die Stadt zu bauen. Darum gab man ihr den Namen BABEL. Denn dort verwirrte (balal) der HERR die Sprache (sapha) des ganzen Landes (äräts) ... Genesis 11:7-9
Entgegen allen Einigungsbemühungen war die tatsächliche Frucht der ganzen Aktion also Zersplitterung und Verwirrung:
Sind wir auch "Mitglied" im babylonischen System?
Das Phänomen der Bildung von Denominationen ist also fast so alt wie die Zivilisation selbst! Sowohl das Alte wie auch das Neue Testament strotzen nur so von Beispielen, wie Denominationen entstehen, nur werden diese Erscheinungen nicht "Denominationen" genannt, darum haben wir den aktuellen Bezug auf unsere Zeit oftmals nicht erkannt. Das babylonische System macht vor Kirchen- und Gemeindetüren nicht halt - im Gegenteil!
Kann es sein, dass wir so in diese Problematik verstrickt sind, dass wir sie schon gar nicht mehr wahrnehmen? Sehen wir womöglich den Wald vor lauter Bäumen nicht? Haben wir uns schon so mit diesem System der Denominationen identifiziert, dass wir gar nicht mehr hören können oder gar wollen, was Gott darüber sagt?
Evolution und der christliche Glaube
Lässt Gott den Tod von Unschuldigen zu?
Manche Christen lehnen jeglichen Gedanken an Evolution mit dem Hinweis ab, diese sei mit Leid und Tod untrennbar verwoben und käme deshalb als "Schöpfungsmethode" für Gott niemals in Betracht: Es sei unvereinbar mit der Liebe Gottes, den Tod unzähliger unschuldiger Tiere in Kauf zu nehmen, um die Entwicklung bis hin zum Menschen zu ermöglichen! Aber lassen wir einmal alle unsere Wunschvorstellungen beiseite und betrachten die biblische Realität:
Hat nicht Gott selber den Opfertod vieler unschuldiger, reiner (!) Tiere im Alten Testament angeordnet, um uns darauf vorzubereiten, dass zur Vergebung unserer Fehler ein Unschuldiger sterben muss? Dass gerade der Tod des Unschuldigen die Lösung für die Ungerechtigkeit in dieser Welt ist? Das mag unserem religiösen Empfinden zuwider laufen, aber so steht es geschrieben! Genau so sollte das Volk der Juden darauf vorbereitet werden, das "Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt" zu erkennen und anzunehmen, Johannes 1:29.
Das Kreuz als Symbol für das Christentum
Sollten nicht gerade wir Christen besser als alle anderen Menschen verstehen, dass Gott das Leid immer wieder "notgedrungen" in Kauf nimmt und in seine Pläne mit einbezieht? Was ist denn das Wahrzeichen für den christlichen Glauben schlechthin? Das Kreuz! Ein Symbol für den schmerzvollen Tod eines Unschuldigen: Von Gott von Anfang an fest eingeplant als die einzige Möglichkeit, dem Leiden dieser Schöpfung ein Ende zu setzen! Gott hat das Leid und den Tod seines eigenen Sohnes ganz bewusst in Kauf genommen, obwohl oder gerade weil dieser vollkommen unschuldig war!
Er hat kein Unrecht begangen, und in seinem Mund ist kein Betrug gewesen. Doch der HERR hatte Wohlgefallen daran, dass er zerschlagen wurde. Er hat ihn leiden lassen. Jesaja 53:9-10
Und müssen nicht bis zum heutigen Tag "denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten mitwirken?!" Römer 8:28
Keine rosa Brille!
Das Leid der Tiere spricht - ebenso wie der Tod vieler Menschen im Laufe der Geschichte - nicht gegen die Liebe Gottes, sondern für die Grausamkeit Satans! Und solange das Böse in dieser Schöpfung noch nicht ganz überwunden ist, stellt die Überzeugung, Leid könne niemals Teil von Gottes Plan für uns sein, humanistisches Wunschdenken dar, das Gottes Strategie sogar direkt zuwider läuft:
Von der Zeit an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem hingehen müsse und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles leiden und getötet und am dritten Tag auferweckt werden müsse. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihn zu tadeln, indem er sagte: Gott behüte dich, Herr! Dies wird dir keinesfalls widerfahren.
Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist. Matthäus 16:21-23
Wenn es eine Religion auf Erden gibt, die sich frontal mit dem Leid auseinandersetzt, dann ist es die christliche: Gott wird selbst zum Menschen und durchleidet alle Ungerechtigkeit dieser Welt bis zum bitteren Ende. Aber hier endet die Handlung eben nicht: Auf das Kreuz und das Grab folgt die Auferstehung, das endgültige Aus für Leid und Tod. Nur von diesem Standpunkt aus können und werden wir Gottes Strategie mit dieser leidenden Schöpfung verstehen. Gott hat das Leid nicht erschaffen, und er wünscht es auch nicht. Aber er lässt es zu - und er hat die Macht, jedes unschuldige Leid mehr als auszugleichen!
Denn ich urteile, dass die Leiden der jetztigen Zeit nicht wert sind, verglichen zu werden mit der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Römer 8:18
Folgende Schriften können auf
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oder als Bücher gratis bestellt werden:
Der Stammbaum von Himmel und Erde -
Was die Bibel wirklich über Schöpfung und Evolution sagt (Genesis 1)
Die Genesis ist das erste Buch, sozusagen die Eingangstür der ganzen Bibel. Der Schlüssel zu ihr ist, dass wir den Originaltext wirklich zu Wort kommen lassen. Dadurch kommen erstaunliche Fakten zutage, die so manche bibelkritische wie auch angeblich bibeltreue Auslegung in ganz neuem Licht erscheinen lassen. Das Ergebnis: Die Tür zur Bibel steht auch denen wieder offen, für die sie aufgrund von festgefahrenen Auslegungen lange Zeit verschlossen war. Circa 310 Seiten.
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Urzeit und Endzeit
Gott als Richter und Retter in Megakatastrophen (Genesis 6ff)
Unglücke wie die Sintflut, Sodom und Gomorrha und die Plagen Ägyptens sind Ereignisse, die vielen Bibellesern Probleme bereiten: Ist der Gott des Alten Testamentes grausam? Nein, Gott ist Liebe, und alles, was er tut, ist gut - immer! Andererseits ist Jesus ist nicht nur das Lamm, er ist zugleich auch der Löwe aus Juda! Diese Schrift soll eine umfassendere Perspektive von Gottes Liebe und Gerechtigkeit vermitteln: Gottes Pläne sind besser als alles, was wir uns ausdenken könnten! Circa 130 Seiten.
"Meine Gemeinde"
Gottes Ausweg aus dem Wirrwar der Denominationen
Babel steht für die erste Einheitsreligion und das System der Denominationen. Jerusalem dagegen steht für Gottes Alternative, die Gemeinde, die Stadt aus lebendigen Steinen. Es gibt kein Leben ohne Strukturen - aber nicht alle Strukturen sind gut für das Leben! Hier werden Gottes Baupläne für seine Gemeinde betrachtet. Sie sind ... anders! Circa 150 Seiten.
Die Bergpredigt
Die entscheidende Lektion für alle,
die Jesus nachfolgen wollen
Unser Leben wird davon abhängen, ob wir die erste in der Bibel überlieferte Predigt von Jesus in die Praxis umsetzen oder nicht. Das fängt damit an, dass wir uns die Aussagen Jesu einmal genauer anschauen - Überraschungen sind garantiert!
Circa 150 Seiten. Nur online.
Der Heilsplan Gottes (S.van Mierlo)
Ein Überblick über die ganze Bibel und Gottes Handeln mit der Menschheit, vom "Anfang" bis zu den neuen Himmeln und der neuen Erde. Immer wieder wird auch auf interessante Einzelheiten eingegangen. Eine echte Orientierungshilfe!
Circa 200 Seiten.
Die Lehre des Apostels Paulus
Paulus war keiner der zwölf Apostel für Israel, sondern "Apostel für die Nationen", Galater 2:9; Römer 11:13. Er hatte einen besonderen Auftrag und eine besondere Botschaft - für uns! Circa 300 Seiten.
Theologie
Wie können wir die Bibel wirklich beim Wort nehmen?
Hier werden praktische Methoden wissenschaftlicher Bibelauslegung erklärt und viele Einwände bibelkritischer Theologie widerlegt, von den Zweifeln an der Verfasserschaft Mose bis hin zum (angeblich nicht) wiederkäuenden Hasen im Alten Testament und den zwei (angeblich widersprüchlichen) Stammbäumen Jesu im Neuen Testament. Auch der "Bibelcode" darf natürlich nicht fehlen: Jede Ent-täuschung ist eine Täuschung weniger! Circa 100 Seiten.
Kreationismus - Wie Gott die Welt nicht erschuf
Nicht alles, was glänzt, ist auch wirklich biblisch: Der größte Schwachpunkt des Kurzzeit- Kreationismus besteht nicht in seiner Verleugnung vieler gesicherter Erkenntnisse der Naturwissenschaften, sondern im fahrlässigen Umgang mit dem, was wirklich geschrieben steht. In dieser Schrift kommt der Kronzeuge, die Bibel, ausführlich "zu Wort" und die wichtigsten Irrtümer des Kurzzeit- Kreationismus werden widerlegt. Circa 150 Seiten.
Eine kurze Widerlegung des Kurzzeit- Kreationismus
Die Kurzfassung des obigen Buches. Circa 44 Seiten.
Kunterbunt
Wie ich vom Atheisten zum Christen wurde: Der Autor privat
Die Wahrheit über Karl Marx: Nicht schön, aber befreiend!
Jona, so geht das nicht! Was der erfolgreichste Prediger des Alten Testamentes alles falsch machte.
Der im Himmel thront, lacht: (Christliche) Witze.
Circa 60 Seiten.
Bankverbindung
Armin Held
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Kontonummer 867 697 852
IBAN: D32 7601 0085 0867 6978 52
BIC: PBNKDEFF
"Denkt um!"
Der du dich des Gesetzes rühmst,
du verunehrst Gott,
indem du über seine Weisung hinausgehst?
Denn euretwegen wird der Name Gottes
unter den Nationen lächerlich gemacht!
Römer 2:23,24
"Denkt um!"
Jesus
Matthäus 4:17